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Full text of "Funkschau 1954 Heft 05"

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INGENIEUR-AUSGABE 


26. JAHRGANG 1954 Nr. 


ZEITSCHRIFT FÜR FUNKTECHNIKER e Erscheint am 5.und 20. eines jeden Monats e FRANZIS-VERLAG MUNCHEN-BERLIN 


Aus dem Inhalt: 


Sein oder Nichtsein........ 27. 
Zuftieden: «=... 3.0 @wuane $ 77 


Das Neueste aus Radio- und 
Fernsehtechnik: 
Elektronenstrahl-Hörkopf für 
Magnettongeräte; Der hohe Turm 
von Stuttgart; Kombinationen aus 
Ferrit- und Pulverkernen ; Geätzte 
ghaltungenı Ein Leben für den 
un 


Ba ae ae 78/79/80 
Ein Pionier der Funktechnik: 
Dr. Siegmund Loewe... .... 80 
Funktechnik und Elektroakustik 
helfen den Blinden ........ 
Der blinde Bastelfreund ..... 81 
Kopfstrommeßgerät für Magnet- 
IONKonfe:n 2 %.0 wauatar dere arena 82 
Leuchtstoffe für Elektronen- 
strahlröhren. ..... 2:1... 83 
Funktechnische Fachliteratur... . 84 
Ratschläge für den Entwurf von 
Fernsehemffängern .... ... 85 
Fernsehstörungen durch Ama- 
teurstalionen . . .. 2. 222.. 87 
Ohmmeter mit vollautomatischer 
Bereichswahl. .. . 2222.22 .. 88 


FUNKSCHAU-Konstruktions- 
seiten: UKW-Grid-Dip-Meter. . 89 





Billige Allwellenantenne . ...... 92 
Transistor-Audion mit Gegentakt- 
BNAWUID: 44.0.5. u aa are are 94 

z FUNKSCHAU-Prüfbericht: 

: Telefunken-Adagio . ...... . 95 
Nochmals Breitband - Elektronen- 
strahl-Oszillograf KO3...... 9% 
Briefe an die FUNKSCHAU- 
Redaklion  : : ...... 0% oe n.amıge 97 
Vorschläge für die Werkstatt- 
praxis: 


Brummen von Netztransformato- 
ren ;Spritzlackieren m.dem Staub- 
sauger; Das Stahlstift-Phantom ; 
Klein-Wachskocher ; Trockenrasie- 
rer als Reparaturhilfe...... 98/99 
Hochempfindlich.Röhrenvoltmeter 100 


Neue Schwing- und Filterquarze 10] 
Neue Keramiktrimmer. ..... . 102 


Kompensations-Heißleiter ... . . 102 
Neuerungen / Werks-Veröffent- 
Bchungen. „a 2. 200 na 00a; 103 


Die INGENIEUR-AUSGABE 
enthält außerdem: 


Funktechnische Arbeitsblätter: 
RöO1 Blatt 1 und 2 
Wk 21 Blatt 1 und 2 


Unser Titelbild: Ein neuartiger Meß- 
adapter mit Streifenschreiber in der 
Fließbandfertigung des Telefunken- 
Rundfunkgerätewerkes Berlin ermög- 
licht bis zu 34 automatische Strom- und 
Spannungsmessungen (Brückenmes- 
sung) an den fertig geschalteten Ge- 
räten. Meßwerte, bei denen die zuge- 
lassenen Toleranzen überschritten wer- 
den, sind mit einem Blick auf den Kon- 
trollstreifen zu erkennen. 





1 Heft5 / FUNKSCHAU 1954 


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IV Heft5/ FUNKSCHAU 1954 


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MIT FERNSEH-TECHNIK 


26. JAHRGANG 


1. März-Heft 1954 Nr. 5 





»Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage« 


Dieses berühmtgewordenen Satzes aus Shakespeares „Hamlet“ erinnert man sich unwill- 
kürlich, wenn man unter dem Eindruck der in den letzten Jahrzehnten errungenen Fort- 
schritte aller technischen Wissensgebiete den Versuch macht, das früher so schön abgrenz- 
bare Gebiet der Hochfrequenztechnik und insbesondere der Radiotechnik neu zu umreißen. 
„Sein“ bedeutet in diesem Zusammenhang, daß sich die Hochfrequenztechnik als selbstän- 
diges, klar abgrenzbares Arbeitsgebiet behaupten könnte. Dem „Nichtsein“ jedoch käme 
das Ab»leiten dieses großen Gebietes zu einem Ästchen am Baum der Elektronik ameri- 
kanischer Lesart gleich. 


„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!“ Eine Frage, die wir heute noch nicht defini- 
tiv beantworten können. Immerhin haben wir — um den Lebenden, wie denen, die nach 
uns kommen, die Durchdringung des terminologischen Urwalds etwas zu erleichtern — 
schon einmal!) den schüchternen Versuch unternommen, die Elektronik als Gebiet für sich 
zu behandeln, ohne ihr die gesamte Rundfunktechnik unterordnen zu müssen; doch litt das 
erhoffte Echo offensichtlich unter der Dämpfung aus Gleichgültigkeit einerseits und ameri- 
kanischem Vorbild andererseits. Denn in unserem Fachgebiet kommt das Licht aus dem 
Westen. 


Zwar hat sich auch die FUNKSCHAU dankenswerterweise und mit schönem Erfolg 
bemüht, durch Schaffung der ELEKTRONIK-Beilage eine Abgrenzung zu erleichtern, doch 
sind die einzelnen Gebiete so hoffnungslos ineinander verfilzt, daß sich alle Beteiligten vor 
schier unlösbare Aufgaben gestellt sehen, wenn es um die Ordnung und Einordnung geht. 
Wer’s nicht glaubt, versuche spaßeshalber einmal einen elektronischen Überholmelder für 
Kraftfahrzeuge in die Dezimalklassifikation einzuordnen. 


Vielleicht scheint dieses Beispiel manchem Leser schon zu abseits zu liegen — dann möge 
er ein wenig Redaktion spielen und selbst entscheiden, ob z. B. ein Aufsatz über drahtlose 
Bandspielgeräte in Amerika in die Rubrik Hochfrequenz gehört, weil die vom Hörkopf 
abgetastete Modulation auf ein Senderchen gegeben wird, das sie drahtlos einem Empfän- 
ger zur Wiedergabe übermittelt, oder in die Rubrik Niederfrequenz, wie alle anderen 
Magnettongeräte, oder vielleicht in die Spalte „Das Neueste“, weil hierzu erstmals Tran- 
sistoıen benutzt werden, oder aber in die Elektronik-Beilage, weil in dem Aufsatz beschrie- 
ben wird, wie man mit der gleichen Anordnung den Ablauf ganzer Fabrikationsprozesse 
programmsteuern kann. 


Es ist wahrhaftig nicht einfach, sich bei solchen Fragen klar für das eine oder das andere 
zu entscheiden, weil unsere Technik nach allen Richtungen hin längst ihre Grenzen erreicht 
und gesprengt hat. Von einem Mann, der sich Hochfrequenztechniker nennt, nimmt man 
als selbstverständlich an, daß er auch die gesamte Niederfrequenztechnik und ein gut Teil 
Elektroakustik beherrsche, weil dies nun mal zur Radiotechnik als der wichtigsten Gruppe 
der Hochfrequenztechnik gehört. Früher oder später aber wird derselbe Mann mit den 
Grenzen seines Gebietes in Berührung kommen. Er wird z. B. über UKW-Therapiegeräte 
in die Elektromedizin gelangen, wo ihn die Bekanntschaft mit Röntgengeräten wiederum 
zu den Quellen der Elektronik zurückführen kann, oder wo ihn die Beschäftigung mit einem 
Elektroencephalographen mitten in das Gebiet der Neurologie und von hier aus in die so 
eng mit der Nachrichtentechnik zusammenhängende Kybernetik leiten mag. Beschäftigt 
sich aber unser Freund erst einmal mit der Kybernetik, so findet er sich im Zentrum eines 
Pentagons verschiedenster Wissensgebiete wieder, zu denen die Physiologie ebenso gehört 
wie die Regelungstechniken unserer Wärmewirtschaftler und Industrie-Elektroniker, die 
Informationstheorie ebenso wie die Therapeutik aller Disziplinen. 


Doch braucht man gar nicht in so großem Rahmen zu denken, um die Verflechtung unserer 
Technik mit anderen Gebieten zu spüren. Sehen wir uns beispielsweise ein simples Elek- 
tronenblitzgerät an: es enthält neben der mißtrauisch betrachteten Blitzröhre doch im 
wesentlichen nur Einzelteile, wie sie in jedem Rundfunk- oder Fernsehempfänger vor- 
kommen können. Wer soll das Gerät nun reparieren, wenn Eile not tut? Erfahrungsgemäß 
landet es in den meisten Fällen bei einem Radio-Praktiker, der sich unverhofft diesem Fall 
gegenübersieht und dann sehr ungehalten wäre, wenn er in seiner (Hochfrequenz-!) Fach- 
zeitschrift nichts darüber fände, obgleich doch in diesem Gerät nur die Impulse etwas mit 
Hochfrequenz zu tun haben. Oder nehmen wir als Beispiel die elektronische Schaltuhr eines 
Kopiergerätes. Sie enthält Röhren, Relais, Widerstände und Kondensatoren. Ein Foto- 
laborant kann dies mit einem Blick unter die Abdeckhaube feststellen und wird sich sofort 
an einen ‚Radiomann‘ wenden, weil er das Gerät braucht und nicht auf Ersatz von. der 
Fabrik warten kann. Ein ähnlicher Fall kann eintreten, wenn eine simple Lichtschranke 
zur Zählung von Konservendosen ausfällt. Die Reihe der Beispiele ließe sich beliebig fort- 
setzen. Immer mehr elektronische Geräte finden in nichtelektronische Wirtschaftszweige 
Eingang — man braucht sie dort wie das tägliche Brot, und wenn sie einmal versagen, steht 
u. U. der ganze Betrieb still. Das Herstellungswerk ist weit, und Ersatz trifft auch bei 
telegrafischer Bestellung meist erst nach Tagen ein. Was liegt näher, als im Hinblick auf 
die Röhren, Widerstände und Kondensatoren im Innern des geheimnisvollen Gerätes sich 
zunächst an den Strohhalm in Gestalt des nächsterreichbaren RAdiofachmannes zu klammern? 


Zwischen diesen letzten einfachen Beispielen und den vorher erwähnten Zusammen- 
hängen gibt es nahezu kontinuierlich abgestufte Zwischenlösungen, ob es sich nun um ein 
ferngesteuertes Flugzeugmodell, um einen automatischen Garagenöffner oder um die elek- 
tronischen Strahlenwarngeräte des angelaufenen Atomzeitalters handeln möge. 


Nein, es besteht kein Zweifel, daß wir uns mehr und intensiver mit der speziellen Elek- 
tronik befassen müssen. Zur Elektronik gehören z. B. auch die Halbleiter-Verstärker 
(dielektrische Verstärker und Transistoren), die zunächst den typisch elektronischen An- 
wendungen und später wohl auch der Empfängertechnik neue Impulse verleihen werden. 
Und damit kommen wir wieder zum Ausgangspunkt dieser Skizze: wo ist die Grenze? Ist 
dies alles, ist dieser Riesenkomplex moderner Technik Elektronik und ist die Rundfunk- 
technik nur ein bescheidener Zweig dieses Gebietes? Oder ist die Elektronik lediglich ein 


(Schluß des Aufsatzes siehe nächste Seite) 
\) Nr. 1 (April 1952) der ELEKTRONIK, Ingenieur-Beilage zur FUNKSCHAU 1952, Heft 7. 





Im Vorjahr wollte die Industrie 
einhunderttausend Fernsehempfän- 
ger bauen. Sie hat davon nur 55 Pro- 
zent erreicht — und doch darf man 
zufrieden sein. Immerhin konnten 
etwa 30000 Geräte „echt“ verkauft 
werden, während der Rest auf Lager 
liegt. Auch der Januar brachte ein 
zumindest befriedigendes Geschäft. 
Die Beliebtheit der 43-cm-Bildröhre 
steigt; kleinere Bilder sind billiger 
zu haben, beispielsweise wurde ein 
Empfänger mit der 36-cm-Bildröhre 
einer großen Firma kürzlich radikal 
um 300 DM herabgesetzt. Obwohl die 
Entwicklung zur größeren Röhre den 
Röhrenherstellern aus verschiedenen 
Gründen z.Z. einige Schwierigkeiten 
bereitet, läßt sich hier nichts auf- 
halten. 


Am Rande sei erwähnt, daß nach 
Nordrhein - Westfalen nicht etwa 
Hamburg als bestes Fernsehgebiet 
bezeichnet werden darf, sondern das 
aufgeschlossene Frankfurt, dessen 
Fernsehsender auf dem Feldberg 
eine ideal zu nennende Reichweite 
besitzt. 


Über die Aussichten im laufenden 
Jahr gehen die Meinungen sehr aus- 
einander. Die Optimisten glauben, 
daß 150000 Fernsehempfänger ab- 
setzbar sind, die anderen halten diese 
Zahl für zuhoch. Weil nun das Fern- 
sehen voller Überraschung steckt, 
tut man gut, sich der Stimme zu 
enthalten. Die maßgebenden Männer 
der Industrie dürfen das natürlich 
nicht, denn von ihren Entscheidun- 
gen hängt die Höhe der Auflage ab. 
Es ist jedoch klar: diesmal ist der 
Fernsehstart trotz einiger Fehlzün- 
dungen gelungen (offen gesprochen 
— wir glaubten es nach der Funk- 
ausstellung nicht), und die Dinge 
werden sich — nicht ohne Rück- 
schläge zwar — positiv entwickeln, 
zumal die Programme nicht nur län- 
ger sondern auch besser werden. 


Die Rundfunkgeräteproduktion hat 
dagegen die kühnsten Vorhersagen 
übertroffen. Mit 2,7 Millionen Emp- 
fängern (darunter 140000 Koffer- 
geräte und 115 000 Autosuper) sind 
die Rekordzahlen der Vorjahre er- 
neut überholt worden. Ziehen wir 
0,5 Millionen exportierte Empfänger 
ab, so bleiben für das Inland noch 
immer 2,2 Millionen Stück. Sie wur- 
den tatsächlich verkauft, denn die 
Lager im Groß- und Einzelhandel 
sind heute viel kleiner als vor Jah- 
resfrist! Trotz kleiner Schönheits- 
fehler wie Versandhandel, unerfreu- 
lich viele Neuheiten und dem immer 
lästiger werdenden Druck der Alt- 
geräte haben Industrie und Handel 
allen Grund zufrieden zu sein, denn 
auch Phonogeräte, Schallplatten und 
Zubehör wie etwa Antennen ver- 
zeichnen ebenfalls steigende Um- 
sätze. N 5 





78 Heft5/FUNKSCHAU 1954 


D AS N E UE STE aus Radio- und Fernsehtedhnik 





Elektronenstrahl-Hörkopf für Magnettongeräte 


In der Magnettontechnik werden bis 
heute ausschließlich Hörköpfe nach dem 
elektrodynamischen Prinzip benutzt, bei 
denen die Wiedergabespannung propor- 
tional der Änderung des magnetischen 
Flusses ist. Infolgedessen steigt die Span- 
nung mit wachsender Frequenz an, bis 
Spalt- und Selbstentmagnetisierungseffekt 
den Anstieg begrenzen und schließlich 
diesem gegenüber überwiegen. Um einen 
geradlinigen Frequenzgang zu erzielen 
sind mehr oder weniger umfangreiche 
Entzerrungsmaßnahmen erforderlich. 


Skellett, Leveridge und Gra- 
tiani) beschreiben einen neuartigen Auf- 
nahmekopf, bei dem der vom Band abge- 
tastete magnetische Fluß einer kleinen 
Katodenstrahlröhre zugeführt und in die- 
ser der Elektronenstrahl in Abhängigkeit 
von der Größe des Flusses abgelenkt wird. 
Die Anordnung arbeitet gleichzeitig als 
Verstärkerröhre nach dem Ablenkprinzip. 
Die Ausgangsspannung ist nun nicht mehr 
von der FlußRänderung abhängig, und 
sie ist damit unabhängig von Frequenz 
und Bandgeschwindigkeit. Die Ausgangs- 
spannung ist ferner um Größenordnungen 
höher als bei normalen Hörköpfen. 


Band Spalt 





Polbleche 
Glaskolben 
Elektronenstrahl 


Bild 1. Prinzip des Elektronenstrahl-Hörkopfes 


Bild 1 zeigt das Prinzip des neuen Kop- 
fes. Der Bandfluß wird wie bisher im 
Spalt eines Magnetkerns aufgefangen. Der 
Fluß wird auf zwei im Inneren der Röhre 
angebrachte Polbleche übertragen, die sich 
zur Mitte hin verjüngen. Der Elektronen- 





1) Skellett, A. M., Leveridge, L.E. und Gra- 
tian, J. W. Electronics 26 (1953), Okt., S. 168-171 


(Fortsetzung von der vorhergehenden Seite 


gleichberechtigter Partner neben der Radio- 
technik, der Fernsehtechnik, der Elektro- 
akustik und der Fernmeldetechnik — um 
nur einige Begriffe zu nennen — der mit 
allen anderen Gebieten eng verschwistert 
und verschwägert ist? Vom Standpunkt 
des Praktikers aus ist dies wohl die an- 
genehmste Lesart, wenn auch die ameri- 
kanische Auffassung, daß nämlich die Elek- 
tronik der rechtmäßige Oberbegriff für 
alle genannten Zweige sei, viel Freunde 
gewonnen hat. Gräbt man jedoch in die 
Tiefe, so wird man ganz bescheiden fest- 
stellen müssen, daß schließlich und endlich 
alle unsere technischen Errungenschaften 
nichts anderes sind als — angewandte 
Physik. Der Streit um den Oberbegriff — 
die Frage nach Sein oder Nichtsein der 
Hochfrequenztechnik als selbständiges 
Fachgebiet — wäre also recht müßig, wenn 
nicht zwingende Gründe für eine Ordnung 
der Begriffe sprächen. Zu den zwingenden 
Gründen gehört u. a. das Gesamtproblem 
der Dokumentation und hierin ganz spe- 
ziell die beiden Fragen, was der Leser in 
seiner Fachzeitschrift zu finden wünscht, 
und was die Zeitschrift dem Leser mittei- 
len m. u ß, auch wenn es ihn im Augenblick 
vielleicht noch nicht interessiert. Doch dar- 
über das nächste Mal! Herbert G. Mende 


strahl fließt in Längsrichtung zwischen den 
Polblechen hindurch und wird bei Vor- 
handensein eines Feldes nach oben oder 
unten abgelenkt. 


In Bild 2 ist der innere Aufbau der 
Röhre dargestellt. Der Elektronenstrahl 
bleibt trotz Ablenkung immer im Wir- 
kungsbereich des Feldes, so daß sich eine 


Polbleche Anodenblech 








Sfrahlerzeugungssystem 


Ablenkspalt 


Bild 2. 
Innenaufbau des Elektronenstrahl-Hörkopfes 


hohe Ablenkempfindlichkeit ergibt. Nach 
Verlassen des Ablenkfeldes gelangt der 
Strahl gemäß Bild 3 auf die aus zwei Tei- 
len bestehende Anode. Die von diesen Tei- 
len abnehmbare Spannung ist also gleich 
der Differenz der auf die Platten gelan- 
genden Elektronenströme und damit pro- 
portional der Ablenkung. Die Ausgangs- 
spannung in Abhängigkeit vom magne- 
tischen Fluß im Ablenkbereich gibt Bild 4 
wieder. Die Kurve ist imBereich +1Gauss 
linear. Das ist mehr, als benötigt wird, da 
der von Magnettonbändern abgenommene 
Fluß in der Größenordnung 0,02 Gauss 
liegt. 

Der in Bild 1 dargestellte Kopf wurde 
durch die in Bild 5 wiedergegebene An- 
ordnung verbessert. Der magnetische Wi- 
derstand des relativ großen Spaltes im 
Ablenkbereich ist so groß, daß der Wider- 
stand der magnetischen Zuführung hier- 
gegen verschwindet. Es genügt daher als 
„Kern“ ein einziges Mu-Metallblech von 
0,35 mm Dicke. Dieses wird gemäß Bild 5 
im Inneren eines aufgebohrten, aus zwei 
Teilen bestehenden Metallkörpers aufge- 
klebt. Der Abnahmespalt besteht aus einer 
7 w dicken Molybdänzwischenlage. Der 
„Kern“ ist magnetisch durch zwei Arme 
aus Mu-Metallblech „verlängert“, so daß 


Strahlerzeugungs- 
system 





t 


” Linse 


Bild 3. 
Schaltung des Elektronenstrahl-Hörkopfes 


eine große Auflagefläche des Bandes er- 
zielt wird, was zu einer besseren Wieder- 
gabe der tiefen Frequenzen führt. 


Gemäß Bild 4 beträgt die Empfindlich- 
keit 15 V/Gauss. Mit einem bis zur Sät- 
tigung magnetisierten Tonband ergeben 
sich etwa 0,04 Gauss im Ablenkbereich, so 
daß maximal etwa 0,6 V Ausgangsspan- 
nung des Hörkopfes zu erwarten sind. 
Hiermit ist gegebenenfalls direkter An- 
schluß an den Tonabnehmereingang eines 
Empfängers möglich. 


In Bild 6 ist der Frequenzgang des Elek- 
tronenstrahl-Hörkopfes im Vergleich zu 
einem normalen Hörkopf gezeichnet. Die 















so} Belastungs- 
widerstände 
je 00. kS2 

















Eh u 
SEID 
SER T DM 820 
B(6auß) 
Bild 4. Ausgangsspannung in Abhängigkeit 
vom Feld im Ablenkbereich 








db-Maßstäbe sind dabei verschieden, da 
die Ausgangsspannung des Elektronen- 
strahl-Hörkopfes wesentlich größer als 
die des normalen Kopfes ist. Der Fre- 
quenzgang des Elektronenstrahlkopfes ist 
weitgehend linear, insbesondere bei den 
tiefen Frequenzen, theoretisch bis Null 
Hertz (Gleichfeld). Der normale Kopf be- 
sitzt den bekannten w- Gang. Bei den 
hohen Frequenzen ist der normale Kopf 
etwas besser, da der Spalt- und Selbstent- 
magnetisierungseffekt durch den w - Gang 
des Frequenzgangs z. T. kompensiert wird. 
Da der Elektronenstrahlkopf keinen 
oa - Gang besitzt, muß der Abfall bei den 
hohen Frequenzen daher eher einsetzen. 
Durch einfache RC - Entzerrungsglieder 
kann die obere Grenzfrequenz aber wesent- 
lich heraufgesetzt werden, wie die Kur- 
ven C und D zeigen. 









Spalt- 
Zwischenlage 


N 


Kernblech 


Bild 5. Die Teile des verbesserten Elektronen- 
strahl-Kopfes 


Die Hauptvorteile des Kopfes sind, 
neben der hohen Ausgangsspannung, der 
geradlinige Frequenzgang und die verbes- 
serte Wiedergabe der tiefen Frequenzen. 
Dies ist vor allem auch bei der Anwen- 
dung des Magnettonprinzips für Spezial- 
und Meßzwecke wichtig. Durch den 
a&-Gang und die damit verbundenen Ent- 
zerrungsmaßnahmen entstehen Fehler, 
deren Beseitigung einen erheblichen Auf- 
wand erfordert (Frequenzmodulation), wo- 
durch die Anwendung von Magnettonge- 
räten bisher stark eingeengt war. 


Herbert Lennartz 
en) 
TI A o 
I 177 Anm 1 
I Ir III PALIN 
Bl IN 
ll) LEN 
7 A: ohne Entzerrung 


30 C:Entzerrung miteinstufigem RC-Glied 
0: Entzerrung mit zweistufigem RC-6lied 


SS 











8 ST Ss 





relative Ausgangsspannung 





























5m 


50 100 500Hhz1 3 MW 2OkHz 


Frequenz 


Bild 6. Frequenzgang des Elektronenstrahl- 

Hörkopfes ohne Entzerrung (A) im Vergleich 

zum Frequenzgang eines normalen Hörkopfes 

(B) und Frequenzgang des Elektronenstrahl- 

Kopfes bei Entzerrung mit einem (C) bzw. zwei 
(D) RC-Gliedern 


Der hohe Turm von Stuttgart 


Die geographische Lage Stuttgarts be- 
günstigt die UKW-Ausbreitung keinesfalls. 
Das Zentrum der Stadt liegt in einem 
Kessel von etwa 250 m Seehöhe und ist 
mit einem im Durchschnitt 150 m hohen 
Talrand umgeben, der wiederum durch 
Nebentäler eingekerbt ist. Will man die 
Stadt durch UKW versorgen, so bleibt 
nichts anderes übrig, als sie von der Höhe 
„auszuleuchten“. Das geschieht u. a. durch 
die UKW-Rundfunksender in Degerloch. 
Für guten Fernsehempfang müssen aber 
die Feldstärken noch besser sein, so daß 
die Sendeantenne möglichst hoch anzu- 
bringen ist, Wie erinnerlich ist, führten 
diese Schwierigkeiten einmal zu Anfragen 
bei der amerikanischen Großstadt Pitts- 
burgh, die ebenfalls in einem Talkessel 
liegt. 

Die geographischen Gegebenheiten er- 
klären den Plan, auf dem Hohen Bopser 
bei Degerloch, in der Nähe der Sportplätze, 
einen Sendeturm von 150 m Höhe mit einer 
58 m langen Mehrfachantenne für Fern- 
sehen und UKW zu errichten. Der Fuß- 
punkt dieser Antenne wird sich dann 
632 m über dem Meeresspiegel oder rd. 
350 m über der Talsohle erheben, so daß 
man vorzüglich in die angrenzenden Täler 
strahlen kann. 


Dr.-Ing. Fritz Leonhardt, Regierungsbau- 
meister in Stuttgart, will an Stelle eines 
häßlichen Stahlgittermastes mit Abspan- 
nung eine freitragende Röhre aus Spann- 
beton erstellen, die am Fuß mit 9 m Durch- 
messer beginnt und sich nach oben auf 
5 m verjüngt. Dazu sind 3000 Tonnen Be- 
ton nötig. Die Turmröhre endet fünf Meter 
unter der Erdoberfläche auf einem 26 m 
breiten, flachen Hohlkasten als Ringfunda- 
ment, das mit hydraulischen Pressen ver- 
sehen ist. Mit diesen Pressen kann die 
riesige Säule jederzeit wieder lotrecht aus- 
gerichtet werden, falls der Boden sich sen- 
ken sollte — eine kühne und großartige 
Idee, wenn man bedenkt, welche Grund- 
fläche z. B. der Eiffelturm dagegen besitzt. 


Als besondere Attraktion wird die Turm- 
spitze einen fünfstöckigen, ringförmig an- 
gebrachten Überbau von 15 m Höhe erhal- 
ten, Sein oberer Durchmesser beträgt 15, 
sein unterer 12 Meter. Neben einer über- 
dachten Aussichtsplattform ist ein zwei- 
stöckiges Restaurant mit Raum für 140 Gä- 
ste, Küchen- und Waschräumen sowie ein 
besonderes Stockwerk für den Fern- 
sehsender vorgesehen. Die Verbin- 
dung zwischen diesem Teil und dem Boden 
soll von zwei Expreßlifts für 8 und 16 Per- 
sonen mit nur 40 Sekunden Fahrzeit sowie 
einer Nottreppe mit 800 Stufen übernom- 
men werden. Als Überraschung für die 
Besucher wird in die Fahrstühle ein Ton- 
bandgerät mit Verstärker eingebaut, das 
in Stichworten während der kurzen Fahrt 
über die Besonderheiten der Turmkon- 
struktion unterrichtet. 


Der Turmfuß beherbergt einen Wandel- 
gang mit Fernsehgeräten, die während der 
Sendezeit in Betrieb sind. Angebaut sind 
eine Halle und ein weiteres Restaurant. 
Ein zweiter Anbau soll die Büros, betriebs- 
technische Räume und den Sendesaal für 
zwei UKW-Sender aufnehmen. 


Fernsehsender 


Die Aufstellung des Fernsehsenders auf 
dem Turm an Stelle einer Placierung am 
Boden empfiehlt sich aus verschiedenen 
Gründen. Einmal ist die Verbindung zwi- 
schen Sender und Antenne denkbar kurz 
und daher verlustfrei; die eingesparten 
Kosten für das Sendekabel dürften bei 
20 000 DM liegen. Zweitens wird die Bild- 
modulation drahtlos vom nächsten Fern- 
meldeturm der Deutschen Bundespost auf 
dem Frauenkopf mit Hilfe eines Dezi- 
Spiegels übernommen, der naturgemäß 
hoch oben angebracht sein muß. Stünde 
der Fernsehsender am Fuße des Turms, 
so müßte die Bildmodulatinn hinunter und 
die Senderenergie wieder hinauftranspor- 
tiert werden. Die Stahlbetonkonstruktion 


des Turms stellt sicher, daß die Spitze und 
damit der Empfangs-Parabolspiegel der 
Dezistrecke nicht unzulässig schwankt — 
der Rundbau auf der Turmspitze wird bei 
höchsten Windstärken nur 20 cm aus der 
Normallage verschoben werden können. 


Der Fernsehsender soll 10 kW Bild- und 
2 kW Tonträgerleistung aufweisen und 
auf eine 12fach bündelnde Fernsehantenne 
arbeiten, so daß über 100 kW effektive 
Strahlungsleistung erzeugt werden. 80 bis 
100 km Reichweite dürften sicher sein. 


Außerdem will die Bundespost Anlagen 
für Mehrfachtelefonie, Landstraßen- und 
Stadtfunk usw. montieren und damit die 
ideale Höhe ausnutzen. 


Die Kosien 


... des Turmes ohne technische Installa- 
tion, Geländeaufschließung und Restau- 
rantausstattung sind mit 1,4 Millionen DM 
veranschlagt. Hier sind die größten Posten 
der Rohbau mit 440 000 DM und die Auf- 
züge mit 170 000 DM. Die Blitzschutzanlage 
wird beispielsweise 10 000 DM, der Außen- 
anstrich jedoch 20000 DM kosten. 


Als Träger des Bauobjekts soll eine Ge- 
sellschaft mit beschränkter Haftung ins 
Leben gerufen werden, deren Gesellschaf- 
ter älle interessierten Gruppen vom Süd- 
deutschen Rundfunk bis zur Bundespost 
sein werden. Dem Vernehmen nach sind 
die Kapitalien bereits gesichert. 


Das Bauwerk dürfte zweifelsohne für 
Stuttgart und darüber hinaus für Süd- 
deutschland ein Anziehungspunkt erster 
Ordnung und vor allem ein beliebtes Aus- 
flugsziel werden. Dies allein rechtfertigt 
schon die Aufwendungen, die z.B. für die 
Gaststätten gemacht werden. Bei recht- 
zeitigem Baubeginn ist mit der Betriebs- 
aufnahme noch in diesem Jahre zu rech- 
nen. ET: 


Kombinationen aus Ferrit- und 
Pulverkernen 


Um geringe Verluste und einen kleinen 
Temperaturkoeffizienten zu erzielen, müs- 
sen Ferritkerne geschert werden !) Verlust- 
faktor tgö und Temperaturkoeffizient Ay/uo 
gehen dann im Verhältnis yett/uo, d.h. im 
Verhältnis der effektiven zur Anfangsper- 
meabilität zurück. Bei einem optimal be- 
messenen Luftspalt ist im allgemeinen die 
effektive Permeabilität eines Ferritkerns 
immer noch größer und die Verluste sind 
immer noch kleiner als die eines vergleich- 
baren Fulverkerns. 


Die Herabsetzung der Permeabilität 
braucht nicht unbedingt durch einen wirk- 
lichen „Luft“-Spalt zu erfolgen. Es ist auch 
denkbar, in den Spalt ein Magnetmaterial 
geringerer Permeabilität einzufügen. Man 
kann dabei so vorgehen, daß man z.B. 
einzelne Teile eines Topfkerns aus Ferrit, 
andere aus Eisenpulver-Werkstoff herstellt. 
Dadurch werden die guten Eigenschaften 
des offenen Ferritkerns mit geringem 
Streufeld und niedrigen Verlusten ver- 
bunden. So besitzt ein Topfkern mit einem 
Mittelzapfen aus Ferrit und mit den um- 
gehenden Teilen aus Pulverkernwerkstoft 
eine höhere effektive Permeabilität und 
ergibt eine Spule höherer Güte als ein ent- 





‘) Der Begriff Scherung kommt von der 
Hystereseschleife her, die sich neigt (odeı 
„schert“), wenn ein magnetischer Kreis von 
einem Luftspalt oder durch ein Zwischen- 
stück aus Material mit höherem magnetischen 
Widerstand unterbrochen wird. Je größer der 
Luftspalt, desto größer ist der magnetische 
Widerstand, also desto größer die Scherung. 
Ausgehend von einem Ringkern (Toroid), der 
aufgeschnitten ist, kann man den Luftspalt 
immer mehr vergrößern, wenn man den Kern 
aufbiegt. Bei gestreckter Länge ergibt sich 
ein Stabkern, der also nichts anderes als ein 
Kern mit „großem Luftspalt“ ist. 


FUNKSCHAU 1954/Het 5 79 


DAS NEUESTE 





sprechender Topfkern aus reinem Pulver- 
kernwerkstoff. Ein „Luft“-Spalt im eigent- 
lichen Sinne ist dabei nicht vorhanden und 
Änderungen der effektiven Permeabilität, 
die durch zeitliche oder mechanische Än- 
derungen eines Luftspaltes eintreten könn- 
ten, sind nicht zu erwarten. 



































n=32Wdg. 
Ken 











F(kHz) 
— 
400 600 800 1000 1200 1490 1600 











GütekurvenvonTopfspulen mit aus verschiede- 
nen Werkstoffen zusammengesetzten Kernen. 
Man erkennt, wie beikürzer werdendem Ferrit- 
weg die notwendige Windungszahl, aber auch 
die Güte ansteigt. (Vogt & Co.,Erlau bei Passau) 


Auf Grund vorstehender Überlegungen 
entwickelte die Firma Vogt & Co., 
Erlau, bei Passau, Kombinationskerne. Das 
Bild zeigt die Gütekurven einiger Spulen 
von jeweils 200 uH auf gleichem Kern, der 
jedoch jeweils aus verschieden zusammenge- 
setzten Materialien aufgebaut ist. Kurvel 
gibt die Gütekurve einer ganz aus Ferrit 
bestehenden Topfspule wieder. Die hohen 
Verluste des geschlossenen Kerns ergeben 
eine niedrige Güte. Bei der Kurve 2 be- 
stand der äußere Zylinder aus Eisenpulver- 
werkstoff, die anderen Teile waren aus 
Ferrit. Die effektive Permeabilität ist zwar 
zurückgegangen, die Güte aber gestiegen. 
Kurve 3 zeigt die Güte einer Topfspule 
mit einem reinen Pulverkern. Ihre Güte 
und effektive Permeabilität werden jedoch 
durch die Spule mit Kombinationskern, 
bei dem der Mittelzapfen aus Ferrit und 
die übrigen Teile aus Eisenpulverwerkstoff 
bestanden, noch übertroffen (Kurve 4). 

hle 


Geätzte Schaltungen 


In der FUNKSCHAU 1953, Heft 11, 
Seite 193, berichteten wir aus England 
über ein Verfahren, auf flexiblen Isolier- 
bändern durchgehende Scheibenwicklungen 
für Transformatoren durch Drucken und 
Ätzen aufzubringen. Dieses Verfahren ist 
in Deutschland durch das vom 11. Dez. 1951 
an laufende Deutsche Patent Nr. 906 831 
geschützt. (Fatentinhaber: Rudolf Sliwka; 
Datum der Fatenterteilung: 5. 12. 1953). 
Die Fatentansprüche lauten: 


1. Induktionsspulen bestehend aus Iso- 
lierstoff mit spiralförmig gedruckten, ge- 
spritzten oder galvanisch niedergeschla- 
genem Leitstoff, dadurch gekennzeichnet, 
daß auf einem biegsamen Isolierband be- 
liebig viele Spiralen beiderseits angebracht 
sind, die eine zusammenhängende ununter- 
brochene Leitung bilden, aus der durch 
Falten eine Induktionsspule geformt ist. 


80 Her5/ FUNKSCHAU 1954 


DAS NEUESTE 


Geätzte Schaltungen (Fortsetzung) 


2. Induktionsspule nach Anspruch 1, da- 
durch gekennzeichnet, daß in die Falten 
des Isolierbandes vergrößerte, kühlrippen- 
bildende Platten aus guten Wärmeleitern 
eingelegt sind. . 

3. Induktionsspulen nach Anspruch 1 und 
2 dadurch gekennzeichnet, daß in die Falten 
des Bandes elastische Einlagen gesteckt 
sind, derart, daß durch eine regulierbare 
Preßvorrichtung eine Abstimmung (Vario- 
meterwirkung) erreicht ist. 


