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Full text of "Funkschau 1953 Heft 13"

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INGENIEUR-AUSGABE 


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1. Juli-Heft 
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II Heft 13/FUNKSCHAU 1953 


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MIT FERNSEH-TECHNIK 


25. JAHRGANG 


1. Juli-Heft 1953 Nr. 13 





Fernsehtechnik und -wirtschaft sind bereit 


Durch die Rundfunkwirtschaft geht eine mittlere Welle des Optimismus: die Übertragung 
der Krönungszeremonie aus London am 2. Juni und diverser anderer Programme aus Eng- 
land und Frankreich vor und nach diesem historischen Datum schufen ein mildes Fernseh- 
klima. Endlich sprach man vom Fernsehen... Die Zeitungen schrieben 
anerkennende Worte und machten damit wenigstens etwas wieder gut, was manche von 
ihnen am Fernsehen durch übereilte, negative Programmkritik und seltsame Meldungen 
über Preisentwicklung, Lebensdauer der Bildröhre und dergleichen gesündigt hatten. So 
hört man jedenfalls im Rheinland. 

Man wartet nun auf die Leistungen, die der NWDR und die anderen Rundfunkanstalten 
anläßlich der Großen Deutschen Rundfunk- und Fernseh-Ausstellung auf dem Sektor Fern- 
sehen bieten werden. Beides zusammen — als Auftakt der gelungene zwischenstaatliche 
Programmaustausch und die zielsichere Werbung durch eine interessante Schau in Düssel- 
dorf als Fortsetzung — müssen das freundliche Interesse des breiten Publikums in eine 
warme Zustimmung verwandeln. Wir können sie wahrhaftig gebrauchen, denn die Ouver- 
türe des Fernsehens in Deutschland konnte bisher nicht unbedingt befriedigen. Die Zahl der 
„echten“ Fernsehteilnehmer, die ihren Obolus an die Deutsche Bundespost entrichten, ist 
gering und steigt nur langsam — außerdem bleibt es eine offene Frage, in welchem Um- 
fange die stürmische Nachfrage nach Fernsehempfängern vor dem 2. Juni eine reale Ge- 
schäftsbelebung war. 

Wie so oft in unserer Branche, so eilt auch diesmal die Technik der wirtschaftlichen und 
künstlerischen Seite weit voraus. Durch den bevorstehenden 2. Juni angefeuert, hatten 
Bundespost und Sendegesellschaften das Fernsehen in einem Zuge bis vor die Tore von 
Karlsruhe und nach Niederbayern getragen; das Fernehen überschritt die Mainlinie weit 
nach Süden dank der großen Reichweite des Feldbergsenders und der termingerechten 
Inbetriebnahme der Anlage auf dem Weinbiet mit ihrem Ableger in Baden-Baden. Weitere 
Millionen Menschen wohnen nunmehr im Bereich eines Fernsehsenders; es liegt jetzt an 
ihnen, an ihrer Brieftasche und an der Programmgestaltung, sich rasch in den Kreis der 
Fernsehteilnehmer einzugliedern. 

Es sei hier eingefügt: vielen Kritikern unseres Fernsehens scheint nicht klar zu sein, daß 
der bundesdeutsche Fernsehdienst nach der obligaten Vorbereitungszeit geradezu schlag- 
artig „da“ ist. Noch kein halbes Jahr nach dem Start des öffentlichen Fernsehrundfunks 
arbeiten acht Sender, wenn man die kleine Anlage auf dem Merkur bei Baden-Baden 
mitrechnet. Alle sind sie durch sicher funktionierende Relaisstrecken verbunden, sieht man 
einmal von der noch nicht ganz taktfesten Strecke Hamburg—Berlin ab, deren Ausbau 
jedoch nur noch eine Frage von Wochen ist. Dieses Tempo im Aufbau steht einzigartig da — 
alle Fernseh-Länder der Erde fingen weit bescheidener an, auch die USA! 


” 


Wir dürfen ferner feststellen, daß die technische und wohl auch die wirtchaftliche Seite 
der Empfängerentwicklung einen hohen Stand erreicht hat. Empfindlichkeit, Bildqualität 
und Gehäusegestaltung sind zwar noch nirgends optimal, aber dies wäre auch verwunder- 
lich. Der Gebrauchswert der Empfänger jedoch, oder, was auf dasselbe hinauskommt, die 
Preiswürdigkeit ist zwar noch unterschiedlich, aber im ganzen genommen gut, wie Ver- 
gleiche mit ausländischen Modellen immer wieder beweisen. Es erscheint daher fraglich, ob 
die nächste Zeit große Überrraschungen bringen kann. Die Technik wird sich sehr an- 
strengen müssen, um mit weniger als 50...70 „V Eingangsspannung ein durchgezeichnetes 
Bild zu erzeugen — und ob es jemals gelingen wird, die Röhrenzahl bei gleichbleibender 
Leistung fühlbar zu senken, muß ebenfalls bezweifelt werden. Die Frage „Einkanal- oder 
Mehrkanalgerät?“ ist wahrscheinlich bereits zugunsten der Universalausführung beant- 
wortet worden, so daß weitere Fortschritte nur bei der Bildgröße gefunden werden können. 
Zweifelsohne wird sich die 43-cm-Bildröhre (17”) von einer gewissen Preisklasse an durch- 
setzen. Diese Entwicklung stellt den Gehäusearchitekten vor neue Aufgaben. Er muß einen 
richtigen Platz für den Lautsprecher im Tischgerät finden; die seitliche Abstrahlung wird 
manchmal bemängelt. Einen richtig angeordneten Lautsprecher, gut zu erreichende Be- 
dienungsknöpfe, eine große Bildröhre — und ein nicht zu voluminöses Gehäuse zu kombi- 
nieren, ist keın kleines Problem. Immerhin, die Amerikaner schaffen es sogar mit der 58-cm- 
Bildröhre (23) ! 

% 

In welchem Umfange die interessante Aufteilung der Fernsehgeräte in einen Nur-Bild- 
empfänger und einen Rundfunkempfänger mit Fernsehtonteil als fünften Wellenbereich 
Anhänger finden wird, ist schwer zu sagen. Bei der technisch nicht einfachen Konstruktion 
spielen wirtschaftliche Überlegungen eine große Rolle; auch ist daran’zu erinnern, daß 
Zusammenschaltungen und Zusatzgeräte (Sperrkreis, Hf-Vorstufen u.ä.) im Rundfunk 
niemals längere Zeit befriedigten. Das Ganze ist aber sozusagen eine Frage an den Markt. 

Ähnliches gilt für kombinierte Rundfunk/Fernsehempfänger. Hier ist die Lage allerdings 
schon weiter geklärt: Kombinationen dieser Art bleiben der höchsten Preisklasse vorbe- 
halten und bieten dem Konstrukteur manche Gelegenheit zur Auswahl prächtiger Möbel- 
stücke und interessanter Zusammenstellungen, etwa durch Hinzunahme von Schallzeilen, 
Plattenwechslern und Tonbandgeräten. Über UKW im Fernsehempfänger ist das letzte Wort 
noch nicht gesprochen worden; wir erinnern uns an die Ausführungen eines Vertriebs- 
mannes der Industrie: „Unsere Techniker haben beide Konstruktionen in der Schublade. Je 
nachdem, was der Markt verlangt, ziehen sie Plan I mit UKW oder Plan II ohne UKW 
hervor“. Diese verstärkte Anwendung des Differenztonverfahrens (Intercarrier) bringt für 
den Einbau des UKW-Teils einige Komplikationen mit sich, so daß die Techniker gefühls- 
mäßig der Lösung „ohne UKW“ den Vorzug geben. 

* 

Nachdem nun auch das Patentwesen auf dem Fernsehgebiet einer Klärung zustrebt — 
wobei die Lizenzgebühren in der Kalkulation leider keine geringe Rolle spielen werden —, 
fließt die Empfängerentwicklung ruhig dahin, ohne Überraschungen zwar, aber doch unter 
ständigen Verbesserungen. Alles in allem: ein Bild, dessen positive Züge überwiegen. 

Karl Tetzner 


Aus dem Inhalt: 


Fernsehtechnik und -wirtschaft sind bereit 225 


Das Neueste aus Radio- und Fernseh- 
technik: 


Die deutsche Fernsehtechnik hat den Vor- 
sprung des Auslandes aufgeholt; Fernseh- 
bildröhre mit zylindrischer Schirmkrüm- 
mung; Fernseh-Werbezug mit eigener 
Bildkamera ,; Stereofonische Rundfunk- 
übertragung ; Niederfrequenzfeld schmilzt 
schwebendes Metall; Die Zündanlage ols 


Radarsender ca 000020 0% 226/228 
Die große Fernsehbrücke .......... 229 
Röhrenloser Ortsempfänger mit Transistor- 

Vorstärker 44% 4000 a en 231 
UKW-Einbausuper W510. . 2.2.2.2... 232 
Funktechnische Fachliteratur ........ 232 
Wendelantennen .... 2.222220. 233 
Vom Fernsehen in Bayern .......... 233 


Die interessante Schaltung: 


400-W-Diathermiegerät............ 234 
Gegentakt-Endstufe mit zwei Röhren ECL80 234 
Batteriebetriebener Signalverfolger ..... . 234 
Fernbedienungsgerät mit Impedanz- 

WOBUSE 2... en He 235 
Elektronische Schaltuhr für längere Schalt- 
ZEN. ae es 236 
Antennanörfer u. urasassahe 236 


Aus der Welt des Kurzwellenamateurs: 


Frequenzstabiler Steuersender für KW- 
Amalsure 40200080 Rn 237 


FUNKSCHAU-Prüfbericht: 


Schaub-Großsuper SGSAA......... 239 
Messung von kleinen Gleichspannungs- 
Schwankungen... ur 2.000000 046% 240 


Fernsehtechnik ohne Ballast 
20. Folge: Gewinnung der Raster-Synchro- 


nisierzeichen | Sägezahngeneratoren ... 241 
Briefe an die FUNKSCHAU-Redaktion . . 243 
Neuzeitlicher Kristall-Tonabnehmer ... . 244 


Grundig-Drucktasten-Autosuper AS53.. . 244 


Neuerungen [| Werks-Veröffentlichungen | 
Geschäftliche Mitteilungen. ........ 244 


Die 
INGENIEUR-AUSGABE 


enthält außerdem 


ELEKTRONIK 
Nr. 5 





226 Hen13/ FUNKSCHAU 1953 


D AS N E UE STE aus Radio- und Fernsehtechnik 





Die deutsche Fernsehtecdnik 
hat den Vorsprung des Auslandes aufgeholi 


Die Fernseh GmbH, Darmstadt, hat vor 
einiger Zeit die beiden ersten in Deutsch- 
land entwickelten und gebauten Image- 
Orthikon - Fernsehkameras dem NWDR 
übergeben. Ein Vergleichsversuch mit 
einer modernen ausländischen Image- 
Orthikon-Kamera ergab folgendes: 

Die Bildqualität ist die gleiche und 
hängt nur von der Güte der verwendeten 
Aufnahme - Bildröhre ab. Das deutsche 
Gerät wiegt jedoch nur 38 kg und ist damit 
um ca. 9 kg leichter als das ausländische 
Vergleichsfabrikat. Mit den Abmessungen 
46,5 x 26 x 30 cm besitzt die Kamera der 
Fernseh GmbH beinahe nur den halben 
Rauminhalt der ausländischen Ausfüh- 
rung. Infolge der kleineren Abmessungen 
und des geringeren Gewichtes ist die 
deutsche Kamera wesentlich bequemer 
zu handhaben. 

Gegenüber den bisher in Deutschland 
verwendeten Aufnahme - Einrichtungen 
mit Rieselikonoskop zeichnet sich die 
neue Image - Orthikon - Kamera!) durch 
eine wesentlich höhere Lichtempfindlich- 
keit aus. Sie ermöglicht damit auch Fern- 
sehübertragungen bei sehr ungünstigen 
Beleuchtungsverhältnissen, z.B. bei Sport- 
reportagen usw. 

Die neue Kamera enthält eine Fern- 
sehbildröhre als elektronischen 
Sucher, ein Prinzip, welches von der 
Fernseh GmbH bereits 1937 angegeben 
und das ihr patentiert wurde; nach Ver- 
lust der deutschen Auslandspatente wurde 
es in der ganzen Welt nachgeahmt. Trotz 
der geringen Abmessungen der Gesamt- 
kamera wird durch Verwendung einer 
viereckigen Sucherröhre ein großes über- 
sichtliches Sucherbild erzeugt. 

Als weitere wichtige Neuheit besitzt die 
Anlage an Stelle von Irisblenden für die 
Objektive eine lichtschwächende Vorrich- 
tung, welche die Lichtmenge bis auf 1/1000 
schwächt. Dieses elektronisch gesteuerte 
Lichtfilter wird von den Kontroll- 
koffern aus fernbedient. Diese beiden Kof- 
fer enthalten ‘den Kameraverstärker und 
den Kontrollempfänger und weisen eine 
bequem tragbare Form auf. 





1) Die Unterschiede und Vorteile der beiden 
Aufnahme-Bildröhren, des Orthikons und des 
Superikonoskops, sind ausführlich in dem 
eben im Franzis-Verlag erschien. Band'’55/56, 
„Fernsehtechnik von A bis Z“, der Radio- 
'Praktiker-Bücherei erläutert. 






DieneuenImage-Orthikon-KamerasderFernseh 
GmbH arbeiten mit parallaxenfreiem Sucher, 
und sie sind gegenüber bisherigen Konstruktio- 
nen leichter und wendiger in der Handhabung 


Die deutsche Fernsehtechnik hat durch 
den Bau dieser neuen Kameratype bewie- 
sen, daß sie den Anschluß an den auslän- 
dischen Stand der Fernsehtechnik erreicht 
hat. Deutschland gehört daher jetzt schon 
wieder zu den wenigen Ländern, denen es 
möglich ist, ein eigenes Fernseh - Sende- 
netz mit im eigenen Lande entwickelten 
und gefertigten Geräten aufzubauen. 


Infolge der guten Eigenschaften wurden 
vom NWDR bei der Fernseh GmbH drei 
weitere Fernsehkameras gleicher Type in 
Auftrag gegeben, die zur Ausrüstung eines 
neuen Fernseh - Übertragungswagens be- 
stimmt sind. Auch die anderen deutschen 
Sendegesellschaften sind an den neuen 
Kameramodellen sehr interessiert. 


Die schönen Erfolge der Fernseh GmbH 
haben auch bereits zu nennenswerten 
Auslandsaufträgen geführt. So liegt ein 
Exportauftrag auf drei Filmabtaster, 
einen Diapositivgeber und weitere Geräte 
für Belgien vor, und nach Italien sollen 
kurzfristig zwei Abtastgeräte geliefert 
werden, damit der Fernsehsender Rom 
am 1. Oktober 1953 seinen Dienst auf- 
nehmen kann. 


Fernsehbildröhre mit zylindrisher Schirmkrümmung 


Bei der großen Lichtstärke moderner 
Fernsehbildröhren ist es beim Fernseh- 
empfang nicht erforderlich, den Raum 
völlig abzudunkeln. Dies wirkt sich bei 
längerem Zuschauen angenehm aus, weil 
das Drückende eines gänzlich abgedunkel- 
ten Raumes nicht so störend empfunden 
wird. Andererseits bewirkt das stets vor- 
handene Blend- und Streulicht, daß Reflexe 
auf dem Bildschirm erscheinen und u. U. 
den Betrachter blenden können. Eine all- 
seitig gekrümmte Schirmfläche verhält sich 
hierbei ähnlich wie eine verspiegelte Gar- 
tenkugel. Auffallendes Licht wird nach 
verschiedenen Seite reflektiert und stört 
in einem größeren Sichtwinkel als bei 
einem ebenen Spiegel. Diese Gefahr wird 
bei Bildröhren mit zylindrischer Krüm- 
mung und bei geeignetem Einbau dieser 
Röhren weitgehend vermieden. 

Die neue Bildröhre 
MW 43—61 von Tele- 
funken wird daher 
in Allglasausführung 
mit zylindrisch ge- 
krümmter Sichtfläche 
hergestellt. Bild 1 
zeigt die Hauptab- 
messungen der Röhre 
und läßt die Krüm- 
mung entlang der 
Bildbreite erkennen, 
während in der Höhe 
der Bildschirm grad- 
linig verläuft. 

Das von Lichtquel- 
len oberhalb der Bild- 
mitte herrührende 
Störlicht wird bei die- 
ser Krümmung in den 
Raum oberhalb der 
Bildröhrenmitte re- 
flektiert, stört also 
den Betrachter nicht 
(Bild 2). Um auch ein 
Blenden durch etwa 
in Höhe der Röhre 


488+10 





















Ablenkstrahl 


(ca 5...15°) in den Fernsehempfänger ein- 
zubauen. Durch diese Neigung wird auch 
das in Höhe der Bildmitte einfallende 
Störlicht in den Raum unterhalb der Bild- 
mitte reflektiert (Bild 3). Dieser geringe 
Neigungswinkel wird vom Betrachter 
kaum bemerkt und beeinflußt weder die 
Bildhelligkeit noch die Schärfe, er hat je- 
doch den Vorzug nahezu vollkommener 
Blendfreiheit. 


Vorläufige technische Daten der MW 43—61 


Heizung: Indirekt geheizte Katode, Serien- 
oder Parallelspeisung 
Heizspannung U 6,3 V 
Heizstrom Ir 0,3 A 
Zulässige Heizspannung 
während der Anheizzeit 1,5xX63V 
Betriebswerte: 
Anodenspannung U, 14 kV 


Schirmgitterspannung U, 400 V 
Dunkelspannung 


bei U,» =300V  —33...— 77 V 
bei U, =40V —44...—103 V 
Grenzwerte: 
Anodenspannung U 16 kV 


a 
Schirmgitterspannung U,s 460 V 
Gitterspannung mit 

positiver Spitze Up —150...0 V 


& +2V 
horizontaler 





vorhandene Licht- 
quellen (z. B. Fenster) 
auszuschließen, wird 
empfohlen, die Bild- 
röhre geringfügig 
nach vorne geneigt 
















Bild 2. Von oben kommendes Störlicht wird bei 
der neuen Bildröhre nach unten reflektiert 


vertikaler 
Ablenkstrahl 











Bild 1. Fernsehbildröhre Telefunken MW 43-61 
mit zylindrischer Schirmkrümmung 


























Bild 3. Waagerecht einfallendes Störlicht kann 
durch eine leichte Neigung des Bildschirmes 
unschädlich gemacht werden 


(Fortsetzung der technischen Daten der Bild- 
röhre MW 43-61) 


Spannung zwischen Faden und Schicht 
Faden negativ gegen 


Katode U_fk 180 V 
Faden positiv gegen 
Katode Urk 125 V 
Mittlerer Anodenstrom I, 100 nA 
Gitterableitwiderstand Rai 500 k2 
Schirmbelastung Ns 6W 
(bei vollausgeschriebenem Raster) 
Kapazitäten: 
Gitter 1 gegen alle übrigen 
Elektroden Cai ca.7pF 
Katode gegen alle übrigen 
Elektroden x ca.5pF 
Anoden gegen leitenden 
Außenbelag Cam min. 750 pF 
max. 2000 pF 
Fernseh- Werbezug 


mit eigener Bildkamera 


Vor kurzem haben die Grundig-Radio- 
Werke einen zweiteiligen motorisierten 
Fernseh - Werbezug in Dienst gestellt, der 
nicht nur Empfänger vorführt und das 
offizielle Programm überträgt, sondern 
der auch über eine eigene Studioanlage 
verfügt. Zu dieser gehört eine Auf- 
nahmekamera, die wahlweise vom 
Wagendach, von einem anderen bis 50 m- 
entfernten Blickpunkt oder vom Wagen- 
inneren aus Aufnahmen macht und im 
Kurzschlußverfahren auf die Bildschirme 
der mitgeführten Empfangsgeräte über- 
trägt. 

Die Studio - Kontrolleinrichtung mit 
ihren zahlreichen Reglern, zwei Kontroll- 
Bildröhren und zwei Kontroll - Oszillo- 
grafen ist im Motorfahrzeug unterge- 
bracht. Der restliche Teil der Innenräume 
— beide Fahrzeuge sind mit einem D-Zug- 
Balg verbunden — steht für Vorführ- 
zwecke und als Konferenzzimmer zur Ver- 
fügung. 

Die Kamera, die wie die übrige Ein- 
richtung von Grundig entwickelt und ge- 
baut wurde, arbeitet mit Super-Ikonoskop 
und elektronischem Bildsucher. Auf einem 
kleinen an der Kamera angebrachten 
Bildschirm läßt sich die Übertragung so- 
fort fernsehmäßig beurteilen. Ein Drei- 
fach-Objektivrevolver für Nah- und Fern- 
aufnahmen erleichtert die Scharfeinstel- 
lung. Während der Pausen, in denen 
weder das offizielle noch ein eigenes 
Direktprogramm übertragen werden, 
können vom Kontrollgerät aus Diaposi- 
tive abgetastet werden. Kü 


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Das große Kontrollgerät mit Taktgeber, zwei 
Bild- und zwei Oszillografenröhren im Motor- 
wagen des Fernseh-Werbezuges 


Stereofonische 
Rundfunkübertragung 


Ein interessanter Versuch in Holland 


Am 5. Mai 1953 führten die holländischen 
Rundfunkanstalten über die beiden Mittel- 
wellensender in Hilversum zwei halbstün- 
dige Versuchssendungen in stereofonischer 
Übertragung durch. Wie unseren Lesern 
bekannt sein dürfte, werden hierfür zwei 
völlig getrennte Übertragungswege be- 
nutzt. An einem „künstlichen Kopf“, einer 
Preßstoffkugel von etwa 25 cm Durch- 
messer, sitzen rechts und links je ein Mi- 
krofon. Über die erforderlichen Verstärker 
werden zwei getrennte Sender moduliert 
— im vorliegenden Fall Hilversum I auf 
746 kHz und Hilversum II auf 1007 kHz. 
Die Rundfunkhörer wurden veranlaßt, 
beide Sendungen mit getrennten Empfän- 
gern aufzunehmen, und diese so im Zim- 
mer aufzustellen, daß der Lautsprecher- 
schall des einen Gerätes von rechts, der 
des anderen von links den Zuhörer trifft. 


Natürlich wurde genau bekanntgegeben, 
welcher Sender im Senderaum vom „lin- 
ken“ und welcher vom „rechten“ Mikrofon 
ausgesteuert wurde, damit der Hörer 
seinen rechts stehenden Empfänger auch 
auf die richtige Wellenlänge abstimmt. 
Beim Einstellen der Empfangsgeräte ist es 
sehr wichtig, daß beide gleiche Klangfarbe 
und Lautstärke aufweisen. Wenn die rich- 
tige Einstellung gefunden ist, entsteht ein 
ganz frappierender Klangeindruck. Man 
hört plötzlich, daß beispielsweise bei einer 
Tanzkapelle der Saxofonsatz links sitzt, 
während das Blech auf der anderen Seite 
placiert ist. Bei Hörpielen hat man den 
Eindruck, als ob der Sprecher durch das 
Zimmer läuft, wenn er auch im Senderaum 
an den beiden Mikrofonen vorbeigeht. Die 
Unmittelbarkeit dieser Übertragungsart 
wirkt ungemein packend, und wenn man 
versuchsweise eines der beiden Empfangs- 
geräte abschaltet, wirkt die verbleibende 
„Einohrübertragung“ vergleichsweise flach 
und unbefriedigend. 


So interessant derartige Sendungen sind, 
so bleiben sie wahrscheinlich doch noch für 
längere Zeit für _den Alltagsbetrieb ein 
unerfüllbarer Wunsch. Abgesehen von der 
Notwendigkeit, zwei getrennte Empfänger 
zu benutzen, fehlen vor allem die erfor- 
derlichen Sendefrequenzen, die man für 
den Zweitsender brauchen würde. Hinzu 
kommt, daß die stereofonische Wirkung im 
hohen Maß von den akustischen Verhält- 
nissen im Wiedergaberaum beeinflußt 
wird. Es ist bekannt, daß unkontrollierbare 
Streu- und Reflexionseffekte die Laut- 
sprecherwiedergabe stark verfälschen kön- 
nen und daß die besten Erfolge mit zwei 
Kopfhörermuscheln erzielbar sind, von 
denen jede an einen anderen Übertragungs- 
weg angeschlossen ist. Nach Meldungen 
aus Amerika soll es Professor Dr. Arm- 
strong gelungen sein, ein neues UKW- 
Übertragungsverfahren zu entwickeln, bei 
dem einer Trägerfrequenz drei verschie- 
dene Programme gleichzeitig aufmoduliert 
werden können. Vielleicht lassen sich auf 
diese Weise einmal planmäßig Stereo- 
fonie-Sendungen durchführen. 


Über das Echo, das die holländischen 
Versuche in der dortigen Öffentlichkeit 
fanden, berichtet unser Bussumer Korre- 
spondent: 

Im Anschluß an die Versuche gingen 
beim technischen Dienst über 500 Emp- 
fangsberichte aus allen Teilen des Landes 
ein. Etwa 90 %/, aller Einsender waren be- 
geistert, während 8 % wenig und 2°), gar 
nicht zufrieden waren. Aus den Berichten 
dieser zuletzt genannten 10 °/o ersah man, 
daß sie die technischen Anweisungen nicht 
richtig befolgt hatten. Zum Beispiel ver- 
wendeten mehrere Hörer nur einen Emp- 
fänger mit zwei Lautsprechern. Wie ge- 
sagt, über 400 Hörer waren mit den Er- 
gebnissen äußerst zufrieden. Im Gegensatz 
zum Hörerecho, das im Jahre 1946 durch- 
geführte Versuche auslösten, kam jetzt 
eine Menge Berichte von Intellektuellen. 
Man konnte feststellen, daß auch diese 
Kreise an der neuen Übertragungsart sehr 
interessiert sind. Fast alle Briefschreiber 


FUNKSCHAU 1953/Hen 13 227 
DAS NEUESTE 


waren der Ansicht, daß stereofonische 

Sendungen wiederholt werden müßten. 

Viele wünschen sich Übertragungen des 

Conzertgebouw-Orchesters mit Programm- 

teilen, wie die Matthäus-Passion oder Kla- 

vierwerke. Etwa 50 Personen drangen 
auf stereofonische FM-Übertragungen. 

Kurzgefaßt folgen hier die am meisten 
geäußerten Wünsche: 

a) Stereo-Übertragungen an allen natio- 
nalen Feiertagen. 

b) „Periodisch“, z. B. einmal im Monat 
stereofonische Übertragungen von Or- 
chesterwerken oder Chören. 

c) Versuchssendungen für Tonamateure. 

d) Stereo-Übertragungen von Hörspielen. 

e) Stereo-Übertragungen über den AM- 
Ortssender und den Tonkanal des Fern- 
sehsenders. 

Sehr groß war die Zahl der Hörer, die 
Schwierigkeiten beim richtigen Einstellen 
der beiden Lautstärkeregler hatten. Es 
wurde vorgeschlagen, vor Beginn der Sen- 
dung einen Regelton auszustrahlen, der 
von einem Instrument erzeugt wird, das 
genau zwischen den beiden Mikrofonen 
sitzt (z. B. Oboe). 

Viele Insassen von Sanatorien und zahl- 
reiche Rundfunk-Amateure empfingen mit 
zwei Kopfhörermuscheln, von denen jede 
an einen eigenen Empfänger angeschlossen 
war. Vergleichsversuche zwischen Laut- 
sprecher- und Kopfhörerempfang ergaben, 
daß die letztgenannte Wiedergabeart mehr 
befriedigte. 





Niederfrequenzfeld 
schmilzt schwebendes Metall 


Ein neues Verfahren der Westinghouse 
Electric Corp. gestattet es, kleine Metall- 
mengen in der Luft oder im Vakuum zu 
schmelzen. Man vermeidet also Verunrei- 
nigungen, wie sie beim Gebrauch von 
Schmelztiegeln auftreten können. 'Außer- 
dem hat.man hiermit erstmalig die Mög- 
lichkeit, das Verhalten von Metallen bei 
höheren Temperaturen zu untersuchen, 
als sie selbst die besten Tiegel auszuhalten 
vermögen. 

Bei diesem Verfahren stehen zwei ver- 
schieden große Luftspulen im Abstand von 
einigen Zentimetern übereinander. Sie wer- 
den von niederfrequentem Strom (10 kHz; 
einige hundert Ampere) gegensinnig durch- 


Obere 
Spule 


Freischwebende 
Metallkugel 


Untere 
Spule 





Schematische Darstellung der Spulen zum 
Schmelzen kleiner Metallmengen 


flossen, so daß ihre Felder gegeneinander 
gerichtet sind. Schiebt man nun auf einem 
Glasrohr die zu schmelzende Metallmasse 
durch die untere Spule hindurch in den 
Zwischenraum der beiden Spulen hinein, 
so bleibt die Masse bei ausreichend bemes- 
senem Spulenstrom schweben, weil die in 
ihr erzeugten Wirbelströme nach elektro- 
dynamischen Gesetzen die Masse aus dem 
Spulenfeld drängen. Durch die zwei ent- 
gegengesetzt wirkenden Felder verharrt die 
Metallmasse aber in der neutralen Zone; 
in dem Bestreben, sich der Bearbeitung 
durch das Spulenfeld zu entziehen, ruht sie 
gewissermaßen zwischen zwei Kraftlinien- 
kissen. Gleichzeitig tritt durch die Wir- 
kung der Wirbelströme eine schnelle, sehr 
starke Erhitzung ein und die geschmolzene 
Metallmasse nimmt unter der Wirkung der 
Schwerkraft eine kegel- oder tropfenför- 
mige Gestalt an. Sie beginnt zu tropfen, 


228 Hen13 / FUNKSCHAU 1953 
DAS NEUESTE 


Niederfrequenzfeld 
schmilzt schwebendes Metall 





(Fortsetzung) 


wenn das Spulenfeld geringfügig verrin- 
gert wird, und fällt schließlich in ein Auf- 
nahmegefäß, wenn man das Spulenfeld 
stärker reduziert. 


Dieses Verfahren des „Schwebschmel- 
zens“ bereichert nicht nur die metallur- 
gische Forschung, sondern ermöglicht es 
auch, verschiedene Metalle und Legierun- 
gen (einschließlich der schwerschmelzen- 
den) in außerordentlicher Reinheit zu er- 
schmelzen 


Mit Labormitteln wurden bisher Proben 
aus Zinn, Messing, Molybdän, Titan, Zir- 
konium und anderen Metallen geschmol- 
zen. Das größte Versuchsstück war ein 
Aluminiumblock von 6,35 cm ® und 10 cm 
Länge. hgm 

(J. Appl. Phys. 23/1952, 545...552, referiert 
in den Physikalischen Blättern 1952, 554.) 


Die Zündanlage als Radarsender 


Daß Radaranlagen zur Verkehrsregelung 
dienen, ist uns von Hafen- und Flugplatz- 
anlagen bekannt. Sie sollen vor allem bei 
Nacht und Nebel das Zusammenstoßen von 
Schiffen und Flugzeugen vermeiden hel- 
fen. Einen bemerkenswerten Vorschlag, 
Kraftfahrzeug - Zusammenstöße zu ver- 
hindern, macht Carl H. Holm aus Hono- 
lulu in der USA - Patentschrift 2 605 393. 
Darin werden Verfahren erwähnt, nach 
denen dem Zusammenstoß von Kraftfahr- 
zeugen, insbesondere in unübersichtlichen 
Kurven, dadurch vorgebeugt wird, daß in 
jedem Fahrzeug ein Hochfrequenzsender 
und ein Empfänger zur Aufnahme der 
vom anderen Fahrzeug ausgesandten Wel- 
len untergebracht sind. Ein vom Empfän- 
gerausgang gesteuertes Signal soll dem 
Fahrer die Annäherung eines anderen 
Fahrzeuges anzeigen. 


Solange nicht alle Fahrzeuge mit diesen 
Einrichtungen ausgerüstet sind, kann ein 
solches Gerät im eigenen Fahrzeug eher 
schaden als nützen. Für die Übergangszeit 
schlägt nun der Erfinder aus Honolulu vor, 
die von den Zündkerzen der Fahrzeuge 
erzeugten UKW - Schwingungen zur An- 
zeige der Annäherung eines fremden 
Fahrzeuges auszunutzen. Das eigene Fahr- 
zeug müßte dann nur mit einem Empfän- 
ger für die Zündschwingungen ausgestat- 
tet werden, für den die im Bild wieder- 
gegebene Schaltung vorgeschlagen wird. 
Mit der Antenne 1 werden die fremden 
Zündschwingungen aufgenommen, in der 
Röhre 2 mit den in der eigenen Zünd- 
anlage erzeugten Schwingungen über- 
lagert, in den Röhren 3 und 4 verstärkt 
und von der am Armaturenbrett montier- 
ten Glimmlampe 5 wiedergegeben. Mit 
Potentiometer 6 kann die Empfindlichkeit 
geregelt werden. Der Reflektor hinter der 
Antenne wird zweckmäßig schräg nach 
vorn gerichtet. 


