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Full text of "Funkschau 1957 Heft 16"

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Postverlagsort München 


Vereinigt mit dem Radio-Magazin 


| Be Der erste UKW-Transistor-Super AUG. 


6 Der denkende Plattenspieler NER 


Hilfsgerät für Frequenzeichungen 1957 





Kleinstsender für 80 m mit mit Praktikerteil 
Flächentransistoren und Ingenieurseiten 





PERTRIX- UNION GMBH - FRANKFURT/MAIN 


Pr 5OWH IA 





Erfinden - und Geld damit verdienen... 


. das ist gar nicht so einfach, wie man aus den Schicksalen 
Nipkows, Liebens, und anderer prominenter Erfinder der 
Funk- und Fernsehtechnik weiß. Meist ist der Weg zum Patent 
dornenvoll und langwierig; oft frißt er alle Barmittel des 

Erfinders auf. 


Nicht wenige Erfinder scheitern daran, daß sie die Gesetze und 

Verordnungen und das Verfahren vor dem Patentamt nicht 

genügend kennen. Ihnen hilft der Patentberatungs-Band der 
„Technikus-Bücherei“: 


Der Weg zum Patent 


Das Wichtigste für die Anmeldung eines Patentes, Gebrauchs- 
musters, Warenzeichens und Geschmacksmusters und für das 
Verfahren vor dem Patentamt in leicht verständl. Darstellung 


Von Dipl.Ing. Helmut Pitsch 


96 Seiten mit 3 Bildern und vielen Beispielen, kartoniert mit 
Leinenrücken 2.20 DM. 


Dieses praktische Buch wendet sich an alle diejenigen, die 
beabsichtigen, für eine Erfindung ein Patent oder Gebrauchs- 
muster anzumelden, jedoch bisher keine Kenntnisse auf die- 
sem Gebiet haben und Wert darauf legen, eine leicht verständ- 
liche Darstellung der wichtigsten Grundlagen zu lesen. Das 
Buch entnimmt seine Beispiele der Radiotechnik; es ist damit 
für unsere Leser besonders geeignet. Manchem erfindungs- 
begabten Techniker dürfte bei seiner Lektüre die Idee kommen, 
diesen oder jenen praktischen Einfall zum Patent anzumelden. 


Zu beziehen durch den Buch- und Fachhandel und vom Verlag 


FRANZIS-VERLAG MÜNCHEN Karlstraße 35 





SONDERANGEBOT-FERNSEHBAUTEILE u. kompl. BAUKASTEN-HELIOS II 


Alle nachstehend angeführten Bauteile entstammen einem Original-Industrie-Fernsehgerät mit Drucktasten, Rundfunkteil Modell 57. 
Es können hierzu Bildröhren 14, 17, 21 Zoll mit 70 und 90° Ablenkung verwendet werden. 


FB 01 


FB 02 


FB 03 


Fernsehmontagechassis vorgelocht mit 14 Röhrenfassungen, Buch- 
sen- u. Lötleisten, Skalenantrieb, kompl. mit Skalenscheibe und 
Beleuchtung. Größe 460 X 450 

NSF Fernsehkanalwähler (Tuner) für Kanal 2-11 + 2 Reserve- 
kanäle Modell 1957 kompl. geschaltet mit Röhren: Zauberröhre 
E 88 CC, PCC 85 

6fach. Drucktastenaggregat, kompl. geschaltet mit Drehkonden- 
sator, Antriebsrad, Vorkreisspule MW, Oszillatorspule MW, Vor- 
kreisspule LW, Oszillatorspule LW mit zwei Bandfiltern, Tasten 
für „FS, UK, MW, LW, TA, AUS" 

UKW-Bauteil mit Drehkondensator UKW, Antriebsrad, UKW- 
Vorkreisspule, UKW-Eingangsspule, UKW-Oszillatorspule, Dezi- 
sperre, ZF-Spule I, IT und III für Röhre UCC 85 kompl. geschaltet 
Kompl. Filtersatz bestehend aus 3 FS-Bandfiltern, im 3. Band- 
filter eingebaute Germaniumdiode und ein Entzerrerfilter für 
Video-Teil, versetzt vorabgeglichen 

Zeilenausgangstrafo mit Hochspannungsteil und Bildbreitenregler 
für Röhre DY 86 

Bildausgangstrafo 

Impulsübertrager 

Tonausgangsübertrager 

Netzdrossel 

Montageplatte mit Sicherungselement, Störschutzdrossel, 6 NTC- 
Widerstände, 2 Scheiben- und ein Rollkond. 
AEG-Fernsehgleichrichter 220 V, 350 mA 


6 Potentiometer zur Regelung von Zeile, Helligkeit, Kontrast, 
Lautstärke, Tonblende und Bild zus. 
3 Elkos 100 + 100 uF, 350 V a 5.50 


1Elko 8 uF, 350 V 
1 Niedervoltelko 50 uF, 30/35 V 


21.50 


57.50 


1.20 
—.75 
—75 





FB 15 5-Preh-Einstellregler 2 + 3MQ zus. 3.30 
FB 16 3 Kreuzwickel auf Spulenkern, 1 Saugkreis, 1 Stabilisierungs- 
spule, 1 Sinusoszillatorspule zus. 4.50 
FB 17 Bildröhrenfassung mit Anschlußkabel 1.95 
FB 18 3 Germaniumdioden zus. 2.50 
FB 19 Widerstände, Kondensatoren, Buchsen, Schrauben, Nieten, 
Schaltdraht, Isolierschlauch, 2 Doppelknöpfe und 6 Einstell- 
knöpfe und div. Kleinteile zus. 25.— 
FB 20 Hochleistungs-perm.-dyn.-Lautsprecher 9.50 
FB 21 Original Valvo Röhrensatz mit 6 Mon. Garantie ohne Bildröhre 
UCC 85, UCH 81, UF 85, UABC 80, UL 84, UM 80, 4XEF 80, PL 83, 
PCF 80, ECH 81, PL 81, PY 81, DY 86 79.50 
FB 22 Sicherheitsschutzscheibe für 17 Zoll Bildröhre 43 cm 9.50 
FB 23 Blendrahmen (Bildmaske) für 17 Zoll Bildröhre 43 cm 9.95 
' FB 24a Ablenk- und Fokussiereinheit AT 1007 für Weitwinkelröhre 900 
| mit statischer Fokussierung für modernste Röhren z. B., 
AW 43-80 und AW 53-80 39.50 
FB 24b Ablenk- und Fokussiereinheit AT 1002 Ablenkung 700 für fast 
alle gebräuchlichen Fernsehröhren z. B., MW 36-22, BM 35 R-2 
| und MW 43-64 usw. 29.50 
FB 25 Bildröhrenhalterungen für 17 Zoll Bildröhre 8.50 
BAUKASTEN 
Komplett mit allen aufgeführten Bauteilen FB 01-FB 25 ohne Bildröhre 365.— 
desgl. jedoch mit Philips Bildröhre MW 36-22 14 Zoll 429.50 
desgl. mit Bildröhre 70° Ablenkung Typ 17BP4B 17Zoll 489.— 
ı desgl. mit Bildröhre 900 Ablenkung (Weitwinkel) 17 Zoll 528.50 
21 Zoll 598.— 


‚ desgl. mit Bildröhre 90° Ablenkung (Weitwinkel) 

| Bei Bezug von einzelnen Bauteilen kommen die angegebenen Einzelpreise 

in Anrechnung. Passende Fernsehgehäuse können auf Wunsc geliefert wer- 

' den. Preis auf Anfrage. Versand per Nachnahme ab DM 20.— spesenfrei. 
Auch auf Teilzahlung bis 18 Monatsraten. 








Desgleichen 
im Gehäuse mit eigenem Netz- 
teil zum Anschluß an die Plat- 


tenbuchsen 
gerätes 


PERM.-DYN. WANDLAUTSPRECHER 77 
in formschönem Gehäuse Nußbaum hell- k 
niederohmig 


pol. 
dto. 


Versand per Nachnahme zuzüglich Versandspesen — 
Verlangen Sie ausführliche Liste T13 


niederohmig 3,5 Watt 


VIELFACH-MESSINSTRUMENTE (m. Meßschnüren) 


um 


54.— 


1Elko 4 uF, 70/80 V 
UKW-EINBAU-HOCHLEIST.- 
SUPER KING 56 W UFP 2 
9 Kreise mit Rö. ECCB5, 0-2500V = 
EF 85, EF 80, EAA 91 und 0— 500mA = 
Ratiodetektor 0-1 MQ® 
(175X 60x 100 mm) 76.50 


als Vorsatzgerät 


Rundfunk- 
87.50 


jedes 











2 Watt 18.50 


22.50 


Batteriesatz: 


Eingeb. Batt. werd. sep. berech. 
SCHAUB-REGINA BATTERIE- 


SUPER Ledertashe gefüttert mit Trag- 
Edelholzgeh. (M-K-L) o. Rö. u. riemen 11.50 
Lautsprecher 24.50 mit Röhren 

DCH 11, 2XDL 11, DF 11, DAF 11 JAGD-NACHTGLAS 7x50 210.— 


49.50 
120 V Anode, 


| TEKA-WEIDEN/OPF. Bahnhofstraße 92 


LAUTSPRECHERCHASSIS 






| PERM.-DYN. 


ULP 6 TL 1330 1 W niederohmig ovale Aus- 
! 0-1200V = u.» | führung, 65X105 mm, 60 mm hoc 
0-300 mA = | u 6.75 N 
0-1MQ & 
'8 0,01 uF - 25 pf / TL 1335 3,5 W perm.-dyn. 
4 69.50 Chassis, Korb 200 mm ® 
UL 30 Höhe 110 mm 10.95 “ 
| 0-100V = u.x TL 1420 niederohmig 4 Watt 200 mm & 13.50 
' 0-500 mA = QUALITÄTS-MARKEN-PRISMENGLÄSER 


0-10 M2 110.- lichtstark großes Blickfeld, hochwertige vollvergüt. 
Präz.-Optik, Mitteltrieb, Okular- Einzeleinstellung 


8xX30 95.— 
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| 


Lautsprecher 11.50 | 


Ledertasche gefüttert mit Tragrie- 
2 Feldelemente 27.—- 


men 14.50 





KURZ UND ULTRAKURZ 


Wetterradar im Aufbau, Die schweren Tornados in Nordamerika haben 
die Errichtung von Wetter-Radarstationen im gefährdeten Gebiet der USA 
beschleunigt. Gegenwärtig sind 54 Anlagen mit je 50 kW Impulsleistung im 
Betrieb; drei größere Geräte stehen an wichtigen Punkten der Atlantikküste. 
Weitere 31 Anlagen mit 500 kW Impulsleistung je Gerät sind im Aufbau. — 
Das neue Wetterradargerät der Freien Universität in Berlin arbeitet mit 
20 kW Impulsspitzenleistung im 3,2-cm-Bereich und hat eine maximale Reich- 
weite von 200 km. Die Antenne dreht sich sechsmal in der Minute und hat 
einen Gewinn von 42 dB. Das auf einem 23 m hohen Turm montierte Gerät 
ist eine Telefunken-Decca-Konstruktion. 


„Spacistor“. Mitte Juli kündigte die amerikanishe Firma Raytheon, 
bekannt als Produzent von Transistoren, Röhren, Glühlampen und Fern- 
sehempfängern, den vorläufigen Abschluß der Entwicklung eines neuartigen 
Verstärkerelementes namens „Spacistor“ an. Wenn nicht der gute Namen 
des Unternehmens für Korrektheit bürgen würde, wären die genannten 
Eigenschaften unglaubwürdig; obere Grenzfrequenz 10 000 MHz, maximale 
Umgebungstemperatur + 500° C. Die neue Verstärkereinheit ähnelt äußerlich 
einem Transistor, soll ebenfalls ein Halbleiterelement sein und bei Massen- 
fertigung nicht teurer werden als ein Hf-Transistor. 


Ultraschallsender auf Fischrücken. An der pazifischen Küste der USA sind 
viele Flüsse mit „Fischleitern“ versehen, damit der Lachs die Dämme und 
Wehre der Wasserkraftwerke auf seinem Weg zu den Laichplätzen in den 
Quellgebieten passieren kann. Zur Kontrolle der Fischzüge, die man im 
turbulenten Wasser der Fischleitern nicht genau beobachten kann, wurde 
ein winziger Ultraschallsender mit Batteriespeisung entwickelt; man befestigt 
ihn mit einer Klammer hinter der Rückenflosse einiger ausgewählter großer 
Lachse. Ultraschallempfänger erlauben jetzt eine genaue Kontrolle des Fisch- 
zuges. Der „Senderträger“ kann jederzeit geortet werden, und man versieht 
seinen Sender mit einer neuen Batterie, nachdem man den Fisch in einer 
kleinen Wasserkammer vom Schwarm isoliert hat. 


Farbfernseh-Kolloquium in Paris. Auf dem internationalen Farbfernseh- 
Kolloquium in Paris Anfang Juli, an dem von deutscher Seite u.a. 
Dr. F. Below vom Institut für Rundfunktechnik, Hamburg, teilnahm, wurden 
in vier Sektionen vorzugsweise physiologische Fragen der Bildzusammen- 
setzung und -zerlegung, die Schätzung und Messung der Qualität von Farb- 
fernsehbildern, Augenuntersuchungen und Codierungsfragen behandelt. 
U. a. hat man das Problem der Studiobeleuchtung bei Farbprogrammsen- 
dungen untersucht. Wenn beispielsweise das Auge des Beschauers vor dem 
Empfänger in der Wohnung auf Glühlampenlicht adaptiert ist, während im 
Studio mit Tageslichtbeleuchtung gearbeitet wird, ergeben sich Farbver- 
schiebungen. 


Farbfernsehübertragung von Röntgenbildern. Das neue Exicon-Verfahren 
von Philco (USA) ermöglicht durch farbige Fernsehübertragung eine gewisse 
Verbesserung der Röntgenaufnahmen. Die Vorzüge der Umsetzung der Grau- 
töne im Röntgenfilm-Negativ in Farbwerte erhöht die Zahl der unterscheid- 
baren Tönungsabstufungen; außerdem erlaubt die Methode eine wesent- 
liche Vergrößerung des Filmbildes und auch eine beliebige Ausschnittver- 
größerung auf dem Bildschirm des Beobachtungsgerätes. 


Der Süddeutsche Rundfunk hat in Eberbach am Neckar einen 0,2-kW- 
Mittelwellensender (1484 kHz) aufgestellt, der Südwestfunk nahm außer dem 
in Heft 15 an dieser Stelle genannten Fernseh-Kleinstumsetzer bei Bernkastel- 
Kues noch je einen Umsetzer in Altenahr und Ahrweiler in Betrieb, wäh- 
rend der Bayerische Rundfunk auf dem Ochsenkopf einen zweiten UKW- 
Sender in Benutzung nahm (88,2 MHz, 60 kW eff. Leistung). & Das euro- 
päische Fernseh-Richtfunknetz ist, in „Kanalkilometer“ gerechnet, 18 200 km 
lang. Davon sind 4700 km im Bundesgebiet installiert. Italien steht mit 
5100 km an der Spitze, während Frankreich mit 3600 km den dritten Platz 
einnimmt. & In einem Moskauer Museum erhalten Besucher kleine Funk- 
sprechgeräte ausgehändigt, mit deren Hilfe sie den Erläuterungen folgen 
können, die ein kleiner Sender vom Tonband ausstrahlt; zugleich sind sie 
in der Lage, Fragen an eine mit Spezialisten besetzten Zentrale des 
Museums zu stellen. &% Die Elektroausfuhr der Bundesrepublik stieg im 
I. Quartal 1957 auf 233,1 Millionen DM (1956: 188,9). Die Elektroeinfuhr 
stieg im gleichen Zeitraum von 17,8 auf 25,2 Mill. DM. %* Zwei weitere 
unbemannt betriebene UKW - Rundfunksender des Bayerischen Rundfunks 
sind mit „passiver Reserve“ ausgerüstet worden, die sich bei Störungen 
der Vor- oder Endstufe derart einschaltet, daß stets mit maximal möglicher 
Senderleistung gearbeitet wird. & Man erwartet 1957 im Bundesgebiet und 
Westberlin eine Schallplattenproduktion von 50 Millionen Stück (1956: 39,8). 
89%/, aller z. Z. verkauften Schallplatten enthalten Tanz- und Unterhaltungs- 
musik, der Rest „gehobene“ Musik. & Der VK/ZL-DX-Contest 1957, das ist 
ein Wettbewerb der Kurzwellenamateure mit dem Ziel, möglichst viele Ver- 
bindungen mit Amateuren in Australien und Neuseeland herzustellen, findet 
diesmal am 5. und 6. Oktober für Telefonie und am 12. und 13. Oktober 
für Telegrafie statt. & Philco (USA) erprobt zur Zeit Richtfunkstrecken im 
8000-MHz-Bereich nach dem Prinzip der troposphärischen Streustrahl-Über- 
tragung über Entfernungen bis zu 300 km. %* Experimentelle, der wissen- 
schaftlichen Untersuchung dienende Sendungen farbiger Testbilder (Balken- 
muster) ohne Synchronisier - Impulse wurden vor einiger Zeit über den 
Hamburger Fernsehsender (Kanal 9) gegeben. %* 


Unser Titelbild: Um die Geometrie von Fernsehbildröhren über 
die ganze Fläche hinweg zu prüfen, wurde bei Valvo ein Bildmustergene- 
rator entwickelt, der auf elektronischem Wege ein mathematisch exaktes 
Punktraster erzeugt (vgl. Seite 444). 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
743 








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% 
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Alle Unterhaltungsröhren 


Alle kommerziellen Röhren 








Alle deutschen 


und ausländischen Fabrikate 





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Günstige Preise — kurze 


Lieferzeiten — großes Lager 








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DR. HANS BÜRKLIN - SPEZIALGROSSHANDEL 
München 15 - Schillerstraße 18 - Fernruf 550340 


Eine Kurzbezeichnung für »Transistor « 


Techniker sind genaue Leute, und die von ihnen gezeichneten Schaltungen 
müssen sorgsam ausgeführt sein; alle Einzelteile tragen überlegte Kurz- 
bezeichnungen, wie R für Widerstände, L für Spulen, C für Kondensatoren 
usw. Für die Röhren wählte man, weil R also vergeben ist, im deutschen 
Sprachgebiet die Bezeichnung Rö mit entsprechendem Index, also Rö1, Rö 2, 
Rö 3 usw. In englisch sprechenden Ländern ist V (von Valve) üblich, ebenso 
in manchen anderen Staaten, wie Schweden, Frankreich und manchmal Italien. 

Als die ersten Schaltungen mit Transistoren gezeichnet werden mußten, 
machte man sich nicht viele Gedanken; man schrieb einfach die Typenbezeich- 
nung neben das Symbol. Auf die Dauer erwies sich diese Methode nicht als 
gut, bei ausführlichen Schaltungsbeschreibungen muß häufig auf das Schaltbild 
verwiesen werden, und dann ist es unschön, wenn es heißt: der dritte Tran- 
sistor von links — zumal das Transistorsymbol nicht so aussagekräftig ist wie 
das Röhrensymbol, das in vielen Fällen den Röhrentyp und damit die Stufe 
von sich aus erläutert. 

In der FUNKSCHAU wurde der Transistor in den Schaltungen einige Male 
mit Tr bezeichnet. Das war nicht korrekt, denn damit meinte man bisher 
immer den Transformator. Später schrieben wir einmal Tri — eigentlich hätten 
wir ebenso gut Tra oder Tro drucken können. Ein Experte einer Röhren- und 
Transistorfabrik schlug vor, wir sollen uns dem internen Brauch der Firmen 
anschließen und schlicht T verwenden. Dieser Buchstabe ist, wenn wir recht 
informiert sind, nur mit „Temperatur“ sowie mit „Zeitkonstante“ belegt, so 
daß Verwechslungen nicht zu befürchten sind. Ein anderer Vorschlag war To, 
aber man kann beide Buchstaben dann leicht irrtümlich als „T-Null“ lesen. 

Kurzum, wir wissen nicht genau, wie wir es in Zukunft halten sollen. Für 


Vorschläge aller Art ist sehr dankbar 
Ihre FUNKSCHAU-Redaktion. 


Beiefe an die FUNKSCHAU-Redaktion 


Nachstehend veröffentlichen wir Briefe unserer Leser, bei denen wir ein 
allgemeines Interesse annehmen. Die einzelnen Zuschriften enthalten die 
Meinung des betreffenden Lesers, die mit der der Redaktion nicht überein- 
zustimmen braucht. 


Unbeabsichtigter Kopiereffekt 

FUNKSCHAU 1957, Heft 12, Briefe an die FUNKSCHAU-Redaktion 
Tonbandaufzeichnungen mit 19 oder 9,5 cm/s sind durch den Kopier- 

effekt in der Praxis nur wenig bedroht. Infolge der gedrängten Aufzeich- 


nung bei den geringen Bandgeschwindigkeiten nehmen auch die Pausen 
üblicher Dauer nur geringe Bandlängen in Anspruch, und im allgemeinen 
wird man ein Kopierecho nur bemerken, wenn es auf einer „leeren Stelle“ 
liegt. 


Viel unangenehmer wirkt der Kopiereffekt bei Bändern, die mit 38 cm/s 
oder gar mit 76 cm/s aufgenommen worden sind. Auch bei der vorsichtig- 
sten Pegeleinstellung können gelegentlih vorkommende laute Stellen ein 
Kopierecho hervorrufen. 


Früher hat man oft die Befürchtung geäußert, daß Magnetton-Aufzeich- 
nungen beim Transport mit üblichen Verkehrsmitteln gelöscht werden könn- 
ten, indem sie zufällig in Wechselfelder geraten. Diese Furct hat sich als 
unbegründet erwiesen. Jedoch haben wir beobachtet, daß Bänder, die im 
Postpaket von Hamburg nach München geschickt worden sind, nach der 
Reise den Kopiereffekt in viel stärkerem Maße gezeigt haben als Bänder, 
die unter den gleichen Bedingungen aufgenommen wurden (andere Teile 


„derselben Gesamtaufnahme), aber in Hamburg geblieben waren. Wahr- 


scheinlich sind hier Wechselfelder die Ursache gewesen. 


Wir hatten Bänder, die nach jahrelangem Stehen im Archivschrank (unter 
gleichmäßigen Klimabedingungen “und praktisch ohne Wechselfelder) den 
Kopiereffekt so stark zeigten, daß sie zunächst als nicht mehr benutzbar 
erschienen. Sie wurden wieder völlig brauchbar nach einer einmaligen leich- 
ten „Löschung“ mit einer genau bemessenen Dosis Hochfrequenz von 100 kHz 
die die höchsten Frequenzen der eigentlichen Aufnahme nur etwa 1 dB 
schwächte, während die Kopierechos beseitigt waren. Die durch Hf-Über- 
lagerung während der Aufnahme eingeprägte Aufzeichnung ist eben viel 
beständiger als die „Abfärbung“ durch den Windungskontakt. 


Dipl.-Ing. K., Hamburg 13 


Als Tontechniker mit längerer Rundfunkpraxis habe ich schon oft die 
Begegnung mit dem meist unerwünschten Kopiereffekt gemacht. Es ist rich- 
tig, was Herr Eb. B. aus Hamburg schrieb; auch ich habe unter diesen 
Umständen schon Kopiereffekt erhalten. Viel deutlicher wird dieser bei 
großen Bandgeschwindigkeiten, z.B. bei 76 cm/s und auch bei 38 cm/s. Auch 
ohne Transformator und ohne sonstige Wechselfelder kann man den Kopier- 
effekt gerade bei höherer Bandgeschwindigkeit erhalten, wenn man das 
bespielte Band mehrmals kräftig auf eine harte Kante aufschlägt. Wahr- 
scheinlich verlagern sich dabei die Elementarmagnete. Bei älteren Band- 
typen (L, L-extra und den alten F-Bändern) ist der Kopiereffekt stärker als 
bei den modernen LGR- und FR-Bändern. 


Es ist empfehlenswert, Bänder weder auf einen Rundfunkempfänger oder 
in die Nähe eines Transformators zu legen noch auf den Boden zu werfen. 


P. L., München-Freimann 








TELEFUNKEN - ROHRENVERTRIEB - ULM 


TELEFUNKEN 


Röhren und Halbleiter sind zuverlässig und von hoher 
Präzision. Sie vereinen in sich alle technischen Vorzüge, 
die TELEFUNKEN in einer mehr als 50 jährigen, steten 


Fortentwicklung erarbeitet hat. 


Röhren für Rechenmaschinen 


6463 DOPPELTRIODE 
Verlustleistung 4AW 
SICHT 5,2 mA/V 
BJ el-TegJelelalulijıte, -11V 


6211 DOPPELTRIODE 
Verlustleistung 1W 
Steilheit 3,6 mA/V 

-8V 


Sperrspannung 


5965 DOPPELTRIODE 


2,4W 
6,7 mA/V 
-6V 


Verlustleistung 
SICHT: 
Sperrspannung 


Diese Röhren zeichnen sich 
aus durch Zuverlässigkeit, 
lange Lebensdauer, enge 
Toleranzen, zwischenschicht- 
freie Spezialkathode. 


Heft 18 /FUNKSCHAU 1957 


744 





MIT FERNSEH-TECHNIK UND SCHALLPLATTE UND TONBAND 
FACHZEITSCHRIFT FÜR FUNKTECHNIKER 


Die Weiterentwicklung der Schallplatte 


Wenn man die Marktberichte über Schallplatten studiert, ist man immer wieder 
über den stetig steigenden Umsatz erstaunt. Mancher Fachmann hat vor Jahren schon 
— mit Hinweis auf das Magnetband — die Schallplatte totgesagt, doch diese antwortet 
mit immer weitersteigenden Produktionszahlen. 


Die innere Struktur des Marktanteils der Platte ist in einem fortlaufenden Wandel 
begriffen im Sinne einer unaufhaltsamen Zunahme der 17-cm-Kunststoffplatte mit 
45 U/min. Im dritten Vierteljahr des Jahres 1956 überstieg der Anteil der 45er-Platte 
in Westdeutschland zum ersten Male mit 45 °/o den der 78er-Platte mit 43,5 %/o. Dabei 
stand der Anteil der 33er-Platte bei 11,3%. Letztere wendet sich immer mehr der 
ernsteren Musik zu. Diese Entwicklung geht auch im Ausland in ähnlicher Weise vor 
sich, ja man diskutiert in den USA bereits, ob man die Fabrikation mit 78 U/min 
ganz einstellen soll. 


Die Vorteile der 45er-Platte sind so groß, daß sie diesen Erfolg erzielen konnte, 
obwohl sie dem Benutzer in einem Punkt einige Schwierigkeiten bereitet hat. Es ist 
dies das Rutschen der Platte bei Verwendung auf einem Wechsler. Alle Versuche, 
dieses Problem durch die Rauhigkeit des Etikettenmaterials zu beherrschen, führten 
nicht zum Ziel. Bekanntlich wird dieses Etikett vor dem Preßvorgang in die Presse 
eingelegt, so daß es bei der Fabrikation der Schallplatte einem Druck von einigen t 
ausgesetzt ist, der natürlich zu einer gewissen Glättung der Papieroberfläche führt. 
Auch die kleine Beschriftung begrenzt die Rauhigkeit des Papiers, wenn die Schrift 
lesbar bleiben soll. Eine glückliche Lösung aus dieser Schwierigkeit bot sich an durch 
das ausbrechbare Mittelstück der Platte. Mit diesem hat es folgende Bewandtnis: 
Im Ursprungsland USA ist die Platte mit dem sogenannten großen Mittelloch von 
38 mm auf den Markt gekommen. Dazu gab es spezielle Abspielgeräte, die nur für 
diese Platte geeignet waren. Die deutsche Industrie vertrat aber den Standpunkt, die 
Platte mit Universalgeräten abspielbar zu machen. Da die anderen Plattentypen mit 
einem etwa 7 mm großen Mittelloch versehen sind, gab man der 45er-Platte zwar auch, 
wie in den USA, ein 38er-Loch, jedoch wurde die Platte mit einem eingesetzten Mittel- 
stück herausgebracht, das mit einem 7-mm-Loch versehen war. Dieses Mittelstück ist 
ausbrechbar. Es kann also die Platte sowohl mit dem großen (38 mm) wie mit dem 
kleinen (7 mm) Mittelloch abgespielt werden. Der große Vorteil dieses Mittelstückes 
ist nun, daß es mit Nocken versehen ist, die für eine einwandfreie, d. h. rutschfreie 
Mitnahme der Platte sorgen. Die Firmen der deutschen Schallplattenindustrie haben 
ihre jeweiligen eigenen Konstruktionen des Mittelstücks so aufeinander abgestimmt, 
daß ein einwandfreies Funktionieren gewährleistet ist, auch wenn verschiedene 
Fabrikate zusammenarbeiten. 


Im Laufe der letzten Monate sind auch die allgemeinen Normungsarbeiten für die 
Schallplatte auf internationaler Basis gut vorangekommen. Diese Normung ist beson- 
ders wichtig geworden durch die immer mehr zunehmende Verwendung von 
Wechslern. 


In letzter Zeit hat eine neue Schallplatte mit einer Umdrehungszahl von 16?/, von 
sich reden gemacht. Wenn man wissen will, welche Qualität man von einer solchen 
Platte erwarten kann, muß man sich erinnern, daß zwischen den Abtastverzerrungen 
einer Platte und ihrer Rillengeschwindigkeit folgende Beziehung besteht: 


k = s? ” nr . w? 
vi 

Hier ist k der Klirrfaktor, s die aufgeschriebene Schnelle, r der Saphirradius und v die 
Rillengeschwindigkeit. Die Formel besagt, daß, wenn alle Faktoren konstant bleiben 
und die Geschwindigkeit halbiert wird, die Verzerrung 2 = 16 mal größer wird. Eine 
solche Zunahme der Verzerrung ist zweifellos für Musik nicht mehr tragbar. Daher 
konnten bisher solche Platten — aus dem Ausland kommend — nur als Sprachplatten 
angeboten werden, bei denen Verzerrungen infolge Fehlens der hohen Frequenzen 
weniger hörbar sind als bei Musik. 


Betrachtet man die Formel kritisch, so ergeben sich natürlich Möglichkeiten, die 
Verzerrungen wieder zu reduzieren, beispielsweise bei einer Verkleinerung des 
Saphirradius und der Schnelle. Diesen Weg ist man in den USA mit dem Autoplatten- 
spieler von Chrysler-Columbia gegangen. Ob dieser Weg allgemein für die Schall- 
plattentechnik verwertbar ist, muß die Zukunft zeigen. In jedem Fall bedingt eine Ver- 
kleinerung des Saphirradius eine quadratische Verringerung des Auflagegewichtes. 
Hierbei kommt man schnell zu Werten, die mit 2 bis 3g so niedrig liegen, daß der 
Abstellmechanismus der heutigen Abspielgeräte dabei nicht mehr sicher funktioniert. 
Die Geräte müßten also durch neue Konstruktionen ersetzt werden. Vorerst wird man 
also von Schallplatten mit 16°?/, U/min noch keine wesentliche Änderung auf dem 
Schallplattengebiet erwarten können. 


745 


Nr. 1© 


Aus dem Inhalt: Seite 


Die Weiterentwicklung der Schallplatte 443 

Unsere Titelgeschichte: 
Punktrastergenerator für die Bild- 
röhrenprüfung 

Das Neueste aus Radio- und Fernseh- 
technik: 
Der erste UKW-Transistor-Super 

Röntgenstrahlung der Fernseh-Bildröhre 
ungefährlich 

Der Schalter-Tuner der NSF 

Die Phasensynchronisierung im Fern- 
sehempfänger 

Über den Bau von RC-Meßbrücken . 