Die zugehörige Zeichnung zeigt das 
gleiche Prinzip der Spulenherstellung, wie 
sie in der Wireless World vom Dez. 1952 
beschrieben wurde. Geringere Kosten, 
verkleinerter Wickelraum infolge des recht- 
eckigen Leitungsquerschnittes und bessere 
Wärmeableitung sind die wichtigsten Vor- 
teile dieser Bauart. 





Ein Leben für den Funk 


Zu den Pionieren der Funktechnik, über 
die uns Dr. Eugen Nesper manchen 
Beitrag, darunter auch den untenstehenden, 
schrieb, gehört auch Dr. Nesper selbst. Seine 
Berichte wirken deshalb so unmittelbar, weil 
er alle die großen Wissenschaftler, Techniker 
und Organisatoren der Funktechnik persön- 
lich kennt und jahrzehntelang mit ihnen 
zusammen arbeitete. Dies begann bereits 1897 
mit den denkwürdigen ersten Funkversuchen 
auf deutschem Boden unter Professor Slaby. 
— Bereits vor 50 Jahren am 6. März 1904, er- 
rang Nesper den Doktorhut mit seiner Arbeit 
„Strahlung von Spulen“, bei der er bereits 
Zentimeterwellen verwendete und alle Ver- 
suchsaufbauten selbst schuf. 

Jahrelang bekleidete er leitende Stellen ın 
der Industrie bei Telefunken, Lorenz, Birg- 
feldt und anderen, und er erlebte die Pio- 
nierjahre mit der Errichtung der Großfunk- 
stellen Nauen und Norddeich und mit der 
Schaffung der Lichtbogen- und Maschinen- 
sender in vorderster Front. Seine ganze 
Kraft setzte er dann für das aufkommende 
Rundfunkwesen ein. Unzählige seiner Ver- 
öffentlichungen und Vorträge schulten eine 
ganze Generation von Hf-Technikern, und 
seine Konstruktionen, darunter ein Bildfunk- 
empfänger und der weltbekannte Dr.-Nesper- 


Ein Pionier der Funktechnik: Dr. Siegmund Loewe 


Auch dieser schöpferische Funkmann ge- 
hört zu den Leuten, deren Entwicklung 
nicht geradlinig verlaufen ist; wir können 
vielmehr recht interessante Kurven fest- 
stellen. Beinahe selbstverständlich ist, daß 
Siegmund Loewe als Schüler nicht viel 
taugte und seinen Ehrgeiz im Rekord mög- 
lichst zahlreicher Arreststunden und ande- 
rer wenig schätzenswerter Betätigung ein- 
setzte, was schließ- 
lich zu seinem con- 
silium abeundi führ- 
te. Der einer alten 

Gelehrtenfamilie 
entstammende Va- 
ter, Dr. med. Lud- 
wig Loewe, brachte 
den wenig hoff- 
nungsvollen Jüng- 
ling in einer Tisch- 
lerschule unter, in 
der jedoch Sieg- 
mund eine leiden- 
schaftliche Liebe zur 
— Astronomie — be- 
fiel. Prof. Förster 
von der Urania (Berlin) riet jedoch drin- 
gend ab, dieser Liebe zu folgen. Hin- 
gegen machte Loewe in der optischen 
Werkstatt von G. Halle eine gute ein- 
einhalbjährige Lehrzeit durch, um später 
in der damals sehr angesehenen Berliner 
Handwerkerschule, unter den Professoren 
Szymanski, Orlich und Lemann den er- 
forderlichen Schliff in Optik, Mechanik 
und Instrumentenkunde zu erhalten. 

Dann aber siedelte er zusammen mit 
Prof. Lemann in die Physkalisch-Tech- 
nische Reichsanstalt in Berlin-Charlotten- 
burg über, und er erlernte hier die Kunst 
der Präzisionsmessungen. Etwa zu gleicher 
Zeit hörte er an der Berliner Universität 
und an der Technischen Hochschule Char 
lottenburg bei Professor Slaby Elektro- 
mechanik und die gerade im Entstehen 
begriffene Funkentelegrafie, so daß er, 
nachdem er inzwischen einige Schul- 
examina gleichsam im Handumdrehen ab- 
solviert hatte, bereits 1905 als Ingenieur 
bei Telefunken eingestellt wurde. 

Trotz praktischer Erfolge in der Indu- 
strie ging dann Loewe aber 1910 zu Max 
Wien nach Jena, um sich theoretisch zu 
vervollkommnen. Er promovierte dort 1912 
in Physik, Elektrotechnik und Astronomie 
magna cum laude, um sich dann wieder 
bei Telefunken im Senderbau (Hochfre- 
quenzmaschinen, Frequenzvervielfachung) 
erfolgreich zu betätigen. 1914 übernahm 
Loewe die technische Leitung der E. F. 
Huth GmbH, und hier hatte er nicht nur 
Gelegenheit, sein bereits großes Wissen 
und Können auf verschiedenen Gebieten 
einzusetzen, sondern sich auch besonders 
eindrucksvoll patentrechtlich zu betätigen. 
Nach Kriegsende verfügte die Firma über 
mehr als 600 Schutzrechte, für die nicht 
zu geringem Teil Loewe als Erfinder 
zeichnete. 





Gegen Kriegsende übernahm er auch die 
Leitung der Radioröhrenfabrik Müller in 
Hamburg, und kurz darauf errichtete er in 
Berlin, am Halleschen Tor, ein eigenes 
Labor, in dem an der Radiotelefonie, dem 
sprechenden Film und anderen damals be- 
sonders aktuellen Erfindungen gearbeitet 
wurde. Dieses Labor war neben der 
Fabrik von G. Seibt ein Sammelpunkt 
aller damals vorausschauenden Techniker. 
So arbeitete zeitweise in Loewes Labor 
Dr. L. de Forest (Winter 1919/20), und hier 
verdiente sich auch der junge Manfred von 
Ardenne mit seiner Widerstandskopplung 
die ersten Sporen. Bald darauf gründete 
Siegmund Loewe zusammen mit seinem 
älteren Bruder David Loewe die: Radio- 
Frequenz GmbH, aus der schließlich die 
Loewe-Opta hervorgegangen ist. 


Leicht wurde das Leben den damals neu 
hinzukommenden Empfängerbaufirmen 
nicht gemacht, da die bisherigen Patent- 
inhaber auf ihre Vorrechte bedacht waren. 
Es bedurfte mancher Verhandlungen und 
Prozesse, bis schließlich der Verband der 
Funkindustrie, zu deren Mitbegründern 
Loewe gehörte, das Recht zur Lizenzver- 
gebung für seine Mitglieder erhielt. Zu- 
nächst aber waren gewisse Anordnungen 
von allgemeiner Verwendung ausgeschlos- 
sen, wie z. B. die Hochfrequenzverstär- 
kung, obwohl diese de Forest bereits 1907 
angegeben hatte. Deshalb mußte sich 
Loewe in Verbindung mit von Ardenne 
zur Konstruktion der Mehrfach-Röhre ent- 
schließen, bei der in einem evakuierten 
Kolben mehrere Systeme mit ihren Kopp- 
lungsgliedern eingeschlossen wurden. 


Schon 1920 hatte Loewe in einem Brief 
an seinen Bruder aus New York fast sehe- 
risch Ziele und Entwicklung des Hör- 
und Fernseh-Rundfunks vorausgeahnt, an 
dessen späteren Zustandekommen er maß- 
gebenden Anteil hatte und noch jetzt aus- 
übt. Als eine Großtat der beiden Brüder 
Loewe aber muß die Schaffung des Drei- 
fachröhrenempfängers gewertet werden, 
der 1927 auf den Markt gebracht wurde 
und mit dem mehrere Hunderttausend 
neue Hörer geworben wurden. 


In der Folgezeit hat sich dann Siegmund 
Loewe intensiv um Spezialentwicklungen 
bemüht, unter denen die Fernsehempfän- 
ger an erster Stelle stehen, bis die Rassen- 
gesetze ihn zur Emigration in die Ver- 
einigten Staaten zwangen, wo er sich eine 
neue Existenz aufzubauen gezwungen war. 
1948 war er zum ersten Male wieder in 
Deutschland, und inzwischen sind ihm die 
Loewe-Opta-Fabriken wieder zurückgege- 
ben worden. 


Ein unerhört fruchtbares und an Erfol- 
gen reiches Leben breitet sich damit vor 
uns aus, und bei der anhaltend großen 
Energie und Schaffenskraft sind von 
Dr. Siegmund Loewe noch weitere Groß- 


taten zu erwarten. Dr. Eugen Nesper 


Kopfhörer, zeugten von seiner Begabung auf 
allen Gebieten. Sein reiches und schöpferi- 
sches Leben breitet er selbst in seiner Bio- 
graphie „Ein Leben für den Funk“) vor uns 
aus. Heute noch schafft der nunmehr 75jäh- 
rige unermüdlich am Schreibtisch und im 
Labor, Unter seinen jüngsten Arbeiten dürfte 
der Wechselrichter für Batteriegeräte, den er 
in der FUNKSCHAU 1953, Heft 15, Seite 270, 
beschrieb, noch von sich reden machen. 
Dank seiner Erfahrungen ist Dr. Nesper zu- 
gleich Pionier und Historiker, der Funktech- 
nik. Zu seinem jetzigen goldenen Doktor- 
jubiläum wünschen wir von ganzem Herzen, 
daß er uns noch recht lange bei guter Ge- 
sundheit als Vorbild eines schöpferischen 
Technikers dienen möge. Li 


Ernst Scherb 50 Jahre 


Zur gerechten Beurteilung eines Schiffes ist 
es unerläßlich den Kapitän zu kennen, denn 
auch hier heißt es: „Wie der Herr — so’s Ge- 
scherr!“ Das gilt um so mehr, wenn das 
„Schiff“ eine Fabrik für Rundfunk- und Fern- 
sehgeräte sowie Kühlschränken ist und weit 
über zweitausend Menschen mit ihren Fami- 
lienangehörigen sicher über die Untiefen 
unseres verzwickten wirtschaftlichen Lebens 
dahinträgt. 

Nun, Ernst Scherb, am 1. März fünf- 
zig Jahre alt geworden, steht auf der Kom- 
mandobrücke der SABA-Werke seit 1949 mit 
der ruhigen Sicherheit des altgedienten Offi- 
ziers, der sehr wohl weiß, welche Bedeutung 
straffe Führung und geschicktes Ansetzen 
aller Fähigkeiten seiner Mitarbeiter für den 
Erfolg haben. Er erkannte, wie wichtig es 
ist, die Meinung erfahrener Männer zu hören, 
sie auszuwerten — und dann eine wohlüber- 
legte Entscheidung zu treffen, für die er aller- 
dings stets selbst verantwortlich bleibt. 

Vor dem Kriege leitete das Geburtstagskind 
— wenn dieser Ausdruck nicht als respektlos 
angesehen wird — bereits eine große Firma 
als persönlich haftender Gesellschafter. Er 
weiß also wie man es macht, damit das Fir- 
menschiff alle Havarien vermeidet, wann 
Segel zu setzen und wann sie zu reffen sind. 
Ein neues Segel bläht sich im steifen Wind 
einer guten Konjunktur: die Kühlschrank- 
fertigung. Sie nimmt in der Firmenbilanz be- 
reits einen guten Platz ein, der sich weiter 
verbessern wird, sobald in Villingen das 
zweite Werk betriebsbereit ist und die Kapa- 
zität erhöht. 

Unsere Glückwünsche begleiten Ernst Scherb 
in die zweite Hälfte seines Lebens-Jahr- 
hunderts! -r 





1) Oldenbourg-Verlag, München. 





FUNKSCHAU 
Herausgegeben vom 


FRANZIS-VERLAG MÜNCHEN 


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Redaktion: Otto Limann, Karl Tetzner und Fritz Kühne 
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Erscheint zweimal monatlich, und zwar am 
5. und 20. eines jeden Monats. Zu beziehen 
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unmittelbar vom Verlag und durch die Post. 
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Ingenieur - Ausgabe DM 2.— (einschl. Post- 
zeitungsgebühr) zuzügl. 6 Pfg. Zustellgebühr. 
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wig Schubert. Buchhandlung, Neunkirchen 
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Druck: G. Franz’sche Buchdruckerei 

G. Emil Mayer, (13b) München 2, 
Luisenstr. 17. Fernsprecher: 516 25. 

Die FUNKSCHAU ist der IVW an- 
geschlossen. 


Funktechnik und Elektroakustik helfen den Blinden 


Vor uns liegt ein Stoß grauer Karton- 
blätter mit eigenartigen erhaben einge- 
prägten Punktgruppen, eineBlinden- 
zeitschrift. Die „Braille-Schrift“ für 
Blinde wurde 1825 von einem blinden fran- 
zösischen Lehrer erfunden. Die Buchstaben 
bestehen in der Grundform aus einem Sy- 
stem von Punkten, die in zwei senkrechten 
Reihen zuje)maximal dreiPunkten verschie- 
den angeordnet werden. Diese Punktkombi- 
nationen. werden.erhabenin das Papier ein- 
gedrückt und von dem Blinden beim Lesen 
mit dem Zeigefinger abgetastet. 

Wer das verwirrende Bild einer funk- 
technischen Schaltung betrachtet, kann sich 
nur schwer vorstellen, daß Blinde sich 
einen Begriff von den Einzelheiten 
dieser Technik machen können. Es zeuat 
für ihren ungebrochenen Lebenswillen und 
für die aufopfernde Fürsorge der Blinden- 
studienanstalt Marburg/Lahn, daß nun 
sogar eine funktechnische Zeitschrift in 
Blindenschrift geschaffen wurde, die nicht 
nur ein allgemeines Wissen vermittelt, 
sondern den Blinden zu praktischer Tätig- 
keit anregt. Von besonderem Interesse für 
unsere Leser aber dürfte sein, daß eine 
Reihe von FUNKSCHAU-Aufsätzenin diese 
Blindenzeitschrift übernommen wurde. 


Funktechnik und Elektroakustik sind in 
vieler Hinsicht geeignet, den Blinden zu 
helfen. Bereits der Rundfunkempfänger 
bringt ihnen eine viel größere Bereicherung 
als den Sehenden. Bei einer Zahl von 32 000 
bis 33000 Blinden allein in der Bundes- 
republik wäre es eine dankbare Aufgabe 
für die Industrie, durch kleine Zusatzein- 
richtungen die Benutzung der Geräte durch 
Blinde zu erleichtern. Man denke dabei an 
eine tastbare Skala, eine tastbare oder 
akustische Abstimm- bzw. Aussteuerungs- 
anzeige etwa bei Magnettongeräten usw. 


Gerade im Magnettongerät hat die Tech- 
nik der Blindenbildung eine wertvolle 
Hilfe geschaffen. Freilich sind besprochene 
Bänder für den einzelnen Blinden noch zu 
teuer. Daher wäre es wünschenswert, wenn 
eine zentrale Stelle mit öffentlichen Mitteln 
Tonbänder für die Blindenbildung her- 
stellen würde. Die Abhörgeräte müßte der 
Einzelne sich mit Unterstützung staatlicher 
und kommunaler Stellen selbst kaufen. 
Hier bietet sich eine lohnende Aufgabe, um 
die Entwicklung und Fertigung so zu för- 
dern, daß der Wunsch der Blinden, eigene 
Abhörbibliotheken zu besitzen, in abseh- 
barer Zeit in Erfüllung geht. 





Herstellung einer Blindenzeitschrift. Die Buchstabengruppen werden 
in eine Zinkplatte eingeprägt. Diese Platte dient dann zum „Drucken“ 
der eigentlichen Blindenzeitung 


Seit jeher bemüht man sich, auch Geräte 
zu schaffen, mit denen Blinde unmittelbar 
Druckschrift in Laute oder Worte umsetzen 
können. Die letzten Jahre haben zwar 
wesentliche Fortschritte in der Entwick- 
lung automatischer Lesemaschinen ge- 
bracht, doch liegen endgültige praktische 
Ergebnisse noch nicht vor. Der Weg über 
Rundfunk und Tonband ist unzweifelhaft 
einfacher und billiger. 

Man arbeitet auch daran, Blindenleit- 
geräte zu entwickeln, mit denen der Blinde 
sich selbständig beim Gehen über Hinder- 
nisse orientieren kann. Neben Ultraschall- 
geräten wurden andere Einrichtungen mit 
Mikrowellen, ultravioletten, sichtbarem 
oder infrarotem Licht auf ihre Anwend- 
barkeit für Blindenleitgeräte untersucht. 


FUNKSCHAU 1954/Heft 5 81 


Ebenso wichtig wie die Hilfsmittel, die 
den Blinden an der Umwelt teilnehmen 
lassen, sind aber diejenigen, die ihm zu 
einem Beruf verhelfen. Auch hier bietet 
unsere Technik manche Möglichkeiten. 
Fernsprechvermittlungsanlagen werden 
durch zusätzliche akustische Signale, Tast- 
kerben und Fingerführungsschienen für 
Blinde eingerichtet. Blinde Telefonisten 
sind wegen ihres Konzentrationsvermögens 
auf das rein Akustische hier sehr am Platz. 
Auch hat z. B. der NWDR mit Blinden an 
den Kontroll- Abhörplätzen für Rundfunk- 
sendungen gute Erfahrungen gemacht. 


Literatur: 

Ultraschall - Leitgerät für Blinde, VDE-Nach- 
richten 1950, Nr. 12, S. 2. 

Der blinde Telephonist, VDE-Nachrichten 1953, 
Nr. 7, S. 2. 

Die Technik hilft den Blinden, VDE - Nach- 
richten 1953, Nr. 21, S. 3. 


Der blinde Bastelfreund 
Eine funktechnische Zeitschrift in Blindenschrift 


Es leuchtet ein, daß Blinde, die in be- 
sonderem Maße auf ihr Gehör angewiesen 
sind, an allen akustischen Erscheinungen, 
insbesondere am Rundfunk, an Schallauf- 
zeichnungsverfahren, am Radio-Amateur- 
wesen und dergleichen ein erhöhtes Inter- 
esse haben. Leider sind die Möglichkeiten, 
sich mit den damit zusammenhängenden 


FUNKSHA U 


Blindenschriftzeichen 
für das Wort „FUNKSCHAU“ 


technischen Fragen vertraut zu machen 
oder sich auf dem Laufenden zu halten, 
gerade für den Blinden sehr erschwert. 
Gewiß gibt es einige grundlegende theore- 
tische Werke auch in Blindenschrift, aber 
an praktischer Anleitung zum Selbstbau 
von Geräten und zum Basteln überhaupt 
fehlt es so gut wie ganz. Die reichhaltige 
Schwarzschriftliteratur kann dem Blinden 
nur schwer vermittelt werden, fehlt es 
doch meist schon an einem geeigneten 
Vorleser, der imstande wäre, eine Schal- 
tung richtig zu lesen und. so zu beschrei- 
ben, daß der Blinde damit etwas anfan- 
gen ‚kann. 

Um hier Abhilfe zu schaffen, erscheint 
seit dem Sommer 1953 im Verlag der Blin- 
denstudienanstalt in Marburg/Lahn „Der 
blinde Bastelfreund“, eine funktechnische 
Zeitschrift in Blindenschrift. Sie will nicht 
nur den Anfänger in leicht faßlicher Weise 





in die Fragen der Funk- und Tontechnik 
einführen und Hinweise geben, wie auch 
ein Blinder sich praktisch auf diesen Ge- 
bieten betätigen kann, sondern sie will 
zugleich auch dem Fortgeschrittenen durch 
Akdruck von wesentlichen Artikeln aus 
der Schwarzschriftliteratur ein Mitgehen 
mit der Technik ermöglichen, und zwar 
ohne sich der Hilfe eines Sehenden be- 
dienen zu müssen. 

Zu diesem Zwecke mußte vor aliem eine 
besondere Art der Wiedergabe von Schal- 
tungen gefunden werden. Die Methode, 
einfach eine Schwarzdruckschaltung in 
vergrößertem Maßstab erhaben darzustel- 
len, ist nicht nur kostspielig, sondern bei 
komplizierten Schaltungen für den Blin- 
den, der sich Schritt für Schritt durch die 
„Zeichnung“ hindurchtasten müßte, auch 
sehr mühsam und verwirrend. Daher ist 
eine besondere Schaltungsschnellschrift 
für Blinde entwickelt worden, die für alle 
vorkommenden Schaltelemente aus Buch- 
staben des Bilindenschriftalphabets be- 
stehende Symbole einführt, mit deren 
Hilfe die Schaltung systematisch — etwa 
von den Antennenbuchsen ausgehend bis 
zum Lautsprecher und Netzteil — be- 
schrieben wird. Dieses Verfahren spart 
nicht nur viel Raum, sondern es hat für 
den Leser zugleich den Vorteil, daß er beim 
Lesen einer Schaltung sinnvoli, gleichsam 
nach Sinnschritten durch sie hindurchge- 
führt wird, was nicht nur ihre Erfassung, 
sondern auch das Verständnis der Vor- 
gänge fördert. 

Weiter hat sich diese Zeitschrift zur 


Aufgabe gemacht, Hinweise zu geben und 


Einige Blätter der Zeitschrift „Der blinde Bastelfreund“ mit in Blinden- 
schrift übertragenen Aufsätzen aus der FUNKSCHAU. (Die Aufnahme 
wurde bei stark seitlicher Beleuchtung gemacht, um die erhabenen 
Punkte durch Schattenwirkung sichtbar werden zu lassen. Die Blätter 
selbst sind gleichmäßig grau!) 


(Foto: Schwarzer) 


82 HeR5/ FUNKSCHAU 1954 


Auswege zu suchen, die den Blinden bei 
den zum Basteln unerläßlichen Arbeiten 
und Verrichtuangen von der Hilfe durch 
Sehende möglichst unabhängig machen. 

So enthalten z. B. die bisher erschiene- 
nen drei Doppelhefte verschiedene Abhand- 
lungen aus der FUNKSCHAU!). Schließ- 
lich sind in diesen Heften Arbeitsverfah- 
ren erläutert, mit deren Hilfe auch ein 
Blinder selbständig messen und löten 
kann. Eine Fülle von Meßmöglichkeiten 
eröffnet z. B. die Wheatstonesche Brücke, 
bei der zur akustischen Anzeige ein Kopf- 
hörer benutzt wird. Als Lötgeräte für 
Blinde kommen der bekannte Engellöter 
und der mit Hilfe einer Niederspannungs- 
quelle erhitzte angespitzte Kohlestift in 
Frage, da beide Geräte in kaltem Zustand 
an die zu lötende Stelle gebracht und 
während der eigentlichen Lötung die füh- 
lenden Finger entfernt werden können. 


“ Ingenieur und Wissenschaftler. 


Der Kreis der Leser dieser Zeitschrift 
ist sehr vielgestaltig. Er reicht vom inter- 
essierten Laien bis zum blinden Techniker, 
Die Auf- 
lage der Zeitschrift ist — wie die fast aller 
Literatur in Blindenschrift — nur sehr 
gering und erreicht z. Z. nur etwas über 
sechzig Exemplare. Die Mitarbeit erfolgt 
ehrenamtlich, der Absatz zum Selbst- 
kostenpreis. Dr. Wilhelm Stakemann 


1) FUNKSCHAU 1953, Heft 3, Seite 54 „Prak- 
tisches Chassis für Versuche und Neubauten“; 
Heft 5, Seite 75 „Zur Schaltungstechnik des 
Transistors“, Seite 76 „Gegentakt - Detektor- 
empfänger mit Germaniumdioden; Heft 7, 
Seite 131 „Abisolieren von Hf-Litze“; Heft 12, 
Seite 211 „Was kosten Transistoren?“; Heft 17, 
Seite 333 „Die neue 17-cm-Kleinplatte“, S. 334 
„Das Rhein’sche Füllschriftverfahren“, S. 346 
„Neue Möglichkeiten durch Kristall - Kopf- 
hörer“. 


Kopfstrommeßgerät für Magnettonköpfe 


Im Studiobetrieb ist es besonders wich- 
tig, daß die Eigenschaften der Magnet- 
tonmaschinen ständig kontrolliert wer- 
den, um stets -gleichbleibende Arbeits- 
bedingungen zu schaffen. Für diesen 
Zweck wurde u. a. ein besonderes Kopf- 
strommeßgerät entwickelt. 


Zur Messung des Sprechstromes, des 
Hf - Vormagnetisierungsstromes und des 
Löschstromes wurde ein kleines Spezial- 
meßgerät entwickelt, mit dem die ange- 
gebenen Ströme unter Betriebsbedingun- 
gen direkt gemessen werden können, ohne 
daß besondere Meßaufbauten erforderlich 
sind. 





Bild 1. Ansicht des Kopfstromıneßgerätes R53 der Fa.W.Franz KG.Lahr 


Die Kenntnis des Sprech-, Vormagneti- 
sierungs- und Löschstromes sind für das 
einwandfreie Arbeiten einer Magnetton- 
anlage von größter Bedeutung. Der 
Sprechstrom bestimmt die Aussteuerung 


des Bandes. Besonders wichtig ist der 
Vormagnetisierungsstrom, der großen 
Einfluß auf den Frequenzgang, auf die 


Amplitude der Wiedergabespannung und 
auf den Klirrfaktor besitzt. Für Studio- 
anlagen ist es u. U. erforderlich, den Vor- 
magnetisierungsstrom an die jeweilige 
Bandsorte anzupassen, um den geringsten 
Klirrfaktor und den günstigsten Frequenz- 
gang'zu erzielen. Einige Bandsorten (z. B. 
das Scotchband 111) besitzen bei kleinen 
Vormagnetisierungsströmen ein ausge- 
sprochenes Klirrfaktorminimum. Bei 'grö- 
ßeren Strömen wächst der Klirrfaktor 
stark an, und er fällt erst bei noch größe- 
rem Strom wieder ab. Um den Klirrfak- 
tor gering zu halten, erfordern solche 
Bänder einen etwas größeren Vormagne- 





























Bild 2. 
SpannungenamHörkopfbeiderSchaltungnach 
Bild 3, wenn den Eingangsklemmen frequenz- 

lineare Spannungen Ul zugeführt werden 


tisierungsstrom als die bekannten deut- 
schen Bänder, die das ausgeprägte Klirr- 
faktorminimum nicht aufweisen. 


Um ohne Eingriffe in die Magnetton- 
anlage, d. h. vor allem ohne Abschaltung 
der Vormagnetisierung, die verschiedenen 
Ströme messen zu können, enthält das 
Meßgerät R 53 einen Tiefpaß bis 20 kHz 
für den Tonfrequenzstrom und einen 
Hochpaß ab 40 kHz für den Vormagneti- 
sierungsstrom. Zur Messung des jeweili- 
gen Stromes wird das Meßinstrument ent- 
weder an den Ausgang des Tiefpasses oder 
an den Ausgang des Hochpasses gelegt. 
Bild 4 zeigt die Schaltung des Gerätes. _, 


Das Meßprinzip ist 
einfach. Das Gerät 
wird mit einem nie- 
derohmigen Wider- 
stand in das „kalte“ 
Ende der Kopfzufüh- 
rung eingekoppelt. Im 
Sprechstrom-Meßzweig 
folgt auf den ersten 
Tiefpaß ein Übertrager 
(Stromwandler), hinter 
den ein weiteres Tief- 


Im Meßzweig für den 
Vormagnetisierungs- 
strom ist ein weiterer 
Stromwandler vorhanden, vor den der 
Hochpaß geschaltet ist. An den jeweiligen 
Schalterkontakten liegt also nur die Span- 
nung der Tonfrequenz oder der Vor- 
magnetisierungsfrequenz. Für die Ton- 
frequenz beträgt der Meßbereich 0 bis 
10 mA und für die Vormagnetisierung 
0 bis 20 mA. Der Eingangswiderstand an 
den Klemmen „Sprechkopf“ ist bis 1 kHz 








paßglied geschaltet ist., 


kleiner als 10 @, über 1kHz kleiner 
als 20°Q. 

Für die Messung des Löschstromes sind 
zwei eigene Klemmen vorgesehen. Der 
Eingang ist entsprechend niederohmig 
(kleiner als 2 Q) ausgeführt. Siebglieder 


sind hier nicht erforderlich, so daß ledig- 





u1= 
er (sitzt ii 
U im 
| Zwischenstück) 19% | 





Bild 3. Hörkopfersatzschaltung 


lich ein Stromwandler vorgesehen ist. Mit 
Hilfe eines Spannungsteilers ist der Meß- 
bereich auf 0 bis 200 mA abgeglichen. 

Die Anzeige erfolgt über eine Gegen- 
takt-(Spannungsverdoppler-)Schaltung in 
Spitzengleichrichtung mit zwei Germa- 
niumdioden DS 60 durch ein Drehspul- 
instrument mit 0,1 mA Vollausschlag. Die 
Meßgenauigkeit beträgt + 0,5 db bei Aus- 
schlägen von mehr als einem Viertel der 
Skala. 

Zur Einmessung der Wiedergabever- 
stärker enthält das Gerät noch eine sog. 
Hörkopfersatzschaltung (Bild 3). Diese 
wird in den Hörkopfkreis eingekoppelt. 
Legt man nun an den Eingang dieses 
frequenzabhängigen Gliedes eine fre- 
quenzlineare Eingangsspannung U 1, so 
ergibt sich am Hörkopf die in Bild 2 dar- 
gestellte Abhängigkeit der Hörkopf-EMK 
U 2 von der Frequenz. Es wird also die 
bei der Wiedergabe mit dem Hörkopf vor- 
handene Abhängigkeit der Hörkopf-EMK 
von der 'Frequenz nachgebildet. Die Mes- 
sung kann aber nun mit einem normalen 
Tongenerator erfolgen. 

Die Anschlüsse sind an Apparateklem- 
men geführt, so daß das Gerät universell 
verwendbar ist. Außerdem liegen die 
Klemmen aber an einer 12poligen Stecker- 
leiste, für die Zwischenstücke zu den im 
Rundfunkbetrieb gebräuchlichen Anlagen 
K 8 und T8 vorhanden sind. Die Zwischen- 
stücke passen mit ihrem unteren Stecker- 
teil in die Buchsenleisten der entsprechen- 
den Laufwerke, während der zugehörige 
Kopfträger seinerseits in die oben befind- 
liche Buchsenleiste der Zwischenstecker 
paßt. Mit Hilfe dieser Zwischenstücke 
kann eine Studio-Maschine ohne Eingriffe 
in die Schaltung in kürzester Zeit durch- 
gemessen werden. 

Bild 1 zeigt die Ansicht des Gerätes mit 
den Zwischenstücken. Die Abmessungen 
des Gehäuses betragen 215 x 155 x 85 mm. 

Herbert Lennartz 














































OlöurF 
‚Sprechst: rom _n Übertrager _._. a. ER i 
Sprech- 1 5 W. Franz KG. Lahr 
kopf _ | O,1mH (Baden) 
E Tiefpass für 05 
E ä öprechstrom 202 ur 
ı —> 
' (bis 20kHz) 
HERE | 
ne 772 
Vormagnetisierungsstrom tur H 
öprechstrom 
= Hochparss für Vormagne - 
Vormagnetisien. Fisierungstr. 
ungsstrom ale ] 00. 
Be Löschstrom u 
e H 
.. WF 
Löschstrom 
Lösch- a: 
kopf N 
-d 
= Löschstrom 
m 
ee 
Ki: -0- 


= Bild 4. Prinzipschaltung des Kopfstrommeßgerätes R 53 


Leuchtstoffe für Elektronenstrahlröhren 


Größe, Leuchtdichte, Farbe und Bildkontrast 
des Leuchtschirmes einer Fernsehröhre sind 
die Eigenschaften, die den Ausschlag für die 
Anschaffung eines bestimmten Fernsehgerätes 
geben. Es ist daher verständlich, daß von den 
Bildröhren-Firmen in allen Ländern sehr viel 
Arbeit auf die Herstellung guter Bildschirme 
verwendet worden ist. 


Leuchistolie 


Die Eigenschaft, bei einer Bestrahlung mit 
Elektronen zu leuchten, besitzt eine große 
Anzahl von in der Natur vorkommenden 
Mineralien. An ihnen wurde der Effekt der 
Umwandlung von Elektronenstrahlenergie in 
Licht bereits in den letzten Jahren des vorigen 
Jahrhunderts entdeckt. Heute ist es dank un- 
zähliger Forschungsarbeiten möglich, Leucht- 
stoffe für die verschiedensten Zwecke künst- 
lich herzustellen. 


Die Grundsubstanzen der Leuchtstoffe sind 
anorganische Kristalle, die eine sehr geringe 
Menge (etwa 0,05...1 Gewichtsprozent) eines 
Fremdmetalles hereingebracht ist. Diese 
Fremdbeimischung wird „Aktivator“ genannt, 
weil sie die Grundsubstanz zum Leuchten 
„aktiviert“. Während die Grundsubstanz aus 
Metallsalzen des Schwefelwasserstoffs, der 
Kieselsäure oder Phosphorsäure (um eine 
Auswahl der gebräuchlichsten zu geben) be- 
steht, werden als Aktivatoren meist Schwer- 
metalle verwendet. Bei der gleichen Grund- 
substanz, z. B. dem Zinksulfid, kann man 
durch die Wahl des Aktivators Silber oder 
Kupfer die Farbe des emittierten Lichtes be- 
einflussen. Man hat auch mit Erfolg als Grund- 
substanz Mischkristalle, wie Zink-Kadmium- 
Sulfid verwendet und kann dann bei gleichem 
Aktivator durch Veränderung von Zink- zum 
Kadmiumgehalt ebenfalls die Farbe der Licht- 
emission in gewünschte Spektralbereiche ver- 
schieben. 


Somit stehen für verschiedene Anwendungs- 
zwecke in Elektronenstrahlröhren die jeweils 
geeigneten Leuchtstoffe zur Verfügung. In 
Fernsehröhren wird eine möglichst weiße 
Farbe der Lichtemission gewünscht. Diese er- 
"reicht man z. B. durch Mischung einer blau 
leuchtenden und einer gelb leuchtenden Kom- 
ponente. In Fernsehbildröhren besteht daher 
der Leuchtschirm aus zwei verschiedenen 
Leuchtstoffen. 


Außer ihrer Farbe ist für viele Zwecke die 
Nachleuchtdauer der Leuchtstoffe wichtig; 
unter dieser ist die Zeitdauer verstanden, 
während welcher die Helligkeit eines auf dem 
Leuchtschirm durch einen kurzzeitigen Elek- 
tronenstrahlimpuls angeregten Leuchtfleckes 
auf einen bestimmten Prozentsatz abgeklun- 
gen ist. 


Für Röhren mit niedrigen Anodenspannun- 
gen muß man besondere Leuchtstoffe aus- 
wählen. Bei Spannungen unter 1000 Volt findet 


[3 


ge 





Bild 1. Einfüllen der Leuchtstoffsuspension. Die Einfüllvorrichtung be- 
wirkt eine gute Verteilung der Suspension in der Trägerlösung und sorgt 
damit für eine gleichmäßige Stärke der Leuchtstoffschicht auf der 


bei einigen Leuchtstoffen infolge der Eigen- 
art ihrer Sekundäremission eine negative Auf- 
ladung des Bildschirmes statt. Diese hindert 
den Elektronenstrahl am Auftreffen auf den 
Schirm oder gibt zu Verzerrungen des auf 
ihm entstehenden Bildes Anlaß. Ebenso müs- 
sen wegen der Aufladung der Schirme bei 
sehr hohen Anodenspannungen geeignete 
Leuchtstoffe ausgewählt werden. 


In der auf Seite 84 wiedergegebenen Tabelle 
sind die Leuchtstoffe für die verschiedenen 
Elektronenstrahlröhren zusammengestellt. 


Leuchistofliherstellung 


Wir haben bereits erfahren, daß sehr geringe 
Beimengungen zu den Grundsubstanzen die 
Lichtemission der Leuchtstoffe aktivieren. Es 
gibt jedoch auch Stoffe, wie Eisen und Nickel, 
die in gleich geringer Beimengung die Emis- 
sion verhindern. Wegen dieser Eigenschaft 
werden diese Stoffe „Killer“ (nach dem eng- 
lischen Wort to kill — töten) genannt. Bei der 
Herstellung von Leuchtstoffen ist daher 
äußerste Sauberkeit höchstes Gebot, da schon 
geringste Spuren von unerwünschten Verun- 
reinigungen die Lichtemissionsfähigkeit zer- 
stören. 

Die mit äußerstem Reinheitsgrad hergestell- 
ten Grundsubstanzen, also das Zinksulfid oder 
Zinksilikat, werden mit einer bestimmten 
Menge der Aktivatorsubstanz gemeinsam ge- 
glüht. Bei diesem Glühprozeß bei Tempera- 
turen zwischen etwa 600° und 1500°C wandern 
die Aktivatoratome in das Kristallgitter der 
Grundsubstanz ein. Außerdem wird diesem 
Gemisch beim Glühen noch ein Flußmittel, 
wie z. B. Kaliumchlorid, in geringer Menge 
zugesetzt, das den Prozeß der Leuchtstoff- 
herstellung fördern soll. 