Soweit die Patentschrift. Allerdings ist 
es fraglich, ob die Einrichtung auch bei 
funkentstörten Motoren einwandfrei ar- 










Schaltung zum 
Anzeigen sich 
nähernder 

Kraftfahrzeuge 
durch Aufnehmen 
der Zündstörungen 
(nach USA-Patent- 
schrift 2605393) I 


beitet. Man muß also hier eine un- 
erwünschte Störerscheinung, nämlich die 
Störstrahlung der Zündanlage, ausnutzen, 
um die Unfallgefahr zu verringern. Je 
größer die Störstrahlung, desto besser 
spricht die Warnanlage an. Wir kennen 
die Verhältnisse nicht, von denen der Er- 
finder ausgeht. Für unseren Kontinent 
allerdings ziehen wir vor, die Zündanlage 
möglichst gut zu entstören. Keinesfalls 
aber sollte eine „störanfällige“ technische 
Einrichtung zur Sorglosigkeit am Steuer 
verführen. 


Versuchsbeirieb 
des deutschen Langwellensenders 


Anfang Mai führte der NWDR Sendever- 
suche mit dem neuen Langwellensender in 
Hamburg - Billwerder durch. Die Sendefre- 
quenz beträgt 151 kHz (1987 m), so daß das 
niederfrequente Seitenband in den anschlie- 
ßenden Seefunkbereich fallen würde Dem 
Vernehmen nach soll es zur Vermeidung 
von Störungen nicht mit übertragen werden 
(Einseitenbandbetrieb). 


Zu diesen Versuchen erfahren wir noch 
folgende Einzelheiten: 


Der neue Langwellensender arbeitet tat- 
sächlich im Einseitenbandbetrieb, d. h. das 
niederfrequente Seitenbanä ist bei 2000 Hz 
bereits im Verhältnis 1:12 unterdrückt. 
Es handelt sich unseres Wissens um den 
Versuch einer Einseitenband - Rundfunk- 
übertragung, die für normale Rund- 
funkgeräte bestimmt ist. Haupthin- 
dernis ist der rapid ansteigende Klirr- 
faktor bei höheren Frequenzen und höhe- 
ven Modulationsgraden, so daß die Ham- 
burger Versuchssendungen nur mit 4500 Hz 
als obere Grenzfrequenz und nur mit m = 50 


moduliert werden. Hieraus erklärt sich die 


nicht unbedingt befriedigende Klangqualität 
und die Erscheinung, daß das Magische Auge 
zwar oftmals eine gute Feldstärke anzeigt, 
die Lautstärke jedoch geringer als normal 
bleibt. 


Aus Kreisen der Deutschen Bundespost ver- 
lautet, daß die sich über Wochen hingezoge- 
nen Versuche kein allzu günstiges Bild er- 
geben haben; die Brauchbarkeit der Fre- 
quenz 151 kHz ist noch keineswegs erwiesen. 


Deuische Verkehrsaussitellung München 


Am 20. Juni wurde die Deutsche Verkehrs- 
ausstellung in München eröffnet. Sie gibt 
einen vielseitigen und interessanten Überblick 
des gesamten Verkehrswesens auf Schienen, 
Straßen, auf dem Wasser und in der Luft. 
Auch die drahtgebundene und drahtlose 
Nachrichtenfechnik nimmt einen breiten 
Raum ein. — Zahlreiche Tagungen und 
Kongresse führen Fachleute der verchieden- 
sten Tätigkeitsgebiete zusammen. 


AEG-Voriragswoche in München 


Die AEG veranstaltete vom 22. bis 26. 6. 1953 
in der Technischen Hochschule in München 
eine Vortragswoche über Fortschritte der 
Elektrotechnik. Die AEG-Vortragswochen, die 
bereits zum viertenmal in München abge- 
halten wurden, vermitteln den Studierenden 
und den in der Praxis stehenden Ingenieuren 
die neuesten Erkenntnisse aus dem reichhal- 
tigen Arbeitsgebiet der Firma. 


NeueFrequenzenderUKW-Rundfunksender 


Ab 1. Juli 1953 arbeiten die UKW-Rundfunk- 
sender im Bundesgebiet und West-Berlin auf 
den neuen, im Stockholmer Wellenplan fest- 
gelegten Frequenzen. Der Frequenzabstand 
beträgt nunmehr nur noch 300 kHz, anstatt 
wie bisher 400 kHz, um. eine größere Zahl von 
Sendern unterbringen zu können. Eine Ta- 
belle der neuen Frequenzen erscheint dem- 
nächst in der FUNKSCHAU. 


Mit dem Tonbandgerät 
in Alrika 
5 Der Deutsche Tonjäger- 


Verband errang auf dem 
zweiten internationalen 
Wettbewerb der Tonjäger in 
Paris einen zweiten Preis 
für eine seltene Dokumen- 
taraufnahme. Sie wurde von 
Friedrich Reich in einem 
afrikanischen Eingeborenen- 
dorf gemacht und enthielt 
einen rhythmischen Wech- 
a selgesang zwischen Vorsän- 

ger und Chor. 


Das neue RADIO-MAGAZIN 


Nr. 7 des RADIO-MAGAZIN erschien Anfang 
Juli mit folgendem Inhalt: 


Langwellensender — So schaltet die Industrie 
Verstärker — So schaltet das Ausland Fono- 
Oszillatoren — Elektronischer Fernsprech- 
wähler — Automatische Bandbreitenregelung 
— 180 Grad Phasendrehung -— Neuartige 
Wannenbauweise bei Gestellverstärkern — 
Kleiner Empfänger mit großem Ton — Was- 
serfester Tropen - Lautsprecher — Decken- 
Wandlautsprecher in Flachbauweise — Nie- 
derinduktive Rahmen-Verstärker-Antenne — 
Der Empfänger-Prüfsender als Schwingungs- 
und Absorptionsfrequenzmesser — Betriebs- 
sichere Kunstschaltung bei einem AM/FM- 
Super — Audionsuper mit UKW-Teil — Für 
den Kurzwellen-Amateur: Die Schmalband- 
Frequenzmodulation beim Amateurempfang 
— Sehr einfache Schirmgittermodulation 
eines Amateursenders — Bewährte Schutz- 
schaltung für Amateursender — Neue Funk- 
sprechgeräte — Neue Musikmöbel — Fort- 
schritte der Funk-Entstörungstechnik — Ver- 
feinerte Bildregie durch das elektronische 
Trickmischpult — Fernseh - Bildröhre mit 
zylindrischem Schirm — Funksprechverkehr 
im Fernsehstudio — So arbeitet ein Fernseh- 
Reparaturdienst in Amerika — Umgang mit 
der Testfigur — Neue Frequenzen der UKW- 
Rundfunksender im Bundesgebiet und West- 
Berlin. 

Bezug duıch Post, Buch- und Fachhandel 
und durch den Verlag. Preis je Heft 1 DM. 
Abonnement für ein Vierteljahr 3 DM zuzügl. 
6 Pf. Zustellgebühr. 


Preisausschreiben 
für Übertragungsanlagen 


15 Preise im Werte von über 5000 DM wur- 
den von der Deutschen Philips GmbH für 
technisch und anwendungsmäßig interessante 
elektroakustische Übertragungsanlagen aus- 
gesetzt, die ausschließlich mit Philips-Erzeug- 
nissen gebaut wurden. Teilnahmeberechtigt 
sind ‘die Angehörigen des Rundfunkfachhan- 
dels und Rundfunkmechaniker - Handwerks. 
Der Wettbewerb läuft bis zum 31. 8. 1953. 





FUNKSCHAU 
Herausgegeben vom 


FRANZIS-VERLAG MÜNCHEN 


Verlag der G. Franz’schen Buchdruckerei G. Emil Mayer 






Erscheint zweimal monatlich, und zwar am 
5. und 20. eines jeden Monats. Zu beziehen 
durch den Buch- und Zeitschriftenhandel, 
unmittelbar vom Verlag und durch die Post. 


Monats-Bezugspreis tür die gewöhnliche Aus- 
gabe DM 1.60 (einschl. Postzeitungsgebühr) 
zuzüglich 6 Pfg. Zustellgebühr; für die 
Ingenieur - Ausgabe DM 2.— (einschl. Post- 
zeitungsgebühr) zuzügi. 6 Pfg. Zustellgebühr. 
Preis des Einzelheftes der gewöhnlichen Aus- 
gabe 80 Pfennig, der Ing.-Ausgabe DM 1.—. 


Redaktion, Vertrieb u. Anzeigenverwaltung:! 
Franzis - Verlag, München 22, Odeonsplatz 2. 
— Fernruf: 24181. — Postscheckkonto Mün- 
chen 57 58. 


Berliner Geschäftsstelle: Berlin - Friedenau, 
Grazer Damm 155. — Fernruf 71 6768 — Post- 
scheckkonto: Berlin-West Nr. 622 66. 


Berliner Redaktion: O. P. Herrnkind, Berlin- 
Zehlendorf, Schützallee 79. Fernruf: 84 71 46. 


Verantwortlich für den Textteil: Ing. Otto 
Limann; für den Anzeigenteil: Paul Walde, 
München. — Anzeigenpreise n. Preisl. Nr. 7. 


Auslandsvertretungen: Belgien: De Internatio- 
nale Pers, Berchem-Antwerpen, Kortemark- 
straat 18, — Niederlande: De Muiderkring, 
Bussum, Nijverheidswerf 19-21. — Saar: Lud- 
wig Schubert, Buchhandlung, Neunkirchen 
(Saar), Stummstraße 15. — Schweiz: Verlag 
H. Thali & Cie., Hitzkirch (Luzern). 


Alleiniges Nachdrucksrecht, auch auszugs- 
weise, für Österreich wurde Herrn Ingenieur 
Ludwig Ratheiser, Wien, übertragen. 


Druck: G. Franz’sche Buchdruckerei 
G. Emil Mayer, (13b) München 2, 
Luisenstr. 17. Fernsprecher. 5 16 25. 
Die FUNKSCHATU ist der IVW an- 
geschlossen 


Die geoße Fernsehbrücke 


Fünf Länder erleben 
die englischen Krönungsfeierlichkeiten 


Selten ist eine übernationale technische 
Aufgabe mit soviel Sorgfalt vorbereitet 
worden wie die Fernsehübertragung der 
Krönungszeremonien aus London auf drei- 
zehn kontinentale Fernsehsender in drei 
Staaten. 

Erstmalig wurde damit die „Zeilentrans- 
formation“ praktisch vorgeführt. Seit Mitte 
1951 hatten die Franzosen eine anscheinend 
brauchbare Lösung ihres brennenden Pro- 
blems gefunden: mit nur einer Kamera 
beide Pariser Fernsehsender zu bedie- 
nen, die auf Grund eines Regierungsbe- 
schlusses bis zum Jahre 1958 parallel mit 
441 und 819 Zeilen arbeiten müssen. Aber 
selbst der engeren Fachwelt blieb verbor- 
gen, auf welche Weise man die Zeilen- 
umsetzung vornimmt; erst die Paris- 
London-Übertragung im Juli 1952 offen- 
barte das Prinzip, auf das noch näher ein- 
gegangen werden soll. 


Mutiger Enischluß des NWDR 


Als im Herbst vergangenen Jahres die 
Frage auftauchte, ob der neue deutsche Fern- 
sehrundf£funk, der seinerzeit nur als Probe- 
betrieb über Fernsehsender in Hamburg 
und Berlin lief, sich an der Übertragung 
der Krönungsfeierlichkeiten am 2. Juni 
beteiligen sollte, griff man in Hamburg 














Organisation und Streckenführung 


Jede Postverwaltung mußte entspre- 
chend ihrer Hoheitsrechte die Richtfunk- 
strecke auf ihrem eigenen Territorium 
selbstverantwortlich errichten. Dieser 
Grundsatz ließ sich nicht immer ganz 
einhalten, denn die Technik kann sich 
manchmal nicht an die Landesgrenzen 
halten, wie sofort gezeigt werden soll. 


Die Aufnahme der Sendung in London 
konnte aus zwei Gründen nur mit der 
englischen Norm von 405 Zeilen durch- 
geführt werden. Einmal war es unmög- 
lich, die vorgesehenen Punkte entlang 
der Strecke zwischen Buckingham Palace 
und Westminster Abbey und in der Kirche 
selbst mit Kameras verschiedener Defini- 
tion zu besetzen. Die BBC benutzte hier 
nicht weniger als 21 Kameras — bei der 
Verwendung von zusätzlichen Kameras 
für 625 und 819 Zeilen hätte man mehr 
als 60 anordnen müssen — zuzüglich der 
dreifachen Anzahl von Kontroll- und Re- 
giegeräten, Taktgebern ‘ usw. Außerdem 
hätte man zwei Relaisstrecken über den 
Kanal leiten müssen: eine für das fran- 
zösische Bild mit 819 Zeilen, die zweite 
für die CCIR-Norm mit 625 Zeilen für 
Holland und die Bundesrepublik. 


625 
Zum 405 PR SORTE 625 
isch Alexandra Palace 625 I on 
englischen | LONDON . Egestorf 4 Höbech”" be 
Fernsehne Sanafs Hase Lopik ou Wardböhmens” Berli 
Hoatham Antwerpen 0d- 7 W 625 Meilendor Ta 625 EN 
en nf Ball Jokobsbergor" \y Hannover 
Brüssel T Langenberg, _“Hünenburg 
BloncNez Eindhoveit»o___\ ___\ a BR 
Frobeeg Helena“ Yinsbeck, ı Wuppertal 
R Sailly- 625 Köln 
: Saillise/ \ Trägerfrequenzen: 
819 & Villers- ÖlbergR_ 625 London - Cassel 3600. 4750MHz 
y Cotterets IS Cassel - Poris 6700 MHz 
Parist ParisIt Feldberg PN Cassel -Lille > 6700MHz 
‚ Lille-Helenaveen 
Pr FERRE ON 625 / bzw. Lopik > 9300 MHz 
elaisstrecke für eilen / Helenaveen- Hambur: 
--- » "625 ” Weinbier bzw Weinbier  1700--2300MHz 
sesonenee n "819 " Ball 625 Hamburg -Berlin 200 MHz 
N _Zeilenumsetzer Paris -Lille 900 MHz 
T Fernseh-Sender Merkur 


bei Baden-Baden 


Bild 1. Die große Fernsenprücke 


entschlossen zu. Schon am 2. Dez. 1952 
fanden in London die abschließenden Be- 
sprechungen statt (vgl. FUNKSCHAU 1953, 
Heft 10, S. 182), die zu einer engen Zu- 
sammenarbeit der Postverwaltungen aus 
England, Frankreich, Belgien, den Nieder- 
landen und der Bundesrepublik führten. 
Der NWDR erteilte der Deutschen Bundes- 
post den Auftrag, den Anschluß an das 
niederländische Richtfunknetz herzustellen. 
Die entstehenden Kosten gehen zu Lasten 
des Fernsehetats des NWDR, soweit sich 
nicht der Hessische und der Südwest- 
deutsche Rundfunk beteiligen oder die 
Bundespost etwa einen gewissen Prozent- 
satz der erheblichen Aufwendungen über- 
nimmt. 









Helenoveen 


30km — Telefunken 


Freda 


Kontroll- 
empfänger 


Impuls- 
erneuerung 
Lopik 
Kanal % 
710 km 


Wuppertal 
—» 60km 


Aus dieser Erkenntnis ergab sich alles 
Weitere. Die BBC lieferte nach Nord- 
frankreich ein gutes 405-Zeilen-Bild; hier 
wurde es von der französischen PTT (Post- 
verwaltung) übernommen und nach Paris 
geleitet, in 441 Zeilen für Paris I und in 
819 Zeilen für Paris II umgesetzt und via 
Richtfunkstrecke nach Lille für den dor- 
tigen Fernsehsender transportiert. Gleich- 
zeitig sorgten die Franzosen für die Wei- 
tergabe des ursprünglichen 405 - Zeilen- 
Bildes vom Knotenpunkt Cassel nach 
Lille, von wo es der Belgische Rundfunk 
nach Antwerpen beförderte. Hier trat die 
niederländische PTT in Aktion und über- 
nahm die Verantwortung für die Um- 
formung von 405 auf 625 Zei- 
len in Breda und die Weitergabe 
des neuen Bildes bis zur letzten 
Relaisstation auf niederländi- 
schem Boden in Helenaveen, die 
unter gemeinsamer Aufsicht der 
niederländischen und der deut- 
schen Postverwaltung stand. Von 


Bild 4. Blockbild der 
Relaisstation 
Hinsbeck. 

Die Ausgänge des 
Richtfunkempfängers 
und des Ballempfän- 
gers können direkt 
oder über die Impuls- 


Langenberg 
60km 
Kanal 6 









Mischpult 


Ballempfönger 


erneuerung auf das 
Mischpult geschaltet 
werden (1: Bild vom Ball- 
empfänger, Röhre 2: Bild 
vom Freda-Empfänger, 
Röhre 3: abgehendes Bild) 


0000 


Fernseh- 
empfänger 


FUNKSCHAU 1953/Hen 13 229 





er 
Bild 2. Relaisstelle Blanc-Nez mit 
Doppelempfangsanlage 


hier trennten noch 30 km bis zur ersten 
deutschen Relaisstelle in Hinsbeck, süd- 
westlich von Krefeld, die den Anschluß 
an das stationäre Netz bei Wuppertal her- 
stellte. 

Bild 1 zeigt die genaue Streckenführung 
mit allen Relaisstellen. Es ergibt sich eine 
klare Gliederung mit jeweils nur einer 
Umformung der Bilder, d. h. man hat es 
vermieden, das Bild zuerst in 819 und 
dann von dieser Norm für die ostwärts 
liegenden Fernsehsender erneut auf 625 
Zeilen umzusetzen — das wäre der Bild- 
qualität beim heutigen Stand der Umsetz- 
technik nicht gut bekommen. 


Ausgangspunkt London 

Der Außendienst der BBC - Fernseh- 
abteilung setzte mehr als einhundert 
Techniker ein. In Westminster standen 





Bild 3. Empfänger-Einsatz der 3-cm-Richtfunk- 
anlage von Philips 


fünf Kameras, weitere sechzehn waren 
an vier Punkten am Wege des Krönungs- 
zuges durch London konzentriert, und 
alle lieferten ihre Bildsignale über ört- 
liche Kontrollräume per Kabel bzw. Richt- 
funkstrecke zu einer großen Schaltzentrale 
mit Regieraum im Broadcasting House. 
Hier trennte sich das Bildsignal auf: ein 
Strang versorgte die englischen Fernseh- 
sender, der zweite war ein Coaxialkabel 
zum Senate House der Universität in den 
südlichen Außenbezirken Londons. Hier 
stand die erste Richtfunkanlage der Stan- 
dard Telephones and Cables Ltd., die das 
Bildsignal zum nächsten Parabolspiegel 
strahlte, der in halber Höhe des Mastes 
der UKW-Versuchsanlage Wrotham (Kent) 
montiert war. Den nächsten Stützpunkt 


230 Heft13| FUNKSCHAU 1953 


Links: Bild 5. Richtfunk-Knotenpunkt 
Wuppertalmit Parabolspiegelantennen 
für Fernsehen und impulsmodulierte 


Oben: Bild 6. Zeilen- 
umsetzer 405/625 Zei- 
len in Breda 





Mehrkanalverbindung sowie neuen 
Hornantennen für Versuchszwecke 


bildete der Wasserturm von- Lenham; er 
mußte durch eine behelfsmäßige Eisen- 
konstruktion erhöht werden. Eine weitere 
Relaisstelle befand sich auf dem Mast der 
RAF-Radarstation in Swingate bei Dover. 
Von hier aus wurde der Sprung über den 
Kanal nach Blanc Nez auf der französi- 
schen Seite gewagt. Inmitten des noch 
kriegszerstörten Geländes fand sich keine 
andere Unterkunft für die Geräte als ein 
ehemaliger deutscher Bunker. Schließlich 
erreichte das Bildsignal das Casino von 
Mont Cassel und damit das Ende der eng- 
lischen Strecke. 

Die Standard Ltd. benutzte ihre serien- 
mäßigen transportablen Richtfunkanlagen, 
die im Bereich von 3600 bis 4750 MHz 
arbeiten. Sie bedienen sich senderseitig 
einer laufzeitmodulierten Endröhre. in 
Topfkreisen, die 250 mW an die leicht 
aufstellbaren Parabolreflektoren von nur 
120 cm Durchmesser abgibt. Die Anlage 
ist frequenzmoduliert, wobei der Hub 
zwischen 4 und 8 MHz eingestellt werden 
kann. Als Zf sind 30 MHz gewählt worden, 
die Bandbreite des Zf-Verstärkers beträgt 
20 MHz. 

Aus den Versuchen der Jahre 1950 und 
1952 lernten die Ingenieure, daß die 
Strecke über den Kanal besonders fading- 
anfällig ist, obwohl die Entfernung mit 
45 km nicht übermäßig groß ist. Zur 
Erhöhung der Sicherheit wählte man 
„space - diversity“ - Empfang: auf der 
französischen Seite stehen daher zwei 
Empfänger mit Parabolspiegel etwa acht 
Meter übereinander angeordnet, deren 
Ausgänge zusammengeschaltet sind (Bild 2). 


Die französische Strecke 


In Cassel gabelte sich das 405-Zeilen- 
Bild. Über eine neue Richtfunkstrecke der 
französischen Postverwaltung, von deren 


Daten nichts bekannt ist, lief das Bild 
südwärts bis Paris. Der Endpunkt war auf 
der zweiten Plattform des Eiffelturms 
montiert; von hier wurde über Kabel 
das Tel&-Centre in der Rue Cognacg-Jay 
erreicht, in dem die beiden Umsetzer für 
441 und 819 Zeilen standen. 

Belgien mußte entgegen seiner Ankün- 
digung auf die Ausstrahlung des Krö- 
nungsprogramms verzichten, nachdem or- 
ganisatorische und wirtschaftliche Gründe 
die Errichtung eines Versuchssenders in 
Brüssel verboten hatten. Somit passierte 
das 405-Zeilen-Bild, vom Beffroi in Lille 
auf 6500 MHz ausgehend, lediglich belgi- 
sches Gebiet über Relais in Flobecq, Brüs- 
sel und Antwerpen. Die ab Flobecq bis 
Helenaveen benutzte Philips - Anlage im 
3- cm - Gebiet ist ähnlich den englischen 
Geräten der Standard Ltd. aufgebaut, 
d. h. der Parabolspiegel trägt rückwärts 
Sender bzw. Empfänger, während das 
Modulationsteil einschließlich Stromver- 
sorgung in einem Gestell abgesetzt davon 
aufgestellt werden kann (Bild 3). 


Holland 


Der Dachstuhl der „Onze Lieve Vrouw 
Kerk“ (Kirche Unsere Lieben Frau) in 
Breda war wochenlang ein interessantes 
Zentrum der elektronischen Technik. Hier 
standen der Zeilenumsetzer 405/625 Zeilen 
mit zahlreichen Meß- und Prüfgeräten, 
Kontrollempfänger und draußen im Bau- 
gerüst Richtstrahlempfänger und -sender. 
Von hier aus erreichte das neue 625-Zei- 
len-Bild den großen Gasometer von Eind- 
hoven und sollte eigentlich direkt nach 
Hinsbeck bei Süchteln auf deutschen 
Boden übermittelt werden. Jedoch hätten 
diese 60 km nicht ohne Einbuße an Bild- 
qualität überbrückt werden können. In- 
folgedessen entschlossen sich die nieder- 


An der Übertragung am 2. Juni haben 21 Fernsehsender teilgenommen: 
England: 5 Fernseh-Großsender (London, Sutton Coldfields, Holme Moss, Kirk O’Shotts, 


Wenvoe) 


Fernseh - Kleinsender (temporäre Stationen in Brighton, 


Glencairn) 


Pontop Pike, 


Frankreich: 3 Fernsehsender (Paris I/441 Zeilen, Paris II/819 Zeilen, Lille/819 Zeilen) 
Niederlande: 2 Fernsehsender (Lopik, Eindhoven) 


Deutschland: 7 Fernsehsender 
Hamburg, Berlin) 


(Langenberg, Köln, 


Weinbiet, Hannover, Feldberg/Ts, 


1 FS-Umsetzer (Kleinsender auf dem Merkur bei Baden-Baden) 


Entfernungen und Relaisstationen: 


Streckenlänge 
1180 km 
950 km 
870 km 
7355 km 
420 km 


London—Berlin 
London—Hamburg 
London—Weinbiet 
London—Frankfurt 
London—Paris 


Relaisstationen 
25 





ländische Post und die Deutsche Bundes- 
post noch rasch im einsamen Moor von 
Helenaveen, etwa auf halbem Wege zwi- 
schen Eindhoven und Hinsbeck, eine Re- 
laisstation zu errichten. Der Stahlrohr- 
turm trug in der Mitte den kleinen Para- 
bolspiegel der Philips - Richtfunkstrecke 
(Empfänger) und oben den größeren Spie- 
gel der Telefunken - Freda - Anlage (Sen- 
der)!). Das Bild kam demnach auf einem 
3-cm-Träger an, wurde zwischenfrequent 
verstärkt und im 15-cm-Bereich nach 
Hinsbeck weitergestrahlt. Eine Impuls- 
erneuerungsanlage sorgte vor der Wieder- 
aussendung für flankensteile und norm- 
gerechte Synchronisier-Impulse. — Wäh- 
rend der Aufbauzeit und bis zum Ende 
der Übertragung durften deutsche Post- 
beamte ohne Paß und Visum, nur gegen 
Vorzeigen des Dienstausweises, die Grenze 
überschreiten — ein schönes Beispiel 
enger Zusammenarbeit. 


Hinsbeck - der wichtigste Punkt 

Der Wagenpark neben der Jugendher- 
berge in Hinsbeck bei Süchteln (Kr. Kre- 
feld) war die wichtigste Station auf deut- 
schem Gebiet. Hier stellte die Bundespost 
in drei Spezialwagen zwei komplette 
Freda-Anlagen neben einen Holzmast, der 
folgende Antennen trug: unten ein großes 
Siemens - Achterfeld für den Ballempfän- 
ger, darüber die beiden 1,5-m-Parabol- 
spiegel für Empfang aus Helenaveen und 
Sendung nach Wuppertal und schließlich 
eine zweite Ballempfangsantenne für Ka- 
nal 5. Die Freda-Schränke und die dazu- 
gehörigen Kontrollempfänger der Fern- 
seh GmbH hatte man aus Sicherheits- 
gründen doppelt bereitgestellt. Die Ball- 
empfangsanlage des NWDR im vierten 
Omnibus, von Ingenieuren der Wellen- 
meßstelle Wittsmoor des NWDR bedient, 
bot eine weitere Sicherheit. Bei Ausfall 
oder Störung der Richtfunkstrecke konnte 
auf dem Mischpult (Fernseh GmbH) so- 
fort auf Ballempfang vom holländischen 
Fernsehsender Lopik (Kanal 4) umge- 
schaltet werden. Die zweite Ballempfangs- 
antenne sollte den Laborsender der Phi- 
lips-Werke in Eindhoven in Kanal 5 auf- 
nehmen, trat jedoch nicht in Aktion, weil 
Eindhoven nur in Kanal 2 arbeitete; die 
Anlage für Kanal 5 war außer Betrieb. 

Tatsächlich mußte während des 2. Juni 
mehrfach auf Ballempfang übergegangen 
werden, nachdem sich gewisse Störungen 
auf der Strecke Breda—Hinsbeck zeigten. 
Lopik liegt 110 km entfernt und lieferte 
ein recht konstantes Signal von wenig- 
stens .100 uV an den Eingang des hoch- 


empfindlichen Ballempfängers der Fern- 
seh GmbH (Schaltung: Hf-Vorstufe EF 80, 
Oszillator ECC 81, Mischer EF 80, Zf 4X 
EF 80), der bereits bei 50 uV ein gut durch- 


gezeichnetes Bild erzeugt. 

Zum Ballempfang gehörte eine Impuls- 
erneuerungsanlage mit eigenem Takt- 
geber. Kurz skizziert arbeitet sie wie 
folgt: dem Bildsignal werden die durch 
den langen Weg mehr oder minder defor- 
mierten Synchronisier-Impulse abgetrennt 
und einem stabilen Taktgeber als Syn- 
chronisierung zugeführt, der seinerseits 
einwandfreie Synchronisier - Impulse lie- 
fert. Sie werden dem abgehenden Bild 
wieder zugesetzt, so daß es bild- und 
zeilenmäßig wieder gut „steht“. Durch 
entsprechende Schaltmaßnahmen konnte 
diese Einrichtung auch vom Richtfunk- 
kanal mitbenutzt werden (Bild 4). Die 
Station Hinsbeck war auf dem höchsten 
Punkt der Landschaft postiert und konnte 
daher das 60 km entfernte Wuppertal 
(Bild 5) leicht erreichen. 

Über den weiteren Verlauf der Strecke 
ist nicht viel Neues zu berichten; unseren 
Lesern sind die Einzelheiten der mit 
Telefunken-Freda-Geräten ausgerüsteten 
Richtfunkstrecke nach Hamburg bekannt, 
desgleichen die Meterwellenverbindung 
Hamburg — Höbeck — Berlin / Nikolassee. 
Südwärts erreichte das Bild vom Knoten- 
punkt Wuppertal aus Köln und über den 
behelfsmäßigen Relaispunkt Ölberg im 
Siebengebirge den Feldberg/Ts. Die end- 
gültige Verbindung verläuft bekanntlich 





1) vgl. FUNKSCHAU 1953, Heft 4, Seite 58. 


über den Schöneberg bei Bonn und die 
Fleckertshöhe bei Boppard, war jedoch 
am 2. Juni noch nicht betriebsbereit. Der 
in letzter Minute fertiggestellte Sender 
des SWF auf dem Weinbiet (Kanal 10) 
konnte über eine vorläufige Richtfunk- 
strecke der Bundespost ohne Zwischenstelle 
in einem direkten Sprung von 100 km Länge 
Anschluß erhalten; er steuerte im Ballemp- 
fang den kleinen „Frequenzumsetzer“ des 
SWF auf dem Merkur bei Baden-Baden. 


Noch keine 
ständigen Auslandsverbindungen 


Nachdem im April einige Versuchsüber- 
tragungen aus London durchkamen und 
ab 20. Mai weitere Sendungen aus Groß- 
britannien übertragen worden waren, bil- 
dete der 2. Juni mit der fast ganztägigen 
Übernahme aus London und die an den 
folgenden Tagen durchgeführten Über- 
tragungen den vorläufigen Abschluß, ge- 
krönt durch eine Direktsendung aus Paris 
am Abend des 6. Juni. Hinsbeck wurde 
inzwischen wieder abgebaut und es ist 
noch unbekannt, ob und wann eine stän- 
dige Verbindung nach Holland eingerich- 
tet werden soll. Wenn es dazu kommt — 
und wir hoffen es im Interesse des deut- 
schen Fernsehens — dann dürfte die 
Strecke möglicherweise etwas südlicher 
verlaufen, evtl. direkt nach Köln. ?) 


Nachleuchiender Schirm und Wobbeln 


Wir deuteten bereits an, daß der Zeilen- 
umsetzer in der Praxis zuerst von der 


Television Francaise benutzt wurde. Lei- . 


der sind die Franzosen nicht geneigt, 
technische Einzelheiten bekannt zu geben, 
jedoch dürfte die von Philips für Breda 
entwickelte Anlage (405/625 Zeilen) etwa 
ähnlich arbeiten und auch weitgehend 
dem Marconi - Gerät entsprechen, das im 
Sommer vergangenen Jahres in Cassel 
das französische Bild auf englische Norm 
umsetzte. 

Alle Konstruktionen sehen einen Emp- 
fänger vor, auf dessen Schirm das Bild in 
Norm I erscheint und das von einer 
Kamera mit Norm II abgetastet wird. 
Dabei ist der Bildwechsel beider Geräte 
synchronisiert. Die Unterschiede der Zei- 
lenzahl jedoch zwingen zu zwei Kunst- 
griffen, ohne die kein befriedigendes Bild 
erzielt werden kann: 

Nachleuchten: Zur Erzeugung eines 
stetigen Bildes muß die Nachleuchtdauer 
des Schirmbildes auf etwa Y/ıoo Sekunde 
erhöht werden. Diese Zeitdauer ist sehr 
kritisch, denn bei zu langer Nachleucht- 
dauer wird das Bild unscharf, weil in- 
zwischen das nächste Raster erscheint. 