Kleines Zeitbasis-Dehngerät 

Neue vereinfachte Motor - Elektronik- 
Schaltung 

Störungssuche mit dem Reiseempfänger 452 

Ein Bildröhrenprüfgerät für den Fern- 
seh-Service 

Ingenieur-Seiten: 
Die Schaltungstechnik eines modernen 
Fernsehempfängers 


29. Jahrg. 2. August-Heft 1957 


Schallplatte und Tonband: 
Der denkende Plattenspieler 
Transistor-Mischpult mit fünf Kanälen 
Schallplatten für den Techniker 
FUNKSCHAU-Bauanleitung: 
Hilfsgerät für Frequenzeichungen ,... 
Blinkende Warnlampen 


Automatisches Elektronenblitz - Schalt- 
gerät 

Kabelsuchgerät 

Aus der Welt des Funkamateurs: 
Kleinstsender für 80 m mit Flächen- 
transistoren 
Vereinfachter 
für den Amateur 

FUNKSCHAU-Schaltungssammlung: 
Graetz-Canzonetta 515 

Vorschläge für die Werkstattpraxis ,... 

Persönliches / Veranstaltungen und 
Termine 

Dieses Heft enthält außerdem die Funk- 

technischen Arbeitsblätter: 
Mth 31, 2. Ausgabe — Darstellung perio- 
discher Funktionen durch Fouriersche Rei- 
hen — Blatt 1 und 2 


Kurzwellen-Konverter 





Herausgegeben vom 


FRANZIS-VERLAG MÜNCHEN 
Verlag der G. Franz’schen Buchdruckerei G. Emil Mayer 
Verlagsleitung: Erich Schwandt 
Redaktion: Otto Limann, Karl Tetzner 
Anzeigenleiter u. stellvertretender Verlagsleiter: Paul Walde 


Erscheint zweimal monatlich, und zwar am 5. und 20. 
eines jed. Monats. Zu beziehen durch den Buch- u. Zeit- 
schriftenhandel, unmittelbar vom Verlag u. durch die Post. 
Monats-Bezugspreis 2.40 DM (einschl. Postzeitungsge- 
bühr) zuzügl. 6 Pfg. Zustellgebühr. Preis des Einzel- 
heftes 1.20 DM. - 


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Verlag, München 2, Karlstr. 35. — Fernruf 55 16 25/26/27. 
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Fernruf 71 67 68 — Postscheckk.: Berlin-West Nr. 622 66. 
Vertretung im Saargebiet: Ludwig Schubert, Neunkir- 
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Verantwortlich für den Textteil: Ing. Otto Limann; für 
den Anzeigenteil: Paul Walde, München. — Anzeigen- 
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Ratheiser, Wien. 

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Österreich: Verlag Ing. Walter Erb, Wien VI, Maria- 
hilfer Straße 71. — Schweiz: Verlag H. Thali & Cie.. 
Hitzkirch (Luzern). 


Alleiniges Nachdruckrecht, auch auszugsweise, für Hol- 
land wurde dem Radio Bulletin, Bussum, für Österreich 
Herrn Ingenieur Ludwig Ratheiser, Wien, 
übertragen. 

Druck: G. Franz’sche Buchdrucerei G. Emil 

Mayer, (13b) München 2, Karlstr. 35. Fern- 

sprecher: 551625. Die FUNKSCHAU ist der 

TVW angeschlossen. 


y Titelgeschichk 


Punktrastergenerator 
für die Bildröhrenprüfung 


Um die Punktschärfe von Fernsehbild- 
röhren richtig zu beurteilen und zu prüfen, 
murde im Qualitätslabor der Valvo-Radio- 
röhrenfabrik in Hamburg -Lokstedt ein 
Punktrastergenerator entwickelt. Mit Hilfe 
dieses Generators lassen sich die Fokussier- 
eigenschaften oder Fokussierspannungen und 
-ströme der verschiedenen Bildröhrentypen 
exakt ermitteln und bestimmen. Auch die 
unterschiedlichen Eigenschaften von Strahl- 
erzeugungssystemen (Kanonen) können mit 
dem Punktraster sehr gut sichtbar gemacht 
werden. 

Die Vermwendungsmöglichkeit des Punkt- 
rastergenerators ist aber nicht nur auf die 
Prüfung von Bildröhren beschränkt, sondern 
es lassen sich mit seiner Hilfe auch die rich- 
tige Arbeitsweise der Ablenkteile — z. B. 
Ablenkeinheit und lIonenfallenmagnet — 
überprüfen. 

Der Punktrastergenerator besteht aus den 
folgenden drei Einheiten: 

1. dem eigentlichen Punktrastergenerator 
in Verbindung mit einer Elektronenstrahl- 
röhre DG 13-14, mit der sich der Spitzen- 
strom der Fernsehbildröhre messen läßt. 

2. dem Taktgeber, der die Aufgabe hat, 
die Synchronisierzeichen für Bild und Zeile 
an die Kippgeräte des Meßtisches zu liefern 
und das Punktraster anzusteuern. Die Funk- 
tion dieses Teiles der Anlage wird eben- 
falls durch einen Oszillografen übermacht. 

3. dem vollstabilisierten Netzteil, der in 
üblicher Weise aufgebaut ist und keine 
Besonderheiten in seiner Schaltung aufweist. 

Weil der Bildinhalt des Punktrasters aus 
sehr kurzen Impulsen besteht, muß dieser 
der Bildröhre durch ein speziell angepaßtes 
Kabel und einen dazu gehörigen Adapter 
zugeleitet werden. K. W. Schuylenburg 


Berichtigung 


Einbau eines Hochtonkegels in einen 
Lautsprecher 
FUNKSCHAU 1957, Heft 13, Seite 376 


Die angegebene Formel für den Radius der 
Membran-Abwicklung muß lauten: : 








Bild 2. Rückansicht des Chassis 


2N 247 





Bild 3. Schaltung des 8-Transistor-8-Kreis-Empfängers für UKW. 


DAS N E U E ST E aus Radio- und Fernsehtedhnik 





Der erste UKW-Transistor-Super 


Bisher war man der Ansicht, daß man kei- 
nen Transistor-Empfänger für den UKW- 
Bereich bauen könne, weil die Grenzfre- 
quenz der serienmäßigen Hf-Transistoren zu 
niedrig liegt, um eine befriedigende Zf-Ver- 
stärkung für einen UKW-Super zu liefern, 
oder die hohe Oszillatorfrequenz zu erzeu- 
gen. Versuchsreihen mit amerikanischen 
Drift-Transistoren, die im Entwicklungslabor 
der Firma Graetz durchgeführt wurden, er- 
gaben jedoch, daß einige dieser Transisto- 
ren ausgezeichnete Schwingeigenschaften im 
100-MHz-Bereich besitzen und daher für 
Misch- und Oszillatorstufen verwendet wer- 
den können. Daraufhin wurde ein 8-Kreis- 
UKW-Transistor-Empfänger entwickelt, der 
im gesamten Ultrakurzwellen-Bereich aus- 
gezeichnete Empfangsergebnisse liefert. 

Dieses Versuchsgerät wurde auf der dies- 
jährigen Funkausstellung zum ersten Mal 
der Öffentlichkeit vorgestellt und stellte eine 
wirkliche Überraschung für die Fachwelt dar. 
Bild 1 und 2 zeigen Chassis-Ansichten des 
Empfängers, bei dessen Entwicklung vier 


PB 


we, 
w Transistot! — / 
an 


mpf 


ga 





Bild 1. Frontansicht eines von der Firma Graetz 
auf der Funkausstellung gezeigten UKW-Transi- 
stor-Empfängers 


Grundforderungen aufgestellt und erfüllt 

wurden. 

1. Alle Stufen des Empfängers sind mit 
Transistoren bestückt, 

2. Es wurden nur serienmäßige Transistoren 
und Einzelteile verwendet, 

3. Der Empfänger entspricht den Empfehlun- 
gen der Bundespost über Störstrahlungs- 
sicherheit, 

4. Die Empfangsleistungen reichen an die 
von mit Röhren bestückten UKW-Empfän- 
ger heran. 

Bild 3 zeigt die Schaltung. Im Antennen-Ein- 
gang ist ein Transformationsglied von 240 Q 
symmetrisch auf 60Q unsymmetrisch vor- 
handen. In der Leitung zum eigentlichen Ab- 
stimmkreis liegt ein Zf-Sperrkreis. Außer- 
dem ist eine als koaxiale Stichleitung zum 
Absaugen der zweiten Harmonischen des 
Oszillators mit Abstimmschwerpunkt bei 
178 MHz angeschlossen. Von einer Vorstufe 
wurde abgesehen, weil auf 100MHz mit 
serienmäßigen Transistoren keine wirkungs- 
volle Vorverstärkung zu erzielen ist. 


2N 247 2N 247 








Die Mischstufe ist ähnlich wie eine addi- 
tive Trioden-Mischröhre geschaltet und wie 
die drei folgenden Zf-Stufen mit Drift-Tran- 
sistoren des Typs 2N 247 der RCA bestückt. 
Sie weisen besonders gute Hf-Eigenschaften 
auf und standen in genügender Stückzahl 
zur Verfügung. Die Oszillatorfrequenz liegt 
tiefer als die Eingangsfrequenz, da die 
Oszillatorspannung sonst zu niedrig würde. 
Die Zwischenfrequenz wird, wie aus der 
Röhrentechnik bekannt, am Kollektor der 
Mischstufe ausgekoppelt. Zur Verminderung 
der Oszillatorstrahlung wurde eine Symme- 
trierung durch eine Koppelwindung und einen 
Kondensator von 14pF im Basiskreis vor- 
gesehen. Die Störstrahlung der Oberwelle 
war mit der üblichen Meßanordnung in 30 m 
Entfernung nicht mehr meßbar, somit wur- 
den die Empfehlungen der Bundespost weit 
unterschritten. Die Ursache für diese günsti- 
gen Werte — trotz fehlender Vorstufe - 
liegen in der geringen Oszillatorleistung. 

Um im Zf-Verstärker mit drei Stufen eine 
gute Verstärkung zu erhalten, wurde die 
Zwischenfrequenz von 6,75 MHz gewählt, 
die eine noch ausreichende Spiegelsicherheit 
ergibt. Die höhere Zwischenfrequenz von 
10,7 MHz hätte zu wenig Verstärkung ge- 
bracht. Die ersten beiden Zf-Stufen werden 
individuell neutralisiert, um die optimale 
Verstärkung von etwa 26 dB je Stufe zu er- 
reichen. Die Schaltung gleicht im Prinzip den 
Zf-Stufen der Mittelwellen-Transistor-Geräte. 
Die dritte Stufe enthält ein Begrenzerglied 
(Diode OA 5); sie arbeitet nur bei schwachen 
Signalen mit hoher Verstärkung, dadurch 
wird eine wirkungsvolle AM-Unterdrückung 
erreicht. Außerdem wird das letzte Zf-Filter 
bei stärkeren Signalen durch den Dioden- 
strom so bedämpft und die Verstärkung ent- 
sprechend herabgesetzt, daß die Neutralisa- 
tion auch bei großen Eingangsspannungen 
und Störspitzen immer voll wirksam bleibt. 

Zur Gleichrichtung dient eine Diskrimina- 
torschaltung, die eine bessere Nf-Ausbeute 
als der Ratiodetektor ergibt. Sie ließ sich 
aber nur anwenden wegen der guten AM- 
Unterdrückung der Begrenzerdiode. 

Die Eingangs-Empfindlichkeit an 240Q für 
30 dB Rauschabstand und 22,5 kHz Hub be- 
trägt 8mV. Der Stromverbrauc ist erstaun- 
lich niedrig, er beträgt bei Vollaussteuerung 
nur etwa 55 mA bei 12 V Batteriespannung. 

Mit diesem UKW-Transistor-Super ist von 
den Graetz-Werken ein ganz entscheidender 
Schritt auf dem Weg zum volltransistorisier- 
ten Empfänger mit tragbaren Stromquellen 
gemacht worden. Diese Entwicklung dürfte 
für Autosuper, Reiseempfänger und Export- 
geräte für Gegenden ohne Netzstrom-Ver- 
sorgung von großer Bedeutung werden. Eine 
serienmäßige Fertigung des Graetz-Modelles 
ist jedoch nicht beabsichtigt, weil die Drift- 
transistoren zu teuer und zu ungleichmäßig 
in ihren UKW-Eigenschaften sind. 

0071 


0671 2x 0072 


5002 302 





Die Sprechleistung beträgt 300 mW an 4,5 Q 


Heft 16/FUNKSCHAU 1957 
746 


Röntgenstrahlung der Bildröhre ungefährlich 


In diesen Zeiten der atomaren Großversuche und der damit verbundenen Furcht vor radio- 
aktiver Verseuchung unseres Lebensraumes ist die Frage nach der Höhe und Gefährlichkeit 
einer evtl. von der Fernsehbildröhre erzeugten Röntgenstrahlung von Wichtigkeit. Immer 
wieder berichten ungenau informierte Tageszeitungen von gefährlichen Strahlungen der Fern- 
sehempfänger, und selbst ein so kluger Publizist wie Erich Kuby sagte am 10. Oktober ver- 
gangenen Jahres während einer Fernsehsendung über das Thema „Die Geigerzähler ticken 
schneller“ etwa sinngemäß: „Also, meine Damen und Herren, bleiben Sie weit genug von 


Ihrem Bildschirm weg!“ 


Tatsächlich aber ist die Röntgenstrahlung der Bildröhre gering und völlig unschädlich, wie 
nachstehend durch eine Reihe von Meßergebnissen und Untersuchungen bewiesen wird. Fach- 
kreise sprechen daher auch keinesfalls von der akuten Gefährdung des Fernsehteilnehmers, 
als vielmehr von dem Beitrag, den das Fernsehgerät zur allgemeinen Strahlenbelastung des 


Menschen liefert. 


Unbestritten ist die Tatsache, daß die in 
ihrem Flug von der Katode beim Auftreffen 
auf dem Bildschirm plötzlich abgebremsten 
Elektronen weiche Röntgenstrahlen erzeu- 
gen. Die Stärke der ausgelösten Strahlung 
hängt wesentlich von der Geschwindigkeit 
der Elektronen ab, und diese ist eine Funk- 
tion der Anodenspannung an der Bildröhre. 
Je höher diese ist, desto intensiver sind die 
ausgelösten Röntgenstrahlen. Schon vor dem 
Kriege bekamen daher die Projektionsröh- 
ren der damals gebauten und mit Anoden- 
spannungen zwischen 25 und 80 kV arbei- 
tenden Fernseh - Großprojektionsgeräte Ab- 
schirmungen gegen Röntgenstrahlungen. 

Nun ist bei einer Diskussion der Strah- 
lungsgefährdung von der Dosisleistung pro 
Sekunde in „Röntgen“ bzw. Bruchteilen da- 
von, also Milliröntgen (mr) und Mikrorönt- 
gen (ur), auszugehen, die, über die Zeit 
zusammengefaßt, die Strahlungsbelastung 
des Menschen ausmacht. Überschreitet sie 
die zulässige Grenze, so treten u. a. gene- 
tische Schäden auf. Freilich sind die Begriffe 
„zulässige Strahlungsbelastung“ und „gene- 
tische Schäden“ noch längst nicht genau 
definiert mit Ausnahme der Bestimmungen, 
die etwa die Landesämter für Arbeitsschutz 
für Röntgenärzte, Röntgenassistenten usw. 
herausgegeben haben. 


Messungen direkt an der Bildröhre 


1) Im Januar 1956 hatte die Zentraltechnik 
des NWDR in Zusammenarbeit mit dem 
Physikalischen Staatsinstitut der Universi- 
tät Hamburg drei damals moderne Fernseh- 
empfänger mit einem Geigerzähler ausge- 
messen, wobei als „Normal“ die in Hamburg 
im Versuchsraum auftretende Höhenstrah- 
lung angenommen wurde. Im Durchschnitt 
lieferte das Zählrohr bei voller Helligkeit 
(= höchstem Strahlstrom der Bildröhre) 
direkt auf dem Schutzglas zwischen 36 und 
46 Ausschläge pro Minute und an der Anode 
der Bildröhre zwischen 41 und 44 Aus- 
schläge. Diese Aktivität ging in keinem Falle 
über den Schwankungsbereich der Höhen- 
strahlung hinaus. Richtete man das gleiche 
Zählrohr auf die Leuchtzifferblätter ver- 
schiedener Armbanduhren, so ergaben sich 


c DB 


Seitenansicht einer Bildröhre mit den Meßpunkten 

A bis E, an denen die Intensität der Röntgen- 

strahlung gemäß nebenstehender Tabelle gemes- 
sen wurde 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
747 


zwischen 3000 und 9000 Ausschläge pro 
Minute; auf der Rückseite der gleichen 
Uhren wurden zwischen 100 und 200 Aus- 
schläge gemessen. Eine Überprüfung mit 
einem größeren Zählrohr zeigte gleiche Ver- 
hältnisse. 


2) Eine Untersuchung mit Filmplaketten 
an drei Fernsehbildröhren vom Typ 
MW 43-64 (ohne metallisierten Leuchtschirm), 
MW 43-69 und MW 53-20 (mit metallisier- 
ten Leuchtschirmen) im Bildröhrenwerk eines 
bekannten Herstellers während 200 Betriebs- 
stunden hatte nach erfolgter Auswertung 
der belichteten Röntgenfilmplaketten im 
Strahleninstitut von Prof. Holthusen fol- 
gendes Ergebnis: 


MW 53-20 (18kV Anodenspannung und 
320 uA Strahlstrom), Film 45° aus der Bild- 
schirmmitte seitwärts am Kolben: 0,56 r/200 h 


MW 43-69 (16 kV/210 A), Film am Röh- 
rensockel: 0,16 r/200 h 


MW 43-64 (16 kV/210 uA), Film 45° aus 
der Bildschirmmitte seitwärts am Kolben: 
0,14 r/200 h. 


Diese Untersuchung wurde auf Veranlas- 
sung des Amtes für Arbeitsschutz durch- 
geführt und sollte herausfinden, ob die in 
der Abteilung „Lebensdauerprüfung“ einer 
Bildröhrenfabrik beschäftigten Personen 
einer zu großen Dosis Röntgenstrahlen aus- 
gesetzt sind. „Zu groß“ heißt hier mehr als 
0,3 r/Woce oder 1,2 r/Monat. Diese Bela- 
stung wird nicht erreicht; zu beachten ist 
überdies, daß vorstehende Werte durch 
Kontaktmessungen an der Röhre ermittelt 
wurden, während in der Praxis das Per- 
sonal sich in einem gewissen Abstand von 
den Prüfröhren aufhält. 


3) In Großbritannien wurde die Röntgen- 
strahlung einer 43-cm-Bildröhre bei steigen- 
der Anodenspannung und steigendem Strahl- 
strom ermittelt; es ergaben sich die Werte 
der Tabelle. Die Meßpunkte sind in der Bild- 
röhrenskizze bezeichnet, und die eingetra- 
genen Werte bezeichnen Mikro-Röntgen (ur). 
Sie sind aus den Messungen an jeweils fünf 
Röhren gemittelt. 


Die Tabelle zeigt sehr deutlich, daß die 
Röntgenstrahlung mit steigender Anoden- 


spannung und mit zunehmendem  Strahl- 
strom stärker wird. Der Unterschied 
zwischen der nach vorn austretenden Rönt- 
genstrahlung (Position A) im Vergleich zur 
seitlichen (Position E) geht auf die Glas- 
stärke zurück. Diese ist im Bildfenster am 
größten und seitlich (Position E) am gering- 
sten. Hier darf bereits darauf hingewiesen 
werden, daß also der Fernsehteilnehmer im 
Bereich der geringsten Strahlung sitzt; über- 
dies befinden sich zwischen ihm und der 
Bildröhre eine Schutzscheibe und ein Luft- 
polster von 1,5 bis 3 m. 


4) Geht man, wie beim zweiten Beispiel, 
von der Dosisleistung aus (r/s), so sind die 
im vergangenen Jahr von Valvo durchge- 
führten und auf dem Strahlenschutzsym- 
posium in Frankfurt a. M. am 8. Juni 1956 
von Dr. E. Zieler mitgeteilten Werte von 
Interesse. 


53-cm-Bildröhren wurden mit 22 kV und 
1000 uA Strahlstrom betrieben, d. h. unter 
Bedingungen, die nur für Prüfzwecke kurz- 
zeitig gestattet sind. In der Mitte des Bild- 
schirmes in einem Abstand von 20 cm war 
die Dosisleistung bei keiner Röhre höher 
als 0,15 ur/s; in der Position E nach Bei- 
spiel 3 betrug sie maximal 2 ur/s. Die Dosis 
vor dem Bildschirm war bei einer mit maxi- 
maler Anodenspannung und höchstzulässi- 
gem Strahlstrom betriebenen 43-cm-Bild- 
röhre etwa 0,3 ur/s als Folge des wesent- 
lich dünneren Bildfensters. Messungen mit 
in Empfängern eingebauten Bildröhren bei 
Betriebsbedingungen (U, = 16...18 kV, I, = 
rd. 100 uA) ergaben in allen Fällen Dosis- 
leistungen von unter 0,1 ur/s. Ähnliche Über- 
prüfungen der Gleichrichter vom Typ EY 86 
und DY 86 mit der maximal zulässigen 
Sperrspannung von 27 kV zeigten niemals 
höhere Dosisleistungen als 0,1 ur/s. Aller- 
dings hat man bei der Fabrikationsprüfung 
solcher Gleichrichterröhren, die gleichzeitig 
fünfzehn Röhren umfaßt und mit 40 kV 
durchgeführt wird, nach Entfernung der 
Schutzscheiben am Aufenthaltsort der Prü- 
ferin eine Dosis von 10 ur/s ermittelt. Aber 
selbst diese Röntgenbestrahlung bleibt bei 
48 Arbeitsstunden wöchentlich unter der zu- 
lässigen Dosis von 0,3 r/Woche. 


5) Auch im Fernmeldetechnischen Zentral- 
amt der Bundespost sind Untersuchungen 
dieser Art vorgenommen worden. Die dort 
gefundenen Ergebnisse zusammen mit der 
Auswertung aller bisher bekanntgewordenen 
Versuche der Industrie und verschiedener 
Institute hat das FTZ zu folgender Zusam- 
menfassung veranlaßt (FTZ VE 2-5542-0 
vom 24. 5. 1956): 


In allen Fällen konnte festgestellt werden, 
daß eine weiche Röntgenstrahlung unmittel- 
bar an der Fernsehbildröhre nachweisbar 
ist. Die Intensität dieser Strahlung ist jedoch 
gleich oder geringer als die der Leuchtziffern 
einer Armbanduhr in unmittelbarer Nähe. 
In einem normalen Betrachtungsabstand von 
2 m vor dem Fernsehempfänger ist die 


Röntgenstrahlung in Mikro-Röntgen (ur), gemessen bei steigender Anodenspannung und steigendem 
Strahlstrom an den Punkten A bis E von 43-cm-Bildröhren 


Strahlstrom 


Anoden- 
spannung 





1,6 


4,0 


Intensität der Röntgenstrahlung um etwa 
den Faktor 200 kleiner als an der Schutz- 
scheibe der Röhre. 


Wo liegt die Grenze 


Vorher wurde bewiesen, daß die Strahlen- 
dosis, die der Fernsehteilnehmer — vor 
allem unter Berücksichtigung der relativ 
kurzfristigen Benutzung der Empfänger — 
ausgesetzt ist, gering und damit völlig un- 
schädlich ist. Auch in Prüfständen der Bild- 
röhrenfabriken liegt die Dosis der Röntgen- 
strahlung unter der zulässigen. Andererseits 
ist die Röntgenstrahlung des Fernsehgerätes 
nur ein Teil der Strahlung, der der Mensch 
laufend ausgesetzt ist. In der „Atompraxis“ 
1956, Heft 8, teilte Prof. Schraub folgende 
Strahlendosen mit, die auf den Menschen 
unter verschiedenen alltäglichen Verhältnis- 
sen einwirken (in Milliröntgen/Jahr): Arm- 
banduhr mit Leuchtziffern = 40, Leucht- 
zifferblätter in den Pilotenkabinen großer 
Verkehrsmaschinen = 1300; Uranerz von 
0,1% Gehalt auf ebener Fläche = 2800. 

Wir dürfen aus dem Vorstehenden mit 
Beruhigung entnehmen, daß die Belastung 
selbst des Fernseh-Dauerzuschauers durch 
Röntgenstrahlungen des Fernsehempfängers 
absolut ungefährlich ist und nur einen Bruch- 
teil der Dosis ausmacht, die insgesamt über 
das Jahr gesehen aus vielen Quellen auf ihn 
trifft. Sie wird 110 bis 130 mr/Jahr betragen, 
wobei je nach Wohnort (Höhenlage und 
geologische Beschaffenheit) Schwankungen 
zwischen -50% und + 100 % normal sind. 
Nach einer englischen Untersuchung, die 
A. Homard im Brit. J. Radiol. (1956, Heft 8) 
veröffentlichte, erhöht die Strahlung des 
Fernsehgerätes diese natürliche Umwelt- 
Strahlungsdosis bei intensiver Teilnahme 
am Fernsehprogramm um 1%)! 

Legen wir die soeben erwähnte Dosis von 
110...130 mr/Jahr als „natürliche Strahlungs- 
belastung* des Kulturmenschen zugrunde, 
worin sowohl die Höhenstrahlung plus geo- 
logische Strahlungen als auch der zivilisa- 
torisch bedingte Anteil (u. a. Röntgendurc- 
leuchtung bei medizinischen Untersuchungen, 
beim Schuhkauf (!), durch Leuchtzifferblätter 
der Armband- und Taschenuhren) einge- 
schlossen ist. dann errechnet sich eine 
„Generationsbelastung“, d. h. die Dosis pro 
30 Jahre, von etwa 3,3 r. Man hält in Krei- 


sen der Wissenschaftler diese Strahlungs- 
belastung für absolut ungefährlich, denn als 
Toleranzdosis bezüglich genetischer Schäden 
(die sich also in späteren Generationen 
schädlich auswirken) nimmt man 10 r/30 Jahre 
an. Zu dieser Schlußfolgerung gelangte auch 
der bekannte Mutationsforscher Prof. Mar- 
quardt auf der Arbeitstagung der Strahlungs- 
schutzärzte des Deutschen Roten Kreuzes. 


Röntgenstrahlung im Rundfunksender 
und im Fernsehstudio 


Nicht direkt zum Thema gehörend aber 
ursächlich damit im Zusammenhang stehend 
ist die Frage nach evtl. schädlichen Röntgen- 
strahlungsdosen in Rundfunk- und Fernseh- 
sendern und in Fernseh-Studios bzw. -Kon- 
trollräumen, zumal hier das Personal täglich 
viele Stunden in der Nähe von Hochleistungs- 
Sende- und Gleichrichterröhren sowie von 
zahllosen Katodenstrahlröhren beschäf- 
tigt ist. 

Hier ist eine Mitteilung von Dr. Möllering, 
Betriebsarzt des Bayerischen Rundfunks, von 
Interesse!). Er berichtete von Messungen des 
Bayerischen Landesamtes für Arbeitsschutz 
im Fernsehstudio Freimann, die zeigten, daß 
die „zulässige Dosis“ von 0,3 r/Woche auch 
nicht annähernd erreicht wird, weil die 
Metallgehäuse der Geräte sich als wirksame 
Abschirmung erwiesen haben und in den 
meisten Fällen die Strahlungen vollkommen 
absorbieren. Eine andere Untersuchung, vom 
NWDR beim Strahleninstitut des Allgemei- 
nen Krankenhauses St. Georg, Hamburg, in 
Auftrag gegeben, betraf die Ausstrahlung 
der Senderöhren im Großsender Hamburg- 
Moorfleth. Bei dieser Messung, die mit dem 
Zählrohrgerät „Radiameter“ vorgenommen 
wurde, war das Ergebnis absolut negativ; 
das Gerät zeigte keinen Ausschlag. Das 
gleiche war beim Ausmessen des 10-kW- 
UKW-Senders festzustellen; hier scheint das 
Metallgehäuse evtl. Strahlungen bis zu 
einem unmeßbaren Wert zu vermindern. 
Messungen direkt an den 100-kW-Senderöh- 
ren des mMittelwellensenders zeigten die 
erwartete überweiche Röntgenstrahlung, die 
von Dr. Möllering als „sehr gering“ bezeich- 
net wurde. Karl Tetzner 





1) Der Rundfunk, Fachorgan der Rundfunkunion 
im DGB, Nr. 1/1957. 


Der Schalter-Tuner der NSF 


Eine gewisse Überraschung für den Fern- 
sehtechniker bedeutete der vor einiger Zeit 
bekannt gewordene vereinfachte Fernseh- 
Tuner der Firma NSF, glaubte man doch, 
daß die bisher überall verwendeten Trom- 


Bild 1. Schaltung des 
neuen vereinfachten 
Kanalwählers der 

Firma NSF 


EC 92 


mel- Tuner mit getrennten umschaltbaren 
Spulensätzen eine endgültig abgeschlossene 
Entwicklung darstellten. 

Nun, der Trommelscalter mit Kaskode- 
Eingang ist ein hochwertiger Baustein, der 









PCF 82 
Verdrillte Meßpunkt 
Drähte i 
—H—2f 
200pF 
KL 
_ 5000 Inf 





©+270V 











EC 92 


PCF 82 


Kanal und 4 





mit Kern abgleichbar 


Feinabstimmung 











Bild 2. Mechanischer Aufbau, Abschirmhaube 
abgenommen 


aber gerade wegen des mechanischen Auf- 
wandes für die drehbare Trommel, die Kon- 
takte, das Rastwerk und für die Einzelspulen- 
körper nicht billig sein kann. Der neue 
Schalter-Tuner stellt demgegenüber eine er- 
hebliche Vereinfachung dar, die sich spürbar 
im Preis auswirkt. Damit dürfte die Idee eines 
billigen Regionalempfängers wieder aktuell 
werden, denn für den Empfang des örtlichen 
Fernsehsenders genügt die geringere Emp- 
findlichkeit des neuen Aggregates. Vielleicht 
wird dieses Prinzip wegen der geringen Ab- 
messungen des Bausteines auch einmal für 
tragbare Fernsehempfänger aktuell. Aller- 
dings dürfte man dann wohl die Eingangs- 
stufe mit einer Kaskodenschaltung mit der 
Doppeltriode ECC 88 ausrüsten, weil man hier 
ähnlich wie im Reise- oder Autosuper höchste 
Empfindlichkeit benötigt. 


Bild 1 zeigt die Prinzipschaltung des Schal- 
ter-Tuners. Die Hf-Eingangsröhre EC 92 in 
Gitterbasisschaltung ist über einen aperio- 
dischen Breitbandtransformator an die Dipol- 
antenne gekoppelt. Im Anodenkreis liegt ein 
Stufenschalter, zwischen dessen Kontakten 
die Teilspulen unmittelbar eingelötet sind. 
Für die höchste Frequenz liegt die Selbst- 
induktion direkt zwischen Anode und erstem 
Kontakt. Für die folgenden Kanäle mit nied- 
riger Frequenz werden jeweils Teilspulen in 
Serie geschaltet. 


Ebenso ist der Gitterkreis des Mischsystems 
(Pentodenteil der PCF 82) aufgebaut. Beide 
Kreise sind über eine kleine Kapazität (zwei 
verdrillte Drähte) zu einem Bandfilter ge- 
koppelt, dessen Abgleich wie beim bisherigen 
Trommelwähler durch Zusammendrücken bzw. 
Auseinanderziehen der Spulenwindungen er- 
folgt. Der Oszillator arbeitet in kapazitiver 
Dreipunktschaltung, und bei ihm sind die 
beiden Spulen für die höchsten Kanalfre- 
quenzen in Band I und III durch kleine Eisen- 
kerne abgleichbar. 