Durch die Wahl der Glühtemperatur kann 
man bei manchen Leuchtstoffen noch eine be- 
stimmte Kristallstruktur der Substanz erzwin- 
gen, welche ihrerseits wieder einen Einfluß 
auf die Emssionseigenschaften des fertigen 
Leuchtstoffes besitzt. i 


Die fertigen, zusammengesinterten Leucht- 
massen werden verschiedenen Reinigungspro- 
zessen unterworfen und schließlich z. B. in 
einer Kugelmühle zu kleinsten Körnchen zer- 
mahlen. Das fertige Leuchtstofffpulver besteht 
aus Körnchen von 3 bis 20 u (= Tausendstel 
Millimeter) Größe. Bei allen diesen Prozessen 
sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu er- 
greifen, um die Leuchtfähigkeit nicht wieder 
zu zerstören, was zZ. B. durch zu starkes Mah- 
len eintreten kann. 


Leuchischirmhersiellung 


Aus dem Leuchtstoffpulver wird der Bild- 
schirm der Elektronenstrahlröhren hergestellt. 
Falls es sich, wie bei den Fernsehröhren, um 
ein Gemisch von zwei oder drei mit verschie- 
dener Farbe fluroseszierenden Leuchtstoffen 





























Schirmfläche nach der Sedimentation (C. Lorenz A.G.) 


FUNKSCHAU 1954| Het5 83 


handelt, wird zunächst aus diesen verschie- 
denen Komponenten unter Einhaltung eines 
genau eingestellten Mischungsverhältnisses ein 
einheitliches Gemenge hergestellt. Das Mi- 
schungsverhältnis ist bei jeder neuen Charge 
wieder genau einzustellen, damit die Farbe 
der Leuchtschirme aller Fernsehröhren eines 
Typs gleich bleibt. 


Das Aufbringen der Leuchtstoffpulver auf 
die gläserne Frontplatte der Röhrenkolben 
kann nach verschiedenen Verfahren geschehen. 
Die Auswahl des Verfahrens richtet sich nach 
der Leuchtsubstanz, Größe und Form des Bild- 
schirmes, Zahl der herzustellenden Röhren 
usw. Allen noch zu beschreibenden Verfahren 
ist gemeinsam, daß der Leuchtstoff mit Hilfe 
eines Binders — man könnte sagen: eines 
Klebstoffes — auf die Frontplatte des Röhren- 
kolbens aufgebracht wird. 


Es stehen folgende Verfahren zur Ver- 
fügung: 


1. Sprühen. Das Leuchtstoffpulver wird 
in einer Aufschwemmung, die auch den Bin- 
der enthält, mit Hilfe einer Spritzpistole auf 
die Frontplatte des rotierenden Röhrenkol- 
bens aufgesprüht. Der so entstandene Schirm 
wird dann zum Trocknen mit einem. Heißluft- 
strom angeblasen. Das Sprühen wird im Aus- 
land meist in Oszillografenröhren mit kleinen 
Schirmdurchmessern für Zinksilikatschirme 
angewandt. 


2. Perlen. In den Kolben werden kleine 
Glasperlen von etwa 2 bis 5 mm. Durchmesser 
und eine bestimmte Menge des Binders — in 
diesem Fall meist Phosphorsäure — eingefüllt. 
Durch rotierendes Schwenken des Kolbens 
verteilen die Glasperlen den Binder in feiner 
und gleichmäßiger Schicht auf der Front- 
platte. Nach dem Auskippen der Perlen wird 
das trockene Leuchtstoffpulver so in den Kol- 
ben geschüttet, daß es die gewünschten Par- 
tien der Frontplatte bedeckt. Der überschüs- 
sige Leuchtstoff wird ausgeklopft und über 
den gewünschten Bildschirmteil überstehende 
Leuchtstoffschichten mit einem Wattebausch 
ausgewischt. Verwendet wird dies Verfahren 
z.B. bei Oszillografenröhren mit Zinksilikat- 
schirmen von größerem Durchmesser. 


3. Sedimentieren oder Setteln. 
Dieses Verfahren ist das bei der Herstellung 
von Fernseh-Bildschirmen übliche, da es sich 
zur Massenproduktion am besten eignet. 


Genau abgewogene Quantitäten der Leucht- 
stoffmischung werden in einer geringen Menge 
Flüssigkeit aufgeschwemmt und gut durchge- 
schüttelt. Inzwischen werden die sauber ge- 
waschenen Kolben auf besonderen Kipptischen 
so aufgestellt, daß sie auf der Frontplatte 
stehen und der Hals der Röhre nach oben 
zeigt. Eine bestimmte Menge Trägerlösung, 
der ein geeigneter Elektrolyt und ein Binder 
beigemischt sind, wird in den Kolben einge- 
füllt. In diese Trägerlösung wird die Auf- 
schwemmung der Leuchtstoffteilchen einge- 
gossen (Bild 1). Die einzelnen Partikelchen sin- 
ken nun zu Boden. Der der Trägerlösung zu- 
gesetzte Elektrolyt soll eine elektrostatische 





Bild 2. Abkippen der Trägerlösung. Nach der Sedimentation des Leucht- 
stoffs auf der Schirmfläche wird die Trägerlösung durch Abkippen der 
eingespannten Kolhen abgegossen 


84 Hen5 / FUNKSCHAU 1954 


Übersicht über die Leuchtistoife von Elekironenstrahlröhren 


Ungefähre 
Anoden- 
spannung 


Anwendung 


Fernseh- 
bildröhren 


sulfid 


Fernseh- 
projektions- 
röhren 


Oszillografen- 
röhren 


Oszillografen- 
röhren für hohe 
Schreib- 
geschwindigkeit 


Magische Augen 


Nachleucht- 
röhren für 
Radarzwecke 


ramat 


0,1...0,25 KV 


6...10 KV 
schirm: 


sulfid 


Filmabtast- Zinkoxyd 


röhren 


Aufladung der sich absetzenden Leuchtstoff- 
körnchen verhindern. Eine Aufladung würde 
eine gleichmäßige Verteilung der Körnchen 
auf der Frontplatte verhindern, und auf diese 
kommt es im Hinblick auf gleichmäßige Farb- 
und Helligkeitsverteilung über den ganzen 
Schirm sehr stark an. 


Nach einer bestimmten Sedimentationszeit 
wird der Kolben langsam abgekippt (Bild 2). 
Dabei neigt sich der Kolben so langsam und 
gleichmäßig zur Seite, daß die Trägerlösung 
über den Hals abläuft, ohne daß der mit Hilfe 
des Binders auf der Frontplatte haftende Bild- 
schirm zerstört wird. Nach einem Trocknungs- 
prozeß ist die Herstellung des Bildschirmes 
beendet. 


Aluminisieren des Leuchischirmes 


Der Leuchtschirm emittiert als Folge der 
Anregung durch den Elektronestrahl Licht. Er 
tut dies aber sowohl nach der Seite, die vom 
Beobachter betrachtet wird, als auch nach 
derjenigen, die dem Innern des Röhrenkolbens 
zugewandt ist. Der nach dieser Seite ausge- 


Funktechnische Fachliteratur 





Empiänger-Röhren 


Von Friedrich Fritz. Herausgegeben von 
der C. Lorenz AG, Stuttgart. 112 Seiten im 
Format DIN A5. 


Diese mit praktischer Ringheftung ver- 
sehene Röhrentabelle der Firma Lorenz ent- 
hält nicht nur die Röhren des eigenen Fer- 
tigungsprogrammes, sondern die Daten von 
rund 600 weitverbreiteten Röhrentypen. Dar- 
unter befinden sich auch etwa 40 internatio- 
nal gebräuchliche amerikanische Vorzugs- 
typen. Der Praktiker wird es begrüßen, daß 
die Sockelschaltungen sich unmittelbar bei 


den Daten selbst befinden. Li 
Fernsehen 
Vorträge über neuere Probleme der 


Fernsehtechnik. Herausgegeben von Prof. 
Dr. G. Leithäuser und Dr.-Ing. F. 
Winckel. 437 Seiten mit 346 Bildern. In 
Ganzleinen 42 DM. Springer-Verlag, Ber- 
lin/Göttingen/Heidelberg. 


Während des Wintersemesters 1951/52 wurde 
vom Außeninstitut der Technischen Universi- 
tät Berlin-Charlottenburg zusammen mit dem 
Elektrotechnischen Verein und der Deutschen 
Kinotechnischen Gesellschaft eine Vortrags- 
reihe über das Fernsehen veranstaltet, deren 
einzelne Vorträge von ersten Fachleuten der 
betreffenden Spezialgebiete gehalten wurden 
(u. a. Dr. O. Hilke, Prof. Dr.-Ing. O. Kirsch- 
stein, Prof. Dr. W. Kleen, Prof. Dr. F. Schrö- 
ter, Dr.-Ing. R. Urtel). Diese Vorträge wur- 
den jetzt erfreulicherweise im Druck heraus- 
gegeben, hier und da vervollständigt durch 


Grundsubstanz 


Gemisch aus: 
Zinksulfid und 
Zinkkadmium- 


Gemisch aus: 
Zinkberyllium- 
silikat und 
Zinksulfid 


Zinksilikat 


Kalziumwolf- 


Zinksilikat 
Doppelschicht- 


Zinksulfid auf 
Zinkkadmium- 


Leuchtstoff 
Aktivator| Abklingdauer 


Silber 


Silber 


Mangan 
kurz 
Silber 


Mangan mittel 


Wolfram sehr kurz 





Mangan grün 


Nachleuchten: 
gelb-grün 


Silber 
lang 

Kupfer 

Zink 


sehr kurz blau-grün 





sandte Lichtanteil geht der Betrachtung ver- 
loren, da er von der als Anode der Röhre 
dienenden Bekohlung absorbiert wird. Dieser 
Grund und die Absicht, den Leuchtschirm vor 
dem Auftreffen von Ionen zu schützen, haben 
dazu geführt, dem Schirm eine dünne Alumi- 
niumschicht zu hinterlegen. Eine eingehende 
Beschreibung des Aluminisierens von Fernseh- 
Bildröhren ist in der FUNKSCHAU_ 1951, 
Heft 19, Seite 383, gegeben worden. 


Leuchischirmschäden 


Es ist ein Naturgesetz, daß sich ein Stoff 
durch lange Beanspruchung abnutzt. Deshalb 
ist auch die Lebensdauer von Leuchtschirmen 
begrenzt. Durch zu intensive Beanspruchung 
nimmt mit der Zeit die Lichtausbeute bei kon- 
stanter Energie des anregenden Elektronen- 
strahls ab, doch ist es heute gelungen, den 
Leuchtstoffen eine solche Stabilität zu geben, 
daß der -Verlust an Lichtausbeute während 
der Lebensdauer einer handelsüblichen Fern- 
sehröhre dem Betrachter gar nicht auffällt. 
Bekanntlich ist heuzutage für die Lebens- 


jüngere Veröffentlichungen. Das Zusammen- 
wirken einer größeren Zahl führender Spe- 
zıalisten brachte eine umfassendere und in 
vielen Einzelheiten gründlichere Darstellung, 
als sie sonst ein Lehrbuch zu geben vermag, 
so daß dieses Buch von allen Interessenten 
wahrscheinlich mit besonderem Erfolg stu- 
diert werden dürfte. Da es einen Querschnitt 
durch das Gesamtgebiet gibt, nehmen Sender- 
und Studiofragen einen verhältnismäßig brei- 
ten Raum ein; aber auch die Empfangstech- 
nik (unter gründlicher Darstellung der Pro- 
jektionsgeräte und die Fernsehmeßtechnik 
werden ausführlich behandelt. Besondere Ka- 
ritel befassen sich mit dem Farbenfernsehen 
und dem Fernsehen in Amerika. Daß die Ar- 
beiten durch sehr ınhaltreiche Ausführungen 
von Prof. Dr. F. Schröter über Wege und 
Werden des Fernsehens und durch einen Aus- 
blick in die Zukunft eingeleitet und abge- 
schlossen werden, macht das Buch besonders 


lesenswert. Schw. 
Der Rundiunk 
Von Dr. K. Rössel-Majdan. 148 Seiten 


mit 29 Bildern. Preis: 7,50 DM. Universi- 
täts-Verlagsbuchhandlung Wilhelm Brau- 
müller GmbH, Wien. 


Das Buch enthält eine nicht alltägliche Zu- 
sammenstellung von historischen („Aus der 
jüngeren Steinzeit sind uns bereits Ton- 
rasseln bekannt...“), technischen, künst- 
lerischen, psychologischen und pädagogischen 
Betrachtungen, die zum Schluß (Seite 139 
bis 144) auf eine gewisse negative Beurteilung 
des Rundfunks hinauslaufen. Sie gipfelt in 
dem Satz „Radiotechnischer Fortschritt... 
bedeutet Raffinierung, bedeutet Täuschungs- 
methoden, und damit gesteigerte Kapti- 
vierung und Nivellierung des Menschen, 
geistigen Rückschritt“. Also zurück zur 
Steinzeit? Li 


dauer einer Fernsehröhre, ähnlich wie bei 
Rundfunkröhren, das Nachlassen der Elek- 
tronenemissionsfähigkeit der Katode der die 
Lebensdauer bestimmende Faktor. 


Anders ist es bei Fernseh-Großprojektions- 
röhren. Bei ihnen ist die Beanspruchung des 
Schirmes infolge der zur Projektion erforder- 
lichen hohen Leuchtdichte doch so groß, daß 
hier eher Leuchtschirmschäden eintreten. 


Mitunter werden die Schirme auch durch 
falsche Behandlung verbrannt. Diese Erschei- 
nung wird sich allerdings nur auf Punkte von 
wenig mehr als 0,3 mm Durchmesser er- 
strecken. Sie entstehen, wenn bei eingeschal- 
teter Anodenspannung ein sehr intensiver, gut 
fokussierter Elektronenstrahl z. B. während 
der Prüfung der Röhre auf einen bestimmten 
Ort des Schirmes stehen bleibt. Dieser Vorgang 
kann in einem handelsüblichen Fernsehgerät 
jedoch nicht eintreten, da in diesem bekannt- 
lich die Anodenspannung aus der Zeilenkipp- 
spannung gewonnen wird und ein Ausfall 
der Zeilenablenkung ein Zusammenbrechen 
der Anodenspannung zur Folge hat. 

Eine unter dem Namen „Ionenfleck“ bekannte 
Schädigung des Leuchtschirmes tritt bei mag- 
netisch fokussierten Röhren in einem größeren 
Bereich und bei elektrostatischer Fokussierung 
in kleineren Bereichen um die Schirmmitte 
auf. Diese Schädigung zeigt sich darin, daß bei 
der Betriebsspannung, stärker noch bei einer 
geringeren Spannung, die genannten Bereiche 
deutlich eine kleinere Leuchtdichte aufweisen. 
Diese Schädigung wird durch negative Ionen 
hervorgerufen, die neben den Elektronen von 
der Katode emittiert werden. Diese Ionen 
werden von der Anodenspannung beschleunigt 
und treffen auf den Schirm auf, wobei sie das 
Leuchtvermögen des getroffenen Bereiches 
zerstören. 


Gegen diesen Ionenfleck sind mit Erfolg 
zwei Maßnahmen ergriffen worden; beide ver- 
hindern das Auftreffen der Ionen auf den 
Schirm: 


1. Die bereits erwähnte Aluminiumschicht 
hinter dem Leuchtschirm wird in ihrer Dicke 
so eingestellt, daß sie zwar von Elektronen, 
jedoch nicht von den Ionen durchdrungen wird. 


2. Besondere Maßnahmen in der Konstruk- 
tion des Elektronenstrahl-Erzeugungssystems 
der Bildröhren (Ionenfallen) verhindern, daß 
von der Kathode emittierte Ionen auf den 
Schirm auftreffen können. 


Die heute hergestellten Fernseh-Bildröhren 
enthalten alle entweder einen aluminisierten 
Bildschirm oder eine Ionenfalle, so daß der 
Ionenfleck bei diesen Röhren nicht mehr auf- 
tritt. Dr. Rottgardt 


Jahrbuch für Optik und Mechanik 1954 


Herausgegeben von Dr. Rudolf Börner. 
240 Seiten mit zahlreichen Bildern und 
Tabellen. Preis in Kunstleder 3.30 DM. 
Pegasus-Verlag, Wetzlar. 


Dieses handliche Taschenbuch bildet den 
ersten Band einer Reihe, die in jährlicher 
Folge erscheinen soll, um dem Schaffenden 
in der optischen und mechanischen Industrie 
ein sich ständig erweiterndes Nachschlage- 
werk für seine tägliche Arbeit zu geben. Das 
Buch enthält eine Tabellen- und Formel- 
sammlung. Ferner werden in leicht verständ- 
licher Form die Fragen der Stoffkunde, deı 
verschiedenen Arbeitsverfahren, der Werk- 
zeuge und der Werkzeugmaschinen behandelt. 
Das Kalendarium kann herausgenommen 
werden, so daß der Textteil seinen Wert als 
Fachbuch behält. Von allgemeinem Interesse, 
nicht nur für den Optiker und Mechaniker, 
dürften die Kapitel über die Geschichte der 
Optik im Altertum und Mittelalter sowie die 
Übersicht über die derzeitigen Modelle von 
Fotokameras sein. Li 


DIN-Bezugsquellen 
für normgerechie Erzeugnisse 


Herausgegeben vom Deutschen Normen- 
ausschuß, bearbeitet von Dr. W. Porst- 
mann. 64 Seiten. Preis 6 DM. Beuth-Ver- 
trieb GmbH, Berlin W 15 und Köln. 


Diese Liste enthält eine mit Stand vom 
Juli 1953 abgeschlossene Übersicht über Lie- 
feranten von normgerechten Erzeugnissen 
aller Art. Sie stellt damit ein wertvolles Hilfs- 
mittel für den Konstrukteur und für den 
Finkäufer dar und gibt den Herstellern die 
Anregung, gleichialls zur Fertigung normen- 
mäßiger Teile überzugehen und sich in diese 
Liste aufnehmen zu lassen. Li 


FUNKSCHAU 1954/Het5 85 


Ratschläge für den Entwurf von Fernsehempfängern 


Der nachstehende Beitrag wird beson- 
ders solche Leser interessieren, die den 
Selbstbau eines Fernsehempfängers er- 
wägen. Die aus der Praxis stammenden 
Ratschläge des Autors können manche 
eigene Versuche und viele unnütze Geld- 
ausgaben ersparen helfen. 


Zu denjenigen Baugruppen eines Fern- 
sehempfängers, die beim Bau manchmal 
erhebliche Schwierigkeiten bereiten, zählt 
die unbedingt erforderliche H£f-Vorstufe. 
Sie hat nicht nur den Zweck, die Eingangs- 
empfindlichkeit zu erhöhen, sondern sie 
soll auch der Oszillatorfrequenz den Weg 
rückwärts zur Empfangsantenne verlegen. 
Solange die Zahl der Fernsehteilnehmer 
noch klein ist, wäre eine Ausstrahlung der 
Oszillatorfrequenz noch nicht so kritisch, 
wenn aber erst einmal in benachbarten 
Häusern mehrere Fernsehempfänger be- 
trieben werden, würden die gegenseitigen 
Störungen den Teilnehmern recht bald die 
Freude am Fernsehen verleiden. 

Als Vorstufenröhre läßt sich sehr gut die 
steile Pentode EF80 (R; = 1,5 kQ) ver- 
wenden. Diese besitzt bei 100 MHz einen 
Eingangswiderstand von 3000 Q, so daß 
man im vierten und fünften Fernsehkanal 
(etwa bei 200 MHz) immer noch mit dem 
Eingangswiderstand 


to 100 
R.=R, = = 3000 ( en 
e 


rechnen kann. Mehrere Vorröhren hinter- 
einander zu schalten, hat keinen rechten 
Sinn, jedenfalls wird damit die Eingangs- 
empfindlichkeit nicht mehr wesentlich ver- 
größert. 

Hinsichtlich des Röhrenrauschens ist die 
Verwendung von Trioden günstiger. Be- 





): =7500Q (1) 


ECC 81 






Bild 1. Hf-Vorstufe mit einer 
Katodenbasis- und einer 
Gitterbasis-Verstärkerröhre 





Bild 2. Gegentakt-Eingangsverstärker 


sonders geeignet ist für Eingangsstufen — 
aber auch zur Mischung und als Oszilla- 
tor — die Doppeltriode ECC81. Diese 
Röhre besitzt zwei getrennte Katoden und 
weist je System eine Steilheit von etwa 
5 m A/V und eine Eingangskapazität von 
2,5 pF auf. Einige empfehlenswerte Schal- 
tungen für Eingangsstufen zeigen die Bil- 
der 1 und 2. In Bild 1 wird das eine Sy- 
stem der ECC 81 in üblicher Katodenbasis-, 
das zweite System in Gitterbasis-Schaltung 
(mit geerdetem Gitter) betrieben. Da die 
Bandbreite 
2Af , - 2 
o ?nC-R, 2 





umgekehrt proportional der Kreiskapazi- 
tät C ist, empfiehlt es sich, ohne besondere 
Abstimmkapazitäten, also nur mit den 
Röhren- und unvermeidlichen Schaltkapa- 
zitäten zu arbeiten, um die verlangten 
Bandbreiten mit möglichst hohen Wider- 
ständen R, (Parallelwiderstand) zu erhal- 
ten (mit wachsendem R, nimmt bekannt- 
lich die Stufenverstärkung zu). 


Es ist auch vorteilhaft, den Katodenkreis 
auf die Empfangsfrequenz abzustimmen, 
auch das trägt zur Vergrößerung der Ver- 
stärkungsziffer bei. Die Induktivitäten in 
Bild 1 für 8 mm Wickeldurchmesser (UHf- 
Eisen) betragen Lı =L3 =3 Wdg. und 
LI2 =L4ı=2 Wdg. 


Bild 3. 
Katoden- 
Mischung 






Oszillator - 
spannung 


Gi 


Bild 4. 

Grundsätzlicher 

Verlauf der 

Mischsteilheit 

bei additiver 
Uosz. Mischung 


In Bild 2 ist eine weitere Eingangsschal- 
tung mit der ECC 81 gezeigt. Hier arbeiten 
die beiden Triodensysteme im Gegentakt. 
Das hat den Vorteil, daß sich die Ein- 
gangskapazitäten auf die Hälfte reduzie- 
ren, dagegen die Eingangswiderstände ver- 
doppeln. Die Kondensatoren Cı und Ca 
(einige pF) dienen nur zur Neutralisation. 
Die Wickeldaten für die Übertrager bei 
Verwendung von 8-mm-Wickelkörpern sind 
Lı = La =3 Wdg., La = La je 2 Wdg., alle 
Wicklungen aus 1,5-mm-CuL-Draht frei- 
tragend, möglichst versilbert. Die Verstär- 
kung der Gegentaktstufe bei 200 MHz und 
einer Bandbreite von 11 MHz beträgt 
rund 4,5 (= 1,5 Neper). 


Oszillator- und Mischstuien 


Für die Erzeugung der Oszillatorfre- 
quenz und zur Mischung ist ebenfalls die 
Doppeltriode ECC 81 geeignet. Überhaupt 
sind wegen des günstigeren Rauschfaktors 
die Trioden den Pentoden bei der UKW- 
Mischung überlegen. Bei Triodenschaltun- 
gen, für die die Nichtlinearität der Kenn- 
linie Voraussetzung ist, wird die Überlage- 
rungsspannung dem Steuergitter zugeführt 
(additive Mischung). Es muß beim Entwurf 
derartiger Schaltungen darauf geachtet 
werden, daß keine Rückwirkung vom Os- 
zillatorkreis auf den Eingangskreis oder 
umgekehrt entsteht. 


Bild 3 zeigt die in modernen Schaltungen 
häufig verwendete Katoden-Mischung, bei 
der der Überlagerer möglichst fest mit dem 
Gitter der Mischröhre, gleichzeitig aber 
möglichst lose mit dem Eingangskreis ge- 
koppelt ist. Eine Kopplung zwischen den 
beiden letzteren Kreisen besteht aber im- 
mer noch durch die Gitter-Katoden-Kapa- 
zität. 

Den grundsätzlichen Verlauf der Misch- 
steilheit als Funktion der Oszillatorspan- 
nung bei additiver Mischung in Trioden 
zeigt Bild 4. Angenähert läßt sich die 
Mischsteilheit aus der Beziehung 


f (8) © 0,32 - Smax (3) 


Si = ur” Smax' 


berechnen (® = Stromflußwinkel). 

Eine sehr empfehlenswerte Schaltung 
für die Erzeugung der Oszillatorspannung 
und zur Mischung in einem Doppelsystem 
ECC 81 zeigt schließlich Bild 5. Die Über- 
lagerungssteilheit ist bei dieser Schaltung 
sehr hoch, nämlich S;; = 2 mA/V. Dabei soll 
die Oszillatorspannung etwa 2 bis 2,5 Verf 
betragen. 


Die Zi-Stuien 


Wieviel Stufen man dem Zf-Verstärker 
geben will, hängt von der Größe der Emp- 
findlichkeit ab, die man von dem fertigen 
Gerät erwartet; im Normalfall wird man 
drei bis fünf Zf-Stufen vorsehen. Über die 
Wahl der Z£f ist schon viel geschrieben 
worden. Es soll nur noch einmal daran er- 
innert werden, daß die Schwierigkeiten 
beim Bau des Zf-Verstärkers mit der Höhe 
der gewählten Frequenz steigen, anderer- 
seits erhält man eine um so größere Stör- 
freiheit, je höher die Zf ist. Bei beispiels- 
weise 45 MHz schwingt der Oszillator bei 
Empfang des Kanals 1 (174 bis 181 MHz) 
mit einer Frequenz von etwa 220 MHz, kann 
also ein zweites Empfangsgerät, das im 
Kanal 6 (209 bis 216 MHz) arbeitet, nicht 
stören!). 


In Bild 6 ist eine Zf-Stufe gezeigt. Bei 
Verwendung der UKW-Pentode EF 80, die 
zwei herausgeführte Katodenanschlüsse 
besitzt, sollen diese auch sinnvoll benutzt 
werden. Der eine Katodenanschluß ist für 
die Eingangsseite und Anschluß des Brems- 
gitters zuständig, der andere für die Ver- 
blockung des Schirmgitters und der Anode. 

Bezüglich der Kopplung der einzelnen 
Zf-Stufen miteinander ist zu sagen, daß für 
Einzelkreise die höchste Stufenverstärkung 





Bild 5. Mischer und Oszillator 


EF 80 


EF 80 





Mischer 


Va 


Bild 6. Zf-Stufe 
mit bifilar gewickelter Kopplungsspule 


IvI= —— 
2AwyYCe'Cy 
(2 Aw =4n-Af,2Af = Bandbreite) beträgt. 
Dabei ist die Bandbreite 
1 
20" RYCH’ Ca 


(R = Parallelwiderstand). Dagegen ist bei 
Bandfilter-gekoppelten Kreisen die Band- 
breite um den Faktor y2 größer, nämlich 


(4) 


2At= (4a) 





1) Literatur: Funk und Ton 1952, Heft 1 


86 Hen5/FUNKSCHAU 1954 


ECC 81 
0 


Begrenzer 








7004| | 1002 T ur 

















Duodiode 


Oszillator 


Gleichstrom - 
Verstärker 

















Nf 
Bild 7. Gegentakt-Endstuje 
ir 2 
Sy 
C+G aR(Cc.c+t 6 


2 
nıR 2 


Außerdem erscheint im Nenner nicht das 
geometrische Mittel YC.:C, wie beim 
Einzelkreis, sondern das arithmetische 


in, Der Unterschied zwischen geo- 


metrischem und arithmetischemMittelkann 
bei stark voneinander abweichenden Grö- 
ßen von C. und C, bei der Bandbreite und 
natürlich auch bei der Stufenverstärkung 
erheblich ins Gewicht fallen, wie die fol- 
gende Tabelle zeigt: 








Man erkennt, daß mit wachsendem Ver- 


C BERN 

hältnis das geometrische Mittel YC.:C, 
a 

kleinere Werte ergibt als das arithmetische 


: Ce a : 
Mittel ‚d.h. Bandbreite und Ver- 


stärkung bei Einzelkreis-Kopplung höhere 
Werte annehmen als bei Bandfilter-Kopp- 
lung. 


Wie in Bild 6 angedeutet ist, kann man 
die Kopplung zweier aufeinanderfolgen- 
der Kreise auch durch zwei sehr dicht 
nebeneinander liegende (gewissermaßen 
bifilare) Wicklungen herstellen. Die Kopp- 
lung ist in diesem Fall sehr fest (etwa 90 bis 
95 0/,), es handelt sich dabei also nicht um 
ein Bandfilter, sondern wie auch die Rech- 
nung ergibt, um eine Einzelkreiskopplung. 
Man erspart dabei aber den Blockkonden- 
sator zum Gitter der Folgeröhre und hat 
außerdem den oben angedeuteten Vorteil 
der höheren Verstärkung, wenn sich die 
Kapazitäten auf der Primär- und Sekun- 
tärseite in der Größe unterscheiden. 


Es empfiehlt sich, den Bild-Gleichrich- 
ter — der eine Röhre (z.B. EB 41) oder eine 
Germanium-Diode enthalten kann — ein- 
schließlich der zugehörigen Widerstände 
und Kondensatoren gegen den Zf-Ver- 
stärker gut abzuschirmen, ihn also am 
besten in einem Abschirmbecher unterzu- 
bringen. Das ist eine besonders bei höhe- 
ren Zf-Werten geeignete Maßnahme, um 
unerwünschte Schwingneigungen wirksam 
zu vermindern. 


Man kann nach der Mischstufe Bild- und 
Tonträger voneinander trennen und für 





sich verstärken. Dabei ist streng darauf zu 
achten, daß keine Reste der Ton-Zf in den 
Bildkanal und an die Bildröhre gelangen, 
wo sie sehr unangenehme Störungen her- 
vorrufen würden. Umgekehrt sind Störun- 
gen durch die amplitudenmodulierten Bild- 
signale im Tonkanal nicht zu befürchten, 
wenn der Begrenzer richtig eingestellt ist. 
Man kann aber auch nach dem Intercarrier- 
Verfahren in einem gemeinsamen Zf-Ver- 
stärker Bild und Ton gleichzeitig verstär- 
ken und den Ton hinter dem Gleichrichter 
oder auch hinter der Bildendstufe abneh- 
men und in dem darauf folgenden Ton- 
verstärker, der auf den Zwischenträger 
von 5,5 MHz (Differenz zwischen Bild- und 
Tonträger) abgestimmt ist, endverstärken. 


Der Endverstärker 


In Bild 7 ist die Schaltung einer sehr 
wirksamen Gegentakt-Endstufe für dieTon- 
Frequenz gezeigt. Das eine Triodensystem 
der Doppelröhre ECC 81 dient als Vorver- 
stärker, das andere als Phasenwender. Als 
Endröhren werden zwei in Gegentakt-A- 
Schaltung arbeitende PL 82 verwendet, die 
eine Ausgangsleistung von 8 Watt bei einem 
Klirrfaktor von 10 P/p, abgeben können. Der 
Außenwiderstand von Anode zu Anode be- 
trägt bei 170 V Anodenspannung R,a =6KQ, 
so daß man eine Anodenwechselspannung 
von Y 8: 6000 = 220 Volt erhält. Verwendet 
man für den Ausgangsübertrager einen 
Eisenkern mit einem effektiven Eisenquer- 
schnitt von 8 bis 10 qcm, so sind auf diesen 


6250 110 _ , x 2300 wa 

10-30 ©: 
aufzuwickeln (Drahtstärke + 0,25 mm CuL, 
untere Grenzfrequenz f, = 30 Hz). 


Der Katodenwiderstand Rx ist in Bild 7 
etwas höher als der normale Wert (160 Q) 
angenommen worden, um im Interesse 
eines kleineren Klirrfaktors den Röhren 
eine geringere Leistung — etwa 6 W — zu 
entnehmen. Der Gegenkopplungs-Übertra- 
ger in der Katodenleitung des ersten Tri- 
odensystems mit einem Übersetzungsver- 
hältnis -1:10 erhält auf einem Kern von 
1 bis 2 qcm primär 200 Windungen und 
sekundär 2000. Außerdem ist noch eine Ge- 
genkopplung von der Sekundärseite des 
Ausgangsübertragers auf das Eingangs- 
Triodensystem vorgesehen. Die beschrie- 
bene Schaltung eignet sich auch für alle 
sonstigen tonfrequenten Anlagen, wie z.B. 
für Plattenspieler- und Rundfunk-Endver- 
stärker. 


primärseitig 2- 


Die Ablenkschaliung 


Für die Ablenkschaltung wird heute 
weitgehend der Blocking-Oszillator ver- 
wendet. Wenn an der Empfangsantenne 
nur eine geringe Feldstärke zur Verfügung 
steht, beschränken die Synchronisiereigen- 
schaften des Empfängers die Güte des Bil- 
des, da die zur Erkennbarkeit des gesende- 
ten Bildes erforderliche Mindestfeldstärke 
wesentlich unter der liegt, die zur ein- 
wandfreien Synchronisation zwischen Sen- 
der und Empfänger notwendig ist. Das gilt 
besonders in Städten, in denen durch die 
Zündfunken vorbeifahrender Kraftfahr- 
zeuge bei nicht ausreichender Signal-Feld- 


Rechts: Bild 9. Überlagerung von 
Sägezahn- und Synchronisierimpuls 


Bild 8. Prinzipschaltbild der auto- 
matischen Zeilen-Synchroni- a 
sations-Schaltung 


bei Gleichlauf ist a=b 


Ze HE 


stärke das Bild völlig in sich zusammen- 
fallen kann. 


Durch eine automatische Frequenzrege- 
lung auf der Empfängerseite kann man 
Gleichlauffehler fast völlig ausmerzen. 
Voraussetzung ist allerdings, daß die Fre- 
quenzkonstanz auf der Sendeseite außer- 
ordentlich hoch ist, was bei den in Deutsch- 
land betriebenen Fernsehsendern aber 
noch nicht immer der Fall ist. Wie Bild 8 
zeigt, wird von der Begrenzerstufe den 
beiden Diodenstrecken über die Kapazitä- 
ten Cı und Ca der Synchronisierimpuls ge- 
genphasig zugeführt. Die beiden Konden- 
satoren werden also auf gleiche Spannun- 
gen mit entgegengetzter Polarität aufge- 
laden. Die vom Blocking-Oszillator her- 
rührende Sägezahnspannung wird an die 
Mitte zwischen den gleich großen Wider- 
ständen Rı und Ra geführt und überlagert 
sich den sendeseitig gegebenen Synchroni- 
sierimpulsen. Solange der Sägezahn und 
der Synchronisierimpuls eine dem Bild 9 
entsprechende Phasenlage haben, ist Gleich- 
lauf vorhanden und die Spannung am Git- 
ter der Gleichstromverstärker-Röhre ist 
gleich Null. Erst wenn sich die Impulse 
auf den Flanken des Sägezahns nach oben 
oder unten verschieben, wird entweder Cı 
oder Ca mehr aufgeladen und damit die 
Gitterspannung an der Röhre 3 positiv oder 
negativ. Da man die Frequenz des Blocking- 
Oszillators außer durch Änderung der Zeit- 
konstanten von RC auch noch durch Ände- 
rung der Gitterspannung beeinflussen kann, 
wird durch den letzteren Effekt die rich- 
tige Oszillatorfrequenz gewissermaßen 
durch Phasenvergleich automatisch herge- 
stellt. Zu beachten ist hierbei, daß der Os- 
zillator von sich aus mit der richtigen Fre- 
quenz schwingen soll, im Gegensatz zum 
Betrieb ohne automatische Regelung, bei 
der man den Oszillator mit einer etwas 
langsameren Frequenz schwingen läßt. 

Werner Taeger 





Internationaler Literaturdienst 


Oft tritt bei Forschungs-, Entwicklungs- 
oder Planungsarbeiten, beim Abfassen von 
Fachbüchern oder Zeitschriftenaufsätzen die 
Notwendigkeit auf, die einschlägigen Fach- 
veröffentlichungen zu Rate zu ziehen oder 
anzuführen. In den seltensten Fällen sind 
aber in einem Betrieb oder bei einem Einzel- 
bearbeiter Zeit und Möglichkeiten vorhanden, 
ständig die gesamte in- und ausländische 
Fachliteratur auszuwerten und entsprechende 
Aufzeichnungen für diesen Zweck zu machen. 
Diese oft schmerzlich erkannte Lücke will der 
Internationale Literaturdienst, 
München 5, Zweibrückenstraße 24, ausfüllen. 
Er liefert laufend Titelnachweise der neue- 
sten Veröffentlichungen aus allen Gebieten 
der Technik. Ferner wird auf besondere Be- 
stellung für bestimmte Fragen eine Zusam- 
menstellung aller dieses Fachgebiet betreffen- 
den Aufsätze und Bücher ausgearbeitet. Der 
Literaturdienst hat zu diesem Zweck eine 
Kartei der Technik aufgestellt, in der bereits 
Tausende von :Veröffentlichungen der ver- 
schiedensten Fachgebiete aufgeführt sind. 
Über die bisher geleistete Arbeit und über 
den großen Umfang dieses Ordnungssystems 
unterrichtet das Jahrbuch 1953 des Unter- 
nehmens, das auch die Arbeitsweise, die 
Ziele, Bezugsbedingungen usw. ausführlich 
behandelt. 