Wobbeln: Beim Umsetzen von 405 auf 
625 Zeilen fällt zwar die erste Zeile der 
neuen Norm mit der ersten Zeile des an- 
kommenden Bildes zusammen, die zweite 
neue Zeile fällt jedoch etwa in den Raum 
zwischen zwei Zeilen. Hier ist die Licht- 
stärke geringer und störende Helligkeits- 
unterschiede sind die Folge. Zur Abhilfe 
schreibt man die Zeile auf dem Empfän- 
gerbildschirm „breit“,d.h. der Elektronen- 
strahl wird durch eine besondere Ablenk- 
spule bei seinem Weg über den Bildschirm 
rasch auf- und nieder bewegt (gewobbelt). 
Dadurch verschwindet der mehr oder 
minder dunkle Raum zwischen den Zeilen, 
d. h. die Zeilenhöhe überlappt sich etwas. 

Der Philips - Zeilenumsetzer in Breda 
(Bild 6) arbeitet gegenüber der englischen 
Konstruktion (Marconi) mit einer kleinen 
Bildfläche von 9 X 12 cm für das 405-Zei- 
len-Bild. Direkt davor steht die Kamera 
für 625 Zeilen mit einem Leica - Objektiv 
= 5 cm, 1: 3,5). 

Wenn die kritischen Zuschauer der Lon- 
doner Übertragung in Deutschland zeit- 
weilig die Bildgüte bemängelten und 
Streifigkeit, Zeilenstruktur, grobe Raste- 
rung, Überstrahlung, harte Kontraste usw. 
feststellten, so kommt dies nahezu ganz 
auf Konto des Zeilenumsetzers, dessen 
technische Durchentwicklung sicherlich 
noch nicht abgeschlossen ist. Die fehlende 
Schärfe der Zeichnung und wohl auch der 
Mangel an Zwischenstufen (schlechte 


2) Wie inzwischen bekannt wurde, ist die 
feste Verbindung nach Holland für Anfanz 
1954 vorgesehen. 








Grauabstufung) dürfte eine Folge der 
„Mißhandlung“ des 405-Zeilen-Bildes ge- 
wesen sein; schließlich bedeutet das Zei- 
lenwobbeln eine vorsätzliche Verminde- 
rung der vertikalen Schärfe und wird 
auch in horizontaler Richtung nicht ohne 
Auswirkung bleiben; desgleichen trägt die 
verlängerte Nachleuchtzeit zur Qualitäts- 
minderung bei. Es ist zu hoffen, daß die 
Nachteile des Verfahrens abgestellt wer- 
den können bzw. daß man evtl. ein rein 
elektrisches System für die Zeilenfre- 
quenzwandlung findet. Wie wir hören, 
beschäftigt sich u. a. auch die Fernseh 
GmbH in Darmstadt intensiv mit dem 
Problem des Zeilenumsetzers. 


Dank an Technik und Organisation 


Unbeschadet der zur Stunde noch un- 
vermeidbaren technischen Mängel bildete 
die Übertragung der Feierlichkeiten aus 
London einen Höhepunkt der Fernseh- 
entwicklung schlechthin. Das Fernsehen 
zeigte seine beste Seite: es vermittelte 
aktuelles Miterleben von höchster Ein- 
dringlichkeit, wie die atemlos vor den 
Empfängern sitzenden Menschen durch 


FUNKSCHAU 1953/Hen 13 231 


ihr spontanes „Mitgehen“ zeigten. Die 
Kraft des direkten Bildes über tausend 
Kilometer und die sensationelle Möglich- 
keit, diesem historischen Ereignis auf 
wenige Meter nahe zu sein, überwand 
alle noch vorhandenen Schwächen. Die 
sorgfältige Vorbereitung und die inten- 
sive Arbeit der deutschen Sprecher, die 
im Hansa-Hochhaus in Köln in ihrer ver- 
dunkelten Kabine vor dem Bildschirm 
saßen, trug sehr zum Gelingen bei. Viel- 
leicht entscheidend aber war, daß die 
Szenen und Begebenheiten in der West- 
minster Abbey im Hinblick auf die Fern- 
sehübertragung auf die Sekunde genau 
nach „Fahrplan“ und wohl geprobt ab- 
liefen. Alle Akteure, einschließlich der 
Königin, hatten ihren Part Tage vorher 
im Kirchenschiff mehrfach durchgespielt, 
wenn dieser Ausdruck erlaubt ist, und die 
Fernsehkamera war immer dabei ge- 
wesen. Der Bildregisseur saß vor einem 
Drehbuch, die Texte waren im Wortlaut 
bekannt und lagen in Übersetzung den 
deutschen Sprechern vor — kurzum, es 
war alles geschehen, damit die Zeremonie 
ohne Panne ablief. Karl Tetzner 


Röhrenloser Ortsempfänger mit Transistor-Verstärker 


Germanium-Dioden und ‚die jetzt auch 
auf dem deutschen Markt erscheinenden 
Transistoren geben die Möglichkeit zur 
Konstruktion von Rundfunkempfängern 
einfachster Bauweise. Ein besonderer Vor- 
teil dieser Geräte liegt in ihrem außer- 
gewöhnlich geringen Stromverbrauch. 

Über die allgemeine Wirkungsweise der 
Transistoren ist in der FUNKSCHAU 
schon des öfteren ausführlich berichtet 
worden (siehe 1953, Heft 2, S. 25; außer- 
dem „Radio-Praktiker-Bücherei‘“ Band 27). 
Im folgenden soll deshalb nur über prak- 
tische Erfahrungen mit diesen interessan- 
ten neuen Bauelementen berichtet werden. 

Es wird ein Ortsempfänger beschrieben, 
der im Eingang eine Gegentaktschaltung 
mit Germanium-Dioden aufweist. An sie 
ist ein einstufiger Transistor-Verstärker 
transformatorisch angekoppelt, in dem die 
Basis als Bezugspunkt geschaltet ist. 

Beim Arbeiten mit den empfindlichen 
Transistoren sind unbedingt die Vorschrif- 
ten zu beachten, die von den Hersteller- 
firmen angegeben sind. Die im Versuchs- 
gerät benutzte Type VS 200 (SAF) besitzt 
drei Anschlußfahnen, die wegen der 
Wärmeleitung beim Löten nicht gekürzt 
werden dürfen. Das Löten hat nur mit ge- 
erdetem oder abgeschaltetem Kolben zu 
erfolgen. Der Transistor wurde auf einen 
alten Röhrensockel gesetzt, um ihn beim 
Arbeiten am Gerät nach Belieben entfer- 
nen zu können. (Beim Löten ist mit dem 
Basisanschluß zu beginnen). 

Einzelheiten der Schaltung ergeben sich 
aus Bild 1. Der Überbrückungskondensator 
von P1 muß einen Wert von mindestens 
8uF haben, da bei kleineren Werten die 
tiefen Frequenzen benachteiligt werden. 
Der Emitterstrom soll im normalen Betrieb 
0,5 mA nicht überschreiten. Der Emitter 
erhält eine positive Vorspannung von ca. 
0,2 Volt. Am Collector liegt eine negative 
Spannung von 20 Volt. Der Collectorstrom 
beträgt dabei etwa 3 mA. 


Bild1.Röhren- 
| loser Ortsemp- 
| fänger mit 
Transistor- 
Verstärker 


Um die angegebenen Betriebswerte nicht 
zu überschreiten, regelt man die beiden 
Potentiometer Pl und P2 vom Nullpunkt 
aus. Zunächst wird der Emitterstrom auf 
0,5 mA eingestellt und danach die Col- 
lectorspannung auf 20 Volt. Anschließend 
ist ein Nachregeln des Emitterstromes er- 
forderlich. Nach den Datenblättern der 
Herstellerfirma sind an kurzzeitigen maxi- 
malen Betriebswerten zugelassen: Col- 
lectorspannung —30 Volt, Collectorstrom 
—8 mA, Emitterstrom +6 mA. 


Detektor. 
kreis 


Bild2. Rückgekoppelter Transistor. Rechts: An- 
schluß des im Modell verwendeten Gegentakt- 
Eingangsübertragers 





T1 ist ein Universaltransformator, der 
so geschaltet wurde, daß er ungefähr den 
verlangten Anpassungsbedingungen ent- 
spricht!). Der günstigste Eingangswider- 
stand liegt zwischen 300 und 700 Q. Es wäre 
eine dankbare Aufgabe für die Industrie, 
passende Transformatoren für diese Zwecke 
zu schaffen. Im Ausgang liegt ein normaler 
Lautsprechertransformator mit 7kQ Ein- 
gangswiderstand (optimaler Lastwiderstand 
7...8 kQ). Günstigere Anpassungswerte, bei 
der auch der Eingangswiderstand hoch- 
ohmig wird, sollen dadurch erreicht wer- 
den, daß der Emitter als Bezugspunkt ge- 
schaltet wird. Ein praktischer Versuch 
brachte keine befriedigenden Ergebnisse. 

Eine wesentliche Leistungssteigerung des 
Transistor - Vertärkers ist durch eine nie- 
derfrequente Rückkopplung vom Collector- 
kreis auf den Emitterkreis zu erreichen. 
Im Versuchsgerät wurde dazu eine dritte 
Wicklung des Eingangstransformators be- 
nutzt, die von den beiden anderen gleich- 
strommäßig getrennt ist. Die Schaltung 
ergibt sich aus Bild 2. Der regelbare Wider- 
stand kann natürlich nach dem Auspro- 
bieren des günstigsten Wertes durch einen 
Festwiderstand ersetzt werden (im Ver- 
suchsgerät: 15 kQ). Mit dieser Rückkopp- 
lung läßt sich der Transistor bis zur Grenze 


1) Bei dem im Versuchsgerät verwendeten 
Eingangsübertrager handelt es sich um einen 





‚älteren Eingangs-Gegentakttransformator mit 


Permalloykern, Übersetzungsverhältnis1:4und 
1:10 (Excello). Die Windungszahlen sind in 
der Firmendruckschrift nicht angegeben. Die 
hochohmige Eingangswicklung (1:4) liegt im 
Detektorkreis, die niederohmige im Ermitter- 
kreis (1:10). Die gesamte ursprüngliche Aus- 
gangswicklung wird zur niederfrequenten 
Rückkopplung benutzt. Bei Versuchen mit 
alten Nf-Transformatoren kam der erwähnte 
in der beschriebenen Schaltungsart den ver- 
langten Anpassungswerten am nächsten. 


232 Hen13 / FUNKSCHAU 1953 


seiner Leistungsfähigkeit aussteuern, so 
daß sich das Hintereinanderschalten meh- 
rerer Verstärkerstufen der gleichen Art 
erübrigt. Die Rückkopplung ist frequenz- 
abhängig; die hohen Frequenzen werden 
benachteiligt. Beim Versuchsgerät war 
diese Tonblendenwirkung insofern günstig, 
weil durch die nicht optimale Anpassung 
des verwendeten Übertragers die Klang- 
farbe zu hell war. 

Das beschriebene Gerät ist wegen seiner 
geringen Leistung und Trennschärfe nur 


für den Ortsempfang geeignet. Das Ver- 
suchsgerät brachte eine Wiedergabe in 
kleiner Zimmerlautstärke. Es kann damit 
nicht den normalen Röhrenempfänger er- 
setzen. Vielmehr ist es als Zweitempfänger 
gedacht, der z.B. der Hausfrau bei stiller 
Beschäftigung einen vielfach ausreichenden 
Rundfunkempfang gestattet. Die Klang- 
qualität ist gut. Ein nicht zu unterschätzen- 
der Vorzug besteht darin, daß die Leistungs- 
aufnahme aus dem Netz nur 3 Watt beträgt! 

H. Grothoff 


UKW-Einbausuper W 510 


Die modernen UKW-Röhren, z.B. die Triode 
EC 9, die Verbundröhre ECC 81 und die 
Diode EB 41, lassen heute den Bau eines Hoch- 
leistungs-UKW-Supers zu, der einschließlich 
Röhren für weniger als 100 DM auf den Markt 
gebracht werden kann. Betrachtet man das 
Innere des neuen Einbausupers W 510, der 
nachträglich in alle normalen AM-Empfänger 
eingesetzt werden kann, so fällt die Einfach- 
heit der Verdrahtung auf (Bild 1). Außer den 
fünf Röhren (EC 92, ECC 81, EF 42, EF 42, 





Bild 1. Blick in die Verdrahtung des 
UKW-Einbausuperhets W 510 (Super-Radio) 


EB 41), den Spulen und dem Drehkondensator 
enthält das Gerät nur 15 Widerstände und 
22 Kleinkondensatoren. Das erklärt auch den 
niedrigen Verkaufspreis von 99.60 DM, von 
dem nach Abzug des Röhrensatzes nur noch 
38 DM auf das eigentliche Gerät entfallen. 


Die Schaltung 


Da es sich um einen Einbereich-Empfänger 
handelt, werden keine Umschaltkontakte be- 
nötigt. Der für den Antennenanschluß sym- 
metrisch angezapfte Gitterkreis (Bild 2) der 
ersten Vorröhre wird von L1 und der Ein- 
gangskapazität der ersten Röhre gebildet, die- 
ser Kreis ist fest auf Bandmitte abgestimmt. 
Ein weiterer, ebenfalls auf die Mitte des 
UKW-Bandes fest eingestellter Kreis besteht 
aus der Drossel L2 und der Gitter-Anoden- 
kapazität der ersten Vorröhre. Er verhindert 
Rückwirkungen der Oszillatorfrequenz auf 
den Antenneneingang. 


Den Hauptanteil an der Störstrahlungs- 
Unterdrückung übernimmt das erste in Gitter- 
basisschaltung betriebene Triodensystem der 
Doppelröhre ECC 81. Das an Null liegende 
Steuergitter wirkt wie ein statischer Schirm 
und versperrt den Oszillatorschwingungen den 
Weg zum niederohmigen Katodeneingang 
und damit zur ersten Stufe. Der in Dreipunkt- 
schaltung schwingende Oszillator (zweites Sy- 
stem der ECC 81) erhält seine Signalspannung 
von einer Anzapfung der mit dem zweiten 
Drehkondensatorpaket abgestimmten Zwi- 
schenkreisspule L 3. Im Anodenkreis wird die 


ECC81 E(W)F 42 


EC92 








| + 35pF 
[mia ao lm 7 


Bild 2. Die Schaltung des Einbausupers W(A) 510 





(ze zooxel] zr2 


Zwischenfrequenz von 10,7 MHz ausgekoppelt 
und der ersten Zf-Stufe mit der Röhre EF 42 
zugeführt. Die zweite, ebenfalls mit einer 
EF 42 bestückte Stufe arbeitet gleich- 
zeitig als Begrenzer und liefert die Span- 
nung für den Ratiodetektor (EB 41). Von der 
Mittelanzapfung der Sekundärspule des Ratio- 
filters werden die Nf-Spannung und von der 
linken Anode der Doppeldiode die Schiebe- 
spannung für das Magische Auge des Haupt- 
empfängers abgenommen. 


Einfacher Einbau 


Die schlanke Form des Zusatzchassis 
(80 xX5xX 11 cm über alles) ermöglicht 
den nachträglichen Einbau in alle AM- 
Empfänger hinter dem Lautsprecher. 
Bild 3 zeigt eine Möglichkeit: Vom 
Schnurrad S des UKW-Drehkonden- 
sators wird der Seilzug über die beiden 
Umilenkrollen U zum Antrieb des 
- Hauptabstimmkondensators geführt. 
Da die UKW-Abstimmung keinen me- 
chanischen Anschlag besitzt und sich 
über 360 Grad hinausdrehen läßt, ist 
die gegenseitige Angleichung der Ab- 
stimm-Drehbereiche völlig unkritisch. 

Das gleiche Gerät ist unter der 
Typenbezeichnung A 510 für Allstrom 
und außerdem mit den zusätzlichen Röhren 
UF 41, UL 41, UY 41 als selbständiger UKW- 
Empfänger A 810 mit eingebautem Nf- und 
Netzteil erhältlich. Der A 810 dürfte sich gut 





Bild 3. Eine der möglichen Einbaulagen des 
Zusatzgerätes von der Lautsprecherseite 
aus gesehen 


als Vorsatzempfänger für Übertragungsan- 
lagen eignen, wobei man die Steuerspannung 
für die Verstärker niederohmig am nicht. 
überbrückten Katodenwiderstand der End- 
röhre abgreift und diese zum Betrieb des 
Mithörlautsprechers verwendet. Eine weitere 
Anwendung bildet der Einbau in Truhen so- 
wie in Anlagen für beste Wiedergabegüte. 

Von den günstigen technischen Daten, die 
in der Tabelle zusammengestellt sind, ver- 
dienen der hohe 
Rauschabstand und 
die Eingangsempfind- 
lichkeit von 3 uV be- 
sondere Beachtung. 
Der zuletzt genannte 
Wert wurde mit dem 
Nf£-Teil eines 1 : 3-ge- 
gengekoppelten han- 
delsüblichen Empfän- 
gers (Röhren: EAF 42, 
EL 41) bei 300 Q An- 
tennenanpassung ge- 
messen. 


EW)F42 „80pF E(U)B41 


Kü. 


Funktechnische Fachliteratur 





Lehrgang Radiotechnik, Band II 


Von Ferdinand Jacobs. 132 Seiten mit 
83 Bildern. Band 24/25 der „Radio-Prak- 
tiker-Bücherei“. Preis: 2.80 DM. Franzis- 
Verlag, München. 


Bei den ständigen Fortschritten und neuen 
Entwicklungen in der Funktechnik darf man 
auf keinen Fall das Grundlagenstudium ver- 
nachlässigen. Es hat sich immer wieder ge- 
zeigt, daß alle Neuerungen viel leichter zu 
verstehen sind, wenn die physikalischen Zu- 
sammenhänge und die normale Empfänger- 
schaltungs-Technik richtig beherrscht werden. 
Der Franzis-Verlag hat deshalb viele seiner 
Buchveröffentlichungen auf dieses Gebiet zu- 
geschnitten. 

Mit dem II. Band des Lehrganges „Radio- 
technik“ liegt jetzt die Ergänzung eines Wer- 
kes vor, das, von einem Praktiker geschrie- 
ben, in verständlicher und klarer Form in die 
Arbeitsweise der Röhren und Schaltungen 
einführt. So bereitet das Kapitel „RC-, RL- 
und LC-Glieder“ auf manche Einzelheiten 
der Fernsehempfängertechnik vor. Die Aus- 
führungen über Abstimmung, Gleichlauf und 
Abgleich, Lautstärkeregelung, Schwundaus- 
gleich usw. führen in Teilprobleme des Emp- 
fängerbaues ein. 

Mehrere Kapitel behandeln vollständige 
Empfängerschaltungen vom Einkreiser bis 
zum UKW-Super. Eine Zusammenstellung 
der gebräuchlichsten Abkürzungen, Formel- 
zeichen, Maßeinheiten usw. erhöht den Ge- 
brauchswert des Gesamtwerkes, das sich be- 
sonders zum Selbstunterricht eignet. Li 


Deuisches Bundes-Adreßbuch 
der gewerblichen Wirtschaft 


3 Bände, ca. 4500 Seiten, Preis: 120 DM, 
Einzelbände 50 DM, Vorbestelipreis für 
die zweite Ausgabe 96 DM, Einzelbände 
40 DM. Deutscher Adreßbuch - Verlag für 
Wirtschaft und Verkehr GmbH, Darm- 
stadt. 


Welche Elektro- und Radiogeschäfte sind in 
Dünkelsbühl oder in Rockenhausen vor- 
handen? Welche Bauunternehmen kommen 
für Angebote auf Gemeinschaftsantennen 
in Frage? Wer liefert in der Nähe Spritzguß- 
teile oder Stanzwerkzeuge? 

Alle diese wichtigen Fragen, die an den 
Einkaufschef, Werbeleiter oder Verkaufschef 
eines Betriebes herantreten, lassen sich durch 
dieses neue Nachschlagewerk beantworten. 
Es enthält Adressen aus Industrie, Handel, 
Handwerk und aus den freien Berufen und 
gibt erschöpfende Auskunft über die Wirt- 
schaft jedes einzelnen Ortes und jeder Land- 
gemeinde. Die Adressen sind nach Branchen 
gegliedert und die Orte sind zu Landesab- 
schnitten zusammengefaßt. 

Da die Werbe- und Verkaufsabteilung so- 
wie die im Außendienst arbeitenden Vertre- 
ter weitgehend auf ein gebietsweise geord- 
netes Adressenmaterial angewiesen sind, 
wird mit dem Deutschen Bundes-Adreßbuch 
eine fühlbare Lücke gefüllt. Redaktionelle 
Beiträge der Wirtschaftsministerien aller 
Bundesländer und das Geleitwort des Bun- 
desministers Prof. Dr. Erhard beweisen die 
Bedeutung, die amtliche Stellen dieser Neu- 
erscheinung beimessen. 

Die Erstausgabe mit allen gewerblichen 
Fernsprechteilnehmern ist sofort lieferbar. 
Das Werk ist vom Adreßbuch der Deutschen 
Wirtschaft, dem alle maßgebenden Spitzen- 
verbände angehören, anerkannt. Li 








Technische Daten 


Röhren: 
W 510 A 510 A 810 

EC 92, ECC 81, EC 92, ECC 81, EC 92, ECC 81, 

EF42, EF42, UF42, UF42, UF42, UF 42, 

EB 41 UB 41 UB 41, UF 41, 
UL 41, UY41 

Betriebs- 

spannungen: 

6,3 V/1,4 A 80 V/0,15 A 220 V = Netz- 

250 V/36 mA 170 v/31 mA anschluß 

Preis: 

99.60 DM 99.60 DM 138.50 DM 

10 Kreise: 


3 Vorkreise, Oszillatorkreis, 6 Zf-Kreise 
Anschluß für Magisches Auge 
Frequenzbereich: 80...100 MHz 
Empfindlichkeit (siehe Text): 3 uV 
Rauschabstand: 39 db 
Hersteller: 

Super-Radio, Paul Martens, Hamburg 20 


il 


Wendelantennen 


Seit einigen Jahren erfreut sich die 
Schrauben- oder Wendelantenne bei den 
Kurzwellenamateuren zunehmender Be- 
liebtheit. Sie wird sehr oft auch als Spiral- 
antenne bezeichet, obwohl ihre Windungen 
nicht in einer Ebene, sondern auf einer 
Schraubenlinie verlaufen. Äußerlich sieht 
die Wendelantenne wie eine stark vergrö- 
ßerte UKW-Spule aus, die nur an einem 
Ende angeschlossen wird. Und tatsächlich 
ist sie in vielen Eigenschaften mit einer 
Spule zu vergleichen. Eine Ausführungs- 
form, die wir weiter unten besprechen, hat 
manches mit der Seibtschen Strahlspule 
unserer Physikbücher gemeinsam. 


John D. Kraus hat die Wendelantenne 
1947 entdeckt und wenig später [1] sehr 
überzeugend die Ansicht vertreten, daß 
wir mit ihr die Mutter aller An- 
tennenformen vor uns haben. Eine 
Wendelantenne mit mehreren Windungen 
ergibt nämlich bei sehr kleinem Windungs- 
abstand eine Rahmenantenne, bei sehr gro- 
ßem Windungsabstand jedoch einen ge- 
streckten Draht, also eine Drahtantenne. 
Die Hälfte einer Windung verhält sich an- 
genähert wie ein Halbwellendipol, wenn 
der Windungsumfang einer Betriebswel- 
lenlänge entspricht. Fallen auf einen Win- 
dungsumfang dagegen mehrere Wellen- 
längen, so erhält man ähnliche Feldvertei- 
lungen wie bei den Hohlraumleitern. Eine 
Wendelantenne mit kleinem Durchmesser 
und großer Länge bildet den Übergang zu 
den. Spulen, während die auseinanderge- 
zogene Wendel zusammen mit ihrer Um- 
gebung als Leitung aufgefaßt werden kann. 


Nicht nur für theoretische Überlegungen 
ist die Beschäftigung mit Wendelantennen 
fruchtbar — auch für den Praktiker ist 
diese Antennenform wertvoll. Unter be- 
stimmten Voraussetzungen ermöglicht sie 
nämlich bei großer Bandbreite höhere 
Bündelungen und damit höhere Antennen- 
gewinne als gewöhnliche Richtantennen 
(Dipole). Dabei ist sie verhältnismäßig 
klein und läßt sich leicht bauen. Ihre Ab- 
messungen (Durchmesser, Achsenlänge, 
Windungszahl) bestimmen allerdings weit- 
gehend ihre elektrischen Eigenschaf- 
ten. In dieser Hinsicht lassen sich drei 
wichtige Fälle unterscheiden: 


1. Die Länge einer Win- 
dung ist klein gegenüber 
der Betriebswellenlänge. 


Man wählt zweckmäßig die aufzu- 
wickelnde Drahtlänge gleich 62% der 
Wellenlänge [2] und erhält eine lang- 
gestreckte Spule mit einer Ladungs- 
verteilung nach Bild 1, die recht se- 
lektiv ist. In der Praxis wickelt man 
bei dieser Ausführung den Antennen- 
draht mit einem bis zwei Drahtdurch- 
messern Abstand auf etwa 20 mm 
starkes Isoliermaterial (auch Bam- 
busrohr) und schließt die so ent- 
stehende Antenne nur einpolig an das 
Gerät an. Die Hauptstrahlungs- oder 
-aufnahmerichtung ergibt sich. aus 
der Richtung der Wendelachse in 
Gestalt eines Keulendiagramms, des- 
sen Mitte die Verlängerung der Spu- 
lenachse ist. Diese Form der Wendel- 
antenne kommt eigentlich nur für die 
längeren Kurzwellen in Betracht, bei 
denen die Ausführung nach Fall 2 zu große 
Abmessungen ergäbe. 







Steigung S 

‚gung 

Q 

S 

S e 

s| /E 

s| /8 

Q 8 

I g Z= y 2 +52 Bild 6: Ladungsver- 
SI, N teilung einer Wendel- 
S N Bild 5.Berech- antenne, deren Win- 


dungslängen größer 
als die Wellenlängen 
sind 


nung der Win- 
dungslänge 
aus Durchmesser und 
Steigung 





2. Die Länge einer Windung 
istgleichderBetriebswellen- 
länge. 

In diesem Fall sieht man im Abstand von 
14 der Steigung an der einen Stirnfläche 
einen Reflektor aus engmaschigem Kupfer- 
drahtgeflecht (Durchmesser etwa 1 Wellen- 
länge) vor (Bild 2). 

Durch die Gleichphasigkeit aller auf 
einer Linie liegenden Windungsteile (Bild 3) 
ergibt sich mit zunehmender Windungs- 
zahl eine immer schärfere Bündelung und 
damit ein immer höherer Antennengewinn 
(vgl. Bild 4). Diese Form der Wendel- 


+ _ - + + 


/ i<i 


Bild 1. Ladungsverteilung auf einer Wendel- 
antenne,deren Windungslängen kleingegendie 
Wellenlänge sind 


Z=173082 





Bild 2. Aufbau 
einer Wendel- 
antenne, bei der 
die Windungslänge der Wellenlänge entspricht 


Strahlungsweg S=Steigung 
+++ A 47 0 


i=i odrn» Ai 
(n=gonze Zahl) 


Windungslänge £ 
=Drahtweg 
Bild 3. Ladungs- 
verteilung bei der Antennenform nach Bild 2 


SWindungen 
Keulenweite: 33° 


15 
Zu a 
Pi, 
Bild 4. Strahlungsdiagramm von Antennen- 
formen nach Bild 2 





antenne besitzt besonders im Dezimeter- 
bereich sehr handliche Abmessungen, hat 
sich aber auch für Kurzwellen bis 14 MHz 
bewährt. Zudem hat sie gegenüber der un- 
ter1 beschriebenen Ausführung gute Breit- 
bandeigenschaften. Die Strahlung selbst ist 
zirkular polarisiert, so daß die Gegen- 


FUNKSCHAU 1953 | Het13 233 


station (Sender bzw. Empfänger) mit ver- 
tikal oder horizontal polarisierten Dipolen 
arbeiten kann, wenn sie nicht ebenfalls 
eine Wendelantenne benutzt. Die Win- 
dungszahl erhöht demnach den Antennen- 
gewinn, hat aber keinen Einfluß auf die 
Anpassung, die bei dieser Form rund 130 Q 
beträgt. Bei Empfangsantennen genügt zur 
Montage der Windungen ein einfaches 
Holzgerüst, während bei Sendeantennen 
wegen der hohen Feldstärke — besonders 
am freien Ende — besser Glas- oder Ke- 
ramikstützen verwendet werden. Die in 
der Tabelle wiedergegebenen Abmessun- 
gen [3] stammen von Versuchsantennen für 
64,5 und 69 cm Wellenlänge. 


Im Gegensatz zu diesen Werten, die sich 
offenbar aus einer Berechnung der Ge- 
samtdrahtlänge ergaben, sollte man sich 
bei eigenen Versuchen zunächst an die Re- 
gel halten, daß die Länge einer Windung 
der Wellenlänge entsprechen soll. Wie sich 
die Windungslänge aus Durchmesser und 
Steigung errechnet, ist in Bild 5 gezeigt. 
Eine hiernach bemessene Antenne für das 
144-MHz-Band hat folgende Daten [4]: 
6 Windungen mit 49,5 cm Windungsabstand 
bei 61 cm Wendeldurchmesser und rund 
3,20 m Gesamtlänge. Als Reflektor dient ein 
Drahtnetz mit 1,68 m Durchmesser in 25 cm 
Abstand von der ersten Windung. Der An- 
schluß erfolgt über ein konzentrisches 
130-Q-Kabel, dessen Seele die Wendel 
speist, während der Außenleiter mit dem 
Reflektor verbunden wird. 

3. Die Länge einer Windung 
ist groß gegen die Betriebs- 
wellenlänge. 

Die Feldverteilung ergibt sich nach Bild 6. 
Hier bestimmt die von den Abmessungen 
abhängige Phasengeschwindigkeit die Po- 
larisation und die Minima und Maxima des 
Richtdiagramms. Für uns ist diese Form 
weniger bedeutsam, weil sie eigentlich nur 
für sehr kleine Wellenlängen in Frage 
kommt. Herbert G. Mende 

Im Text angezogene Literatur: 

[1] Proc. IRE H. 3/1949, 263, 
Frequenz 1949, 251. 

[2] CQ 1950, 387. 
[3] Electronics, Februar 1950, 72...75. 
[4] CQ 1949, 214. 


referiert in 


Vom Fernsehen in Bayern 


Im Haushaltplan des Bayer. Rund- 
funks für das Rechnungsjahr 1953, der 
50°%\| mit 44,9 Millionen DM für Einnahmen 
Wendelantennen: 
7Windung 
Keulenweite:49° 


und Ausgaben ausgeglichen abschließt, 
tritt ds Fernsehen mit 3,7 Mil- 
lionen DM in Erscheinung. Diese Summe 
verteilt sich wie folgt: 

Bau eines Fernsehsenders 1,3 Mill. DM 
Studioausrüstung 1,2 Mill. DM 
Programmkosten 0,6 Mill. DM 
Technische Betriebskosten 0,5 Mill. DM 


Für die Studioausrüstung wird der 
Bayer. Rundfunk drei moderne Riesel- 
Ikonoskop-Kameras mit elektronischem 
Sucher von der Fernseh GmbH erhalten, 
die vier verschiedene Objektive auf 
einer Drehscheibe — dem Objektiv- 
revolver — besitzen und außerdem eine 
interessante Testbild-Projektion für das 
Einregeln der Kamera enthalten. Die 
Kontrollgeräte werden ausländischem 
Vorbild entsprechend mit kleinen Ti- 
schen versehen sein, so daß der bedie- 
nende Ingenieur sitzen kann. Das Misch- 
pult erhält acht Eingänge. 


Vornehmlich für Außenübertragungen sind 
drei Image-Orthikon-Kameras mit Kontroll- 
geräten, Taktgeber und Kontrollpult von 
Pye Ltd., Cambridge, angekauft worden. Die 
sehr empfindlichen Kameras verfügen über 
vier verschiedene Linsen und ebenfalls über 
einen elektronischen Sucher; Blende und 
Objektiv werden mittels Druckknopfsteue- 
rung ausgewählt. 


Abmessungen einiger Wendelaniennen für Versuche im Dezimeiergebiet 


Antenne Nr. 