Beim praktischen Aufbau Bild 2 werden die 
Stufenschalter einfach durch die seit Jahren 
bewährten Hartpapier-Drehschalter mit löffel- 
artigen Kontaktfedern und selbstreinigenden 
drehbaren Kontaktmessern dargestellt. Zur 
Feinabstimmung dient ein kleiner Drehkon- 
densator, der gleichfalls auf einer Hartpapier- 
platte befestigt ist. Elektrisch ist er nach 
Bild 1 zwischen Anode der Oszillatortriode 
und Masse angeordnet. In Bild 2 sind die 
freitragend gewickelten und eingelöteten Teil- 
spulen zwischen den Anschlüssen der Schal- 
terkontakte zu erkennen. 


Man darf auf das erste mit diesem Schalter 
ausgerüstete Fernsehgerät sehr gespannt sein. 


Heft 16/FUNKSCHAU 1957 
748 


Die Phasensynchronisierung im Fernsehempfünger 


Das Kernstück der meisten Synchronisie- 
rungsschaltungen ist der Phasendiskrimina- 
tor, dessen grundsätzliche Schaltung Bild 1 
veranschaulicht. Im Phasendiskriminator wer- 
den die vom Sender kommenden Horizontal- 
impulse mit den Impulsen aus dem Horizon- 
talkippgenerator des Empfängers verglichen. 
Dadurch entsteht eine Regelgleichspannung, 
die dem Generator, z. B. einem Multivibra- 
tor, zur Nachregelung auf den Frequenzsoll- 
wert zugeführt wird, falls die vom letzteren 
erzeugte Horizontalfrequenz vom richtigen 
Wert 15625 Hz abweicht. Bei genauem 
Gleichlauf wird vom Gegentaktdiskriminator 
keine Regelspannung erzeugt. Daneben gibt 
es Phasenvergleichsschaltungen, die in jedem 
Fall Steuerspannung an den Kipposzillator 
liefern; diese Schaltungen werden jedoch 
immer seltener angewendet. 


Grundschaltung 


Die empfangenen Horizontalimpulse gelan- 
gen in Bild 1 an den Kondensator C1 und 
erscheinen am Punkte A differenziert. Von 
der anderen Seite werden über C4 die Rück- 
schlagimpulse aus einer besonderen Wick- 
lung des Horizontalausgangsübertragers zu- 
geführt. Dabei wirken R4 und C2 als Inte- 
grierglied und verwandeln die Impulse in 
eine Sägezahnspannung (Punkt B). 

Zunächst sollen die negativ gerichteten 
Synchronimpulse betrachtet werden: Durch 
das Differenzieren an C1 erscheint im 
Punkt A die Vorderflanke des Impulses als 
negative und die hintere Flanke als positive 
Nadel. Die positiven Anteile werden ge- 
sperrt, während die negativen die Dioden 
Gl1i und Gl2 öffnen (Gl1 liegt über C2 
wechselstrommäßig an Masse). Dabei fließen 
durh die gleich großen Belastungswider- 
stände R1 und R2 gleich große Ströme, die 
an R1 und R2 entsprechende Spannungs- 
abfälle erzeugen. Punkt B hat aber wegen 
der entgegengesetzt gerichteten Spannungs- 
abfälle gegen Masse die Spannung Null. Be- 
steht Gleichlauf zwischen Synchronimpuls 
und Kipposzillatorfrequenz, so geht in die- 
sem Augenblick die Sägezahnspannung eben- 
falls durch Null. Das bedeutet aber, daß der 
Vergleichssägezahn im Falle des Gleichlaufs 
überhaupt nicht in Erscheinung tritt. 

Wie bereits vorher betont, liefern bei voll- 
kommenem Gleichlauf die Dioden keine 
Gleichspannung an den Punkt B. Es ist also 
die wichtige Tatsache festzustellen, daß der 
Horizontalkippgenerator, so lange er in ab- 
solutem Gleichlauf ist, mit seiner Eigenfre- 
auenz schwingt, ohne daß ihn von außen 
eine Regelspannung beeinflußt. 

Ein weiterer Vorteil der Schaltung ist, daß 
vom Eingang des Fernsehempfängers kom- 
mende Störungen sich weitgehend aufheben 
und daß beim Ausfall von Horizontalimpul- 
sen der Oszillator u. U. weiterläuft, da keine 
Nachsteuerspannung im Synchronfall benö- 
tigt wird. Die beschriebene Diskriminator- 
schaltung verlangt allerdings stabil schwin- 


"RECC 82 


mn 


35Vg5 


ZOVss 







\ 


EN 
> 
n 

PP 


S 
Ss 28 
un 


JEN. a 


' 200K2 


2 

Von der 

Anode der 50nF 
EH9O 


J 


SOKR Z0Vss 


ZurJntegrierkette und 
Vertikalsperrschwinger 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
749 


2,5nF O0A161 










50nF f 25nF 04161 


gende Oszillatoren. Deshalb wird hierfür be- 
sonders der in modernen Schaltungen häufig 
anzutreffende Sinusoszillator verwendet. 
Diese Schaltungsart empfiehlt sich auch aus 
dem Grunde, weil jetzt die Fernsehsender 
nahezu ohne Netzverkopplung laufen, die 
Frequenz quarzstabilisiert istund daher auch 
die Frequenzstabilität des Sinusoszillators 
ausgenutzt werden kann. 

Schwingt nun der Kippgenerator im Emp- 
fänger aus irgend einer Ursache langsamer, 
so wird die Spannung am Punkt B auf das 
positive Potential der Rückflanke gehoben. 
Das bedeutet aber eine Vergrößerung der 
positiven Vorspannung an der Anode des 
Gleichrichters Gl1 (bzw. Verbesserung des 
Gleichrichterwirkungsgrades). Die Spannung 
an R1 überwiegt diejenige an R2 und 
Punkt B nimmt nun eine negative Spannung 
an, die z. B. zur Steuerung des linken Git- 
ters des Multivibrators benutzt werden 
kann, dessen Frequenz auf diese Weise er- 
höht- wird. Der Vorteil der einfachen Diskri- 
minatorschaltung ist darin zu erblicken, daß 








R3 c 
II 2 } 
egelspannung 
vom Sender RT 1 Br T (zum Horizontal- 
— + 63 Kippgenerator) 
I i | 
t Vom Zeilentransformator 
s (Vergleichsimpuls) 
Bild 1. Diskrimi- 
natorschaltung \ \ 






s f 
kleinere 
Frequenz 
| Bild 2. 
R Phasen- 
Fangbereich diskrimi- 
- natorkurve 
Haltebereich 
weder Synchron- noch Vergleichsimpulse 


(bzw. Sägezahn) im Gegentakt erzeugt wer- 
den müssen. Als nachteilig wäre anzufüh- 
ren, daß nur eine Diodenstrecke (Gl1) an 
der Erzeugung der Nachsteuerspannung be- 
teiligt ist. 


Die Spannungskurve des Phasen- 
diskriminators 


Bild 2 gibt die Phasendiskriminatorkurve 
wieder. Aus ihr läßt sich der Zusammenhang 
von Frequenz bzw. Phasenlage und Regel- 
spannung ent- 
nehmen. Beim 
Verstellen des 

Oszillatorfre- 

quenzreglers 
nach tieferen 


Jmpulse 
VEN: 
40Vss 


AFR 

Vom Zeilen- 

transformator 
en 


—„- 


18Vs5 


+240V 


NS 


Snf 
L 


Bild 3. Phasendiskriminator mit Symmetriertransformator 


(Graetz „Mandarin“) 










nl 


Zum Vertikalkippgerät 


Frequenzen hin liefert der Phasendiskrimina- 
tor eine positive Regelspannung, die die 
Oszillatorfrequenz wieder erhöht. Der Halte- 
bereich erstreckt sich bis zum Punkt P der 
Regelspannungskurve. Ist aber die tatsäch- 
liche Oszillatorfrequenz noch kleiner als dem 
Punkt P entspricht, so kommt die Synchro- 
nisierung außer Takt, da dann die Regel- 
spannung auf den Wert Null absinkt. Die 
Grenzen des Haltebereiches sind praktisch 
durch die Breite des Vergleichsimpulses ge- 
geben. Sobald die vordere Flanke des Ver- 
gleichsimpulses über die hintere Flanke des 
Synchronimpulses hinauswandert, fällt die 
Synchronisierung aus. Diese Feststellungen 
gelten auch bei entgegengesetzter Drift des 
Horizontalgenerators. 

Im Gegensatz zum Haltebereich ist der 
Fangbereich das Frequenzgebiet, in dem der 
Oszillator noch gefangen werden kann. Die 
Grenzen des Fangbereiches sind durch die 
Zeitkonstante des zwischen Phasendiskrimi- 
nator und Horizontalgenerator geschalteten 
Netzwerkes gegeben. Zur richtigen Bemes- 
sung des Netzwerkes ist ein Kompromiß 
zwischen der Größe des Fangbereiches und 
der Störanfälligkeit des Fernsehempfängers 
zu schließen. Verständlicherweise wird der 
Fangbereich um so kleiner, Je größer die 
Zeitkonstante des Filters ist; dafür ist in 
diesem Fall die Störanfälligkeit geringer als 
bei einer kleinen Zeitkonstanten. Zusammen- 
fassend wäre hierzu zu sagen, daß ein gro- 
Ber Haltebereich (der auch als Mitnahme- 
bereich aufzufassen ist) notwendig ist, um 
möglichst große Abweichungen von Sender- 
und Oszillatorfrequenz ausgleichen zu kön- 
nen (z. B. beim Weglaufen des Oszillators). 
Der Fangbereich soll ebenfalls möglichst 
groß gehalten werden, und zwar deshalb, 
damit bei kurzzeitigem Ausfall der Sender- 
impulse, bzw. bei plötzlicher Änderung der 
Impulsfrequenz (z. B. beim Umschalten auf 
einen anderen Taktgeber im Sender) der 
Kipposzillator wieder eingefangen werden 
kann. 

Es ist auch einleuchtend, daß eine große 
Zeitkonstante, die kurzzeitige Störungen in- 
folge des Integrationscharakters nicht zur 
Wirkung kommen läßt, der Forderung nach 
raschem Einfangen des Oszillators bei plötz- 
lichen Phasenänderungen vom Sender her 
(was einen großen Fangbereich erfordert) 
entgegensteht, so daß versuchsmäßig ein 
Kompromiß gefunden werden muß. 

Das Verhältnis von Halte- zu Fangbereich 
läßt sich am fertigen Gerät verhältnismäßig 
einfach nachprüfen: Man mißt die jeweilige 
Bildverschiebung, die beim stetigen Ändern 
des Zeilenreglers bis zum Herausfallen auf- 
tritt. Außerdem stellt man die maximal er- 
reichbare Bildverschiebung fest, die sich er- 
gibt, wenn der Kanalschalter auf einen nicht 
von einem Sender besetzten Kanal umge- 
schaltet wird. Allerdings sagt die absolute 
Verschiebung nichts über die Güte der Schal- 


Vergleichsimpulse vom 
Zeilentransformator 


Zeilenfrequenz 





= 
Horizontal - 
Sperrschwinger 





7 
22 "21 gw 
nF |L uf Bild 4. Phasendiskrimi- 
nator beim Gerät 
Grundig „435“ 


4OVss 


tung aus, da eine Vergleichsrückflanke bei 
dem beschriebenen Test zwar einen größeren 
Bildweg ergibt, dieser aber aus dem Grunde 
unerwünscht ist, da das Bild in einer solchen 
Schaltung beim Nachsteuern hin- und her- 
pendelt, also sehr unruhig ist. Deshalb wird 


447 


Fernsehtechnik 


angestrebt, den Phasengang der Schaltung 
möglichst gering zu halten. 


Phasendiskriminator mit Symmettrier- 
transformator 


Bild 3 zeigt die Schaltung des Phasendis- 
kriminators der Graetz - Fernsehempfänger 
vom Typ Mandarin. Von der Anode der 
Phasenwenderöhre 1% ECC 82 gelangen die 
Impulse einmal zur Integrationskette des 
Vertikalkippteiles (Sperrschwinger) und über 
den Symmetriertransformator zur Phasen- 
vergleichsstufe mit den beiden Germanium- 
dioden OA 161. Der Diskriminator erhält aus 
einer Sonderwicklung des Horizontalaus- 
gangsübertragers einen Vergleichsimpuls, der 
durch die vorgeschaltete RC-Kombination in 
geeigneter Weise verformt ist. Die vom Dis- 
kriminator abgegebene Regelspannung AFR 
gelangt über eine RC-Filterkette an das erste 
Gitter des katodengekoppelten Multivibra- 
tors. Der Vorteil dieser Schaltung gegenüber 
der vorher beschriebenen besteht darin, daß 
bei Frequenzabweichungen beide Dioden 
wirksam werden und damit der Steuereffekt 
vergrößert wird. 





Synchronimpuls 
+ 
a 
Synchronismus 
EiI=-E2, AE=0 
Pe Regelspannung 
b 





Synchronimpuls 





Weicht dagegen die Oszillatorfrequenz von 
der Impulsfrequenz ab, so ändert sich die 
relative Phasenlage der Impulse und des 
Sägezahnes zueinander. An den beiden Dio- 
den entstehen ungleiche, um + AE bezüglich 
der ursprünglichen Werte verschiedene Span- 
nungen; infolgedessen fließen durch die bei- 
den Dioden unterschiedliche Ströme. Der 
Belastungswiderstand wird von beiden Strö- 
men in verschiedener Richtung durchflossen; 
der resultierende Strom erzeugt am Be- 
lastungswiderstand einen Spannungsabfall, 
der als Regelspannung den Oszillataor auf 
die Sollfrequenz zurückführt, vorausgesetzt, 
daß der Diskriminator bei zu kleiner Oszil- 
latorfrequenz positive und bei zu hoher Fre- 
quenz negative Regelspannung liefert; diese 
Verhältnisse liegen bei einem Sperrschwin- 
ger vor. Bei einer Multivibratorschaltung als 
Horizontalgenerator liegen die Bedingungen 
gerade umgekehrt: Hier muß dem ersten 
Multivibratorsystem bei zu hoher Eigenfre- 
quenz eine positive und bei zu kleiner eine 
negative Regelspannung zugeführt werden. 
Die geforderten Bedingungen lassen sich aber 
leicht durch entsprechende Polung der Zu- 
satzwicklung auf dem Horizontal-Ausgangs- 
übertrager erfüllen. 


Oszillator 

zu schnell 
Regelspannung pos. 
AdE=+(E3-E4) 


Oszillator 
zu langsam 


Regelspannung neg. 
AE=-(E4-E5) 


Bild 5. Verlauf der Spannungen an der Anode (a) und der Katode (b) der 
Dioden; links: bei genauem Gleichlauf, rechts: bei zu schnellem oder zu 
langsamem Lauf des Horizontalgenerators 


Eine ähnliche Schaltung wie bei Graetz, 
jedoch mit einer anderen Art der Zuführung 
der Vergleichsimpulse wendet Grundig in 
seinem Fernsehempfänger Typ 435 an (Bild 4). 
Statt eines Multivibrators dient hier ‘eine 
Sperrschwingerscaltung als Horizontalkipp- 
generator. Die Synchronimpulse werden mit 
Hilfe des Symmetrierübertragers im Gegen- 
takt dem symmetrischen Phasendiskrimi- 
nator zugeführt. Hier findet der Phasenver- 
gleich zwischen den Synchronimpulsen und 
den vom Zeilentransformator abgeleiteten 
Vergleichsimpulsen statt, die aber im Gegen- 
satz zu der Schaltung nach Bild 3 im elek- 
trischen Mittelpunkt der Sekundärwicklung 
des Symmetriertransformators eingespeist 
werden. In der Zuleitung befindet sich ein 
Differenzier-Netzwerk, das den Rücklauf- 
impuls in einen symmetrischen Vergleichs- 
impuls verwandelt. 


Bild 5 gibt schematisch den zeitlichen Ver- 
lauf der Spannungen beim genauen Gleich- 
lauf und bei Frequenzabweichungen des Ge- 
nerators vom Sollwert an der Anode (a) und 
an der Katode (b) der beiden Dioden wieder. 
Bei Frequenzgleichheit zwischen den vom 
Sender kommenden Synchronimpulsen und 
den im Horizontalgenerator erzeugten be- 
steht auch Phasengleichheit zwischen den 
lmpulsen. An den beiden Dioden entstehen 
in diesem Fall gleiche aber entgegengesetzte 
Spannungen. Durch beide Dioden und die 
beiden 100-kQ-Widerstände fließen gleiche 
Ströme, die am Belastungswiderstand — 
einem Teil des 50-kQ-Nullabgleichpotentio- 
meters — die Regelspannung Null ergeben. 


448 


Frequenzeinstellung in der Phasen- 
vergleichsstufe 


Telefunken verwendet im Gerät FE11 die 
Doppeltriode ECC 82 als Abschneider und im 
Anodenkreis des zweiten Systems dieser 
Röhre einen Symmetriertransformator zur 
Erzeugung der Gegentaktspannung. Zwei 
gegeneinander geschaltete Germaniumdioden 


SnF 611 125k02 


Gitter 3 
der ECH81 









Snf 612 





Vergleichsimpuls 


Bild 6. Phasendiskriminator im Telefunken-Fern- 


sehempfänger „FE 11“ 






3nF 










Zum Vertikal- 

Kippgenerator 
Vom Zeilen- 

transformator 


Vom Ampli- 
tudensieb 
PABC 80 





Bild 7. Phasendiskriminator im „Nora F 12“ 


OA 160 (s. a. Bild 6) erzeugen die Regel- 
spannung, die über einen 125-kQ-Widerstand 
direkt das dritte Gitter einer Röhre ECH 81 
(Sinusgenerator) auf die Sollfrequenz steu- 
ert. Die Rückführung eines Vergleichsimpul- 
ses zur elektrischen Mitte der Diodenbela- 
stungswiderstände geschieht über das Hori- 
zontalbildfang-Potentiometer an der Katode 
der ECH 81. 

Bemerkenswert ist die Funktion dieses 
Potentiometers: Es dient zur Einstellung der 
Horizontalfrequenz, und zwar erfolgt die 
Regelung durch Ändern einer Grundvor- 
spannung, die dem Mittelpunkt zwischen den 
Diodenbelastungswiderständen des Diskrimi- 
nators zugeführt wird. Der Vorteil dieser 
Schaltung liegt darin, daß die Einstellung 
der Phasenlage augenblicklich erfolgt. Die 
bislang üblichen Schaltungen, die die Zeit- 
konstante des Sägezahngenerators, bzw. die 
Kreiskonstanten des Sinusoszillators beein- 
flussen, geben bei Betätigung des Handreg- 
lers eine ruckweise Einstellung des Bildes. 
Dieses verschiebt sich zunächst zu weit und 
kehrt dann langsam in die richtige Lage zu- 
rück. Die Ursache hierfür ist in der großen 
Zeitkonstante des Ausgangskreises des Dis- 
kriminators zu erblicken. Es liegt auf der 
Hand, daß die geschilderte ruckweise Ein- 
stellung die Bedienung durch den Laien er- 
schwert, da er u. U. die richtige Einstellung 
des Horizontalbildfang-Potentiometers (inner- 
halb des Fangbereichs) überhaupt nicht findet. 


Wie Bild 6 weiter zu entnehmen ist, wird 
die sägezahnförmige Spannung gleichphasig 
und die impulsförmige Synchronisierspan- 
nung gegenphasig den beiden Dioden Gl1 
und Gl2 zugeführt. Der Verbindungspunkt 
zwischen Anode von Gl1 und Katode von 
Gl2 ist über ein Netzwerk mit dem dritten 
Gitter des Sinusgenerators (ECH 81) verbun- 
den. Das Netzwerk enthält die Parallelschal- 
tung des Kondensators C1 mit der Serien- 
anordnung aus Widerstand R1 und Konden- 
sator C2. Am Kondensator C1 entsteht eine 
Gleichspannung, die von der relativen Phase 
der Synchronisierimpulse und der dem Oszil- 
lator entnommenen Sägezahnspannung ab- 
hängig ist. Diese Gleichspannung ändert sich 
somit bei Phasenabweichungen und wirkt 
diesen entgegen. 

Die Heliomwatt-Werke verwenden in ihrem 
Fernsehempfänger „Nora F 12“ zwei Röhren- 
dioden als Phasendiskriminator (PABC 80) 
und das in Katodynschaltung betriebene 
Triodensystem einer PCF 80 zur Erzeugung 
der Gegentaktspannung (Bild 7). Die Hori- 
zontalfrequenz wird in einem Sinusoszillator 
erzeugt. 

Im Gerät „Leonardo“ benutzt Philips eben- 
falls das Triodensystem einer PCF 80 in 
Katodynschaltung als Phasenwender. Im 
Diskriminator stecken zwei Germanium- 
dioden vom Typ OA 70 in Gegeneinander- 
schaltung. Der Sinusgenerator — das Pen- 
todensystem der PCF 80 — wird vom Dis- 
kriminator über eine Reaktanzröhre auf die 
Sollfrequenz gesteuert. 

Im Philips - Fernsehempfänger „Raffael“ 
wird statt der Katodynröhre ein Symmetrier- 
übertrager zur Erzeugung der Gegentakt-- 
spannung benutzt; im übrigen ist die Schal- 
tung ähnlich der des „Leonardo“. 


Tekade baute die Symmetrierschaltung im 
Gerät „3553“ mit einem System der Röhre 
ECC 81 in Katodynschaltung auf und ver- 
wendet als Phasendiskriminator die Duo- 
diode EB41. Die zwischen den Symmetrier- 
widerständen von je 100 kQ abgenommene 
Regelspannung beeinflußt über ein RC-Glied 
mit der Zeitkonstante T = 2,5 us das Gitter 
des Multivibrators (ECC 82). Auch in diesem 
Fall wird der Vergleichsimpuls einer Sonder- 
wicklung des Zeilentrafo entnommen. 


Werner Taeger 


Heft 6/FUNKSCHAU 1957 
750 


Über den Bau von RC-Meßbrücken 


Beim Entwurf von RC-Meßbrücken hat 
man die Wahl zwischen zwei Grundschal- 
tungen. Die Schaltung nach Bild 1 ergibt 
einen anfangs annähernd linearen, später 
byperbel-ähnlichen Skalenverlauf und bietet 
folgende Vorteile: 


1. Der Übergangswiderstand zwischen dem 
Schleifer und der Wicklung des Meßpoten- 
tiometers Ry liegt in Reihe mit dem Indi- 
kator J und geht daher in die Messung 
nicht ein. 


2. Infolge des besonderen Skalenverlaufes 
ist der Meßfehler an allen Punkten der 
Skala annähernd konstant. 


Bild 1. Das Meßpoten- 

tiometer bildet gleich- 

zeitig zwei Brücken- 
zeige 








— Wi 


Die erste Grundschaltung 


Der Skalenverlauf ergibt sich aus folgen- 
der Überlegung: 


Es sei b der prozentuale Drehwinkel des 
Potentiometers Ry, dann ist nach Bild 1 


ö 1 1 
Merz a) 
Nun verhält sich 
Tr Rx 
am 2) 
2 N 
Daher ist 
R = 
x = Ryr' 13 (3) 
Setzt man 
r1 
ER @) 
so folgt aus (1) 
pP 
10 1+p 6) 
oder 
_ b ® 1 
PT Too-b “100 (6) 
ZB —1i 


Normalerweise engt man den Skalenver- 
lauf durch Begrenzungswiderstände an den 
Enden des Potentiometers Ry so ein, daß 
die Teilung für p von 0,1 bis 10 läuft. Wählt 





Bild 2. Nach Bild 1 ausgeführte RC-Meßbrücke 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
751 


man für das Meßpotentiometer Ry einen 
Wert von 1000 Q, und legt man die Grenzen 
von p zur Überlappung von 0,09 bis 11,1 
fest, so beträgt der Wert der Begrenzungs- 
widerstände R, = 9,9 Q. D.h. die Begren- 
zungswiderstände müssen etwas kleiner als 
10% des Wertes von p sein. Man erreicht 
dann für die beiden Dekaden 0,1...1 und 
1...10 ähnlich geartete Skalenverläufe und 
eine annähernde Konstanz des Meßfehlers 
an allen Punkten der Skala. 


Es empfiehlt sich die Werte der Skala 
nicht durch Messung, sondern durch Rech- 
nung zu ermitteln, dies setzt allerdings eine 
gleichmäßige Wicklung des Meßpotentio- 
meters voraus. 


Als größtes Kapazitätsnormal wird der 
Wert von 1 uF gewählt, weil man dafür 
noch einen statischen Kondensator einbauen 
kann. Unter der Voraussetzung, daß dessen 
Verlustwinkel genügend klein ist, läßt sich 
für den Phasenabgleich der Brücke in Reihe 
mit dem 1-uF-Kondensator ein veränderbarer 
Widerstand R. legen, so daß auch bei der 
Messung von Elektrolytkondensatoren und 
sonstigen verlustbehafteten Kapazitäten ein 
sauberes Minimum erreicht werden kann. 
Elektrolytkondensatoren sind u. U. ohne 
Phasenabgleich überhaupt nicht zu messen. 
Dem Phasenregler R, gibt man am besten 
einen Wert von etwa 100 Q. 


Durch die Wahl der Bereichsgrenzen zu 
0,1..10 kommt man mit einer verhältnis- 
mäßig geringen Zahl von Normalien aus. 

Bild 2 zeigt die nach diesem Prinzip kon- 
struierte Universalmeßbrüke B 12 des 
Karner-Labors, Bad Wiessee, deren beson- 
dere Konstruktion es ermöglicht, Kapazi- 
täten bis herunter zu 0,5 pF zu messen. 


Die zweite Grundschaltung 


Die zweite Grundscaltung, wie sie in 
Bild 3 dargestellt ist, hat folgende Nachteile: 


Rx Cx 





Bild 3. Das Meßpoten- 
tiometer bildet nur 
einen Brückenzweig 


1. Der Übergangswiderstand zwischen 
Schleifer und Kontaktbahn des veränder- 
baren Widerstandes R; geht in die Mes- 
sung ein. 


2. Man benötigt eine größere Anzahl von 
Normalien. 


3. Der Skalenverlauf ist linear, dies ist 
nicht ohne weiteres ein Vorteil, da am An- 
fang der Skala die Meßgenauigkeit sehr 
gering ist, während sie am Skalenende über- 
trieben groß wird. 


Von diesen Nachteilen läßt sich nur der 
zweite beheben, und zwar dadurch, daß man 
nach Bild 4 den Widerstand Ra stufenweise 
veränderbar macht. Man erhält damit eine 
„Über-“ oder „Untersetzung“ des gerade 
eingeschalteten Normals. Hat R;j den Wert 
von 1 kQ, und soll p von 1...10 laufen (was 
in diesem Fall am zweckmäßigsten ist), so 
wählt man für die Stufenwiderstände fol- 
gende Werte: 


I. Ra = 109 
I. Rp = 100 Q 


IL.Re = ı9 
IV. Rgea = 1 kQ 


Dann ergeben sich für die Brückenablesung 
zusätzlich folgende Multiplikationen: 


für Stufe für Stufe 
1 Ne x10 1 x0,1 
TIER. a4 3% x1 EV ea x 0,01 


Steht z. B. der Zeiger des Meßdrehwider- 
standes auf dem Wert 1 (d.h.p = 1), so 
ist Rı = 100 Q@. Hat man nun Stufe III 
(Rge = 1 kQ) eingeschaltet, so verhält sich 


Rx _ 100 

Rn 1000 ’ er) 
also 

Rx = Ry’01 (8) 


Damit man eine Überlappung der einzel- 
nen Meßbereiche erreicht, soll der Wert von 
Rı etwas größer als 1 kQ sein. 


Rx (x 


Rza 
Red 
Rzc 
Rzd 





Bild 4. Durch „Übersetzungswiderstände“ Rgy,... 
Ray läßt sich der Meßbereich erweitern 


Bei Verwendung der angegebenen Stufen- 
widerstände für Ra kommt man mit einer 
sehr geringen Anzahl von Normalien aus, 
nämlich mit je zwei Normalwiderständen 
und zwei Normalkondensatoren (100 9; 
100 kQ; 1000 pF; 1 uF). In Reihe mit Rı 
schaltet man zweckmäßig noch einen Begren- 
zungswiderstand R, von etwa 10 Q. Dieser 
soll den Anfang der Skala (0...0,5) unter- 
drücken, da dieser wegen seiner Meßunge- 
nauigkeit nicht brauchbar und auch nicht 
notwendig ist. 

Die Vorteile dieser Schaltung liegen also 
darin, daß man mit je zwei Normalien aus- 
kommt und daß die Skalenteilung linear ist 
(wenn man dies als Vorteil ansehen will), 
wodurch man die umständliche Berechnung 
der Skala vermeidet. 

Um dem Nachteil des unsicheren Über- 
gangswiderstandes auszuweichen, muß man 
bei Verwendung von drahtgewickelten Dreh- 
widerständen die Kontaktbahn des öfteren 
mit einem harten Pinsel (unter Verwendung 
von Tetrachlorkohlenstoff) reinigen, und sie 
mit einer hauchdünnen Schicht von Spezial- 
kontaktfett überziehen. Die Verwendung 
von Schicht - Potentiometern empfiehlt sich 
nicht, da deren Werte meist nicht reprodu- 
zierbar sind. 

Der Gruppenscalter für die Normalien 
erhält zweckmäßig einen freien Kontakt 
(„offene Brücke“), damit man von außen 
andere Normalien anschalten kann. — Um 
auch kleinere Kapazitäten messen zu kön- 
nen, muß der „untere“ (d. h. der zwischen 
den Widerständen Rı und Rg liegende) Pol 
des Indikators geerdet werden. Auch mon- 
tiert man die Brücke besser nicht auf eine 
Isolierplatte, sondern auf einem Blechchassis. 
Letzteres ist dann ebenfalls zu erden. 

Auch bei dieser Schaltung ist ein Phasen- 
regler R. in Reihe mit den Kapazitätsnor- 
malien zu schalten, um Elektrolytkonden- 
satoren messen zu können. 

Als Indikator für die Kapazitätsmessung 
hat sich im Labor des Verfassers der Kopf- 


449 


Meßtechnik 


hörer besser bewährt als das meist ver- 
wendete Magische Auge, und zwar aus fol- 
genden vier Gründen: 


1. Die Empfindlichkeit eines guten Kopf- 
hörers ist außerordentlich hoch. Sie beträgt 
bei 1000 Hz für einen Kopfhörer mit einem 
Scheinwiderstand von Z = 7000 Q etwa 
10°5 V, unter der Voraussetzung, daß die 
Messung in einem ruhigen Raum durchge- 
führt wird. 


2. Die Aufnahmefähigkeit des menschlichen 
Ohres umfaßt zwischen schwächsten und 
stärksten Geräuschen einen sehr breiten 
Raum, nämlich etwa vier Dekaden des 
Schalldrucks (in ubar gemessen), wenn als 
obere Grenze 70 Phon (entsprechend dem 
Geräusch einer lauten Straße) zugelassen 
werden. Infolgedessen kann man bereits bei 
starker Brückenverstimmung erkennen, ob 
man sich bei der Abstimmung dem Mini- 
mum nähert. 


3. Die Verwendung des Kopfhörers ermög- 
licht dem geübten Ohr aus der Klangfarbe 
(den Formanten und Haärmonischen) Rück- 
schlüsse auf den Zustand des Meßobjektes 


zu ziehen, so z. B. bei der Messung von 
Elektrolytkondensatoren oder fehlerhaften 
Widerständen. 


4. Der die Brücke Bedienende hat die 
Augen frei und kann sich ganz auf die 


Messung bzw. die Skalenablesung konzen- 
trieren. 

Bei der Wahl der einzubauenden Nor- 
malien ist auf bestes Material zu achten. 
Werden Schichtwiderstände verwendet, so 
ist zu bedenken, daß diese einen erheb- 
lichen Temperatur-Koeffizienten aufweisen. 
Erhöht sich die Temperatur eines Schicht- 
widerstandes z. B. von 10 auf 40°C, so ver- 
ringert sich der Widerstand um 0,7..1% 
(je nach Fabrikat). Daher darf nicht sofort 
nach dem Einlöten der Widerstände eine 
Kontrollmessung vorgenommen werden, 
sondern es ist eine viertel Stunde zu warten, 
damit die Schichtwiderstände sich abkühlen 
können. 