Fernsehstörungen durch Amateurstationen 


WerträgtdieVerantwortung? Ist derAmateur zurBeseitigung verpflichtet? 


Immer mehr KW-Amateure beginnen 
ihre Tätigkeit auf dem nun genehmigte: 
21-MHz-Band. Für das Fernsehen in 
Deutschland entsteht dadurch die Gefahr 
der in den USA längst bekannten, unange- 
nehmen Störungen des Bildempfanges. Sie 
werden dadurch hervorgerufen, daß das 
21-MHz-Band innerhalb der Zf-Durchlaß- 
kurve der meisten Bildgeräte liegt. Es 
ergeht daher an dieser Stelle ein Mahn- 
rufandieHerstellervonFern- 
sehempfängern,soforteineÄnderung 
der nun ungeeigneten Zwischenfrequenz 
vorzunehmen, müssen doch von vielen 
Amateuren Maßnahmen ergriffen werden, 
diese Störungen auf ein erträgliches Maß 
herabzumindern, oder wenn möglich ganz 
zu beseitigen. 

Es gibt drei Wege, über die das Signal 
des 21 - MHz - Amateurs in den Fernseh- 
empfänger eindringen kann. Der erste 
und häufigste Weg geht über die An- 


c1 







Seele 


L2 fernseh- 


Mantel Empfänger 


Bild 1. Einseitiges Filter. Die Spulen bestehen 
aus Lackdraht mit 0,3... 0,5 mm © und sind auf 
1-Watt-Widerstände von je 0,5 M2 aufgewickelt; 
L1=6,5 Wäg., L2=60 Wdg., C1=280pF, C2=2pF 






Antennen- 


Fernseh- 
Kabel 


Empfänger 


Bild 2. Einfaches symmetrisches Filter; 
L1=L2=4,7 uH (15 Wäg. auf je1M2I1W), 
c1=C2=20 pF; C3=C4=15...75pF 


tenne und Antennenzuleitung. Der zweite, 
auch mögliche, ist der Weg über die Netz- 
zuleitung. Der dritte Weg ist die direkte 
Aufnahme der 21-MHz-Sendung durch die 
Einzelteile des Chassis und die Aufbauten 
des Fernsehempfängers selbst. in der 
Praxis kommen manchmal alle drei Fälle 
gleichzeitig vor, doch können auch belie- 
bige Kombinationen auftreten. 


Am einfachsten wäre es, die Zwischen- 
frequenz des Fernsehempfängers aus dem 
Amateurband (21 bis 21,45 MHz) herauszu- 
trimmen, also die Grenzfrequenz auf etwa 
21,6 MHz zu legen. Leider sind die Dinge 
aber nicht so einfach! Eine solche Umtrim- 
mung ist ein komplizierter und zeitrauben- 
der Vorgang, der nur in erstklassig einge- 
richteten Laboratorien ausgeführt werden 
kann. Diese Arbeit ist also kaum zu emp- 
fehlen, besonders wenn man in Betracht 
zieht, daß dabei auch für jeden Kanal der 
Oszillator nachgestimmt werden muß. 


Falll. Eindringen der Amateursendung 
über die Anienne 


Man trennt die Antenne des gestörten 
Empfängers vcn der Antennenzuleitung 
ab. Ist die Störung verschwunden, so 
wurde sie über die Antenne aufgenommen. 
Bleibt sie geschwächt oder gleich stark 
noch bestehen, so ist die Antennenzulei- 
tung mitschuldig. In diesen Fällen ist die 
Beseitigung der Störung nur durch Fil- 
ter erfolgreich. Durch Verdrehen der 
Fernsehantenne oder der Amateurantenne 
ist eine Beseitigung in Anbetracht des er- 
forderlichen Richtempfanges und der Ama- 
teur-Richtsendung so gut wie unmöglich. 
Auch umfangreiche Abschirmungen der 
Fernsehantenne durch Gitter-Refraktoren 


sinderfolglos versuchtworden. Die Verwen- 
dung eines richtig angepaßten Hf-Kabels 
statt einer 300-Q-Doppelleitung vermindert 
jedoch die Aufnahme der Störsendung be- 
trächtlich. 

Die erforderlichen Filter müssen un- 
mittelbar am Empfängereingang so ange- 
ordnet werden, daß sich diekürzesten 
Verbindungen ergeben. Bild 1 zeigt die 
Schaltung eines einfachen Filters. Dieses 
einseitigeFilter kann aber nur beiKoaxial- 
zuleitungen verwendet werden. Bild? stellt 
ein doppelseitiges Filter für Bandkabelzu- 
leitungen dar. Dieses Filter reicht für mitt- 
lere Störungen aus. Wenn das Signal des 
Amateurs aber noch stärker ist, wird das 
in Bild 3 gezeigte Filter empfohlen. Das 
Prinzip dieser Filter beruht darauf, daß 
die geringe Kapazität der Kondensatoren 
den langsamen Frequenzen einen weit grö- 
seren Widerstand bietet, als die Spulen. 
Außerdem wirken natürlich die Resonanz- 


c1 c3 






Antennen- 
Kabel 


Fernseh- 
Empfänger 


c2 C4 


Bild 3. Mehrteiliges Filter gegen starke Störun- 
gen (Hochpaßfilter). Jede Spule 0,475 uH, 
c1, C2, C3, C4=je IM pF, C5, C6=10 nF 


L1 
220Vx F— E bielchriahten 
leer» 

L2 


Bild 4. Netzfilter; L1, L2=0,75 uH (unkritisch), 
Spulendraht 0,6...0,8 mm ©, C= 0,1 uF/1500 V, 
nicht abstimmbar 


kreise als Zf-Sperren. Bei dem Filter nach 
Eild 3 ist keine Nachjustierung notwendig, 
wenn der störende Amateursender seine 
Frequenz im Band wechselt. Das Filter ist 
durch eine Aluminiumbüchse vollständig 
zu panzern und muß auf kürzestem Wege 
unmittelbar mit dem Empfängerchassis 
verbunden werden. Man beachte, daß es 
Fernsehempfänger gibt, bei denen das 
Chassis Strom führt; in diesen Fällen muß 
E über einen 0,1-uF-Kondensator mit dem 
Chassis verbunden werden. 


Fall 2. Eindringen der Amaieursendung 
über die Stromversorgung 


Ziemlich häufig ist auch das Eindringen 
von Hochfrequenz über das Lichtnetz die 
Ursache gestörter Bilder, besonders, wenn 
sich stehende Wellen auf der Zuleitung 
ausbilden. 

Glücklicherweise können Störungen die- 
ser Art mit einfachen Mitteln ferngehalten 
werden. Obwohl in besseren Fernsehemp- 
fängern eine allgemeine Hf-Sperre vor- 
handen ist, kommt es vor, daß stärkere 
Amateursender auf 21 MHz diese Sperre 
Qurchschlagen. Der beste Platz für wirk- 
same zusätzliche Filter (Bild 4) ist im In- 
neren des Empfängers. 


Fall 3. Direkties Eindringen nah benach- 
barier Amaiteursender in das Gerät 


In diesen extremen Fällen wird die Ent- 
störung schwierig und kostspielig. Es er- 
gibt sich die Frage, ob man vom Amateur 
eine kostenlose Entstörung bei derartiger 
Gerätetypen juristisch überhaupt noch 
fordern kann. War es doch den Herstellern 
seit langem bekannt, daß diese 


FUNKSCHAU 1954 / Hen5 87 


Frequenzen den Amateuren zugeteilt sind. 
Es wäre auch eine Zumutung, bei einer 
größeren Verbreitung des Fernsehens einen 
Amateur zu zwingen, einige hundert Fern- 
sehempfänger in seiner Umgebung zu ent- 
stören. Entweder müßte die Industrie all- 
gemein dafür sorgen, daß die 21-MHz- 
Amateur-Frequenzen keine Störungen in 
den Fernseh - Empfängern verursachen. 
oder aber es müssen die auftretenden Stö- 
rungen von Fall zu Fall durch die Kunden- 
diensttechniker der Herstellerfirma besei- 
tigt werden, wie dies zum Teil in den USA 
üblich ist. 

(Schrifttum: „Radio & Television News“, 
Oktober 1952, S. 49.) Ing. H. F. Steinhauser 


Dem vorstehenden Aufsatz unseres ange- 
sehenen Mitarbeiters, der selbst in Amateur- 
kreisen zu Hause ist, geben wir als Diskus- 
sionsbeitrag Raum, da es sich hier ohne Zwei- 
fel um eine ernste Frage handelt. Die Aus- 
führungen stellen nicht die Ansicht der Re- 
daktion dar. 


* 


Aus Industriekreisen gingen uns fol- 
gende Äußerungen zu diesem Thema zu: 


Umfangreiche Erwägungen ergaben, daß die 
einzige vernünftige Möglichkeit eine Bild-Zi 
von 38,9 MHz und eine Ton-Zf von 33,4 MHz 
ist. Es gibt keine Zwischenfrequenz, bei dei 
nicht irgendwelche Störungen zu erwarten 
sind. Das bisher in Deutschland am meisten 
verbreitete Zwischenfrequenzband lag zwi- 
schen 20 und 26 MHz. Durch das nun für Ama- 
teure freigegebene 21-MHz-Band sind im Aus- 
land bereits Störungen aufgetreten, 

Störungen sind in einem Fernsehbild um so 
weniger sichtbar, je größer die Interferenz- 
Frequenz ist. Diese liegt bei einem Bildträ- 
ger von etwa 26 MHz und einer Störung bei 
21 MHz in der Gegend von 5 MHz. Höher 
kann man die Bildzwischenfrequenz nicht 
legen, weil bei 27 MHz die Frequenz für Dia- 
thermiegeräte und industrielle Hochfrequenz- 
sender liegt. Wenn man also die Zwischen- 
frequenz so verschiebt, daß das Band ober- 
halb 21,45 MHz liegt, denn dann kommt man 
zwar aus dem Amateurband heraus, aber in 
das Diathermie-Band hinein, und dort muß 
man mit Interferenzen sehr niedriger Fre- 
quenz rechnen, die stark im Bild stören. 

Bei der neu vorgeschlagenen Zwischenfre- 
qguenz von 38,9 MHz liegt unmittelbar benach- 
bart die ebenfalls» für Diathermie freige- 
gebene Frequenz von etwa 40,7 :MHz. Die 
Störungen, die von dort zu erwarten sind, 
geben Interferenz - Frequenzen von etwa 
800 kHz, die sehr stark sichtbar sind. Aus 
diesem Grunde haben sich die deutschen Fir- 
men entschlossen, diese neue Zwischenfre- 
quenz nicht eher anzunehmen und allgemein 
zu ihr überzugehen, bevor nicht von der Post 
eine Beschränkung der Strahlungsleistung für 
40,7-MHz-Diathermiegeräte zugesagt ist. Aus 
diesen Gründen ist die Frage der Zwischen- 
frequenz immer noch nicht endgültig geklärt. 
Die Firmen, die mit einer niedrigeren Zwi- 
schenfrequenz arbeiten, bleiben anscheinend 
bei dieser so lange, bis man sich in einem 
endgültigen Beschluß aller Firmen auf eine 
einheitliche Frequenz verbindlich geeinigt 
hat, denn eine Umstellung bedeutet Investie- 
rungen im Prüffeld. 

x* 


Bei den Fernsehempfängern der Spitzenfir- 
men sind am. Antenneneingang bereits hoch- 
wirksame Zf-Sperren eingebaut. So besitzt 
z. B. der Telefunken - Fernsehempfän- 
ger eine Zf-Sperre mit zwei Dämpfungs- 
polen, einen auf der Bildträger-Frequenz von 
25,75 MHz und einen auf der Tonträger-Fre- 
quenz von 20,25 MHz. Selbstverständlich kann 
die Sperre, die auf 20,25 MHz liegt, jederzeit 
leicht auf 21 MHz nachgetrimmt werden. 


* 


Bezüglich Störungen durch Amateursender 
möchten wir feststellen, daß seinerzeit vom 
ZVEI eine höhere Zwischenfrequenz für Fern- 
sehempfänger empfohlen werden sollte. Bis 
jetzt haben wir uns jedoch noch nicht ent- 
schlossen, diese Zwischenfrequenz einzufüh- 
ren, vor allem deswegen nicht, weil wir 
starke Bedenken wegen der Diathermie-Sen- 
der haben. Demgegenüber dürften die Stö- 
rungen durch Amateursender nicht so stark 
in Erscheinung treten, da sie ein sehr feines 
Moir&e ergeben würden. Außerdem schließt 
unsere Zwischenfrequenz genau an das Ama- 
teurband an. 

Weiterhin lassen sich sehr leicht Filter in 
den Antenneneingang setzen, die Interferenz- 
störungen, die auf der Zwischenfrequenz über 
die Antenne in das Gerät gelangen, wirksam 
unterdrücken. Einstrahlungen über das Netz 
oder direkt in das Chassis dürften bei dem 
von uns gewählten Aufbau ziemlich ausge- 
schlossen sein. Grundig-Radio-Werke GmbH 


88 Heft5/ FUNKSCHAU 1954 


Ohmmeter mit vollautomatischer Bereichswahl 


M. Bonhomme beschreibt eine inter- 
essante Meßanordnung zur schnellen und 
irrtumsfreien Prüfung von Widerstands- 
werten, die sich durch vollautomatische 
Auswahl und Anzeige des richtigen Meß- 
bereiches auszeichnet (Toute la Radio, 
November 1953, S. 364...371). Diese Meß- 
einrichtung, die besonders für die Prüfung 
von Widerständen unbekannter Größen- 
ordnung geeignet ist, besteht aus einem 
einfachen Ohmmeterkreis, einer Wider- 
stands - Transformations - Schaltung mit 
nachfolgendem Steuerrelais, dem Schritt- 
schaltwerk mit seiner Steuerstufe und der 
Stromversorgung. In der Gesamtschaltung 
(Bild 2) lassen sich diese Funktionsgruppen 
leicht abgrenzen. 


Mit Rücksicht auf die Schaltung der 
Prüfklemmen liegt das Bezugspotential 
(Masse) nicht wie sonst üblich am Minus- 
pol der Anodenspannung, sondern bei 
etwa +100 Volt. Dementsprechend ist auch 
in dem sonst ganz normalen Netzteil keine 
der abgegebenen Spannungen (+ 200, +12 
und +6 V) geerdet. Geerdet ist dagegen 
die kalte Prüfklemme und damit der an 
der Serienschaltung Bereichwiderstand — 
Meßbatterie liegende Schaltungsteil. Hier- 
bei handelt es sich um eine Widerstands- 
Transformationsschaltung mit zwei Duo- 
trioden, die mit Rücksicht auf eine frühere 
Veröffentlichung nicht näher erklärt wird. 
Die beiden in Gegentakt und als Gleich- 
strom - Katodenverstärker geschalteten 
Endsysteme arbeiten auf einen Strom- 
kreis, in dem hintereinander der Eichreg- 
ler für die Unendlichkeitsanzeige, das an- 
zeigende Milliamperemeter und das 
Steuerrelais für die Bereichumschaltung 
liegen. 

Im Mustergerät besteht das „Sensitact“ 
genannte Steuerrelais aus einem Kontakt- 
galvanometer mit Kernmagnetsystem, das 
von Brion-Leroux gebaut wird und 
mit einem Octalsockel versehen ist. In der 
Stellung „Betrieb“ des einen und „Auto- 
matik“ des anderen Kellogschalters leitet 


„Null” 


2x12 AT 7 oder ECC 81 


es bei Kontaktgabe die Bereichswahl ein, 
indem es den Stromkreis für das Relais B 
schließt, vorausgesetzt, daß das Relais A 
anspricht. Dies ist aber stets so 
lange der Fall, bis B anzieht und 
damit über b den Schrittschalt- 
magneten für den Bereichswäh- 
ler erregt. In der tiefsten Stel- 
lung des Schrittschaltankers wird 
der Kontakt c geschlossen, der 
nun mit —6 V die Steuerstufe für 
das A-Relais sperrt. A fällt ab, 
läßt B folgen und unterbricht 
somit auch den Erregerstrom für 
das Schrittschaltwerk. Dadurch 
wird auch die Sperrspannung 
vom Gitter der Steuerstufe wie- 
der abgeschaltet, deren Röhre 
jedoch erst nach Ablauf der Zeit- 
konstante T1 (in Stellung „Auto- 
matik“) wieder leitend werden 
kann und das Relais A erneut 
ansprechen läßt. 


Auf diese Weise wird die 
72zähnige Antriebscheibe des 
Schrittschaltwerks solange um 


jeweils einen Zahn weiterge- 
schaltet, bis das Kontaktgalvano- 
meter keinen Kontakt mehr gibt 
(weil der dem Prüfling entspre- 
chende Meßbereich gefunden 
wurde) oder aber, bis der Kon- 
taktarm d auf seinen 12, Kon- 
takt aufläuft und damit anzeigt, 
daß der zu messende Widerstand 
außerhalb des Gesamtmeßberei- 
ches des Gerätes (10 Q bis 10 MQ 
in sechs Bereichen) liegt. Das 
schaltungsmäßig und zusätzlich 
durch mechanische Maßnahmen 
verzögerte Schalten des Schritt- 
schaltwerks verhindert ein 
Nachschleudern der bewegten 
Massen. Hierzu gehört übrigens 
auch, daß der Ladekondensator für den 
12-V-Gleichrichter erst hinter den Kon- 
takten, also parallel zum Schrittschalt- 

magneten, liegt, 

wobei sich außer- 

dem eine gerin- 

gere Funkenbil- 

dung bei Kontakt- 





Eichen 
200K2 
I 


Betrieb | 








[]800x2 
8 il 


me 
















Hd „Null” 


2OKR 


öffnung ergibt. 
Das Mustergerät 
benutzte einen 
12stufigen Schritt- 
schalter, auf des- 
sen Achse nicht 
nur die beiden 
Kontaktiarme mit- 
gedreht werden, 
sondern auch eine 
Skalenscheibe, die 
gemäß Bild 1 für 


+200V 

















I 
I 
| 
r | maxi min. jeden Bereich die 
SH richtige Skalen- 
IN 1 bezifferung und 
0 ' Dimension hinter 
. ı]a 
| 
T -6V 
wm 
l 
Netz ' i 
I 
N 72 Zöhne 
Les EEE ERGEEN, aa ee u: remain" I ea Sa na er Aa a a a Ba 
102 
% oder x z 1500 
Si NV e 


Automatik 


+200V 


Hanı 
-200V u 
+6V 





-6V 
+12V 








72VI1A 


-12V 






'E 
„Halt 4 ® 


+6V -12V +12V 





Bild 2. Gesamtschaltbild des vollautomatischen Ohmmeters 














Seiten- 
Ansicht 


deutschen Fernsehsender. 


zwei Fenstern der Instrumentenskala er- 
scheinen läßt. 


Mit dieser Anordnung erreicht man, daß 
aus dem gesamten Skalenverlauf des 
Ohmmeters nur der mittlere Bereich von 
1 bis 10 für die Messung benutzt wird. Bei 
Grenzwerten, wie z.B. 10 kQ, die am Ende 








Ansicht 


NN 
& 





% 
079, 9 
51 


RN 200 300 


drehbare 
Scheibe 


Galvanometer 


Bild 1. Die vom Schrittschaltwerk mitgenommene Skalen- 
scheibe läßt hinter den Fenstern des Anzeigeinstrumentes 
für jeden Meßbereich die richtige Skalenbezifferung und 


Dimension erscheinen 


eines und am Anfang des folgenden Be- 
reichs angezeigt werden können, wird eine 
„Unschlüssigkeit“ der Automatik bezüglich 
des einzustellenden Bereichs beobachtet, 
solange die Zeitkonstantenkreise (beson- 
ders T1) der Relaisstufe nicht richtig ein- 
gestellt sind. Aus den Bereichgrenzen ! 
und 10 erklärt sich auch die Wahl der Ab- 
gleichwiderstände, deren Werte sämtlich 
ganze Vielfache des mittleren Skalen- 
wertes 3 sind. Da der kleinste Bereichs- 
widerstand nur 30 & groß ist, muß der 
innere Widerstand der Meßspannungs- 
quelle klein gehalten werden, was man 
durch Parallelschaltung dreier Monozellen 
erreicht. 

Die Meßgenauigkeit beträgt zwischen 2 
und 5%, wenn man als Eichgenauigkeit 
1%, für das Galvanometer 1,5 % und für 
den gesamten elektronischen Teil 2% 
Fehlertoleranz annimmt. hgm 


250000 Platitenwechsler der Type Dual 1002 


Vom Herbst 1951 bis Anfang Februar 1954 
wurden bei Gebr. Steidinger, St. Georgen im 
Schwarzwald, 250000 Plattenwechsler der glei- 
chen Type 1002 mit kaum wesentlichen Kon- 
struktionsänderungen gefertigt — ein Beweis 
für die von Anfang an ausgereifte Konstruk- 
tion, unbedingte Zuverlässigkeit und hervor- 
ragende Klangeigenschaften. 


Programmverbesserungen 
des Deuischen Fernsehens 


In Genf wurde ein ständiges Büro der Union 
Europ&enne de Radidiffusion (UER) unter Lei- 
tung des Generaldirektors der Schweizerischen 
Rundspruchgesellschaft, M. Bezencon, einge- 
richtet, das den Programmaustausch zwischen 
den europäischen Fernsehstationen bearbeiten 
wird. In Cannes tritt im März ein ebenfalls 
neugebildeter Arbeitsausschuß zusammen; er 
soll das Programm für den europäischen Fern- 
sehaustausch im Sommer dieses Jahres fest- 
legen. 

Am 31. Januar lief erstmalig das „Europa- 
Magazin“, eine Wochenschau mit Beiträgen 
aus acht Fernsehländern Europas, über alle 
Diese Programm- 
bereicherung wird zukünftig regelmäßig über 
alle europäischen Fernsehsender zur gleichen 
Stunde verbreitet werden. 


FUNKSCHAU 1954 /Hett5 89 


FUNKSCHAU-Konstruktionsseiten 


besteht aus Hartpapier 1,5 mm und be- 
sitzt einen passenden Ausschnitt für die 
Modulatordrossel MD. An den Lötösen 9 
bis 14 wird die Tonsummerschaltung mon- 
tiert und die Bohrlöcher 15, 16 sind für 
die Instrumentenklemmen vorgesehen, die 
zugleich zur Befestigung der Modulator- 
platte benützt werden. Die Trägerplatte TP 
besteht aus 2-mm-Aluminiumblech und 
wird am kurzen Ende rechtwinkelig auf- 
gebogen. Hier wird der Trockengleich- 


UKW-Grid-Dip-Meter 


Ein universelles und unentbehrliches Hilfsgerät 
für die Laborpraxis und den Service der UKW- und Fernsehtechnik 


Anwendungsmöglichkeiten: Frequenzgeeichter, modulierbarer UHf- 
Generator für die Frequenzmessung an UKW-Schwingkreisen, Leitungen und Antennen, 
für Abgleich und Eichung von Kreisen, Oszillatoren und Empfängern, Identifizierung 
von Störschwingungen und Ermittlung von Störstrahlungsquellen. Messung kleiner 
Induktivitäten und Kapazitäten und Ermittlung von Kreisgüten und Dämpfungen. 
AM-Prüfgenerator für Abgleich, Signalverfolgung und Fehlersuche in AM- und FM- 
Geräten. Einfache Erweiterungsmöglichkeit für Frequenzmessungen nach dem Absorp- 
tions- oder Schwebungsverfahren. 


Das Prinzip 


Das Grid-Dip-Meter stellt im Prinzip 
einen Einröhren-UKW-Oszillator dar, der 
durch einen Drehkondensator innerhalb 
eines. begrenzten Bereiches abgestimmt 
werden kann. Der Drehkondensator be- 
sitzt eine frequenzgeeichte Skala, auf 
der die eingestellten Frequenzen direkt 
abgelesen werden können. Zur Über- 
streichung des in Betracht kommenden 
UKW-Bereiches von etwa 25 bis 250 MHz 
ist eine Unterteilung in mehrere Abstimm- 
bereiche notwendig, die durch auswechsel- 
bare Steckspulen erreicht wird. 

Wird der Oszillatorkreis des Grid-Dip- 
Meter mit einem Schwingkreis gekoppelt, 
so wird ihm dann ein Maximum an. UHf- 
Energie entzogen, wenn die Kreise sich in 
Resonanz befinden. Dieser Energieentzug 
macht sich infolge der durch die Dämpfung 
bedingten Verringerung der Schwingam- 
plitude in einem Rückgang des Gitterstro- 
mes der Oszillatorröhre bemerkbar. Bei 
loser Kopplung mit dem Sekundärkreis 
tritt dieser Gitterstromrückgang bei An- 
näherung an den Resonanzpunkt ruck- 
artig auf — daher die Bezeichnung grid 
dip — und ergibt ein scharf ausgeprägtes 
Minimum, das eine genaue Einstellung 
und Ablesung der Resonanzfrequenz er- 
möglicht. Durch ein in Reihe mit dem Git- 
terableitwiderstand der Oszillatorröhre 
liegendes Milliamperemeter läßt sich diese 
Einstellung leicht nachweisen [1]!). 

Ein modulierbarer Oszillator bietet den 
Vorteil, daß man das Gerät auch als mo- 
dulierten Prüfgenerator verwenden kann. 
Eine solche Modulation erfolgt in einfacher 
Weise durch einen Glimmlampen - Ton- 
summer. 


Praktische Schaltung 


Die Schaltung (Bild 2) zeigt einen UKW- 
Oszillator mit der Subminiatur-Triode 5703 
(General Electric) und einem NSF-UKW- 
Doppeldrehkondensator (2X25 pF), dessen 
beide Rotorpakete zusammen mit der 
Achse am Spannungsnullpunkt liegen. 
Seine wirksame Kapazität beträgt daher 
max. 12,5 pF. 

Der Schwingkreis wird durch die Kapa- 
zität des Drehkondensators C, den par- 
allelgeschalteten Festkondensator bzw. die 
Röhrenkapazitäten und die an den Klem- 
men 1, 2 liegende Steckspule L gebildet. 

Die Selbsterregung des Oszillators er- 


folgt durch die aus der kapazitiven Span- 


nungsteilung zwischen Anode, Gitter und 
Katode gebildete Colpitts-Dreipunktschal- 
tung. 

Die Anodenspannung wird über einen 
ohmschen Anodenwiderstand zugeführt, 
der als Sperre für die UHf-Spannung 
wirkt. Durch den Abgriff am Potentio- 
meter P kann die wirksame Anodenspan- 
nung so eingestellt werden; daß die Röhre 
über den ganzen Bereich sicher und ohne 
Überrückkopplung anschwingt und das 
Milliamperemeter einen für die Ablesung 
günstigen Ausschlag zeigt. 

Die Modulation der UHf - Schwingung 
erfolgt über die in Serie mit dem Anoden- 
widerstand liegende Nf-Drossel MD, der 
ein Glimmlampen-Tonsummer, bestehend 
aus Glimmlampe GL, Ladewiderstand 
2 MG und Ladekondensator 1 nF parallel 
liegt. 


1) Die Zahlen in eckigen Klammern beziehen 
sich auf das Schrifttumsverzeichnis am Schluß 
der Arbeit. 


Bei geschlossenem Schalter MS erzeugt 
die Glimmlampe niederfrequente Kipp- 
schwingungen, die über die Drossel MD 
eine Anodenmodulation hervorrufen. 


Praktischer Auibau 


Die praktische Ausführung des Original- 
gerätes zeigen die Bilder 1, 4,5 und 12, Das 
Gerät befindet sich in einem geschlossenen 
metallischen Gehäuse, in das vorne in 
einem kleinen Ausschnitt eine Isolierplatte 
für die Steckspule eingesetzt ist. 


Die Deckplatte des Gehäuses besteht aus 
Aluminium und dient gleichzeitig als 
Chassisgrundplatte, auf welcher der ge- 
samte Schaltungsaufbau montiert ist. 


Die Montage der einzelnen Bauteile 
und die Verbindung der Grundplatte mit 
dem Gehäuse zeigt Bild 6 in perspektivi- 
scher Darstellung. 


Die Grundplatte GP dient als Montage- 
platte für das Milliamperemeter, den 
Drehkondensator, die Trägerplatte TP, die 
Spulenplatte SP, die beiden Schalter NS 
und MS und das Potentiometer P. 


Die Röhrenplatte RP mit der Oszillator- 
schaltung ist auf dem Drehkondensator 
durch den Winkel W befestigt. Der Dreh- 
kondensator selbst ist durch die Distanz- 
bolzen D 1 von unten an der Grundplatte 
festgeschraubt. 


Die Modulatorplatte MP, mit der Modu- 
latordrossel MD und der Tonsummerschal- 
tung, liegt auf dem Instrument auf und ist 
mit dessen Anschlußklemmen verschraubt. 

Auf der Trägerplatte TP befindet sich 
der Netztransformator NT zwischen den 
Abstandsbolzen D 3 und den Schraubbol- 
zen D 4. Letztere sind mit den Befesti- 
gungsschrauben M 3 an der Grundplatte 
festgeschraubt und dienen oben gleich- 
zeitig zur Befestigung des Gehäuses. Die- 
ses wird mit einer dritten Befestigungs- 
schraube mit dem am Drehkondensator 
aufgesetzten Schraubbolzen D 2 ver- 
schraubt. Die Trägerplatte TP trägt an 
ihrem winkelförmig aufgebogenen Teil 
außerdem noch den Trockengleichrich- 
ter TG. 

Der Schalterwinkel SW ist zwischen 
Schaltung NS und Grundplatte befestigt 
und dient zugleich als Nullungspunkt. 

Maßskizzen für Grundplatte und Ge- 
häuse gibt Bild 7. Die Grundplatte GP 
besteht aus 3 mm starkem Aluminium- 
blech. Ihre Oberfläche ist eloxiert und 
graviert. 

Das Gehäuse besteht aus Eisenblech 0,5 
bis 1 mm, ist grau gespritzt und an den 
Stoßkanten geschweißt. Das Gehäuse ist 
als ein auf die Grundplatte passender 
Deckel ausgebildet und wird durch drei 
Schrauben am Chassisaufbau angeschraubt. 
An der Unterseite des Gehäuses sind 
außerdem vier Muttern angeschraubt, die 
als Auflagestützpunkte dienen. Sie kön- 
nen natürlich auch durch Gummipuffer 
ersetzt werden. 

Maßskizzen für die Träger und Mon- 
tageplatten zeigt Bild 8. Die Spulenplatte 
SP besteht aus Trolitul, besitzt die in den 
Gehäuseausschnitt passende Form und 
trägt die beiden Buchsen 1, 2 für die Steck- 
spule. Die Röhrenplatte RP besteht eben- 
falls aus Trolitul. Sie trägt die Anschluß- 
ösen 3 bis 8 und wird an den Punkten 0—0 
an dem am Drehkondensator befestigten 
Winkel SW angeschraubt. Diese beiden 
Punkte werden zugleich für den Masse- 
anschluß benützt. Die Modulatorplatte MP 


richter TG befestigt. Das lange Ende liegt 
auf der Grundplatte und wird durch die 
Befestigungsschrauben des auf den Ab- 
standsbolzen D 3 liegenden Netztransfor- 
mators festgeschraubt. Die Lötleiste LL 
aus 1,5-mm-Hartpapier mit den acht Löt- 
ösen 17 bis 24 ist ebenfalls am Netztrans- 
formator befestigt. Der Winkel W aus 
1,5-mm-Aluminiumblech dient zur Befesti- 
gung der Röhrenplatte RP am Drehkon- 
densator. Der Schalterwinkel SW besteht 
aus lötbarem Blech von 1 mm Stärke und 
wird zwischen Grundplatte und Netz- 
schalter NS montiert. Die Abstands- bzw. 
Schraubbolzen D 1 bis D 4 dienen, wie 
bereits erwähnt, zur Verschraubung von 
Drehkondensator und Netztransformator 
mit der Grundplatte bzw. dem Gehäuse. 


Konstruktion und Anordnung der Skala 


Als Skala wird zweckmäßig eine der 
bekannten fertigen Konstruktionen ver- 
wendet, z. B. Großmann Typ AS 70/04 PZ 


Die Befestigungslöcher für die Skala in 
der Grundplatte sind der gewählten Aus- 
führung anzupassen. 


Die Skaleneichung für die sechs Bereiche 
Ibis VI wird auf dem Skalenblatt in Form 
konzentrischer Halbkreise aufgetragen. 
Der am meisten benützte UKW/FM-Be- 
reich IV wird zweckmäßig an einen äuße- 
ren Halbkreis gelegt, um eine möglichst 
genaue Ablesung zu erreichen. 


Die Konstruktion der Steckspulen zeigt 
Bild 3. Für das Originalgerät wurden 
Trolitulkörper mit 12 mm Außendurch- 
messer und 25 mm Länge verwendet. In 
den rohrförmigen Körper werden 3-mm- 
Stecker im Abstand von 19 mm einge- 
schraubt, und an den zwischengelegten 
Lötösen wird die Wicklung angelötet. An 
einem Ende des Körpers wird eine Hart- 
gummischeibe eingesetzt, auf der außen 
der betreffende Bereich der Spule ange- 
schrieben ist. Die Wicklung wird nach er- 
folgter Skaleneichung durch Vergießen mit 
Bienenwachs oder Hf-Lack fixiert, um zu 
vermeiden, daß eine Änderung von Wik- 
kelbreite oder Windungsabstand die In- 
duktivität ändert und dadurch die Skalen- 
eichung verwirft. 


Der Hilfszeiger nach Bild 9 dient zur 
gemeinsamen Festlegung der Eichmarken 
auf den Skalen. Er ist so bemessen, daß 
seine innere Kante genau mit dem Mar- 
kierungsstrich des endgültigen Zeigers 
übereinstimmt. In den einzelnen Eichstel- 
lungen kann man dann die Eichmarken 
durch einen Bleistiftstrich längs der Innen- 
kante des Hilfszeigers anzeichnen und die 
Skala nach Beendigung der Eichung mit 
Tusche ausziehen und beschriften. 


Verdrahtung 


Die Verdrahtung erfolgt nach dem in 
Bild 10 dargestellten Schema, das lage-, 
aber nicht maßstabrichtig gezeichnet ist. 
Man achte vor allem bei der Schaltung 
des UKW-Teiles (Röhrenplatte RP) auf 
kürzeste Verbindungen. Röhre und Glimm- 
lampe werden mit Klebeband auf den 
Montageplatten befestigt. 


Eichung 


Die Eichung wird zweckmäßig mit Hilfe 
eines UHf-Generators bekannter Frequenz 
vorgenommen. Man kann natürlich auch 
die Oberwellen eines KW-Generators be- 
nützen, wenn deren Ordnungszahl ein- 
deutig festzustellen ist. 


90 HeR5/ FUNKSCHAU 1954 


FUNKSCHAU- 





Gehäuse 
(von unten) 














ERS E 


ar 
es 


Bild 1. Ansicht des vollständigen Gerätes 
mit den sechs auswechselbaren Steckspulen 








Bild 6. Montageskizze für die auf der Grundplatte GP mon- 
tierten Bauteile. Oben das als Deckel ausgebildete Gehäuse 





Grundplatte GP 





Bild 2. Schaltung des Grid-Dip-Meters 


Steckspule 








Konstruktionszeichnung 
der Steckspulen 











Bild 7. Maßskizze und Bohrplan von Grundplatte und Gehäuse 


Links: Bild 5. Fertig montierte Grundplatte, von der Seite gesehen 





Das Elektron 


im elektrischen und magnetischen Feld 


DK 621.385.832: 537.533.7 


Ro O1 


3 Blätter 





A. Bewegung im elektrischen Feld 


Die zwischen Anode und Katode wirksame Anodengleich- 
spannung U, einer Röhre übt auf das aus der Katode aus- 
tretende Elektron eine elektrische Feldkraft P. aus. Das Elek- 
tron wird in Richtung der elektrischen Feldlinien zur Anode 
beschleunigt (Bild 1). 


elektr. 
I Feldlinien 


= Katode 


Die Größe dieser elektrischen Feldkraft P. ist in jedem Punkt 
der Bahnkurve von der dort herrschenden Feldstärke E ab- 
hängig und ist gegeben durch: 

P.=e-E (1) 

Pe = 1,59 - 1012. E (P. in dyn) 

(E in V/cm) 

Die Geschwindigkeit des Elektrons ist von der durchlaufenen 
Potentialdifferenz abhängig. Hat das Elektron bis zum 
Punkte x die Potentialdifferenz U, durchlaufen, so hat es an 
dieser Stelle x die Endgeschwindigkeit 


| 
I 
} Ve 
Bild 1. ' ! 
Das Elektron im elektrischen Feld \ 
l 
| 





_1/ ei z . san (vx in cm/s) 

“-l 2m U =395-10-V yimy) (2) 
_ IT (vx in km/s) 

vx = 595- VÜ, (Uxin V) (2) 


Bei größeren Spannungen als 30 000 V steigt die Geschwindig- 
keit nicht mehr nach Formel (2) an. Es ist dann zu berücksichti- 
gen, daß nach der Relativitäts-Theorie die Masse des Elektrons 
sich scheinbar vergrößert. Dadurch wird die Geschwindigkeits- 
zunahme mit steigender Spannung verringert. 