Windungszahl 
Steigung 


Durchmesser der Wendel .... 
Durchmesser des Reflektors .. 
Refiektorabstand 





234 Her 13/ FUNKSCHAU 1953 


Die interessante Schaltung 


400-W-Diathermiegerät 


Diathermiegeräte für elektromedizini- 
sche Zwecke bestehen aus einem Hochfire- 
quenzgenerator, dessen Ausgangsleistung 
mit Hilfe geeigneter Elektroden durch den 
menschlichen Körper geleitet wird. Die 
Körpergewebe bilden ein verhältnismäßig 
verlustreiches Dielektrikum, das Leistung 
verbraucht, so daß im Körperinneren 
selbst Wärme entsteht, die heilend wirken 
kann. Da hierzu ziemlich große Leistungen 
erforderlich sind, wurden für Diathermie- 
geräte sehr enge Frequenztoleranzen vor- 
geschrieben, damit Grund- und Oberwel- 
len keine Nachrichten- oder Rundfunksen- 
dungen stören. Es dürfen folgende Fre- 
quenzen verwendet werden: 

1) 13560 kHz + 0,05 0/o (A222 m) 
2) 27120 kHz +0,66 % A211 m) 
3) 40 680 kHz + 0,05 0/o (A == 7,4 m) 

Wegen der engen Toleranzen bei 1) und 
3) können nur Sender mit Quarzsteuerung 
verwendet werden, während im 11-m-Band 
noch einfache selbsterregte Sender mög- 
lich sind. Da Schaltungen dieser Art auch 
für andere Zwecke zur Erzeugung von 
Hochfrequenzwärme dienen können, z.B. 
zur Kunststoff-Schweißung, wird hier eine 
in den Telefunken-Laboratorien entwik- 
kelte und erprobte Schaltung wieder- 
gegeben. 


Patient 
MI map 39 

2Wdgn. 
D=6dcm Statischer Schirm 
Z=4com 
5mm en Zus. 6 Won. 

r---92 9 000--—- D=6cm 

! Z0pF 1 BSKV L= 15cm 








sh $5mm Cu-Rohr 


LI I I 
BIRNEN Netztransformator 
c c LS RVA 
2X3KV/QBA 
Sämtliche Ableit- G 2XS5V/10A 
und Störschutz- 3Dr L Dr&0r& 5AV-spannungsfest 


kondensatoren 
C=InF/IkV 4 ] 1 Dr = Hf-Drosseln 
cL 40.50 Wolgn. 
D=Jcm 
Netz = 10Culss 


Schaltung eines 400-W-Senders zur Wärmeer- 
zeugung durch Hochfrequenz für f=27120 kHz 
(Nach Telefunken-Unterlagen) 


Sie arbeitet mit zwei Röhren RS 612 im 
Gegentakt mit Anodenwechselspannungs- 
betrieb. Durch die Gegentaktanordnung 
werden störende Oberwellen weitgehend 
unterdrückt. Betriebsspannungsmäßig lie- 
gen beide Katoden hoch, während der Mit- 
telpunkt der Schwingkreisspule geerdet 
ist. Die Energie wird: durch einen stati- 
schen Schirm hindurch ausgekoppelt. Der 
Primärkreis wird fest auf die Sollfrequenz 
eingestellt, der Sekundärkreis ist auf ma- 
ximale Leistung nachstimmbar. 

Die Erdleitung wird über eine Hf-Dros- 
sel angeschlossen, um die Ausbreitung von 
Hochfrequenz zu verhindern; jedoch kann 
das Gehäuse auch unmittelbar geerdet 
werden. Die Hf-Leistung beträgt etwa 
400 W und bei Betrieb mit Anodengleich- 
spannung 600 W. Hierzu ist jedoch ein aus- 
reichend kräftig bemessener Gleichrichter- 
teil erforderlich. Die Leistung kann durch 
Herabsetzen der Anodenspannung (Trans- 
formatoranzapfungen) vermindert werden. 

Die verwendeten Röhren RS612 sind 
strahlungsgekühlte 250-Watt-Trioden. Die 
Temperatur des Glaskolbens darf in un- 
mittelbarer Nähe der Anoden 300° C, die 


der Elektrodendurchführungen 200° C nicht 
überschreiten. Die Röhre muß bei Wellen- 
längen unter 6 m von unten her durch 
einen Luftstrom (durch die Fassung hin- 
durch) gekühlt werden. 

Die in der Schaltung angegebenen 
hohen Anodenwechselspannungen erfor- 
dern außerordentliche Spannungsfestigkeit 
des Aufbaues, um lebensgefährliche Un- 
fälle mit absoluter Sicherheit zu vermeiden. 


Daten der Röhre RS 612 


(ist im Betrieb 
auf + 5 %% kon- 
stant zu halten) 


Heizspannung U; 5V 


Heizstrom I; etwa 9A 

Durchgriff D 2,5 %/o 

Steilheit Ss 4mA/V 

Grenzwerie 

Anodenbetriebsspannung 3kV 
Anodenspitzenspannung 10 kV 
Anodenverlustleistung 150 W 
Gitterverlustleistung 25 W 
Katodenspitzenstrom 1,2 A 
Grenzwellenlänge 2m 

Gegentakt-Endstufe 


mit zwei Röhren ECL 80 


Mit zwei Röhren ECL 80 läßt sich bei 
geringem Aufwand an Schaltmitteln ein 
Nf-Verstärker, bestehend aus Vorstufe, 
Phasenumkehrstufe und Gegentaktend- 
stufe aufbauen (Schaltbild). Das Trioden- 
system der einen Röhre (Rö la) arbeitet 
als Spannungs-Verstärkerstufe, während 
die Triode der anderen Röhre (Rö 2a) zur 
Phasenumkehr dient. Dem Gitter des Sy- 
stems 2a wird ein Teil der verstärkten 
Wechselspannung zugeführt. Der 
Spannungsteiler ist gleichzeitig als 
Gegenkopplungsweg ausgebildet, so 
daß die Verstärkung der Phasen- 
umkehrstufe gleich 1 ist. An der 
Anode der Röhre 2a 
steht also die rich- 

tige Steuerspan- 
nung für das End- 
system Rö 2b zur 
Verfügung. Werden 
die Systeme 1b und 
2b vertauscht, dann 


ist die Anordnung —— 
noch stabiler, weil 'adlı a 

B fi I | 
Triodengitter und HE EEE 
Pentodenanode des LuaED NEE VEN 
oberen Kanals, zwi- Hf- 
schen denen die Tastspitze 


+200V 
Gegentaktendstufe mit zwei Röhren ECL 86 


+200V 


gesamie Verstärkung liegt, sich nicht im 
gleichen Röhrenkolben befinden. 

Die Katoden aller vier Systeme sind mit- 
einander verbunden und über einen ge- 
meinsamen Katodenwiderstand zur Minus- 
leitung geführt. Für die angegebenen Kopp- 
lungskondensatoren von 10 nF muß der 
Katodenkondensator größer als 150 uF sein, 
um Schwingungen zu verhindern. Zur 
Sicherheit wurde ein Elektrolytkondensa- 
tor von 250 uF/12 V gewählt. Der Gesamt- 
katodenstrom aller Systeme beträgt im 
Ruhezustand 42 mA und bei voller Aus- 
steuerung 46 mA. Zur vollen Aussteuerung 
ist eine Eingangswechselspannung von 
0,6 V erforderlich. Bei 3,5%/o Gesamtklirr- 
faktor ergibt sich eine Ausgangsleistung 
von 3W. 

(Nach Wireless Worid, März 1953, Seite 70.) 


Batteriebetriebener 
Signalverfolger 


Beim Arbeiten mit netzbetriebenen 
Signalverfolgern ergeben sich bisweilen 
Brummeinstreuungen infolge ungünstiger 
Erdverbindungen über das Lichtnetz, und 
zwar besonders bei Allstromgeräten. Es 
ist dann schwierig festzustellen, ob die 
Brummstörung eine Eigenart des zu prü- 
fenden Empfängers ist oder im Meßaufbau 
begründet liegt. 

Bei einem batteriebetriebenen Signal- 
verfolger ist eine solche Störung ausge- 
schlossen; das abgehörte Signal stammt in 
jedem Fall eindeutig aus dem zu prüfenden 
Empfänger. Moderne Batterieröhren haben 
einen so geringen Stromverbrauch, daß ein 
Batteriesatz für lange Zeit ausreicht. Das 
Bild- zeigt eine erprobte Schaltung. Zum 
Nachweis von Hf-Spannungen wird eine 
Kristalldioden - Tastspitze verwendet. Um 
eine ausreichende Empfindlichkeit zu er- 
zielen, werden hierbei vor der Endröhre 
zwei hintereinander geschaltete Nf-Ver- 


stärkerstufen mit je einer DAF 91 ver- 
wendet. 

Zur Prüfung von Nf- Verstärkern ge- 
nügen die Endstufe und eine Vorröhre. Das 
Gitter der zweiten Röhre kann daher un- 
mittelbar auf die Nf-Prüfleitung umge- 


























Schaltbild eines batteriebetriebenen 
Signalverfolgers 


schaltet werden. Die Lautstärkerregier für 
die beiden Eingangskanäle werden zweck- 
mäßig zu einem Doppelpotentiometer zu- 
sammengefaßt. Für die Prüfleitungen 
ist kapazitätsarmes abgeschirmtes Kabel 
zu verwenden. Als Lautsprecher dient der 
normale Werkstattlautsprecher in der Prüf- 
tafel. Durch Einbau eines kleinen perma- 
nent-dynamischen Lautsprechers, wie er 
für Koffergeräte üblich ist, läßt sich der 
Signalverfolger als selbständiges Prüfgerät 
aufbauen, das auch bei Montagen mitge- 
nommen werden kann und unabhängig 
von der jeweils vorhandenen Lichtnetz- 
spannung arbeitet. Der mechanische Auf- 
bau ist nicht kritisch, es sind lediglich die 
Niederfrequenz führenden Leitungen sach- 
gemäß zu verlegen. Als Gehäuse wird am 
besten ein handlicher kleiner Abschirm- 
kasten verwendet. 


(Nach Wireless World, Dezember 1952, S. 487) 


ELEKTRONIK 


Nr. 5 


Ingenieur-Beilage zur FUNKSCHAU 


Juli 1953 





Die Berechnung einer Differenzierstufe 


A. Einführung 


Die Differenzierschaltung wird in Fernseh- und Funkmeßgeräten 
angewendet, um Impulse zu erzeugen und zu verformen. Das Diffe- 
renzierglied kann sowohl aus einem RC-Glied als auch aus einem 
Differenziertransformator (Differenzierdrossel) bestehen. 

Die differenzierten Ausgangsspannungen stellen scharf ausgeprägte 
Impulse mit großer Flankensteilheit (Vsec”!) und kleiner Impulsbreite 
(ti in usec) dar. Sie lassen sich bis zu Breiten von unterhalb einer Mikro- 
sekunde ausbilden, und alle möglichen Schwingungsformen können 
differenziert werden. In dem hier besprochenen Beispiel wird voraus- 
gesetzt, daß der Differenzierschaltung eine Rechtecksteuerspannung 
zugeführt wird. 


B. Die Grundgleichungen für Differenzierglieder 


Die Schaltung Bild 1 besteht im einfachsten Fall aus dem Konden- 
sator C und dem Widerstand R. Die Differentialgleichung für den 
Kreis liefert den Ausdruck: 


1 
ue = ide tiR (1) 


Ist der Potentialunterschied über dem Kondensator groß, so wird die 


Eingangsspannung 
1 
e= co Ei i dt (2) 


Die Spannung im Ausgang für den Widerstand hat die einfache Be- 
ziehung 


w=i'R (V) (3) 
Der Augenblickswert des Stromes ist: 
= ni (A) (4) 
dt 
Dieser Wert in Gleichung (3) eingesetzt, ergibt für 
u =c.SE.R m 6) 


In den Gleichungen sind ue die Eingangswechselspannung für den 
Augenblickswert, ua Momentanwert der Ausgangswechselspannung 
und i der Augenblickswert des Stromes. 

Entsprechend der Gleichung (5) ist die Ausgangsspannung, die am 
Widerstand abgenommen wird, verhältnisgleich dem Differential- 
due 
dt 


quotienten der Eingangsspannung oder der Anderungsgeschwindig- 


keit der Spannung nach der Zeit. 


€. Praktische Bemessungsfragen für Differenzierschaltungen 


Die Eingangsspannung (Rechtecksteuerspannung) kann mit einer 
Gleichspannung verglichen werden, die plötzlich eingeschaltet wird. 
Die Kondensatorladung ist dann durch die Beziehung gegeben: 


t 

Be el x c) So 
Die Ladespannung stellt also eine ansteigende Exponentialfunktion 
dar!). Die kapazitive Zeitkonstante Tk = R 'C (sec) hat den Betrag 
von 63,2 %/o des Wertes der Betriebsspannung. Für eine Zeit, die gleich 
dem e-fachen der Zeitkonstante ist, beträgt dieser Wert 98 %/o und für 
den fünffachen Betrag der Zeitkonstante erreicht man praktisch den 
Endwert. 

Bezeichnet man mit ti die Impulsbreite der Rechtecksteuerspannung, 
die dem Kreis zur Differenzierung zugeführt wird, und mit Tx die 
Zeitkonstante des Differenziergliedes, so muß die folgende Bedingung 
eingehalten werden: 

RC TE. sh (sec) (7) 
Es ist vorteilhaft, daß die Aufladung des Kondensators auf den End- 
wert der Ladespannung in einer sehr kleinen Zeit, bezogen auf die 


Impulsbreite der Rechteckspannung, vor sich geht. Eine schnelle 
Ladungsänderung am Kondensator erfolgt nur durch eine ohmsche 
Belastung, wie dies aus der Zeitgleichung für die Ladezeitkonstante 
hervorgeht. 


D. Die Differenzierstufe 


Der Widerstandsverstärker nach Bild 2 ist als Differenzierstufe aus- 
gebildet. Die Rechtecksteuerspannung, die an den Eingang der Vor- 
röhre angeschlossen ist, habe eine Impulsfolgefrequenz f; von 2 kHz. 
Die Impulsperiode hat also den Wert von 500 usec, für die Halb- 
periode ergibt sich dann ein Wert von ti = 250 usec. Die für die Diffe- 
renzierung bestimmten Schaltelemente sind der Gitterkondensator und 
der Gitterableitwiderstand der zweiten Stufe. Die Größe des Gitter- 
kondensators ist für die vorliegende Schaltung 200 pF = 2 * 10-10 F 
und der Wert des Gitterableitwiderstandes beträgt 25 kQ. Damit wird 
die Zeitkonstante des Differenzierkreises 


Tk =R(92)'C(F) (sec) (8) 
Also ist 
Te 2.100.210 F = 5 usec 

Die Bedingung aus Gleichung (7) ist also erfüllt, die kapazitive Zeit- 
konstante des Differenzierkreises beträgt 5 usec und ist wesentlich 
kleiner als ein Fünftel der Impulsbreite der Rechtecksteuerspannung 
(Vs "u = 50 usec). 

Die einzelnen Größen der Spannungen und Ströme für die Röhren- 
stufe V 1 sind nach Bild 3°): 


— Ui Negative Gitterspannung für den Einsatzpunkt 
des Anodenstromes (Verschiebespannung —U,,) Volt 
— Ug2 Maximalwert der negativen Gitterspannung Volt 
Ui Anodenruhespannung Volt 
U22 Anodenspannung; Ua2 = Uzı + Ugg Volt 
Up Anodenbetriebsspannung Volt 
Iaı Anodenruhestrom mA 
Is Anodenstrom mA 


Für die Gitterspannungen der ‚Röhrenstufe V 2 sind folgende Werte 
eingesetzt: 


+ Ug3 positive Gitterspannung Volt 
Ug4 Gitterspannung Volt 
— Us negative Gitterspannung Volt 


EC() 40 


E(Ü)C 40 





Bild 2. Schaltbeispiel für die Differenzierung an der 
Röhrenstufe V2. Das RC-Glied erhält die Recht- 
eckspannung von der Anode der Vorröhre V1zu- 
geführt. Die Differenzierimpulse werden am Git- 
terableitwiderstand Rg = 25kQR abgenommen 


Im Kennlinienfeld der Röhre ECC 40 (Bild 4) ist ein Außenwider- 
stand von 20 kQ eingezeichnet. Die Widerstandsgerade wird somit be- 
stimmt durch: 


Bild 1. Schal- 

tung des R-C- 

Differenzier- 
gliedes 


ErTtige Da (9) 


Die Arbeitskennlinie schneidet im Arbeitspunkt A die statische Gitter- 





1) FUNKTECHNISCHE ARBEITSBLÄTTER Mth 11, Franzis-Verlag, München 22 

2) Um unübersichtliche Indizes zu vermeiden werden dıe einzelnen Spannungen mit Ug,, 
Ug;, usw. durchbeziffert, Diese Bezeichnungen sind also nicht identisch mit den sonst üblichen 
Ausdrücken für eine Spannung am Gitter 2 usw. 


34 


Röhre V1 
geöffnet 


spannungslinie für U, = 0. 
Der Schnittpunkt A ist der 
Arbeitspunkt der Schaltung 
im Kennlinienfeld; und er 
liefert einen Wert für die An- 
odenspannung von Uaı = 
106 Volt und einen Wert für 
den Anodenruhestrom Izı = 
9,7 mA. 


Im Betriebspunkt A der 
Schaltung ist der Strom durch 
len Kondensator C; entspre- 
chend der kleinen Zeitkon- 
stante gleich Null und ebenso 
die Gitterspannung Ug4 der 
Röhrenstufe V 2. Für die 
Anodenruhespannung U;ı = 
106 Volt nimmt der Gitter- 
kondensator Cg = 200 pF 
die gleiche Spannung auf. 
Zur Zeit tı wird die Röhre 
C V1 durch die Rechteck- 
steuerspannung —UÜga plötz- 
lich geschlossen und es fließt 
kein Anodenstrom. Für den 
Zeitwert tı der nichtleiten- 
den Periode der Röhre V 1 
erhält man die Ersatzschal- 
tung Bild 5. Danach liegt 
parallel zum Gitterableit- 
D  widerstand R, der Röhre V2 

der Widerstand Rex der Git- 
terkatodenstrecke. Im Zeit- 
wert tı (Bild 3D) hat die Git- 
terspannung der Röhre V 2 
durch die Differenzierwir- 
kung einen positiven Wert 
Abbildungen A,BundC sind a Dadurch wird 
die Schwingungsformen der Gitterkreis von V 2 
der Röhrenstufe V 1. Bild 3D durch den positiven Gitter- 

stellt die Gitterspannung strom belastet. 
EIS ERER T BRIRR Die Größe des Gitter- 
katodenwiderstandes leiten 
wir aus dem Gitterspannungs-Gitterstromkennlinienfeld Bild 6 ab. Die 
Gitterstrromkurve hat einen nichtlinearen Verlauf. Daraus ergibt sich, 
daß der Widerstand der Gitter-Katodenstrecke von der jeweils 
herrschenden Gitterspannung abhängt. Nach dem Ohmschen Gesetz 

erhält man: 


gesperrt 










Anodenspannung V1 


Fosonseh. Be 


Jat 





A —- 


Gitterspannung v2 


Bild 3. Zur Erklärung der 
Wirkungsweise einer 
Differenzierstufe. Die 





KB [ae 
ie a 


Im vorliegenden Beispiel beträgt der Wert von Rgk bei positiver 
Gitterspannung etwa 1kQ. Diese Größe gilt im allgemeinen für alle 
Dreipolröhren in ähnlichen Schaltungen. 

Der Gesamtwiderstand R’ des Kreises aus Bild 5 A hat somit den 
Wert: 


(U, = konstant) 9 (10) 


Rg 'Rgk 
Reg + Rek 


R=Rat Q (11) 
Ia 


| | |tarsr| 


BR N— Bild 4. 


B: Ser ni 












Kennlinien- 
feld der 
Doppel- 

dreipolröhre 

ECC 40 mit 

eingezeich- 

neter 
Arbeitskenn- 
linie für 
einen Außen- 
widerstand 

Raı = 20K2. 

Die Betriebs- 
werte im 
Arbeitspunkt 

A betragen: 

Ua, =106Vu. 

Iaı = 9,7 mA 









































) 100 200 300 400 
1106 —- Ualtt) 


ELEKTRONIK 1953 Nr. 5 
Damit erhält man für 


= 
>> 21kQ 





'=20+ 
re ER 


Der Strom, der durch den Kondensator und durch den Gitterkreis 
fließt, hat für die Röhrenstufe V 2 den Wert: 


ee li = 
Daraus erhält man den Wert des Stromes zu: 
300 — 106 
Icı = 1.108 = 9,25 -1073A = 9,25 mA 


Die Verminderung des Stromes entsprechend der Ersatzschaltung Bild 5 
beträgt nur 0,45 mA gegenüber dem Anodenruhestrom von 9,7 mA. 
Es sei besonders betont, daß diese Größe des Stromes nicht im Kenn- 
liniendiagramm von Bild 7 erscheint, denn die Röhre V 1 ist zur Zeit tı 
gesperrt. 

Der Spannungswert für das Gitter der Röhre V 2 ergibt sich in 
einfacher Weise. Es ist: 


+Ug3 = Icı:R” (13) 


Dieser Parallelwiderstand setzt sich aus dem Gitterableitwiderstand 
Rg = 25 kQ und aus dem Widerstand Rgk = 1 kQ der Gitter-Katoden- 
strecke zusammen. Man erhält: 





Rg + Rgk 
A 14 
Rg er Regk ( ) 
ae — 
R 74 0,962 kQ 
I, 60 
(mA) 50 
A Rai B t = 
Cq Ri Raı 
27 wi ” 
Om 7? 2. 2 
Rg % 
0 





Bild 5. Ersatzschaltbild der 
Differenzierstufe. Azeigtden 
Betriebszustand an, in dem 
die Röhre V1gesperrtistund 
B den Betriebszustand 
während der Stromführung 
dieser Röhre 


Bild 6. U, - I; Kennlinienfeld 
einer Dreipolröhre. Für eine 
positive Gittervorspannung 
von 8 V und bei einem positiven Gitter- 
strom von 8 mA beträgt der Gitter- 
Katodenwiderstand etwa 1k® 


Zur Zeit tı — die Röhre V 1 ist gesperrt — hat also die Gitter- 
vorspannung der Röhre V 2 nach Gleichung (13) den Wert von 


+ Ugs = 9,25 - 10°% - 0,962 - 10° = 8,9 V 
Die positive Gittervorspannung der Röhre V 2 liefert gleichfalls 
einen Anstieg von 8,9 V für die Anodenruhespannung U;1, und man 


erhält für 
Uz2 = Ua + Us 


Uz2 = 106 + 8,9 = 114,9 V 


(15) 


Dieses Potential finden wir in Bild 7 eingetragen. 

Im Zeitwert tı steigt aber die Anodenspannung der Röhre V 1 auf 
die Betriebsspannung Up von 300 Volt an. Der Gitterkondensator 
ladet sich über den Außenwiderstand R.ı (20 kQ) der Röhre V 1 ent- 
sprechend der Ladezeitkonstante auf diese Spannung auf. Dies ist aus 
Bild 5 A zu ersehen. 

Bis zum Zeitwert ta behält der Gitterkondensator Cg seine Ladung 
bei einer Anodenbetriebsspannung von 300 Volt. Der Wert der Gitter- 
spannung von V 2 hat bis zur Zeit t2 die Größe null Volt. 

Eine Änderung für die Gittervorspannung der Röhre V 2 und eine 
Anderung der Anodenspannung der Röhre V 1 tritt erst zur Zeit t2 
ein. Beide Spannungen (Anodenspannung und Gitterspannung) kehren 
jetzt ihre Richtungen um. 

Im Zeitwert t2 steigt die Gitterspannung der Röhre V 1 — die Recht- 
ecksteuerspannung — von negativen Werten aus an und überschreitet 
die Verschiebespannung — Uy oder — Ugı. In diesem Zeitpunkt wird 
die Röhre V 1 leitend. Die Anodenspannung der Röhre V 1 nimmt 
mit zunehmendem Anodenstrom ab und erreicht die Anodenruhespan- 
nung U,1 entsprechend Bild 7. Das zugehörige Ersatzschaltbild ersieht 
man aus Bild5B. 


ELEKTRONIK 1953 Nr. 5 


Der Gesamtwiderstand des Kreises folgt 
aus der Beziehung: 


Raı Ri 


FT 


(16) 
Damit wird der Wert des Gesamtwider- 


standes in der stromführenden Periode der 


Röhre V 1 zu 
250u/sek. 250u/sek. 





eg 
20 + 10 





= 31,7kQ 
Den Entladestrom des Kondensators er- 
hält man durch die folgende Gleichung: 


— (U — Ua) _ —(300—106) 
R 31,7: 103 
= —6,12-1039A=6,12mA (17) 


a | 
N 
tı t 


t— 
Die negative Vorspannung für die Röhre V 2 ist dann 

—Ug3 = Ic’ Rg 8) (18) 
also ist —Ug3 = —6,12 : 10% 25 10° = —153 V. 


Der Wert der negativen Spannung über den Gitterableitwiderstand Re 
ist in Bild 3 D eingetragen. 


Die gesamte Rechteckspannung im Anodenkreis ist dann wieder nach 
Gleichung (12) als Summe gegeben und beträgt 106 + 194 = 300 V. 
Die Anodenruhespannung bleibt am Kondensator erhalten und die 
übrigen Werte können aus der Ersatzschaltung Bild 5 B entnommen 
werden. Die Parallelschaltung des Außenwiderstandes mit dem Innen- 
N, 6,7 kQ und die Spannung 
RaıtRi 
ist nach dem Ohmschen Gesetz 6,12 1036700 = 41V, Mit den 
gegebenen Werten erhält man wieder die Summe, und zwar: Up = 106 
+ 41 + 153 =300V. 


Der Aussteuervorgang der gesamten Schaltung ist in dem Anoden- 
strom-Anodenspannungskennlinienfeld Bild7 nochmals übersichtlich 
zusammengestellt. Mit den Bezeichnungen aus Gleichung (8) und 
Gleichung (16), d. h. mit dem gegebenen Widerstandswert für die 
Kondensatorentladung von 300 V bis zur Anodenruhespannung von 
106 V erhält die Entladezeitkonstante den folgenden Wert: 


Ta=R:G (sec) (19) 
Diese ist Ta = 31,7 - 10% 2 10710 = 6,34 usec. 





widerstand der Röhre V 1 ist also 


Mit den Bezeichnungen aus den Gleichungen (8 und 11) und mit Ein- 
setzen des Wertes für den Gesamtwiderstand R’ muß die Ladezeit- 
konstante des Gitterkreises die folgende Größe erhalten: 


Tı=R-6& (sec) (20) 


Ia (mA p N 
am eco 
je | 


IE] 
In f) 
2 {3 ty 


jersehistaspaanung 
N 











970 
("ke 


| | 


St 








> 
EN 


1 nn < 




















{3 





77 = 4204/sek. 


T 
IN 











t4 





Bild 7. Das vollständige Ua-Ia-Kenn- 
linienfeld der Röhre ECC 40 mit ein- 
gezeichneten Gitterspannungen, 
Anodenspannungen und Anoden- 
strömen für einen Anodenbetriebs- 
widerstand von 20kQ 








634u/sch. 





-— 
\ 





Mit den gegebenen Werten ist 
Tı = 21: 1092 1010 = 4,20 usec 


Der exponentielle Anstieg und Abfall des Stromes und der Spannung 
sind im Kennlinienblatt eingetragen. 


Die Schwingungskurven nach Bild3 sind Bild7 entnommen. Die 
Schwingungen A, B und C stellen die Steuerspannung, die Anoden- 
spannung und den Anodenstrom dar. Die untere Schwingungsform 
(Bild 3 D) ist jedoch die Gittervorspannung der Röhrenstufe V 2. Der 
positive Differenzierimpuls ist wesentlich kleiner als der negative Im- 
puls. Im positiven Aussteuerbereich der Röhre V 2 wird der Gitterkreis 





vorwiegend durch den Widerstand X; = der Gitter-Katoden- 


DCgk 
strecke bestimmt, der in der Größenordnung von etwa 1kQ liegt. 
RP: 


Ein Querschnitt durch den heutigen Stand der Elektronik 


Die Elektronik ist eine Technik, deren Ergebnisse nicht wie die der 
Radiotechnik in den Schaufenstern der Fachgeschäfte für jedermann 
zu sehen sind, sondern die in stiller, zäher Arbeit oft für ganz spezielle 
Zwecke entwickelt und in Betrieb genommen werden, ohne daß sie bei 
der unbeteiligten Umwelt die ihnen zukommende Beachtung fänden. 
Wer sich einen Überblick über die Fortschritte auf diesem Gebiet ver- 
schaffen will, muß das große Schaufenster studieren, das z.B. die 
Technische Messe in Hannover alljährlich bietet. Aber auch dort sind 
elektronische Geräte entsprechend ihrer Eigenschaft, sich harmonisch 
und unauffällig in Maschinen und Einrichtungen aller Art einzuglie- 
dern, oft nur bei ihren Anwendungen aufzuspüren. Was wir in dieser 
Beziehung bei der Berichterstattung über die vorjährige Messe (vgl. 
ELEKTRONIK 1952, Nr.2, S.13 ff.) sagten, ist auch heute noch 
gültig, soweit sich diese Eindrücke nicht sogar noch vertieft haben. Der 
Gesamteindruck jedoch, den wir auf der diesjährigen Messe in Han- 
nover gewannen, ist, daß die Elektronik nicht nur nicht mehr auf- 
zuhalten ist, sondern, daß sie zu einem echten Helfer der Rationali- 
sierung, der Produktionserhöhung und Qualitätssteigerung in allen 
Industrien geworden ist. 


Dabei haben die Erfolge der Elektronik auch der übrigen Regelungs- 
technik neuen Auftrieb gegeben. Grundsätzlich hat ja jedes der drei 
Regelverfahren (hydraulisches, pneumatisches, elektrisches) seine Vor- 
züge und Nachteile. Regelaufgaben, bei denen das günstigste Ver- 
fahren nicht schon durch die Art der Regelstrecke bestimmt ist, sind 


daher das Objekx eines spürbaren Konkurrenzkampfes, bei dem sich 
elektrische und elektronische Verfahren stets durchsetzen, wenn es um 
Trägheitslosigkeit und bequeme Leitungsverlegung geht. Daher kommt 
es auch, daß Firmen, die seit Jahrzehnten Spezialisten für hydraulische 
und pneumatische Regelungen sind, sich neuerdings dem Ausbau elek- 
trischer Verfahren widmen. Aber auch die umgekehrte Erscheinung ist 
zu beobachten, daß nämlich Unternehmen der Elektroindustrie dazu 
übergehen, beginnend mit dem Bau elektrohydraulischer und ähnlicher 
Wandler nichtelektrische Regelverfahren zu berücksichtigen. Die Zu- 
kunft der Regelungstechnik liegt zweifellos bei der sinnvollen Kombi- 
nation elektrischer und nichtelektrischer Verfahren, deren Vorteile ver- 
bunden und deren Nachteile ausgeschaltet werden. Daß dabei die 
wandlungs- und anpassungsfähige Elektronik eine gewichtige Rolle 
spielen wird, zeichnet sich jetzt, da sie ein gut Teil ihrer Kinderkrank- 
heiten überwunden hat, bereits deutlich ab. 


Die beiden zahlenmäßig bedeutendsten Hauptanwendungsgebiere 
der Elektronik sind die Steuerung und Regelung starkstromgespeister 
Geräte und Anlagen und die elektronischen Überwachungs- und Meß- 
einrichtungen. In der erstgenannten Gruppe stehen sich zwei Auffas- 
sungen gegenüber, deren Einfluß man leicht am fertigen Gerät erkennen 
kann. Die eine Auffassung besagt, daß man in Starkstromanlagen nur 
stärkstrommäßige Einzelteile verwenden soll, während die andere 
Auffassung dahin geht, daß für große Schalthäufigkeiten, wie sie be- 
sonders bei selbsttätigen Regelungen immer wieder vorkommen, Fern- 





36 


meldebauteile bezüglich der Betriebssicherheit den Starkstromteilen 
weit überlegen seien. Der Streit drohte unentschieden zu verlaufen, 
wenn nicht bereits einige Firmen den goldenen Mittelweg beschritten 
und bewährte Bauelemente der Fernmeldetechnik den rauheren Be- 
dingungen der Starkstromtechnik angepaßt hätten. Tatsächlich hat es 
sich gezeigt, daß elektronische Regelungen meist unter ganz anderen Um- 
weltsbedingungen (Staub, Dunst, Dampf, Gase und chemische Dämpfe, 
Erschütterungen usw.) zu arbeiten haben als Fernmeldeanlagen und 
Hochfrequenzgeräte. Es hat daher einen Sinn, wenn man bei den Bau- 
teilen für elektronische Einrichtungen z. B. Keramik- statt Hartpapier- 
isolation, Schraubklemmen statt Lötösen (bei gleichzeitiger Vergröße- 
rung der Kriechwege) fordert und im übrigen überdimensionierte und 
tropenfeste Einzelteile bevorzugt. Unsere Meinung geht ebenfalls 
dahin, daß Bauteile für elektronische Einrichtungen mit fernmelde- 
technischer Präzision, aber in starkstrommäßiger Robustheit gebaut 
werden sollten. In dieser Beziehung können wir noch von den Ameri- 
kanern lernen, die bekanntlich nicht nur Kondensatoren und Über- 
trager, sondern auch Widerstände, Drosseln, Relais und ganze Bau- 
gruppen (Verstärker usw.) ‚hermetically sealed‘, d. h. luftdicht gekap- 
selt und vergossen (allerdings bei wesentlich höheren Stückzahlen) 
liefern — ein Brauch, wie er hier und da auch bei deutschen Herstellern 
(wohl zunächst nur aus Exportgründen) zu beobachten ist. 