Als Normal-Kapazitäten eignen sich am 
besten Styroflex - Kondensatoren, da diese 
einen sehr geringen Verlustwinkel aufwei- 
sen. Elektrolytkondensatoren kommen als 
Normale selbstverständlich nicht in Frage. 

Ing. Horst Karner 


Schrifttum 


1. A. Palm: Elektrische Meßgeräte und Meßein- 
richtungen. Berlin, Springer-Verlag 1942; 

Seite 167 bis 176. 

2. W. Schmwerdtfeger: Elektrische Meßtechnik, 
Teil II. C. F. Wintersche Verlagsbuchhandlung, 
Leipzig 1939. Seite 75 ff. 

3. Prof. I. Herrmann: Die elektrische Meßtechnik, 
Teil I. Sammlung Göschen, Seite 61 ff. 


Kleines Zeitbasis-Dehngerät 


Das hier beschriebene Gerät soll haupt- 
sächlich zur Oszillografie netzverkoppelter 
Fernsehimpulse dienen. Der Verfasser hat 
ein Gerät ähnlicher Bauart schon seit län- 
gerer Zeit in Verwendung und erzielte damit 
die besten Erfolge. 

Bekanntlich beträgt die Bildwechselfre- 
quenz 50 Hz. Nach dem Zeilensprungverfah- 
ren werden 2 X 25 Teilbilder gezeichnet, und 
zwar einmal’ die ungradzahligen und anschlie- 
Bend die gradzahligen Zeilen. In diesen 
relativ sehr langen Zeiten wird der Bild- 
inhalt übertragen, aber auch die kurzzeitigen 
Synchronisierimpulse sind in dem Modula- 


tions-Spektrum enthalten. Gerade diese Im- 


pulse (bestehend aus den Vortrabanten, den 
Bildimpulsen und den Nachtrabanten) sind 
wichtig für die einwandfreie Funktion des 


2200 


Hm 


Fernsehgerätes, hängen doch die ganze Syn- 
chronisation und der einwandfreie Zeilen- 
sprung .davon ab. Es ist also für jeden Fern- 
sehtechniker wichtig, hierüber Bescheid zu 
wissen, um die richtige Arbeitsweise und 
Einstellung eines Fernsehempfängers oder 
Bildmuster-Generators prüfen und etwaige 
Fehler schnellstens beheben zu können. 

Ein normaler Oszillograf kann jedoch die 
Impulse nicht auflösen, da diese im Ver- 
hältnis zur Dauer einer Periode sehr kurz 
sind. Es müssen deshalb besondere Maß- 
nahmen getroffen werden, um die Bild- 
impulse ganz aufzulösen: 

1. Man kann die Bildablenk-Frequenz ver- 
größern, jedoch erreicht man hier schwer 
einen einwandfreien Bildstand und es muß 
stark übersynchronisiertt werden, wobei 
Verzerrungen entstehen können. 


450 


4. A. Linker: Elektrishe Meßkunde. Springer- 
Verlag, Berlin, Seite 4 bis 7. 
2. Eine weitere Maßnahme ist die sog. 


Triggerung. Hochwertige Oszillografen be- 
sitzen eine Schaltmöglichkeit dafür. Hierbei 
wird die Zeitbasis erst durch den darzu- 
stellenden Impuls ausgelöst. Bei dieser 
Methode geht bei kurzen Impulsen jedoch 
meist der erste Teil des Oszillogramms ver- 
loren. Man kann diesen Nachteil vermeiden, 
indem Laufzeit - Verzögerungsglieder einge- 
baut werden. 

3. Eine Methode, 
die den geringsten 










Wehnelt 





m2 || R6 T0nF Aufwand erfordern 

C% dürfte, ist die Ver- 

500KA[|R7 größerung der Zeit- 
+Ua 68 ablenkspannung, 

10nF d. h. man legt eine 


entsprechend hoch- 
transformierte Si- 
nusspannung aus 


zu den Ablenkplatten 


en bzw. Horizontal-Verstärker 


Bild 1. Schaltung des 
Zeitbasis-Dehngerätes 


ler des Phasenschiebers eine große Belastbar- 
keit besitzen, da ja in der kleinsten Regler- 
stellung praktisch der Gesamtstrom des Kon- 
densators (ca.8uF) durch den Restwiderstand 
fließt. 


Um diesen Nachteil zu vermeiden und um 
trotzdem eine große Zeitdehnung mit gerin- 
gen Spannungen zu erhalten, wird eine 
Doppeltriode benutzt. Dies hat erhebliche 
Vorteile. Die Steuerspannung ist klein und 
der Regler des Phasenschiebers, der in die- 
ser Leitung liegt, kann für eine geringe 
Belastung ausgelegt werden. Zum anderen 
werden die Sinuskurven gekappt und man 
erhält an den Anoden nur eine bestimmte 
Höhe der Ablenkspannung, die trotz einer 
verschieden großen Steuerspannung und 
damit Zeitdehnung gleich bleibt. Es ändert 
sich nur die Flankensteilheit der Mäander- 
spannung. 


Bild 1 zeigt die Schaltung des Zeitdeh- 
nungsgerätes. Der Transformator hat sekun- 
där verschiedene Anzapfungen, um eine dem 
jeweiligen Zweck entsprechende Dehnung zu 


- bekommen; sie liegen bei 10-15-20-25 Vr 


und sind symmetrisch gegen Masse. Der 
Phasenschieber besteht aus der Kombination 
C 1, C2 und den Tandem - Potentiometern 
R1, R2. Der Regler R1 dient zur Grob-- 
und der Regler R 2 zur Feineinstellung der 
Phase. So kann eine Phasendrehung von 
nahezu 180° erreicht werden. Setzt man zwi- 
schen die Punkte a und b einen zweipoligen 
Umschalter S 2, so ergibt sich eine Phasen- 
drehung bis zu etwa 360°, die für den prak- 
tischen Gebrauch vollkommen ausreicht. 


Als Verstärker und Amplitudenbegrenzer- 
röhre dient eine Doppeltriode vom Typ 
ECC 81 oder ähnlich. Das Potentiometer R 3 
dient zur genauen Einstellung des Arbeits- 
punktes der Röhre. An ihren Anoden erhält 
man dann eine Mäanderspannung, die den 
Ablenkplatten bzw. dem Horizontalverstär- 
ker zugeführt wird. 


Normalerweise beträgt die Anodenspan- 
nung bei direkter Zuführung an die Ablenk- 
platten 350 V. Arbeitet man mit einem Oszil- 
lografen mit horizontalem Verstärker, so 
kommt man mit einer Anodenspannung von 
150 V aus. Man kann in diesem Fall die 
Zeitdehnung durch den Verstärkungsregler 
nochmals nach Wunsch kontinuierlich nach- 
regeln. Über ein zweifaches RC-Glied wird 
von einer der beiden Anoden eine um 90° 
verschobene Spannung dem Gitter der Ka- 
todenstrahlröhre zugeführt. Dadurch wird 
eine Halbperiode der Zeitablenkspannung 
unterdrückt und die andere Hälfte aufge- 
hellt. 


"DOSL 


Bild 2. Die Oszillogramme. a = 


lenkspannung an den beiden Anoden. b = 


Ablenkspannung bei angeschlossener Dunkelsteuerung. c = 


di b Vorausgleich- Bild- Nach- 
ie Ab- Impulse Impulse Trabanten 
oszillografischer 


Bildsynchronisier-Impuls nach der Integration im Fernsehempfänger. d = 
Oszillogramm des Vertikal-Austastimpulses. 


dem Netz an die Ablenkplatten und erhält 
dann die gewünschte Zeitdehnung. Dies läßt 
sich jedoch nur bis zu einer begrenzten Span- 
nungshöhe machen, denn die gebräuchlichen 
Oszillografen lassen normalerweise nur eine 
bestimmte Höhe der Ablenkspannung zu 
(ca. 450 Verf), bei der die Zeitdehnung noch 
ziemlich gering ist. Außerdem müßte der Reg- 


Es ist vorteilhaft, einen Oszillografen mit 
einem Anschluß für Nachbeschleunigung zu 
verwenden, da ja die Helligkeit gegenüber 
einem normalen Schirmbild wesentlich zu- 
rückgeht. Dies erklärt sich daraus, daß der 
Leuchtfleck nur einen geringen Bruchteil der 
Periode auf dem Schirm erscheint. 

E. Horch 


Heft 6/FUNKSCHAU 1957 
752 


Neue vereinfachte Motor-Elektronik-Schaltung 


Einem allgemeinen Wunsche Rechnung tra- 
gend wurde für die neue Saison ein neues 
automatisiertes Mittelklassengerät entwik- 
kelt, der Saba-Konstanz-Automatic 8. Er 
stellt in seinen Grundzügen die Synthese 
zwischen dem überall geschätzten Typ Freu- 
denstadt und einer für diesen Zweck speziell 
gestalteten Motor-Elektronik dar. Die auto- 
matische Sendersuche erfolgt bei diesem Ge- 
rät mittels des rechten, hinter dem Stations- 
drehknopf gelegenen Doppelknopfes. Bei 
Drehung dieses Steuerknopfes in die Schnell- 
laufstellung nach links bzw. rechts bewegt sich 
der Skalenzeiger motorisch angetrieben in 
der entsprechenden Richtung über die Skala. 
Beim Rückgang in die Suchlaufstellung be- 
wegt sich der Zeiger in der gewählten Rich- 
tung im Sendersuchlauf solange, bis ein Sen- 
der auftaucht. Dessen einfallendes Signal 
stoppt elektronisch den Sendersuchlauf ab, 
der Zeiger bleibt auf dem angefahrenen Sen- 
der stehen. Läßt man nun den Steuerknopf 
los, dann springt dieser in seine Ruhelage 
zurück. Dabei tritt die automatische Scharf- 
einstellung in Tätigkeit, die nun den Emp- 
fänger genau auf den Sender einstellt. Da 
das Gerät während des ganzen Sender-Such- 
vorgangs automatisch stummgesteuert wird, 
taucht jetzt der genau eingestellte Sender 
ohne jedes störende Geräusch aus völliger 
Stille auf. 


Zum Empfang kleiner und kleinster Sen- 
der besteht die Möglichkeit, die Automatik 
durch einfaches Ziehen des Steuerknopfes 
auszuschalten. Die Stationseinstellung kann 
dann von Hand unter Zuhilfenahme des neu- 
artigen „Magischen Bandes“ als Abstimman- 
zeige erfolgen. Selbstverständlich ist dafür 
gesorgt, daß keine Fehlbedienung zu irgend- 
einer Schädigung des Gerätes führen kann. 
Es ist ohne weiteres möglich, bei eingeschal- 
teter Automatik von der Handabstimmung 
Gebrauch zu machen. Man fühlt beim Über- 
fahren eines Sendersignals die am Einstell- 
knopf auftretenden Drehmomente der Nach- 
stellautomatik, die besonders überzeugend 
deren Funktion erkennen lassen. 


Nachfolgend sei an Hand der Schaltung 
Bild 1 die Funktion dieser neuartigen Motor- 
elektronik erläutert. 


Die Scharfabstimmung 


An der letzten Zf-Röhre wird das vom 
einfallenden Sender erzeugte Zf-Signal ab- 
genommen und über einen kapazitiven Teiler 
dem Gitter der Modulationstriode ECL 80 zu- 
geführt. Diese Röhre arbeitet als Anoden- 
Modulationsstufe und gibt das mit 50 Hz AM 
voll durchmodulierte Zwischenfrequenzsignal 
an die durch das Steuerfilter und die Doppel- 





FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 


753 








diode EAA 91 gebildete Diskriminatorstufe 
weiter. Am Nf-Punkt des Steuerdiskrimina- 
tors erhält man eine 50-Hz-Nachstimmspan- 
nung, die in ihrer Größe und Phasenlage ein 
Maß für die Verstimmung und deren Rich- 
tung darstellt. Diese 50-Hz-Spannung steuert 
nun die Motorendröhre ECL 80 aus und be- 
treibt den in der Anode liegenden Steuer- 
motor. Der Motor ist so geschaltet, daß er 
der Verstimmung entgegenwirkt, d. h. er be- 
wegt die Abstimmelemente immer in Rich- 
tung auf den Nulldurchlauf der Diskrimina- 
torkurve und somit auf den richtigen Ab- 
stimmpunkt zu. Die automatische Scharfab- 
stimmung ist damit realisiert. 


Der Sendersuchlauf mit elektronischem 
Senderstopp 


Bringt man den Steuerschalter in die Stel- 
lung „Suchlauf“ und hält ihn dort fest, so 
spielen sich folgende Vorgänge ab: Zuerst 
schließt sich der Kontakt S1 für die Stumm- 
steuerung; er verriegelt die Nf-Vorröhre 
durch eine genügend große negative Vor- 
spannung. Dann schließt sich der Kontakt S 2 
und erteilt dem Gitter der Motor-Endröhre 
eine 50-Hz-Suchlaufspannung, die den Mo- 
tor in die beabsichtigte Suchrichtung treibt. 
Gleich anschließend wird der doppelpolige 
Umschalter S3 betätigt. Dieser polt die Mo- 
dulationsspannung der Modulationsröhre um, 


Modulations-Röhre 
EC(L)80 


EAA 91 














Steuer-Diskriminator 














a Arbeitskontakt == 
r Ruhekontakt 
©) Stummkontakt 
&@ Suchlaufrichtung 
& Mod’. Umpolung 
& Schnellauf 
Scholter: Automatik aus 





250.8 
IR 


so daß der Diskriminator jetzt gegenüber 
vorher mit 180° Verschiebung auf das Gitter 
der Motorendröhre arbeitet. Die vom zuletzt 
eingestellten Sender herrührende nunmehr 
umgepolt auftretende Steuerwechselspannung 
addiert sich nun zur Suchlaufspannung und 
treibt damit die Abstimm-Mittel beschleu- 
nigt aus dem alten Sender hinaus. Gleich- 
zeitig verhindert diese Umpolung ein Zurück- 
laufen in den alten Sender. Der Zeiger be- 
wegt sich jetzt im Suchlauf in Richtung auf 
den nächsten Sender. Beim Auftreffen auf 
dessen Signal erscheint die zugehörige 
Steuerspannung gleichfalls umgepolt am Git- 
ter der Motorröhre. Der Motor läuft solange 
weiter, bis sich die anwachsende, entgegen- 
gesetzt gerichtete Diskriminatorspannung 
und die Suchlaufspannung aufheben, d. h. 
der Motor bleibt auf dem neuen Sender 
stehen. Zur Erzielung dieses elektronischen 
Senderstopps ist es nötig, daß die Impedanz- 
verhältnisse zwischen der Diskriminator- 
und der Suchlaufspannung am Gitter der 
Motorröhre so gehalten sind, daß die Dis- 
kriminatorspannung die Suchlaufspannung 
beherrscht. Dies wird durch Einfügung des 
300-kQ-Widerstandes in die Steuerspannungs- 
zuleitung zum Gitter der E(C)L 80 erreicht. 
Der Zeiger befindet sich jetzt auf der elek- 
tronischen Stoppstelle im Mitnahmebereich 
des vom neuen Sender herrührenden Steuer- 
signals. Nun läßt man den Steuerschalter los 
und dieser geht in seine Ruhelage zurück. 
Während sich durch Öffnen der entsprechen- 
den Kontakte die Suchlaufspannung abschal- 


Motorröhre 
E(C)L 80 


Steuerfeld 


Steuermotor 





Kondens. |0,354uF 


"Is 


240 Un 


Nf-Vorröhre 
E(AB)C80 









E12,5C5 
EI Ze a 





H0hz 


Bild 1. Schaltung der neuen Motor-Elektronik im Saba-Konstanz-Automatic 8 


Links: Bild 2. Der Dreh- 
feldsteuermotor mit Ge- 
triebe. Der lamellierte 
Stator trägt die vier 
Feldspulen. Je zwei 
gegenüberliegende Spu- 
len bilden das Festfeld 
und das Steuerfeld. Im 
Luftspalt zwischen dem 
Stator und dem gleich- 
falls lamellierten Innen- 
kern dreht sich ein im 
Fließpreßverfahren her- 
gestellter Aluminium- 
zylinder mit angepreß- 
tem Antriebsritzel. Die 
Achse des Rotors ist in 
zıvei selbstzentrieren- 
den Kalotten aus Sin- 
terbronze gelagert, die 
von einem Filzring mit 
reichlichem Schmier- 
mittelvorrat umgeben 
sind 

















Bild 3. 


Der Steuerschalter sorgt mit seinen drei 
Federsätzen für die nötigen Schaltverbindungen 
für den Such- und Schnellauf 


451 










































































Bild 4 zeigt das gesamte Antriebsaggregat mit Steuerschalter, Dup- 
lex-Kupplung, Steuermotor mit Getriebe und Antrieb für UKW-Teil 


und AM-Drehkondensator 


tet und die Verriegelung des Niederfrequenzteiles aufge- 
hoben wird, tritt gleichzeitig durch Rückpolung die Modu- 
lationsspannung wieder in der alten Phasenlage auf, d.h. 
die Scharfeinstellung tritt erneut in Tätigkeit und stimmt 


den Empfänger genau auf den 
neuen Sender ab. 


Der Schnellauf 


Betätigt man den Steuer- 
schalter über die Suchlauf- 
stellung hinaus bis in die 
Schnellaufstellung, so wird 
durch S 4 der Vorwiderstand 
300 kQ für beide Drehrich- 
tungen kurzgeschlossen. Da- 
durch erniedrigt sich der 
Innenwiderstand der Suc- 
laufspannung unter gleich- 
zeitigem Anstieg derselben 
derartig, daß der oben 
beschriebene elektronische 
Stoppeffekt verschwindet. In 
dieser Stellung können also 
Sender überfahren und der 
Zeiger kann motorisch an 
jede gewünschte Stelle auf 
der Skala gebracht werden. 


Störungssuche mit dem Reiseempfänger 


Den Anlaß zu diesem Bericht bildete die 
Zuschrift eines Lesers. Er hat ein Elektro- 
und Radiogeschäft in einem kleinen Markt- 
flecken und er ist weit und breit der einzige 
Fachmann. Sein Brief lautet: 

„In unserem kleinen Ort, in dem jeder 
jeden kennt, kommt man mit allen Wünschen 
zu mir, die irgend etwas mit Elektrizität zu 
tun haben. Sogar Rundfunkstörer mache ich 
ausfindig. Das ist allerdings kein großes 
Kunststück, denn die wenigen Besitzer von 
Elektrogeräten sind mir persönlich bekannt, 
so daß eine kurze Umfrage in der Nachbar- 
schaft schnell den unbewußten Übeltäter er- 
mittelt. Gelingt mir dann die Entstörung 
nicht, so hilft die Funkstörungs-Meßstelle der 
nächsten Kreisstadt weiter. Die Beamten be- 
suchen uns, und mit ihren großen Erfahrun- 
gen finden sie im Handumdrehen die gün- 
stigste Entstörschaltung, die ich dann sofort 
einbaue. 

Bisher ging alles reibungslos, aber seit 
einigen Wochen quält uns ein Störgeräusch, 
das jeden Mittelwellenempfang unmöglich 


macht. Alle Rundfunkhörer des Ortes betei- 


ligen sich an der Suche nach dem Störer, 
...leider erfolglos! Wir haben die Funk- 
störungs-Meßstelle der Post benachrichtigt, 
die auch schon mehrfach ihren Suchtrupp her- 
schickte. Aber es ist wie beim Zahnarzt: 
Wenn die Beamten bei uns sind, ist der 
Empfang klar und sauber. Der Sitz dieser 
Postdienststelle ist 50 km entfernt, und ich 
kann nicht gut verlangen, daß die Leute 
über schlechte Straßen bei Wind und Wet- 
ter immer wieder vergeblich herkommen. 
Es müßte doch eigentlich möglich sein, daß 
ich für sie eine gewisse Vorarbeit leiste und 
versuche, die Störquelle wenigstens roh mit 
einem Reiseempfänger anzupeilen. Weil ich 
ständig am Ort bin und sofort beim Auf- 
treten der Störungen etwas unternehmen 
kann, befinde ich mich ja im Vorteil. Wenn 
ich so die ungefähre örtliche Lage ermittelt 
habe, müßten es doch die Beamten leichter 
haben, den Störer zu finden, auch wenn 
dieser bei ihrem nächsten Besuch gerade 
nicht in Tätigkeit ist. Läßt sich mein Vor- 
haben verwirklichen?“ 

Uns schien dieser Vorschlag recht ver- 
nünftig, und da es auf dem flachen Land 
sicher häufig ähnliche Fälle gibt, besuchten 
wir den Leiter einer Funkstörungs-Meßstelle 
und fragten ihn nach seiner Meinung. Hier 
ist das Ergebnis der Unterhaltung: 

Die Post ist im allgemeinen mit dem Er- 
folg ihrer Entstörarbeit recht zufrieden. Die 


452 


Meldungen von Mittelwellen - Rundfunk- 
störungen sind in den letzten Jahren immer 
mehr zurückgegangen. Das Hauptarbeits- 
gebiet bilden zur Zeit das Auffinden und 
Beseitigen von UKW- und Fernsehempfangs- 
Störungen. Solche Fälle, wie sie unser Leser 
schildert, kommen aber trotzdem immer 
wieder vor. Die Störsuchtrupps der Post 
kommen zwar sofort, wenn man die Stör- 
meldekarte ausgefüllt und eingeschickt hat, 
sie kommen auch immer wieder, wenn sie 
nicht gleich Erfolg haben, aber in einem 
Fall, wie er hier geschildert wird, muß man 
auch Glück haben. Die angebotene Mitarbeit 
des Radiohändlers kann deshalb sehr nütz- 
lich sein. 


Die Post führt zur Zeit Störsuchempfänger 
der Firma W. Quante, Wuppertal, ein, die 
über einen Grenz-, Mittel- und Langwellen- 
bereich verfügen, als Überlagerungsempfän- 
ger arbeiten und für Kopfhöreranschluß ein- 
gerichtet sind. Zum groben Anpeilen des 
Störers benutzt man den eingebauten Rah- 
men, während im Nahfeld eine Tastantenne 
sehr gute Dienste leistet. Daneben werden 
auch noch normale Reisesuper verwendet, 
die mangels geeigneter Spezialgeräte kurz 
nach Kriegsende angeschafft wurden und 
die sich als recht brauchbarer Notbehelf er- 
wiesen. Es ist also gar nicht ausgeschlossen, 
daß unser Elektromann mit seinem Gerät 
Erfolge erzielen wird. 


Wichtig ist, daß an Stelle des Lautspre- 
chers ein Kopfhörer angeschlossen wird und 
daß man vorübergehend den eingebauten 
Schmwundausgleich abschaltet. Nur so lassen 
sich einigermaßen deutlih Maximum und 
Minimum des Störgeräusches erkennen, wenn 
man mit der eingebauten Ferritantenne nach 
der Störer-Richtung sucht. Man muß sich 
dabei daran erinnern, daß der Empfang dann 
am lautesten ist, wenn die Ferritantenne mit 
ihrer Breitseite zum Sender zeigt. Für den 
Empfang der Störquelle gilt dasselbe. Da 
sich das Maximum nicht so deutlich wie das 
Empfangsminimum bestimmen läßt, wählt 
man in der Praxis besser den umgekehrten 
Weg. Man sucht also die Kofferstellung für 
den leisesten Empfang der Störungen und 
weiß dann, daß der Störer in der Verlänge- 
rung der Ferritstab-Achse zu finden ist. Zwei 
Peilungen von verschiedenen Standorten er- 
geben einen gedachten Schnittpunkt, an dem 
der Störer sitzen muß. 


Die Praxis hat gezeigt — das ist jedem 
Labortechniker wohl bekannt, daß unser 


. mittel 


Ohr träger reagiert als das Auge. Es ist 
daher angebracht, die akustische Kopfhörer- 
anzeige durch eine Instrumentenanzeige zu 
ergänzen. Am einfachsten schaltet man ein 
Milliamperemeter in den Anodenstromkreis 
der geregelten Röhren, das die Wirkung des 
Schwundausgleiches erkennen läßt und einen 
Rückschluß auf die Feldstärke erlaubt. Man 
wird also zunächst mit abgeschalteter 
Schwundregelung eine Grobpeilung nach Ge- 
hör vornehmen und bei eingeschalteter Rege- 
lung das Instrument beobachten. Geringste 
Feldstärken entsprechen höchstem Anoden- 
strom und umgekehrt. 


Im Nahfeld der Störungsquelle versagt 
dieses Verfahren. Hier kann nur die Tast- 
antenne weiterhelfen oder die Spezialerfah- 
rungen der Peilfachleute führen zum End- 
erfolg. Man sollte daher die Störungssuche 
stets der Post überlassen, sofern das irgend- 
wie möglich ist. Sie versieht diesen Kunden- 
dienst völlig kostenlos und nimmt außerdem 
eine sofortige Probeentstörung vor. Der zu- 
ständige Elektrofachmann wird außerdem 
kostenlos unterrichtet, welche Störschutz- 
endgültig von ihm einzubauen sind. 
Immerhin ... in abgelegenen Gegenden kann 
eine Mitarbeit des örtlichen Radiohändlers 
in der beschriebenen Art sehr wertvoll sein. 

Fritz Kühne 


Ein Bildröhrenprüfgerät für den 
Fernseh-Service 


Wegen des großen Interesses, das diese 
Gerätebeschreibung in der FUNKSCHAU 
1957, Heft 9, Seite 231 gefunden hat, brin- 
gen wir hier zur Ergänzung noch eine Ein- 
zelteilliste für die Leser, die ein solches 
Gerät bauen wollen. 


Im Modell verwendete Einzelteile 


» 


Netztransformator, Daten wie im Hauptaufsatz 
beschrieben, Kern und Wickelkörper M 65 


1 Sicherungselement Best.-Nr. 4002/a 

1 Signallampe mit roter Domlinse } Best.-Nr. 
ı Signallampe mit Klarglas-Domlinse 2010 S 1a 
2 


Kleinstglimmlampen Best.-Nr. 2838/220 V 

Sockel E 10 

Druckknopftaste, Best.-Nr. 1030 S 1/A 

Finsterhölzl, Ravensburg 

Kleinflächengleichrichter AEG E 400 C 30 

Elektrolytkondensatoren 16 uF/350 V 

regelbarer Drahtwiderstand 20 2, 5 W, 

Rosenthal-Isolatoren GmbH 

Drahtwiderstand 30 kQ + 10%, 4 W 

Schichtwiderstände 80 kQ + 10%, 0,5 W 

Schichtwiderstand 20 kQ + 10%, 0,5 W 

Drehwiderstand 100 kQ lin, Listen-Nr. 3613, 

Preh, Bad Neustadt 

Schichtwiderstand 1 MQ + 10%, 0,5 W 

Drucktastenschalter 4X L17,5 N, beige 4 u. 

Schadow, Berlin-Wittenau 

Duodekalfassung, Best.-Nr. 4572, Preh, 

Bad Neustadt 

Kurzschlußstecker 

isolierte Buchsen 

Für das etwa 1 m lange Zwischenkabel: 

1 Duodekalfassung 4572, mit Kappe 4481 D/6 
Preh, Bad Neustadt 

1 10poliger Kupplungsstecker 4571, Preh, 

Bad Neustadt 


D - 


mv 


» mr rPreve 


om 





„Dieses Büchlein enthält wenig Theorie. Der Leser 
findet keine Formel und keine Rechnung, dafür ent- 
hält es die vollständigen Unterlagen und Konstruk- 
tionszeichnungen zum Bau eines wirklich brauchbaren 
2-m-Hand-Sprechfunk-Gerätes.” 

Diese Sätze aus dem Vorwort sind u. a. eine Erklärung 
dafür, daß Band 49 der „Radio-Praktiker-Bücherei” 


UKW-Hand-Sprechfunk-Baubuch 
Von Ingenieur H. F. Steinhauser 


schon in der 3. und 4. Auflage vorliegt. Die Nevauf- 
lage erschien erst in diesem Jahr, und sie enthält 
somit den neuesten technischen Stand dieses be- 
gehrten Amateur-Gebietes. 

RPB 49 — 64 Seiten mit 45 Bildern, darunter 20 maß- 
stäblichen Konstruktionszeichnungen, Preis 1.40 DM 


FRANZIS-VERLAG - MÜNCHEN 


Heft 16 /FUNKSCHAU 1957 
754 


Ingenieur-Seiten 


Die Schaltungstechnik eines modernen Fernsehempfängers 
Von Dipl.-Ing. W. Bruch 


Die Fortsetzung dieser Arbeit aus der FUNKSCHAU 1957, 
Haft 15, Seite 418 bringt weitere Ausführungen zum Zeilen- 
ablenkteil, seinen Störeffekten und ihre Beseitigung. 


Zeilenamplitudeneinstellung 


Die Einstellung der richtigen Größe der Horizontalablenkung könnte 
auch durch Beeinflussung der Rückwärtsregelung erzielt werden. Dann 
würde sich aber damit auch die Hochspannung ändern und es würden 
dann eventuell Geräte mit verschiedener Hochspannung _ geliefert 
werden. Da man sich mit der Hochspannung von der Seite des Geräte- 
bauers her im Interesse einer guten Schärfe gern gerade so hoch 
legen möchte, wie es für die Bildröhre zugelassen ist, muß man auf 
diese einfache Regelmöglichkeit verzichten. Es wird dann zweckmäßig 
sein, die Einstellung in der Fabrik und die eventuelle Nachstellung 
im Service durch einen zusätzlichen kontinuierlichen Regler vorzu- 
nehmen, der bei der Einstellung einer anderen Zeilenbreite die Hoch- 
spannung konstant hält. Dieses ist möglich durch die Einführung 
eines Differential-Amplitudenreglers. Er besteht aus einer variablen 
Induktivität L, in Serie zur Ablenkspule (wegen der symmetrischen 
Ablenkung muß zur Vermeidung von Partialschwingungen der Regler 
in die mittlere Zeilenspule gelegt werden) und einer variablen Induk- 
tivität L, parallel zu einer bestimmten Windungszahl innerhalb der 
Ablenkspulenanschlüsse, siehe Bild 12. Die Regelung der beiden 
Induktivitäten erfolgt durch Verschiebung eines Ferritkernes und zwar 
so, daß die Induktivität zwischen den Punkten 1 und 5 am Zeilen- 
ablenktransformator (Bild 12) bei Regelung der Zeilenamplitude kon- 
stant bleibt und damit auch der Zeilenrücklauf unverändert bleibt. 
Das bedeutet nun, daß bei Vergrößerung der Serieninduktivität (ent- 
spricht Vergrößerung der gesamten Zeilenspuleninduktivität und 
damit Rücklaufverlängerung) die Parallelinduktivität L, so zu ver- 
ringern ist, daß die Rücklaufverlängerung aufgehoben wird. Die 
Amplitudenregelung selbst beträgt bei dem beschriebenen Trans- 
formator des Gerätes FE 14 etwa +6% der Mittelamplitude. 