Die Beschleunigung des Elektrons erfolgt immer in Richtung der 
elektrischen Feldlinien also senkrecht zu den Potentiallinien. 
Sie it imIdealfall, nämlich bei einem ebenem Elektroden- 
system und im raumladungsfreien Entladungsraum, eine gleich- 
förmig beschleunigte, genau wie die Bewegung eines im 
Schwerefeld der Erde freifallenden Körpers. 

In diesem Fall ergibt sich das in Bild 2 gezeigte Potential- 
bild. Die elektrischen Potentiallinien verlaufen in gleichen 
Abständen voneinander. Die elektrischen Feldlinien bilden — 
abgesehen von der Randverzerrung — gerade Linien zwischen 
Katode und Anode. Da das Elektron in solchem Feld in gleichen 
Abständen gleiche Potentialdifferenzen durchläuft, entsteht 
eine gleichförmig beschleunigte Bewegung. Der in Glei- 
chung (2) enthaltene Spannungswert U, bestimmt sich dann zu 
U, =E*lx (Bild 1). 

In Bild 3 sind die wichtigen Zusammenhänge zwischen 
Potential, Feldstärke, Geschwindigkeit und Laufzeit für diesen 


Anode 
+++ HH ++ +++ ++ 















































Feld- Er er BER >. Potential = 
richtung ET, = [N linien 
Se az 
meer 
er t t 
\ 
ger 





Randverzerrung 


Katode 


Bild 2. Elektrische Feld- und Potentiallinien zwischen ebenen Elek- 
troden, ohne Berücksichtigung der Raumladung 


Elektronengeschwindigkeit im Vakuum 


U (Volt) | v (km/sec) 








Idealfall maßstabrichtig dargestellt. Die unterste Kurve ist in 
der Literatur unter der Bezeichnung „Weg/Zeit-Diagramm” 
oder „Elektronenfahrplan” bekannt. - 
Im Gegensatz dazu ergibt sich beim zylindrischen System eine 
starke Zusammendrängung der Potentiallinien in Katodennähe. 
Bild 4 zeigt in Gegenüberstellung den Potential- und Feld- 
stärkeverlauf beim ebenen und zylindrischen System. Infolge 
der hohen Feldstärke bzw. des großen Potentialgefälles in 
Katodennähe wird das Elektron dort stark beschleunigt, in 
Anodennähe führt es dagegen angenähert eine gleichförmige 
Bewegung aus, da hier die durchlaufenen Potentialdifferenzen 
sehr klein sind. 





Katode Anode 
| eernretdine, m. ME 
[ = Punkt | 
| % | Un=700V 


a iu Flektrodenabstand a a — 


oe 0G 02 © GE 0 
|—> Wegstrecke Ix (mm) 


BEE BEE 










































































2000 (V/cm) 
000 E \ 
| ! Feldstärke 
IL 0 
60000 (km/s) 
50000 
| | 740000 
In \ 130000 Geschwindigkeit 
ae ‚| | +20000 
| || | | +70000 
BERSEBNEY 
| | | 
| | Weg | 
Sense Des 
Be 
dx | Laufzeit P 
I 9. 
0,0001 |7°34.0° yy, 
| LE (usec) 
Weg "Zeitkurve | vw mm) 
des Elektrons --- == Va(V) 
0,0002 (us) ! 


Bild 3. Die Elektrodenbewegung im Gleichfeld eines ebenen Sy- 
stems. Potentialverlauf U, Geschwindigkeit in den einzelnen Raum- 
punkten v, Feldstärke E, Laufzeitkurve 


Rö 01 
B. Ablenkung im elektrischen Feld 


In einer Oszillografenröhre fliegen die Elektronen zwischen 
den Ablenkplatten hindurch. Die an diesen stehenden Span- 
nungen erzeugen je nach Polarität eine abstoßende oder 
anziehende Wirkung auf die Elektronen. Für den durch ein 
homogenes Ablenkfeld erzeugten Auslenkwinkel gilt (mit den 
Bezeichnungen von Bild 5) 
I-U 
e=7.0.U% % 


Bei den gewöhnlich kleinen Auslenkungen kann vernachlässigt 
werden, daß der Schirm nicht ein Stück einer Kugelfläche ist, 
deren Mittelpunkt zwischen den Ablenkplatten liegt. Deshalb 
gilt für die Verschiebung des Leuchiflecks auf dem Schirm 


"LU 
y=370.0, (WLund a in mm) (4) 
Die Ablenkempfindlichkeit ist dann 
_y_Iı L mm 
a v] (8) 


d. h. die Ablenkempfindlichkeit 

steigt mit der Ablenkplattenlänge (das Ablenkfeld kann länger 
auf die Elektronen einwirken), 

steigt mit dem Abstand Leuchtschirm — Ablenkplatten (bei 
gleichem Ablenkwinkel wird bei- großem L die Auslenkung 
am Schirm (y) größer), 

fällt mit der Anodenspannung (schneller fliegende Elektronen 
sind schwerer zu beeinflussen, außerdem laufen sie schneller 
durch das ablenkende Feld hindurch), 

fällt mit dem Abstand der Ablenkplatten (mit zunehmendem 
Abstand verringert sich die durch die Ablenkspannnung 
erzeugte Feldstärke im Ablenkraum), 


NaBdE ebenes System 















ebenes_, — 
System | 
zylindr_ Le i 
System | 


| I 
| 
| 
j 
| 


zylindr. | 
System | 





ebenes_| Au 
System —_ 0 
0 =) 


Bild 4. Vergleich zwischen dem Verlauf von Potential und Feldstärke 
bei einem ebenen und einem zylindrischen System 


Richtung der Leiterstrom 


magnetischen 7 | 
Kraftlinien __ 
(Felddichte B) N 






Bewegungs- 
richtung —___ 
des Flektrons 


N oblenkende 
Fr magnetische 
Querkraft 


Richtung der 
Elektronienbewegung 


Nachdruck verboten! 


C. Einfluß des magnetischen Feldes 
Dafür gilt folgendes Gesetz: 





Pı=e(v-B) (Vektorprodukt) (6) 
=e+v-B-sin (xv-B) (6a) 
P. = 1,59-10°2°.v-B (P. in dyn) 
(v in cm/s) 
(B in Gauss) 
Op 
7 
y 
Up 4 





Bild 6. Ablenkung durch 
ein magnetisches Feld — 
Richtung der magneti- 
schen Feldkraft 


Bild 5. Strahlablenkung in einem 
elektrostatischen Feld (Oszillo- 
grafenröhre) 


Daraus folgt: 


1) Die magnetische Feldkraft steht senkrecht auf der durch die 
beiden Vektoren (Richtung der Elektronengeschwindig- 
keit und Richtung des magnetischen Feldes) gebildeten 
Ebene (Bild ö). 

2) Verläuft das magnetische Feld in Richtung der Elektronen- 
bahn: (*v, 8) = 0; sin (*v, 8) = 0 dann ist ®, = 0. Eine 
Beeinflussung findet nicht statt. 

3) Die magriefische Feldkraft steht senkrecht zur Geschwindig- 
keitsrichtung. Somit erzeugt sie nur eine Richtungsänderung, 
beeinflußt aber nicht deren Größe, also- auch nicht die 
Bewegungsenergie des Elektrons. 

4) Ein ruhendes Elektron (® =0) wird durch ein Magnetfeld 
nicht beeinflußt. 


Da es gleichgültig ist, ob die Elektronen sich im freien Raum 
oder in einem Leiter bewegen, muß dieses Verhalten sich auch 
aus dem Biot-Savart'schen Gesetz der Starkstromtechnik 
erklären lassen. Auf einen vom Strom durchflossenen Leiter 
wird senkrecht zu ihm und zu den magnetischen Feldlinien 
eine Feldkraft P, ausgeübt (Bild 7). 
Für Pu gilt: P, = J *I"B 
Die Identität der beiden Gleichungen 


Pı=J-I'B | In beiden Fällen ist der Winkel zwischen 
und P,=e'v-B B und J bzw. v zu 900 angenommen 


erkennt man, wenn man bedenkt, daß durch J die je Sekunde 
fließende Ladungsmenge dargestellt wird, oder wenn man 
die Dimensionsgleichungen aufstellt: 


J- 1 = 11/2. mi/2. +1: | = 13/2 . mi/2- +1 
e-v= 11/2. mi/2. |. #1 = 13/2. mi/2. +1 


I 


Bei diesem Vergleich ist aber zu berücksichtigen, daß in der 


Starkstromtechnik mit einer Stromrichtung von + nach —, in 
der Elektronenröhrentechnik von — nach + gerechnet wird, 
die im Motorfall — stromdurchflossener Leiter im Magnetfeld 


— gelten. Die linke Hand-Regel wird also für die Elektronen- 
bewegung zu einer rechten Hand-Regel. (Mittelfinger = 
Stromrichtung, Zeigefinger = Magnetfeldrichtung, Daumen = 
Bewegungs- bzw. Kraftrichtung.) 


Anode 






Bild 7. Vergleich zwischen der 
Ablenkung eines stromdurch- 
flossenen Leiters und eines be- 
wegten Elektrons im Magnetfeld 
(Bild 7a siehe Blatt 2) 


= ablenkende 
magnetische 
Querkraft 


Katode 


Rö O1l/lca 


C1. Die entstehenden Kurven 


Fall 


Tritt ein mit konstanter Geschwindigkeit fiiegendes Elektron 
senkrecht in ein homogenes Magnetfeld ein, so führt es eine 
Kreisbewegung aus (Bild 8). Es unterliegt dann zwei sich die 
Waage haltenden Kräften, der magnetischen Feldkraft und 
der entgegengesetzt gleichen Zentrifugalkraft (Bild 9). 


De 
en 
5 NE |) 
LES 


. resultierendes Feld 
Feldlinien 


des Leiters 


Magnet 





Feldlinien 
des Magneten 


Bild 7a: Die Entstehung der magnetischen Feldkraft durch Über- 
lagerung zweier Felder 


Da die Zentrifugalkraft durch 


m - v2 


r 


P, = (r = Krümmungsradius) 


gegeben ist und die magnetische Feldkraft 


P,=e'v-B 
si s A m: v2 
beträgt, ergibt sich aus ur B 
m v 
der Krümmungsradius r = a (7) 
7 


Bild 8. Kreisbewegung der Elektronenim Magnetfeld. Voraussetzung: 
Elektronengeschwindigkeit konstant und senkrecht zu den Feld- 
linien, Magnetfeld homogen 


Die Geschwindigkeit v ist durch ein elektrisches Feld erzeugt 


Rö 01 Blatt 2 


mu 
e B 


m 


A A 
also istr = A 72 2m U "V 2 





vu (v in Yaı ) (Bild 10) (8) 
= Mh in Volt i 
van B B in Gauß 
und die Zeit für das Durchlaufen eines Kreises beträgt: 
2x:m 0,358 - 10°6 i 
ze sec. (Bild 11) (9) 





Bild 9. Zentrifugalkrayı und magnetische Feldkraft bestimmen die 
Elektronenbahn 


Aus den Gleichungen für r und T folgt: 


Die Umlaufzeit ist nur von der Feldstärke abhängig. Die 
Krümmung der Bahnkurve nimmt bei konstantem Magnetfeld 
mit wachsender Geschwindigkeit ab, d. h. der Krümmungs- 
radius r wird größer. 


Fall2 


Ein mit konstanter Geschwindigkeit fliegendes Elektron tritt 
schräg in ein homogenes Magnetfeld ein (<v, 8 > 900). In 
diesem Fall ist die Geschwindigkeit in die beiden Komponen- 
ten — parallel und senkrecht zum Magnetfeld — zu zerlegen 
(s. Gleichung (6a). Die senkrechte Komponente bewirkt zu- 
sammen mit dem Magnetfeld eine Drehbewegung. Die zum 
Magnetfeld parallele Komponente bleibt ungeändert. So ent- 
steht eine schraubenförmige Bewegung in Richtung des Ma- 
gnetfeldes. 


Projiziert man die Elektronenbewegung auf eine zum Magnet- 
feld senkrechte Ebene, so entsteht ein Kreis mit dem Radius 






























































































































































































































































- U in Volt 
r 
A ea e U. R 
vaV 22-0 G.2 1 = 33. U sin (&0,%) (z in cm (10) 
V m ( ) B B in Gauß 
300 
u ws mimnm | 
200 | Bu 4 . + 
’ (mm) 4 4 + EEE BER 
I 
700 mmBummE 18 | tl 
70 [— = [el Zi 
ISIN = Wr BE — 1 117 
50 ä 2 
30 DLR — 1 = _ ke 
| [ | [ um 
20 + = .. 
| 
70 = 5 Er iu L e = Ta=lcH 
7 m SE NEIN NT Ha HE DE DE EEE 
x INT NEN, No H 
IRRE EN IE IE IESES SEI ITIN ] BERN 
T I gta 
3 = = + 
AST \ 
N \ I 
7 
7 23 579 20 30 5 m 700 200 300 soo mo Too 2000 3000 5000 7000 10000 


Bild 10. Der Krümmungsradius bei Kreisbewegung 


—— B(Gauß) 


Rö O1 


Betrachtet man den Krümmungsradius längs der Schrauben- 
linie d. h, den Krümmungsradius in der Schmiegungsebene, 


so ist dieser gegeben durch: 
rs incm 
vu (8 in Cab) 
U in Volt 


B- sin (Xv, 8) 
d. h. ändert sich der x v, 8 von 90° bis 0°, so wird r, immer 
kleiner, der Durchmesser der Schraube nimmt ab. Dagegen 
wird der Krümmungsradius der Schraubenlinie stetig größer, 
die Schraubenkurve flacher. Für <v, B =0 wird dann r, = 0 
und r, = ®. Das Elektron bewegt sich geradlinig in Richtung 
des Magnetfeldes. 


= 33: 1) 


Für die Steigung dieser Schraubenlinie gilt folgende Formel: 


a h incm 
h = 21,2 VU- cos (&v, 8) ( in Eaub) (12) 
B U in Volt 


Fall3 


Das Elektron bewegt sich nicht mit konstanter Geschwindigkeit, 
sondern wird durch die Anodenspannung beschleunigt. Dann 
muß nach Gl. (10) der Krümmungsradius wachsen, denn die 
Umlaufszeit bleibt konstant (Gl. 9), während die Geschwindig- 
keit zunimmt. Bei schiefem Eintritt der Elektronen in das 
Magnetfeld müssen zusätzlich Steigung und Radius der 
Schraubenlinie (also h, r» und r;) größer werden. 



























































































































































































































































71x70" 
700 200 300 500 700 1000 


70000 
2000 3000 5000 7000 10000 
——_ B(Gauß) 


Bild 11. 
Die Umlaufdauer bzw. Frequenz einer Elektronenkreisbewegung 


Nachdruck verboten! 





C 2. Die Ablenkung des Elektronenstrahls 
durch ein Magnetfeld 


Die durch ein Magnetfeld erzeugte Auslenkung des Elek- 
tronenstrahls auf dem Bildschirm ist gegeben durch: 


013) 


Darin v eingesetzt nach Gl. 2 








e I-B-L 1 a 95.0 1 
y- _: = = Y J ER lin 
e 2 V m yU 

V: 





Bild 12. Strahlablenkung in einem elektromagnetischen Feld 


(Fernsehbildröhre) 
y = 0,298 on I = Breite des magnetischen 
B = magnetisches Feld (Gauß) 
L = mittl. Abstand Leuchtschirm- 
Magnetfeld (cm) 
U = Anodenspannung (V) 
y = Auslenkung (cm) 
(s. Bild 12) 


D. Vergleich zwischen elektrostatischer 
und elektromagnetischer Ablenkung 


Vergleicht man die für die beiden Ablenkverfahren geltenden 
Formeln 


Elektrostatische Ablenkung (Gl. 4) 


. bi, 
ye = 7.a-U, 


Elektromagnetische Ablenkung (Gl. 14) 


VE 
"77 m YU 


so sieht man folgende Unterschiede: 





1, Die Masse m tritt nur im Fall ym in Erscheinung. Je größer m, 
um so kleiner ist die Auslenkung. Wichtig für die Aussortie- 
rung negativer Ionen, 


2. Während im elektrostatischen Fall die Auslenkung um- 
gekehrt proportional zur Anodenspannung ist, geht bei 
elektromagnetischer Ablenkung Ur zwar im gleichen Sinn, 
aber nur als Wurzelwert (Y U,) ein. Wichtig für Bildröhren 
mit hohen Anodengleichspannungen! Steigerung der Bild- 
röhrenspannung von 12 auf 18 kV verlangt eine Magnetfeld- 
zunahme für gleiche Auslenkung von nur 22 %. 


Rö 01/2ca 


ünkvechnische SIrbeitsblhdrer 


Ferrite 


DK 621.318.323.2:669.112.228.1 


wk 21 


3 Blätter 





als Kernmaterial für Hochfrequenzspulen 


Allgemeines über Spulenverluste und Kernverluste 


Der Verlustfaktor eines Schwingungskreises ist gleich der 
Summe aus Kondensatprvarlusifakier tg ö. und Spulenverlust- 
faktor tg öL. Nun haben hochwertige Kondensatoren einen 
Verlusitfaktor, der kleiner ist als etwa 5-10 (Güte > 2000), 
während die üblichen Schwingkreisspulen Gütewerte zwischen 
etwa 100 und 400 aufweisen. Daraus geht hervor, daß die 
Kreisgüte praktisch mit der Spulengüte identisch ist und daß es 
sinnvoll ist, diese zu verbessern. (Definition der Spulengüte 
s FtA, Sk 21, Blatt 2.) 


Der erste Schritt zur Erhöhung der Spulengüte bestand in der 
Einführung von Spulenkernen aus Hf-Eisen (siehe FtA, Ind 41); 
sie werden aus Eisenpulver (Carbonyleisen) geringster Kör- 
nung hergestellt, das mit Isolierstoff gemischt und dann in 
„pille oder Preßverfahren in die gewünschte Form gebracht 
wird, 

Da die Induktivität einer Luftspule beim Einführen eines Kernes 
ansteigt, kommt man bei vorgeschriebener Induktivität mit 
weniger Windungen aus, die Spule wird kleiner und damit 
sinken die Verluste in der Kupferwicklung. Hinzu kommen da- 
für Wechselfeldverluste, die der Kern hervorruft und nur dann, 
wenn mehr Kupferverluste wegfallen als Kernverluste hinzu- 
kommen, hat man eine Güteverbesserung erzielt. Bleibt do- 
gegen die Güte gleich, so hat man noch den Vorteil des 
kleineren Volumens der Spule mit Kern. 

Die für den vorgegebenen Anwendungszweck wichtigsten 
magnetischen Eigenschaften des Hf-Kernmaterials bzw. des 
Hf-Kernes sind: 


Anfangspermeabilität ua 


Hierunter versteht man das Verhältnis zwischen Induktions- und 
AB 
Feldänderung (na = AH) in einem entmagnetisierten ge- 


schlossenen Ringkern bei Magnetisierung durch ein schwaches 
Wechselfeld H, wodurch man eine Wechselinduktion B erhält. 
Aus der Induktivität Lr einer Ringkernspule mit enganliegen- 
der, gleichmäßig und dicht aufgebrachter Wicklung errechnet 
sich die Permeabilität ua nach der Gleichung 


Lr 8. 10° Ira . IR[em] 








HA Ko: 22: qR/lR == 2° - AR (om?] 
Mo = Vakuumpermeabilität = 1,257 - 10°® H/cm 
z = Windungszahl 

q& = Querschnitt des Ringkernes 

lg = mittlerer magnetischer Weg des Ringkernes 


Wirksame Permeabilität wer 


Gegeben durch das Verhältnis Lx/Lo 
L& = Induktivität der Spule mit Kern 
L, = Induktivität der gleichen Spule ohne Kern 


Wert hängt bei gegebenem Kernmaterial von der Form des 
Kernes und der Spule ab und ist um so größer, je vollständiger 
der Kern: den Luftraum innerhalb und außerhalb der Spule er- 
füllt. Sehr hohe wirksame Permeabilität haben Ringkerne 
(praktisch gleich un, siehe oben), und Topfkerne, die magne- 
tisch geschlossen sind. Unterbricht man den magnetischen Fluß 
durch einen Luftspalt, so sinkt die wirksame Permeabilität. 
Diese Verringerung der wirksamen Permeabilität durch Ein- 
fügung eines mehr oder weniger großen Luftspaltes nennt 
man Scherung des Kernes. $o entsteht z. B. durch Weg- 
lassen des Mantels eines Topfkernes der Rollenkern, durch 
Aufteilung der Flansche des Rollenkernes der Haspelkern, 
und durch gänzliches Fortlassen der Flansche entsteht der 
Stab- oder Schraubkern. 


Werkstoffverlustfaktor tgö 


Die Wechselfeldverluste im Kernmaterial setzen sich zusam- 
men aus den folgenden drei Größen: 


1 
tg =7, (ntwf+tn-H) 


n =Nachwirkungsbeiwert (in °/oo) 
beschreibt die Nachwirkungsverluste, auch Restverluste 
genannt. 

w=Wirbelstrombeiwert im Mikrosekunden ) 
beschreibt die Wirbelstromverluste im Kernmaterial 

h =Hysteresebeiwert (in cm/kA, kA = 103 A) 
beschreibt die Hystereseverluste 


ferner bedeuten in der Formel: 

f = Meßfrequenz (in kHz) 

H = effektive magnetische Wechselfeldstärke (in A/cm) 

ji 9 B in Vs/cm?. Mißt man B in Gauß, dann ist 
Ho Wo = 1 zu setzen. 

Mit den angegebenen Dimensionen erhält man tg in °/oo. Die 
Verluste werden aber im allgemeinen auf die Permeabilität 1 
bezogen und man bezeichnet diesen Wert als 


Spezifischer Werkstoffverlustfaktor 


re 
Um nun aus dem spezifischen Werkstoffverlustfaktor den Ver- 
lustfaktor eines bestimmten Kernes zu erhalten, ist der Wert 
tgö’' noch mit der effektiven Permeabilität des betreffenden 
Kernes zu multiplizieren. Daraus ergibt sich dann der 


Kernverlustfaktor tgök 


Während die Hystereseverluste nur bei großen Amplituden 
eine Rolle spielen, sind bei Hf-Pulverkernen die Wirbelstrom- 
und die Nachwirkungsverluste und bei Ferritkernen in der 
Hauptsache Nachwirkungsverluste zu berücksichtigen. 


Komplexe Permeabilität 


Wegen der auftretenden Verluste kann man die Permeabili- 
tät auch als eine komplexe Größe mit einem reellen und 
einem imaginären Anteil auffassen. Als Ersatzschaltbild erhält 
man dann die Zusammenschaltung einer verlustfreien Induk- 
tivität mit einem die Kernverluste darstellenden Widerstand. 


Kr Ar 
o 1 900 o 





Bild 1. Reihenersatzschaltbild einer Spule mit Verlusten 


Bei der Betrachtung von Spulen ist die Reihenschaltung üblich 
(Bild 1), X, ist der Blindwiderstand der Spule und R, der 
Verlustwiderstand. Index r bezeichnet die Reihenschaltung. 
Setzt man danach nu 
B= Hr —iw”r je y-] 
dann errechnet sich der 
Reihenverlustwiderstand zu R- = Low ur” 


Reihenblindwiderstand zu X, = low‘ ur” 

dabei ist L, die Selbstinduktion der Spule ohne Kern, w die 
Kreisfrequenz = 2 nf. 

Der Verlustfaktor wird dann tgö = iR 


Wk 21 


Bei der Betrachtung von Übertragern ist es üblich, die Ersatz- 
schaltung in Form einer Parallelschaltung darzustellen. Man 
definiert dann: 


Index p soll die Parallelschaltung bezeichnen. 
In diesem Falle wird der Verlustfaktor ausgedrückt durch: 


‚ 


Hp 
tgö = — 
8 Hp 

a Aua 
Temperaturkoeffizient TK, = En der Anfangs- 


permeabilität je 1° C; hierbei wird der Mittelwert des Tempe- 
raturbereiches von 20 bis 50°C angegeben. 


Auch der TK wird zumeist auf die Permeabilität 1 bezogen, 
und man erhält damit den 


Spezifischen Temperaturkoeffizienten 


, Ka _ Ana 
IK = a 





Dieser Wert ist jeweils mit der effektiven Permeabilität des 
egebenen Kernes zu multiplizieren um seinen TK zu erhalten. 
us der Betrachtung dieser Werkstoffeigenschaften ergibt sich 

für die Auswahl und Bemessung des Hf-Kernes folgende Regel: 


1. Jeder Kernwerkstoff hat seinen bestimmten spezifischen Ver- 
lustfaktor. 


2.Der Verlustfaktor des Kernes selbst ist um so größer, je 
höher die effektive Permeabilität ist, d. h. je weniger der 
Kern geschert ist. 


3. Die Verluste in der Wicklung werden um so geringer, je 
größer die effektive Permeabilität des Kernes ist. 


Die Induktivität wird bei Einführung des Kernes um den 
Faktor wert höher. Da die Induktivität quadratisch mit der 
Windungszahl abnimmt, kann für gleichbleibende Induktivität 
die Windungszahl näherungsweise um den Faktor Yuert ver- 
ringert werden. Damit werden die Kupferverluste um den 
gleichen Faktor geringer. Man würde also zunächst wert so 
hoch wie möglich machen. Nun steigen aber die Kernverluste 
proportional mit wert an, während die Kupferverluste nur mit 
1/Yuert absinken. 


Daher gibt es bei gegebenem Werkstoff einen Optimalwert 
für die effektive Permeabilität (und damit für die Stärke der 
Scherung oder die Größe des Luftspaltes), bei der die gering- 
sten Gesamtverluste in Kern und Wicklung auftreten. 


Das optimale uerr hängt dabei noch von der Frequenz ab, 
weil der spezifische Werkstoffverlustfaktor Teenage 
ist. Ferner wird das optimale uerr von der Spulengröße un 

-Form beeinflußt, sowie von der Art der Litze und der Wick- 
lungsart. Insgesamt gesehen ergibt sich also für jede Betriebs- 
frequenz und für jede Spulenart ein bestimmtes, optimales 


Ueft. Diese Werte werden von der Herstellerfirma ver- 
öffentlicht. 

Da der Werkstoffverlustfaktor mit der Frequenz höher wird, 
so ergibt sich als Faustregel, daß die effektive Permeabilität 
um so kleiner (der Kern um so „offener“) gewählt werden 
muß oder kann, je höher die Betriebsfrequenz ist. 


Daher findet man bei 


Niederfrequenz: Ringkerne oder Topfkerne 


Langwellen: Topfkerne 

Zwischenfregenz: Topfkerne, Rollenkerne oder Haspel- 
kerne 

Mittelwellen: Haspelkerne, auch Schraubkerne 

Kurzwellen: Schraubkerne z. T. niederer 
Permeabilitiät 

UKW: Schraubkerne sehr niederer 


Permecbilität 


Häufig wird allerdings aus Preisgründen die optimale effek- 
tive Permeabilität nicht ausgenutzt, weil die dafür erforder- 
liche Kernform für den bestimmten Zweck zu teuer werden 
würde. Ein Beispiel dafür sind die Zwischenfrequenzfilter in 
Rundfunkgeräten, in denen man meist Schraubkerne mit einem 
Lett von etwa 1,6 bis 1,8 verwendet, während für dieses Fre- 
quenzgebiet ein uerr von 3 bis 4 optimal ist, was man z. B. 
mit Haspel- oder Rollenkernen erreicht. 


Die Werkstoffpermeabilitäten ua (Ringkern- 
permeabilität) der Hf-Eisensorten liegen etwa bei folgenden 
Werten: 


Spezielles Langwelleneisen, 
für Variometerkerne u. A.: (z. B. FM-Eisen) ...... ca. 30 


Mittelwelleneisen (z. B. Ferrocart FC) .......... ca. 13 
Langwelleneisen (auch ZF) 

z.B. Ferrocart FH) ............. ca. 17 
Kurzwelleneisen (z.B, Ferrocart FZ) ............ 5..6 


Die spezifischen Werkstoffverlustfaktoren 


tgö 


Erg dieser Hochfrequenz-Eisensorten haben etwa folgende 


Größe: 


bei Langwellen (200 KHz) ................- 0,3...0,5 - 10% 
Mittelwellen (1 MHz) ................ 1,5..2,0 » 10° 
Kurzwellen (10 MHz) 10...20 . 10% 

Das spezielle Langwelleneisen mit hoher Permeabilität hat 

einen größeren Verlustfaktor, der bei 
Langwellen (200 kHz).................. ca. 0,7 - 10% 
Mittelwellen (1 MHz) 2,5..4 - 10% 

beträgt und für die Anwendung bei Mittelwellen und beson- 
ders bei Kurzwellen Spulen zu geringer Güte ergeben würde, 

Die genannten Verlustziffern gelten für sehr geringe Feld- 

Stärke (H — 0) und setzen sich aus Wirbelstromverlusten und 

Nachwirkungsverlusten zusammen. 


Steigerung der Spulengüte durch Ferritkerne 


Um bei normalen Hf-Eisenkernen die Güte zu steigern, kann 
man durch Herabsetzen der Teilchengröße des Carbonyl- 
eisenpulvers die Wirbelstromverluste verringern. Die Wirbel- 
stromverluste nehmen nämlich (bei idealer gegenseitiger Iso- 
lation der Teilchen gegeneinander) quadratisch mit dem 
Teilchendurchmesser ab. So wurde die Teilchengröße von 
anfangs 5...6 u auf 3...4 u und neuerdings sogar auf 2 u gesenkt 
und dadurch eine erhebliche Gütesteigerung erzielt. 


Ein anderer Weg ist, die Wirbelstromverluste dadurch zü 
senken, daß man den spezifischen Widerstand der Teilchen- 
masse vergrößert. Hierbei ist der Zusammenhang zwischen 
dem spezifischen Widerstand und den Wirbelstromverlusten 
linear. 


Bei magnetischen Metallen beträgt der spezifische Wider- 
stand o etwa 104.105 Q » cm, In den Ferriten fand man 
nun Stoffe mit magnetischen Eigenschaften, die jedoch einen sehr 


Nachdruck verboten! 


hohen spezifischen Widerstand zwischen etwa 10!...107Q cm 
aufweisen. Diese Nichtmetalle sind also praktisch als Isola- 
toren anzusprechen und daher sind die Wirbelstromverluste 
in ihnen zu vernachlässigen, selbst wenn man sie nicht wie 
Hf-Massekerne in fein unterteilter Form anwendet, sondern 
als massiven Kern. Diese Ferrite haben nur noch Nachwirkungs- 
verluste und — bei großen Amplituden — Hystereseverluste. 
Vorschläge für die Anwendung von Ferriten wurden bereits 
in den Jahren 1908 und 1909 gemacht, jedoch ist es erst in 
letzter Zeit gelungen, die Wechselfeldverluste der Ferrite so 
klein zu machen, daß eine Gütesteigerung gegenüber den in 
den letzten Jahren erheblich verbesserten Hf-Massekernen 
zu verzeichnen ist. Die Nachwirkungsverluste der Ferrite sind 
relativ hoch und stark frequenzabhängig und bei dem in der 
Natur vorkommenden „Magnetit” (Fe&®—FesO;) ist zwar die 
Leitfähigkeit etwa 1000mal so gering wie die des Eisens, 
dieser Wert ist aber immer noch um Größenordnungen zu hoch. 


Wk 21/1a 


Chemische Zusammensetzung von Ferriten 


Ferrite (auch Ferrospinelle genannt) sind Mischkristalle oder 
chemische Verbindungen des Oxydes des zweiwertigen Eisens 
(Ferrioxyd Fe3O;) und eines oder meist mehrerer Oxyde zwei- 
wertiger Metalle. Als Metalle treten hierbei meist Mangan, 
Nickel, Zink, Kupfer, Blei oder Magnesium auf. Das natürlich 
vorkommende Magneteisenerz an ist eine Verbindung 
des Ferrioxyd Fe3O3; mit dem Eisenoxydul FeO und stellt ein 
Ferrit dar (FeOFe2O; = Fe30,). 


Ersetzt man in der FeO-Komponente des Magnetits das Eisen 
durch ein anderes zweiwertiges Metall, so erhält man bei- 
spielsweise folgende Ferritarten: 


NiOFe20; MgOFe,O; ZnOFe3O, 


Die Kristallstruktur soll bei allen für den besprochenen Zweck 
brauchbaren Ferriten kubisch (regulär) sein; das ist sehr 
wesentlich für ihre magnetischen Eigenschaften, da bei dieser 
Struktur nach dem Sintern keine mechanischen Spannungen 
infolge ungleicher Schrumpfung in den verschiedenen Kristall- 
Richtungen auftreten. Andernfalls wird die Anfangspermea- 
bilität klein und die Hystereseverluste steigen an. Nicht 
brauchbar für Kerne sind daher Ferrite mit hexagonaler oder 
tetragonaler Struktur, wie Bleiferrit PbOFesOz oder Kalzium- 
ferrit CaOFe3O;. Offenbar werden immer dann gute Hf- 
Eigenschaften erzielt, wenn die Radien der Ionen des Eisens 
und der Metalle etwa gleich groß sind. Dies ist bei den Ionen 
von Zink, Mangan, Kobalt, Magnesium, Nickel und Lithium 
der Fall. Viel größer im Verhältnis zu den lonen des Eisens sind 
diejenigen von Blei, Cadmium, Kalzium, Barium und Strontium. 


Herstellung von Ferritkernen 


Zur Herstellung der Ferrite dienen im allgemeinen die in der 
keramischen Technik üblichen Verfahren. Als Rohstoffe dienen 
entweder solche Verbindungen der gewünschten Metalle, die 
sich durch Hitze in die Oxyde umwandeln lassen oder die 
Metalloxyde selbst. Die Bestandteile werden gut gemahlen 
und gemischt. Dann wird ein Bindemittel zugesetzt, um die 
dhsdeBende Formgebung zu erleichtern. Diese geschieht 
durch Spritzen, Strangziehen, Pressen, Gießen, Naßformen 
usw. Die Formstücke werden dann in keramischen Ofen bei 
Temperaturen zwischen 800 und 1400 ° C gesintert, manchmal 
unter Einwirkung einer besonders abgestimmten ep 
Die magnetischen und anderen physikalischen Eigenschaften 


Wk 21 Blatt 2 


lassen sich hierbei in weiten Grenzen ändern, wobei durch 
Auswahl der Rohstoffe, der Vorbehandlung, durch ihr 
Mischungsverhältnis und ihre Körngröße sowie durch die Art, 
Dauer und Temperatur des Brandes, durch den Vorgang der 
Abkühlung und durch Nachbehandlungen für bestimmte An- 
wendungszwecke die günstigsten Werte erzielt werden 
können. 


Allgemeine Eigenschaften, 
Nachbearbeitung 


Durch das Sintern entsteht ein sehr hartes Material, das nur 
wenig porös ist und in seinen mechanischen Eigenschaften 
dem Porzellan ähnelt. Die Farbe der Kerne ist schwarz, hoch- 
permeable Kerne sind völlig dicht gesintert, während nieder- 
permeable Kerne poriger sind. 


Spezifisches Gewicht ...... 
Spezifische Wärme ........ 
Wärmeleitfähigkeit ........ 


Linearer 
Ausdehnungskoeffizient ca. 10°5 cm/°C 


Elastizitätsmodul ca. 1,5 - 10% kg/mm? 


Ferritkerne lassen sich nicht spanabhebend bearbeiten, sie 
müssen geschliffen werden. Dabei muß ebenso verfahren 
werden wie bei anderen keramischen Materialien: Naß- 
Schleifen mit geringem Vorschub und mit geeigneten Scheiben. 
In Zusammenhang mit der Schrumpfung beim $intern betragen 
die normalen Maßtoleranzen etwa +2%. Genauere Maße 
und Planflächen zum Aneinandersetzen von Kerneinzelteilen 
müssen durch Schleifen erzielt werden. 


Das Aneinanderkleben der Kernteile, falls erforderlich, erfolgt 
am besten mit „Araldit“; man kann damit erreichen, daß die 
Klebefläche keinen größeren Luftspalt als einige u aufweist. 
Ferrite sind zwar völlig korrosionssicher und auch gegen See- 
wasser beständig, so daß eine Imprägnierung, wie sie bei den 
üblichen Hf-Massekernen durchgeführt wird, an sich nicht not- 
wendig erscheint. Werden Ferritkerne jedoch in Hochfrequenz- 
spulen verwendet, die einen hohen Gütefaktor aufweisen 
sollen, so ist eine Imprägnierung insbesondere bei den nieder- 
permeablen Sorten angebracht, weil sonst etwa aufgesaugte 
en die dielektrischen Verluste der Spule erhöhen 
würde. 