Eine andere Entwicklungsrichtung, die wir wahrscheinlich auch ohne 
amerikanische Vorbilder beschritten hätten, ist das Baustein-Prinzip. 
Es ermöglicht trotz der von Fall zu Fall verschiedenen technischen 
Forderungen an die fertigen Anlagen den Bau ganzer Gerätegruppen 
auf dem Fließband und trägt so zur Rationalisierung in einem auf den 
ersten Blick kaum erkennbaren Umfang bei. Bezeichnend ist für diesen 
Entwicklungsweg, daß nicht nur Industriegeneratoren (Dr. THEILE: 
„Hochfrequenz-Steckdosen“) und Thyratronsteuerungen als vielseitig 
verwendbare Einheiten gebaut werden, sondern daß auch Großbetriebe 
mit eigenen Projektierungsabteilungen (z. B. die AEG) dazu übergehen, 
universell verwendbare „Elektronische Bausteine“ auf den Markt zu 
bringen, die nach Belieben zu größeren Geräten und Anlagen zusam- 
mengestellt werden können. Daß hierbei die Normen (DIN) und die 
Richtlinien des VDE eine wichtige Rolle spielen, bedarf wohl keiner 
näheren Erläuterung. 


Neuartige Regelverfahren 


Die Weiterentwicklung der rein elektrischen Regelverfahren zeigt 
grundsätzlich wenig Neues; sie beschränkt sich im allgemeinen auf die 
Verbesserung der Geber, Wandler und anderer Bausteine. Ihre Schal- 
tungen und Hilfsmittel sind zuverlässiger, genauer und noch anpas- 
sungsfähiger geworden. Mit anderen Worten: die Technik ist geläufig 
und wird jetzt ausgefeilt, Das gilt zum großen Teil auch für gemischte 
en, von denen wir nachstehend zwei Beispiele bringen 
wollen. 


Die Firmen FıscHEr & PoRTER Co. (USA) und FIscHER-VAN WINKEL 
N. V. (Den Haag, Holland), vertreten durch Dr. P. A. FRIEDEL & Sonn, 
Kelkheim/Ts., sind Spezialisten für Strömungs-, Flüssigkeitsstands-, 
Viskositäts- u.a. Meßgeräte großer Meßgenauigkeit für Fernanzeige. 
Diese Einrichtungen benutzen zum großen Teil mechanisch-elektrische 
Wandler als Geber, bei denen ein verschiebbarer Weicheisenkern die 
Induktivität zweier hintereinanderliegender Spulen bestimmt. In der 
einfachsten Form liegen diese Spulen in einer Differentialschaltung mit 
einem nach dem gleichen Prinzip aufgebauten schreibenden Meßgerät. 
Für höhere Anforderungen und Regelungsaufgaben bilden die Spulen 
zwei Arme einer Wechselstrombrücke, deren beide anderen Zweige von 
einem ähnlichen Spulenpaar für das Anzeigesystem belegt werden. Die 
Nulldiagonalspannung der Brücke wird in einer Röhrenschaltung ver- 
stärkt und der Steuerwicklung eines kleinen Servomotors zugeführt, 
dessen zweite Wicklung an Netzwechselspannung liegt und dessen 
Anker den Zeiger des Anzeigesystems führt. Über ein Ritzel und eine 
Zahnstange ist der Anker gleichzeitig mit dem Eisenkern der Spulen 
des Anzeigesystems verbunden, so daß dieses Verfahren durch eine 
stufenlos selbstabgleichende Wechselstrombrücke gekennzeichnet ist. 


Einen ganz neuen Weg beschreiten die Askanıa-WERKE AG, Berlin- 
Friedenau, deren hydraulische Strahlrohrregler seit Jahrzehnten welt- 
bekannt sind, mit ihrer elektrischen Regelung. Ausgehend von der 
Meinung, daß rein elektrische Regler entweder nicht stetig arbeiten 
oder einen zu großen elektronischen Aufwand erfordern, ohne die Be- 
triebssicherheit und Lebensdauer der pneumatischen und hydraulischen 
Regler zu erreichen, entwickelte Askanıa eine elektrische Regelung 
mit einem induktiven Geber, dessen Ausgangsspannung mit Elek- 
tronenröhren vorverstärkt wird: Auf diese Vorverstärkung folgt ein 
Kohledruckverstärker als Leistungsstufe, dessen Ausgang einen für alle 
Stellglieder benutzten Ferrarismotor speist. Der Stellmotor arbeitet 
auf ein (z.B. 100: 1) untersetzendes Zahnrad- oder neuartiges Kugel- 
getriebe. Der Gesamtverstärker ist gegengekoppelt, und zwar so, daß 
sein Eingang eine (der Drehgeschwindigkeit des Stellmotors) geschwin- 
digkeitsproportionale Gegenkopplungsspannung erhält, die zur An- 
passung an die Eigenschaften der Regelstrecke an einem Drehwider- 
stand einstellbar ist. Der Vorverstärker enthält handelsübliche Röhren, 
wobei für jede der beiden Drehrichtungen des Stellmotors zwei Röhren 
parallelgeschaltet sind. Damit wird jede Röhre nur mit 10 % ihrer 
Belastbarkeit beansprucht und kann die Funktion der Parallelröhre 


ELEKTRONIK 1953 Nr. 5 





Bild 1. Kombination verschiedener Zeitkreise in Einschubform 
für industrielle Steuerungsaufgaben (AEG) 


übernehmen, falls diese ausfällt. In der Leistungsstufe hielt man Elek- 
tronenröhren wegen ungenügender Betriebssicherheit und aus preis- 
lichen Gründen für untragbar und setzte dort den unverwüstlichen 
Kohledruckregler als Verstärker ein, allerdings in einer Differenz- 
schaltung, um Widerstandsänderungen durch Alterung und Temperatur- 
einflüsse zu eliminieren. 


Elektronisch gesteuerte Antriebe und Stromversorgungen 


Die elektronische Steuerung mit Ionenröhren hat für Maschinen- 
antriebe weiter an Bedeutung gewonnen. Wie unsere Leser wissen, 
verwendet man dabei die sehr regelfähigen Gleichstrrommotoren, die 
aus steuerbaren Gleichrichtern gespeist werden. Wo es nur auf stufen- 
lose Drehzahlregelung ankommt, werden neuerdings wieder Dreh- 
strom-Kommutatormotoren gern verwendet. Bei diesen läufergespeisten 
Nebenschlußmotoren, die z. B. von SIEMENS-SCHUCKERT gebaut wer- 
den, läßt sich die Drehzahl in weiten Grenzen durch einfache (auch 
fernbedienbare) Bürstenverschiebung verlustfrei und mit hohem Wir- 
kungsgrad regeln. 

Größere Bedeutung haben in letzter Zeit Ignitronsteuerungen be- 
kommen, die zündstiftgesteuerte Gasentladungsröhren mit Quecksilber- 
Teichkatoden verwenden. Während sie für Maschinenantriebe im all- 
gemeinen erst bei Leistungen über 30 kW in Frage kommen, öffnet sich 
ihnen ein weites Anwendungsgebiet bei der verlustfreien Regelung 
ohmscher Lasten (Widerstands-Schweißen, Beleuchtung). 


Zur stufenlosen Weitbereich-Regelung eines 200-k W-Gleichstrom- 
motors hat jetzt erstmalig in Europa die Conz ELEKTRICITÄTS-GESELL- 
SCHAFT (Hamburg-Bahrenfeld) eine Ignitronsteuerung verwendet, die 
billiger als mechanische Regelantriebe, Großgleichrichtersteuerungen 
und Leonard-Aggregate gleicher Größenordnung ist und zudem beson- 
ders einfache Schaltungen für die Einhaltung konstanter Drehzahl, für 
Druckknopfbedienung und die Programmsteuerung vorgewählter Dreh- 
zahlen, sowie für die Begrenzung des Anfahrmoments und des Anfahr- 
stroms bietet. 


Wie aber schon erwähnt, liegt das Hauptanwendungsgebiet der 
Ignitronröhren derzeit bei der Widerstands-Schweißung. Beispiels- 
weise sind zwei gegenparallelgeschaltete Ignitronröhren im Primär- 
kreis des Schweißtransformators bei Dauerbeanspruchungen mit hohen 
Schaltleistungen und -häufigkeiten jeder Schützensteuerung überlegen. 
Für größere Leistungen setzt sich die Dreiphasen-Maschine durch, die 
gleichmäßige Lastverteilung und eine erhebliche Verringerung des 
Scheinleistungsbedarfs ermöglicht. Bei Nahtschweißmaschinen muß der 
Schweißstrom bekanntlich periodisch unterbrochen werden. Die bisher 
dazu benutzten Modulatoren ermöglichen aber nur eine 30%ige Strom- 
verminderung und sind damit den 100 %ig abschaltenden Ignitron- 
röhren weit unterlegen. Damit hängt zusammen, daß für die bisherigen 
Verfahren ungeeignete Blechsorten überhaupt nur mit ignitrongesteuer- 
ten Schweißmaschinen zufriedenstellend verarbeitet werden können. 
Große Erfahrungen auf diesem Gebiet besitzt die Huco MIEBACH 
GmBH., Dortmund, die z.B. ihre Nahtschweißmaschinen heute nur 
noch mit Ignitronsteuerungen liefert. 


Auch die Widerstands-Schweißmaschinen von BRown, BovErRI & Cie 
werden für hohe Genauigkeitsforderungen mit Röhrensteuerungen aus- 
gerüstet. 

Neben ihren bekannten Thyratrons baut die AEG jetzt auch einige 
neuere Ignitrons für 0,8 und 15 kV Sperrspannung, die Dauerströme 
zwischen 1 und 150 A und Spitzenströme (Scheitelwerte) zwischen 
200 und 4500 A vertragen. Für die Steuerung von Schweißmaschinen 
und andere Zwecke, bei denen kurzzeitig oder phasenrichtig hohe 
Ströme zu schalten sind, stehen neue Ignitronschütze und -Kleinschütze 
der AEG zur Verfügung. 


Auf der Technischen Messe in Hannover zeigten alle maßgebenden 
Firmen (z. B. AEG, BBC, Caror-Emac (Ratingen bei Düsseldorf), 
Conz, Dr. Inc. Jovyr (Leer/Ostfr.), PıntscH-ELECTRO (Konstanz), 
SCHORCH-WERKE AG (Rheydt), SIEMENS-SCHUCKERT u. 4.) interessante 
Anwendungen elektronisch gesteuerter Antriebe und Stromversorgungs- 
anlagen. 


ELEKTRONIK 1953 Nr. 5 





Bild 2. Siemens-Zeigerregler ZR5, 
ohne Abdeckung 


Für das automatische Kopieren von Werkstücken, das vorwiegend 
auf besonderen Kopierfräsmaschinen erfolgt, haben sich verschiedene 
elektronische und nichtelektronische Systeme der Fühlersteuerung be- 
währt. Die von der AEG gebauten Kopiereinrichtungen für Werkzeug- 
maschinen arbeiten elektrohydraulisch; die Kraftübertragung erfolgt 
hydraulisch durch Tauchspulenregler (siehe Bausteine) auf Grund elek- 
trischer Abtastung. Bei dem neuartigen akustischen Kopiergerät der 
Firma Kurt ErnsT, Elektronik-Gerätebau (Berlin-Borsigwalde) löst 
der Taster einen Ton im Lautsprecher aus, sobald er die Grundfläche 
des Modells berührt und der mit ihm starr gekuppelte Fräser die 
richtige Tiefe erreicht hat. Dieses Verfahren ermöglicht eine sehr hohe 
Arbeitsgenauigkeit, die lediglich durch die unvermeidbaren Erschütte- 
rungen der Maschine auf etwa 0,02 mm begrenzt ist. 


Bausteine und Hilfsmittel 


In der richtigen Erkenntnis, daß die Vielfalt elektronischer Anwen- 
dungsmöglichkeiten und ihre von Fall zu Fall verschiedenen Voraus- 
setzungen die Entwicklung vielseitiger Bausteine nahelegt, hat die 
AEG außer ihren Thyratrons, Ignitrons, Fotozellen und Fotowider- 
ständen eine Reihe elektronischer Bausteine geschaffen, die in erster 
Linie für die Erfüllung vielseitiger Steuer- und Regelaufgaben in Ver- 
bindung mit AEG-Thyratrons gedacht sind. Daher enthält diese Reihe 
auch die Teile für Anschnittsteuergeräte, die grundsätzlich für alle 
stufenlos regelbaren Gleich- und Wechselstromkreise eingesetzt werden 
können. Durch Bedienung eines Potentiometers läßt sich mit Hilfe des 
Phasenverstellgliedes (PL Nr 16/5906) der Anschnittwinkel (Zündzeit- 
punkt) verstellen und dadurch der Anodenstrom des Thyratrons konti- 
nuierlich regeln, wie es bei der stufenlosen Helligkeitsregelung von 
Beleuchtungsanlagen aller Art, von Widerstandsöfen, Widerstands- 
schweißmaschinen, Motorsteuerungen u. dgl. erwünscht ist. Neben dem 
aus einer RL-Brücke bestehenden Phasenverstellglied werden für eine 
Anschnittsteuerung z. B. noch folgende in der AEG-Reihe enthaltenen 
Bausteine benötigt: ein Impulstransformator, eine Vordrossel M 42 und 

.eine (bei Gleichstrom) oder zwei (bei Wechselstrom) Gittervorspan- 
nungseinheiten. Der Impulstransformator (PL.Nr 16/5907) enthält vier 
Wicklungen, von denen die eine stets als Primärwicklung dient, wäh- 
rend die drei anderen je nach der Art der Schaltung als Sekundärwick- 
lungen oder zur Gleichstrommagnetisierung für eine Phasenverschie- 
bung der Ausgangsimpulse benutzt werden können. Die Gittervor- 
spannungseinheit PL Nr 16/5905 besteht aus einem Kleintransformator 
und einem Gleichrichteraggregat. Die Primärseite des Transformators 
ist angezapft, um ihn an Heizspannungsleitungen von 2,5 oder 6,3 V 
anschließen zu können. Die abgegebene Gleichspannung hängt von der 
Belastung ab und kann bis über 100 V betragen. Zu diesen Bausteinen 
treten verschiedene Zeitkreise, die beispielsweise in Einschubform 
kombiniert montiert werden können (Bild 1). 


SıEMEnS hat mit seinem neuen Zeigerregler ZR5 einen Baustein 
geschaffen, der rein elektrisch (d. h. mit elektrischen Gebern und Stell- 
gliedern) arbeitet und für sich allein oder zusammen mit elektronischen 
und anderen Regelungen verwendet werden kann. Sein Herz ist ein 
polarisiertes Telegrafenrelais, dessen Betriebssicherheit bekanntlich 
auch bei größten Schalthäufigkeiten kaum von einem anderen schalten- 
den Bauelement übertroffen wird. Es trägt mindestens zwei Wick- 
lungen, deren eine den Steuerwert (aus Meß- und Sollgröße) erhält, 
während eine zweite Wicklung im Rückführungskreis liegt. Beide 





Bild 3. Tauchspulenregler der AEG 
(Bauart EMG), Typ TR1 





Bild 4. Elektronisches Zeitrelais 
(Voigt & Haeffner) 


liegen in Brückendiagonalen. Die Sollgröße wird an einem mit Zeiger- 
ablesung versehenen Regelwiderstand eingestellt. Abweichungen der 
Meßßgröße verstimmen den Brückenabgleich und lassen das mit seiner 
Steuerwicklung in der Diagonale liegende Relais ansprechen, das dar- 
aufhin Steuerimpulse an das Stell- oder Korrekturglied gibt, bis wieder 
Gleichgewicht herrscht. Zwei Glimmlampen oder Schauzeichen unter- 
richten laufend über die Art der Impulsgabe und werden außer Be- 
trieb gesetzt, sobald das Gleichgewicht zwischen Soll- und Meßgröße 
und damit das der Brücke (Bild 2) wiederhergestellt ist. Eine ther- 
mische Rückführung kann der Zeitkonstanten des zu regelnden Vor- 
ganges angepaßt werden, so daß Pendelerscheinungen und Selbst- 
erregung mit Sicherheit vermieden werden. 


Grundsätzlich arbeitet der neue Siemens-Zeigerregler an allen Ge- 
bern mit elektrischem Ausgang und allen Stellgliedern mit elektrischem 
Eingang, so daß er einen großen Teil der in der Praxis vorkommenden 
Regelaufgaben auch ohne elektronische Hilfsmittel bewältigt. Ein 
sehr anschaulicher Beweis für die hohe Regelgeschwindigkeit und 
Präzision dieses neuen Bausteines wurde allen Besuchern der Technischen 
Messe durch eine mit Zeigerreglern aufgebaute Balanciereinrichtung‘ 
gegeben. Eine sechs Meter lange Balancierstange, die bei ausgeschalteter 
Anlage durch einen Fangring vor dem Umfallen bewahrt wurde, ruhte 
in einem Kardangelenk am Ende eines Steuerarmes, der durch zwei 
um 90° gegeneinander versetzte Motorantriebe und mittels zweier 
fadengesteuerter Potentiometer über Zeigerregler so bewegt wurde, 
daß sich der Unterstützungspunkt der Stange (im Kardangelenk) stets 
unter ihrem Schwerpunkt befand. Technisch gesehen wurden also 
laufend der Winkel des Steuerarmes und die Abweichung des Unter- 
stützungspunktes von der Projektion des Schwerpunktes auf die 
Steuerebene gemessen und über die Regler in Form von Schaltbefehlen 
den Motoren zugeführt, deren Bewegungen die Meßgrößen auf Null- 
werte zu bringen hatten, Da das Balancieren einer sechs Meter langen 
Stange mit hochgelegenem Schwerpunkt ein instabiler Vorgang ist, 
war die Regelung in ständiger Bewegung, wobei allerdings die Korrek- 
turausschläge mit zunehmender Annäherung an die theoretische Gleich- 
gewichtslage immer kleiner wurden. Neben der kleinen Zeitkonstante 
der Regler war die einwandfreie Funktion der Modellregelung der 
ebenfalls recht kleinen Zeitkonstante (25 ms) der 25-Watt-Gleichstrom- 
motoren zu danken. 


Als Zeitrelais für große Schalthäufigkeiten oder für sehr kurze 
Zeiten (Sekundenbruchteile) werden allgemein elektronische Stufen 
bevorzugt. Sie werden meist als thyratrongesteuerte Relaisstufen mit 
Ansprechverzögerung gebaut. Die hierfür benutzten RC-Kreise werden 
häufig nur für einen Bereich ausgelegt, wobei die einzelnen Zeitbereiche 
zwischen 0,06 und 300 Sekunden liegen. Für sofortige Betriebsbereit- 
schaft wählt man Thyratrons mit kalter Katode. Der Netzteil wird 
vorwiegend für Wechselstrom ausgelegt und bei hohen Genauigkeits- 
anforderungen stabilisiert. Als Beispiele sind zu nennen: die Elektroni- 
schen Zeitschalter der AEG für 0,06 bis 2 und 0,6 bis 12 Sek.; das auch 
für Gleichstrom und mit den Bereichen 0,05...3,5; 0,2...14; 0,4...28 oder 
0,5...60 Sekunden lieferbare Elektronische Zeitrelais von Vorst & 
HAEFFNER, Frankfurt/Main (Bild 4), ferner die Elel. ronische Zeit- 
vorstufe für ECO-Relais von EserLE & Co., Nürnberg, die für An- 
sprech- oder Abfallverzögerung (0,1...3; 1...30; oder 10...300 Sek.) er- 
hältlich ist, sowie die Geräte von Kurr Ernst, Elektronik-Gerätebau, 
Berlin-Borsigwalde. Die letztgenannte Firma Ernst baut neben einem 
Zeitschalter mit 0,5...6; 1...30 oder 6...150 Sek, Ansprechverzögerung 


eo 


Bild 5. Ansicht des 
AEG-Schwenkspul- 
Kompensators 





noch einen Zeittakter, der zur wiederholten Zeitgabe für zwei Vor- 
gänge — Arbeitsgang und Pause — mit größenordnungsmäßig gleichen 
Zeitbercichen bestimmt ist. Schließlich sei noch das Elektronische Zeit- 
relais von Brown, Boverı & Cie. (Mannheim) erwähnt, über das 
bereits an anderer Stelle berichtet wurde. 


Die für ihr umfangreiches Relaisprogramm bekannte Firma EBEriE 
& Co., Nürnberg, hat auch eine Reihe elektronischer Schaltgeräte 
(Bausteine) und zu ihren Relais passende elektronische Vorsatzstufen 
entwickelt. Neben einem thyratronbestückten Dämmerungsschalter mit 
Fotozelle, dessen Lichtempfindlichkeit stufenlos zwischen O und 30 Lux 
(#1 Lux Ansprechgenauigkeit) einstellbar ist, baut Eberle zwei Vor- 
satzstufen (Typen 502 und 503), die mit dem Thyratron PL 21 so 
arbeiten, daß bei geöffnetem Steuerkontakt die Relaisspule entweder 
spannungslos ist oder aber erregt wird. Ähnlich aufgebaute Vorstufen 
(Typen 570 und 571) können, wie schon oben erwähnt, mit einstell- 
baren Ansprech- oder Abfallverzögerungen geliefert werden. Für den 
Unfallschutz steht die Sicherheitsauslöseeinrichtung für Pressen (Typen 
555 und 556) zur Verfügung, deren Thyratronstufe über einen ver- 
schließbaren Wahlschalter mit verschiedenen Sicherheitsschaltern (Fuß- 
oder Zweihandbetätigung) verbunden und mit einer oder mehreren 
Lichtschranken kombiniert werden kann. Da die mit diesen elektroni- 
schen Bausteinen verwendbaren ECO-Relais größtenteils mit Queck- 
silberkontakten ausgerüstet sind, werden außerordentlich hohe Lebens- 
dauer und eine vorzügliche Betriebssicherheit erzielt. 


Zu den neuen vielfältig verwendbaren Bauteilen gehört der Relais- 
verstärker von P. Gossen & Co., Erlangen. Dabei handelt es sich nichr 
etwa um einen Verstärker nach einem Relaisprinzip, sondern um ein 
Drehspulrelais mit (unabhängig von der Erregungsenergie) elektro- 
magnetisch verstärktem Kontaktdruck, dessen Konstruktion das Schal- 
ten technisch verwertbarer Ströme schon mit Eingangsleistungen von 
1...4° 10°® Watt ermöglicht. Je nach dem Anwendungszweck (Null- 
relais, Minimal-, Maximal- oder Differenzrelais, Ein-Aus-Regler, Im- 
pulsregler) wird das Drehspulrelais mit einem oder mehreren Folge- 
relais kombiniert und gegebenenfalls mit einem Netzanschlußteil aus- 
gerüstet. Das mit Innenwiderständen zwischen 20 und 2000 @ liefer- 
bare Meßwerk enthält einen kleinen Weicheisenanker, der nur die 
Kontaktgabe einzuleiten hat. Dieses Prinzip verbürgt ohne Wartung 
eine hohe Lebensdauer bei ständiger Betriebsbereitschaft, bedingt aber 
andererseits eine Begrenzung der Schaltgeschwindigkeit. 





Bild6. Prinzipschaltbild des AEG- 

Schwenkspul-Kompensators. 

D= Drehspule; S= Schwenkspule, mit Dstarr verbunden; E=Erreger- 
system, mit Wechselstrom gespeist; G= Zuführungsbänder 


Elektropneumatische und -hydraulische Wandler vereinen die Vor- 
reile der elektrischen Messung mit denen der pneumatischen Regelung 
(einfache, betriebssichere Kraftschalter) und sind damit rein mechani- 
schen Reglern überlegen. 


Der neue AEG-Tauchspulenregler (Bauart EMG; Bild 3) dient zur 
Betätigung hydraulischer Verstellgeräte hoher Leistung mit geringem 
elektrischem Leistungsaufwand. Die elektrischen Steuerwicklungen be- 
einflussen ein Steuerkölbchen, das praktisch verzögerungsfrei den 
Olstrom für einen Folgekolben freigibt, der seinerseits den Olfluß für 
den angeschlossenen Hydraulikmotor oder ein mechanisches Verstell- 
glied steuert. Die Art der Konstruktion gewährleistet sehr kleine Ver- 
stellzeiten und hohe Genauigkeit. Bei einem mit diesem Tauchspulen- 
regler ausgerüsteten Kopierregelkreis einer Werkzeugmaschine werden 


ELEKTRONIK 1953 Nr.5 


beispielsweise bereits Auslenkungen des elektrischen Fühlers von weni- 
gen Tausendstel Millimetern in eine proportionale Drehzahl des den 
Support bewegenden Hydraulikmotors umgewandelt. 

Der N & K-Regler (Hagenuk, Kiel) arbeitet ebenfalls mit einem 
Flüssigkeitsstellmotor, der über einen elektromagnetisch betätigten 
Steuerschieber in Gang gesetzt wird und hohe Regelkräfte entwickelt. 

Elektromagnetisch und elektromotorisch gesteuerte Ventile, beson- 
ders. für Luft und Gase, stellt die Concorpıa GMBH., Stuttgart, her. 


a Geber, Wandler, Stellglieder und Programm- 
regler für die Wärmetechnik werden u. a. von EVERSHED & VIGNOLES 
Lro. (London W 4), Fr. Sauter AG. (Basel), mehreren deutschen 
Großfirmen und nach dem System Landis & Gyr von Pau FırcHow 
NACHFOLGER (Frankfurt/Main und Berlin-Marienfelde) in ausgereif- 
ten Konstruktionen gebaut und zu vollständigen Anlagen zusammen- 
gestellt. 

Zu den besonders bei programmgesteuerten Maschinenantrieben 
unentbehrlichen Hilfsmitteln gehören die elektromagnetischen Kupp- 
lungen, die auf der Technischen Messe in großer Vielfalt angeboten 
wurden. Neu ist die Doppelsteuer-Magnetpulver-Kupplung Typ DSK2 
der AEG, die sich wegen der guten Steuerfähigkeit des übertragenen 
Drehmoments und wegen ihrer hohen Leistungsverstärkung besonders 
für Antriebe eignet. In einem mit Kühlrippen versehenen Gußgehäuse 
befinden sich zwei kleine Magnetpulverkupplungen, deren Wirkungs- 


Wecnselrichteı u 
a Verstärker 










Thermoelement 


Nulimotor 





$ Abgleich- 
Potentiometer 


FA EEERTT 
o 


Bild 7. Schaltbild des elektronischen Kompensographen 
der Siemens & Halske AG 


weise auf der Versteifung eines magnetischen Mediums (Eisenpulver) 
im Magnetfeld beruht. Die Primärteile beider Magnetpulverkupplun- 
gen werden von einem an das Gehäuse angeflanschten Drehstrom- 
motor über Zahnradvorgelege in gegenläufiger Drehrichtung angetrie- 
ben. Die Sekundärteile der Kupplungen sind über ein Vorgelege mit 
einer gemeinsamen Ausgangswelle verbunden. Je nach Erregung der 
einen oder anderen Kupplung dreht sich die Antriebswelle links oder 
rechts herum. Bei einem höchsten Drehmoment von 70 cmkg und einer 
höchsten Drehzahl von + 350 U/min werden an dieser Welle 250 Watt 
abgegeben. Dabei beträgt die Erregerleistung für die jeweils erregte 
Kupplung nur 4,5 Watr. 


Das Kupplungs-Programm der Fa. WırHeLm Binder (Villingen, 
Schwarzwald) umfaßt einfache und doppelte Magnetkupplungen für 
Wellen- oder Ritzelantrieb und Elektromagnetbremsen, ferner Feder- 
druckkupplungen und -bremsen, bei denen die Kupplung oder Brem- 
sung durch Federkraft betätigt und elektromagnetisch aufgehoben wird. 
Dreh- und Bremsmomente der Binder-Fabrikate sind einstellbar. Die 
Kupplungen, bei denen die Reiblamellen vom Elektromagnetsystem 
getrennt sind, können trocken oder in Ol arbeiten und übertragen bei 
den listenmäßigen Ausführungen Drehmomente zwischen 4 und 250 mkg, 
in Sonderausführungen bis 1600 mkg. Bis 100 mkg beträgt die Be- 
triebsspannung 12 oder 24 V, darüber 110 oder 220 V Gleichstrom. 


Magnetkupplungen für Drehmomente zwischen 2 cmkg und 400 mkg 
(in Sonderausführungen bis 10 000 mkg) stellt Jon. VOLLENBROICH 
(Essen, Kruppstr. 88) für die verschiedensten Zwecke (Wellen-, Naben-, 
Leerlauf-, Umkehr-, Wechselkupplungen) her. 


Der in der Textilindustrie vielgebrauchte elektromagnetische Ein- 
führapparat der Firma MANFRED ERHARDT & Co. (Augsburg) ge- 
währleistet den geraden Ablauf von Stoffbahnen und arbeitet hierzu 
mit einer Magnetkupplung (160 cmkg, 55 Volt/60 Watt), die ohne 
Zwischenrelais unmittelbar durch Fühlerkontakte geschaltet werden 
kann, Ihre Verbindung mit Lichtschranken als Fühler für die Bahn- 
kanten bereitet keine Schwierigkeiten. 


Unter den für elektronische Steuerungen benutzten Röhren gab es 
bisher neben Typen mit reiner Quecksilberdampf-Füllung auch solche 
mit Argonzusatz. Die Brown, Boverı & Cıe., Mannheim, hat jetzt 
erstmalig Dioden und Trioden mit reiner Edelgasfüllung (Xenon) auf 
den Markt gebracht. Bei wenig verringerter Lebensdauer bieten sie 
den Vorteil, daß sie in weiteren Temperaturgrenzen arbeiten und schon 
wenige Sekunden nach dem Einschalten betriebsbereit sind. 


ELEKTRONIK 1953 Nr. 5 


Elektronisches Messen, Zählen und Überwadien 


Schreibende Meßwerke werden vielfach gleichzeitig als Regler aus- 
gebildet, die mit Fotozellenabgriff, pneumatischer oder elektronischer 
Verstärkung des Meßßwertes arbeiten (z.B. AEG, HARTMANN & Braun, 
FiscHEr & PoRTER (USA), SAUTER (Basel), SIEMENS & Hauske u. a.). 

Die Messung kleiner Gleichspannungen, wie sie beispielsweise von 
Thermoelementen abgegeben werden, erfolgt vorzugsweise mit Kom- 
pensationsschaltungen, deren Abgleich mit Hilfe elektronischer Mittel 
auch automatisch erfolgen kann. Bei dem neuen Schwenkspul-Kompen- 
sator (Bild 5 und 6) der AEG wird beispielsweise die Eingangsspan- 
nung durch Gegenschaltung zu einer selbsttätig geregelten Spannung 
kompensiert. Die Spannungsdifferenz zwischen Eingangs- und Gegen- 
spannung erzeugt eine Regelspannung in einer richtkraftlosen Dreh- 
spule eines Nullsystems, die mit einer Schwenkspule gekoppelt ist. 
Diese Regelspannung steuert den nachgeschalteten Einröhrenverstärker 
derart, daß Gleichlauf von Thermospannung und Anodenstrom er- 
reicht wird. Der die Gegenspannung bewirkende Anodenstrom ist also 
ein direktes Maß für die Eingangsspannung. 