Geometrieregelung 


Durch ohmsche Verluste im Zeilenablenktransformator sowie durch 
den von Null abweichenden Innenwiderstand der Boosterdiode wird 
der an sich zur fehlerfreien Ablenkung notwendige lineare Sägezahn- 
stromverlauf in der Zeilenspule nicht ganz erreicht und man beobachtet 
demzufolge eine fehlerhafte Zeilengeometrie. Außer diesem unsym- 
metrischen Geometriefehler gibt es noch den sogenannten symmetri- 
schen Geometriefehler oder Tangensfehler. Der Tangensfehler kommt 
dadurch zustande, daß das Zentrum der sphärischen Bildschirmober- 
fläche nach Bild 13 wesentlich hinter dem Ablenkzentrum des Elek- 
tronenstrahls liegt. Zur Vermeidung des Tangensfehlers muß die 
Schreibgeschwindigkeit des Elektronenstrahls am Beginn und am Ende 
der Zeilen von der Linearität abweichend verringert werden. Dieses 
erreicht man durch Serienschalten einer Kapazität zur Ablenkspule 
Cr (Bild 19). Durch diese Kapazität vergrößert man die Kreisfrequenz 





022uF 








PY83 Zeilenspule 


Bild 12. Zeilentransformator 
mit Differential-Amplituden- 
regler 


Yr, Auslenkung bei linearem Stromsägezahn 





Y2’ für lineare Auslenkung 


Bild 13. Symmetrischer Geometriefehler. Der Tangensfehler und seine Kom- 
pensation durch einen entgegengesetzt verzerrten Ablenkstrom; Auslenkung 
Vy bei linearem Stromsägezahn, Auslenkung — yg = in der Ablenkspule 


bei leitender Boosterdiode und legt sich damit mit Beginn und Ende 
der aus dem Sinusverlauf herausgeschnittenen Stromfunktion ent- 
sprechend Bild 14 näher zu den Extremwerten. Der unsymmetrische 
Geometriefehler wird durch Einkoppeln eines in Phase, Amplitude 
und Frequenz entsprechenden Sinusvorganges in den Ablenkstrom- 
verlauf kompensiert. Der diesen Sinusverlauf erzeugende Geometrie- 
kreis in Bild 19 besteht aus Lg, Ca und Re und wird durch den Wick- 
lungsteil zwischen 5 und 6 erregt. Die Geometrieentzerrung erfolgt 
kontinuierlich bis zur völligen Symmetrie zwischen linker und rechter 
Zeilenrasterseite. Außer auf den unsymmetrischen Geometriefehler 
hat diese Art der Geometrieregelung auch Einfluß auf den Tangens- 
fehler, d. h. die Regelung selbst erlaubt eine optimale Einstellung der 
Zeilengeomettrie. 


„Spoke“-Beseitigung 

Neben den bis jetzt erwähnten Erscheinungen gibt es noch eine 
Störung, die von den Amerikanern mit spoke bezeichnet wurde. Sie 
besteht aus einem dunklen Balken am linken Bildrand. Bild 15 zeigt 
eine solche Störung, vom Bildschirm aufgenommen so gut, wie man 
eine solche Erscheinung fotografisch aufnehmen kann, und Bild 16 
das dazu aufgenommene Oszillogramm an der Steuerelektrode der 
Braunschen Röhre, bei frei laufendem, nicht synchronisiertem Raster. 
Man sieht die außerordentliche Größe dieser Störung, die selbstver- 
ständlich recht unangenehm auf die Synchronisierung wirken kann. 
In Bild 17 ist dagegen eine Aufnahme einer BK-Störung auf dem 
Empfänger-Raster gezeigt, und in Bild 18 das dazugehörige Oszillo- 
gramm, wieder an der Steuerelektrode der Braunschen Röhre aufge- 
nommen. 

Durch den steilen Anstieg des Diodenübertragers in der Booster- 
diode der PY 83 unmittelbar nach Beginn des Zeilenvorlaufs ent- 
steht eine Schwingung mit großer Amplitude, die jedoch wegen 
des geringen Widerstandes der Diode stark bedämpft ist. Bei der 
außerordentlich hohen Empfindlichkeit der modernen Fernsehempfän- 
ger mit der Eingangsröhre PCC 88 werden diese ausgestrahlten 
Schwingungen vom eigenen Empfänger noch so stark aufgenommen, 
daß sie bei Fernempfang am Anfang des Zeilenvorlaufs den mehr 
oder weniger starken schwarzen Balken im Bild ergeben. Außerdem, 
da die Phase der hochfrequenten Schwingung mit den Synchronisier- 
impulsen nicht koordiniert ist, beeinflussen sie die Synchronisierung 
derart, daß die senkrechten Linien ausreißen und ein größerer Ein- 
fluß des Rauschens auf die Zeilensynchronisierung vorgetäuscht wird. 
Diese Erscheinung tritt vorwiegend bei Empfang im Band I mit Ein- 
bauantenne auf. Sie kann durch kapazitätsarme Drosseln unmittelbar 
an der Anode und Katode der Boosterdiode soweit unterdrückt 
werden, daß sie auch bei Fernempfang mit Einbauantenne im Band I 
nicht mehr stört. Die Drosseln verhindern durch ihre Induktivität 
einen zu schnellen Anstieg des Diodenstromes, so daß Oberwellen 
im Empfangsgebiet nicht mehr in dem Maße auftreten können; sie 
verhindern außerdem die Ausstrahlung der in der Diode auftreten- 


den Schwingungen. 





Ablenkstrom 


—t —t 
M f Nicht entzerrt Entzerrt, mit Tangens- 
in der Ablenkspule erforderlicher Strom fehlerkompensafion 


Bild 14. Unsymmetrischer 
Geometriefehler 


erforderlicher Strom für lineare Auslenkung 





Bild 16. Oszillogramm der 
Spoke-Störung 


Bild 15. „Spoke“-Störung (dunkler 
Balken links) 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
755 





Bild 18. Oszilloegramm zu 
Bild 17 


Bild 17. Barkhausen-Kurz-Schwin- 
gung auf dem Empfangsraster 


453 


getastete Regelung 
und Phasendiskriminator 


Schirmgitter— 
30V = 
N Bildröhre 































































































öteuersäge-' | j 
zahn | Spitzenstrom Katode PL87 Schinmgiter pt 8 
Steuergitter! Geometrieregler | 
Bildröhre | uf OluF za "° Eee Sn 
er 1 238mA 1327 
Helligkeits- : 0 
regler 22,0 
9 an IH | 30mA --- 
200p | Spitzenstrom Vergleichsimpuls 
: } t 2200 1 Anode PY83 (Abgriff 4) 
Vertikal- Begrenzer- Differential- | 
aust = = schaltung für regler | R 
MARKT Zeilenaus- ke = 
ı fasfung Zeilenspule u 
IOnF 

Anoden- HooRR MM 160V 
spannung \ n 
Nf-Vorstufe Fr | 

Bild 19. Gesamtschaltung der Zeilen-Endstufe öreverimpuls Restspannung 

Gitter 7 PL87 Anode PL81 


Bild 19 zeigt die vollständige Schaltung der Zeilenablenkung. Über 
die jetzt beschriebenen Einzelheiten hinaus ist in dieser Schaltung 
noch eine Diode für die Zeilenaustastung enthalten. Die Bildröhre 
wird bei diesem Empfänger sowohl während des Bildrücklaufs als 
auch während des Zeilenrücklaufs am Steuergitter dunkelgetastet. Der 
Zeilenaustastimpuls wird am Zeilentransformator von Punkt 2 ab- 
genommen. Da bei einer eventuellen Welligkeit des Vorlaufs (d. h. 
also des Spannungsverlaufs zwischen den Austastimpulsen) der 
Strahlstrom der Bildröhre in gleichem Takt moduliert würde, wird 
der Vorlauf mittels einer Diode bereinigt und dadurch ein einwand- 
freies Zeilenraster erzielt. 

In Bild 20 sind die vom Oszillografen abgezeichneten Oszillogramme 
enthalten. Ein Kommentar in diesem Rahmen ist wohl überflüssig, da 
hier mehr die allgemeinen Erscheinungen beschrieben werden sollten 
und nicht beabsichtigt war, so ausführlich auf die für die Dimensio- 





Bild 21. Rücklaufimpuls, an der Niederspannungsmwicklung 
abgenommen 





Bild 22. Zeilentransformator im geöffneten 
Abschirmkasten 


454 





Bild 23. Zeilen-Endstufe mit gedruckter Schaltung 


Bild 20. Oszillogramme am Zeilenablenk- 
transformator 


nierung des eigentlichen Transformators wichtigen Stromabläufe ein- 
zugehen. Aus dem Diagramm ist bereits zu ersehen, daß die Rest- 
spannung nicht bis unten gesteuert wird. Zur Ergänzung der gezeich- 
neten Diagramme ist in Bild 21 noch ein Impuls der Rücklaufspannung 
am Niederspannungswickel oszillografisch aufgenommen. Man sieht 
in diesem Oszillogramm sehr deutlich die saubere Basis während des 
Hinlaufs, man ahnt noch die dritte Harmonische und kann die Wir- 
kung der Abstimmung sehr schön an der Einsattlung des Impulses 
sehen. Bild 22 zeigt den kompletten Zeilentransformator im geöffneten 
Abschirmkasten. Man sieht sehr deutlich den Zwischenring für die 
Abstimmung zwischen Niederspannungs- und Hochspannungswickel. 
Rechts neben der Hochspannungsgleichrichterröhre ist der Differential- 
amplitudenregler zu sehen und links oberhalb des Hochspannungs- 
transformators die Spule für die Geometrieregelung. Bild 23 zeigt den 
halb geöffneten Kasten von der anderen Seite, mit der gedruckten 
Schaltung für die Endstufe. 

Um noch einmal zusammenzufassen: Der in Bild 22 und 23 gezeigte 
Kasten enthält die gesamte Schaltung, wie sie in der Schaltung Bild 19 
aufgezeichnet ist. 

Zum Abschluß noch die elektrischen Daten für den Transformator, 
gemessen bei einem Strahlstrom von 100 uA: 


Batteriespannung: Ug = 230 V 
Hochspannung: Up = 16kV 
Boosterspannung: Upoo = 420 V 
Anodenstrom: I, = 114 mA 
Schirmgitterstrom: 129 = 15 mA 
Anodenspitzenstrom: Iygs 7 240 mA 
Schirmgitterspitzenstrom 19955 = 25 mA 
Mittlere Anodenrestspannung: U,R = 38V 
Maximalamplitude: a = 418 mm 


Innenwiderstand der Hochspan- 
nungsquelle: R; 5,5 MR 


Regelbereich des Differential- 


amplitudenreglers: 
sa 
—_ = £E6% 
a 

Rücklauf: ca. 17,5 %0 


Die Aufsatzreihe wird auf den 
Ingenieur-Seiten der folgenden 
Hefte fortgesetzt 


Heft 16 /FUNKSCHAU 1957 


756 


Künkvechnische Srbeitsbldler 
Darstellung periodischer Funktionen 
durch Fouriersche Reihen 


DK 517.5 


Mth 31 


2. Ausgabe 
4 Blätter 





A. Numerische Methode für empirisch gefundene Kurven 


1. Allgemeines 


Gegeben ist ein periodischer Kurvenverlauf. Die Periode ist 2x. 
Eine Periode wird in 2n Teile zerlegt, so daß ein Teil die Breite 


2B— = ‚d.h. 120 m Winkelmaß hat. 


2n n" 


(Bild ı) 


Bekannt sind also die Ordinaten oder Amplituden an den 
einzelnen Stellen x0, x1, X2, ..» 


Verlangt ist: eine Funktion zu bestimmen, deren Kurvenver- 
lauf sich der banan Kurve möglichst weit annähert. 
Die Funktion soll von der allgemeinen Form sein: 


fx)=w + aı cosx+ aa cos 2x + azcos3x... (1) 
+ bı sin x+ba sin 2x + ba sin 3x... 
oder abgekürzt 
n n 


ffx)=m+ a, cosAx + 3 b, sinAx 
ı=1 =! 


(la) 


Die Aufgabe besteht also darin, die 
Koeffizienten ao, aı, a2, ay,...bı, ba, 
ba,...zu bestimmen. Setzt man diese 10 
Koeffizienten in die Gleichung (1) ein, 
so soll der Kurvenverlauf der so gebil- 
deten Funktion dem gegebenen Kurven- 
zug (Bild 2) möglichst getreu ent- 
sprechen. 


Dieses Verfahren dient z. B. in der Ton- +4 
frequenztechnik und Elektroakustik da- 
zu, um aus Öszillogrammen auf den 
Gehalt an Grundwelle und Oberwellen 
zu schließen und Klirrfaktoren zu er- 
mitteln. 0 


2. Die Koeffizientenbestimmung 


Zahl der Teile, in die der 


Kurvenzug zerlegt wird 


gesetzt werden; normalerweise ver- 
wendet man aber zur Rechnungsverein- 
fachung dafür eine durch 2 teilbare 
Zahl, meistens n = 4 oder 6, also 2n = 8 
oder 12. 


An sich kann für n eine beliebige Zahl | 


757 





Bei einer Teilung in acht Abschnitte liegen dann die Meß- 
punkte, bezogen auf die Grundwelle, bei 0%, 45°, 90°, 135°, 
1800, 2250, 270°, 315°, 360° und bei einer 12er-Teilung bei or, 
30°, "60r, 90, 120°, 150%, 180°, 210°, 240°, 270°, 300°, 330°, 360°. 
Es werden — mit Rücksicht auf die praktische Bedeutung — 
nur diese zwei Einteilungen hier ausführlich behandelt. Zum 
Schluß werden die allgemeinen Formeln für eine beliebige 
Unterteilung angegeben (Abschnitt A 6). 


3. Bestimmung der Koeffizienten bei Teilung in acht 
Abschnitte 

Aus der Kurve oder Tabelle werden die acht Ordinaten yı, 

Y2, Y3, Y4, Yö, Y6, yr und yg entnommen. Aus diesen bildet man 

folgende Summen und Differenzen: 


Differenz 





Daraus bildet man 
erneut folgende 
Summen und 
Differenzen: 







“ 













Errechnete Summen s 
so+ts4|sı +53 


KR: 
mem TE TE 
=o, =o% 











Bild 2. 
Einleitung des Kurvenzuges 
in acht Ordinaten y, bis Yg 





Mth 31 


Aus diesen Summen (o, 0’) und Differenzen (ö, ö) berechnen 
sich die Koeffizienten nach folgenden Formeln: 


a Bu=n— nt 


4a=d0+4 v2: 51 4b = V201 + 0% 
en Ab» = di 
4 = 80-4 V2-8ı Abs = VE. 010% 


Mi diesen so errechneten Werten wird die Funktion f (x) ge- 
ildet: 


f(x) = m + ar cosx + a2ecos2x + a3cosI3x + 
a4cos4x +bısinx + b2asin2x + ba sin 3x 







Bild3 
Q, % % do On 
% 





Bild 3 
9 ß 9% Q, % % 


4. Bestimmung der Koeffizienten bei Teilung in zwölf 
Abschnitte 


Wie in Abschnitt 3 werden aus den zwölf Ordinaten yı... 
folgende Summen und Differenzen gebildet: 


Gegebene Er yı y2 y3 y4 Y5 
Ordinaten yi2 yı y10 y9 yg 7 
Yıa [YıtYı1|YatYıo|YatYg |YatYs |Y5+Y7 
=S =5 = = = zus 
r Y1ıY11|Y2Yı1o| Y3TY9 | YaTYe | Y5TY7 
Zweite Summen- und Differenzbildung: 
Errechnete Summen s sera 
5 
sotsg s+% s9+34 
° = of = 0, = 
Differenz 2076.10, 5.1. 9.24 
= 9 = ö, = 9, 


Errechnete Differenzen d ers 
5 
dı+d; |da+d, 
=0,|=0% 
Differenz dı=d, |da=d, 
=d, |=&% 


Aus diesen Summen (o, 0”) und Differenzen (ö, ö”) berechnen 
sich die Koeffizienten nach folgenden Gleichungen: 


yı2 





















Bo=o+to+02+03 2 = 0 —01 +02—03 


re 1 I. 1 
sa=do+7V3-dı td 6bi=cd1t+z VI +7 ch 

1 1 1. Een 
ba=m+z1— 7rn—o 6b>= 4 V3-51 +2 V3-8% 
6az = 9 — 2 6b; = L 0140, 


1 = a 
—7R+ 0 6b4=4V3-91—, V3-ds 


6; = 6bs = 1-2 V3or +2 05 


Is 1 
5973-81 +7’ 7 


Mit diesen Koeffizienten wird die Funktion f (x) gebildet: 


f(x) = m +a1cosx + a2cos2x +a3cos3x + 


a4cosAx + Qa5cos5x + agcos6x 
+ bı sinx + basin2x + ba sin3x + bi sin 4x 
+ b; sin5x 


Nachdruck verboten! 


5. Zahlenbeispiel y= 0138 Y=— 8,58 
Gegebene Ordinaten: a Re 
yy = — 11,41 y= 32 
yy=— 804 y3= 876 







Gegebene Ordinaten 






0.48 170 a 3104 
878 2. 358 
so 

8,76 0 199 Br 
= Bas 


so 

8,76 3. 
PAu 
EEE 
1 


Errechnete 
Differenzen 


d 


Errechnete 
Summen 
s 







5.66 in 


Den [I 


Daraus berechnen sich die Koeffizienten: 





Sn =-n+ta+a= 072 —164 + 0,72=—14% 
a = — 1,97 
dan = do +5 12-51 = 1680 + 0,707 - 2358- 33,47 
a= 83 
aa=0—o = 072 — 0,2 = 0 
a= 0 
4az = do — 2 .d4 = 1680 — 077 :.2358=- 0,13 
a = 0,03 
Bu =m—c+m = 072 +1640 + 0,72= 17,84 
a = 223 
1 
4bı = 7/2 0 +or= 0,707: (-5,66)— 412= — 8,12 
br =— 208 
4b2 = ö1’ = 0 
) be = 0 
4b =7 2-0 —or = 0,707. (5,66) + 412= 0,12 
bs = 0,03 


Damit lautet die Funktion f (x): 
f(x) = — 1,87 + 8,37 cosx + 0,03cos3x + 2,23 cos 4x 
— 2,03 sinx + 0,03 sin3 x 


6. Allgemeine Formeln für die Koeffizienten 
a) Der Koeffizient ; 

n 
N. re 
Mit o sind die einzelnen Teilpunkte auf der x-Achse bezeich- 
net. 2n ist die Anzahl aller Teilpunkte (in Bild 3 also 2n = 22). 
Yo sind die Amplituden an den einzelnen Teilpunkten o. 
b) DieKoeffizienten a, (aber nicht für u = n), also aı, 
Q3, Q3... 


a "nn 


. 2a 


HN I yo: cost xe 
Mo 

Die Bedeutung von n, 2n und yo siehe unter a), für cos u Xe 
ist einzusetzen: 
und zwar bei Berechnung von a a2 az 

cosl-xg C0OS2-Xg COS3-Xo 
Dabei läuft o von 1... 12 (nach obigem Beispiel), jedoch sind 
die einzelnen Abszissenwerte in dem zugehörigen Winkel ein- 


zusetzen. 
Beispiel: 12er Teilung 


= Q 
[xo = 120. 2) xı = 300, xo = 60%, x9 = 900 


Wir erhalten also für cos u xo, und zwar bei Berechnung des 
Koeffizienten as und einer 12er Teilung folgende Werte: 


cos 230°, cos 260°, cos 290°, cos 2: 120°... 


Mth 31/la. 8.1957 


758 


Periodische Funktionen 


c) DerKoeffizientm 

2n 

sea y el} 

No=1 ® 
Die Bedeutung von n, 2n, oe und yo siehe unter a). 
d) DieKoeffizienten bs, 


Die Bedeutung von n, 2 n, yo sche unter a). Die Glieder sin u. xe 
werden genau wie die &feder cos uxXo berechnet. Bei Be- 
rechnung des Koeffizienten bı und einer Teilung in acht Ab- 
schnitte erhalten wir folgende Werte für sin u. xe: 


Mth 31 Blatt 2 


sinl-xı =sinl: 459 = 72 
sinl’xga=sinl- 0= 1 
sin + = sinl-139 = 4/2 
sin 1x4 = sin 1: 180° = 0 
sin 1-5 = sin 1-29 = — 4/2 
sin1’x: = sin] 270° = — 1 
sin 1+x7 = sin 1-31 = — 2 
sin 1-xg = sin 1: 360° = 0 


B. Zerlegung gebräuchlicher Kurvenzüge 


In vielen Fällen liegen nun in der Nachrichtentechnik aber auch 
Kurvenzüge vor, die sich noch relativ einfach analytisch dar- 
stellen lassen. 


1. Beispiele: 


ILL 


ze, 
Mi28 


INNYYYVN 


Bild 4 bis 7 


Rechteckkurve 


(tritt auf 
beim Multivibrator) 


Sägezahnkurve 


(tritt auf 
beim Kippgenerator) 


Sinushalbwelle 


(tritt auf 
bei Einweggleichrichtung) 


Umgeklappte 
Sinusschwingung 


(tritt auf bei 
Zweiweggleichrichtung) 


Für diese und eine Reihe anderer ähnlicher Kurven braucht 
man die numerische Rechnung (Abschnitt A) nicht durch- 
zuführen. Hier lassen sich aus vorliegenden Funktionen der 
Kurven die Koeffizienten der Fourierschen Reihe berechnen. 


2. Regeln über die Koeffizienten 





Generell kann man sich dazu folgendes merken: Ist die 
Funktion ungerade, das heißt ist f(—) = —f (x), 
Beispiel: 
Bild 8 








dann enthält die Reihe nur sin-Glieder. Ist die Funktion 
gerade, das heißt ist f (— x) = f (x), 


Beispiel: faT fir) 


Bild 9 





_ -x ’ X — 


dann enthält die Reihe keine sin-Glieder. Hat die Kurve 
eine weitere Symmetrielinie [z. B. f (x) =f (n—.xJ], 





Beispiel: 


fa) Fr) 





Bild 10 





-—-y 
fallen in der Fourier-Reihe, die nur aus sin-Gliedern besteht, 


alle die fort, deren Argument ein geradzahliges Vielfaches 
von x ist. Es bleiben also nur sin x, sin 3x, sin 5x usw. 


759 


Oder zum Beispiel: Bild 11 








Hier fallen in der Reihe, in der facR 
die sin-Glieder fehlen, alle die f 
cos-Glieder weg, deren Argu- 1) 

ment ein ungeradzahliges Viel- _,_ 0 A, mM 


faches von x ist. Es bleiben 
nn nur: do, cos 2x, cos 4x 
cos6x 


3. Grafisches Beispiel: Rechteckkurve 


Addiert man an Hand der Reihe für eine Rechteckkurve die 
Grundwelle und die Oberwellen grafisch, sieht man ohne 

weiteres ein, daß die oben aufgezählten Gesetzmäßigkeiten 

nun den Fortfall bestimmter Gliedergruppen ihre Berechtigung 
aben. 


Formel für die Rechteckkurve (Bild 12): 
4h |. sin3x sin5x 
ee nr = 5) 
YJ 


a) Rechteckkurve 





Bild 12 


b) 1. Annäherung 
sin x 





Bild 13 


cos x muß wegfallen, da er für x = 0 den Wert 1 hat, während 
ja die Funktion für x = 0 durch Null gehen soll. sin2x (in b 
gestrichelt eingezeichnet) muß wegfallen, da jede der beiden 
Halbwellen durch Summation von sinx und sin2x sehr un- 
symmetrisch würde. 


„SINX 





Bild 14 


sin 3x 


3 





c) 2. Annäherung sinx + 















Bild 15 „SINx le 3X 
SINIX, SINSX 
5) 
inx+ SM3X 3 5 
= ; sin3x sin5x 
d) 3. Annäherung [sin x+ 3 ee: 


Mth 31 


4. Berechnung der Fourier-Reihe Entsprechend ergibt sich nach B 4a: 
Ein periodischer Schwingungsvorgang läßt sich gewöhnlich 
durch eine Summe von harmonischen Schwingungen (Grund- 


welle, Oberwellen und Gleichstromglied [f = 0]) ersetzen. Das h ee 
heißt, die periodische Funktion f (x) kann durch = = f (x) cos nx dx 
Pf 
o 


f(x) = a + a1 cosx + Q2C0S2xX + a3 cos3x... 
+ bı sin x + ba sin 2x + bs sin 3x... 


dargestellt werden. e 


o° 

Es ist also notwendig, die Koeffizienten dieser Reihe: _h . . 

@, Q1...An, bi...Dn zu bestimmen. Dee: sin x cos nx dx + sin x cos nx dx 
—« o 

a) Euler-Fourier-Formeln zur Bestimmung 

der Fourier-Koeffizienten. 


2n = 
o= 2 [tn on [ sinxeosnxen + | sinxcosmx dr 
7 TC 
° 


o 


n uf 


° 
2x 
a= — [ti cos dx x 
> h|l.73 1 
o er [ZI (x —nx) dx + — sin (x + mx | dx + 
B10 u 
° 








en n=1,2,3,4... 2 
bı = — [18 sinnx x 
° Eu 
b) Darstellung der Fourier-Reihe in kom- + [| sn no ax + sin + m] dx 
plexerSchreibweise. 2 2 
o° 
ES inx 
fX)= EIme 
ze A \ —n 14 —sx 
Die Koeffizienten a, können bestimmt werden durch: rg m 1= | + Fer] + 
o° o° 


+n 
n= au | wer" 


7 m 
„[estt mx], [Zessli+nx 
c) Beispiel für die Berechnung nach 4a, d.h. | I—n | | | 
mit den Euler-Fourierschen Formeln. - o o 
Gegeben sei eine umgeklappte Sinusschwingung (Bild 16) 


Da cos (— x) = cos n, kann vereinfacht werden: 


h Bild 16 x x 
| | ee ih — cos (I—n)x —cos(l+n)x 
: ur | I—n +2] I+n | 











° o 
für den Bereich — x... 0 ist f(x) = —sinx h h ' x a x 
N ; F ; — cos (|—n)x —cos(l+n)x 
für den Bereich 0... ist f(x) = + sinx ir I an] + Fo en 
Dann berechnet sich au nach B 4a in folgender Weise = 5 
2x 
a= =) f (x) dx Daraus berechnen sich die a-Koeffizienten wie folgt: 
5 aı entfällt nach Bild 11 
o E47 
_h er i __4#h 
eg [ sinxdx + | sinxck a=—-77 
—_ın ° 
e x az entfällt nach Bild 11 
h 
ne [<osx] + |-cosx]| PR: 95 
_n o a 35 
h 
Ba Da ne ae Die b-Koeffizienten, d. h. die sin-Glieder, entfallen nach Bild 9. 
Deshalb lautet die Gleichung für f (x) 
2 2h 4h [cos2x |, cos4x , cos6x 
= 2. een as tar >) 
Nachdruck verboten! Mth 31/2a. 8.1957 


760 


Schallplatte und Tonband 


Der denkende Plattenspieler 


Mit wenig Mitteln kann jeder Plattenspie- 
ler und natürlich auch jeder Wechsler dahin- 
gehend vervollkommnet werden, daß er nicht 
nur nach der letzten Platte automatisch aus- 
schaltet, wie es bisher selbstverständlich ist, 
sondern daß er auch noch das Rundfunk- 
gerät auf die vorher gehörte Sendung wie- 
der umschaltet. 


Für die Erweiterung des Plattenspielers 
sind folgende Einzelteile erforderlich: Zu- 
nächst ein kleiner Netztransformator mit 
einem M 42-Schnitt, der die Netzspannung 
von 220 V auf die erforderliche Relaisspan- 
nung herabsetzt (je nach Relais 6 oder 12 V), 
ferner ein Selengleichrichter (14 V/0,3 A), der 
die Gleichrichtung der Transformatorspan- 
nung übernimmt. Zur Glättung wird noch ein 
Niedervolt-Elektrolytkondensator von etwa 
750 uF Kapazität benötigt. Das zur Verwen- 
dung kommende Relais kann für eine An- 
sprechspannung von etwa 6 V berechnet sein 
und muß einen Umschaltekontakt besitzen. 







































































Bild 1. Blick auf die unterhalb eines Platten- 
spielerchassis montierten Einzelteile 


Diese Einzelteile werden ähnlich wie in 
Bild 1 gezeigt unterhalb des Plattenspielers 
oder Wechslerchassis montiert und entspre- 
chend der Schaltung Bild 2 verdrahtet. 


Der parallel zum Plattenspielermotor M 
liegende Netztransformator Tr erhält also 
beim Einschalten des Schalters S Spannung. 
Solange der Plattenspieler läuft, bleibt dieser 
Zustand erhalten. Die in der Gleichrichter- 
schaltung erzeugte Relaisspannung gelangt 
über die Leitungen a und b an das im Rund- 
funkgerät eingebaute Relais und läßt dieses 
anziehen. Da die vorher von der Diode des 
Empfängers zu dem Lautstärkeregler füh- 
rende Leitung unterbrochen und an die Re- 
laiskontakte U und R geführt wurde, legt 
sich jetzt beim Anziehen des Relais die Kon- 
taktfeder U in die Stellung A (U-R = Ruhe- 
kontakt, U-A = Arbeitskontakt des Relais- 
Federsatzes). 





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Bild 2. Schaltung der automatischen Umschalteinrichtung 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
761 





von Diode 


Rel.= Relais 
A,R = Relaiskontakte 
U = Kontaktfeder 


Die vom Tonabnehmer abgegebene Wed- 
selspannung gelangt über die Leitungen c 
und d an den Lautstärkeregler des Empfän- 
gers. Die Schallplattenübertragung erfolgt 
also, ohne daß vorher der Wellenschalter des 
Empfängers auf „Tonabnehmer“ geschaltet 
wurde. Daher ist auch einleuchtend, daß nach 
der letzten Schallplatte, wenn der Schalter S 
sich automatisch ausschaltet, der Transfor- 
mator stromlos wird und das Relais im Emp- 
fänger abfallen läßt. Über die jetzt wieder 
geschlossenen Kontakte U-R gelangt die Nie- 
derfrequenzspannung des Rundfunkempfän- 
gers wieder von der Diode zum Lautstärke- 
regler. Das vor der Schallplattenwiedergabe 
eingestellt gewesene Radioprogramm ist wie- 
der zu hören, ohne daß man wie bisher auf- 
stehen mußte, um den Wellenschalter umzu- 
schalten. 

Das im Empfänger unterzubringende Relais 
soll möglichst in der Nähe des Lautstärke- 


Neue Wege in 





Bild 3. Das Relais ist dicht neben den Lautstärke- 
regler des Rundfunkempfängers zu montieren 


reglers montiert werden, damit die Verbin- 
dungsleitungen nicht zu lang ausfallen und da- 
durch die Wiedergabe beeinflußt wird. Bild 3 
zeigt den Einbau des Relais direkt neben 
dem Lautstärkeregler eines Rundfunkgerätes. 


Gerhard O. W. Fischer 


der Ela-Technik 


Transistor-Mischpult mit fünf Kanälen 


Mischpulte galten bisher in Ela-Anlagen 
als komplizierte und empfindliche Spezial- 
einrichtungen. Um rauschfreies Regeln zu 
ermöglichen, muß man den Mischgliedern 
eine bestimmte Mindest-Tonspannung an- 
bieten, so daß jeder Mikrofonkanal eine 
eigene Vorstufe benötigt. Auf diese Weise 
kommen bei einem 5teiligen Mischpult acht 
und mehr Röhren zusammen, die nicht nur 
viel Raum beanspruchen, sondern auch be- 


trächtliche Stromkosten und damit eine 
erhebliche Wärme verursachen. Das neue 
Transistor - Mischpult Philips EL 6461/01 


(Bild 1) beschreitet völlig neue Wege. Dieses 
Pult benötigt zum Betrieb nur zwei 3-V- 
Stabbatterien, ist also netzunabhängig, läßt 
sich besonders in „fliegenden“ Anlagen sehr 
leicht installieren und zeichnet sich durch 
eine außergewöhnlich hohe elektrische An- 
passungsfähigkeit aus. 