3...5 g/cm? 
ca. 0,17 cal/C 
etwa 0,008 cal/cm » sec * °C 


Elektromagnetische Eigenschaften 


Anfangspermeabilität ua 


Die Anfangspermeabilität von Ferriten ist im Vergleich zu der- 
jenigen von Hf-Massekernmaterialien hoch, und zwar liegt der 
maximale Wert für us bei etwa 3000 bis 4000. Allerdings 
lassen sich so hohe Werte in der praktischen Anwendung nicht 
immer verwerten, weil Ferrite mit einem so hohem ua eine 
starke Abhängigkeit der Permeabililität von der Temperatur 
und der Frequenz sowie hohe Verluste bereits bei mittleren 
Frequenzen aufweisen. 


Praktisch ergeben sich etwa folgende Werte: 





Ferrite, vorwiegend für HA 
Tonfrequenz und Langwellen | 1000...2000 
Lang- und Mittelwellen 300...1000 
Kurzwellen 20...100 
Ultrakurzwellen ca. 10 


Diese Staffelung gibt nur einen rohen Überblick. Verschiebun- 
gen sind je nach den Anforderungen durchaus möglich. 


Temperaturabhängigkeit der 
Anfangspermeabilität (Temperaturkoeffizient) 


Der Temperaturkoeffizient der Ferrite ist im normalen Tem- 
peraturbereich (d. h. bei den Temperaturen, die normalerweise 
in den Geräten auftreten) positiv und wird erst oberhalb einer 
bestimmten, kritischen Temperatur negativ (Bild 2). Diese 
liegt um so niedriger, je höher die Anfangspermeabililtät des 
Ferrits ist. Beispiel: 


HA | Kritische Temperatur 
= 1000 etwa 100°C 
» 500 etwa 150°C 
= 200 etwa 230 0C 
» 100 etwa 360 °C 


Der Temperaturkoeffizient nimmt bei zunehmender Gleich- 
stromvormagnetisierung ab und kann bei bestimmten Feld- 
stärken Null und sogar negativ werden, man kann also durch 
Vormagnetisierung den Temperaturkoeffizienten eines Ferrit- 
kernes beeinflussen. 

Wie bereits gesagt interessiert weniger der TK der Anfangs- 
permeabilität selbst als vielmehr der spezifische, auf ua = 1 


TK 
bezogene Temperaturkoeffizieni = 1K‘) ; dieser Wert 


wird auch Temperaturfaktor genannt. 




















22 Mangankink errite ug |Nickelzinkferrit mit u, = 18 
ua s0—} Zu 
7800 4 —— 
30 "ir 
309 20 
/) “iz 
































0 0 
-200 -10 0 100 200 300 0 00 200 300 400 500 600 
[°C] t[°c) 


Bild 2. Anfangspermeabi:ität von Ferriten in Abhängigkeit 
von der Temperatur 


Die Größe des Temperaturfaktors richtet sich nach der Zu- 
sammensetzung und der Fabrikationsbehandlung des Ferrit- 
material und liegt etwa zwischen 3 und 30 +» 10% pro °C. Er 
wird vom Hersteller für die einzelnen Sorten angegeben und 
man findet den TK eines bestimmten Kernes, indem man den 


rn A . 
für angegebenen Wert mit der entsprechenden effek- 


tiven Permeabilität des betreffenden Kernes (die auch vom 
Hersteller angegeben wird und vom Luftspalt abhängig ist) 
multipliziert. 


Wk 21 


Curiepunkt 


Aus den Kurven in Bild 2 ergibt sich, daß die Permeabilität! 
von einer bestimmten Temperatur ab nicht mehr zu, sondern 
beinahe sprunghaft abnimmt. Hier verliert das Material seine 
ferromagnetischen Eigenschaften, um es auch bei höheren 
Temperaturen nicht wiederzugewinnen. Diese Temperatur 
bezeichnet man als Curiepunkt. Er liegt bei Ferriten 
allgemein um so niedriger, je höher die maximale Anfangs- 
permeabilität des betreffenden Materials ist, was eben- 
falls aus Bild 2 hervorgeht. 


” 


7000 





300 





























30 7100 200 500 "0 200 _ 5000 


f [kHz] 


Bild 3. Komplexe Permeabilität zweier Mangan-Zinkferrite in Ab- 
hängigkeit von der Frequenz 


Während die Arbeitstemperatur von Hf-Massekernen durch 
die Wärmebeständigkeit der in ihnen enthaltenen Isolierstoffe 
auf etwa 70..1300 C begrenzt ist, können Ferrite bei weit 
höheren Temperaturen Verwendung finden, sofern man kein 
hohes u. verlangt. 


Frequenzabhängigkeit der Permeabilität 


Die Permeabilität metallischer ferromagnetischer Stoffe sinkt 
infolge der Wirbelströme mit wachsender Frequenz ab. Bei 
den praktisch als Isolatoren anzusprechenden Ferriten ist 
dieser Effekt zunächst nicht zu erwarten. 


In Bild 3 ist nun die komplexe Permeabilität von zwei 
Manganzinkferriten, in Bild 4 diejenige von Nickelzink- 
ferriten verschiedener Zusammensetzung in Abhängigkeit von 
der Frequenz aufgetragen; man erkennt hieraus, daß auch 
bei Ferriten das u bei hohen Frequenzen abfällt und die Ver- 
luste ansteigen. Jedoch ist für Ferrite charakteristisch, daß 
dieser Abfall von u bei einer bestimmten „Grenzfrequenz” 
























































0,1 
50 700 200 3500 
f [MHz] 


Bild4. Komplexe Permeabilität von Nickelzinkferriten verschiedener 
Zusammensetzung in Abhängigkeit von der Frequenz 


Nachdruck verboten! 


beginnt und dann sehr steil verläuft, Die Verluste steigen in 
gleicher Weise an. Jedoch handelt es sich bei Ferriten nicht um 
Wirbelstromeffekte, vielmehr liegt die Ursache darin, daß die 
Frequenz des angelegten Wechselfeldes dann in die Nähe der 
gyromagnetischen Präzessionsfrequenz der Elektronenkreisel 
kommt, oder höher wird als diese. Die Elektronen können näm- 
lich nur unterhalb dieser Frequenz einem äußeren angelegten 
Wechselfeld ungehindert folgen. Der Abfall von u und der 
Anstieg der Verluste beginnt bei um so niedrigeren Frequen- 
zen, je höher die Anfangspermeabilität des betreffenden 
Materials ist, und zwar ist die Grenzfrequenz ungefähr 
umgekehrt proportional zur Anfangspermeabilität. Die Ab- 
nahme der Erenrfeausht mit höher werdendem ua geht deut- 
lich aus Bild 4 hervor. 


Oberhalb der Grenzfrequenz bleibt der Scheinwiderstand 
einer Spule mit Ferritkern annähernd konstant, da u und damit 
die Induktivität abfällt, wenn die Frequenz weiter ansteigt. 
Diese Tatsache kann man praktisch ausnutzen, um Transforma- 
toren und Drosseln zu dimensionieren, deren Scheinwiderstand 
über einen größeren Frequenzbereich konstant bleiben soll. 
Allerdings müssen die oberhalb der Grenzfrequenz auftreten- 
den hohen Verluste dabei in Kauf genommen werden, 


Reversible Permeabilität urer 


Unter reversibler Permeabilität versteht man das Verhältnis 
zwischen Induktion und Feldstärkeänderung, wenn einem 
konstanten Feld H, (auch als Vormagnetisierung bezeichnet) 
ein Wechselfeld überlagert wird. 




















0 12 


3 4985 
Ho [0e] 


Bild 5. Reversible Permeabilität von zwei verschiedenen Mangan- 
zinkferriten 


Bild 5 zeigt den Verlauf der reversiblen Permeabilität bei 
zunehmender Vormagnetisierung für zwei Mangan-Zinkferrite. 
Wie man erkennt, nimmt die Permeobilität bei wachsender 
Vormagnetisierung ziemlich stark ab, Der Effekt ist wesentlich 
stärker als bei Hf-Eisenpulverkernen und besagt für die Praxis, 
daß Spulen mit Ferritkernen wesentlich empfindlicher sind 
gegen magnetische Streufelder als Spulen mit Eisenpulverker- 
nen. Eine Ausnutzung dieser Erscheinung ist bei Abstimm- 
variometern möglich, die durch einen die Vormagnetisierung 
des Kernes bestimmenden Gleichstrom beispielsweise fern- 
abgestimmt werden können. Auch eine Frequenzmodulation 
ist auf diese Weise möglich. 



























































Bra | 
| 20°C, 
3000 } —- 
un 
| | || 
2.000 | ng en 
= 7177 10°C 
7} Bi 1 —t ol an 
1000 j 1 + 
A BBESBIE IEBEBBE SOREREENE| UBEBBEEE IBEBSER 0 = SREBBEN I e 
V, 
0 


01T ER EHS ET MER 
H[0e] 


Bild 6. Statische Magnetisierungskurve (Neukurve) eines Mangan- 
zinkferrites bei 20° C und 80° C 


Wk 21/2a 


FUNKSCHAU 1954/Her5 91 





Konstruktionsseiten 


Röhrenplatte RP Spulenplatte SP 
33 


Modulatorplatte MP 





@ Lötösen 


Lötleiste LL 


(Abstand 7x10) 











Schalterwinkel SW 


Bild 8. Maßskizzen und Bohrpläne der Montage- und Trägerplatten 





Hiltszeiger 








Bild 9. Hilfszeiger 


Bild 10. Verdrahtungsschema des Grid-Dip-Meters 





Rechts: Bild 12. Teil- 
Bild 11. Schaltungsvarianten ansicht des UKW-Tei- 
für akustische Abgleich- und les mit der auf dem 
Frequenzmessungen. Drehkondensator 
a) Demodulatorschaltung montierten Röhren- 
b) Schwebungsnachweis platte RP, der Spulen- 
unmodulierter platte SP und der 
UHf-Schwingungen Modulatorplatte MP 


92 Hen5 | FUNKSCHAU 1954 


FUNKSCHAU-Konstruktionsseiten 


Eine zweite Möglichkeit besteht in der 
Anwendung der Schwebungsmethode, wo- 
bei ein Kopfhörer an die Sekundärwick- 
lung der Modulatordrossel MD bei abge- 
schalteter Modulation angeschlossen wird. 
Mit dem schwingenden Oszillator des 
Grid-Dip-Meters wird ein frequenzgeeich- 
ter UHf-Generator lose gekoppelt, des- 
sen Frequenz auf den gewünschten Eich- 
wert eingestellt wird. Bei Durchdrehen 
der Abstimmung des Grid-Dip-Meters er- 
gibt sich dann an einer Stelle ein Schwe- 
bungspfiff, der bei Annäherung an die 
Übereinstimmung der beiden Frequenzen 
die Tonskala durchläuft und im Resonanz- 
fall unhörbar tief wird. 


Die Eichung des Bereiches IV ist in ein- 
facher Weise auch dadurch möglich, daß 
man das Grid-Dip-Meter als AM-Prüf- 
sender benützt und die Abstimmung so 
einstellt, daß der Modulationston im Laut- 
sprecher eines UKW-Empfängers hörbar 
wird. Man stellt dann den Empfänger auf 
verschiedene Frequenzen des. Bereiches 
und überträgt dadurch seine Skalen- 
eichung auf drahtlosem Wege auf die 
Eichskala. Hierbei genügt es, das Meß- 
gerät in einiger Entfernung vom UKW- 
Empfänger aufzustellen. Diese Methode 
ist allerdings nicht sehr exakt, ergibt aber 
eine für die Praxis meist ausreichende 
Genauigkeit. 


Schließlich kann man die Eichung auch 
durch Kopplung mit. einer Lecherleitung 
vornehmen und durch Abmessen der Ab- 
stände zwischen zwei Strom- oder Span- 
nungsbäuchen gewissermaßen mit dem 
Metermaßstab festlegen und kontrollieren. 


Spulendaten 


Die folgenden Windungszahlen gelten 
bei Verwendung von Spulenkörpern nach 
Bild 3. Sie stellen jedoch nur Richtwerte 
dar, da der genaue Induktivitätswert von 
der Verdrahtung abhängt und bei der 
Eichung der Skalen durch Zusammen- 
drücken oder Auseinanderziehen der Wick- 
lungen eingestellt werden muß. 


n | Draht 
„H |Wdg.| mm ® 











Neiziransiormaior 


Kern: M 42/15 (Kernquerschnitt ca. 2 cm?) 
Primär: 220 V, 4400 Wdg. 0,08 CuL 
Sekundär: 120 V, 2500 Wdg. 0,1 CuL 
Heizung: 6,3 V, 140 Wdg. 0,3 CuL 


Modulatordrossel 


Kern: M 30/7, Dyn.-Bl. IV, 0,35 mm 
Primär: 2000 Wdg., 0,06 CuL, 4500 Q 
Sekundär: 2400 Wdg., 0,06 CuL, 4500 Q 


Im Originalgerät wurde für MD ein im 
Handel erhältlicher Übertrager mit dem an- 
gegebenen Übersetzungsverhältnis von ca. 1:1 
verwendet, dessen Wicklung II für die in 
Bild 11b dargestellte Übertragerschaltung be- 
nützt werden kann. 


Röhren 


Als Oszillatorröhre wurde im Original- 
gerät eine UKW-Triode in Subminiatur- 
ausführung der Type 5703 (General Elec- 
tric) benutzt. Andere geeignete Typen kön- 
nen ebenfalls verwendet werden, und 
zwar am besten sockellose Miniatur- oder 
Eichelröhren, z. B. 955, 9002 usw. Bei ge- 
schicktem Aufbau läßt sich auch eine 
UKW-Triode EC 92 unterbringen. Sie hat 
den Vorteil, daß man auf absehbare Zeit 
keine Sorgen mit der Ersatzbestückung hat. 


Die Glimmlampe ist eine sockellose 
Kleinausführung ohne Vorwiderstand. Ihre 





(Fortsetzung des Textes von Seite 89) 


Zündspannung darf 80 bis 90 V nicht über- 
schreiten. 


Instrument 


Drehspul - Milliamperemeter, 
40 mm Durchmesser. 


0,5 mA, 


Erweiterung der Schaltung 


Zur Verwendung als Absorptions-Wel- 
lenmesser kann man die Schaltung nach 
Bild 1la variieren. Bei dieser Methode 
arbeitet das Gerät nicht als Oszillator, 
sondern als Demodulator für eine in den 
Abstimmkreis eingespeiste, modulierte 
UHf-Schwingung. Die Schwingungen des 
Grid - Dip - Meters werden in einfacher 
Weise dadurch unterbrochen, daß man 
den Schleifer des Potentiometers P in die 
Nullstellung bringt. Die Strecke Gitter— 
Katode wirkt dann als Demodulator für 
AM- bzw. als Flankendemodulator für FM. 

Der Nachweis der Resonanzeinstellung 
erfolgt zweckmäßig akustisch durch einen 
Kopfhörer H, da das Instrument im allge- 
meinen zur Anzeige des Richtstromes zu 
unempfindlich sein wird. Zu diesem Zweck 
liegt in Reihe mit dem Instrument noch 
ein 50-kQ-Widerstand, der bei diesem 
Verfahren durch eine Schaltbuchse SB 
beim Einstecken des Kopfhörers einge- 
schaltet, bei der Oszillatorschaltung da- 
gegen, bei herausgezogenem Kopfhörer, 
automatisch kurzgeschlossen wird. Um die 
Nf-Spannung nicht zu stark zu schwächen, 
wird bei dieser Schaltung die Parallel- 
kapazität zum Instrument nur mit 500 pF 
gewählt. Die Frequenz der in den Schwing- 
kreis eingespeisten Spannung kann an der 
geeichten Skala des Grid-Dip-Meters ab- 
gelesen werden, wenn der Ton im Kopf- 
hörer die größte Lautstärke erreicht. 

Frequenzmessung nach dem Schwebungs- 
verfahren erfordert die Anschaltung eines 


Billige Allwellenantenne 


Mit der nachstehend beschriebenen An- 
tenne läßt sich ein sicherer und guter 
Empfang vom Langwellen- bis zum UKW- 
Bereich erzielen. 

Ein UKW-Bandkabel wird aufgeschnit- 
ten, so daß die Einzeladern, wie in Bild1 
dargestellt, um ein normales Fenster her- 
umreichen. Die beiden Enden werden mit- 
einander verlötet und das aufgeschnittene 
Kabel wird mit Isolierdübeln in etwa 
15mm Abstand auf dem Fensterrahmen 
befestigt. Der unzerschnittene Teil des 
Bandkabels wird unten durch den Fenster- 
rahmen hindurch zum Empfänger geführt. 








Hochontenne 10. T5m 
Blitzschutz 
Verbindungsstelle 


Aufgeschnittenes 
Bandkabel 


Bild 1. 
Allwellen- 
antenne 








Isolierdübel 


Durchführung 
ca. !fmm des 
Wandobstond  „nzertrennten 
Bandkabels 


Dieser Teil der Antenne stellt einen 
Dipol dar. Die Fensterfront soll deshalb in 
Senderichtung liegen. Der Dipolrahmen 
kann aber auch an einer anderen günsti- 
gen Stelle z.B. an der Rückwand eines 
Schrankes befestigt werden. 

An die obere Verbindung der beiden 
Kabeladern wird eine etwa 10 bis 15m 
lange Hochantenne angeschlossen. Ist im 


Kopfhörers an die Sekundärwicklung der 
Modulationsdrossel MD nach Bild 11b. Die 
Abstimmung erfolgt nach dem bereits im 
Abschnitt „Eichen“ beschriebenen Prinzip. 


Abgleich nicht schwingender Kreise so- 
wie Durchführung von L- und C-Messun- 
gen wurden an anderer Stelle ausführlich 
beschrieben [1, 2]. 

Für die Beurteilung von Güte-Werten 
kann der Rückgang des Gitterstromes im 
Resonanzfall bei definierter Kopplung und 
beim Vergleich mit Kreisen bekannter 
Dämpfung zugrunde gelegt werden. Je 
stärker die Dämpfung, um so größer ist 
der Rückgang der Gitterstromanzeige. 


Die Kopplung mit dem zu messenden 
Kreise muß stets so lose wie möglich ge- 
halten werden, um Doppeiwelligkeit und 
Mitzieheffekte zu vermeiden. 

Die Verwendung als Prüfgenerator zur 
Signalverfolgung und Fehlersuche unter- 
scheidet sich grundsätzlich nicht von der 
eines Normalwellen - Generators und 
braucht daher nicht besonders erläutert 
zu werden. 

Konstruktion des UKW-Grid-Dip-Meters: 
N. Schmidt (Labor der Österreichischen 
Radio-Schau, Wien) 

Beschreibung und Zeichenentwürfe: 

L. Ratheiser 


Schrifttum: 
[1] K. Höfer: Resonanzabgleich u. Frequenz- 
messung bei hohen Frequenzen. — Das 


Grid-Dip-Meter, seine Konstruktion und 
Anwendung. Österreichische Radio-Schau 
9/52, S. 242. 

[2] Praktisch Anwendung des Grid - Dip- 
Meters. Österr. Radio-Schau 9/52, S..242. 
Vielseitiges Meßgerät für den KW-Ama- 
teur. FUNKSCHAU 1953, Heft 4, Seite 65. 

13] K. Höfer: Resometer I — Bauanleitung 
eines Universal-Grid-Dip-Meters für KW 
u. UKW (2...100 MHz). Österr. Radio-Schau 
10/52, S. 306. 

Einzelhefte der Österreichischen Radio-Schau 

sind in Deutschland zu beziehen durch den 

FRANZIS-Verlag, München. 


Empfängerkeine 
Verbindung zwi- 
schen den Dipol- 
buchsen unddem 
AM-Eingang 
vorhanden, so 
kann man sie 
nach Bild 2 über 


LMK- 
Antenne 


UKW-Flachstecker zwei UKW- 
Drosselnherstel- 
; len. Die Dros- 
net selnbestehen aus 

25 Windungen 

N 0,6 mm CuL, 
n freitragend mit 
BAR DrOSSEIN 10 mm Innen- 


durchmesser auf 

Bild 2. eine Länge von 
Antennen- 21 cm gewickelt. 
weiche I. Hafenmayer 


Wünsche an die Industeie 
Magisches Auge beim 
Schallplattenspielen abschalten! 


Begünstigt durch die hervorragende 
Klangqualität der neuen langsam-laufen- 
den Schallpiatten schaffen sich immer 
mehr Hörer einen Plattenspieler an. In 
manchen Fällen wird das Radiogerät sogar 
mehr als Schallplattenverstärker als zur 
Rundfunkübertragung benutzt. Hierdurch 
ergibt sich beim Magischen Auge eine 
recht unangenehme Erscheinung: Die 
Ruhesektoren brennen sich ein und stören 
beim Rundfunkempfang als dunkle oder 
blinde Stellen. Eine Abhilfe wäre leicht 
möglich: Man brauchte nur ein Kontakt- 
paar anzuordnen, das in der Tastenstel- 
lung „Phono“ das Magische Auge abschal- 
tet. Die dadurch entstehenden Kosten 
dürften nicht nennenswert sein. Die Lei- 
tungsführung würde kaum komplizierter, 
da nur die Verbindung Katode — Masse 
der Abstimmanzeigeröhre aufzutrennen 
wäre. Die Lekensdauer des Magischen 
Auges würde dadurch erheblich verlän- 
gert. Johs. Eilers 


FUNKSCHAU 1954 /Her5 93 


| PHILIPS 
N Tebemvechitth 


bevorzugt der anspruchsvolle Musikfreund wegen seiner 


PHILIP 





absoluten Zuverlässigkeit — 
einfachen Bedienung — 


hervorragenden Klangfülle bei der Wiedergabe 
aller Schallplatten 


PHILIPS Plattenwechsler mit Pausenschalter .. .. DM 180.— 


ohne Pausenschalter ... DM 170.— BE 















































94 Her 5, FUNKSCHAU 1954 


Transistor-Audion mit Gegentaktendstufe 


Der Engpaß eines Ortsempfängers, der 
anstatt der Röhren nur mit Haibleiter- 
elementen arbeitet, ist die Endstufe. Die 
in Deutschland hergestellten neuen Spit- 
zentransistoren können mit einer maxi- 
malen Nutzleistung von 50 bis 80 mW be- 
trieben werden. Diese Grenze ist durch dıe 
Art des Aufbaues bedingt und wird bei 
Spitzentransistoren wohl kaum wesentlich 
erweitert werden können. 


Aussichtsreicher sind in dieser Bezie- 
hung Flächentransistoren, die jedoch in 
Deutschland (außer Laboratoriumsstücken) 
noch nicht zur Verfügung stehen. Man 
hofft, mit diesen neuen Transistoren Lei- 
stungen bis zu einem Watt zu erreichen. 


Im hier beschriebenen Gerät wurde die 
Endstufe mit zwei Transistoren vom Typ 
GSN 2 (Fa. Intermetall) in Gegentaktschal- 
tung bestückt. Bei einer Nebeneinander- 
schaltung würden sich die Werte der An- 
passungswiderstände halbieren. Eine solche 
Endstufe zeigt jedoch bei Wiedergabe .in 
Zimmerlautstärke noch einen unzulässig 
hohen Klirrgrad. Wesentlich günstiger ar- 
beitet die in Bild 3 dargestellte Gegentakt- 
schaltung. 


In der Audionstufe ist das Gerät mit 
einem Transistor VS 200 (Fa. NSF) be- 
stückt. Die Schaltung entspricht etwa der 
eines normalen Röhrenaudions. Der Ab- 
stimmkreis wurde für den vorzugsweisen 
Empfang des Senders Langenberg bemes- 
sen. Die Antennenspule hat 12 Windungen 
auf einem Siemens-Haspelkern. Die Kopp- 
lungsspule besitzt 70 Windungen und ist 
in der Mitte für den Emitteranschluß an- 
gezapft. Die Rückkopplung zwischen Col- 
lector und Emitter erfolgt über eine Eisen- 
kernspule von 60 Windungen in Reihe mit 
einem Drehkondensator von 250 pF. Sie 
arbeitet ähnlich wie bei einem Röhren- 
audion. Beim Ortsempfang verzichtet man 
besser auf die Rückkopplung, da der Ein- 
(re sonst leıcht übersteuert 
wird. 


Die beiden im Gegentakt arbeitenden 
Transistoren in der Endstufe kann man 
sich als in Reihe geschaltet vorstellen. 
Dadurch verdoppeln sich die Anpassungs- 
werte für den Generator- und den Last- 
widerstand. Bei zwei Transistoren VS 200 
wurde für den Emitterkreis ein optimaler 
Anpassungswert von ca.2 x 300 Q = 600 Q 
errechnet. Dieser Widerstandswert ent- 
sprach etwa dem 1:10- Eingang des ver- 
wendeten alten Excello-Eingangstransfor- 
mators (FUNKSCHAU 1953, H. 13, S. 231). 

















Bild 3. 

Schaltung eines röhrenlosen Ortsempfängers 

mit Transistor, Audion und Gegentakt-End- 

stufe (Spannungen gemessen mit Mavometer, 
100-V-Bereich) 


Auf eine Entdämpfung durch niederfre- 
quente Rückkopplung, wie sie in Heft 13 
beschrieben ist, konnte deshalb verzichtet 
werden. Da die Wicklung keinen Mittel- 
abgriff hat, wurde die Gegentaktwirkung 
durch die im Schaltbild dargestellte Kon- 
densatorkopplung erreicht. Die verwen- 
deten Kondensatoren dürfen den Wert 
von 0,6 bis 1 uF nicht wesentlich unter- 


>» 0V 
——a — 25V(25mA) 


schreiten, da sonst eine Benachteiligung 
der tiefen Frequenzen eintritt. 


Die positive Emitterspannung wird über 
zwei Widerstände von je 15 kQ zugeführt. 
Ein Widerstand von 30 kQ in der entspre- 
chenden Leitung des Audiontransistors 
begrenzt dessen Emittierstrom. Soll die 
Endstufe mit höherer Verlustleistung ar- 
beiten, so sind zur Erlangung höherer 





Bild 1. Versuchsgerät in Brettschaltung 
ohne Netzteil 


Emitterströme die betreffenden Wider- 
standswerte niedriger zu wählen. Der op- 
timale Lastwiderstand wurde für zwei 
Transistoren VS 200 in Reihe mit etwa 
2 x 7500 Q errechnet. Das entsprach bei 
dem verwendeten Körting-Gegentakt-Aus- 
gangstransformator den Anschlüssen für 
Endpentoden mit hohem Außenwiderstand. 


Beim GSN 2 betragen die aus den an- 
gegebenen Daten errechneten Generator- 
und Lastwiderstände je Transistor 180 bis 
200 Q bzw. 10 bis 12 kQ. Übrigens liegt 
jedem Transistor dieser Firma (Inter- 
metall) ein Kennblatt bei, auf dem seine 
gemessenen Originaldaten verzeichnet 
sind. Es empfiehlt sich, bei der Bestellung 
von Transistoren auf ihren vorgesehenen 
Verwendungszweck hinzuweisen. Inner- 
halb derselben Typenreihen ist bei der 
Fabrikation mit viel größeren Toleranzen 
zu rechnen, als man es heute bei Röhren 
gewohnt ist. Die Firmen haben aber die 
Möglichkeit, aus ihren Serien passende 


Bild 4. Allstrom-Netzteil, 
für den Transistorempfänger 
nach Bild 1 


> +05 


— 35V(2mA) 


Transistoren, z.B. für Gegentaktschaltun- 
gen, zusammenzustellen. 


Wie die Firma Intermetall mit- 
teilt, ändern sich die Vierpolkonstanten 
nach den bisherigen Erfahrungen während 
der ersten tausend Stunden um 5 bis 100), 
und nach weiteren 6 bis 7000 Stunden nur 
mehr um 3 bis 5°/o. 


Der Netzteil (Bild 4) wurde absichtlich 
ohne Transformator geschaltet, um bei 
einfachstem Aufbau einen extrem nied- 
rigen Stromverbrauch zu erreichen 
(5 Watt!). Da Spitzentransistoren auch 
gegen kurzzeitige Überlastung sehr emp- 





findlich sind, müssen die Stromstöße, die 
bei transformatorischem Anschiuß an das 
Netz durch das Einschalten entstehen, be- 
sonders beachtet werden. Bei Verwendung 
der heute in Netzteilen üblichen Konden- 
satoren mit hohen Kapazitätswerten ist 
wegen der Ladestöße ein in kurzen Ab- 
ständen mehrfach aufeinander foigendes 
Ein- und Ausschalten zu vermeiden. Man 
sollte es sich zur Regel machen, bei Ver- 
suchen zumindest die Collectorströme 
durch Einschalten eines Milliamperemeters 
dauernd zu kontrollieren. Die maximale 
Collectorverlustleistung beträgt 120 mW 
beim SV 200 und 250 mW beim GSN 2. 
Nach Angabe der Herstellerirma des 
GSN 2 verträgt dieser Transistor bei einem 
Emitterstrom von 0,7 mA und einem Col- 
lectorstrom von 3 mA eine mittlere Nutz- 
leistung von 15 mW. Durch Wahl eines 
anderen Arbeitspunktes, d. h. durch einen 
größeren Collectorstrom, z. B. Ic = 6 mA, 
können durchschnittlich 50 mW Nutzlei- 
stung entnommen werden. Es ist auch 
darauf zu achten, daß beim Prüfen das 
Entfernen von einzelnen Transistoren aus 
dem Gerät die Spannungsverhältnisse we- 
sentlich ändert. 


Die von den, Herstellerfirmen angege- 
benen Maximalwerte, vor allem Uc und 
Ic, dürfen auf keinen Fall, d. h. auch nicht 
kurzzeitig, überschritten werden. 


Beim Einlöten der Transistoren sind die 
Vorschriften der Herstellerfirmen zu be- 
achten. Beim Versuchsgerät wurden die 
Transistoren nach Bild 2 gesockelt. Man 
kann sie so nach Belieben auswechseln 
und beim nachträglichen Arbeiten am 
Gerät aus diesem entfernen. Werden die 
Sockel weggelassen, so ergeben sich na- 
türlich wesentlich kleinere Gehäuseabmes- 
sungen. Bild 1 zeigt die fertige Versuchs- 
schaltung. Zu erwähnen wäre noch, daß 
die Betriebstemperatur bei Germanium- 
Spitzentransistoren 45" C nicht übersteigen 





Bild 2. Transistor 
auf einen Röhrensockel montiert 


soll. Bei aufziehendem Gewitter ist die 
Hochantenne frühzeitig abzuschalten, da 
die atmosphärischen Entladungen über die 
Antenne zumindest den Eingangstransistor 
zerstören. 


Zur Leistung des beschriebenen Gerätes 
ist zu sagen, daß es an einer Hochantennein 
ca. 25 km Entfernung vom Sender Langen- 
berg diesen in überraschend guter Zim- 
merlautstärke bei befriedigender Klang- 
qualität wiedergibt. Wie auch sonst bei 
Einkreisern ist die Trennschärfe in den 
Abendstunden nicht ausreichend. Fernemp- 
fang ist nur in bescheidenem Maße mög- 
lich. Die Vorschaltung einer Hochfrequenz- 
verstärkerstufe stößt wegen der hohen 
Schwingneigung auf Schwierigkeiten. Da- 
her soll als nächstes versucht werden, nach 
dem Prinzip der bekannten Limann-Schal- 
tung einen Bandfilter - Zweikreiser mit 
Transistoren aufzubauen. 


Das hier . beschriebene Gerät arbeitet 
inzwischen seit drei Monaten täglich etwa 
2 bis 3 Stunden mit praktisch gleichblei- 
bender Leistung. 


Eine etwaige Übersteuerung der Ein- 
gangsstufe durch zu hohe Antennenspan- 
nungen läßt sich durch das Parallelschal- 
ten zweier Transistoren vom gleichen Typ 
in der Audionstufe vermeiden. Emitter- 
und Collektorspannung sind dann entspre- 
chend nachzuregeln. H. Grothoff 


a ee 


FUNKSCHAU- Deübbericht 


Telefunken-Adagio — ein gesundes Mittelklassengerät 


Nach dem Untersuchen von mit allem 
Schaltungskomfort ausgestatteten Spitzen- 
supern geht man mit einigem inneren Vor- 
behalt an ein Gerät heran, bei dem zugun- 
sten des Preises und der einfachen Bedienung 
auf einige heute weitverbreitete Einzelhei- 
ten verzichtet wurde. Die praktische Erpro- 
bung dieses Gerätes überzeugte jedoch sehr 
schnell davon, daß es über ausgezeichnete 
Empfangsleistungen verfügt und daß gerade 


ECC 81 ECH 81 EF41 





Bild 1. Blockschaltung des Adagio W 


die einfache Bedienung im täglichen Ge- 
brauch sehr angenehm empfunden wurde. 
Adagio ist das gegebene Gerät für die über- 
wiegende Mehrzahl derjenigen Hörer, denen 
der Radioapparat ein unentbehrlicher Ge- 
brauchsgegenstand ist, der mit wenigen Hand- 
griffen zu bedienen sein soll und der auf 
Jahre hinaus seine Pflicht erfüllt. 


Schaltungsmäßig handelt es sich um einen 
6/9-Kreis-Super mit vier Bereichen, UKW- 
Vorstufe, Ratiodetektor, feststehender Ferrit- 
antenne und Eintaktendstufe mit der Röhre 
EL 41 (Bild 1). 


FM-Teil 


Der vollständig abgeschirmte UKW-Ein- 
gangsteil arbeitet mitider Doppeltriode ECC 81. 
Das erste Triodensystem ist als Gitterbasis- 
Stufe geschaltet. Die Dipolantenne wird in 
den Katodenkreis transformatorisch einge- 
koppelt. Dieser Kreis kann wegen des gerin- 
gen Eingangswiderstandes der Gitterbasis- 
Schaltung fest auf Bandmitte abgestimmt 
sein. Die erwünschte feste Kopplung zwischen 
den beiden Wicklungen des Antennenüber- 
tragers wird durch einen Ferritkern erreicht. 


Dem Gitter des ersten Röhrensystems wird 
eine Regelspannung zugeführt, die aus dem 
Begrenzerglied der Zf-Röhre EF 41 entnom- 
men wird. Die Regelung setzt also erst bei 
stärkeren UKW-Sendern ein, die eine genü- 
gend hohe Eingangsspannung liefern, wäh- 
rend bei schwächeren Sendern die Röhre 
mit voller Verstärkung arbeitet. Man kann 
also hier von einem verzögerten Regeleinsatz 
sprechen. Die UKW-Abstimmung erfolgt mit 
einem sinnreich gestalteten Doppelvariometer, 
das gleichzeitig als KW-Lupe dient. Wenn der 
Aluminium-Abstimmkern die UKW-Oszilla- 
torspule verläßt, taucht er in eine weitere 
Wicklung ein, die im Fußpunkt des Kurz- 
wellen-Oszillatorkreises liegt. Dadurch wird 
der KW-Oszillator etwa um die Breite eines 
Rundfunkbandes durchgestimmt, und man 
erhält eine günstige Bandspreizung. 

Das zweite Triodensystem arbeitet als addi- 
tive selbsterregte Mischröhre. Die Zf-Rück- 
kopplung zur Erhöhung des inneren Wider- 
standes wird hier durch den 7,5-pF-Konden- 
sator vom Fußpunkt des Anodenkreises zum 
Gitterkreis bewirkt. Die Anodenspannung 
wird zu diesem Zweck einer Anzapfung der 
ersten Zf-Spule zugeführt. 


Anschließend folgt der übliche bewährte 
Schaltungsweg: Hexode der ECH 81 als erstes 
Zf-Verstärkersystem — EF 41 als zweite Zf- 
Röhre — Ratiodetektor mit den beiden Dioden 
EABC 80. Die Schirmgitterspannung der 
EF 41 ist mit 50 V verhältnismäßig niedrig 
bemessen, so daß die Röhre in Verbindung 
mit dem am Fußpunkt des Gitterkreises lie- 


genden RC-Glied aus 2X100 kQ2 und 50 pF bei 
großen Amplituden als Begrenzer arbeitet. 
Der durch den Gitterstrom an 100 kKQ ent- 
stehende Spannungsabfall dient, wie bereits 
erwähnt, zur Regelung der UKW-Vorstufe. 
Die Gleichspanung des Ratiodetektors steuert 
nur das Magische Auge, während die AM- 
Regelleitung beim UKW-Empfang praktisch 
über den 200-kQ2-Ableitwiderstand der AM- 
Diode geerdet ist. 