Der elektronische Kompensograph von SıemEns & Hauske ist da- 
gegen ein Sechsfarbenschreiber, an den bis zu zwölf Meßstellen ange- 
schlossen werden können und dessen Wirkungsweise (Bild 7) etwa 
folgende ist: Entspricht die vom selbsttätigen Meßstellenumschalter 
angelegte Meßspannung nicht der augenblicklichen Abgleichstellung der 
Brückenschaltung, die von einer Konstantspannungsquelle mit Gleich- 
strom versorgt wird, so tritt in der Brückendiagonale eine Differenz- 
gleichspannung auf. Diese wird durch einen Wechselrichter in eine 
rechteckförmige Wechselspannung mit der Grundschwingung 50 Hz 
umgeformt. Die Wechselspannung wird hoch verstärkt und wirkt dann 
auf die Steuerwicklung eines Nullmotors ein, dessen Netzwicklung an 
eine Hilfsspannung angeschlossen ist. Der Motor bewegt je nach der 
Polarität der Differenzgleichspannung den Potentiometerabgriff nach 
links oder rechts, bis keine Differenzgleichspannung mehr entsteht. 

Einen elektronischen Kompensationsverstärker für kleine Gleich- 
spannungen (ab 0...2mV) hat W. H. Joens & Co., Düsseldorf, zum 
Schalttafeleinbau entwickelt. Er eignet sich als Vorsatzgerät (5 mA 
Ausgang) für Drehspulmeßgeräte und -schreiber, Regler usw. und ist 
mit einer Duotriode ECC 40 und einem Thyratron PL 21 bestückt. 
Eine Abwandlung dieses Bausteins ist die für Meßzwecke bestimmte 
elektronische Konstantstromquelle der gleichen Firma. Hier liefert der 
gegen die Spannung eines Normalelementes (PHıLırs) kompensierende 
Verstärker einen vom Außenwiderstand (0...2kQ) unabhängigen und 
auf 1 %/oo konstanten Strom von 5 mA (bzw. 20 mA bei einer anderen 
Ausführung mit kleinerem Außenwiderstand). Wegen der Unabhängig- 
keit vom Außenwiderstand ist diese Stromquelle kurzschlußfest, wäh- 
rend eine besondere Schutzschaltung das Normalelement vor Schäden 
bewahrt. Der bekannte Elnik-Regler (vgl. ELEKTRONIK 1952, Nr. 2, 
S. 14) kann jetzt auch als Grenzwertregler geliefert werden. 

Nach dem Prinzip der Drehmomentkompensation wird von METRA- 
WATT, Nürnberg, ein Meßwertumformer gebaut, der Fernmessungen 
elektrischer Leistungen auf Übertragungsleitungen (bis zu 50 km) auch 
kleinsten Querschnittes ermöglicht. Als Anzeige- oder Registriergeräte 
genügen einfache Drehspulmeßwerke. 

Die Dehnungsmeßtechnik ist im vergangenen Jahre weiter entwickelt 
und ausgebaut worden. So hat Phırıps eine Reihe neuer Dehnungs- 
meßstreifen für besondere 
Anwendungen (kleinsteMeß- 
flächen; Betonuntersuchun- 
gen; Rosetten zur Messung 
von Eigen- und Restspan- 
nungen; Kompensations- und 
Torsionsmeßstreifen) heraus- 
gebracht und die Anwen- 
dungsmöglichkeiten erwei- 
tert. Beispielsweise lassen 
sich Dehnungsmeßstreifen 
auch ohne das übliche An- 
schlußgerät unmittelbar oder 
als Bestandteil verschieden- 
artiger Geber mit elektroni- 
schen Kompensatoren oder 
(für elektronische Regelun- 
gen) zum Aufbau vollständi- 
ger Brückenschaltungen ver- 
wenden, bei denen beide Dia- 
gonalspannungen miteinan- 
der verglichen werden. Zur 
Auswertung steht ferner ein 
neues Meß- und Registriergerät (PR 2000 S/P) zur Verfügung, das in 
einer anderen Bauform (PR 2000 M) zur Messung von pH-Werten in 
Flüssigkeiten dient, sowie die statisch-dynamische Dehnungsmeßbrücke 
PR 9300 mit eingebauter Eichvorrichtung, die zu allen Widerstands- 
streifen und induktiven Gebern paßt. 

Die mechanische Dehnungsmeßtechnik wurde durch einen neuen 
statischen Feindehnungsmesser mit 10 mm Meßstrecke bereichert, den 
die Askanıa-WERKE AG., Berlin-Friedenau, trotz großer Robustheit 
mit hoher Empfindlichkeit (2000fache Übersetzung) ausstatten konnte. 





Bild 8. 
Radiameter von Frieseke & Hoepjner 





Bild 9. Zählgerät mit Valvo-Zählröhren E1ıT 


Daneben baut Askania eine induktive Meßanlage, die mit einem Träger- 
frequenzverfahren dynamische Vorgänge aller Art, einschl. Dehnun- 
gen, mißt. 

Bei dem neuen Dehnungsmeßverfahren der MaıHnak AG., Ham- 
burg 39, enthält der Geber eine in einem Magnetfeld schwingende und 
elektromagnetisch abgetastere Stahlsaite, deren Eigenfrequenz durch 
den Meßwert verändert wird. Die Eigenfrequenz der Saite wird lau- 
fend oszillografisch mit einer genau abgleichbaren Bezugsfrequenz ver- 
glichen (Lissajous-Figur). Es handelt sich hier also um einen reinen 
Frequenzvergleich, der unabhängig von der Phasenlage mit großer 
Genauigkeit durchführbar ist und Geberkonstruktionen für alle prak- 
tisch vorkommenden Zwecke, einschl. Erdöl- und festeingebauten 
Betonsonden, ermöglicht. 


Die Elektronenstrahlröhre hat als Anzeigeinstrument in besonderem 
Maße die elektrische und elektronische Meßtechnik befruchtet. Sie ist 
nicht nur in den eigens für sie geschaffenen Meßeinrichtungen (Oszillo- 
grafen), sondern auch überall dort zu finden, wo es gilt, über den 
zeitlichen Ablauf eines periodischen Vorganges oder über den Zusam- 
menhang zweier elektrischer Größen ein anschauliches Bild zu ge- 
winnen. Sie wurde daher auch zum Bestandteil vieler Spezialmeß- 
einrichtungen der drahtgebundenen Fernmeldetechnik, von denen hier 
zunächst drei neuere Geräte von SIEMENS & HaıskE erwähnt seien. 
Der Katodenstrahl-Relaisprüfer arbeitet mit einer Elektronenstrahl- 
röhre, deren waagerechte Ablenkplatten hinter einem Phasenschieber 
an einer 50-Hz-Spannung liegen, während an den senkrechten Platten 
der Kontaktkreis des zu prüfenden Telegrafen-Relais geschaltet wird. 
Da die Erregungsspannung für das Relais durch Halbierung der Netz- 
frequenz und anschließende Filterung gewonnen wird, sieht man bei 
jedem Durchlauf des Elektronenstrahls (der Rücklauf wird ausgeblen- 
det) einen Umschlag des Relaisankers und erkennt Verzerrungen, 
Prellungen und Kontaktverschmutzungen mit großer Genauigkeit. 


Beim elektronischen Bezugsverzerrungsmesser werden die Werte der 
voreilenden und nacheilenden Bezugsverzerrung als Lichtimpulse und 
in Prozent ablesbar auf dem Schirm einer Elektronenstrahlröhre ange- 
zeigt. Dieses zur Prüfung von Fernschreibern entwickelte Gerät läßt 
sich behelfsmäßig auch zur Messung von Fernschreiber-Sendeverzerrun- 
gen, Tischnahlkehlenn und (mit einem. Wechselsender) von Gleichlauf- 
verzerrungen heranziehen. Auch das neue, „Reflektograph“ benannte 
Siemens - Fehlerortungsgerät für Kabel und Freileitungen benutzt 
Elektronenstrahlröhren zur Anzeige der von Fehlerstellen reflektierten 
Impulse, die vom Gerät in definierter Form und Zeitfolge in die zu 
untersuchende Leitung gesandt wurden. Die Laufzeit des Impulses 
bis zur Fehlerstelle und die Rücklaufzeit der Reflexionsspannung 
ergeben zusammen ein Maß für die Entfernung der Fehlerstelle vom 
Leitungsanfang, da sie nur von der (mit dem gleichen Gerät meßbaren) 
Fortpflanzungsgeschwindigkeit (je nach Isolation und Dielektrizitäts- 
konstante) auf der betreffenden Leitung abhängen. Während die eine 
Elektronenstrahlröhre ein Übersichtsbild über den untersuchten Lei- 
tungsabschnitt. (einschließlich der durch Wellenwiderstandssprünge ver- 
ursachten schwächeren Reflexiönen) gibt, dient die zweite Bildröhre als 
Lupe, die einen einstellbaren Ausschnitt aus dem Kurvenzug der ersten 
Röhre in zehnfacher Vergrößerung darstellt, wobei der entsprechende 
Ausschnitt im Übersichtsbild gleichzeitig verdunkelt wird. Durch sinn- 
reiche Kombination der Lupeneinstellung mit dem Läufer eines ange- 
bauten Kabelbild-Zeichentisches ist es möglich, in kürzerer Zeit als mit 
anderen Verfahren die Reflexionskurven ganzer Kabel und Frei- 
leitungen in meßtechnischer Genauigkeit aufzunehmen. 

Ebenfalls nach dem Reflexionsprinzip, aber in einer etwas anderen 
technischen Anordnung arbeiten die Fehlerort-Bestimmungsgeräte der 
DEUTSCHEN WERKE APPARATEBAuU GMBH, Kiel. Mit nur einer Elek- 
tronenstrahlröhre von 130 mm Durchmesser gestatten sie die Prüfung 
von Kabeln bis 50 km und von Freileitungen bis 600 km Länge. 

Die zunehmende Verwendung elektronischer Einrichtungen in Indu- 
strie und Forschung hat auch der Zähltechnik neue Aufgaben gestellt 
Vorwiegend zur Bewältigung hoher Zählgeschwindigkeiten wurden 


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neue Geräte geschaffen, die auf der Technischen Messe in Hannover 
viel Beachtung fanden. So zeigte PhHıLırs ein betriebsfähiges Zählgerät 
(Bild 9) für bis zu 30 000 Impulse/sec, dessen sieben Dekaden mit der 
neuen Zählröhre E1T bestückt sind. Über Aufbau und Schaltung 
solcher Zählgeräte berichten wir an anderer Stelle ausführlich. Unter 
Verwendung der gleichen Valvo-Zählröhren baut die Firma Dirreı & 


GöTze, Hannover, einen dreistufigen Zähler, der mit oder ohne Foto- 


zelle zur Impulsgabe (auch mit weiteren Zählstufen) lieferbar ist. 


Ganz anders arbeitet der neue elektronische Vierdekaden-Zähler von 
ROHDE & ScHwarz, München, dessen Zählbereich Impulsfolgen von 
weniger als 1 Hz bis zu 100 kHz umfaßt. Er verarbeitet Impulse und 
Schwingungen jeder Kurvenform, soweit sie spannungsmäßig einen 
bestimmten Schwellwert übersteigen, und kann mit Hilfe von vier 
Wählschaltern so eingestellt werden, daß er nach einer zwischen 1 und 
10000 wählbaren Zahl von Spannungsdurchgängen selbsttätig einen 
Ausgangsimpuls zur Steuerung beliebiger Vorgänge abgibt. Hier wird 
das Zählergebnis nicht an Elektronenstrahlröhren, sondern von den 
Skalen der vier eingebauten Meßinstrumente (eins je Dekade) ab- 
gelesen. 


Elektronische Zähler enthalten auch die neuen Strahlungsmeßgeräte 
von SIEMENS & HaALsKE, die zur Messung radioaktiver Isotope ent- 
wickelt wurden. In Verbindung mit einem Geiger-Müller-Zählrohr ge- 
statten sie den Nachweis von bis zu 10000 Strahlungsimpulsen/sec. 
Dabei werden elektronische Zählstufen mit Duotrioden nach dem 
Schaukelprinzip (flip-flop) benutzt, denen ein kleiner Motorzähler mit 
Anzeige der ersten vier Dezimalstellen an einem Rollenzählwerk folgt. 
Um die neuen Strahlungsmeßßgeräte jedem Verwendungszweck anzu- 
passen, werden sie aus Bausteinen zusammengesteckt, die jederzeit eine 
Erweiterung der Einrichtung durch den Benutzer ermöglichen. Außer 
den Zählstufen gehören zu den Bausteinen die Stromversorgung für 
Zählrohr und Zählstufen sowie ein Schalt- und Anschlußfeld, das einen 
Mittelwertmesser zur Anzeige der sekundlichen Impulszahl enthält. 


Auch in der übrigen Strahlungsmeßtechnik sind mancherlei neue 
elektronische Geräte zu verzeichnen. So hat FRIESEKE & HOoEPFNER 
(Erlangen-Bruck) ein neues Taschenmeßgerät zur Messung von Gamma- 
strahlen und (nach Drehung der Zählrohrblende) zum Nachweis von 
Betastrahlen entwickelt (Bild 8), dessen Stromversorgung (einschließ- 
lich Zählrohr) eine einzige 1,5-Volt-Stabzelle sicherstellt. Das „Radia- 
meter“ genannte Gerät weist zwei Meßbereiche (0...25 mr/h und 
0...1r/h) mit annähernd logarithmischen Skalen auf, die nach der 
Gammastrahlung des Radiums geeicht sind. Auch in der Röntgen- 
technik dürfte das Radiameter schnell beliebt werden. 


Ein für Kliniken, Laboratorien u. dgl. gedachtes Strahlungswarn- 
gerät wird unter der Bezeichnung „Atokust“ von GEBR. KLeEzs, Düssel- 
dorf 1, hergestellt. Es dient zum Nachweis von Beta- und Gamma- 
strahlen, die es optisch an einer Glimmlampe und akustisch über einen 
eingebauten Lautsprecher anzeigt. 


Ein umfangreiches Strahlungsmeßprogramm wird von PHıLıps fabri- 
ziert. Angefangen von einem batteriebetriebenen Taschenwarngerät zur 
elektrischen und akustischen (Hörolive) Anzeige von Röntgen- und 
radioaktiven Strahlen, über Zählrohre in verschiedenen Stativ- und 
Sondenfassungen bis zum Geiger-Müller-Strahlungsmeßgerät und zur 
elektronischen Geiger-Müller-Zähleinrichtung werden alle erforder- 
lichen Einrichtungen für das Strahlenlaboratorium gebaut. Wir hoffen, 
zu einem späteren Zeitpunkt die technischen Einzelheiten dieser inter- 
essanten Geräte noch ausführlich besprechen zu können. 


ELEKTRONIK 1953 Nr. 5 


Zu den wichtigsten elektronischen Hilfsmitteln der Holz- und Textil- 
industrien gehören die Feuchtigkeitsmesser. Sie beruhen überwiegend 
auf einer Widerstands- oder Leitwertmessung, deren Auswertung 
mittels eines eingebauten Röhrenvoltmeters erfolgt. Die Meßelektroden 
werden den zu untersuchenden Proben angepaßt und können daher 
recht verschiedenes Aussehen haben. Einen Holzfeuchtigkeitsmesser in 
Taschenformat, der aus einer eingebauten Stabbatterie betrieben wird 
und einen Meßbereich von 6 bis 24% aufweist, baut die K. P. Mun- 
DINGER GMBH, Renningen/Württemberg. Das mit zwei Monozellen 
und einer Kleinanodenbatterie betriebene Garnfeuchtigkeitsmeßgerät 
der Prys.-TECHN.- WERKSTÄTTEN Baur (Sulz, Vorarlberg) mißt Textil- 
feuchtigkeiten zwischen 3 und 18 % und ist mit einer DF 91 (1 T4) 
bestückt. Eine ganze Typenreihe elektronischer Feuchtigkeitsmesser für 
die Textilindustrie stellt Dr. Ing. Heınz MAHLo in Saal/Donau unter 
der Bezeichnung „Textometer“ her. Während der Typ BMB als batterie- 
betriebenes und der Typ BMS als netzversorgtes tragbares Mefsgerät 
ausgebildet ist (beide mit auswechselbaren Skalen für die verschiedenen 
Stoffarten), wurde der Typ RMS zur fest installierbaren Feuchtigkeits- 
meß- und -regelanlage ausgebaut. Die Meßgenauigkeit ist durchweg 
verhältnismäßig gut, weil bereits geringe Änderungen der prozentualen 
Feuchtigkeit gut meßbare Widerstandsänderungen hervorrufen. Bei- 
spielsweise ändert sich der Widerstandswert bei Baumwolle von 1MQ 
bei 12 % Feuchtigkeit auf 100 000 MQ bei 3,5 % Feuchtigkeit. 

Weitere für die Industrie nützliche Einrichtungen sind die elek- 
tronischen Metallsuchgeräte. Im Gegensatz zu den bekannten Magnet- 
abscheidern, die ihrer Natur nach nur lockere Eisenteile abfangen, 
können elektronische Geräte alle Metallarten bis zur Form kleinster 
Splitter nachweisen, wenn sie geeignet bemessene Suchspulen ver- 
wenden, deren Induktivität durch Metallteile in nichtmetallischen 
Fördergütern meßbar geändert wird. Die Firma Dr. Hans Bozkeis 
& Co., Aachen, liefert serienmäßig gefertigte Schaltschränke mit den 
hierfür erforderlichen elektronischen Baugruppen, Anzeige-, Alarm- 
und Steuergeräten und fertigt von Fall zu Fall optimal dimensionierte 
Suchspulen an, die um Förderbänder für nichtmetallische Güter gelegt 
werden können. Beim Auftreten metallischer Verunreinigungen von 
einer vorher einstellbaren Größe an wird optischer oder akustischer 
Alarm gegeben, der verseuchte Abschnitte markiert oder das Band 
automatisch stillsetzt. 

Nach einem anderen Prinzip arbeitet der Poensgen-Nadelwächter 
zum Schutz von Textilmaschinen vor Beschädigungen durch Nadeln 
und andere Metallteile, die immer wieder in Stoffbahnen gelangen und 
leicht übersehen werden (GEBR. PoEnSGEN GMBH., Düsseldorf-Rath). 
Hier wird das zu überwachende Gewebe über zwei Elektroden in Form 
von Suchleisten geführt, zwischen denen eine Spannung von 1...1,5 kV 
liegt. Ein Eelecken die Suchleisten geratendes Metallstückchen ver- 
ringert den wirksamen Elektrodenabstand soweit, daß ein Überschlag 
auftritt. Der dabei entstehende Stromstoß wird zur Erregung eines 
Relais benutzt, das den Antrieb der Stoffbahn stillsetzt. Die hochspan- 
nungführenden Teile sind berührungssicher gekapselt und werden beim 
Offnen der Verkleidung automatisch abgeschaltet. 

Mit einem magnetischen Aufnehmer unterhalb des Fließbandes wer- 
den in der neuentwickelten Zähleinrichtung ZMV der Firma Dr. Hans 
BoEkeELs, Aachen, stählerne Werkstücke, z. B. Schraubenschlüssel, ge- 
zählt, die mit Lichtschranken nur schwer oder ungenau erfaßt werden 
können. Um bei doppelt gekröpften Stücken eine Mehrfachzählung zu 
verhindern, ist die Anzugsdauer des Zählwerks verstellbar aus- 
geführt. Herbert G. Mende, Ingenieur VBI 

(Weitere Berichte folgen in der nächsten Nr. der ELEKTRONIK) 


Berichte aus der Elektronik 


14000 mathematische Lösungen je Sekunde 


Eine neuartige Elektronen-Rechenmaschine, die in ihrer Leistung 
von keinem anderen bisher entwickelten Gerät übertroffen werden 
dürfte, und die in der Sekunde rund 14 000 verschiedene mathematische 
Aufgaben lösen kann, wurde von einer bekannten amerikanischen Büro- 
maschinenfabrik der Presse vorgeführt. 


Das Gerät, das die schwierigsten Rechenvorgänge, für die bislang 
Stunden oder Tage gebraucht wurden, in Sekundenschnelle löst, eignet 
sich sowohl für komplizierte betriebswirtschaftliche als auch für rein 
wissenschaftliche Aufgaben. Die zwölf in diesem Jahr noch auf den 
Markt kommenden Maschinen sollen in erster Linie den bedeutend- 
sten Forschungsstellen der Regierung und der US-Rüstungsindustrie 
zur Verfügung gestellt werden. Die neue Maschine soll u. a. den Strah- 
lungseffekt von Atomkernen berechnen, ärodynamische Probleme bei 
Flugzeugen lösen und die Wirkung von Dampf- und Gasturbinen er- 
mitteln. 


Einführung in die Technik elektronisher Rechenmasdinen 


Die Schwierigkeit dieses Themas läßt es verständlich erscheinen, daß 
in die Arbeit darüber (ELEKTRONIK Nr. 2, 1953, S. 9) einige Fehler 
hineingekommen sind. Wir bringen im folgenden die Berichtigung 
hierfür. 


1.5.9, Bild 1: Der Schaltarm des Schalters III muß in der linken 
Stellung stehen. Die Verbindung von III nach IV muß heißen: 
„Nicht (A und B)“. 

2.$.11, links unten: In den Regeln II muß die erste Zeile richtig 
heißen: „S’ = (A und B und Ü) oder { (A oder B oder Ü)*“. 

3.8.11, Bild9: Rö7b ist ebenfalls zu schraffieren. Am Gitter von 
Rö 8b muß stehen: „A+B+ D“. 


4.5.12, Bild 11: Rö 10 ist zu schraffieren. Ihr Ausgang ist mit Ü” zu 
bezeichnen. 


5.S.13, Bild 15: Der positive Impuls am zweiten Gitter von Rö7 
muß wegfallen; der positive Impuls an der Anode von Rö8b ist 
überflüssig. Die Bezeichnung „B’ und nicht (B’ und A)“ gehört in die 
Verbindung des ersten Gitters von Rö 9 zur Anode von Rö 11. 

6.5.13, Tab.5: In der Spalte „Endergebnis“ sind die letzten beiden 
Ziffern in den Zeilen 4 und 5 vertauscht. Die vollständigen Zeilen 
müssen richtig lauten: 


Zeile4 0110101 
Zeile5: 1000010 


Fernbedienungsgerät 


Fernbedienungseinrichtungen beschrän- 
ken sich meist auf die Ein- und Ausschal- 
tung und auf die Lautstärkeregelung des 
Empfängers. Soll auch die Stationsabstim- 
mung einbezogen werden, kann man zwi- 
schen Motorabstimmung mit Schrittschal- 
ter oder einem Fernbedienungsgerät wäh- 
len, das einen vollständigen Empfänger 
ohne Nf-Teil in Miniaturbauform darstellt. 
Für den Selbstbau eignet sich das zuletzt 
genannte Verfahren besonders gut, da der 
mechanische Aufwand geringe Anforde- 
rungen stellt. 


6-Kreis-4-Röhrensuper 


Die Schaltung eines bewährten Fern- 
bedienungsgerätes zeigt einen 6-Kreis- 
4-Röhrensuper mit den Röhren ECH 42, 
EAF 42, EC 92 und EM 34 (Bild 1). Die Be- 
triebsspannungen werden aus dem nach- 
geschalteten Empfänger oder N£-Verstär- 
ker entnommen. In der Mischstufe mit der 
Röhre ECH 42 ist ein handelsübliches Spu- 
lenaggregat mit drei Bereichen (K, M, L) 
vorgesehen. Als Zweifach-Drehkondensa- 
tor hat sich die Miniaturausführung von 
Philips bewährt. 

Im Eingang des Zf-Verstärkers mit der 
Röhre EAF 42 befindet sich ein zweikreisi- 
ges Zf-Bandfilter mit einer umschaltbaren 
Kopplungswicklung. Da der dreistufige 
Schalter gleichfalls im Fernbedienungs- 
gerät untergebracht ist, kann auch die 
Bandbreite fernbedient werden. Um aus- 
reichend kleine Abmessungen zu erhalten, 
sind die Zf-Bandfilter selbst angefertigt 
worden. Verzichtet man auf Bandbreiten- 
regelung im Z£-Teil, ist es vorteilhaft, die 
kleinen Philips-Mikrobandfilter zu be- 
nutzen und die Bandbreitenregelung nie- 
derfrequent unter Verwendung des Schal- 
ters S2 auszuführen. — Das Diodensystem 
der EAF 42 liefert Signal- und Schwund- 
regelspannung. Misch- und Zf-Röhre wer- 
den geregelt. 


Katodenverstärker als Impedanzwandler 


Verwendet man den allgemein üblichen 
hochohmigen Ausgang (z.B. Abnahme der 


ECH 42 


mit Impedanzwandler 


die am Ausgang auftretende Spannung 
praktisch frei von nichtlinearen und linea- 
ren Verzerrungen, sofern diese nicht schon 
in der Eingangsspannung vorhanden sind. 
Bei der Triode EC 92, die in dem beschrie- 
benen Fernbedienungsgerät im Sinne der 
vorstehenden Ausführungen als Impedanz- 
wandler arbeitet, ist das Gitter galvanisch 
mit dem Schleifer des Lautstärkereglers 
(1 MQ®) verbunden, während die Anode di- 
rekt an der Anodengleichspannung liegt. 
Die Auskopplung erfolgt im Katodenkreis 
unter Zwischenschaltung eines 100-uF- 
Elektrolytkondensators, der bei nieder- 
ohmigen Verstärkereingängen Tiefenver- 
luste vermeidet. Da an der Katode nur eine 
Spannung von 2 Volt auftritt, kann ein 
Elektrolytkondensator geringer Betriebs- 
spannung mit kleinen Abmessungen ge- 
wählt werden. — Die mit der Triode EC 92 
erzielbare Ausgangsspannung (2 Volt eff.) 
läßt sich erhöhen, wenn man in Serie zu 
dem 200-Q-Katodenwiderstand einen Wi- 
derstand von 1...5 kQ schaltet (Bild 2). 


Hinweise für den praktischen Aufbau 


Das Gehäuse mit der 210 x 155 mm gro- 
ßen Frontplatte ist pultförmig ausgeführt, 
so daß man das Fernbedienungsgerät be- 
quem auf dem Schreibtisch, auf einem 
Bücherregal oder auf dem Couchtisch auf- 
stellen kann. Der an der linken Seite an- 
geordnete Lautstärkeregler ist mit dem 
Ein-Aus-Schalter S1 kombiniert. An der 
rechten Seitenwand befindet sich der Wel- 
lenschalterknopf (Bild 3). 

Aufbau und Verdrahtung vereinfachen 
sich, wenn man vorverdrahtete Baugrup- 
pen verwendet. Eine solche Baueinheit bil- 
det z.B. das Magische Auge mit den zu- 
gehörigen Widerständen und dem 10-nF- 
Kondensator. An der Fassung der EM 34 
wird eine kleine Pertinaxleiste mit Niet- 
lötösen für Montage und Vorverdrahtung 
der Bauelemente befestigt. Das Magische 
Auge ist zwischen Spulenaggregat und 
Drehkondensator eingefügt. Bei der lie- 
genden Anordnung dieser Röhre ist zur 
Betrachtung der Leuchtwinkel ein kleiner 


EAF 42 EM 34 
250V 3,7mA 1M2 








250V 2,1mA 
T 105V 5,9mA 
E 500pF 
T1 
[} 
[} 
' 
1 
1 
N T2 
50 “ 
pF ı 73 = 

















250V 
9,8mA 


le 2009 


H-DAusgang 
87 

















T 20nF 


Bild 1. Schaltung des Fernbedienungsgerätes mit Impedanzwandler 


Tonfrequenzspannung am Schleifer des 
1-MQ-Potentiometers), so muß man beim 
Anschluß längerer Leitungen mit einer Be- 
nachteiligung des hohen Frequenzbereichs 
rechnen, die sich durch Höhenanhebung 
im nachgeschalteten Verstärker nicht aus- 
gleichen läßt. 

Dieser Nachteil könnte durch einen Lei- 
tungsübertrager beseitigt werden. Infolge 
der Übertrager-Verluste wird eine zusätz- 
liche Verstärkerröhre erforderlich. Dieses 
Verfahren ist unzweckmäßig, wenn man 
auf hohe Wiedergabegüte Wert legt, da der 
Abwärtsübertrager bei preiswerter Aus- 
führung lineare Verzerrungen verursachen 
kann. Richtiger ist es, eine Katodenver- 
stärkerstufe zu benutzen, die als Impedanz- 
wandler arbeitet. Dabei hat sich die Röhre 
EC 92 bewährt, die eine genaue Anpassung 
an die 200-Q-Leitungsimpedanz gestattet. 

Infolge der natürlichen, sehr großen Ge- 
genkopplung des Katodenverstärkers ist 









EC 92 


250V 


VOOKS 


Wellen- 
schalter 





+250V 


Bild 2. 
Impedanzwandlerstufe 
mit höherer Ausgangs- 

spannung 


FUNKSCHAU 1953/Hen13 235 


Spiegel erforderlich. Eine andere Montage- 
einheit bildet die Röhre EAF42. An der 
Fassung dieser Röhre wird eine Lötleiste 
aus Pertinax für den Einbau der Wider- 
stände und Kondensatoren dieser Stufe 
angebracht. 

Auch die Bauteile der Impedanzwandler- 
Röhre EC 92 befinden sich zusammen mit 
der Röhrenfassung auf einer Pertinaxlöt- 
leiste. Diese kann in der aus Bild 3 ersicht- 
lichen Art an der Röhrenfassung der 
EAF 42 festgeschraubt werden. 

Um kleine Abmessungen zu erzielen, 
muß die Skala selbst angefertigt werden. 
Der Abstimmknopf wurde links unterhalb 
der Kreisskala angeordnet. Auf der Dreh- 
kondensatorachse ist eine kleine Skalen- 
antriebsscheibe befestigt. Der Skalenzeiger 
kann unmittelbar auf der Drehkonden- 
satorachse festgeschraubt werden. Der Ab- 
deckrahmen liegt auf der Frontplatte auf. 
Skalenblatt und Skalenzeiger sind durch 
eine Glasplatte geschützt. 


Behelisanienne 


Auf der Rückseite des Fernbedienungs- 
gerätes befinden sich Buchsen für Antenne 
und Erde. Der Fernbedienungszusatz kann 
natürlich auch an einer Behelfsantenne 
betrieben werden. Es ist dann zweckmäßig, 
in den Kabelstrang eine Antennenleitung 
einzufügen. Diese Behelfsantenne läßt sich 
gegebenenfalls als Netzantenne ausbilden, 
wenn man sie unter Zwischenschalten eines 
2-nF-Kondensators (Prüfspan. 2250 V—) 
mit dem einen Pol des Lichtnetzes ver- 
bindet. 


Stromversorgung und Anschlüsse 


In zahlreichen Fällen wird man dem 
nachgeschalteten Rundfunkempfänger oder 
dem Verstärker die erforderlichen Be- 
triebsspannungen entnehmen können. Der 
Anodenstrombedarf erreicht etwa max. 
30 mA. Bei zu knapp bemessenem Netzteil 
oder bei zu großen Leitungslängen erweist 
sich ein Kleinnetzteil als praktischer, des- 
sen Schaltung und Aufbau unkritisch sind. 

Bei Entnahme der Betriebsspannungen 
aus dem Netzteil des nachgeschalteten Ver- 
stärkers ist es zweckmäßig, die Röhren- 
heizung zu symmetrieren (z.B. Entbrumm- 
Potentiometer 100 Q) oder einseitig mit 
Masse zu verbinden, um etwa vorhan- 
denes Restbrummen zu beseitigen. 

Die Ausgangsleistung wird zweckmäßig 
abgeschirmt und kann dann mit den Strom- 
versorgungsleitungen gebündelt werden. 
Die Abschirmung darf aber keinesfalls als 
Minus- oder Masseleitung zur Stromver- 
sorgung herangezogen werden, da sonst 
Brummstörungen auftreten. 

Der Anschluß erfolgt an den Tonabneh- 
merbuchsen des nachgeschalteten Empfän- 
gers oder Verstärkers. Die Verstärkung 
dürfte in allen Fällen ausreichend sein. 
Die Heizspannung wird zweckmäßig direkt 
am Netztransformator abgenommen, wäh- 
rend man die Anodenspannungsleitung am 
Siebkondensator des Netzteiles oder an der 
Primärseite des Ausgangsübertragers an- 
schließen kann. Bei höheren Anschluß- 
spannungen als 250 V muß ein entspre- 
chend bemessener Vorwiderstand einge- 
fügt werden, der die Anodenspannung auf 
den Anschlußwert von 250 V verringert und 
der durch einen 1-uF-Kondensator zu ent- 


Dreh- 1 
ondensafo, 
Loutstärke- 
regler 


Skalen- 


j I antrieb 
un 
S S 


7. Zf-Filter 


Zf-Saugkreisspule 


Bild 3. Einzelteileanordnung unterhalb des Chassir 


236 Hett13/ FUNKSCHAU 1953 





Bild 4. Das betriebsfertige Fernbedienungsgerät 


koppeln ist. Die Minusleitung kann in den 
meisten Fällen mit dem Chassis des nach- 
geschalteten Empfängers verbunden wer- 
den. 