Die Gesamtschaltung (Bild 2) zeigt vier 
Mischregler R1 bis RA, die sich an eben- 
soviele Mikrofoneingänge M 1 bis M 4 an- 
schließen. Die Schleifer der Mischregler sind 
über Entkopplungswiderstände E 1 bis E 4 
in der auch bei Röhrenschaltungen üblichen 
Art an den Eingangskreis (Basis) eines drei- 
stufigen gegengekoppelten Transistor-Sum- 
menverstärkers angeschlossen. Bei TA kann 
noch ein fünfter Kanal (z. B. Tonband, Platte, 
Rundfunk) eingeschleift werden, der über E5 
an die Basis des zweiten Transistors führt 
und der einen Anschlußwert von 320 mV 
an 3 kQ besitzt. Für diesen 
„Tonträgerkanal“ steht kein 
Mischregler zur Verfügung, 
weil die meisten der genann- 
ten Quellen einen eigenen 
Lautstärkeregler besitzen. 
Mit Hilfe dieses „Eigen- 
reglers“ ist aber gleichfalls 
eine vollwertige Mischung 
möglich. E5 ist so bemessen, 
daß seine Dämpfung gerade 
wieder von der nachfolgen- 
den Verstärkung ausgeglichen 
wird (0 dB). Am Summen- 
ausgang stehen demnach von 
sämtlichen Quellen rund 
300 mV an 10 Q zur Ver- 







fügung. Die Transistorbestückung verhilft 
ohne Anwendung eines Leitungsübertragers 
zu einem niederohmigen Ausgang, der den 
Anschluß auch reichlich langer unabgeschirm- 
ter Leitungen zuläßt. 

Die Anordnung hat bei M 1 bis M 4 eine 
Eingangsempfindlichkeit von 8 mV an 1,6 kQ. 
Das reicht bereits für den Anschluß von 
nahebesprochenen Handmikrofonen aus. 
Durch Anwendung eines Kniffes läßt sich 
die Empfindlichkeit der Mikrofonkanäle auf 
300 uV an 1,6 kQ, verbessern, wie man sie 





Bild 1. Transistor-Mischpult EL 6461/01 (Philips). 
Vorn: Zwei einsteckbare Transistor-Vorstufen 
für hochwertige niederohmige Mikrofone 
(200 bis 500 @ Innenwiderstand) braucht. 
Bemerkenswert ist, daß auch hierzu kein 
einziger Eingangsübertrager benutzt wird 
und aus diesem Grund Qualitäts-Engpässe 
und Brummgefahr elegant umgangen wer- 
den. Die Mikrofoneingänge laufen nämlich 
im Mischpult über Oktalsockel, die in Bild 2 
gestrichelt umrahmt und mit Anschlußzif- 
fern 1 bis 5 versehen sind. Normalerweise 
werden die zusammengehörigen Verbindun- 
gen durch einen Kurzschlußstecker über- 
brückt. Nach dessen Entfernung lassen sich 
transistorbestückte Vorstufen nach Bild 3 
einstecken, wie sie in Bild 1 zu sehen sind. 
Sie haben etwa die Größe einer amerikani- 
schen Stahlröhre (30 mm ©, 80 mm Höhe) 
und sichern die erforderliche Vorverstär- 
kung (rund 27fach|). Über den Stift 5 wird 
diesen Steckverstärkern die benötigte Be- 


455 


r- 
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triebsspannung von 6V bei 2mA zugeführt. 
Da sich so auf einfachste Weise die Ein- 
gangsempfindlichkeit in zwei Grobstufen 
einstellen läßt, ergibt sich nicht nur ein 
sehr erwünschtes Anpassen an die jeweili- 
gen Betriebsverhältnisse, sondern man kann 
auch durch Herausziehen nichtbenötigter 
Vorstufen den Stromverbrauch einschränken. 
Dieser ist ohnehin äußerst bescheiden; er 
beträgt für den Summenverstärker 6 mA 
und für jede Vorstufe 2 mA. 

Die Ausgangsleitung führt über eine wei- 
tere Steckvorrichtung, in die nach Bedarf 
Festentzerrer eingesteckt werden können, 
z. B. um bestimmte Tonbereiche anzuheben 
oder abzusenken. 

Wahrscheinlich kann es nur der praktisch 
tätige Übertragungsfachmann richtig würdi- 
gen, welche erheblichen Arbeitserleichterun- 
gen und Vereinfachungen das neue Misch- 
7 3 

Bild3.Schaltung 
eines Einsteck- 
Vorverstärkers 
EL 6822 








TA 

m Da 

M2 Bild 4. Blockschal- 

M3 tung einer aus drei 

Mh Transistor-Misch- 
pulten gebildeten 
Regieeinrichtung 

M5 für zwölf Mikrofone 

M6 und einen Ton- 

M7 trägerkanal 

M8 

Mg 

Mn 

Mn 

Mı2 Ausgang 


pult sichert. Es erweitert nicht nur vorhan- 
dene Verstärker oder Tonbandgeräte mit 
einem Eingang zu einer vollständigen 
5-Kanal-Anlage, es lassen sich auch mehrere 
Mischpulte zu beliebig großen Regiegruppen 
zusammenfassen. Durch Zusammenschalten 
des Ausganges von einem Mischpult mit 
dem TA-Eingang eines zweiten kommt man 
zu einem neunteiligen, durch Hinzunahme 
eines dritten Pultes zu einem 1ß3teiligen 
Regiefeld (Bild 4). 

Eine solche Gerätegruppe fand bei einer 
Riesenanlage Verwendung, die mit 4,5 kW 
(Kilowatt!!) Sprechleistung von Philips zum 
Deutschen Evangelischen Kirchentag 1956 in 
Frankfurt/Main errichtet wurde. Bei der- 
artigen „fliegend“ aufgebauten Großanlagen 
spielt die erzielte Vereinfachung (Wegfall 


456 










Bild 2. Die 
Schaltung des 
Mischpultes 


des Netzanschlusses) eine ganz bedeutende 
Rolle, und da die Geräte unter schwierigen 
Witterungsbedingungen betrieben werden 
(Aufbau im Freien) bewährt sich die tropen- 
feste Ausführung ganz hervorragend. 

Das neue Gerät'!), dessen Frequenzbereich 
von 40 bis 10000 Hz (+2 dB) reicht, dessen 
auf 300 mV Ausgangsspannung bezogener 
Rauschpegel von — 60 dB und dessen 
Klirrfaktor von 0,75% die hohe Qualität 
kennzeichnen, stellt einen markanten Fort- 
schritt auf dem Gebiet der Übertragungs- 
technik dar. Fritz Kühne 


1) Hersteller: Deutsche Philips GmbH, Hamburg 1 


Schallplatten für den Techniker 


Die nachstehend besprochenen Schallplatten 
dürften wegen ihres musikalischen Inhaltes und 
auch in technischer Hinsicht für den Elektro- 
Akustiker von Interesse sein. 


Opernchöre 


Wach auf! Es nahet gen den Tag, Chor aus 
Die Meistersinger von Nürnberg; Pilgerchor 
aus Tannhäuser; Steuermann, laß die Wacht, 
Matrosencor und Introduktion zum 3. Akt 
aus Der Fliegende Holländer, Wagner; Jäger- 
chor aus Der Freischütz, Weber. Chöre der 
Städtischen Oper und der Deutschen Staats- 
oper Berlin, Leitung Hermann Lüddecke; die 
Berliner Philharmoniker, Dirigenten Rudolf 
Kempe und Wilhelm Schüchter (Electrola 
7 EBW 12-6305, 45 U/min) 

Für die Freunde von Opern und Operndhören 
sind auf dieser 45er-Langspielplatte vier Chöre 


-mit ausgesprochen wuchtigem, männlichem Cha- 


rakter zusammengefaßt, deren Wiedergabe höchste 
Ansprüche an die Schallplattenhersteller und an 
die Wiedergabeapparatur stellt. Mit größter Werk- 
treue wurden die Aufnahmen des umfangreichen 
Chores und Orchesters durch geschickte Mikrofon- 
aufstellung so geschnitten, daß ohne elektro- 
akustische Effekte der reine Charakter einer Auf- 
führung in einem Opernhaus gewahrt bleibt. Der 
große Frequenz- und Dynamikumfang und haupt- 
sächlich die starken, plötzlich auftretenden Dyna- 
mikspitzen, z.B. in „Steuermann, laß die Wacht“, 
erfordern ein Laufwerk sehr konstanter Drehzahl, 
einen genügend leistungsfähigen Verstärker und 
eine gute Lautsprecherkombination. Damit jedoch 
erschließen sich dann bei aufmerksamem Zu- 
hören die Feinheiten dieser Platte, die anderer- 
seits auch einen ausgezeichneten Prüfstein für 
die Güte einer Wiedergabeanlage darstellt. 


Peter Kreuder spielt Peter Kreuder 


Peter Kreuder mit Rhythmusgruppe (Odeon 
GEOW 31-1025, 45 U/min) 


Das ist Peter Kreuder so, wie ihn viele kennen 
und lieben. Verschmitzt und mit viel Charme 
bringt er selbst eine Auswahl seiner bekannte- 
sten Stücke wie: Ich brauche keine Millionen, 


Für eine Nacht voller Seligkeit, Auf dem Dach 
der Welt, Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn, Eine 
Insel aus Träumen geboren, zu Gehör, um dann 
auf der anderen Plattenseite etwas verhaltener 
überzugehen auf Stücke wie: Good bye Jonny 
und Sag’ beim Abschied leise Servus. 

‚ Technisch stellt diese Platte eine ausgezeichnete 
Klavieraufnahme dar. Trocken und akzentuiert 
kommt jede feinste Nuance des Künstlers zur 
Geltung. Vorbildlih ist auch die Klarheit und 
Transparenz bei der Wiedergabe der Rhythmus- 
instrumente, so beispielsweise in dem Abschnitt 
„Ein Senor und eine schöne Senorita“. Im gan- 
zen ist dies eine hervorragende Langspielplatte 
für Freunde intimer, gepflegter Unterhaltungs- 
musik. 


Und es weht der Wind — Ol& Muchacheros 


Bob Martin mit Orchester Erwin Halletz 
(Polydor 23 333 A, 45 U/min) 

Mit der „Mary-Ann“ begann in Deutschland die 
Erfolgsserie jener harten und stimmungsvollen 
Songs, die in Text und wMelodienführung das 
Abenteuerliche der See und der weiten Prärien 
wiederspiegeln. „The Wayward Wind“ setzte den 
Erfolg fort, und so präsentiert uns hier Polydor 
eine Aufnahme davon mit deutschem Text, der 
uns allerdings nicht ganz die Stimmung des Ori- 
ginals zu vermitteln scheint. Ein ganz großer 
Wurf dagegen ist die andere Plattenseite „Ole 
Muchacheros“ mit dem packenden Text „Wir sind 
Vagabunden der Prärie“. Geschickte Instrumen- 
tation und wirkungsvolle Halleffekte zaubern 
den Eindruck des Pferdegetrappels. Die weithin 
verhallenden Töne des Chors sind reizvoll auf 
die metallisch klingende Stimme des Sängers 
Bob Martin überblendet. Diese Plattenseite dürfte 
ihre Wirkung auf die männlichen Schlagerfreunde 
nicht verfehlen. Es bleibt noch zu erwähnen, daß 
„Ol& Muchacheros“ als Calypso bezeichnet ist und 
damit ebenfalls die Sympathie der Jugend finden 
dürfte. 


Rock around the Clock 


Bill Haley and his Comets. Rock around the 
Clock — Dim, Dim the Lights — Happy Baby 
— Razzle Dazzle — Rock-a-Beatin’ Boogie — 
The Birth of the Boogie — Mambo Rock — 
See You later, Alligator — Burn that Candle 
— Shake, Rattle and Roll. Brunswick 86 044 
LPB. 33 U/min Langspielplatte.) 

Die Bill-Haley-Brunswick-Aufnahme Rock around 
the Clock machte den Rock ’n’ Roll in Deutsch- 
land populär. Nachdem diese Musik- und Tanz- 
gattung nun zur Konfektionsware geworden ist, 
für die es nur zwei vollständig entgegengesetzte 
Meinungen gibt — begeisterte Anerkennung und 
krasse Ablehnung —, lohnt es sich, Bill Haleys 
ursprüngliches Programm noch einmal auf sich 
wirken zu lassen. Unzweifelhaft geht etwas Auf- 
peitschendes von diesen Rhythmen aus. Sie sind 
ganz das Gegenteil einer Hintergrundmusik, 
zwingen zum Zuhören und sind deshalb so fas- 
zinierend. Dabei sind die verwendeten Mittel 
recht einfach: eine Rhythmusgruppe, ein Blas- 
instrument, eine Schlagguitarre und die Sing- 
stimme. Frequenz- und Dynamikumfang sind 
kaum größer als bei einem Volkslied. Vielleicht 
ist dies mit ein Grund für den großen Erfolg. 
Neben dem Titelschlager Rock around the Clock 
haben wohl die Aufnahmen Happy Baby und 
See You later, Alligator die weiteste Verbreitung 
gefunden. Bisweilen findet Bill Haley aber sogar 
fast lyrische Klänge, so in Burn that Candle. 
Obgleich allen diesen zehn Stücken der aufrüt- 
telnde Rhythmus gemeinsam ist, finden sich 
jedoch immer wieder überraschende Instrumen- 
tationen, so in Birth of the Boogie das Schlag- 
zeugsolo am Anfang oder im Mambo Rock das 
taktmäßige Klatschen oder in Rock - a - Beatin’ 
Boogie einige Saxophonklänge, die an das Quiet- 
schen einer schlecht geschmierten Tür erinnern. 

Der Rock ’n’ Roll ist ebenso wenig aufzuhal- 
ten wie der Jazz der zwanziger und dreißiger 
Jahre. Wenn auch vieles davon wieder vergessen 
werden wird, gerade diese Platte dürfte auch für 
späterhin ihren Wert behalten und vielleicht 
einmal zu einem Sammelobjekt werden, zumal 
sie technisch ganz hervorragend geschnitten ist. 
Bedenken wir auch, daß die Ela-Technik über- 
haupt ein ausschlaggebender Faktor dieser Musik 
ist. Diese Klänge sind ohne Guitarren-Mikrofone 
einfach nicht möglich, und nur eine geschickte 
Mikrofontehnik holt das hierbei angewendete 
Wechselspiel zwischen Gesang und Instrumenta- 
tion so prägnant heraus, daß beides miteinander 
verschmilzt und das eine oder das andere für 
sich allein gar nicht recht klingt. 


Heft 6 /FUNKSCHAU 1957 
762 


FUNKSCHAU - Bauanleitung 


Hilfsgerät für Frequenzeichungen 


Soll die Frequenzskala eines Prüf- oder 
Meßsenders durch Vergleichen mit einem vor- 
handenen Sender oder Frequenzmesser ge- 
eicht werden, dann ist dazu ein Schwebungs- 
verfahren am besten geeignet. Die beiden 
Frequenzen werden überlagert und auf 
Schwebungsnull abgeglichen. Unzweckmäßig 
ist es aber, zum Abhören des Schwebungs- 
tones einen normalen Empfänger zu ver- 
wenden. Man muß dann nämlich für jede 
Eichfrequenz den Empfänger ebenfalls richtig 
abstimmen, also eigentlich drei Geräte auf- 
einander abgleichen, und das ist recht um- 
ständlich. Verliert man die Orientierung, so 
weiß man nie, welches der drei Geräte jetzt 
nachzustimmen ist. 


Verwendet man gar einen Superhet zur 
Anzeige, dann wird man bisweilen vollstän- 
dig durch den Oszillator des Empfängers in 
die Irre geführt. Die Grundwelle des Oszilla- 
tors ist um den Betrag der Zwischenfrequenz 
gegenüber der Eingangsfrequenz verschoben. 
Außerdem besitzt er meist recht kräftige 
Oberwellen. Grund- und Oberwellen des Os- 
zillators ergeben aber nun ebenfalls mit der 
zu eichenden Frequenz Schwebungstöne, und 
man kennt sich vor Pfeif- und Zwitscher- 
stellen überhaupt nicht mehr aus. 


Viel zweckmäßiger ist es deshalb, zur Mi- 
schung und Anzeige keinen hochempfind- 





Bild 2. Das Äußere des Gerätes. Die beiden Ein- 

gangsbuchsen befinden sich auf der Vorderseite; 

ein Buchsenpaar auf der entgegengeseizten Seite 
dient zum Anschließen des Kopfhörers 


lichen Überlagerungsempfänger, sondern eine 
ganz einfache Mischstufe nach Bild 1 zu ver- 
wenden. Die beiden Frequenzen fj und f 
werden an Gitter 1 und dem Gitter 3 einer 
Mischröhre beliebigen Typs gelegt. Auch 
ältere Ausführungen wie die ECH 11 können 
hierzu noch nutzbringend verwendet werden, 
notfalls genügt sogar eine Pentode mit her- 
ausgeführtem Bremsgitterausschluß (gs). Die 
Differenzfrequenz fj-fa erscheint in dieser 
Schaltung unmittelbar als Tonfrequenz im 
Anodenkreis und kann mit einem Kopfhörer 
abgehört werden. Die üblichen Prüfsender- 
ausgangsspannungen von 50...100 mV genügen 
dabei vollständig für die Kopfhörerlaut- 
stärke. Meist muß man sogar die Ausgangs- 
spannungsregler an den Sendern noch weiter 
herabregeln, um schöne, reine Sinustöne zu 
erhalten. Die eigentlichen Hf-Spannungen von 
fı und fo sowie die Summenfrequenz fj +fo 
werden durch den 500-pF-Kondensator an den 
Ausgangsklemmen kurzgeschlossen. 


Mit diesem Hilfsgerät ergeben sich ein- 
deutig Überlagerungstöne, da kein weiterer 
Oszillator Störungspfiffe wie beim Superhet 
verursachen kann, und das Hilfsgerät braucht 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 


763 


nicht wie ein Empfänger ständig nachge- 
stimmt zu werden. Man kann sich ganz auf 
die Abstimmung der beiden zu vergleichen- 
den Sender konzentrieren. 


Die Schaltung erfordert sehr wenig Auf- 
wand. Sie ist dabei so praktisch, daß man 
sie, auch wenn sie nur selten gebraucht wird, 
in eine endgültige handliche Form bringen 
sollte. Ein Netzteil kann entfallen. Die 
Betriebsspannungen lassen sich leicht aus 
einem beliebigen anderen Gerät abgreifen. 
Wer das stabilisierte Netzgerät M 565 (FUNK- 
SCHAU 1956, Heft 9, Seite 353) besitzt, kann 
daraus die Spannungen entnehmen. 


70nF 
Ausgang 
fı-f2 


Heizung 
eher 


| 


63V 








Fr - + 
Hörer 250V 


Bild 1. Schaltung eines kleinen Mischgerätes zum 
Vergleichen von Frequenzen, links unten die 
Blockschaltung der Gesamtanordnung 


Für das in Bild 2 dargestellte Modell, das 
übrigens zum Eichen des FUNKSCHAU- 
UKW-Prüfsenders M 567 (FUNKSCHAU 1956, 
Heft 23, Seite 983, und Heft 24, Seite 1035) 
diente, wurde eines der handlichen kleinen 
Gehäuse der Firma Walter Zimmermann, 
Bingerbrück am Rhein, verwendet. Es hat die 
Abmessungen 53 X 76 X 102mm _(Bestell- 
Nr. 736/31) und besteht aus zwei U-förmigen 
Blechen, die so geteilt sind, daß im ausein- 
andergenommenen Zustand das Innere des 
Gerätes gut zugänglich ist. Wie Bild 3 und 4 
zeigen, lassen sich in diesem Gehäuse mit 
Hilfe einiger Hartpapierbrettchen und Löt- 
ösen die Teile recht übersichtlich und stabil 
unterbringen. 


Auf eine ausführliche Stückliste sei hier 
verzichtet, da die erforderlichen Bauelemente 
leicht aus dem Schaltbild zu erkennen und im 
übrigen wenig kritisch sind. So können für 





Bild 4. Das Innere des Gerätes, von der Röhren- 
seite her gesehen 


die Gitterkondensatoren Werte von 100 bis 
500pF und für die Gitterableitwiderstände 
Werte von 1...3 MQ verwendet werden. Ein 
Katodenwiderstand ist bei diesen Gitter- 
ableitwiderständen nicht erforderlich, der 
Gitteranlaufstrom erzeugt automatisch eine 
Vorspannung von etwa —1,3 V. 

Recht vorteilhaft bei dieser Einrichtung ist 
auch, daß sie fast frequenzunabhängig 
arbeitet. Man kann damit sowohl im Lang- 
wellenbereich als auch im UKW- oder Fern- 
sehband Frequenzvergleiche durchführen. 
Schließt man an die Ausgangsklemmen einen 
Oszillografen an, so lassen sich auf dem 
Schirm der Oszillografenröhre sehr schön die 
Kurven der Schwebungstöne beobachten, und 
man kann so noch genauer auf Schwebungs- 
null einstellen als mit dem Kopfhörer, der 
ja ganz tiefe Frequenzen nicht mehr wieder- 
gibt. In diesem Fall sind die Speisespannun- 
gen gut zu sieben, damit keine Brummspan- 
nung angezeigt wird. Limann 


Blinkende Warnlampen 


Wo Warnlampen benötigt werden, um 
etwa vor der Berührung von Hochspannung 
zu schützen, wie es beispielsweise beim 
Amateursender angebracht ist, wird ihre Wir- 
kung dadurch erhöht, daß sie an- und aus- 
gehen. Eine recht einfache Schaltung nach 
dem beigefügten Bild bedient sich einer An- 
ordnung ähnlich dem Multivibrator, so daß 
die beiden Glimmlampen abwechselnd an- 
und ausgehen. Die Geschwindigkeit, mit der 
dieser Wechsel vonstatten geht, hängt von 
der Größe der Widerstandswerte und von 





Bild 3. Das Innere des Gerätes mit der Lötösen- 
platte für die Widerstände und Kondensatoren 


der Kapazität des Kondensators ab; mit 
wachsender Kapazität wächst die Dauer von 
Licht und Dunkel bei jeder der Glimmlam- 
pen. Mit der Schaltung lassen sich auch Re- 
klameeffekte erzielen, wobei die kleinen 
Ströme den Betrieb aus einer Anodenbatterie 


90...150V 


Blinkschaltung, in der die 

Glimmlampen abwechselnd 

an- und ausgehen. Der 

Kondensatorwert ist ver- 

suchsweise zu ermitteln, 

es sind Werte bis 1 uF 
möglich 





durchaus rentabel erscheinen lassen. Ob es 
allerdings geschmackvoll ist, die Glimmlam- 
pen um die Weihnachtszeit als Augen einer 
Nikolausfigur zu verwenden, wie es der Ver- 
fasser der Notiz vorschlägt, sei dahingestellt. 

-d 
(Nach: Barditch, I., Novelty Blinker. Radio-Eler- 
tronics, Oktober 1956} 


457 


Automatisches Elektronenblitz-Schaltgerät 


Bei Elektronenblitzgeräten muß der Kon- 
densator, der die Hochspannung für die Blitz- 
röhre liefert, nach jedem Blitz wieder aufge- 
laden werden. Dies geschieht durch Umlegen 
eines Schalters, der die im Gerät befindliche 
Stromquelle (Batterie, Akkumulator oder 
Netzanschluß) ein- und dann wieder aus- 
schaltet, was natürlich vom Benutzer eine zu- 
sätzliche Aufmerksamkeit erfordert und des- 
halb gelegentlich auch vergessen wird, meist 
gerade dann, wenn besonders interessante 
Schnappschüsse erwartet werden, die den 
Fotoamateur stärker als sonst in ihren Bann 
ziehen. Für den Tierfotografen, der Blitz- 
gerät und Kamera oft in ein Versteck ein- 
bauen muß, verlangt das Ein- und Aus- 
schalten noch ein weiteres Kabel, das je nach 
Länge und Widerstand den bis 6A starken 
Ladestrom herabsetzt und eine Verviel- 
fachung der Ladezeit erzwingt. 


Aus diesem Grund entstand der Wunsch 
nach einem automatischen Schaltgerät für den 
Ladevorgang. Die Arbeitsweise eines solchen 
Gerätes beruht darauf, daß die Spannung des 
aufgeladenen Kondensators dazu benutzt 
wird, den Ladevorgang selbst zu unterbre- 
chen, der dann nach der Entladung des Kon- 
densators über die Blitzröhre automatisch 
wieder einsetzt. Das Prinzipschaltbild einer 
solchen Anordnung zeigt Bild 1. Der Ruhe- 
kontakt des über den Vorwiderstand R an 


Re 
Re2 R 
Sammlei 


Schalter Blitz 
spannung 


Bild 1. Prinzip 
des automatischen 
Elektronenblitz- 
Schaltgerätes 


die Hochspannung angeschlossenen Relais 
Re 1 schließt den Stromkreis des vom Akku- 
mulator oder der Batterie des Blitzgerätes 
gespeisten Relais Re2, das nun seinerseits 
den Hochspannungsgenerator an die Strom- 
quelle legt. Sobald die Spannung am Blitz- 
kondensater ihren Sollwert erreicht, zieht 
Rei an und unterbricht damit den Strom- 
kreis der Erregerspule von Re2; dessen 
Kontakt fällt ab und schaltet den Generator 
aus. Nach der Entladung des Blitzkonden- 
sators durch einen ausgelösten Blitz fällt 
Re 1 wieder ab und der Vorgang beginnt von 
vorne. 


Die endgültige Schaltung zeigt Bild 2. Sie 
unterscheidet sich von der Prinzipschaltung 
durch die Aufteilung des Vorwiderstandes R 
in den Widerstand R1 und die Trimmwider- 
stände R2 und R3. Während R2 zur Fein- 
einstellung der Abschaltspannung dient, hat 
R3 die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß beim 
Sinken der Blitzspannung am Kondensator 
der Generator rechtzeitig wieder eingeschal- 
tet wird. Damit werden Unterbelichtungen 
durch zu niedrige Blitzspannung vermieden, 
die eintreten könnten, wenn zwischen der 
Aufladung des Kondensators und der Blitz- 
auslösung zu lange Zeit verstrichen ist, wäh- 
rend der Kondensator einen Teil seiner 
Spannung verloren hat. 


Die Dimensionierung der Bauteile 


In einem Mustergerät wurden als Relais 
die Typen C1 A (Wicklung etwa 50kQ für 
einen Ansprechstrom von 1mA, mit zwei 
Ruhekontakten für Starkstrombelastung) und 
955 (Spulenspannung 4V, etwa 40Q, mit 
einem Arbeitskontakt für 4 V/6A) verwen- 
det, die die Firma Elektromechanik W. Gru- 
ner in Wehingen/Kr. Tuttlingen (Baden-Würt- 
temberg) herstellt. 


458 


In den gebräuclichen Blitzgeräten sind 
meist zwei Elektrolytkondensatoren parallel 
geschaltet, von denen jeder einen Maximal- 
strom von 1mA aufnimmt. Es ist deshalb 
für das Relais Rei ein Strom von 2mA ver- 
tretbar, zumal das dadurch bedingte raschere 
Sinken der Blitzspannung automatisch ausge- 
glichen wird. Die Blitzspannung liegt bei den 
verschiedenen Gerätetypen zwischen 310 und 


Re2 





\P Sammler- 
Schalter 


ng 


Bild 2. Schaltung des ausgeführten Schaltgerätes 


600 V. Daraus errechnet man jeweils den 
Gesamtwiderstand R. Für Ri nehme man 
dann 0,5R. R2 wird gleich R gewählt und 
dann auf den halben Wert herabgetrimmt. 
R3 erhält ebenfalls den halben Wert von R. 


Mit R2 und R3 läßt sich die Schaltspan- 
nung auf wenige Volt genau einstellen und 
damit auch das Schaltintervall regeln. 


Das Relais Re 2 hat eine Betriebsspannung 
von 2...6V, je nach der im Blitzgerät einge- 
bauten Stromquelle. Seine Kontakte müssen 
einen Strom von 6A schalten können. 


Der Aufbau des ganzen Schaltgerätes kann 
in einem kleinen Metallgehäuse unterge- 
bracht werden, das entweder an das Blitz- 
gerät angeklemmt oder durch ein Kabel mit 
ihm verbunden ist. Beim Braun-Hobby 100 
läßt es sich sogar in das Gehäusesteckteil 
für den Lampenstecker einsetzen. Bei einigen 
Blitzgeräten, die mit zwei Blitzstärken, also 
mit Voll- oder Teilenergie arbeiten, muß im 
Schaltautomaten ein besonderer Schalter vor- 
gesehen werden, der bei Teilenergie dem 
Widerstand R1 einen gleich bemessenen 
Trimmwiderstand R4 (Bild 2) parallel schal- 
tet. Damit wird die Anordnung der niedri- 
geren Blitzspannung angepaßt. 


Selbstverständlich muß der Anschluß die- 
ses Automaten an die Batterie des Blitzge- 
rätes mit dem schon vorhandenen Ausschal- 
ter in Serie liegen, damit sein Funktionieren 
abgestellt werden kann. Andernfalls lädt er 
den Blitzkondensator immer wieder solange 
auf, bis die Batterie erschöpft ist. 


Ein Kabelsuchgerät 


In der Nachrichtentechnik müssen oft aus 
einem größeren Bündel von Kabeln, z. B. 
in Rundfunk- oder Fernsehstudios, einzelne 
bestimmte Leitungen herausgesucht werden. 
Besonders schwierig ist dies bei abge- 
schirmten und symmetrischen Kabeln. 

Die Firma Rohde & Schwarz entwickelte 
zu diesem Zweck ein Kabelsuchgerät. Das 
zu verfolgende Kabel wird am Ende mit 
dem richtigen Abschlußwiderstand versehen 







Magnetischer 
Tastkopf 


und am Anfang mit einer Sinusspannung 
gespeist. Auch durch die Abschirmung hin- 
durch ist dann ein schwaches magnetisches 
Feld vorhanden. 


Um möglichst viele Kraftlinien zu erfas- 
‚sen, ist das Gerät mit einem Tastkopf ver- 
sehen, der aus einer Spule mit einem Ferrit- 
eisenkern besteht. Der Tastkopf ist an einen 
kleinen tragbaren Resonanzverstärker ange- 
schlossen, der die vom Tastkopf aufgenom- 
mene Spannung an einem Instrument anzeigt 
oder sie in einem Kopfhörer hörbar macht. 
Die Empfindlichkeit eines solchen Gerätes ist 
bei etwa 1000 Hz am größten. Um aber 
Irrtümer bei Kabeln, die mit einem Pegelton 
von 800 oder 1000 Hz belegt sind, zu ver- 
meiden, wurde eine Frequenz von 1400 Hz 
für den Resonanzverstärker und für die 
Speisespannung zugrunde gelegt. 

Der Verstärker enthält zwei Stufen mit 
den Röhren DF 91 (Bild) und einer Lei- 
stungsstufe mit der Endpentode DL 92. Die 
beiden abgestimmten Anodenkreise sind 
sehr verlustfrei aufgebaut und ergeben hohe 
Verstärkung bei kleiner Bandbreite. Um 
jedoch nicht zu sehr auf die Frequenzkon- 
stanz des verwendeten Generators angewie- 
sen zu sein, sind die beiden Kreise um 
100 Hz gegeneinander verstimmt. Die 
Schwingneigung des Verstärkers wird durch 
eine Spannungsgegenkopplung zwischen 
den beiden Anoden der Röhren DF 91 ver- 
hindert. 


Zum Aufsuchen des fraglichen Kabel- 
stranges wandert man von der Einspeisungs- 
stelle des 1400-Hz-Tones mit dem Tastkopf 
an den Kabelbündeln bzw. Kabelschächten 
entlang und kann durch Abhören bzw. Be- 
obachten des Instrumentes den Verlauf des 
Kabels verfolgen. 


(Nach G. Barg: Kabelsuchgerät. Techn. Hausmitt. 
NWDR i.L. 1956, Nr. 5/6, S. 108). 