AM-Teil 

Die feststehende Fer- 
ritantenne dient als Ein- 
gangs- und Gitterkreis 

der AM-Mischröhre 
ECH 81. Eine außen an- 
geschlossene Antenne 
wird über 4 nF in den 
Fußpunkt des Kreises 

eingekoppelt. Um 

Brumm - Modulation si- 
cher zu vermeiden, ist 
dieser Kondensator au- 
ßer durch den üblichen 
ohmschen Widerstand 
(5 k2) noch durch eine Hf-Drossel (Sp 6) 
überbrückt, die 50-Hz-Störspannungen kurz- 
schließt. Der Zf-Sperrkreis, bestehend aus 
100 pF und Spule L 9, liegt unmittelbar in der 
Zuleitung zum Gitter der Mischröhre. 


EABC 80 


ZF-Sperrkreis 






Ferrit- 

Anfenne Ö 

ALR 

Bild 2. AM-Eingangsschaltung im Langwellen- 
bereich 


Bemerkenswert ist die in Bild 2 heraus- 
gezeichnete LW-Schaltung. Die Ferritantenne 
wird hierbei an eine niederohmige Anzapfung 
der LW-Spule gelegt. Dadurch ist eine außen 
angeschlossene Antenne weiterhin über den 
Fußpunktkondensator wirksam. 


Für KW dagegen ist eine induktive An- 
tennenkopplung vorgesehen. In diesem Fall 
wird der UKW-Dipol oder die außen ange- 
schlossene Antenne zum Empfang benutzt. 


Der Oszillatorkreis zeigt die viel verwen- 
dete Schaltung mit induktiver Rückkopplung 
im KW-Bereich, während der MW- und LW- 
Kreis in Colpitts-Schaltung schwingt. Vom 
Fußpunkt des KW - Oszillatorkreises führt 
eine Leitung über 4 nF zu der im UKW-Teil 
befindlichen KW-Lupe. 


AM-Drehkondensartor 







EF 41 


Zf -Filfer 


FUNKSCHAU 1954 / Heft5 95 





Telefunken Adagio W 


Wechselstrom: 110, 125, 220, 245 V 


Röhrenbestückung: ECC 81, ECH 81, EF 41, 
EABEC 80, EL 41, EM 35, Selengleichrichter 


6 AM-Kreise, davon 2 abstimmbar 

9 FM-Kreise, davon 2 abstimmbar 
Wellenbereiche: UK, K,M, L 
Zwischenfrequenz: 452 KHz/10,7 MHz 


Klangregelung: Tonblende, Sprach/Musik- 
Schalter 

Lautsprecher: Perm.-dyn. 17,5 cm 

eingebaute feststehende Ferritantenne 


6 Drucktasten 

Leistungsaufnahme etwa 50 Watt 
Gehäuse: 54 X 36 X 24 cm, Edelholz 
Preis: 299 DM 


Der Zf-Teil ist einmal mit zwei Zf-Band- 
filtern ausgerüstet. Die „Weiche“ zum Um- 
schalten vom 452-KHz-Kanal auf den 10,7-MHz- 
Kanal befindet sich am Gitter der Röhre 
EF 41. Dadurch wird gleichzeitig beim UKW- 
Empfang das zur Amplitudenbegrenzung 
dienende RC-Glied wirksam. Die AM-Diode 
liegt an einer Anzapfung des letzten Zf-Krei- 
ses, um den dämpfenden Einfluß zu verrin- 
gern. Sie liefert Signal- und Regelspannung. 
Misch- und Zf-Röhre besitzen keinen Ka- 
todenwiderstand. Als Grundgittervorspan- 
nung dient der durch den Diodenableitwider- 
stand fließende Anlaufstrom. 


Ni-Teil 


Bereits vor dem Lautstärkeregler befindet 
sich die einfach gehaltene Klangregelschal- 
tung. Sie besteht aus einer Tonblende (3 nF 
und 1,6 M@®) sowie aus einem Sprach/Musik- 
Schalter. Dieser wird von einem tiefenbe- 
schneidenden 300-pF-Längskondensator gebil- 
det, der zum Musikempfang durch einen mit 
dem Lautstärkeregler mechanisch gekuppel- 
ten Druck/Zug-Schalter überbrückt wird. 
Nach der Vorverstärkung im Triodensystem 
der EABC 80 wird die Nf-Spannung dem Git- 
ter der Endröhre zugeführt. Die Primärwick- 
lung des Ausgangsübertragers ist zur Brumm- 
kompensation angezapft. Die Gegenkopplung 


EABC 80 EL4 





Umschalter 


Bild 3. Chassisanordnung (von hinten gesehen) 





96 Hen5/FUNKSCHAU 1954 





ECH 81 
205V.(207V) 5,5mA 


EF4I 


205V 6mA 























Eingeklammerfe Span- 
nungswerte gemessen 
mit Instrument 0K#/V 
nicht eingeklammerte 
Werte mıtJnstrument 
333.%/V/ Alle Meßwerte 
sind ın Stellung UK auf- 
‚genommen. Untersfri- 
chene Werfe auf MW. 








Bei 220V 
ca. 50W 








bb Wr DNS mo 


führt von der Sekundärseite zum 500-2-Wider- 
stand am Fußpunkt des Lautstärkereglers. 
Der im Gegenkopplungsweg liegende 50-nF- 
Kondensator bewirkt die Tiefenanhebung. 
Sie wird jedoch im KW-Bereich durch Kurz- 
schließen des Kondensators aufgehoben, um 
mit Sicherheit akustische Rückkopplungen 
infolge Erschütterungen der Platten des Os- 
zillator-Drehkondensators durch starke Baß- 
amplituden zu vermeiden. 


Mechanische Einzelheiten 


Ein Blick in das Innere zeigt einen klar ge- 
gliederten und mechanisch sehr widerstands- 
fähigen Aufbau. Das Chassis sitzt verhältnis- 
mäßig hoch über dem Gehäuseboden, damit 
der organisch in die Chassiskonstruktion ein- 
gegliederte Drucktastensatz die richtige Front- 
höhe erhält. Der standfeste Aufbau wurde 
mit dadurch erzielt, daß der Netztransfor- 
mator auf einer Seite als Stütze dient (Bild 3). 
Sein Gewicht belastet daher nicht die Chassis- 
platte, und andererseits stellt er ein voll- 
kommen formstarres Tragelement dar. 


An der linken Chassisseite sitzt der abge- 
schirmte UKW-Baustein mit der Antriebs- 
scheibe. (Ein Bild dieser Einheit brachten wır 
in der FUNKSCHAU 1953, Heft 16, Seite 304.) 
An den Stirnseiten sind Lötösen angeordnet, 
über die die Antennenspannung und die Be- 
triebsspannungen zugeführt und die Zf-Span- 
nung abgenommen werden. Da das Kästchen 
ein selbständiges Bauteil darstellt, kann es 
in sämtliche Typen als UKW-Vor- und -Misch- 
stufe eingebaut werden. Auch wird der gleiche 
UKW-Baustein in der Allstromausführung 
des Gerätes Adagio und sogar mit derselben 
Röhre (ECC 81, verwendet. 


Viel Sorgfalt wurde auf die klingfreie Auf- 
hängung des AM-Drehkondensators gelegt. 
Der Fußpunkt ist mit sehr weichen Gummi- 
puffern befestigt. Die eigentliche Wanne ist 
aber nochmals durch zwei dünne, rasierklin- 
genartige Stahlbleche gehalten, so daß der 
Drehkondensator sich um rund 5 mm in der 
Achsrichtung bewegen kann. Die beiden Seil- 
räder für die getrennte AM- und FM-Ab- 
stimmung bestehen aus einem hellfarbigen 
widerstandsfähigen Kunststoff. Auch an ande- 
ren Stellen werden vielfach Kunststoffteile 
verwendet. Fest und griffig ist auch die Hal- 


























EABC 80 


10kK2 302 
m > 








































16MR 1 





260V(260V) 71mA 





Bild 4. Gesamtschaltbild des Adagio W 


terung für das Magische Auge. Die Ferritan- 
tenne sitzt, entfernt von störenden Metall- 
teilen, unter der Decke des Gehäuses. Er- 
wähnt sei auch die praktische Unterbringung 
des Schaltbildes in einer Tasche an der Innen- 
wand. Es ist leicht herauauszunehmen und 
handlicher, als wenn es fest auf Bodenplatte 
oder Rückwand aufgeklebt wäre. 


Empfangsergebnisse 


Für 2,7 „V Eingangsspannung und 12 KHz 
Hub wird für das Gerät bereits ein Rauschab- 
stand von 1:20 beim UKW-Empfang ange- 
geben. Beim untersuchten Empfänger war die 
Empfindlichkeit so groß, daß in einem Münch- 
ner Vorort bei günstigem Empfangswetter 
bereits mit dem Gehäusedipol einige Statio- 
nen des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart 
störungsfrei empfangen werden konnten. 


Beim AM-Empfang ergibt sich neben hoher 
Empfindlichkeit ein sehr günstiges Verhält- 
nis zwischen Trennschärfe und Bandbreite, 
so daß es auch unter den heutigen Verhält- 
nissen möglich ist, eine Reihe von Fernsen- 
dern einwandfrei zu empfangen. Beim Kurz- 
wellenempfang erweist sich die KW-Lupe als 
sehr angenehm. Die Abstimmung der Statio- 
nen liegt damit breiter als bei denen des 
MW-Bereiches. 

Die akustischen Eigenschaften sind sehr be- 
friedigend. Selbst in einem verhältnismäßig 
großem Wohnraum ergab sich ein voller 
Klang mit gut abgestufter Baß- und Höhen- 
wiedergabe, ohne daß die Lautstärkereserve 
voll in Anspruch genommen wurde. 


Besonders bemerkenswert aber war die 
Reaktion des Laien in bezug auf die Bedie- 
nung des Gerätes. Das Fehlen einer bedien- 
baren Peilantenne und der getrennten Hoch- 
und Tieftonregler wurde keinesfalls als Nach- 
teil empfunden, sondern im Gegenteil: die 
unkomplizierte Handhabung des Gerätes ge- 
fiel. Zur Klangregelung braucht praktisch nur 
der Sprach/Musik-Schalter durch einfachen 
Knopfdruck betätigt zu werden. Hierbei ist es 
beim Übergang auf Sprache erforderlich, die 
Lautstärke eine Kleinigkeit zu erhöhen. 


Mit diesem preiswerten und dabei gut aus- 
sehenden Mittelklassengerät wird dem Hörer 
ein Empfänger geboten, an dem er lange seine 
Freude haben dürfte. Li 





FRA 





Nochmals Breitband- 
Elektronenstrahl- Oszillograf KO 3 


Die Beschreibung des Breitband-Elektronen- 
strahl-Oszillografen von Ing. L. Ratheiser in 
der FUNKSCHAU 1953, Heft 23 und 24, er- 
brachte viele Zuschriften, in denen nach den 
Bezugsmöglichkeiten für die Einzelteile, ins- 
besondere für das Gehäuse und für die Front- 
platte gefragt wurde. Dies beweist das große 
Interesse am Selbstbau eines solchen Gerätes. 
Ein Oszillograf ist für den Fernsehtechniker 
ebenso notwendig wie ein Vielfach-Meßinstru- 
ment in der allgemeinen Rundfunktechnik 
und Schwachstromtechnik. Der Selbstbau 
eines Oszillografen ist dabei ein ausgezeich- 
netes Mittel, um praktische Erfahrungen im 
Umgang mit Breitbandverstärkern zu sam- 
meln. Leider ist aber der Selbstbau bisweilen 
deswegen nicht sehr beliebt, weil die mecha- 
nischen Arbeiten meist sehr zeitraubend, um- 
ständlich und daher teuer sind. Auch ist es 
selten möglich, selbstgebauten Geräten jenes 
gute Aussehen zu verleihen, das den Ver- 
gleich mit Industriegeräten standhält und 
dem Erbauer ständig Freude zu bereiten ver- 
mag. 

Um diesen Wünschen entgegenzukommen, 
liefert ds Funktechnische Lehr- 
geräte-Institut, München 13, Wach- 
terstraße 33, sämtliche für den mechanischen 
und elektrischen Aufbau des Breitband-Oszil- 
lografen benötigten Teile einzem oder als 
geschlossenen Bausatz. Wegen der besseren 
Leitfähigkeit und zum Schutz gegen Korro- 
sion sind sämtliche Metallteile oberflächen- 
veredelt. Die sauber gravierte Frontplatte 
verleiht dem ganzen Gerät ein besonders 
gediegenes Aussehen. 


Auf Wunsch kann der Eigentümer sein 
Gerät nach Fertigstellung ohne Röhren an 
das genannte Institut zur Begutachtung und 
Nachprüfung einschicken. Dort vermitteln 
auch erfahrene Fachleute Ratschläge und 
Empfehlungen für den werkgerechten me- 
chanischen und elektrischen Aufbau sowie 
über das Abgleichen. Auf Wunsch werden die 
Eigenschaften des Gerätes durchgemessen. 

Auch andere wichtige Einzelteile für den 
Selbstbau von Meßgeräten und Empfängern 
werden geliefert. 


Über den Stand der Antennentechnik 


In der FUNKSCHAU 1953, Heft 20, Seite 393 veröffentlichte H. G. 
Mende seine Gedanken zum Stand der Antennentechnik. Es war 
richtig, diesen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Sie liegen gewisser- 
maßen in der Luft. 


Die Ansicht, man könne wirklich gute Antennen nur in ernster, 
zäher Arbeit, unterstützt von Sachkenntnis, Spezialerfahrung, reich- 
lichen Meßmitteln und einem passenden Antennen-Meßgelände her- 
ausbringen, trifft sehr wohl zu. Das wurde schon im Hinblick auf den 
UKW-Rundfunk klar und zeigt sich noch deutlicher beim Fernsehen. 


Auch der Hinweis auf die überwältigende Vielfalt der Antennen- 
modelle ist durchaus richtig. Rechnet man hierzu noch die Veröftent- 
lichungen über Wendelantennen und Schlitzantennen sowie über die 
in USA zahllosen Varianten der Antennen für das Fernsehband IV 
hinzu, so kann der Eindruck entstehen, bei der grundsätzlichen Ge- 
staliung und Ausführung der Antennen für die Bänder I bis IV 
herrsche unumschränkte Willkür. 


Soweit wäre den Gedanken der erwähnten Arbeit durchaus zuzu- 
stimmen. Anders aber steht es wohl mit der gewünschten, verbesser- 
ten Antennentheorie. Die Wirkungsweise sämtlicher Antennen läßt 
sich im Prinzip wohl aus den Maxwell’schen Feldgleichungen ableiten. 
Auf Grund dieser Gleichungen kann man Wendel- und Ferrit- 
Antennen, Dipole und Schlitzantenen in ihren Prinzipien berechnen. 
Die Antennen aber sind nun einmal auf recht verschiedene Weise zu 
realisieren. Stets gibt es mehrere Lösungen derselben Aufgabe, wobei 
z. B. die eine Lösung auf einen besonders niedrigen Verkaufspreis 
und eine andere Lösung auf möglichst günstig technische Daten aus- 
gelegt ist. 


Seit langen Jahren bemühen sich Wissenschaftler vieler Länder mit- 


erheblichem mathematischem Aufwand, die theoretischen Grundlagen 
für die Antennentechnik weiter auszubauen und zu vertiefen. Aus 
diesen Grundlagen ergeben sich die rechnerischen Möglichkeiten. 
Über sie hat man meist längere Zeit nachzudenken, bis sich nach und 
nach eine Idee herauskristallisiert, die besonderen Erfolg verspricht. 
Auf Grund dieser Idee wird ein Versuchsmodell gebaut. An ihm mißt 
man — in Ergänzung von praktischen Erprobungen — die interessie- 
renden Eigenschaften, z. B. Fußpunkts-Widerstandsverlauf, Band- 
breite, Gewinn, Richtwirkung usw. Die aus den meßtechnischen 
Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse führen zu abgeänderten 
Modellen — teils zu solchen, die eine Kontrolle der Überlegungen 
ermöglichen, teils zu Ausführungen, die dem erstrebten Ziel vermut- 
lich näher liegen. An den neuen Modellen wird wiederum Vieles 
gemessen und Manches studiert. So geht es Schritt für Schritt weiter. 
Schließlich entsteht eine Ausführung, die dem gesteckten Ziel am 
nächsten kommt. 


Man sieht: Die Antennentechnik ist ein recht umfangreiches und 
gar nicht so einfacher Zweig des Hf-Gebietes — ein Zweig, auf den 
Rezepte und Dimensionierungsformeln kaum weiterhelfen. Daß man 
aber auch keine speziellen Selbstbau-Anleitungen für Antennen fin- 
det, hat wohl wieder einen anderen Grund: Im Normalfall ist mit 
Selbstbau auf dem Gebiet der UKW- und Fernsehantennen wenig zu 
machen. Der Erfolg wird schon durch Werkstoffschwierigkeiten und 
vor allem durch das Fehlen geeigneter Werkzeugmaschinen in Frage 
gestellt. 


Wenn nun iin verschiedenen Antennenfabriken einigermaßen gleiche 
Ziele verfolgt werden, so braucht am Ende der einzelnen Entwick- 
lungen durchaus nicht dasselbe Antennenmodell herauszukommen. 
Wie sich das erklärt? Nun — jede technische Lösung ist ein Kompro- 
miß aus zahlreichen Vorteilen und Nachteilen. Fast immer gibt es 
mehrere, nahezu gleichwertige Kompromisse. 


Bei der Vielfalt von Antennen ist zu bedenken, daß sich bei den 
Gemeinschafts-Antennenanlagen und UKW-Antennen bereits einige 
wenige Standard-Typen durchgesetzt haben. Auf dem Fernseh-Gebiet 
ist die Entwicklung noch sehr im Fluß, trotzdem sind auch hier 
schon die wesentlichen Ausführungsformen für Antennen zu erkennen. 


Fachabteilung Schwachstromtechnische Bauelemente im 
Zentralverband der elektrotechnischen Industrie e. V. 


* 


Ich freue mich, daß mein Aufsatz eine Diskussion über das wichtige 
Antennengebiet in Gang gebracht hat. Was allerdings den Wunsch nach 
einer verbesserten Antennentheorie angeht, so habe ich mich wohl 
nicht klar genug ausgedrückt. Es besteht ja gar kein Zweifel, daß sich 
die Wirkungsweise sämtlicher Antennen auf die Maxwellschen Giei- 
chungen zurückführen läßt. Doch damit ist dem Praktiker (von des- 
sen Standpunkt aus mein Artikel geschrieben war) nicht gedient. 
Der Praktiker kennt die Maxwellschen Gleichungen nur vom Hören- 
sagen und wenn er sie sich aus der Literatur heraussucht, kann er 
noch lange nicht damit rechnen. Der Praktiker kommt gar nicht auf 
die Idee, die Dimensionierung z. B. einer Röhrenschaltung mittels 
höherer Mathematik zu berechnen oder zur Bestimmung einer Zeit- 
konstanten oder dgl. andere als die üblichen Faustformeln zu benut- 
zen. Er möchte angesichts des Waldes von Antennenformen eine für 
seine Bedürfnisse zugeschnittene theoretische Übersicht — möglichst 
mit praktischen Gebrauchsformeln — haben. Er sieht eben so schnell 
nicht ein, daß etwas, was bei der Röhrentechnik möglich ist, nicht 
auch bei der Antennentechnik möglich sein sollte. Es geht dem Prak- 
tiker also nicht darum, mit erheblichem mathematischen Aufwand, 
die theoretischen Grundlagen für die Antennentechnik weiter auszu- 
bauen und zu vertiefen. Es geht ihm darum, die verstandesmäßigen 
Lücken zwischen den einzelnen Antennenformen geschlossen zu sehen 
und die Theorie in eine Form gebracht zu wissen, mit der er etwas 
anfangen kann. Daher mein Ruf nach einem vorurteilsfreien Theore- 
tiker, der die Gültigkeit der ererbten Rechenvorschriften mit ihren 
längst vergessenen Vernachlässigungen systematisch überprüft. Daß 
diese Aufgabe nicht leicht ist, wissen wir alle. Sonst hätte es meines 
Artikels nicht bedurft. Das Ziel müßte eine Veröffentlichung sein, die 
für den Praktiker lesbar ist, wie etwa das famose Antennenbuch von 
Dr. Bergtold, das seinerzeit natürlich nur von aperiodischen Antennen 
handeln konnte. H. G. Mende 








FUNKSCHAU 1954 | Hen5 97 


GOLF 


ZWEIBEREICH-SUPER 
MIT DRUCKTASTEN 


onne sarıerıe DM 152.- 
sareıssarı DM 17.- 





wiskeng” 


DER ZEHNTAUSENDFACH BEWAHRTE one sarterıe DM 209.- 
KOFFER-SUPER IN NEUER AUSFÜHRUNG satin: DM 24.- 


Is 






% 
N 


TODAING 


DER VOLLKOMMENE TASTEN-SUPER MIT UKW 
— 








LORENZ-RADIO 


OB Hett5/ FUNKSCHAU 1954 


Vorschläge für die WERKSTATTPRAXIS 


Mechanisches Brummen von Netztransformatoren 





In Geräten mit sehr großen Gehäusemaßen (in Musikschränken, Netz- 
geräten) macht sich häufig ein starkes mechanisches Brummen be- 
merkbar, das vom Netztransformator herrührt. Obgleich alle Kern- 
bleche festsitzen und vielleicht sogar mit Winkelschienen zusammen- 
gepreßt werden, läßt sich das Störgeräusch zunächst nicht beseitigen. 


Zur Veranschaulichung seien zwei Fälle aus der Praxis mitgeteilt: 
Das Netzgerät eines Amateursenders verursachte so starkes Brum- 
men, daß dieses vom im gleichen Raum befindlichen Stationsmikrofon 
akustisch aufgenommen und mitübertragen wurde. Die Gegenstelle 
meldete Störgeräusche und führte sie auf schlecht abgeschirmte Mi- 
krofonleitungen zurück. Ein anderes Beispiel: Der Nf-Teil eines sehr 
großen Musikschrankes war elektrisch mit äußerster Sorgfalt ent- 
brummt. Aus den Lautsprechern war nicht das geringste Brummen 
zu hören, aber bei Pianissimostellen der Musik störte das mechanisch 
erzeugte Geräusch des Netztransformators. In beiden Fällen war das 
besonders ärgerlich, weil elektrisch alle Vorkehrungen für brumm- 
freien Betrieb getroffen waren. 


Die Ursacne für die Störung war rasch gefunden: Das sehr 
große Gehäuse bildete einen idealen Resonator für die unvermeid- 
lichen und mit der Hand kaum feststellbaren 50-Hz-Vibrationen des 
Netztransformators. Beim Musikschrank konnte man sogar rechne- 
risch nachweisen, daß sein Volumen ziemlich genau dem eines Helm- 
holtz-Resonators für eine Harmonische der Netzfrequenz entsprach. 


völlige Abhilfe brachte die Montage des Transformators unter 
Zwischenlage sogenannter „Schwingelemente“. Diese im Flugzeug- 
und Automobilbau gebräuchlichen Einzelteile, die 
in Fachgeschäften für technische Gummiwaren er- 
hältlich sind, beruhen auf folgendem Prinzip: Zwei 
Metallschrauben oder Gewindebolzen sind mit ihren 
Köpfen in einen Pfropfen aus Natur- oder Kunst- 
gummi einvulkanisiert, und zwar so, daß sie sich 
nicht gegenseitig berühren (Bild). Das mit ihnen be- 
festigte Bauelement ist nicht starr mit der Montage- 









= 


DZ 






fläche verbunden, sondern kann, durch den Gummi n kn 
stark gedämpft, hin- und herschwingen. Da Netz- 

transformatoren üblicherweise mit vier Metallschrau- Schnittzeich- 
ben am Chassis befestigt werden, genügt es, diese nung eines 
gegen vier Schwingelemente auszutauschen. Die Ein- Sul, 


bauhöhe des Transformators nimmt um die Dicke 

der Gummipfropfen (ca. 20 mm) zu, was aber in den meisten Fällen 
bedeutungslos ist. Zweckmäßig verlängert man die Anschlußdrähte 
mit Litzenstücken, die man leicht durchgebogen an die Lötösenleiste 
führt. Zuvor ist zu erproben, wie weit der Transformator im ungün- 
stigen Fall gewaltsam aus seiner Ruhelage ausgelenkt werden kann. 
Damit auch beim versehentlichen Anstoßen die Anschlüsse nicht ab- 
reißen können, müssen sie genügend lang gehalten werden. Weil bei 
dem neuen Einbau keine galvanische Verbindung mehr zwischen Kern 
und Chassis besteht, ist unter Umständen eine besondere Nulleitung 
zusätzlich erforderlich. Kühne 


Spritzlackieren mit dem Staubsauger 


Für kleinere Werkstätten sind Farbspritzanlagen mit Kompres- 
soren oder Preßluftflaschen unwirtschaftlich. Das Lackieren mit dem 
Pinsel dagegen erfordert viel Erfahrung, um unangenehme Lack- 
ränder, besonders beim Ausbessern vorhandener Lackierungen, zu 
vermeiden. Mit wenig Mühe und Kosten läßt sich jedoch eine Farb- 
spritzpistole bauen, die mit dem wohl in jedem Hause vorhandenen 
Staubsauger betrieben werden Kann. 


Bei einer Spritzpistole taucht ein dünnes Rohr in ein Gefäß mit 
dünnflüssiger, schnell trocknender Farbe. Über die obere Rohr- 
öffnung wird aus einer Düse ein starker Luftstrom geblasen. Er reißt 
die Flüssigkeit im Rohr hoch, zerstäubt sıe und bläst sie auf die zu 
lackierenden Flächen. Durch mehrmaliges „Übernebeln“ kann man 
beliebig dichte Überzüge erreichen und bei Ausbesserungen den 
neuen Anstrich unmerklich in den alten übergehen lassen. 


Zum Selbstbau einer 
Spritzpistole wird nach 
einer Anleitung in der 
Zeitschrift Mecha- 
nikus (1953, Heft 10, 
Seite 287) eine saubere 
Blechdose mit y bis ISSN ANA NAAANANAN AN AAANAANARNAAAAAANAAAAAAAA NAAR NEN 
Y, Liter Inhalt verwen- Dosendeckel 


En Deckel: 'Soll, Bild 1. Schnitt durch den 
zum. Eindrücken sein. Deckel des Lackbehälters 


Auf den Deckel wird j r ex 
t Steigrohr und Luftdüse 
nach Bild 1 ein kräfti- mit Sveig j 


ger Messingwinkel aufgelötet. Dicht am Rand wird das Steigrohr aus 
Messing mit 1,3 bis 1,5 mm lichter Weite eingelötet; es soll fast bis 
auf den Boden der Büchse reichen. Der obere Rand des Steigrohres 
wird sorgfältig glatt gefeilt und entgratet. 


Die Luftdüse besteht aus einem zweiten, sich konisch verjüngenden 
Messingrohr. Um den Konus herzustellen, wird das Rohr an einem 
Ende nach Bild 2 kreuzweise keilförmig eingesägt, zusammenge- 
drückt und verlötet. Dann wird mit einem 2-mm-Spiralbohrer die 
Düse genau zentrisch gebohrt. 


Die Luftdüse wird nach Bild 1 senkrecht zum Steigrohr in den 
Messingwinkel eingesetzt. Am breiten Ende wird ein Gummischlauch 






ISISTISTT 


Luftdüse — — 









mit einer Schlauchklammer befestigt und mit dem Druckluft- 
stutzen am Staubsauger verbunden. Nun muß die Stellung der 
Düse ausprobiert werden, bis der Lack als feiner Nebel zerstäubt 
wird. Er darf keinesfalls in sichtbaren Tropfen aus dem Steigrohr ge- 
rissen werden. Die Luftdüse wird dann in der günstigsten Stellung 
am Messingwinkel festgelötet. 


Vor dem Lackieren von sichtbaren Flächen sind Vertiefungen und 
Schrammen mit Spachtel auszufüllen. Nach dem Trocknen des 
Spachtels werden die Unebenheiten mit feinem Schmirgelpapier weg- 
geschliffen. Spritzlack haftet nicht auf fettigen, verölten Flächen. Vor 
dem Lackieren sind die Teile, deshalb mit einem Entfettungsmittel 
(Waschbenzin, Tri) zu reinigen. 
Dann wird die Farbe gleich- 
mäßig dünn aufgespritzt. Sind 
mehrere Anstriche notwendig, 
so muß jeder Auftrag erst voll- 
ständig trocken sein, bevor der 
neue aufgespritzt wird. Glatte 
Lackflächen können nach dem 
endgültigen Trocknen mit 
Schleifpaste für Spritzlack-Po- 
lierung auf Hochglanz gebracht 
werden. Man tupft ein wenig 
Paste auf einen Samtlappen 
und poliert stets in einer Rich- k« 
tung, bis Hochglanz erzielt wird. 

Gerätechassis erhalten ein 
gutes Aussehen durch Spritzen und verlötet 
mı t A 1 um i ni um b ronze - A uch © II IBEBBDDEBED DB SB ID GB GG D TBB BET BIT T DT: 
dieser Lack wirkt isolierend. NZ FE 
Erdungspunkte, die blank blei- = 
ben sollen, werden daher zweck- 
mäßig vor dem Lackieren mit 
passend geschnittenen Scheiben 
aus Leukoplast, Tesaband oder 
Tesafilm abgedeckt. Diese Ab- 
deckungen lassen sich nach dem Lackieren leicht lösen und geben 
scharf begrenzte blanke Flächen. Das nachträgliche Abkratzen der 
Lackierung macht bedeutend mehr Arbeit und sieht unsauberer aus. 


Gehäuse von Meßgeräten wirken besonders gut, wenn sie sie mit 
Kräusel-, Schrumpf- oder Runzellack lackiert werden. Diese Lack- 
sorten trocknen jedoch nicht an der Luft, sondern sie sind bei ganz 
bestimmten, vom Hersteller angegebenen Temperaturen im Ofen zu 
irocknen. Für gelegentliche Zwecke kann dazu die Braträöhre eines 
Elektroherdes benutzt werden. Man macht sich aber damit bei der 
Hausfrau unbeliebt, denn der trocknende Lack riecht stark. Kommen 
solche Arbeiten öfter vor, dann empfiehlt es sich, eine billige Elektro- 
Bratröhre möglichst mit einer verglasten Einblicköffnung anzuschaf- 
fen, die im Freien oder einem unbewohnten Raum benutzt wird. 

Limann 


co 44mm 










F ICSLBILDLESLESLLLLTLL ILL IILLTLBBLLLBLTTLTD 
Messingrohr 








Ende keilförmig geschlitzt 
IBIIBEGTTSLLT SELL S IST LITT SLTTTTTBEE, 


lölfüge — — .—.— 


R 
Dtunausnsssssnsansaususssssnsnsnuncanen. 
Zacken zusammen gebogen 





> 
Z 
IIIESCDTSEEEETEEEETLEESTDEESTTRBTTTTE, 


Düse gebohrt 


Bild 2. Herstellung der Luftdüse 


Das Stahlstift-Phantom 


Beim Verdrahten von Geräten sind unbedingt in die Röhrenfassun- 
gen maßhaltige Röhrensockel einzusetzen, um die richtigen Abmes- 
sungen der Fassung zu kontrollieren und spätere Beanspruchungen 
der Röhren-Preßteller durch während des Lötens verbogene Fas- 
sungskontakte zu vermeiden. 


Das Einstecken unbrauchbarer Röhren zu 
diesem Zwecke bewährt sich auf die Dauer 
nicht. Sie werden leicht mit guten Röhren 
vertauscht, und ihre weichen Sockelstifte 
können verbogen werden, so daß die Kon- 
takte trotzdem in falscher Stellung ver- 
drahtet werden. 

Um diesen und anderen Nachteilen abzt- 
helfen, bringt Telefunken jetzt Hilfs- 
werkzeuge heraus, die als Stahlstift-Phan- 
tom bezeichnet werden. Sie bestehen aus 
einem Aluminiumkörper (Bild), in den 
Stahlstifte entsprechend den Röhrensockel- 
stiften eingepreßt sind. Diese Hilfswerk- 
zeuge sind sehr haltbar und widerstands- 
fähig gegen mechanische Beanspruchungen. 
Der handliche Griff enthält eine sicht- 
und fühlbare Markierung, so daß das Einsetzen in die Fassung noch 
schneller als bei einer Röhre vor sich geht. Um die verschiedenen 
Stahlstift-Phantome für Röhren mit sieben, acht und neun Stiften 
auf den ersten Blick leicht auseinanderhalten zu können, sind die 
Phantome für sieben Stifte blau, für acht Stifte grün und für neun 
Stifte rot eloxiert. Durch die Benutzung der Stahlstift-Phantome wird 
auch jede Fassung vor dem Einsetzen der eigentlichen Bestückungs- 
röhre leichtgängig gemacht. 


Markierung 


Aluminium- 
körper 





— Srtahlstifte 


Stahlstift-Phantom zum 
Prüfen und Verdrahten 
von Röhrenfassungen 


Klein -Wachskocher für die Werkstatt 


Zum Festlegen von Hf-Eisenkernen hat sich Wachs bewährt, weil es 
beim Neuabgleich leicht zu entfernen ist. Nur ist die Methode, Wachs 
oberhalb des Spulenkernes zum Schmelzen zu bringen nicht gerade als 
ideal zu bezeichnen, weil dabei ein Teil des Wachses vorbeitropfen 
kann. Die Industrie verwendet elektrisch beheizte Wachskocher, bei 
denen das Wachs mit einseitig spitz ausgezogenen Glasröhren ent- 
nommen wird. 


Einen solchen Wachskocher habe ich für den geringeren Verbrauch 
in der Werkstatt in einer kleineren Ausführung angefertigt. Als 
Wachsbehälter dient ein 30-ccm-Arzneifläschechen mit Pipette. Am 
besten eignet sich eine Ausführung mit großer Grundfläche, da dann 


die Anheizdauer kleiner ist. Das Pipettenfläschehen wird mit Wachs- 
schnitzeln gefüllt und auf einer elektrischen Kleinheizplatte erwärmt. 
Das Bild zeigt den Aufbau dieser Heizplatte. Als Heizkörper dient 
eine „Ersa“-Lötkolbenpatrone für 50 W. In die Patrone wird ein 6-mm- 


Heizplatfe aus 15mm Kupferblech 





6mm Rundkupfer 
Asbestzwischenlage 





Heizkörper des Klein- 
Wachskochers 





Befestiqungsschelle 





„Ersa” 50W-Lötkolbenpatrone 








Rundkupferstück von etwa 35 mm Länge gesteckt, auf das oben die 
Heizplatte aus 1,5-mm-Kupferblech aufgeschraubt ist. Ihr Durchmesser 
richtet sich nach dem des verwendeten Fläschchens. Notfalls kann man 
auch Messing an Stelle der Kupferteile verwenden. 


Wenn das Wachs geschmolzen ist, läßt sich mit Hilfe der Pipette 
leicht eine kleine Menge davon entnehmen und durch einen leichten 
Druck auf den Gummiknauf zielsicher auch an schwer zugängliche 
Stellen hinbringen. Dieses Kleine Gerät erleichtert das Festlegen der 
Kerne erheblich. Eberhard Bludau 


Trockenrasierer als Reparaturhilfe 


Nein, es ist kein Druckfehler oder Aprilscherz! Trockenrasierer mit 
hin- und hergehender Bewegung des Scherkopfes kann man für die 
Schüttelprüfung von Einzelteilen verwenden. Die Bewegung wird 
über einen Isolierstab auf das verdächtige Teil übertragen. Auch mit- 
klirrende Teile können durch eine solche kräftige Vibrationsmassage 
leicht ermittelt werden. Als sehr gut geeignet für diesen Zweck er- 
wies sich der Massageeinsatz des Schweizer Trockenrasierers „Belcut“. 


Zu erwägen wäre, ob ein ähnliches Verfahren nicht auch .bei der 
Endprüfung in der Fertigung angewendet werden könnte, und zwar 
nicht als Ersatz für den Schütteltisch, sondern als Ergänzung. Der 
Schütteltisch dient ja mehr zur Aussiebung von Drahtresten, Lötzinn 
und anderen Fremdkörpern. Schlechte Lötstellen können sich aber 
erfahrungsgemäß immer noch über den Schütteltisch hinwegmogeln. 
Mit einem Vibrationsgerät aber kann man den Empfänger im Betrieb 
kontrollieren, was auf dem Schütteltisch wegen der herausgenomme- 
nen Röhren nicht möglich ist. Da die Wechselstrom-Vibrationsgeräte 
ohne Unterbrecherkontakte. arbeiten, entstehen keine Hf-Störungen. 