Leitungslängen 


Während bei hochohmigem Ausgang 
schon Leitungslängen von etwa 5 m die 
Höhen unangenehm beschneiden können, 
sind beim 200-Q-Ausgang wesentlich grö- 
ßere Leitungslängen zulässig, Man kann 
z. B. bei einer Leitungslänge von etwa 
300 m noch Frequenzen bis 12 000 Hz über- 
tragen. 


Skalenab- 


N ae 








Bild 5. Gehäuseabmessungen 


Bei längeren Stromversorgungsleitungen 
hat man den in den Heizleitungen ent- 
stehenden Spannungsabfall zu beachten. 
Bei einer Leitungslänge von 50 m muß der 
Querschnitt der Heizleitungen 1,75 mm? 
betragen (Drahtdurchmesser 1,5 mm). Um 
den Leitungsaufwand gering zu halten, ist 
es u. U. zweckmäßiger, die Heizspannung 
direkt am Aufstellungsort des Fernbedie- 
nungsgerätes einem kleinen Heiztransfor- 
mator zu entnehmen und sich auf die Ent- 
nahme der Anodenspannung aus dem nach- 
geschalteten Verstärker zu beschränken. 

Werner W. Diefenbach 


Elektronische Schaltuhr für längere Schaltzeiten 


Die Verwendung von Elektronenröhren 
in Geräten zur Erzeugung kurzer Schalt- 
zeiten ist bekannt. Es ist aber durchaus 
möglich, auch längere Zeiten einwandfrei 
zu beherrschen. Das hier beschriebene Ge- 
rät läßt z.B. Schaltzeiten bis zuetwa 
einerhalben Stunde zu. 


Das Prinzip 


Die Grundschaltung in Bild 1 zeigt R als 
ein normales Relais mit Arbeitsstrom- 
Schaltung; mit V ist der Verbraucher be- 
zeichnet. Solange der Schalter S geöffnet 


Bild 1. Prinzipschaltung 
eines elektronischen 
Zeitschaltgerätes für 

lange Schaltzeiten 






ist, liegt an der Röhre keine hohe negative 
Gittervorspannung und der Anodenstrom 
erregt das Relais, so daß der Verbraucher 
an das Netz angeschlossen ist. Sobald je- 
doch S geschlossen wird, lädt sich der Kon- 
densator C über den Ladewiderstand Ri 
aus der Batterie B2 auf, so daß sich all- 
mählich am Gitter eine negative Vorspan- 
nung ergibt, die den Anodenstrom so stark 
drosselt, daß sich schließlich das Relais R 
öffnet und der Verbraucher abgeschaltet 
wird. Dabei wird die Zeit für das Abfallen 
des Relais in erster Linie durch die beiden 
Größen R 1 und C bestimmt. 
Da aber noch eine Reihe an- 
derer Faktoren mitspielt, die 
hier nicht betrachtet werden 
sollen, sei davon abgeraten, 
die Verzögerungszeit aus den 
bekannten Grundgleichungen 
für die Zeitkonstante berech- 
nen zu wollen. Hier führt nur 
ein Weg zum sicheren Erfolg, 
und das ist der Versuch! 


Das vollständige Schalibild 


In Bild 2 ist das vollstän- 
dige Schaltbild eines nach 
diesem Prinzip arbeitenden 
Gerätes angegeben. In diesem 
Beispiel wurde eine Röhre 
ECC 82 verwendet, deren eines 


System zur Gleichrichtung und deren an- 
deres für die eigentliche Schaltaufgabe 
herangezogen wurde. Es kann aber auch 
fast jede andere Röhre verwendet werden, 
sofern sie keine zu große Steilheit besitzt. 
Im übrigen ist die Einstellung des richti- 
gen Arbeitspunktes denkbar unkritisch, 
wobei natürlich an die Reproduzierbarkeit 
der genauen Schaltzeiten keine zu großen 
Ansprüche gestellt werden dürfen. 

Das verwendete Relais hatte einen Wi- 
derstand von etwa 2,5 kQ und ließ den 
Anker bei etwa 1,5 mA abfallen. Als Schal- 
ter wurde ein zweipoliger Drehschalter mit 
den Bezeichnungen „Ein“ und „Aus“ ver- 
wendet. Diese Bezeichnungen sind durch- 
aus gerechtfertigt, weil das angeschlos- 
sene Gerät mit S1 tatsächlich eingeschal- 
tet wird. Nach dem Einsetzen des Anoden- 
stromes in der damit ebenfalls eingeschal- 
teten Röhre wird S1 durch den Relaiskon- 
takt r überbrückt. Gleichzeitig mit S1 wird 
aber auch S2 geschlossen und damit das 
Gitter der Schaltröhre an Katode gelegt. 
Werden nun die beiden Schalter Si und S2 
geöffnet, so ist dies bei S1 wegen der Über- 
brückung durch den Relais-Kontakt ohne 
Folgen. Das Öffnen von S 2 dagegen trennt 
die Verbindung Gitter-Katode und schaltet 
den Widerstand R zwischen Gitter und ne- 
gatives Potential, so daß jetzt der Lade- 
vorgang des Kondensators C einsetzen 
kann. Die Schaltung wurde so gewählt, 
daß nach dem Abfallen des Relais tatsäch- 
lich nicht nur der Verbraucher selbst, son- 
dern auch dieses kleine Gerät vollständig 
vom Netz abgeschaltet ist, so daß nicht 
ständig Strom verbraucht wird. 

Die Werte der Widerstände gelten nur 
als ungefähre Anhaltspunkte. Dies gilt vor 
allem für R. Bei einem Kondensator von 





Bild 2. Vollständige Schaltung der elektronischen Schaltuhr 






breite 








270 
Bild 6. Einzelteileanordnung auf der Frontplatte 


Liste der Spezialeinzelieile 


Zweifach-Drehkondensator 
2X 500 pF, Nr. 5127 (Philips) 


Spulenaggreg. mit Wellenschalt. 
Bv 804 (Strasser) 


Gehäuse 
P. Leistner 





4000 uF erwies sich hierfür ein Wert von 
350 kQ als vorteilhaft, wobei sich eine 
Schaltzeit von 25 Minuten ergab. Wichtig 
ist jedoch ein Hinweis auf die Dimensio- 
nierung des Widerstandes in der Katoden- 
leitung der Schaltröhre. An diesem Wider- 
stand darf keine höhere Spannung abfal- 
len, als der (Niedervolt-Elektrolyt-)Kon- 
densator C dauernd vertragen kann! 

Der mechanische Aufbau bedarf keiner 
besonderen Beschreibung. Ein Metall- 
chassis darf nicht geerdet werden, da es 
unmittelbar niit dem Netz verbunden ist. 
Es gelten hier die von den Allstrom-Emp- 
fängern bekannten Überlegungen. 

Dipl.-Ing. H. W. Ulbricht 


Aniennenorier 


Der in der FUNKSCHAU 1953, Heft 7, S. 128, 
kurz erwähnte Antennenorter ist ein Feld- 
stärke-Anzeigegerät zur Auffindung des gün- 
stigen Standortes und zum Ausrichten von 
UKW- und Fernsehantennen. Die Feldstärke 
wird an einem Instrument angezeigt und 
gleichzeitig wird die Lautstärke im Kopfhörer 
abgehört. Das Gerät ist zum Empfang der 
drei UKW-Bänder eingerichtet (Band I: Fern- 
sehen, 47...68MHz; Band II: UKW, 87...102 MHz; 
BandIII: Fernsehen, 174...223 MHz). Es arbeitet 
in einer neuartig geschützten Pendlerschal- 
tung. Die Empfindlichkeitistso.hoch, daß jedes 
über dem Rauschpegel liegende Signal bereits 
angezeigt wird. Zur Stromversorgung dienen 
eine Monozelle und eine 75-V-Mikrodynbatte- 
rie. Das betriebsfertige Gerät wiegt nur ca. 
2 kg. Es wird am Körper festgeschnallt, so 
daß man beim Arbeiten auf dem Dach beide 
Hände frei hat. 

Zum Antennenorter gehört ein teleskopar- 
tiger ausziehbarer Dipol mit Direktor. Er läßt 
sich durch Auswechseln bzw. Verlängern der 
Stäbe für die drei UKW-Bänder abstimmen. 
Dieses Antennengebilde wiegt nur etwa 1 kg 
und ist leicht auf dem Dach zu handhaben. 
Der Preis der gesamten Anlage liegt noch 
unter 200 DM, eine Ausgabe, die sich durch 
die verkürzte Arbeitszeit beim Bau der end- 
gültigen Antenne und durch die günstigen 
Eigenschaften der damit errichteten Anten- 
nen bald bezahlt macht. Hersteller: Max 
Funke, AdenawEifel. 





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Aus der Welt des Kürzwellenamateücs 


Frequenzstabiler Steuersender 
für KW- Amateure 


Der nachstehend beschriebene Steuer- 
sender wurde in mehrjähriger Versuchs- 
arbeit erprobt und fortlaufend verbessert. 
Seine zeitliche Temperaturunabhängigkeit 
ist besser als 1 X 10%, es treten bei einer 
Arbeitsfrequenz von 3,55 MHz nur Fre- 
quenzänderungen von 350 Hz auf. Nach 
einer Alterung des Gerätes ist bei sach- 
gemäßem Aufbau nach zwei Jahren mit 
einer Frequenzgenauigkeit von 3 X 10° 
zu rechnen, womit die Güte mancher bil- 
liger Quarze übertroffen wird. 


Die Schaltung 


Der Oszillator arbeitet mit einer Röhre 
EF50 in kapazitiver Dreipunktschaltung, 
die in Amateurkreisen unter dem Namen 
„Clapp-Oszillator“ bestens bekannt ist. Er 
schwingt im 169-m-Band (1750...1°00 KHz). 
Der Rückkoppiungsgrad wird durch die 
Kondensatoren C4 und C5 (Bild 1) be- 
stimmt, die wegen ihrer Größe. Änderun- 
gen der inneren Röhrenkapazitäten nicht 
in Erscheinung treten lassen. Das Schirm- 
gitter ist als Anode geschaltet und bewirkt 
eine statische Trennung gegenüber dem 
Ausgangskreis. Eine mit R10 verbundene 
Morsetaste schließt die negative Sperr- 
spannung am Gitter 1 kurz und bringt da- 
durch die Röhre zum Schwingen. Durch 
Ändern der Werte von R10 und C9 kann 
erreicht werden, daß beim Telegrafieren 
die Zeichen je nach Wunsch hart oder 
weich einsetzen. In der ersten Stufe hat 
sich neben der Röhre EF50 die kommer- 
zielle Type LV1 bewährt, während die 
amerikanischen Röhren 6 AC7 und ähn- 
liche weniger befriedigten. 

Die Durchlaßbreite des im Anodenkreis 
liegenden Filters beträgt 300 kHz. Es siebt 
aus der Grundwelle des Oszillators die 
zweite Harmonische (3500 bis 3800 kHz) 
heraus. Der Anteil der unerwünschten 
dritten Harmonischen ist bereits nicht 
mehr meßbar. Es ist allerdings erforder- 
lich, daß die in der Tabelle und in Bild 2 
angegebenen Werte genau eingehalten 
werden. Zur Befestigung einer der beiden 
Filterspulen dient ein Langloch (20 mm 
Länge), damit der Spulenabstand (Kopp- 
lung) im fertigen Gerät auf den günstig- 
sten Wert eingestellt werden kann. 

Die zweite Röhre arbeitet als A-Verstär- 
ker. Die im Anodenkreis liegende Spule 
L5 bildet zusammen mit den Schaltkapa- 
zitäten einen Breitbandkreis, der auf Band- 
mitte (80-m-Band) abzugleichen ist. Durch 
Verwendung dünnen Drahtes ist absicht- 
lich eine kleinere Spulengüte gewählt wor- 
den, so daß sich eine breite Resonanz- 
kurve ergibt. 

Am Gitteranschluß der dritten Röhre, 
einer 6 AGT, ist eine sogenannte „UKW- 
Falle“ vorgesehen, die aus einem 100-QD- 
Widerstand besteht, auf den 12 Windun- 
gen CuL-Draht (0,9 mm ©) aufgewickelt 
sind. Etwaige UKW - Störschwingungen 
werden dadurch unterdrückt. Bei dieser 
Stufe ist unbedingt zu beachten, daß der 
Masseanschluß der Röhre auf kürzestem 
Weg mit dem Stufen-Nullpunkt verbunden 
wird. Die am Senderausgang vorgesehenen 
Spulen L6 (80 m) und L7 (40 m) werden 
im Betrieb mit C 20 abgestimmt. Parallel 
zu diesem Kondensator liegt die Eigen- 
kapazität des Verbindungskabels zum Sen- 
der-Eingang. Dieses Kabel soll möglichst 
kapazitätsarm und kurz gehalten werden. 
C20 stellt nur geringe Anforderungen an 
den Bedienenden, da die Abstimmung 
ziemlich breit liegt und in den meisten 
Fällen beim Frequenzwechsel kein Nach- 
stimmen erforderlich ist. 

Zur Betriebskontrolle dient das Meß- 
instrument I (20 mA). Beim Anschluß des 
Senders steigt die Stromaufnahme, wäh- 
rend richtige Resonanz von L6 oder L7 
an einem Zeigerrückgang (Sattelwert) er- 
kenntlich ist. 


Der Netzteil ist 
stabilisiert. Zusam- 
men mit dem Ei- 
sen -Wasserstoffwi- 
derstand EW 85/255 
stellt man mit Ri 
im Betrieb den rich- 
tigen Querstrom des 
Stabilisators von 36 
bis 40 mA ein. Zu 
beachten ist, daß 
die Kondensatoren 
C 22 bis C 24 nicht 
direkt an Masse lie- 
gen,sondernüberdie n 
untere Glimmstrek- you 
ke des STV 280/49 5 
mit dem Chassis in Verbindung stehen. Sie 
müssen also gegebenenfalls isoliert einge- 
baut werden. An C 25 wird.die Sperrspan- 
nung für die erste Röhre abgenommen, 
und die Glieder R 13/C 27 sowie R 12/C 26 
unterdrücken Fehlzündungen im Stabilisa- 
tor und unerwünschte Kippvorgänge. 

Die von diesem Steuersender an 50 kQ 
gelieferte Hf-Spannung beträgt etwa 
240 Vers im 80-m-Band und 150 Vor im 
40-m-Band, so daß eine mittlere Steuer- 
leistung von 0,9 Watt zur Verfügung steht. 
Es lassen sich also nachfolgende Verdopp- 
ler- oder Verdreifacherstufen bequem aus- 
steuern, und die abgegebene Leistung 
reicht sogar für einen behelfsmäßigen 
Funkverkehr (Anschluß des Steuersenders 
an die Antenne) aus. 


Der Chassisaufibau 


Das Chassis des Mustergerätes (Bild 3 
besteht aus 2 mm starkem Aluminium. 
Seine Abmessungen betragen ’/385 X185 X 
70 mm. Die Skala von C7 ist im rechten 
Drittel der Frontplatte untergebracht, 
ihre größte Einbauhöhe soll nach Mög- 
lichkeit der des Abstimmknopfes am Emp- 
fänger entsprechen. Wer einmal ununter- 
brochen 48 Stunden lang während eines 
Wettbewerbes seine Station bedient hat, 
weiß solche scheinbaren Kleinigkeiten 
sehr zu schätzen. Die linke Hand, mit der 
die meisten Amateure ihre Geräte bedie- 
nen, gewöhnt sich schnell an die einheit- 
liche Höhe der Bedienungsknöpfe und fin- 
det diese ohne Suchen von selbst auf. 


EF 50 
(0szillator) di 


? 
2 





EF 50 


FUNKSCHAU 1953| Hen13 237 





Unterhalb der Skala befindet sich der 
Anschluß für die Morsetaste und links ne- 
ben dem Meßinstrument der Ausgangs- 
anschluß des Steuersenders. Über diesem 
Hf-Steckanschluß (Evertz-Kupplung) er- 
kennt man den Drehknopf von C20 und 
den zugehörigen Spulen-Umschalter S1. 
Der am weitesten links angebrachte gerif- 
felte Knopf gehört zum Potentiometer R 14, 
mit dem die Ausgangsspannung (Steuer- 
leistung) eingestellt werden kann. 

Wie die Rückansicht (Bild 3) erkennen 
läßt, wird der Raum oberhalb des Chassis 
durch-drei Trennbleche in vier Kammern 
geteilt. Die erste (links) ist 155 mm .breit; 
sie enthält den Generator. L3 ist quer 
angeordnet, weil sich in dieser Lage die 
Dämpfung durch die Gehäusewände am 
wenigsten bemerkbar macht. Die Konden- 
satoren C6 und C8 sind zusammen mit 
C7 an einer 5 mm starken Hartpapier- 
platte befestigt (70 X 1022 mm), und zwar 
so, daß sie sich durch Löcher in der Front- 
platte mit dem Trimmschlüssel erreichen 
lassen. Zwischen der Isolier- und der 
Frontplatte sitzt die erste Röhre; sie ist 
daher im Bild nicht erkenntlich. 

In der nächsten 65 mm breiten Kammer 
haben L5 sowie der Stabilisator und der 
Eisen-Wasserstoffwiderstand Platz gefun- 
den. Die 67 mm breite Kammer 3 nimmt 
L 6, L7 (rechtwinklig zueinander stehend), 
C20, C22, C24 sowie die Röhren 6AG7 
und AZ12 auf. Ganz oben in der vierten 
Kammer wurde wegen der guten Entlüft- 
barkeit R11 untergebracht, darunter der 


7 
ER Poder2f 


ER 














u 
16519 
cm| \pf 
TORE 
5 a4 
9 3 
R2L 1 co 
50 
Al Tonrı 
Ro 
700...150k% 
EZ12 
ae 204/2008 


IR 
zn 








RM EW86/255 


STV 280/40 






R13 I c27 
01MR ZuF 


Bild 1. Schaltung des Steuersenders für 40 und 80 m 


238 Her 13/FUNKSCHAU 1953 


Netztransformator und die Netzdrossel und 
an der Frontplatte R 14. Bei den benutzten 
Bauteilen beträgt die Kammerbreite 67 mm. 

Aus Gründen guter Frequenzkonstanz 
wird viel Sorgfalt auf richtige Wärmeablei- 





Bild 2. Maßzeichnung für das 3,66-MHz-Filter 


tung gelegt. Deckel und Boden des Ge- 
häuses sind mit ausreichend bemessenen 
Luftlöchern versehen. Ebenso enthält das 
Chassis eine genügend große Anzahl von 
Durchbrüchen. Ein weiterer wichtiger 
Punkt ist die richtige Nullung. Sämtliche 
zu einer Stufe gehörigen Nullpunkte sind 
an einen gemeinsamen Punkt zu führen. 
Der Nullanschluß eines Anodenkreis-Kon- 
densators gehört stets an den gleichen 
Punkt, an den auch das „kalte“ Ende des 
Gitterkreises dieser Röhre angeschlossen 
ist. Die einzelnen Stufen-Nullpunkte wer- 
den durch einen starken Draht oder durch 
Kupferband von mindestens 2 mm? Quer- 
schnitt miteinander verbunden. Das Chas- 
sis darf nie als Rückleitung dienen. Nur so 
ist es frei von Hochfrequenz und besitzt 
wirklich das Potential Null. 


Der Abgleich 


Beim Abgleichen leisten ein Resonanz- 
frequenzmesser, ein Meßsender und ein 
Röhrenvoltmeter gute Dienste, wenn ihre 
Skalen genügend fein unterteilt sind. Diese 
feine Unterteilung ist erforderlich, um 
den Durchlaßbereich des Filters (Bild 4) 
richtig einstellen zu können. 


Wenn der Steuersender mit einer 180- 
Grad-Skala ausgerüstet wird, muß die Ein- 
stellung für 3500 kHz auf 175° und für 
3800 kHz auf etwa 4° liegen, was durch 
Nachtrimmen von C 6 und C 8 zu erreichen 
ist. Es ist zu beachten, daß der Generator 
in Wirklichkeit auf der halben Frequenz 
schwingt, die Eichung jedoch aus Gründen 
bequemerer Ablesung mit den Frequenzen 
der zweiten Harmonischen erfolgt. 


Beim Abgleich des Filters wird parallel 
zu R7 ein Röhrenvoltmeter geschaltet und 
der jeweilige Nachbarkreis mit 5 bis 10 kQ 
bedämpft. Der Filterabstand muß solange 
verändert werden, bis die Form der auf- 
genommenen Resonanzkurve (Eingangs- 
spannung konstant) dem Bild 5 ent- 
spricht. Nach jeder Kopplungsänderung 
müssen jedoch die Filterkreise nachge- 
stimmt werden. Zum Schluß stimmt man 





Bild 3. Ansicht des Labormusters von hinten (Aufnahmen: C. Stumpf) 


























Spulentabelle 
h Fr 
Spulenkö Spulen-| & » g = he: 
DIENESLDER SPULE? 37 htart | # LinuH Bemerkungen 
Spule (® in mm) kern |328|053 DIATAR 3 E B 8 
GE PRe-E = 
= "IE A 
Li Mayr (20) ohne 20 38 |CuLKcKe 0,3 24 _ 
L2 Mayr (20) M8 22 45 | CuLKcKce 0,3 50 _ 
L3 keramisch (48) ohne 130 61 CuL 1,5 65 _ 
; 1) = USA-Scheiben- 
L4 |) ) 1) 1) 1) 1) 2500 | drossel oder Ultra- 
phon Typ HD3 
i Resonanz bei 
L5 Mayr Nr. 47142 M38 25 95 CuL 0,15 60 ca. 3650 kHz 
L6 keramisch (32) ohne 28,5 3 | CuKcKe 0,7 28 Körper mit 6 Stegen 
L7 keramisch (20) ohne 22 21 | CuKcKe 0,7 8 —_ 


L 5 auf Bandmitte ab (etwa 3660 kHz) und 
verändert den Eisenkern von L6 und L7 
solange, bis das langwellige Bandende in 
Mittelstellung, das kurzwellige bei fast 
herausgedrehtem C 20 erscheint. Bei die- 
sem Abgleich muß das Ausgangskabel an- 
geschlossen sein oder durch einen 30-pF- 
Kondensator (zwischen Ausgangsbuchse 
und Null) nachgebeildet werden. 


Nach erfolgtem Abgleich des vollständi- 
gen Gerätes wird dieses in das Gehäuse 
eingebaut und C6 (Loch in der Front- 
platte) nochmals nachgestellt. Die Fre- 
quenz 3500 kHz muß wieder bei 175° der 
Skaleneinteilung erscheinen. 


Vom Einbau weiterer Verstärkerstufen 
für 10, 15 und 20 m in das gleiche Gehäuse 
sei abgeraten, da die hierdurch bedingte 
größere Erwärmung die Frequenzkonstanz 
beeinflussen kann. H.Hoschke, DL1 AU 


DARC-Voritragsdienst 


Die im Ortsverband Hamburg, dem größ- 
ten Ortsverband des DARC, gehaltenen tech- 
nischen Vorträge werden jetzt auf Magnet- 
tonband aufgenommen und zusammen mit 
Diapositiven der verwendeten Zeichnungen 
und Bilder anderen Ortsverbänden zur Ver- 
fügung gestellt. Auf diese Weise kommen die 
teilweise von ersten Fachleuten gehaltenen 
Referate auch kleineren Ortsverbänden zu- 
gute, die nicht über genügend gute Verbin- 
dungen zu einer Großstadt verfügen. Der 
Vortragsdienst, der sich bisher sehr gut be- 
währt hat, wird weiter ausgebaut werden. 

DL1BB 


Stand der Amaieursendelizenzen 
in der Welt 


Der genaue Stand der in der Welt betrie- 
benen Amateurfunkstationen kann nur ge- 
schätzt werden. Einige Länder wie z.B. die 
UdSSR u.a., geben die Zahlen nicht bekannt. 
In den USA, wo die meisten Amateurfunk- 
stationen betrieben werden, kann ein Ama- 
teur mehrere Lizen- 
zen besitzen, so daß 
die Zahl der Statio- 
nen nicht genau fest- 
stellbar ist. Eine re- 
lativ gute Schätzung 
ergibt 140 000 Statio- 
nen, von denen sich 
etwa 95000 in Ameri- 
ka, 5000 in Australien 
und mindestens 17000 
in Europa befinden. 
Auf je eine Million 
Einwohner kommen 
in Neuseeland 1250, 
in den Vereinigten 
Staaten von Nord- 


amerika 630, in Kanada 600, in Australien 
446 Amateurfunkstationen. In Europa liegt 
die Deutsche Bundesrepublik mit West - Ber- 
lin mit 63 Stationen auf je eine Million Ein- 
wohner an achter Stelle. DL1BB 


Neue DARC-Druckschrilien 


Unter dem Titel „Die Welt im Heim“ und 
„Amateurfunk — die Brücke zur Welt“ hat 
der Deutsche Amateur - Radio -Club e.V. 
Druckschriften herausgebracht, die in das We- 
sen des Amateurfunkverkehrs einführen und 
die Organisation des DARC erläutern. Inter- 
essenten stehen diese Druckschriften zur Ver- 
fügung. Anfragen können an die Pressestelle 
des DARC, München 38, Döllingerstr. 37, ge- 
richtet werden. 


Rundfiunksendungen 
für Kurzwellenamaieure 


Die Schweizerische Rundspruchgesellschaft 
hat einen festen Programmdienst für Kurz- 
wellenamateure in aller Welt eingerichtet, der 
von Amateuren der USKA betreut wird und 
Nachrichten aus dem Leben der Funkama- 
teure sowie interessante Meldungen für den 
Kurzwellenhörer bringt. Auch die Radio- 
diffusion Nationale Belge sendet allwöchent- 
lich in verschiedenen Sprachen über den 
neuen Kurzwellensender ORU in Wavre ein 
ausführliches Amateurprogramm, das von 
ON 4 RA zusammengestellt wird. An diesem 
Programm nehmen bereits verschiedene euro- 
päische Amateurvereinigungen teil. In abseh- 
barer Zeit wird sich auch der DARC mit einer 
regelmäßig in Deutsch und Englisch verfaßten 
Sendung beteiligen. DL1BB 


Morselehrgang 
neu erschienen! 


Als Band 58 der „Radio-Praktiker-Büche- 
rei“ brachten wir heraus: 


MORSELEHRGANG 


Von Werner W. Diefenbach 


in Zusammenarbeit mit dem Deutschen 
Amateur-Radio-Club (DARC) 


Mit Morseübungen in Stundeneinteilung, 


Gebevorlagen, Prüfungsaufgaben und 
Bauanleitungen für Morseübungsgeräte. 


64 Seiten mit 18 Bildern, Preis 1.40 DM. 


FRANZIS-VERLAG-MÜNCHEN 22 

















3500 








3600 3700 380 —- kHz 


Bild 4. Durchlaßkurve des 3,66-MHz-Filters 


FUNKSCHAU- Beüßbericht 


Schaub-Großsuper SG 54 A 


Der Schaub-Großsuper SG 54A gibt die 
Möglichkeit, die verschiedenartigsten Maß- 
nahmen zu studieren, die zur Erhöhung der 
Trennschärfe und der Empfindlichkeit, aber 
auch zur Herabsetzung des Rauschens ge- 
troffen werden können. Die Blockschaltung 
(Bild 1) läßt den grundsätzlichen Schaltungs- 
aufbau erkennen. Der FM-Teil enthält selbst- 
verständlich eine Vorstufe, eine strahlungs- 
freie Oszillatorstufe, einen Ratiodetektor mit 
Störbegrenzung, außerdem aber eine zu- 
sätzliche Zf-Begrenzerstufe und ferner eine 
besondere Germaniumdiodenschaltung zur 
Unterdrückung des Abstimmrauschens. 


Der Mittel- und Langwellenbereich ist durch 
eine H£f-Vorstufe mit eingebauter drehbarer 
Ferritantenne und drei abstimmbaren Krei- 
sen auf höchste Leistung gezüchtet. Hier 
wurde der sehr richtige Grundsatz angewen- 
det, daß eine zweikreisige Vorselektion die 
beste Spiegelfrequenzsperre darstellt. 


FM-Teil 


Zwei UKW-Trioden EC 92 bilden die Vor- 
und Mischstufe. Der erste Hf-Kreis ist fest 
auf Bandmitte abgeglichen. Die Abstimmung 
des zweiten Hf-Kreises und des Oszillators 
erfolgt durch zwei UKW-Plattensätze auf dem 
Hauptdrehkondensator. Das Hexodensystem 
der AM-Mischröhre ECH 81 dient wie üblich 
beim UKW-Empfang als erstes Zf-Verstärker- 
system. Darauf folgen zwei Pentoden EF 93 
und EF 94 und die FM-Dioden einer Röhre 
EABC 80 in Ratiodetektorschaltung. Vier 
Bandfilter für 10,7 MHz ergeben zusammen 
mit den drei Eingangskreisen elf FM-Kreise. 


Das Gerät hat eine sehr hohe UKW-Emp- 
findlichkeit, und zwar genügen 3 uV Eingangs- 
spannung für 20 db und 5 uV für 30 db Rausch- 
abstand. Wegen der hohen Verstärkung 
mußte andererseits auf beste Rauschunter- 
drückung geachtet werden. Hierzu dienen: 


1. Gitterbasisschaltung der UKW-Eingangs- 
röhre EC 92 nach Bild 2. Der niedrige Rausch- 
widerstand dieser Röhre wirkt sich dadurch 
günstig aus. Ferner dient das geerdete Gitter 
als Abschirmung gegen Störausstrahlung. 


2. Begrenzerschaltung der Zf-Röhre EF 9. 
Am Fußpunkt ihres Gitterkreises liegt ein 
RC-Glied aus 30 pF und 105 kQ (Bild 3), 
außerdem ist die Anodenspannung bedeutend 
niedriger als die Schirmgitterspannung (20 V 
gegenüber 70 V). Beide Maßnahmen ergeben 
zusammen eine gute Amplitudenbegrenzung. 


3. Störunterdrückung im Ratiodetektor. 


4. Germaniumdiodenschaltung zur 
Unterdrückung des Abstimmrau- 
schens. Die Wirkungsweise dieser 
Anordnung wurde bereits ausführ- 
lich in der FUNKSCHAU 1952, H. 17, 
S. 242, besprochen. 


Die günstige Auswirkung dieser 
Maßnahmen zeigt Bild 4. Von etwa 
5 bis 6 uV Eingangsspannung ab be- 
trägt der Abstand zwischen Signal 
und Rauschen bereits 30 db, und er 
steigt bis auf 50 db. Überlagerte 
AM-Störungen werden im Verhält- 
nis von40 db unterdrückt. Empfangs- 






EC 32 


EC 32 





Bild 2. Schaltung des UKW-Eingangsteiles 


EC 32 


zur 
3 2 ECH 81 
20pE 


20pF 


mäßig wirkt sich dies in einem sehr niedrigen 
Störhintergrund aus, so daß selbst leiseste 
Musikstellen klar und zart wiedergegeben 


"werden. 


Aus Bild 4 läßt sich außerdem die Wirksam- 
keit der Begrenzung überhaupt erkennen. Ab 
5...6 4V Eingangsspannung sind recht gleich- 
mäßige Ausgangslautstärken vorhanden. Dies 
wird allein durch die Begrenzerwirkung er- 
zielt, denn die eigentliche Regelleitung wird 
beim FM-Empfang geerdet. Die am Ratiode- 
tektor abgenommene Regelspannung steuert 
nur das Magische Auge, und zwar bis zu 10 u V 
Eingangsspannung. Bei größeren Eingangs- 
spannungen entsteht am 105-k2-Gitterwider- 
stand der Begrenzerröhre EF 94 (Bild 3) be- 
reits eine negative Spannung, die über den 
2-M2-Entkopplungswiderstand das Gitter der 
Abstimmanzeigeröhre EM 71 steuert. 