Das Elektronblitz-Buch der Technikus-Bücherei 
ist ganz der Praxis gewidmet 


Es mendet sich besonders an die vielen Foto- 
freunde, die gleichzeitig Funkamateure sind oder 
irgendwie mit der Radiotechnik zu tun haben 
Außerdem spricht es diejenigen Radiotechniker 
an, die sich mit der Reparatur von Blitzgeräten 
befassen. Bisher waren diese Kreise auf hier und 
da erschienene Zeitschriftenaufsätze angewiesen, 
die teilweise lückenhaft waren und erst mühselig 
zusammengesucht werden mußten. Diese Neuer- 
scheinung behandelt dagegen den Gesamtstoff so 
ausführlich, daß man einen abgerundeten Über- 
blick bekommt und keine Fragen mehr offen- 
bleiben. 


Der Titel des neuen Technikus-Bandes lautet: 


Das elektronische Foto-Blitzgerät 
Von Gerd Bender 
96 Seiten. 46 Bilder, 7 Tabellen. Preis 2,20 DM 


Zu beziehen durch den Buch- und Fachhandel. 
Bestellungen auch direkt an den Verlag 


FRANZIS-VERLAG . MÜNCHEN 2 . Karlstraße 35 


2-kR- Kopfhörer 


Schaltung des Kabelsuchgerätes von Rohde & Schwarz 


Heft 16/FUNKSCHAU 1957 
764 


Aus der Welt des Funkamateurs 


Kleinstsender für 80 m mit Flächentransistoren 


Vom Verfasser wurde bereits mehrfach 
über Miniatursender mit Transistoren be- 
richtet. Zunächst kamen Spitzentransistoren 
zur Anwendung [1], die jedoch wegen der 
bekannten Mängel nicht sehr geeignet sind. 
Bis vor kurzem waren die deutschen Flächen- 
transistoren nur für Nf-Zwecke gebaut. 
Nur ausgesuchte Exemplare waren bis etwa 
2 MHz und darüber zum Schwingen zu brin- 
gen. Dabei ist die entnehmbare Leistung sehr 
gering. 

Um so größer war die Überraschung, daß 
die Intermetall-Flächentransistoren OC 33 
und OC 34 nicht nur bis etwa 7 MHz schwin- 
gen, sondern daß mit der Type OC34 bis 
4 MHz noch eine beträchtliche Leistungs- 
verstärkung erzielt werden konnte. Es han- 
delte sich nicht um ausgesuchte Exemplare, 
allerdings um solche neuester Fertigung. 
Gleiche Typen älterer Fertigung waren we- 
niger geeignet. Das läßt darauf schließen, 
daß Fortschritte in der Fertigungstechnik er- 
zielt wurden, die wahrscheinlich eine gerin- 
gere Dicke der Basisschicht und damit eine 
kleinere Diffusionskapazität ermöglichten. 


Auf den ersten Blick hin mag es wenig 
sinnvoll erscheinen, mit Leistungen von der 
Größenordnung 10 bis 20 mW größere Ent- 
fernungen überbrücken zu wollen. Eine ein- 
fache Rechnung zeigt jedoch, daß dies gar 
nicht so abwegig ist. Bekanntlich erfordert 
die Erhöhung oder Verringerung der Feld- 
stärke am Empfangsort um eine S-Stufe 
(doppelte bzw. halbe Spannung, d. h. 6 dB) 
am Sender eine Erhöhung oder Erniedrigung 
der Leistung um den vierfachen Betrag. Rech- 
net man rückwärts, dann ergibt sich, daß 
eine Verringerung der Hf-Leistung auf !/ıo00 
(z. B. von 15 W auf 15 mW) einen Rückgang 
der Feldstärke um etwa 5 S-Stufen, also von 
S9 auf S4 hervorruft. Rapporte von S9 und 
darüber sind aber mit Sendern, die eine Lei- 
stung von etwa 15 W Hf-Leistung ausstrah- 
len, nicht selten, so daß Rapporte von S4 
bis S7 mit 15 mW durchaus zu erwarten 
sind und auch erzielt wurden, wie Versuche 
ergaben. Wenn auch solche Versuche eine 
mehr sportliche Bedeutung haben, so kön- 
nen doch mit Kleinsendern dieser Leistung 
gut einige 100 m mit Behelfsantennen über- 
brückt werden, was für Versuche im Freien, 
u. a. auch beim Antennenbau, eine sehr will- 
kommene Hilfe bedeutet. 


Ein einstufiger Sender 


Die ersten Versuche wurden mit Tran- 
sistoren des Typs OC 33 und OC34 (Inter- 
metall) in einer einstufigen Oszillatorschal- 
tung nach Bild 1 gemacht. Bei einem Kollek- 
torstrom von 2...3 mA waren bei 15 V Kol- 
lektorspannung etwa 5..7 mW Hf-Leistung 
zu entnehmen. 


Der Kollektorstrom hängt vom Emitter- 
Vorwiderstand ab. Macht man ihn kleiner 
als etwa 500 Q, dann nimmt der Kollektor- 
strom stark zu. Oberhalb von etwa 4 mA 
reißen die Schwingungen ab. Je höher der 
Kollektorstrom, desto kleiner ist der opti- 
male Anpassungswiderstand; allerdings soll 
man mit dem Kollektorstrom möglichst nicht 
bis an die Grenze der zulässigen Verlust- 
leistung von 50 mW gehen. Der Transistor 
wird dann warm, was zu Frequenzwanderun- 
gen im Betrieb führt. In der zweistufigen 
Anordnung wurden daher Kollektorspan- 
nung und -strom auf 12 V, 2 mA zurück- 
genommen, wobei noch etwa 3..4 mW Hf- 
Leistung erzielt wurden. 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
765 


Eine Modulation ist nicht ganz einfach. 
Zwar konnte mit einem Kohlemikrofon in der 
Emitterleitung (möglichst über einen Mikro- 
fontransformator ankoppeln) eine auf meh- 
rere Kilometer verständliche Modulation er- 
zielt werden, jedoch ist der FM-Anteil erheb- 
lich, denn jegliche Änderung einer der Span- 
nungen der Ströme oder des Emitterwider- 
standes ruft eine Frequenzänderung hervor. 
Im Oszillator ergab sich bei 3,6 MHz eine 
Frequenzänderung von 10 kHz je Volt Ände- 
rung der Kollektorspannung. 


5...25pF 


Bild 1. Oszillator 
mit Flächentran- 
sistor 


0C 33 oder 
0C 34 





0...5mA 
wi: 
Links: 
® Modulation 


Bild’2. Modulations- 
schaltung mit 
+15V Germanium-Diode 


Auf eine interessante Möglichkeit der Mo- 
dulation mit Hilfe einer Germaniumdiode 
weist Flemming [3] hin. Bild 2 zeigt die 
Schaltung. Die Diode wird in der Durchlaß- 
richtung vorgespannt. Der Durchlaßwider- 
stand muß auf den Widerstand des Ver- 
brauchers (Antenne) abgestimmt werden. 
Durch die Modulationsspannung wird der 
Durchlaßwiderstand im Takt der Modulation 
geändert. Nachteilig ist allerdings, daß ein 
Teil der kostbaren Hf-Leistung in der Diode 
„verbraucht“ wird. Dafür bleibt der FM- 
Anteil in erträglichen Grenzen. 

Im Schwingkreis kann ohne Bedenken eine 
Eisenkernspule Verwendung finden. Eine Er- 
wärmung durch irgendwelche Teile des Ge- 
rätes kann nicht eintreten. Der Schwingkreis- 
kondensator soll nicht zu klein sein. Etwa 
100...150 pF ist ein zweckmäßiger Wert. Der 
Trimmer zwischen Kollektor und Emitter 
kann durch einen Festkondensator von etwa 
20...25 pF ersetzt werden. Erst oberhalb von 
5 MHz wird dieser Kondensator kritisch. 


Der zweistufige Sender 


Die einstufige Anordnung befriedigte nicht, 
da jede Änderung der Belastung Frequenz- 
schwankungen hervorrief. Es wurde daher 
ein zweistufiger Sender gebaut, bei dem eine 
weitgehende Unabhängigkeit von Abstim- 
mung und Belastung erzielt wurde. Bei ange- 
schalteter Antenne bewirkt das Durchdrehen 
des Drehkondensators nur 
noch eine Frequenzänderung 


Anbau einer weiteren Stufe, 
die auch als Gegentaktstufe 
ausgebildet werden kann, 
ließe sich auch dieser Schön- 
heitsfehler noch beseitigen 
und die Leistung erhöhen. 


Bild 3 zeigt das Schaltbild 
der Anordnung. Der Oszilla- 
tor ist wie in Bild 1 geschal- 
tet. Hierbei wird — genau 
wie in Bild 1 — eine beson- 


0C 34 
von einigen Kilohertz. Durch 25pF 





dere Emitterspannungsquelle von etwa 1,5 V 
benötigt, jedoch sind keine besonderen 
Stabilisierungsmaßnahmen hinsichtlich des 
Arbeitspunktes erforderlich, wie dies bei der 
Emitterschaltung der Fall wäre. 


Die Verstärkerstufe ist ebenfalls in Basis- 
schaltung aufgebaut. Die Ankopplungsspule 
ist verschiebbar gehalten, um die günstigste 
Kopplung einstellen zu können. Es würde 
aber auch genügen, an das kalte Ende der 
Oszillatorspule eine Spule mit etwa ein Drit- 
tel der Windungen der Oszillatorspule anzu- 
koppeln und etwa drei oder vier gleichmäßig 
verteilte Anzapfungen vorzusehen, so daß 
die günstigste Kopplung leicht ermittelt wer- 
den kann. Die Emittervorspannung wird 
wieder von der 1,5-V-Batterie abgenommen 
In der Emitterleitung liegt außer dem Fest- 
widerstand von 150 @ noch ein Potentio- 
meter von 1 kQ, mit dem im Betrieb der 
günstigste Arbeitspunkt eingestellt wird. 
Die Abstimmung ist etwas problematisch, da 
der Kollektorstrom kein eindeutiges Maß für 
die Einstellung ist. Bei richtiger Belastung 
ist zwar ein kleiner Dip festzustellen, jedoch 
ist zu bedenken, daß eine gewisse Rückwir- 
kung auf die Emitterseite vorhanden ist, so 
daß nicht so eindeutige Verhältnisse wie bei 
einem Röhrensender vorliegen. Es ist zu be- 
achten, daß der Kollektorstrom ohne Be- 
lastung (Antenne) größer als mit Belastung 
ist. Die Abstimmung sollte daher immer mit 
Belastung (evtl. an einem Widerstand von 
etwa 2 kQ parallel zum Kreis) erfolgen. 


Um eine einwandfreie Abstimmung zu er- 
zielen, wurde bei den Versuchen die Hf- 
Spannung am Schwingkreis mit einem Di- 
odenvoltmeter mit Ge-Diode gemessen. Bei 
20 V (eff) Vollausschlag ist der Widerstand 
im Kreis des 0,1-mA-Instrumentes etwa 
260 kQ, so daß die Kreisbelastung nur etwa 
90 kQ beträgt und vernaclässigt werden 
kann. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß 
gleichzeitig die richtige Antennenanpassung 
festgestellt werden kann. Diese ist erreicht, 
wenn die Spannung am Kreis auf etwa den 
halben Wert der Leerlaufspannung zurück- 
gegangen ist. Auf diese Art läßt sich mit 
Hilfe von Widerständen auch leicht die 
überhaupt entnehmbare Leistung feststellen 
(N = UZ/R). 


In der Basisschaltung kann u. U. eine 
Rückwirkung über den inneren Basiswider- 
stand entstehen, die bei niedrigeren Fre- 
quenzen zu einer Schwingneigung führt. In 
vorliegendem Falle sind die Frequenzen 
allerdings schon so hoch, daß der Transistor 
außerhalb seines eigentlichen Frequenzbe- 
reichs arbeitet. Da jedoch damit gerechnet 
werden kann, daß bald Hf-Transistoren mit 
höherer Grenzfrequenz zu haben sind, ist es 
nützlich zu wissen, daß man solche Rück- 
wirkungen wie bei Röhrensendern neutrali- 
sieren kann [4]. Eine solche Neutralisations- 
schaltung zeigt Bild 4. Sie kann gegebenen- 
falls auch in vorliegender Anordnung schon 
nützlich sein, da sich vor allem bei unbe- 
lasteten Ausgang eindeutigere Verhältnisse 
bei der Abstimmung ergeben. Allerdings 
muß die Einstellung der Neutralisation end- 


0634 


M550 


0..01 
mA 
Bild 3. Zmweistufiger 


Sender mit Flächen- 
transistoren 


> 459 


Aus der Welt des Funkamateurs 


gültig bei belastetem Ausgang vorgenommen 
werden. 

Bei der Emitterschaltung wären die Ver- 
hältnisse in mancher Hinsicht einfacher, je- 
doch liegt bei dieser die Grenzfrequenz um 
den Faktor der Stromverstärkung ago nied- 
riger, so daß man bei Hf-Verstärkung vor- 
erst noch in Basisschaltung arbeiten wird, 
solange nicht Transistoren erhältlich sind, 
bei denen auch in Emitterschaltung die 
Grenzfrequenz in der Größenordnung der 
Arbeitsfrequenz oder darüber liegt. 


Ergebnisse 


Mit dem Sender nach Bild 3 wurde eine 
Ausgangsleistung von etwa 12..15 mW er- 
zielt. Der Oszillator war so eingestellt, daß 
er auch über längere Zeit stabil blieb. Die 


5...25pF 


Bild 4. 
Neutralisations- 
schaltung 


1502 


Tonqualität ist praktisch T 9. Als Spannungs- 
quellen wurden die aufladbaren Deac-Zellen 
benutzt. Normale Taschenlampenbatterien 
leisten ebenfalls gute Dienste. Auch die Kol- 


lektorspannung der Verstärkerstufe muß 
sehr konstant sein. Bei 3,6 MHz beträgt die 
Frequenzänderung immer noch 700 Hz je Volt 
Änderung der Kollektorspannung. Die Hf- 
Leistung kann mit dem Potentiometer in der 
Emitterleitung auf fast 20 mW gesteigert 
werden, wobei allerdings die zulässige Kol- 
lektorverlustleistung schon beträchtlich über- 
schritten wird. Bei einer Aufnahme von etwa 
60 mW ist die Hf-Leistung etwa 15 mW, der 
Wirkungsgrad etwa 25% und die Leistungs- 
verstärkung etwa 5fach. 

An einer 60-m-Langdrahtantenne wurden 
innerhalb kurzer Zeit einwandfreie Verbin- 
dungen mit folgenden Rapporten getätigt 
(von Tübingen aus): 

München (DJ 2 iU) = 200 km, rst = 5/5/9 
Augsburg (DL3HX) = 150 km, rst = 5/5/9 
Zürich (HB 9 GJ) = 140 km, ıst = 3/3/9 
Wolfach (DI 6 iT) = 70km, ıst = 5/6/9 
Reutlingen (DJ2RK) = 12km, rst = 5/7/9 
innerhalb Tübingen = <(5 km, rst = 5/8-9/9 

Diese Ergebnisse sprechen für sich und 
brauchen nicht weiter diskutiert werden. Bei 
einiger Geduld sollte es möglich sein, einige 


100 km zu überbrücken. 
H. Lennartz — DJ1ZG 


Schrifttum 


[1] H. Lennartz: FUNKSCHAU 1954, Heft 20, S. 427 
[2] H. Lennartz: FUNKSCHAU 1956, Heft 1, S. 30 
[3] L. Fleming: Radio & Television News, Okto- 
ber 1955, S. 48...50 
[4] E. Kettel: Telefunken-Zeitung, Nr. 106, 
Dez. 1954, S. 245 


Vereinfachter Kurzwellen-Konverter für den Amateur 


Durch Überbesetzung der Amateurbänder 
und durch kommerzielle Großstationen sind 
die Anforderungen an die Trennschärfe des 
Amateurempfängers stark gestiegen. Das rück- 
gekoppelte Audion (Ov1), das vor allem in 
Anfängerkreisen noch immer weite Verbrei- 
tung besitzt, zeigt sich diesen harten Bedin- 
gungen trotz vorgesetzter Hochfrequenzstufe 
(1v1) nicht mehr gewachsen; obwohl der 
Eingangskreis durch die Rückkopplung weit- 
gehend entdämpft wird, liegt die Bandbreite 
je nach Empfangsfrequenz und eingestelltem 
Rückkopplungsgrad zwischen 1,8 und 14 kHz. 
Es muß also nach einer neuen Lösung gesucht 
werden, die den neuen Forderungen mit nicht 
allzuviel Aufwand besser gerecht wird. 

Der eine Weg führt hierbei zum sogenann- 
ten Kleinsuper, bestehend aus Misch/Oszilla- 
torstufe, Zwischenfrequenzstufe und Gitter- 


Mischstufe 
Röl 


Oszillator 






Bild 1. Schaltung des Konverters für alle 
KW-Amateurbänder 


460 


Audion zur Demodulation. Die Trennschärfe 
läßt sich im Zwischenfrequenzteil auf hohe 
Werte steigern. In den meisten Fällen steht 
jedoch ein Empfangsgerät für Mittelwellen 
zur Verfügung; sind Verstärkung und Trenn- 
schärfe einigermaßen günstig, so lohnt sich 
der Bau eines Konverters, der die Kurzwellen- 
frequenz auf eine im Empfangsbereich des 
nachgeschalteten Mittelwellensupers liegende 
Zwischenfrequenz umsetzt. Bei einigen Ver- 
einfachungen in Aufbau und Bedienungskom- 
fort ist der Aufwand hierzu — verglichen mit 
dem Einkreiser — nicht allzu hoch, die Werte 
für Verstärkung und Bandbreite des so ent- 
stehenden Doppelsupers liegen aber wesent- 
lich günstiger. Natürlich bietet ein solches 
Gerät nicht die Leistung eines großen Sta- 
tionsempfängers, es ist ja auch hauptsächlich 
für den Anfänger gedacht. 


Anodenspannung 
+250V 


Glimmlampe 30mA 


Regelspannung 


Entwurf und Einzelheiten der Schaltung 


Die gestellte Aufgabe läßt sich am zweck- 
mäßigsten mit einer Triode-Hexode (Heptode) 
in multiplikativer Mischschaltung lösen. Als 
1. Zwischenfrequenz kommt der Bereich um 
1600 kHz in Frage. Hier hat die Spiegel- 
frequenzsicherheit schon ausreichende Werte, 
und auf dem oberen Ende der Mittelwellen- 
skala findet sich immer ein genügend großer 


AEG E250C50 





GuF =FBur 
nun I 


Bild 2. Netzteil zu dem Konverter 


s 





Raum, der frei von Sendern ist, so daß be- 
sondere Zf-Sperren von vornherein entfallen 
können. Da sich durch eine zusätzliche Rück- 
kopplung auf den Eingangskreis die Spiegel- 
selektion bis 68 dB treiben läßt, kann man 
bei nicht zu hohen Ansprüchen an die Rausch- 
freiheit ohne Hochfrequenzvorstufe auskom- 
men. Auf die Mischstufe folgt als zweite 
Röhre eine Zwischenfrequenzstufe; denn bei 
unzureichender Trennschärfe des 1. Zwischen- 
frequenzteiles können Sender auf der Spiegel- 
frequenz des 2. Zwischenfrequenzteiles stö- 
rende Pfeifstellen verursachen. Auch die 
Gesamtselektion und die Regeleigenschaften 
werden verbessert; deshalb empfiehlt sich 
der Einbau dieser Stufe immer. 


Die Auswahl an Röhren für solche Geräte 
ist groß. In der aufgeführten Schaltung (Bild 1) 
findet eine ECH 81 (Rö1) in der Misch- und 
Oszillatorstufe Verwendung; zur Zf-Verstär- 
kung wird eine Regelpentode EF 89 (Rö 2) 
benutzt. Selbstverständlich kann man sie auch 
durch ältere vorhandene Typen ersetzen, 
wenn man die Katoden- und Schirmgitter- 
widerstände entsprechend abändert. 


Die gewählte Zwischenfrequenz gestattet 
eine sehr einfache Aufteilung und Umschal- 
tung der Wellenbereiche; in zwei Schaltstel- 
lungen werden durch einen fünfpoligen Wel- 
lenschalter alle KW-Amateurbänder sowie 
viele Rundfunkstationen und kommerzielle 
Funkdienste auf den Zwischenbereichen er- 
faßt. Im Bereich I sind alle Schalterkontakte 
S1..S5 offen. Hier wird das Gebiet von 40 
bis 80 m überstrichen. Parallel zu den 
Schwingkreisspulen liegt jeweils der Haupt- 
drehkondensator C1 bzw. C2 (75 pF). Zur 
Feinabstimmung dient der Zweigangkonden- 
sator C+ (2 X 10 pF), der mit den Trimmern 
Tr3 und Tr4 (20 pF) verkürzt ist. Dazu kom- 
men noch zwei Trimmer Tr1 und Tr2 an den 
Anzapfungen. 


Bei eingestelltem 80-m-Band (3,8 MHz) 
schwingt der Oszillator um die Zwischen- 
frequenz höher auf 5,4 MHz. Nun genügt es, 
den Vorkreis von 80 m auf die Spiegel- 
frequenz (3,8 + 2 X 1,6 MHz) umzustimmen, 
um ins 40-m-Band (7 MHz) zu kommen. Der 
Oszillator (Bandsetzer) braucht hierbei kaum 
verstellt zu werden; lediglich die Resonanz- 
frequenz des Vorkreises muß unabhängig vom 
Oszillatorkreis im Verhältnis 1:2 variabel 
sein. Ähnlich einfach liegen die Verhältnisse 
im Bereich II, wo einfach die Spulen L2, L4, 
L6, L7 und L10 kurzgeschlossen werden, so 
daß der Bandsetzer den Frequenzbereich von 
30 MHz bis 14 MHz (10-15-20-m-Band) erfaßt. 


Die genauen Bandgrenzen hängen natürlich 
von den unkontrollierbaren Schaltkapazitäten 
ab; die angegebenen Bänder werden aber 
sicher erreicht. Obwohl die Hauptkonden- 
satoren der beiden Kreise unabhängig von- 
einander sind, läßt sich mit Hilfe des Zwei- 
gangkondensators und der Trimmer Tr 3 und 
Tr 4 auf einem Band in jedem Bereich Gleich- 
lauf herstellen. 


Heft 6 /FUNKSCHAU 1957 
766 


Kontrollampe 


Rückkopplung 






Abstimmung 


Eingangs- 
abstim- 
mung 


Bereichswähler S 


Bild 3. Der praktische Aufbau des Konverters mit Frontplatte (a), Seitenansicht (b) und Chassisaufriß (c) 


Der Oszillator bietet sonst keine Besonder- 
heiten, er schwingt in der üblichen induk- 
tiven Rückkopplung. Der Widerstand Rv setzt 
gemeinsam die Oszillator- und Schirmgitter- 
spannung für den Heptodenteil auf ihren 
Betriebswert herab. 


Wie vorher erwähnt, ist der Eingangskreis 
mit einer Rückkopplung versehen; hierzu sind 
im Anodenkreis von Rö1 die Rückkopplungs- 
spulen L5 und L6 angeordnet. Das Poten- 
tiometer P bildet mit R2 einen Spannungs- 
teiler für die Schirmgitterspannung. Mit ihm 
kann die Rückkopplung verstimmungsfrei ge- 
regelt werden. Einen weiteren Vorteil der 
Rückkopplung wird man bald zu schätzen 
wissen: Wenn das Potentiometer über den 
Schwingungseinsatz hinaus aufgedreht wird, 
so werden unmodulierte Telegrafiesignale 
(A1) hörbar; das erspart einen getrennten 
BFO-Oszillator. 


Ein kapazitiv gekoppeltes Bandfilter über- 
trägt die Zf-Spannung an das Gitter von 
Rö 2. Es besteht aus dem Anodenkreis L 11/ 
C3 und dem Gitterkreis L12/C4. Mit dem 
Kopplungskondensator Cv liegt ein Trimmer 
in Serie; er gestattet, den Kopplungsfaktor 
wunschgemäß einzuregeln. Die Zf-Röhre er- 
hält durch die Katodenkombination eine 
Grundvorspannung; wo die Möglichkeit be- 
steht, kann Rö2 über L12 an die Regelspan- 
nung des folgenden Rundfunkempfängers an- 
geschlossen werden. Den Anodenkreis bilden 
L13 und C5; aus ihm wird die Zf-Spannung 
dann niederohmig durch L14 ausgekoppelt 
und über ein Koaxialkabel dem Mittelwellen- 
gerät zugeführt. 


Die Betriebsspannungen (Anodenspannung, 
Heizung und Regelspannung) lassen sich in 
den meisten Fällen dem Rundfunkgerät ent- 
nehmen. Wo dieses nicht möglich ist, tut ein 
getrennt aufgebauter Netzteil nach Bild 2 die- 
selben Dienste; bei geschicktem Einbau ist 
er noch im Gehäuse des Konverters unter- 
zubringen. 


Der Aufbau 


Die Bilder 3a und 3b zeigen den Aufbau 
des Konverters in einem Gehäuse 210 X 148 
X 214 mm (DIN A 5). Die Grundplatte trägt 
auf der Oberseite außer den beiden Röhren 
nur noch den Abstimmkondensator C; (Hopt 
560). Auf der Unterseite liegt die gesamte 
Verdrahtung. Da die Anschlußfahnen von Cr 
nach unten ragen, werden sie durch einen 
entsprechenden Chassisausschnitt gut zugäng- 
lich. Die großen Drehkondensatoren (Hopt) 
C1 und C2 sitzen an der Frontplatte in der 
Nähe der zugehörigen Spulen. Um Höchst- 
leistungen zu erzielen, müssen sie isoliert auf 
kleinen Pertinaxplättchen eingesetzt werden 
(Bild 3b). Die Spulen werden aus ca. 0,1-mm- 
CuL auf Mayr-Spulenkörper nach der Tabelle 
gewickelt; Bild 3c zeigt die genaue Montage. 
Als Wellenschalter ist in die untere Hälfte 


FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
767 


Potentiometer für 


Ausgangsbuchsen 
Rückkopplung 


für Heizung 












> 
S 
Spulen Spulen 
17-110 L13,L14 
Spulen 
Ri LI-L6 
Ausgangs- 
% mn 
S buchsen 
Inu 
b 


Frontplatte Rückwand 


der Frontplatte der Drucktastensatz (Schadow 
Serie A, dreifach mit je 2 Umschaltkammern) 
eingelassen. Die dritte Taste dient als Netz- 
schalter; seine Schaltung mit den Spulen ist 
Bild 4 zu entnehmen. Der Schalter wird erst 
nach Fertigstellung der übrigen Verdrahtung 
montiert, denn er liegt über der ganzen Ver- 
drahtung. Gemeinsamer Erdungspunkt für 
das ganze Gerät ist die Masse (Rotor) von 
C;; an diesen Anschluß wreden alle Masse- 
anschlüsse des Oszillators und der Gitterseite 
der Mischstufe zusammengeführt. 


Die Verdrahtung der Zwischenfrequenzstufe 
bereitet keinerlei Schwierigkeiten. Wenn auf 
einwandfreie Erdungspunkte geachtet wird, 
ist keinerlei Schwingneigung zu befürchten. 
Für die Anodenseite des Mischers und der 
folgenden Gitterseite ist die Katode der EF 89 
Massepunkt, während alle Masseanschlüsse 
der Anodenseite an das kalte Ende des Aus- 
gangskreises geführt werden. Ein versilberter 
Kupferdraht verbindet diese beiden Punkte 
mit der Gesamtmasse Gy. 


Eine Glimmlampe zur Betriebsanzeige und 
das Rückkopplungspotentiometer im oberen 
Fach ergänzen die Ausstattung der Front- 
platte. Die Hauptskala liefert Großmann, 
Hannover; die kleinen Markierungsstreifen 
für den Bandsetzer und die Vorkreisabstim- 
mung sind dagegen selbstgefertigt. Da der 
Gesamtaufbau nicht allzu kritisch ist, können 
kleinere Änderungen, durch vorhandene Bau- 
teile bedingt, ohne Bedenken vorgenommen 
werden. Lediglich an die grundsätzliche An- 
ordnung der Spulen und Drehkondensatoren 
nach Bild 3 sollte man sich halten. 


Abgleich und Inbetriebnahme 


Am einfachsten ist der Abgleich des Zf- 
Teiles. Nachdem man den Rundfunkempfän- 
ger auf eine freie Zwischenfrequenz gestellt 
hat, lötet man die Antenne direkt an das 
Gitter der Röhre ECH 81 und dreht die Spu- 
lenkerne von L11 bis L13 auf Rauschmaxi- 
mum. Auch wenn das 80-m- und 40-m-Band 
eventuell nach Gehör gesucht werden können, 


Masse 
a 


Antenne 


Bild 4. Verbindungen der Spu- 
len L1ı bis L10 mit dem 
Drucktastensatz c 





b 


Chassis 
(Unterseite) 










Chassis- 
durchbruch 
für den An- 
schlußvon Cg 





Spulenwickeltabelle 
L 1... 3 Windungen 
L.2 10 ” 
L 3 ..10 R Spulenkörper: Mayr K 5/7 
L 4 ...30 r mit Eisenkern 
108::000 2,0 n 
L6.. 65 ” 
L 7...19 Windungen 
L8.. 95 ” Spulenkörper: Mayr K 10 
L9.. 2 „ mit Eisenkern 
L10... 4 » 
L11...85 Windungen 
L12 ... 85 „ Spulenkörper: Mayr K 10 
L13 ... 85 „ mit Eisenkern 
114 u: 8 PR 


Achtung: Die Spulen L3 und L4 bzw. L8 und 
L 7 sind bei gleichem Wicklungssinn entgegen- 
gesetzt den Rückkopplungsspulen L5 und L6 
bzw. L10 und L9 zu polen. 





empfiehlt sich doch die Verwendung eines 
Griddip-Meters oder sonst eines Meßsenders. 
Man beginnt in Bereich II; bei fast vollkom- 
men eingedrehten Kondensatoren C1und C2 
gleicht man die Kerne der Spulen L1 und L10 
auf das 20-m-Band ab, die Trimmer Tr3 und 
Tr 4 bestimmen dabei den Gleichlauf. In ent- 
sprechenden Stellungen von C1 und C2 ist 
nun das 10-m- und 15-m-Band zu hören. Dann 
schaltet man auf den Bereich I; an bestimm- 
ten Stellen der Bandsetzerskala erscheinen 
automatisch die gewünschten Bänder, Gleich- 
lauf ist an den Trimmern Tri und Tr2 ein- 
zustellen, die Spulenkerne oder Tr 3 und Tr 4 
dürfen aber auf keinen Fall mehr verstellt 
werden. 


Einfachheit und Übersichtlichkeit sind die 
Vorzüge des beschriebenen Konverters. In 
der Empfangsleistung braucht er aber grö- 
Beren Geräten keineswegs nachzustehen; vor 
allem, wenn man ihn später vielleicht noch 
durch einen besonderen schmalbandigen Zf- 
Verstärker ergänzt. 


Horst Zurstrassen 


Ro 


g 


Die angegebenen Schaltposi- 
tionen beziehen sich auf 


an Bildt 


Netzschalter 


461 


FUNK SCHAU- Schaltungssammlung 1957/7 








A BC DE F6HIK 


sans oPuw- 


Taste UKW gedrückt 








0 J00pF 


SSF 8250 070 


Graetz-Canzonetta 515 


Als erstes Empfängermodell der neuen 
Saison sei hier ein Standardgerät in der 
Preislage knapp unterhalb 300 DM bespro- 
chen, wie es heute vorzugsweise gekauft 
wird, wenn in naher Zukunft außerdem ein 
Fernsehempfänger angeschafft werden soll. 
In diesem Fall greift man nämlich nicht zu 
einem ausgesprochenen Spitzensuper höherer 
Preislage. 