Johs. Eilers 


FUNKSCHAU 1953 | Heft5 99 


Da franzis- Vercag Ja mut 


1. Die Sammelmappen-Preise sollen auf vielfachen Wunsch unserer Leser hier 
einmal zusammenfassend genannt werden: 


Sammelmappe für die FUNKSCHAU, gewöhnliche oder Ingenieur-Ausgabe, 
und zwar für die 24 Hefte des laufenden Jahrgangs ...............- 5.50 DM 


Einbanddecken für die FUNKSCHAU, gewöhnliche oder Ingenieur-Ausgabe, 
3.— DM 


mit eingeprägter Jahreszahl für 1952 oder 1953 (Jahr angeben) .... 
Sammelmappe für die Funktechnischen Arbeitsblätter 
dsgl. für die FUNKSCHAU-Schaltungssammlung 


dsgl. für die Röhren-Dokumente .........2222220sseseeensnennnennn 





Die Sammelmappen für die FUNKSCHAU sind mit der neuartigen Stäbchen- 
Mechanik ausgestattet, die ein Einlegen der Hefte ohne jede Lochung oder dgl. 
ermöglicht, während die übrigen Sammelmappen eine neuzeitliche Ordner- 
Mechanik besitzen. Alle Mappen sind dauerhaft ausgeführt und mit Leinenrücken, 
teilweise auch mit Leinenecken versehen. Versandkosten je Mappe 40 Pfg. 


2. Die Funktechnischen Arbeitsblätter Lieferung 9 und 10 sind erschienen! Um- 
fang je 40 Seiten mit 81 bzw. 150 Bildern und vielen Zahlentafeln und großen 
Arbeits-Diagrammen und -Nomogrammen, Preis je 4.80 DM. Vor allem für neue 
Bezieher der FUNKSCHAU-Ingenieur-Ausgabe ist der nachträgliche Bezug dieser 
Lieferungen unerläßlich. Auch die Lieferungen 1 bis 8 sind noch zu haben, 
Preis gleichfalls je 4.80 DM. 


3. Der große Rundfunk- und Fernseh-Katalog 1953/54 liegt jetzt in einer Ge- 
samtausgabe vor, die das vollständige Programm an Rundfunk- und Fernseh- 
empfängern enthält, das die deutsche Industrie bis Mitte Januar 1954 heraus- 
gebracht hatte. Umfang 328 Seiten mit etwa 550 Bildern, Preis 3.75 DM. Die Auf- 
lage ist beschränkt, bitte deshalb umgehend bestellen! 


4. Der Nachtrag zum ersten Rundfunk- und Fernseh-Katalog ist gleichfalls noch 
lieferbar. Er enthält die rund 100 zum Jahresende neu auf den Markt gebrachten 
Radiogeräte mit allen technischen Daten, Bildern und Preisen. Preis —.95 DM 


5. Das neue Verzeichnis der RADIO-PRAKTIKER-BUCHEREI fanden Sie in einem 
der letzten Hefte. Sofern Sie es nicht bereits zur Bestellung benützten, heben Sie 
es bitte auf, da es für längere Zeit gültig bleibt. Wir senden es Ihnen gern, 
falls Sie es nicht mehr besitzen! 


FRANZIS-VERLAG, München 22, Odeonsplatz 2 - Postscheckkonto 57 58 





Phonotruhe 178 W 698. - DM 
mit Spezialausführung 171 W 
und 10-Plattenwechsler 

178 WE 618.- DM 
mit Einfach-Plattenspieler 





TRUHEN 


(Rotor) 








IALEATAGOR 







Phonotruhe 180W 946. — u 


mit Spezialausführung 171 
und TD-Plattenwechsler 
mit Hausbar...19.- DM mehr 


In Im 
N I; 





\ 


All 


Mi 


GRAETZKG ALTENA (WESTF 


100 Her 5/FUNKSCHAU 1953 


Bild 1. Philips- 
Gleich- 
spannungs- 
Voltmeter 
GM 6010 








Hochohmige Galvanometer für die Messung kleiner Gleichspannun- 
gen sind mechanisch sehr störanfällig, deshalb haben die Philips- 
Werke das elektrisch hochempfindliche Gleichspannungs-Millivoltmeter 
Typ GM 6010 herausgebracht. Es enthält ein robustes Anzeigeinstru- 
ment mit vorgeschaltetem dreistufigen Röhrenverstärker und ist somit 
auch harten Beanspruchungen, die in der Praxis auftreten, gewachsen. 


Für die Umwandlung der zu messenden Gleichspannung in eine 
Wechselspannung liegt im Eingang des Gerätes ein Goldkontakt-Zer- 
hacker; der nachfolgende Verstärker konnte daher als einfacher 
Wechselspannungsverstärker mit RC-Kopplung ausgebildet werden. 
Am Ausgang dieses Verstärkers bewirken andere Kontakte des glei- 
chen Zerhackers die Wiedergleichrichtung der verstärkten Wechsel- 
spannung, deren Größe auf diese Weise von einem Drehspulinstrument 
angezeigt werden kann und ein Maß für die am Eingang liegende 
Gleichspannung ist. 

Bild 1 zeigt das Gerät in seinem grauen Gehäuse; es fällt dabei das 
Anzeigeinstrument mit seinem Messerzeiger und einer großen linearen 
Spiegelskala besonders auf. Bild 2 stellt de Prinzipschaltung 
des Millivoltmeters dar. In den beiden ersten Verstärkerstufen sind 
Röhren vom Typ DAF 41, in der dritten Stufe die Endröhre DL 41 
eingesetzt; eine weitere Röhre DAF 41 erzeugt die für den Betrieb 
des Zerhackers erforderliche Wechselspannung mit einer Frequenz von 
etwa 70 Hz. Die Speisung des Gerätes erfolgt aus einem 1,5-Volt-Heiz- 
element mit einer Stromentnahme von etwa 135 mA und aus einer 
90-Volt-Anodenbatterie mit einer Stromentnahme von etwa 4 mA. 
Beide Trockenbatterien sind im hinteren Teil des Gehäuses unter- 
gebracht. 

Zwischen den in Bild 2 oben links gezeichneten Eingangsbuchsen 
des Gerätes und der ersten Verstärkerröhre liegen ein 12stufiger Ab- 


DAF 4A DL 41 


DAF 41 


N 






















schwächer und ein RC-Filter. 
Der Abschwächer ermöglicht 
Spannungsmessungen in den 
Bereichen 1 mV bis 300 Volt. 
Da Spannungen von 50 „V 
noch gut ablesbar sind, ver- 
hält sich die kleinste zur 
größten noch meßbaren 
Spannung wie 1:6 - 10%. 


| U 


DAF 44 
Bild 2. Prinzip- 

schaltbild des Gleich- 
spannungs-Voltmeters 





rdnung durch die neue Sammelmappe 


Hochempfindliches Röhrenvoltmeter für Gleichspannungen 
und -ströme mit UHf-Meßkopf für Frequenzen bis 800 MHz 


Infolge des eingefügten RC-Filters ist das Gerät gegen Wechsel- 
spannungen, wie z.B. Brummspannungen, die der zu messenden 
Gleichspannung etwa überlagert sind, sehr unempfindlich. Dieses 
Filter schwächt eine Wechselspannung mit der Frequenz von 50 Hz 
auf etwa 0,2% ihres ursprünglichen Wertes ab. 

Vor dem Gitterkondensator der ersten Verstärkerröhre ist die zu 
dem Zerhackerkontakt führende Leitung erkennbar. Sie wird vom Zer- 
hacker etwa siebzigmal in der Sekunde mit der Katode verbunden, 
wodurch eine für den RC-Verstärker verstärkbare Spannung am Gitter 
der ersten Röhre entsteht. 

Der Nullpunkt des Zeigerinstrumentes kann sowohl mechanisch als 
auch elektrisch eingestellt werden. Durch die elektrische Einstellung 
mittels eines von der Frontplatte zugänglichen Reglers werden kleine 
Thermospannungen, die am Eingang des Gerätes auftreten können, 
kompensiert. 

Ein am Ausgang des Verstärkers angeordneter vielstufiger Schalter 
besitzt zwei Steliungen für die Messung positiver und negativer Span- 
nungen gegen Erde, wenn eine Eingangsbuchse geerdet ist. Da dieses 
nicht unbedingt erforderlich ist, können auch Gleichspannungen in 
beliebiger Lage zum. Erdpotential gemessen werden. Bei Spannungs- 
messungen wechselnder Polarität kann man den Instrumentenzeiger 
mittels des Kompensationsspannungsreglers auch bewußt abweichend 
vom Nullpunkt einstellen; es ist eine Abweichung bis zu etwa 10 Ska- 
lenteilen der 100teiligen Skala möglich. 

Die Eichung des Millivoltmeters kann man in einer besonderen 
Stellung des am Ausgang angeordneten Schalters von Zeit zu Zeit 
überprüfen und gegebenenfalls mit Hilfe des von der Frontplatte zu- 
gänglichen Verstärkungsreglers berichtigen. Dabei ist zunächst die 


Bild 3. Ein Tastkopf 
mit Germaniumdio- 
de zum Gleichspan- 
nungs-Voltmeter 
gestattet auch das 
Messen von 
Hf-Spannungen 





Spannung des Heizelementes in der dafür vorgesehenen Schalter- 
stellung zu messen. Darauf wird dem Eingang des Verstärkers in der 
Stellung „Eichen“ ein Teil der Spannung des Heizelementes über einen 
genauen Spannungsteiler mit bekanntem Teilungsverhältnis zuge- 
führt. Der Zeigerausschlag ist dann am Verstärkungsregler so einzu- 
regeln, daß sich der gleiche Wert wie bei der unmittelbaren Heiz- 
spannungsmessung ergibt. 

Der Eingangswiderstand des Gleichspannungs-Millivoltmeters GM 6010 
ist sehr hoch, so daß der Prüfling bei der Messung praktisch nicht 
belastet wird. Der Widerstand beträgt 100 M® für die Meßbereiche 1, 3, 
10, 30, 100 und 300 Volt; in den unteren Bereichen ist er niedriger, die 
Werte sind: 0,67 M® bei 1 mV; 1,5 M2 bei 3 mV; 1,1 M® bei 10 mV; 1ıMQ 
bei 30 mV und 16 M® in den Bereichen 100 und 300 mV. Entsprechend 
dem hohen Eingangswiderstand und der sehr großen Meßempfindlich- 
keit des Gerätes lassen sich mit ihm auch sehr kleine Ströme messen, 
so z.B. im empfindlichsten 1-mV-Bereich ein Strom von 1,5.10-9 A 
Vollausschlag; ein Strom von 0,1.10°9 A kann am Instrument noch ab- 
gelesen werden. 

Infolge der Verwendung von Trockenbatterien kann das Gleich- 
spannungs-Millivoltmeter auch dort eingesetzt werden, wo kein Netz- 
anschluß zur Verfügung steht, z. B. bei pH-Messungen im freien Ge- 
ände. Die allgemeine Anwendung des Gerätes liegt jedoch bei der 
Messung von Gitterspannungen und thermoelektrischen Spannungen. 
Außerdem ist es unter anderem besonders geeignet für biologische 
Messungen, für Ermittlung von Isolationswiderständen und Übergangs- 
widerständen in Schaltern und Relais, für die Bestimmung von Licht- 
intensitäten mit Hilfe von Fotozellen, von Iscolationsströmen in 
Röntgenanlagen, von Kontaktpotentialen und dergleichen mehr. 

Zu diesem Gleichspannungs-Millivolmeter ist ein UHf-Meßkopf 
GM 6011 (siehe Bild 3) verfügbar, der eine Germaniumdiode enthält. 
Die Richtspannung dieses Meßkopfes wird dem Millivoltmeter zuge- 
führt und dort verstärkt. Mit dieser Anordnung lassen sich Hoch- 
frequenzspannungen im Frequenzbereich von 2 bis 800 MHz und im 
Spannungsbereich von 5 mV eff mit Hilfe einer beigegebenen Eich- 
kurve messen. Für größere UHf-Spannungen bis 100 V eff ist zusätzlich 
der Aufsteck-Spannungsteiler GM 6011 V zu verwenden. Dr. Bredner 


für die FUNKSCHAU 


gleichgültig, ob Sie die Ingenieur- Ausgabe oder die gewöhn- 
liche Ausgabe beziehen — in der neuen Sammelmappe 
mit Stäbdhen-Mecdhanik sind alle Hefte bequem und gut 
geschützt zur Hand. Die Hefte brauchen nicht gelocht oder 
sonstwie präpariert zu werden; die neuartige Mechanik 
ermöglicht es trotzdem, sie bis an den Rücken aufzublättern. 
Die praktischste Mappe, die sich denken läßt — nicht billig, 
aber ideal ! 

Dauerhaft gearbeitet, Leinenrücken und Leinenecken, Gold- 
prägung, mit Stäbchen-Mechanik für 24 Hefte, Preis5.50 DM 
zuzüglich 40 Pig. Versandkosten. 


FRANZIS-VERLAG . MÜNCHEN 22 


Postscheckkonto: München 5758 


Neue Schwing- und Filterquarze 


Telefunken bringt eine Reihe von neuentwickelten Quarztypen 
heraus. Für die technischen Daten dieser Quarze werden die nach- 
stehenden Begriffe verwendet. 

Abgleichgenauigkeit (oft Schleifgenauigkeit genannt): 
Die durch das Herstellungsverfahren gegebene kleinstmögliche Fre- 
quenzabweichung eines Quarzes vom Sollwert bei der verlangten 
Arbeitstemperatur. 

Frequenztoleranz: Zugelassene relative Frequenzabwei- 
chung eines Quarzes vom Sollwert innerhalb des geforderten Arbeits- 
temperaturbereiches. Beispiel: +# 1 - 104 zwischen —20° C und 
+9°C. 





TemperaturkKoeffizient (TK): Relative Änderung der 
Frequenz, bezogen auf 1°C Änderung der Umgebungstemperatur des 
Quarzes. 

27 MR 715 Lötfuge i 
235-905 7 Anlötdraht 
n 
S L_ c 
72,3+005 ad b 


Bild 3. Lötquarz zum 
Einlöten in die Schal- 
| R QA-1 tung 
It 


Bild 1. Steck- 
quarze (Ame- 


max.&2 











rikanischer Bild 4. Sockelschal- 
Quarzhalter tungen der Quarze 
FT 243) nach Bild 5; Sockel 





von unten gesehen 
Rechts: Bild 2 a 


Quarze im 
Kleinglas- 
halter 


Anschlußdrähte 


Bild 5. Steckquarze 
im Glaskolben 





Mechanische Ausführungen 


Die Steckquarze QA—1 (Bild 1) entsprechen in ihren Abmessungen 
dem amerikanischen Quarzhalter FT 243. Sie sind daher für inter- 
national gebräuchliche Geräte verwendbar. Diese Quarze werden für 
einen Frequenzbereich von 1 bis 25 MHz hergestellt. Der Temperatur- 
koeffizient ist kleiner als 2 - 10"%/°C. 

Die Typen QD-—2 werden in einem evakuierten Kleinglashalter 
nach Bild 2 für Frequenzen von 70 bis 120 kHz geliefert. Die Hf- 
Wechselstromamplitude soll im Betrieb kleiner als 1 mA bleiben. 






























FUNKSCHAU 1953/ Her5 101 


Für die Serienfertigung von kommerziellen Geräten bis zum UKW- 
Bereich, also für Funksprechgeräte usw., sind die Lötquarze der 
QLK-Serie Bild 3 bestimmt. Sie sind in einem Vollkeramikhalter luft- 
dicht verlötet und können wie ein Widerstand oder Kondensator in 
die Schaltung eingebaut werden. TK <2. 10*/°C. Die Tabelle I gibt 
die wichtigsten Daten an. 


Tabelle I 


Genauig- 
keit!) 

A£f 

7: 


Frequenz- 
bereich 
MHz 


Hf-Belastung 
mA 
MHz 


10...15 
(Filter) 


| bis + 





Grundwellen- 
quarze 0,8 
Oberwellen- 
quarze 0,3 


12...100°) 








QL11K | 14,5 





QL 16K | 20 


!) bei konstanter Temperatur. ?2) Grundwellenquarz bis 25 MHz. 


In einem evakuierten Glaskolben mit siebenpoligem Preßteller- 
sockel werden die Quarze der QM-7-Serie geliefert (Bild 5). Die zwei- 
poligen Schwingquarze besitzen die Sockelschaltung (Bild 4a), die 
dreipoligen Filterquarze sind nach Bild 4b angeschlossen. Die Aus- 
führung QM 7 wird besonders für Meßgeräte usw. in Frage kommen, 
bei denen man auf leichte Auswechselbarkeit nicht verzichten möchte. 
Für höhere Genauigkeiten sind auf Wunsch Quarze mit kleinerem TK, 
als in Tabelle II angegeben, lieferbar. 


Tabelle II 
Genauigkeit?) 
At 
f 


Frequenz- 


bereich kHz 10° 


...200 





500 
40 000) 





3) bei konstanter Temperatur; auf Wunsch höhere Genauigkeiten. 
‘) zwischen 20° und 50°C 





102 HeR5/FUNKSCHAU 1953 


ZwaristeinEingangsübertragereinrecht 
kleines Bauteil, aber gerade deshalb ist 
er bestimmt nicht das geeignete Objekt 
zum $paren.-Zu einer guten Ela-Anlage 
gehört auch ein hochwertiger Übertra- 
ger. Ohne ihn wird man trotz guten’ 
Mikrophons und guten Verstärkers nur 
eine unbefriedigende Wiedergabe er- 
zielen. Ein Qualitäts-Trafo gehört dazu! 
Darum ging das Labor-W schon recht 
früh daran, den Bedarf an hochwertigen 
Tonfrequenz-Übertragern zu sammeln 
und geeignete Formen zu entwickeln. 
Bitte lesen Sie diese Kurzinformation: 


Breitband- 
Übertrager 


Wer etwas ganz 
Besonderes sucht, 
wähle einen Breit- 
band-Trafo der % 
enreiheT830,31,32. 
ie einzelnen Typen 
unterscheiden sich 
durch die ArtderAbschirmung. Frequenz- 
ang bei ü bis 1:30—=20-20000Hz + 1 db. 
ie Reihe TB 411,421 weist bei mechanisch 
vereinfachter Ausführung elektrisch die 
gleiche Qualität auf. Bequeme Montage, 
da Anschlüsse unten. Standard-Über- 
setzungsverhältnisse: 1:15, 1:30, 1:45. 
hochwertiger Ton- 


frequenz-Übertra- 


ger mit wirkungsvoller Mumetall-Ab- 
schirmung. Wegen seiner geringen Ab- 
messungen kann er mühelos unter dem 
Chassismontiertwerden.Für dielndustrie 
istdernackte ÜbertragerTMO01 lieferbar. 
Frequenzgang des Miniatur-Übertragers 
bei übis1:15=80-20000 Hz — 1 db. Über- 
setzungsverhältnisse: 1:15, 1:30. 





Miniatur- 
Übertrager 


Der TM 211 ist trotz 
seiner Kleinheit ein 


Kabel- 
Übertrager 


sind für den beweg- 
lichen Einsatz be- 
stimmt. Lieferbar in 
der Qualität der 
Breitband- und Mi- 
niatur - Übertrager. 
Standard-Übersetzungsverhältnis: 1:20. 


Fordern Sie bitte unsere Prospekte an. 
Spezielle Fragen bearbeiten wir gern. 
Machen Sie sich ruhig unsere langjähri- 
gen Erfahrungen im Bau von hochwer- 
tigen Übertragern zunutze. 


I 


DR.-ING. SENNHEISER - BISSENDORF (HANN.) 


BILLDUDELIDEDIIRRRDDDLRTETTOORSANOOODOnOHKTnOnnOn OR RR 





Neue Keramiktrimmer für die UKW- und Fernsehtechnik 


Um das störende Weglaufen der Oszillator- 
frequenz eines UKW- oder Fernsehempfän- 
gers zu vermeiden, wendet man Temperatur- 
kompensation durch Keramiktrimmer an. 
Das Dralowid-Werk der Steatit-Magnesia AG, 
Porz/Rhein, bringt zu diesem Zweck Kera- 
miktrimmer mit verschiedenen Temperatur- 
koeffizienten (TK) heraus, um mehr oder 
weniger starke Temperaturgänge ausgleichen 
zu können. 





x R Si 2 
a 4) 5 : S 


Bild 1. Keramiktrimmer. a=Hochspannungs - Scheibentrimmer, 
b=Kapseltrimmer (im Vordergrund Einzelteile des Kapseltrim- 
mers), c=Kleinst-Scheibentrimmer mit Befestigungsfederblech 


(unten), d=Schraubtrimmer 


ao BrN 


mit einem Vierkant in ein vorgestanztes 

Loch der Grundplatte eingesetzt und von der 

anderen Seite durch eine Federscheibe gehal- 

ten. Als Rotor dient ein Metallgewindebol- 

zen, der sich in dem Rohr auf- und nieder- 

schrauben läßt. Er preßt gleichzeitig die 

krailenartig ausgebildete Federscheibe fest 

auf das Chassis, so daß sie sich beim Trim- 

men nicht drehen kann. Die Scheibe dient 

somit gleichzeitig als Erdverbindung. Eine 

besondere „Dreibein“-Feder- 

scheibe gestattet ferner das 

Anschließen von Drähten an 

drei Lötlöcher (Bild 2). In- 

folge der kleinen Abmes- 

sungen eignet sich der 

Schraubtrimmer vorzüglich 

x zum Einbau in Kanalwähler 

d von Fernsehempfängern. Die 

Kapazitätseinstellung ist 

hierbei besonders feinstufig, 

da die Gesamtkapazität sich 

auf rund 15 volle Umdre- 

hungen der Einstellspindel 
verteilt. 


Von diesen Trimmern wer- 
den serienmäßig die Aus- 
führung Nr. 440 mit einer 
Kapazitätsvariation von 








Dreibein-Federscheibe 


mit 3 Lötanschlüssen Schraubtrimmer 
Untolerierte Moße: 

FormL unter 1 #0,7 

ob 7%05 


Bild 2. Abmessungen des Schraubtrimmers 


Dielektrikum des TK (x10") bei 1 MHz 





Rotors zwischen 20 u. 85°C 
Diacond O — 30...+ 30 
Kerafar X — 40.,..—100 
Kerafar Y —180...—230 
Kerafar U —650...—850 


Neben den seit Jahren bekannten und 
bewährten Scheibentrimmern mit 16,5 und 
26,5 mm Durchmesser, werden besondere 
Hochspannungs-Scheibentrim- 
mer (Bild 1a) für 1500/3000 V— hergestellt, 
besonders für Kleinsender, Ablenkgeneratoren 
in Fernsehempfängern usw, geeignet. Die 
Spannungsfestigkeit wird durch einen 5 mm 
hohen Sprühschutzrand des Rotors erzielt. 

Die Kapseltrimmer Typ 12D stel- 
len eine besonders leichte Ausführung mit 
geringen Abmessungen dar. Sie lassen sich 
deshalb freitragend in die Verdrahtung ein- 
löten, aber auch auf Metall- und Isolier- 
grundplatten befestigen, indem die Erdungs- 
lötfahnen durch zwei passend gestanzte Lö- 
cher hindurchgefädelt werden. Der zügige 
Gang beim Einstellen und die Unempfind- 
lichkeit gegen Erschütterungen im Betrieb 
werden durch die versilberte dreiteilige Kon- 
taktfeder erreicht (Bild 1b). 

Ein Kleinst-Scheibentrimmer 
(Bild 1c) ist zur raumsparenden Montage auf 
Spulenplatten, Drucktastensätzen usw. be- 
stimmt. Die Rotor-Einstellachse ragt hierbei 
als Zapfen durch die Grundplatte hindurch. 
Ein kräftig federndes Sicherungsblech wird 
mit einem Griff in eine Nut dieser Achse 
eingerastet und hält den Trimmer einwand- 
frei fest. Die Drehsicherung erfolgt durch den 
isolierten Statoranschluß des Trimmers. Beide 
Lötanschlüsse liegen also auf der Unterseite 
der Grundplatte, während die Einstellung von 
der Oberseite her erfolgt, so daß keine Drähte 
beim Trimmen beschädigt werden können. 

Noch raumsparender sind die keramischen 
Schraubtrimmer Typ S!/)“ (SM 3X). 
Sie bestehen aus einem Keramikröhrchen 
von etwa 4,5 mm ©, das außen die Stator- 
belegung trägt (Bild 1d). Das Röhrchen wird 


0,5..3 pF ( mit Frequenta- 
Dielektrikum) geliefert und 
ferner vier Typen Nr. 443 


8 . aus Kerafar Y mit den Maxi- 
S BEEZ malkapazitäten 7, 10, 12 und 
I 15 pF. 


Kalotten-Federscheibe 
Form K 


Kompensations-Heißleiter 
K-Thernewide 


Bei Meßinstrumenten und Präzisions-Meß- 
schaltungen stört oft die starke Temperatur- 
abhängigkeit von Kupferwicklungen. Deren 
positiver Temperaturkoeffizient läßt sich in 
solchen Fällen durch den negativen Tempera- 
turkoeffizienten der Siemens - Thernewide 
kompensieren. So stellt z. B. die Kurve A 


7300 

















Bild 1. 
Beispiele für 
die Kompen- 

sation des 
positiven TK 
einer Kupfer- 
spule 





Widerstand in 








[7 10 20 30 0 
Temperatur °C 


(Bild 1) den Temperaturverlauf einer Kupfer- 
spule von 1000 2 Widerstand dar. Die Serien- 
schaltung dieser Spule mit einem K-Therne- 
wid von 100. ergibt den verbesserten Tem- 
peraturgang B. Eine ideale Kompensation 
(Kurve C) wird durch die Serienschaltung 
eines K-Thernewids von RK = 500 @ mit 
einem parallel liegenden Schichtwiderstand 
RS von 475 @& erhalten. Der Gesamtwiderstand 
der Anordnung bleibt hiermit zwischen 0° 
und 40° praktisch konstant. 


60 
11,5 - 25 =si2 
y 
g4# 
71 15 
26 19 
{iY 
gur 


Bild 2. Abmessungen der Siemens-K-Therne- 
wide K 11(oben) und K 12 (unten) 














K-Thernewide werden als kleine flache Bau- 
elemente nach Bild 2 (ähnlich Glimmerkon- 
densatoren) mit für jeden Zweck geeigneten 
Temperaturkoeffizienten und Kaltwiderstän- 
den geliefert. Hersteller: Siemens & 
HalskeAG. 


Neuerungen 


UKW - Schichtwiderstände und 
-Drosseln. Spezialwiderstände für 
höchste Frequenzen dürfen nicht 
gewendelt sein, damit die Selbst- 
induktion gering bleibt. Außer- 
dem müssen sie rauschfrei und 
konstant sein und gute Kontak- 
tierung ermöglichen. Für diesen 
Zweck wurden neue Widerstands- 





typen mit gut lötbaren metalli- 
sierten Anschlüssen entwickelt 
(Bild oben). Sie werden für 
Nennbelastungen von 0,05 bis 4 W 
und in Widerstandswerten von 
5Q bis5 KR hergestellt. 

Für UKW-Drosseln verwendet 
der Praktiker häufig Schicht- 
widerstände, auf die nachträg- 
lich eine Drahtwicklung aufge- 
bracht wird. Abgesehen davon, 
daß dies meist unsauber aussieht, 
streuen die L-Werte hierbei stark 
und lassen sich nicht eindeutig 
reproduzieren. Deshalb werden 
die neuen serienmäßig hergestell- 
ten UKW-Drosseln in der Größe 
von Schichtwiderständen (Bild 
unten) für viele Zwecke will- 
kommen sein. Lagermäßig wer- 
den folgende Ausführungen ge- 
liefert: 


19H +10% 17mm x 52mm & 
2,34uH +10% 27mm x 5,2mm © 
Bei Bedarf werden größere Stück- 
zahlen auch in anderen Abmes- 


sungen gefertigt. Hersteller: Re- 
sista GmbH, Landshut/Bayern. 


Kleinst-Elektrolyt-Kondensato- 
ren. Um Elektrolytkondensatoren 
für Geräte gedrängter Bauart 
noch kleiner und leichter zu ge- 
stalten, wurden Kleinstausfüh- 
rungen für freitragende Befesti- 
gung entwickelt. Mit einem Ge- 
wicht von nur etwa 15 bis6 g 
können diese Kondensatoren wie 
Schichtwiderstände im Zuge der 
Leitungen verlegt werden. Der 
Minuspol liegt am Gehäuse. Auf 
Wunsch werden sie mit einem 
Kunststoffolienüberzug isoliert 





geliefert. Für den Rundfunktech- 
niker sind besonders die Nieder- 
voltausführungen 12/15 V inter- 
essant, die in Werten von 5 bis 
100 uF, und 30/35 V, die mit Ka- 
pazitäten von 5 bis 50 uF geliefert 
werden. Die Hochvoltausführun- 
gen für 250/275 und 350/385 sind 
für 05 bis 4 uF lieferbar. Ein 


Elektrolytkondensator von 2 uF 
für 350/385 V hat beispielsweise 
nur 6,5 mm © bei 43 mm Länge. 
Herst.: Siemens & Halske 
AG, Wernerwerk für Radiotech- 
nik, Karlsruhe. 


Meßzwischensockel. Bei der ge- 
drängten Bauweise und den kur- 
zen Leitungsverbindungen neu- 
zeitlicher Rundfunk- und Fern- 
sehgeräte ist die Gefahr, beim 
Prüfen wichtige Teile zu beschä- 
digen, sehr groß. Hier hilft eine 
Serie von Meßzwischensockeln, 
die unter der Bezeichnung 
„Klein-Meso“ für Allglas- 
röhren mit 7, 8 und 9 Stiften 
herausgebracht werden. Sie bie- 
ten die Möglichkeit, oberhalb des 
Chassis Spannungs- und Strom- 
messungen an den Röhren vor- 
zunehmen. Infolge der nur gerin- 
gen zusätzlichen Kapazität wer- 
den die Daten der Schaltung nur 
wenig beeinflußt. In Verbindung 
mit der zugehörigen Röhre kann 
in fast allen Fällen gemessen 
werden, ohne das Chassis aus- 
zubauen. 

Preis des Satzes mit vier Zwi- 
schensockeln 8.40 DM, zusammen 
mit drei Sockel-Justierlehren im 
ansprechenden Etui 15.50 DM. 
Herst.: Sell & Stemmler, 
Berlin-Steglitz, Ulandstraße 8. 


Magnetpolanzeiger. Dieses neue 
handliche und sehr konstante 
und widerstandsfähige Gerät er- 
möglicht einfach und zuverlässig 
die Polarität von Feldspulen, 
Motorwicklungen, Lautsprecher- 
magneten usw. festzustellen. Man 
führt die Spitze des Anzeigers an 
den Magnetpol. Im Fenster des 
Gerätes erscheint dann sofort ein 





rn 


S (Südpol) oder N (Nordpol). Die 
Scheibe ist sehr leicht drehbar 
gelagert, aber gut gedämpft, so 
daß sie sich ruhig auf den Wert 
einstellt. Die Empfindlichkeit ist 
so groß, daß das Gerät auch als 
Kompaß und zum Verfolgen von 
unter Putz verlegten Eisenrohren 
verwendet werden kann. Der An- 
zeiger wird in einem Kunststoff- 
etui geliefert, das sich wie ein 
Füllfederhalter bequem in der 
Tasche tragen läßt. Das Gewicht 
beträgt nur 40 g. Preis: 13.50 DM. 
Hersteller: Deutsche Edel- 
stahlwerke AG, Magnet- 
fabrik Dortmund. 


Alle Besprechungen in der Rubrik 
„Neuerungen“ erfolgen nach einer 
praktischen Erprobung der be- 
schriebenen Konstruktionen in 
der Redaktion der FUNKSCHAU 


Werks-V 


Philips-Elektroakustik 1953, H. 12. 
Eine Reihe neuzeitlicher Ela-An- 
lagen wird in diesem Heft behan- 
delt, so z. B. Anlagen in einem 
Krankenhaus in Würzburg, im 
Stadttheater Kiel und auf einem 
großen Braunkohlenbagger. Das 
Heft zeigt, wie die Ela - Technik 
immer weitere Gebiete des heu- 
tigen Lebens erfaßt. Neben wei- 
teren Einzelheiten werden auch 
das neue Tauchspul - Mikrofon 
EL 6040 und der 20-W-Mischpult- 
verstärker EL: 6400 beschrieben 
(Deutsche Philips GmbH, 
Hamburg 1). 





ffentlichungen 


UKW-Sendertabelle. Frequen- 
zen, Kanalzahlen und Stations- 
namen von über 100 bereits im 
Bundesgebiet arbeitenden UKW- 
Sendern enthält diese kleine 
Liste, die jedem UKW - Hörer 
willkommen sein dürfte. (Tele- 
funken GmbH, Hannover). 











FUNKSCHAU 1953 / Hett5 103 





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VIII Heft5 | FUNKSCHAU1954 


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gruppe IIl TO. A. 


Bedingungen: abgeschlossenes Hochschulstudium, Kenntnisse auf 
den Gebieten der UKW-, Dezimeter- und Radar-Technik, mehrjährige 
praktische Beschäftigung in größeren Industriebetrieben der Hochfre- 
quenztechnik auch nach 1945. 


Bewerbungen mit Lebenslauf und kurzer Übersicht über den Ausbil- 
dungs- und beruflichen Werdegang sind unter Beifügung von Zeugnis- 
abschriften und Entnazifizierungsbescheid - in beglaubigter Abschrift — 
bis zum 1. März 1954 an die 


Beschaffungsstelle für den Bundesgrenzschutz, Bonn 12, 


zu richten. Persönliche Vorstellungen nur nach Aufforderung erbeten. 


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X Heft5 / FUNKSCHAU 1954 


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Zur weiteren Verbesserung und Verbilligung von UKW- Vor- und Mischstufen haben wir zwei 
neue Valvo Zweifach-Trioden, die ECC 85 und die UCC 85 herausgebracht, deren Kennlinien 
mit Rücksicht auf die wahlweise Verwendung der Systeme als HF-Vorverstärker oder selbst- 
schwingende, additive Mischstufe ausgebildet sind. Nachdem sich für UKW-Mischstufen die 
steile Triode allgemein durchgesetzt hat, und dieser Röhrentyp auch für die HF-Vorstufe in 
zunehmendem Maße eingesetzt wird, lag es nahe, durch Verwendung einer Zweifach-Triode 
zu billigeren Geräten mit ähnlich günstigen Eigenschaften wie bei Verwendung von zwei 
Einzeltrioden zu kommen. Gegenüber der bisher für diesen Zweck aus dem Fernseh-Röhren- 
satz übernommenen ECC 81, die jedoch hochfrequenztechnisch noch mit einigen Nachteilen 
behaftet war, sind die neuen Röhren wesentlich verbessert. Vor allem sind sie mit einer 









Sockel: Noval Einbau: beliebig 


Technische Daten: 
Heizung: 

indirekt durch Gleich- oder Wechselspannung : 
ECC 85 Parallelspeisung : 





U, = 6,3 V wirksamen Abschirmung zwischen den beiden Systemen ausgerüstet, die bei richtigem 
I BE u E Schaltungsaufbau zu einer sehr niedrigen Oszillator-Abstrahlung führt, ein Ergebnis, das bei 
mn a 2 v der Konstruktion der ECC 81 infolge der Verkopplung durch die Kapazität zwischen den beiden 
1 u 0] N Anoden kaum zu erreichen war. Gleichzeitig mit dieser grundsätzlichen Verbesserung wurden 
Betriebsdaten als HF- Verstärker: größere Mischsteilheiten und, bezogen auf vergleichbare Betriebseinstellungen, auch höhere 
ECC 85 UCC 85 Werte im Eingangswiderstand und in der Geradeaus-Steilheit erzielt, so daß man mit E/UCC 85 
U, 250 70V Eingangsstufen je nach Schaltung auf 300- bis 500-fache Verstärkung kommt. Die E-Aus- 
Roy) 18 15 kQ führung und die U-Ausführung sind einander in der Konstruktion weitgehend angeglichen, 
Rr 0 w 0 jedoch ist für die E-Röhre ein etwas größerer Leerlauf-Verstärkungs-Faktor gewählt, damit 
2 z n 2 die in E-Empfängern zur Verfügung stehenden höheren Spannungen besser ausgenutzt 
R 97 84 ve werden können. Die Scholtungstechnik der E/UCC 85 schließt sich weitgehend an die bereits 
z ke % 6 bekannten Trioden-Schaltungen mit EC 92, ECC 81 oder ECH 81 an. Man hat mit den neuen 
Kan 05 05 ko’ Zweifach-Trioden die Möglichkeit, eine große Zahl von Schaltungs-Variationen anzuwenden. 
Betriobsciien als neihetschieligunde Miicksivfe: Ein Beispiel mit Gitterbasis-Vorstufe und einer Mischstufe mit induktiver Symmetrierung 
ECC 85 UCC 85 und kapozitiver Abstimmung ist in der untenstehenden Schaltskizze wiedergegeben. 
U, 250 mv 
ni 2 47 kQ 
R, 1 1 No 
® 3,0 N, WRECC 85 
I, 52 48 mA 
5 23 22 mAN 
R; 22 % ko 
„A=3m 1 5 ka 


1) Überbrückter Vorwiderstand in der Anodenleitung. 











HAMBURG I 
MONCKEBERGSTRASSE7 





110354/56