Die Schaltung zeigt die übliche Bestückung 
ECC 85, ECH 81, EF 89, EABC 80, EL 84, 
EM 80 und Selengleichrichter. Vor einem 
oder zwei Jahren hätte man hiermit einen 
6/9-Kreis-Super gebaut. Graetz stimmt jedoch 
bereits den Antennenkreis mit 2x 20 pF 
symmetrisch auf Bandmitte ab und setzt 
hinter die UKW-Mischtriode ein Dreifach- 
filter für 10,7 MHz, so daß sich beim UKW- 
Empfang 11 Kreise ergeben. Die UKW-Vor- 
röhre arbeitet in Zwischenbasisschaltung, 
dabei ist das Gitter durch einen Widerstand 
von 30 @ sehr stark nach Erde „herunter- 
gezogen“. Ferner ist die Röhre durch 3 pF 
zwischen Katode und Anode neutralisiert, 
so daß in Verbindung mit dem Eingangs- 
bandfilter die Oszillatorstörstrahlung wirk- 
sam gedämpft wird. Die getrennt zu be- 
dienende UKW-Abstimmung (daher zwei 
Pseudo-Ortstasten) arbeitet mit einem Dreh- 
kondensator. Ein Parallelkondensator zum 
Oszillatorkreis (8 + 9 pF) dient zur Tem- 
peraturkompensation und verhindert das 
Weglaufen der Abstimmung nach dem Ein- 
schalten. Der auch konstruktiv sehr sauber 
durchgebildete UKW-Baustein sitzt als gut 
zugängliches flaches Abschirmgehäuse ober- 
halb des Chassis. Er läßt sich, ebenso wie 
die Bandfilterbecher, ohne Werkzeug mit 
Hilfe stramm sitzender Federklammern öff- 
nen und die gesamte Verdrahtung des UKW- 
Kästchens liegt dann ohne Chassisausbau 
frei. 


462 


Wie üblich ist das Heptodensystem der 
ECH 81 als erste FM-Zf-Stufe geschaltet. 
Eine kapazitive Schirmgitter-Neutralisation 
über zwei in Reihe liegende 5-nF-Konden- 
satoren unterdrückt jede Schwingneigung. 
Das gleiche gilt für die folgende mittelsteile 
Zf-Pentode EF 89; sie arbeitet außerdem 
durch das RC-Glied 200 kQ@ + 50 pF im 
Gitterkreis als Begrenzerstufe. Ferner steuert 
die negative Richtspannung des Ratiodetek- 
tors direkt das Bremsgitter der EF 89 und 
ergibt eine zusätzliche schnell wirkende Ver- 
stärkungsbegrenzung bei großen Amplituden. 
Die negative Anzeigespannung für das 
Magische Auge EM 80 wird dagegen durch 
RC-Glieder geglättet, um eine ruhige An- 
zeige zu erhalten. 

Im AM-Eingang dient die feststehende 
Ferritstabantenne gleichzeitig als Gitterspule 
beim Empfang mit einer Außenantenne. 
Letztere wird dann im Fußpunkt über einen 
Spannungsteiler 500 pF + 5 nF eingekop- 
pelt. Ein 460-kHz-Sperrkreis in der Gitter- 
zuleitung verhindert das Eindringen von 
Zf-Störungen. Auf einen Kurzwellenbereich, 
der für Qualitätsempfang kaum in Frage 
kommt, wurde zugunsten der übrigen Aus- 
stattung verzichtet. Nach der vierkreisigen 
Zf-Verstärkung auf 460 kHz liefert die AM- 
Diode Signal- und Regelspannung. 

Der N{f-Teil ist entsprechend den heutigen 
Anforderungen sehr auf klangvolle Wieder- 
gabe durchgebildet. Der Lautstärkeregler 
besitzt zwei Anzapfungen für die gehör- 
richtige Regelung, also Absenken der Höhen 
bei kleinerer Lautstärke. Zum 100-Q-Fuß- 
punktwiderstand dieses Reglers führt von 
der Sekundärseite des Ausgangsübertragers 
eine höhen- und tiefenanhebende Gegen- 
kopplung, gleichzeitig greift die stetig ver- 
änderliche Baßregelung über die beiden 
10-nF-Kondensatoren der gehörrichtigen 





Graetz-Canzonetta 515 
EABC 80 





Lautstärkeregelung an den Fußpunkt des 


Reglers an. Entsprechend den vielfachen 
Wünschen ist eine besondere Sprachtaste am 
Drucktastenschaltersatz vorgesehen. Im Ruhe- 
zustand ergibt sie das volle, mit Höhen- 
und Baßregler eingestellte Klangbild, bei 
gedrückter Sprachtaste wird durch Auftren- 
nen der Kontakte H 1—H 2 der Baßregler 
wirkungslos gemacht. 

Die seitlich angeordneten statischen Raum- 
klang-Lautsprecher werden von einer eige- 
nen Übertragerwicklung gespeist. Die Polari- 
sationsspannung wird symmetrisch über 
Drosseln zugeführt. Von der Hochtonwick- 
lung des Ausgangsübertragers zweigt auch 
der Höhenregler ab, der gegenkoppelnd auf 
das Gitter der Endröhre wirkt. Der Regel- 
umfang beider Regler ist sehr groß und er- 
füllt auch extremste Wünsche auf dunkle 
Hintergrundmusik oder zischende Höhen bei 
Jazz-Anhängern. 

Für das Gerät wurde ein Gehäuse in neu- 
artigen geradlinigen Formen aus Holz ent- 
worfen. Die polierte Oberfläche in mittel- 
brauner Tönung läßt die natürliche Holz- 
maserung gut hervortreten. Für den Service- 
techniker ist angenehm, daß sich der Emp- 
fänger ohne Chassisausbau nachgleichen 
läßt. Der Kunde wird an dem brillanten 
und sauber durchgearbeiteten Klangbild 
seine Freude haben. 


Technische Daten 


Wechselstrom: 110/127/150/220—240 V 
Röhrenbestückung: ECH 85, ECH 81, EF 89. 
EABC 80, EL 84, EM 80, B 250 C 75 
Kreise: AM = 6 davon 2 abstimmbar 
FM = 11 davon 2 abstimmbar 
Wellenbereiche: UKW, MW, LW 
Zmwischenfrequenz: 460 kHz, 10,7 MHz 
Klangregelung: Höhen und Tiefen stetig regelbar, 
dazu eine Sprachtaste 
Lautsprecher: 1 perm.-dynam. Ovallautsprecher 
15X26 cm. 2 el.-stat. Seitenlautsprecher 7cm ® 
Leistungsaufnahme: ca. 50 Watt 
Gehäuse: Edelholz 54 x 33 x 23 cm 
Preis: 298 DM 


Heft 6 /FUNKSCHAU 1957 
768 





Vorschläge für die WERKSTATTPRAXIS 


Fernbedienung am Rundfunkgerät 


Beim Betrieb eines zweiten Lautsprechers am Rundfunkempfänger 
wäre es oft angenehm, den Empfänger vom Standort des Lautsprechers 
aus zu bedienen, vorwiegend, wenn etwa der Empfänger im Wohn- 
zimmer und der Lautsprecher im Schlafzimmer aufgestellt sind. 
Normalerweise genügt es, über eine solche Fernbedienung das Rund- 
funkgerät ein- bzw. wieder auszuschalten. Eine Lautstärkeregelung 
kann beim zweiten Lautsprecher selbst angebracht werden. 


Eine Anordnung, die ohne zusätzliche Leitung über die ohnehin 
vorhandene Lautsprecherleitung arbeitet, kann mit einigen Relais 
nach dem beigefügten Schaltbild ausgeführt werden, das zeigt, welche 
Bauteile am Rundfunkgerät und welche beim Zweitlautsprecher an- 
gebracht werden. Das Hauptrelais R 1 kann entweder mit einer 
Akkumulatorendoppelzelle (Deac) oder mit einem Hilfstransformator 


70082 






R3 


E30C50 


el 
P 51 






K5 
N 2 6uf Falls ein Zusatztransformator 
® L verwendet wird, diese Schaltung 
K1 Feen, Bar verwenden 
# Ei + MARI ] 
52 | un | 
220V + | 1220V I’u F | 
Töuf T I6uF ı direkt vom 
&__Heizung L I Netz 


Schaltung zum Inbetriebsetzen eines Rundfunkempfängers vom Aufstel- 
lungsort des Zweitlautsprechers aus über die Lautsprecherleitungen 


betrieben werden, dessen Verwendung weiter unten beschrieben 
wird. Beim Schließen des Schalters S1 am Zweitlautsprecher zieht 
R1 an und schaltet über seinen Kontakt K1, der den Netzschalter S 2 
überbrückt, den Rundfunkempfänger ein. Gleichzeitig öffnet sich der 
Kontakt K2 und hebt damit das kalte Ende des Lautstärkereglers um 
den zusätzlich eingebauten Widerstand W1 soweit gegen Masse an, 
daß der Lautsprecher im Gerät auf Zimmerlautstärke eingestellt wird. 
Auf diese Weise ist eine feste Lautstärkeeinstellung aller an- 
geschlossenen Lautsprecher gesichert, ohne daß der mit dem Schalter 
S 2 gekoppelte Lautstärkeregler betätigt werden muß, was ja die 
Voraussetzung der Fernbedienung ist. Mit der gleichen Betätigung 
des Relais R1 öffnet sich auch der Kontakt K3, der den Gehäuse- 
lautsprecher ausschaltet. Da es jedoch unter Umständen angenehm 
ist, eine Kontrollmöglichkeit am Rundfunkempfänger zu haben, wird 
K3 mit einem eventuell sogar noch regelbaren Widerstand W 2 über- 
brückt, so daß der Lautsprecher noch leise mitläuft. 


Im Gleichstromkreis der Endröhre liegt das Relais R 2, das erst an- 
zieht, wenn die Endröhre ausreichend Anodenstrom führt. In diesem 
Fall öffnet R2 den Ruhekontakt K4, wodurc sich die Stromrichtung 
in Ri umkehrt, da jetzt die Anodenspannung der Endröhre an der 
Leitung liegt. Damit diese Umpolung ohne Zeitverlust vor sich geht, 
legt Relais 2 mit dem Kontakt K5 das Relais 1 über einen 16-uF- 
Kondensator an Masse. Dessen momentane Stromaufnahme sorgt 
dafür, daß Ri und R2 auf alle Fälle fest anziehen und den Betriebs- 
zustand sichern. Der nunmehr zum Zweitlautsprecher fließende Strom 
geht zugleich über die Akkumulatorenzelle und sorgt dafür, daß diese 
dauernd in geladenem Zustand bleibt. 


Der Zweitlautsprecher ist, wie das Schaltbild zeigt, über einen 
eigenen Ausgangsübertrager angeschlossen. Der hohe Widerstand 
dessen primärer Wicklung würde selbstverständlich verhindern, daß 


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FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
769 


die schwache Spannung des Akkumulators beim Betätigen von S1 
das Relais schon zum Anziehen bringt. Deshalb ist beim Zweitlaut- 
sprecher eine Gegenparallelschaltung von Gleichrichtern und das 
Relais R3 vorgesehen. Dessen Ruhekontakt K 6 schließt zunächst die 
Primärwicklung des Übertragers kurz und ermöglicht damit das An- 
ziehen von R 1. Nach der beschriebenen Umkehrung der Strom- 
richtung in der Lautsprecherleitung zieht das bisher durch den einen 
Gleichrichter blockierte Relais 3 an und öffnet K6, womit der Laut- 
sprecher in Betrieb gesetzt wird. Wem jedoch der Aufwand für R3, 
die beiden Gleichrichter und den Überbrückungskondensator zu hoch 
ist, kann die Übertragerwicklung auch mit einem einfachen Schalter 
überbrücken, der nach der bekannten Anheizzeit des Empfängers von 
Hand geöffnet wird. Die größte Lautstärke des Zweitlautsprechers 
wird mit dem Widerstand W1 festgelegt. Eine Herunterregelung ist 
dann noch mit dem Widerstand W 3 im Stromkreis der Schwingspule 
möglich. 

Das Schaltbild zeigt nur eine grundsätzliche Anordnung, die je nach 
der Endstufe im Empfänger gegebenenfalls noch zu modifizieren ist. 
Als Relais wurden beim Mustergerät Schneidankerrelais aus alten 
Fernsprechanlagen verwendet, deren Wicklungen den Stromverhält- 
nissen angepaßt wurden. Im vorliegenden Fall zieht R1 mit 20 mA, 
R2 mit 30 mA und R3 mit 15mA an. Auf alle Fälle müssen die 
Widerstände der Erregerwicklungen von Ri und R3 genügend klein 
sein, um mit der kleinen Arbeitsspannung beim Einschalten aus- 
zukommen. 


In einer Abwandlung der Schaltung kann die Akkumulatorenzelle 
durch einen Zusatztransformator ersetzt werden. Die dabei notwen- 
digen Änderungen sind in der strichpunktierten Umrahmung des 
Schaltbildes noch einmal herausgezeichnet. Da der Transformator 
ständig am Netz in Bereitschaft zu liegen hat, sollte er einen möglichst 
geringen Leerlaufstrom haben. Seine Sekundärspannung soll über den 
Gleichrichter die Akkumulatorenzelle ersetzen. Am geeignetsten ist 
deshalb ein kleiner Heiztransformator, den man auch auf die An- 
forderung geringen Leerlaufstromes hin selbst wickeln kann. Der 
Kondensator von 1 uF dient zum Kurzschluß der Niederfrequenz. 


Erwin Wolff 


Tastspitze für die Fehlersuche 


Bei der Fehlersuche macht es der Isolierüberzug über Leitungen 
oder kleinen Einzelteilen recht schwierig, Spannungen abzutasten. 
Mit Hilfe einer Stahlnadel, die in einen Suprafix-Stecker eingelötet 
ist (Bild), kann man aber solche Isolierungen ganz einfach durc- 
stechen, um einen ausreichenden Kontakt mit den von ihnen um- 
schlossenen Metallteilen herzustellen. Das dabei entstehende winzige 
Loch ist nicht weiter 
bedenklich. Der Kunst- 
stoffgriff des Steckers 
schützt die Hand vor 
unangenehmen Span- 
nungen und ermög- 
licht zugleich eine ge- 
wisse Kraftanwendung 

beim Durchstechen 
stärkerer Isolierungen. 

Christian Mordhorst 





Stecker mit eingelöteter Stahlnadel 


Bremsenreparatur in Tonbandgeräten 


Tonbandgeräte mit in der Höhe schwankender Tonwiedergabe kön- 
nen normalerweise durch eine Justierung der linken Bremse wieder 
in Ordnung gebracht werden. Allerdings kommt es öfter schon nach 
einigen Tagen wieder zum gleichen Fehler. Dann hilft nur eine gründ- 
liche Reparatur der Bremse, zu der zuerst der Bremsbelag vorsichtig 
heruntergenommen werden muß. Dann wird auf die Bremse ein 
2...3 mm starker Schaumgummibelag und auf diesen wieder der ur- 
sprüngliche Bremsbelag aufgeklebt. Da der neue Gesamtbelag nun- 
mehr zu dick geworden ist, biege man den Bremshebel am Andrück- 
schenkel so weit nach außen, also vom Abwickelteller weg, bis der 
alte Abstand wieder erreicht ist. Dabei ist zu beachten, daß der 
Schaumgummibelag unter dem Druck der Feder erst nach etwa 
24 Stunden eine konstante Stärke angenommen hat. 


Derart reparierte Geräte laufen schon seit mehreren Jahren ohne 
jede weitere Beanstandung. K. Kling 


PHILIPS 
AD 
I 


463 





Rauschen im Tonbandgerät 


Bei einem Tonbandgerät mit einer Röhre EL 84 in der Endstufe war 
ein Rauschen und Knistern im Lautsprecher zu hören, das unabhängig 
von Lautstärkeregler und Drucktastenstellung auftrat. Eine Unter- 
suchung der Drucktastenkontakte und der Röhrenstifte führte nicht 
zur Entdeckung des Fehlers. Dagegen erinnerte sich der Rundfunk- 
mechaniker an eine frühere Zuschrift an die FUNKSCHAU, in der von 
einem Feinschluß zwischen den Stiften einer EL41 die Rede war, 
der durch verdampfte Bestandteile des Preßstoffsockels verursacht 
worden war. Da die EL 84 eine noch größere Hitze entwickelt, wurde 
sie aus dem beanstandeten Gerät herausgenommen und der Glas- 
teller zwischen den Anschußstiften sorgfältig gereinigt, obwohl mit 
dem bloßen Auge keine Verunreinigung festzustellen war. Nach dem 
Wiedereinsetzen der Röhre waren die Störungen im Lautsprecher 
nicht mehr vorhanden. Deren Ursache lag also eindeutig in einem 
Feinschluß zwischen den Sockelstiften der EL 84. M. Gaksch 


Vom Umgang mit Allglasröhren 


Seit einer Reihe von Jahren werden neue Rundfunkempfänger und 
Verstärker fast ausschließlich mit Allglasröhren bestückt, die nach 
Zahl und Anordnung der Sockelstifte drei Serien angehören: 


Miniaturröhren mit 7 Stiften (Pico 7), 
Rimlockröhren mit 8 Stiften (Pico 8), 
Novalröhren mit 9 Stiften (Pico 9). 


Aus der Tatsache, daß die Stifte dieser Röhren in den Boden der 
Glashülle eingeschmolzen sind, während bei den früheren Röhren- 
serien ein besonderer Sockel als Träger der Stifte vorgesehen war, 
ergibt sich eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, die beim Umgang 
mit den genannten Röhrenserien beachtet werden muß. Das Tele- 
funken-Röhrentaschenbuch, Ausgabe 1957, gibt darüber Auskunft. 

Die Sockelstifte bestehen aus verhältnismäßig weichem Metall, so 
daß sie keiner hohen mechanischen Belastung ausgesetzt werden 
dürfen. Bei unsachgemäßer Behandlung können im Glas des Röhren- 
bodens feine Haarrisse entstehen, durch die Luft ins Röhreninnere 
gelangt und das Vakuum entscheidend verschlechtert. Derart schad- 
hafte Röhren fallen nach einer gewissen Betriebszeit aus, weil sich 
der Fehler oft erst nach mehrmaligem Ein- und Ausschalten und der 
damit verbundenen Erwärmung und Abkühlung zeigt. 

Grundsätzlich können Allglasröhren in jeder Lage in Betrieb ge- 
nommen werden, sowohl stehend als auch liegend. Es ist jedoch 
darauf zu achten, daß solche mit rechteckiger oder ovaler Anordnung 
der Gitter und Anode derart montiert werden, daß die große Achse 
des Systemaufbaus senkrecht steht. Ohne diese Vorsichtsmaßnahme 
kann es geschehen, daß die Metallteile in der Wärme unter dem Ein- 
fluß der Schwere durchhängen, wodurch sich die Abstände zwischen 
den Elektroden verändern. Bei direkt geheizten Röhren kann es zu 
einem Schluß zwischen Heizfaden und Elektrode kommen. 

Die Röhrenfassungen sollen so beschaften sein, daß sich die Röhren 
ohne starken Druck einsetzen lassen. Dabei muß die Lochkreisteilung 
der Fassung genau sein, weil sonst die Stifte einseitig beansprucht 
werden, auf den Glasboden der Röhre einen Druck ausüben und 
Glassprünge verursachen können. Es versteht sich, daß das Material 
der Federn in der Röhrenfassung ausreichende und anhaltende 
Elastizität besitzen muß. Von den verschiedenen gebräuchlichen For- 
men der Federn, Kelch-, Schabe- und Gabelfeder, ist die letztere Art 
zu bevorzugen. 

Für Röhren, die besonders brummempfindlich oder der Einwirkung 
von magnetischen Streufeldern ausgesetzt sind, werden Spezial- 
fassungen hergestellt, die über einen Überwurfzylinder verfügen, in 
dem eine Spiralfeder für festen mechanischen Sitz der Röhre sorgt. 
Mit diesem Vorteil verbindet der Metallzylinder vor allem gutes 
Aussehen. Es ist aber darauf zu achten, dab durch die Metallhülle 
die Ableitung der Wärme nicht behindert wird. 

Die eingangs erwähnte Gefahr der Beschädigung des Röhrenbodens 
durch die eingeschmolzenen Sockelstifte bedingt, daß die zum Ein- 
setzen und Herausziehen der Röhre aus der Fassung erforderliche 
Kraft sich in bestimmten Grenzen halten muß. Zur Prüfung von 
Röhrenfassungen auf ihre diesbezüglichen Eigenschaften gibt es einen 
Fassungs-Lehrdorn, mit dem Federdruck und Maßhaltigkeit unter- 
sucht werden können. Der Lehrdorn wird senkrecht in die Fassung 
eingeführt und senkrecht wieder herausgezogen. Für die dabei 
erforderlichen Kräfte gelten folgende Richtwerte: 


Eindrücken Herausziehen 
Miniaturröhren (Pico 7) kleiner als 5,4 kg 0,8...4,5 kg 
Rimlockröhren (Pico 8) kleiner als 6,0 kg 1,5...6,0 kg 
Novalröhren (Pico 9) kleiner als 6,0 kg 1,2.:.5;5: kg 


Vorsicht beim Verdrahten der Röhrenfassungen 


Grundsätzlich sollen die Kontakte der Röhrenfassungen nicht starr 
festgelegt sein, d. h. die mit ihnen verbundenen Schaltungsdrähte 
müssen einen gewissen Spielraum lassen. Die Federn der Fassung 
dürfen also weder untereinander noch mit dem Mittelröhrchen noch 
mit den Drähten der Schaltung starr verbunden sein. Sind bei hohen 
Frequenzen sehr kurze Verbindungen erforderlich, bei denen sich die 
genannten Forderungen am schlechtesten verwirklichen lassen, so ist 
die Verwendung von Bandfolie zu empfehlen. Allerdings darf dann 
die Folie nicht durch fließendes Lot ihrer Elastizität beraubt werden. 

Sehr wichtig ist die Beachtung der Regel, daß freie Kontakte der 
Röhrenfassung nicht als Stützpunkt für die Verdrahtung verwendet 
werden dürfen. Manchmal sind- die zugehörigen Sockelstifte im 
Röhreninneren zur Stabilisierung des Systemaufbaus benutzt und 
stehen infolgedessen mit einem Röhrenpol in leitender Verbindung. 
Durch die Verwendung der entsprechenden, scheinbar freien Pole der 
Fassung können also Schlüsse eintreten. Ferner schreiben die Röhren- 
hersteller vor, daß an Sockelstiften und eventuell vorhandenen An- 
schlußkappen nicht gelötet werden darf. Abgesehen von der mög- 
lichen oder gar wahrscheinlichen Beschädigung des Röhrenbodens 
durch Hitze, hat das Metall der Stifte die Eigenschaft, mit dem 
gebräuchlichen Weichlot keine Verbindung einzugehen; es wären also 
ohnehin nur kalte Lötstellen möglich. 

Damit die Federn der Röhrenfassungen beim Verdrahten durch 
seitlichen Zug nicht aus ihrer Lage gebracht werden, ist es zweck- 
mäßig, während der Arbeiten eine unbrauchbare Röhre in die 
Fassung zu stecken. Für regelmäßige, zahlreiche Arbeiten an Röhren- 
fassungen stehen Stahlstiftphantome zur Verfügung, die nicht nur 
die Fassungsfedern unverrückbar in der vorgeschriebenen Lage halten, 
sondern darüber hinaus den Vorzug besitzen, daß sie eine neue 
Fassung vor dem Einsetzen einer Röhre gängig machen. 

Sind nun aus irgendwelchen Gründen Sockelstifte von Allglas- 
röhren verbogen worden, so ist das Richten mit der Flachzange die 
falscheste Maßnahme, den Schaden zu beheben. Für diesen Fall gibt 
es für jede Sockelanordnung eine Stift-Richtvorrichtung, eine Art 
Röhrenfassung mit Führungsmanschette aus Metall, in die die Röhre 
eingeführt wird, wobei sich verbogene Stifte automatisch gerade- 
richten und eine Beschädigung des Glasbodens vermieden wird. 

Schließlich sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß der Glas- 
kolben von Allglasröhren nicht die gleichen Kräfte verträgt wie die 
Kolben der meisten älteren Röhrenserien. Sitzt eine Röhre ins- 
besondere beim Herausnehmen allzu fest in der Fassung, so kommt 
es immer wieder vor, daß der Kolben mit den greifenden Fingern 
zerquetscht wird, weil bei den geringen Abmessungen die Angriffs- 
fläche recht klein ist. Um solch ärgerliche Schäden zu vermeiden, ist 
es zweckmäßig, sich immer eines Röhrenhebers zu bedienen. Dabei 
handelt es sich um eine Gummimanschette, die sich fest um den 
Kolben legt und die zum Ziehen der Röhre erforderlichen Kräfte 
gleichmäßig auf den ganzen Röhrenkolben verteilt. 

Beim UKW-Eingangsteil mancher Geräte ist die Röhrenfassung so 
angebracht, daß man sich vor dem Einstecken einer Röhre nicht von 
der Lage der Pole überzeugen kann. Bei Versuchen, die Röhre nach 
dem Gefühl einzusetzen, werden oft Sockelstifte verbogen, wobei alle 
die obengenannten Möglichkeiten der Beschädigung der Röhre ein- 
treten können. Es ist daher zweckmäßig, sich zuvor mit Hilfe eines 
Spiegels von der Lage der Pole zu überzeugen. Dazu eignet sich der 
zum Abgleichbesteck gehörige Zahnarztspiegel ausgezeichnet. 

Dr. A. Renardy 


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Man wird immer wiederk 


464 


ehren zu den bewä 


hrten Lorenz-Röhren. 


Heft 16/FUNKSCHAU 1957 
770 


Persönliches 


Am 22. Juli wurde Nobelpreisträger Prof. Gustav Hertz, ein Neffe von 
Heinrich Hertz, 70 Jahre alt. Nach seiner Habilitation war Hertz bis 1925 
in den Naturkundlichen Laboratorien der Philips Werke in Eindhoven tätig; 
1923 erhielt er zusammen mit James Franck den Nobelpreis für den experi- 
mentellen Nachweis des quantenhaften Energieaustausches zwischen Atomen 
und Elektronen. Später wurde er als Ordinarius an die TH Berlin-Char- 
lottenburg berufen und von 1935 bis Kriegsende leitete er ein Forschungs- 
labor der Siemens-Schuckert-Werke. Sofort nach Kriegsende wurde Prof. 
Hertz nach der Sowjetunion verbracht und arbeitete dort u.a. mit 
M. von Ardenne in einem Labor in Suchum am Schwarzen Meer. Hier 
entwickelte er ein inzwischen industriell ausgewertetes Verfahren der 1so- 
topentrennung mit Gasdiffusion durch poröse Wände. 1951 erhielt er die 
Max - Planck - Medaille verliehen; er ist außerdem Stalinpreisträger und 
Träger des „Vaterländischen Verdienstordens in Gold“. Heute ist Prof. 
Hertz, der häufig westliche Physikerkongresse besucht, Direktor des Physi- 
kalischen Instituts der Universität Leipzig. 


Dr. Otto M. Böhm starb, wie wir erst jetzt erfahren, Mitte Mai in Eng- 
land im Alter von 72 Jahren. Seit 1923 war er bei Telefunken in leitender 
Stellung tätig, ehe er 1936 nach England zu Marconi ging. Später wechselte 
er in das Radar - Forschungslabor der Admiralität und machte sich bald 
einen Namen als Antennenspezialist. 


Karlheinz Richter, Auslandsvertriebschef der Teldec-Schallplatten GmbH 
in Hamburg, war am 15. Juli 25 Jahre in der Schallplattenbranche tätig. 
Bald nach Übernahme der Ultraphonplatte durch Telefunken in den frühen 
30er Jahren wurde er Leiter der Abteilung Spezialaufnahmen; 1943 über- 
nahm er den Gesamtvertrieb. Nach dem Kriege baute er das Schallplatten- 
geschäft aus kleinsten Anfängen wieder auf und wurde 1950 sogleich Ver- 
triebsleiter der neuen Teldec GmbH. Heute steht er dem wachsenden Aus- 
landsgeschäft des blühenden Unternehmens vor. 


Seit dem 1. Juli leitet Arthur Waizenegger den Inlandsverkauf der Teldec 
Schallplatten GmbH in Hamburg. Nach seiner Übersiedlung von der Tele- 
funken-Filiale Hamburg in die Verkaufsabteilung der Telefunken-GmbH in 


Hannover hatte A. Waizenegger wichtige und interessante Aufgaben zu 
erfüllen. 
* 


Sonderpostwertzeichen ‚Fernsehen‘ 


Am 23. August beginnt im Bundesgebiet der Verkauf einer neuen Sonder- 
briefmarke „Fernsehen“; die Auflage ist auf 20 Millionen Stück bemessen. 
Die Marke ist 27,5 X 32,8 mm groß und wird in den Farben blau und grün 
als linearer Ätzdruck hergestellt. 

Die nebenstehend als Schwarz-weiß-Repro- 
duktion wiedergegebene Sondermarke soll 
offensichtlich für das Fernsehen werben, obwohl 
nicht zu erkennen ist, wie man das erreichen 
will. Die Graphiker haben, wie es im „Amts- 
blatt des Bundesministeriums für das Post- und 
Fernmeldewesen“, Nr. 77/1957, heißt, die Licht- 
wirkung des Fernseh-Bildschirmes beim Ein- 
und Ausschalten zum Vorbild genommen. Wir 
bemerken dazu: 

a) Ohne nähere Erläuterung ist das nicht zu 
vermuten, 

b) Beim Ein- und Ausschalten entsteht kein sol- 

ches Muster; aber selbst wenn dies der Fall wäre... eine Werbung für das 

Fernsehen ist die Marke nicht, auch keine Erklärung oder symbolische Deutung 

des Fernsehens schlechthin. KT: 


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Veranstaltungen und Termine 


9. bis 13. Sept.: Berlin — 5. Jahrestagung der Fernseh-Technischen Ge- 

sellschaft e. V. (FTG). Aus der Vortragsfolge: 

Allgemeines F. Kirschstein: Anfänge des Fernsehens in 

Berlin 

L. Sponzilli: Die neuen Studios der RAI in Rom 

A. N. Thomas: Die neuen Studios der BBC in London 

W. Dillenburger: Ein neuerer Normenwandler für die 
Eurovision 

Videotechnik: Rudert: Eine neue Superorthikon-Kamera 

H. Fix: Verwendung von Transistoren in der Video- 
technik 

C. Münster: Optische Fragen des Fernsehbildes 

M. Wagner: Neue Abtast- und Aufzeichnungsröhren 
für hohe Spannungen 

Übertragungstechnik: I. Dahrendorf: 
der Wellenausbreitung in Band IV 

H. W. Fastert: Systematische Planung von Fernseh- 
Sendernetzen in Band IV und V 

Empfängertechnik: E. Zieler: Röntgenstrahlung von 
Fernsehbildröhren 

R. Theile und H. Großkopf: Zur Frage der Schwarz- 
werthaltung im Fernsehempfänger 

W. Otten: Vorverstärkerröhre für 800 MHz 

W. Bruch: Dioden als Schaltmittel 

Meßtechnik: J. Schunack: Die Fernsehbildröhre als 
Sichtgerät für Wobbeleinrichtungen 

D. Waechter: Messung statistischer Schwankungen im 
Fernsehbild 

Farbfernsehen: 
NTSC-Kanal 

J. Davidse: Versuche über die Anpassung des NTSC- 
Farbfernseh-Systems an die 625-Zeilen-Norm 

J. Kaashoek: Gradationsentzerrung im Farbfernsehen 

Tagungsort: Hörsaal EB 301 der Technischen Universität, 

Berlin-Charlottenburg 


Neue Messungen 


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FUNKSCHAU 1957 / Heft 16 
771 











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Von Herbert G. Mende. 96 Seiten 
mit über 30 Bildern und 2 Tabellen. 

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Die funktechnischen Berufe 
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Vom Lehrling zum Meister. Von Dipl.-Ing. Georg Rose 


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Diese in Zusammenarbeit mit dem Deutschen 
Radio- und Fernseh-Fachverband e.V. heraus- 
gegebene Taxliste, die überall im Handel für 
die Bewertung zurückzunehmender Geräte ver- 
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