Die besondere UKW-Eingangsschaltung mit 
der rauscharmen Triode EC 92 und die Stör- 
begrenzer- und Rauschunterdrückungsschal- 
tungen dienen zur Unterdrückung von Stö- 
rungen, die der eigentlichen Empfangsfre- 
quenz aufmoduliert sind. Die elf sorgfältig 
bemessenen UKW-Abstimmkreise jedoch sor- 
gen für die Trennschärfe gegenüber Nachbar- 
sendern. Bild 6 beweist die günstige Auswir- 
kung dieser Maßnahme. Die Kurven wurden 
mit zwei Meßsendern aufgenommen. Einer 
erzeugte die Nutzfrequenz von 91,5 MHz, der 
andere stellt einen Störsender mit 300 kHz 
Frequenzabstand dar. Der Nutzsender blieb 
jeweils fest auf 11 „V, 110 uV oder 1,1 mV ein- 
gestellt, während die Spannung des Störsen- 
ders schrittweise vergrößert wurde. Senkrecht 
ist das Verhältnis der niederfrequenten Stör- 
spannung Ust des unerwünschten Senders zur 
Nutzspannung Uy des zu empfangenden Sen- 
ders in db aufgetragen. Bei der Messung 
des einen niederfrequenten Spannungsanteiles 
wurde jeweils die Modulation des anderen 
Senders abgeschaltet. Waagerecht ist die nie- 
derfrequente Störspannung allein angegeben. 
Die Nf-Spannungen wurden am Ratiodetektor 
gemessen. Aus den Kurven ergibt sich: Selbst 
bei der geringen Eingangsspannung von nur 
11 14V kann die Nf-Störspannung auf 4mV an- 
wachsen, bis Stör- und Nutzspannung gleich 
sind. Bei kleineren Werten der Störspannung 
vergrößert sich der Störabstand sogar bis auf 
35 db. Dabei ist zu bedenken, daß bei einem 
Nf-Verhältnis von 1:1 der Störer durch die 
Resonanzwirkung der Kreise bereits weit- 
gehend unterdrückt ist, daß also die hoch- 


EC 92 
2.2F-Bandf 





1.Zf-Bandf. 


AM- 
Oszillatoı 





WIMNE 






FUNKSCHAU 1953 / Het 13 239 





Schaub-Super SG54 A 


Wechselstrom 110/127/155/220/240 Volt 


Röhrenbestückung: EF 94, EC 9, EC 92, 
ECH 81, EF 93, EF 94, EABC 80, EL 12, 
EM 71, AZ 12, 1 Germaniumdiode 


8 AM-Kreise, davon 3 abstirmmbar 
11 FM-Kreise, davon 2 abstimmbar 


Wellenbereiche: UKW, KW 1, KW 2, 
KW 3, MW, LW 


Zwischenfrequenz: 472 kHz/10,7 MHz 
Kurzwellenlupe 


Getrennte Höhen- und Tiefenregelung 
Stetig veränderliche Bandbreitenregelung 
Drehbare Ferritantenne für MW 


7 Drucktasten (6 Bereiche, TA) 
Lautsprecher: 


Hauptlautsprecher 21,5 cm, perm.-dyn. 
Hochtonlautsprecher elektro-statisch 


Leistungsaufnahme: 90 Watt 
Gehäuse: 66 X 43 X 28 cm, Edelholz 
Preis: 539 DM 


frequente Eingangsspannung des Störers be- 
trächtlich über der des Nutzsenders liegt. 

Bei 110 uV Eingangsspannung wird das Ver- 
hältnis noch günstiger, und die Nf-Störspan- 
nung darf für das Verhältnis 1:1 (0 db) fast 
20 mV betragen. Bei 1,1 mV Eingangsspannung 
endlich wird ein Störabstand von 30...45 db 
erzielt. Die Messungen wurden mit dem ab 
1. Juli 1953 eingeführten verringerten Fre- 
quenzabstand von 300 KHz für UKW - Sender 
durchgeführt. Selbst bei weiterer Verdichtung 
des UKW-Sendernetzes sind bei dieser Trenn- 
schärfe noch keine Schwierigkeiten zu be- 
fürchten. 


AM-Teil 


Eine Ferrit-Peilantenne liegt aperiodisch 
am Gitter einer besonderen Vorröhre EF 94, 
um trotz der kleinen Abmessungen dieser 


EF 94 


3.Zf-Bandff. 4.2f-Bandf. 






—— 
2.2f-Bandfilter 
L-ı 


USOkhZ 7 
Bild 1. Blockschaltung des Schaub-Super SG 54 A 


+250V 





Mitte: Bild 3. Begrenzerstufe im FMIZf-Ver- 
stärker. Der 105-k2-Widerstand setzt sich in der 
Originalschaltung aus 100k2 und 5k2 zusammen 


öfeverspannung für das 
magische Auge (bei Eingangs - 
sponnungen über 14V) 














+50| 

yo AA He 1 u un 
+% 

+2 Sförabstand für AM und 

+%0 Rauschen in db bei 91MHz 








zT 


70 20 40 100 200400uV1 2 4 _ 10mV 

_—— Us 
Bild 4. Störabstand des Nutzsignals gegen- 
über dem Eingangsrauschen und gegenüber 


zusätzlicher Amplitudenmodulation 


240 Hen13 / FUNKSCHAU 1953 


EF 94 


Außen -Antenne 


T 





Ferrit- 
Antenne 


20nF 
L 


+20 


+10 












































01 02 0% 1 2 4 10 20 40mV 
— Usr (Nf) 


Bild 6. Trennschärfe des UKW-Bereiches 


Antenne mindestens die Empfindlichkeiteiner 
guten Behelfsantenne zu erzielen. Der An- 
odenkreis der EF 94 ist als Breitbandübertra- 
ger für Mittelwellen ausgebildet. In einer End- 
stellung der Ferritantenne schaltet sich der 
Eingang automatisch auf H = Hochantenne 
um. Vor dem Steuergitter der Mischröhre 
liegt das abstimmbare Eingangsbandiilter 
(Bild 5). Das im Anodenkreis dieser Röhre 
befindliche erste AM-Zf-Bandfilter ist als 
Regelfilter ausgebildet. Auf die für AM und 
FM gemeinsame Zf-Röhre EF 93 folgtein Drei- 
kreis-AM-Diodenfilter nach Bild 7. Damit 
sind acht abgestimmte AM-Kreise vorhanden, 
außerdem ist die Peilwirkung der Ferritan- 
tenne als zusätzliches Selektionsmittel zu 
werten. 

Das Regelfilter hinter der Mischröhre er- 
gibt eine Bandbreitenregelung von 2bis 8 kHz 





Bild 9. Anordnung der Hf- und Zf-Spulensätze 





Bild 10. Ferritantenne mit Antrieb 


Eingangs - 
öpF Bandfilter 






Links: Bild 5. Prinzipschal- 
tung der Ferritantenne und 
des Eingangsbandfilters 


Rechts: Bild 8. 
Zf-Trennschärfe in den 
AM-Bereichen 


EABC 80 


Bild 7. AM-Kanal. Dreikreis-Zf-Bandfilter, 
Demodulator und Regelleitung 


(Bild 8). Die Trennschärfe, von der Antenne 
aus über alles gemessen, beträgt 1:1000 im 
MW-Bereich, die Spiegelselektion 1:5000 bis 
1:6000. Die Empfindlichkeit aller AM-Bereiche 
liegt bei etwa 10 uV. 

Bemerkenswert ist noch die AM-Regelauto- 
matik. Die Regelspannung wird an der Signal- 
diode der EABC 80 abgenommen. Um aber die 
Vorteile einer verzögerten Regelung ohne zu- 
sätzlichen Röhrenaufwand zu erreichen, wird 
die Regelleitung hinter dem ersten Siebwider- 
stand durch eihe leicht positiv vorgespannte 
Diode überbrückt. Hierzu dient nach Bild 7 
das Steuergitter der FM-BegrenzerröhreEF 94. 
Durch den Anlaufstrom dieses Gitters werden 
Regelspannungen unter 1,5 V kompensiert, 
so daß der Empfänger mit voller Verstärkung 
arbeitet. Erst größere negative Regelspan- 
nungen machen dieses Hilfsgitter negativ. Der 
Anlaufstrom fällt weg, und die volle Regelung 
wird wirksam. Diese besondere Schaltung ver- 
hindert außerdem die wechselndeBedämpfung 
des Diodenkreises, die sonst auftritt, wenn die 
Regelspannung zufällig um den Einsatzpunkt 
der Verzögerung herumpendelt. 


Nt-Teil und mechanische Einzelheiten 


Der Nf£-Teil ist mit dem Triodensystem der 
EABC 80 und einer Endröhre EL 12 ausgerüstet. 
Zwischen den Anoden der beiden Röhren- 
systeme befindet sich die übliche baß- und 
höhenanhebende Gegenkopplunsgsleitung. Ein 
weiterer Gegenkopplungskanal führt vom Aus- 
gangsübertrager zum Fußpunkt des Laut- 
stärkereglers. Die stetige Klangregelung er- 
folgt durch getrennte Baß- und Höhenrege- 
lung. Um recht weite Höhenregelmöglichkeit 
zu haben, wurden bei diesem Empfänger der 
Bandbreitenregler im Zf-Teil und der Höhen- 
regler im Nf-Teil nicht kombiniert, sondern 
sie sind getrennt bedienbar. Ebenso ist der 
Hochtonlautsprecher durch einen besonderen 
Schalter wahlweise zu- oder abschaltbar. Da- 
gegen wird die 9-KHz-Sperreim UKW-Bereich 
automatisch abgeschaltet. 

Die hohe Anzahl der Schwingungskreise 
sowie die Ferritantenne wirken sich auch ent- 
scheidend auf die mechanische Konstruktion 
aus. So sind z.B. für die sechs Bereiche 
(UKW, KW3, KW2, KW1, MW, LW) insge- 
samt etwa 40 Trimmer und Eisenkerne ein- 
zustellen. Bild 9 zeigt, wie übersichtlich der 
größte Teil der Abgleichorgane in dem Spulen- 
kasten oberhalb des Drucktastensatzes sowie 
in den Abschirmbechern untergebracht ist. 

Die Ferritantenne sitzt nach Bild 10 oberhalb 
des Drehkondensators. Die Spulenwicklung ist 
statisch abgeschirmt, damit nur das magne- 
tische Feld desSenders, nicht aber kapazitive 
Störspannungen aus der Umgebung aufgenom- 


schmal. Sf 


as 
Hi 


























ii 


AT 


1 
% 22 2% 
u" 





men werden. Die Drehbewegung wird durch 
eine biegsame Welle vom Knopf an der Front- 
platte auf die Antennenachse übertragen. Der 
Abschirmkasten unterhalb der Antenne ent- 
hält den Antennenverstärker mit der Röhre 
EF 94. Unter dem Drehkondensator befinden 
sich die beiden Röhren EC 92 des UKW-Teiles. 
Diese ganze Baugruppe ist isoliert auf dem 
Chassis gelagert, wobei auf gute Schirmung 
und kurze Leitungsführung sowie auf Ver- 
meidung von Erdschleifen großer Wert gelegt 
wurde. Dadurch wurden die Bestimmungen 
der Bundespost über die Größe der Störstrah- 
lung einwandfrei erfüllt. Ing. O. Limann 


Messung von kleinen 
Gleichspannungs-Schwankungen 


Die Kontrolle von kleinen Schwankungen 
einer hohen Gleichspannung ist schwierig, 
wenn man ein Meßinstrument verwendet, 
dessen Meßbereich der Grundspannung ent- 
spricht. Es wäre zweckmäßiger, mit einem 
Meßbereich zu arbeiten, der größenordnungs- 
mäßig nur die eigentlichen Spannungsschwan- 
kungen erfaßt. 


Üblicherweise kompensiert man in solchen 
Fällen die Grundspannung mit einer Hilfs- 
batterie.Die Anschaffung von Anodenbatterien 
für diesen Zweck ist jedoch für gelegentliche 
Kontrollen unwirtschaftlich; außerdem ist die 
Spannungsabstufung solcher Batterien nicht 
fein genug. Viel einfacher ist folgendes Ver- 
fahren: Man lege in Serie mit einem hoch- 
ohmigen Gleichspannungs - Röhrenvoltmeter 
(Rohde & Schwarz) einen Blockkondensator. 
Bei kurzgeschlossenen Eingangsklemmen des 
Röhrenvoltmeters lädt er sich zunächst auf 
die mittlere Betriebsspannung auf. Nachdem 
der Kurzschluß des Voltmeters aufgehoben 
ist, kann man damit die auftretenden Span- 
nungsdifferenzen genügend genau messen. 









U 
-—s MessungvonGleich- 
+ c +  spannungsschwan- 
kungen. CSuF, 
Up+dUp AUn Innenwiderstand 






des Röhrenvolt- 
meters = 20M2 


Die Betriebsspannung U], und die Ladespan- 
nung Uj sind so gerichtet (Bild), daß sie sich 


aufheben und auf das Röhrenvoltmeter nur 
die Schwankungen A U, einwirken. So ist es 


möglich, das Röhrenvoltmeter selbst beihohen 
Betriebsspannungen im 5- oder 10-V-Bereich 
zu benutzen. Mit einem Kondensator von 
16 uF (am besten einem Bosch-MP-Konden- 
sator, dessen Arbeitsspannung mindestens 
gleich der Betriebsspannung sein muß) kommt 
man bei einem Eingangswiderstand von 20 MQ 
des Röhrenvoltmeters auf eine Zeitkonstante 
von 320 Sekunden. Letztere genügt zur Messung 
der meist schneller verlaufenden Schwankun- 
gen. Natürlich wird die Spannung A U,, nicht 
absolut genau gemessen. Man erhält jedoch 
einen guten Überblick, und dieser kleine 
Trick kann manchmal recht nützlich sein!). 

Hans Henner Gerke 


1) Eine übersichtliche Zusammenfassung der 
verschiedenen Arten von Röhrenvoltmetern 
und ihrer Einzelheiten enthält das Bändchen 
„Röhrenvoltmeter“ von Ing.’ O. Limann. — 
Radio-Praktiker-Bücherei, Band Nr. 33, Preis 
1,40 DM, FRANZIS - VERLAG, München 22. 


Fernsehtechnik ohne Ballast 


Eine Aufsatzreihe zur Einführung in die Fernsehtechnik, 20. Folge 


Ein weiterer wichtiger Begriff der Schal- 
tungstechnik von Fernsehempfängern, das 
Integrieren, wird in dem folgenden Ab- 
schnitt erläutert. Anschließend beschäfti- 
gen wir uns mit den Grundlagen der Kipp- 
spannungserzeugung. 


Gewinnung der 


Raster-Synchronisierzeichen 





Bild 94. Differenzieren der negativ 
gerichteten Impulsreihe 


Die Frequenz der in Bild 92 und 93 ge- 
wonnenen Impulse entspricht der Zeilen- 
frequenz. Die Zeichen Z werden daher zur 
Synchronisierung, d.h. als Startzeichen für 
die Zeilenanfänge verwendet. Die in Bild 92 
und 93 gewonnenen Impulsreihen werden 
lediglich im Zeilenablenkteil weiter ver- 
arbeitet. 

Durch elektrisches Differenzieren lassen 
sich aber auch die Rasterwechselimpulse 
herausheben. Zu diesem Zweck kehrt man 
zunächst mit Hilfe einer Röhre die positiv 
gerichteten Rechteckimpulse von Bild 94a 
um. Sie sind dann nach Bild 94b negativ 
gerichtet. Diese Reihe wird auf ein Diffe- 
renzierglied mit so tiefer Grenzfrequenz 
gegeben, daß die Scheitel nach dem Steil- 
heitssprung ähnlich wie in Bild 91a ganz 
langsam abklingen. 

Nach unserem Grundsatz „Differenzieren 
heißt Steilheitswerte ermitteln und in 
Kurvenform auftragen“ ergibt sich: Für 
die erste negativ gerichtete Flanke 1 in 
Bild 94b ist die Steilheit ebenfalls negativ 
gerichtet. Noch lange bevor die Konden- 
satorladung auf Null abgeklungen ist, er- 
gibt jedoch die darauffolgende positiv 
gerichtete Flanke 2 einen positiven Steil- 
heitssprung 2. Er ist ebenso groß wie der 


Rückflanke des 
ersten Rasterwechsel- /mpulses 
1 











+ 
[LI INIEITTTTILLEI N @ 
2 I 
SATT TTTTTULUTTITT T® 
72 Ersterpositiver | ’ 
Anstieg3'dient 
+ als Startzeichen \ 3" 












n 


für Rasterwechsel 








0 


hr 
1 28 


Bild 94. Rückflankensynchronisierung 


vorangegangene negative Sprung, denn die 
Steilheiten sind ja gleich. Da aber infolge 
des schrägen Scheitels zwischen 1 und 2 
das untere Ende von 2 etwas höher liegt, 
steigt 2 etwas über die Nullinie an. Dann 
klingt die Ladung ab, und die Steilheit 
wird Null. Diese Vorgänge wiederholen 
sich auch während der fünf schmalen Tra- 
kanten. Bei dem ersten länger dauernden 
Rasterwechselimpuls dagegen klingt je- 
doch während der Dauer des Impulses die 
Spannung mehr zur Nullinie hin ab. Bei 
der nun folgenden positiv gerichteten 
Flanke 3 der Kurve 94b hebt sich dann die 
differenzierte Spannung 94c weiter über 
die Nullinie heraus. Diese plötzlich hoch- 
ragende positive Flanke 3 kann man zur 
Synchronisierung des Rastergenerators 
verwenden. Der Anstieg entspricht der 
rückwärtigen Flanke des ersten Raster- 
wechselimpulses. Man nennt dieses Ver- 
fahren daher Rückflankensynchronisie- 
rung. 

Mit geeignet bemessenen Differenzier- 
gliedern können also sowohl die Zeilen- 
als auch die Rasterimpulse aus der gemein- 
samen Impulsreihe des Fernsehsignals 
herausgelöst werden. 


Bild 95. Was heißt Integrieren? 


Der Begriff Integrieren stammt ebenfalls 
us der Mathematik. Man bezeichnet da- 


mit ein Rechenverfahren, bei dem viele 
kleine Änderungen summiert werden, also 
das „Ganze“ gebildet wird, denn „integer“ 
heißt auf Lateinisch „ganz“. Eine bestimmte 
praktische Anwendung dieses Verfahrens 
ist jedem Funktechniker bekannt, nämlich 
die Berechnung der Kapazitätskurven von 
Drehkondensatoren. Man unterteilt hierbei 
die Fläche der Drehkondensatorplatte in 
viele kleine Teilflächen dF. Wird von der 
Nullstellung aus die erste Teilfläche dFı 
eingedreht, dann wächst die Kapazität in 
der Eichkurve um einen dieser Fläche ver- 





 Drekwinkel —— 


hältnisgleichen Betrag dCı. Dreht man die 
nächste Teilfläche dFa ein, so bleibt der 
erste Kapazitätswert bestehen, und es 
addiert sich die dieser zweiten Fläche ent- 
sprechenden Teilkapazität dCa hinzu. Bei 
voll eingedrehtem Plattensatz ergibt sich 
die Gesamtkapazität aus der Summe aller 
Teilflächen dF. 

Aus der Wahl der Bezeichnungen dF und 
dC erkennen wir die Verwandtschaft zu 
der Rechenart des Differenzierens in Bild 88. 
Diese kleinen Einheiten dF und dC sind 
ebenfalls wieder Differenzen, z. B. von 
zwei dicht aufeinanderfolgenden Kapazi- 
tätswerten. Bei der eigentlichen Intregal- 
rechnung nimmt man diese Änderungen 
oder Zunahmen wieder als unendlich klein 
an, so daß die Dreiecke dC sich genau der 
Eichkurve in Bild 95 anschmiegen. Inte- 
grierenheißtalso,kleineauf- 
einanderfolgende Einheiten 
zu einem Ganzen zu addieren. 


Bild 96. Elektrisches Integrieren 


Wie beim Differenzieren läßt sich auch 
der Begriff des Integrierens auf elektrische 
Vorgänge übertragen. Man bezeichnet 
Ȋmlich das elektrische Addieren von 
kleinen Spannungsstößen als Integrieren. 
Man benutzt hierzu ein diesmal als Tiefpaß 
geschaltetes RC-Glied, bei dem also gegen- 
über von Bild 90 Kondensator und Wider- 
stand vertauscht sind. Die Wirkungsweise 
machen wir uns zunächst wieder an einer 
einfachen Gleichstromschaltung (Bild 96a) 
klar. 

Wird der Schalter S eingeschaltet, dann 
fließt ein Ladestrom, und der Kondensator C 
ladet sich auf die Batteriespannung U auf. 
Die Spannung an C steigt dabei nach 
Kurve A erst steil und dann langsamer an, 
weil bei teilweise geladenem Kondensator 
die Spannung hinter dem Widerstand sich 
nicht mehr sehr von der Ladespannung U 
unterscheidet. Der Ladestrom wird also 
ständig kleiner, und damit steigt die Span- 
nung an C auch langsamer an. Dieser ge- 
setzmäßige Anstieg erfolgt ähnlich wie das 
Absinken der Spannung beim Entladen 
eines Kondensators nach einer sogenannten 
Fxponential- oder e-Funktion !). Näheres 
soll hier nicht weiter interessieren, uns 
genügt der grundsätzliche Verläuf der 
Kurve A. 

Wird der Schalter S nur ganz kurz ein- 
und sofort wieder ausgeschaltet, dann fin- 
det der Kondensator C nicht die Zeit, sich 





1) Funktechnische Arbeitsblätter Mth 11. 





FUNKSCHAU 1953| Hen 13 241 


auf den vollen Spannungswert U aufzu- 
laden. Er wird z. B. nur die Teilspannung 
U1 annehmen und bei hochwertiger Iso- 
lation auf diesem Wert aufgeladen bleiben. 
Wird im Zeitpunkt 2 der Schalter nochmals 
kurz eingeschaltet und bei 3 wieder ausge- 
schaltet, dann ladet sich C weiter bis zum 
Wert U3 auf. Dieses Stück der Auflade- 
kurve B entspricht dabei genau dem auf 
gleicher Höhe liegenden Stück der Kurve A, 
denn es stellt nur eine Fortsetzung dieser 
Kurve nach der Pause 1...2 dar. Durch 
mehrmaliges kurzes Ein- und Ausschalten 
erhält man endlich auch in diesem Fall die 
volle Spannung am Kondensator. 

Durch kleine aufeinanderfolgende Strom- 
stöße wird also der Kondensator auf die 
Gesamtspannung U aufgeladen. Dies ent- 
spricht aber dem Begriff des Integrierens. 


Zeit 
Bild 96. Addieren (Integrieren) von Spannungsstößen 


Links: Bild 95. Erläuterung des Integrierens bei 
der Berechnung eines Drehkondensators 


Man kann den Versuch noch etwas ab- 
ändern, indem man nach Bild 96b hinter 
den Schalter einen hochohmigen Wider- 
stand R2 einfügt. Der Ladevorgang ist 
wieder der gleiche, denn R 2 belastet die 
Batterie nur wenig. Wird aber jetzt S ge- 
öffnet, dann entladet sich in der Pause 1...2 
der Kondensator C über R und R2, und 
die Spannung sinkt auf den niedrigeren 
Wert U2. Beim mehrmaligen Ein- und 
Ausschalten erhält man dann die eigen- 
artige Zackenkurve D. 


Bild 97. Integrieren der Feinseh- 
Synchronisierungsimpulse 


Das Ein- und Ausschalten des Schalters S 
bedeutet eigentlich die Erzeugung von 
rechteckförmigen Spannungsstößen an den 
Eingangsklemmen des RC-Gliedes. Man 
kann deshalb auch das Impulsgemisch des 
Fernsehsignals an den Eingang eines sol- 
chen „Integriergliedes“ legen. Der Entlade- 
widerstand R2 aus Bild 96b wird dabei in 
den praktischen Schalturgen entweder 
durch Anoden- oder Gitterwiderstände 
von Röhren gebildet. Man gibt den Wider- 
ständen solche Werte, daß nach den kur- 
zen Zeilenimpulsen und Trabanten der 
Kondensator C sich wieder vollständig 
entlädt. Bei den länger dauernden Raster- 
impulsen dagegen ladet er sich höher auf 
und kann sich in den dazwischen liegen- 
den kurzen Pausen nur wenig entladen. 


JA Ill de 


Srartzeichen für 


den Rasterwechsel“ lv 7 
% 


Bild 97. Elektrische Integration der Fernseh- 
Synchronisier-Impulse 


An C baut sich daher während der Raster- 
impulse wieder eine Zackenkurve ähnlich 
wie in Bild 96b auf, und sie klingt dann 
während der Nachtrabanten wieder ab. 
Auch hier addieren sich also die einzel- 
nen durch die Impulse erzeugten Lade- 
stromstöße. Aus der vorher gleichmäßigen 
Impulsreihe 97a werden also die Zeilen- 
impulse zu bedeutungslosen Zacken herab- 
gedrückt, und nur zur Zeit der Raster- 
wechselimpulse kann die Spannung am 
Kondensator auf den vollen Wert U an- 
steigen. 

Dieses neue, durch Integration ge- 
wonnene Zeichen kann nun als Start- 
zeichen für den Rastergenerator dienen. 





242 HeR13 | FUNKSCHAU 1953 


Man verwendet dazu einen Spannungswert 
auf der ansteigenden Flanke etwa bei U,, 
um Störungen durch die restlichen Zeilen- 
impulse sicher zu vermeiden. Die Bedeu- 
tung der Vortrabanten wurde bereits 
mehrmals ausführlich erörtert ?) 3), so daß 
hier nicht nochmals darauf eingegangen 
werden soll. 

Man kann die Wirkungsweise des Inte- 
griergliedes auch aus den Eigenschaften 
eines Tiefpasses erklären. Die Grenzfre- 
quenz dieses RC-Gliedes liegt so niedrig, 
daß die der Zeilenfrequenz entprechenden 
15 625- Hz - Impulse durch den Konden- 
sator C kurzgeschlossen werden und nur 
die 50- Hz - Rasterwechselfrequenz eine 
Spannung erzeugt. 


Bild 98. Praktische Integrierschaltung 


In der Praxis schaltet man meist zwei 
oder drei Integrierstufen hintereinander. 
Naturgemäß ladet sich während eines Im- 
pulses der erste Kondensator der Kette auf 
eine höhere Spannung auf als der letzte, 
denn die Längswiderstände wirken als 
Spannungsteiler für den Ladestromstoß. 
Während der Pause zwischen zwei Im- 


ECL80 







Jmpuls- 1% 
gemisch | 
Synchr.- 
nF Jmpuls 


Bild 98. Dreistufiges 
Integrierglied mit 


Verstärkerröhre 4B0V 


+180V 
pulsen gleichen sich die Spannungen der 
einzelnen Kondensatoren aus. Die hohe 
Spannung des ersten Kondensators ladet 
gewissermaßen den letzten Kondensator 
langsam weiter auf. Dadurch wird die 
Welligkeit der Kurve 96b ausgebügelt, und 
man erhält ein gleichmäßig ansteigendes 
Signal für den Rasteroszillator. Oft wird 
dieses Signal noch in: einem Röhren- 
system, z. B. dem Pentodensystem einer 
ECL 80, verstärkt und dann erst zur Syn- 
chronisierung verwendet. " 


Sägezahngeneratoren 


Nach Bild 29 werden zum Erzeugen des 
Fernsehrasters auf dem Bildschirm Säge- 
zahnspannungen mit einer Frequenz von 
50 Hz für den Rasterwechsel und von 
15625 Hz für die Zeilenablenkung be- 
nötigt. Solche Sägezahn- oder Kippspan- 
nungen sind aus der Oszillografentechnik 
bekannt. Um diese Spannungen zu erzeu- 
gen, kann man Schaltungen mit Glimm- 
röhren, mit Thyratrons oder mit Ver- 
stärkerröhren anwenden. In Fernseh- 
empfängern werden vorzugsweise zwei 
Arten von Schaltungen mit Verstärker- 
röhren angewendet: Sperrschwinger und 
Multivibratoren. 


Bild 99. 
Prinzip der Kippspannungserzeugung 


Die Arbeitsweise aller Sägezahngene- 
ratoren läßt sich auf das Prinzip der 
Glimmröhren-Kippschaltung zurückführen. 
Auch hierbei spielt wieder ein RC-Glied 
eine wichtige Rolle. Ladet man den Kon- 
densator C über den Widerstand R auf, so 





Bild 99. Kippspan- 
nungserzeugung mit 
einer Glimmröhre 





steigt die Spannung daran nach einer 
Kurve A an (vergl. Bild 96). Erreicht die 
Spannung am Kondensator den Wert der 
Zündspannung Uz der Glimmröhre Gl, so 
wird die Röhre stromführend und entladet 





?) Funktechnische Arbeitsblätter Fs 01 Bl. 2. 


») Das Impuls - Schema der Fernseh - Norm, 
FUNKSCHAU 1952, Heft 12, S. 221. 


den Kondensator kurz- 
schlußartig bis zum Wert 
der Löschspannung Ul. 
Die Glimmröhre erlischt 
dann, und der Span- 
nungsanstieg an C be- 
ginnt von neuem. Die 
Spannung an C „kippt“ 
also periodisch zwischen 
Zünd- und Löschspan- 
nung der Glimmröhre 
hin und her, und ergibt 
damit _die Sägezahn- 
kurve. Man erkennt 
leicht, daß der Span- 
nungsanstieg um so ge- 
radliniger ist, je größer 
die Ladespannung U 
über der Zündspannung 
liegt, weil dann die 
Glimmröhre bereits im 
unteren steilen Teil der 
Kurve A zündet. 


Das Prinzip der Kippspannungserzeugung 
beruht also auf dem Laden und Entladen 
eines Kondensators. Dies kann auch in um- 
gekehrter Reihenfolge geschehen, indem 
der Kondensator unmittelbar durch eine 
Spannungsquelle schnell aufgeladen und 
über einen Widerstand langsam entladen 
wird. Ein solcher Vorgang tritt beim 
Sperrschwinger auf. 


Bild 100. Sperrschwinger 


Das Prinzip des Sperrschwingers geht 
auf die bekannte Pendelrückkopplungs- 
schaltung zurück, wie sie für einfache 
UKW - Vorsatzgeräte angewendet wurde. 
In einer Oszillatorschaltung mit einer 
Audionkombination im Gitterkreis wird 
die Schwingspannung durch sehr feste 
Rückkopplung so groß gemacht, daß durch 
die Gleichrichterwirkung eine hohe nega- 
tive Spannung am Gitter auftritt. Es kann 
dann kein Anodenstrom mehr fließen, und 
die Schwingungen reißen ab. Infolge der 
hohen negativen Gitterspannung ladet sich 
der Kondensator C auf diesen Spannungs- 


Bild 100. Prinzip- 
schaltung eines 
Sperrschwingers 





wert auf, denn seine andere Belegung 
liegt über die Spulenwicklung an Erde. 
Nachdem die Schwingung abgerissen und 
der Anodenstrom unterbrochen ist, ent- 
lädt sich C langsam über Rl und R2, und 
die Spannung fällt in Form einer schrägen 
Sägezahnflanke ab, bis die negative Vor- 
spannung der Röhre so gering geworden 
ist, daß die Schwingungen wieder ein- 
setzen und der Vorgang sich wiederholt. 


Die Frequenz der Kippschwingung am 
Gitter hängt hierbei vorwiegend von C, 
RlundR2ab. Zur Frequenzregelung dient 
dabei der Regelwiderstand R2. Die Fre- 
quenz der eigentlichen Hochfrequenz- 
schwingung des Anodenkreises ist hierbei 
von untergeordneter Bedeutung. Ein aus- 
prägter Hf-Schwingungszug oder seine 
Harmonischen könnten aber in den Fre- 
quenzbereich des Empfängers fallen und 
unangenehme Störungen verursachen. Man 
dämpft deshalb den H£f-Kreis durch einen 
Widerstand R3 oder verwendet absichtlich 
Spulen geringer Güte, so daß überhaupt 
nur eine einzige Halbwelle der Hf-Schwin- 
gung entsteht, die sofort eine so große 
negative Vorspannung erzeugt, daß wei- 
tere Schwingungen abgewürgt werden. 


Bild 101. Sychronisierung eines 
Sperrschwingers 


Die Kippfrequenz des Sperrschwingers 
muß durch die Synchronisierimpulse so be- 
einflußt werden, daß der genaue Gleich- 
lauf zum Fernsehsender hergestellt wird. 
Kurve a stellt den Spannungsverlauf am 





Auflösung der Kippschwingung 
durch den Gleichlavfimpuls 


Gitterspannung 
@ beimfreien 
Schwingen 


Gleichlauf- 
impulse 


Synchronisierfe 
Kippspannung 


Bild 101. Synchronisierung eines Kippgerätes; 

a= freie Kippschwingung, b = Gleichlaufim- 

pulse,c = durch Synchronisierung erzwungene 
Kippschwingung 


Gitter eines Sperrschwingers dar. Wenn 
der Übertrager anschwingt, dann wird 
ganz kurzzeitig eine positive Spannung 
+Ug auf das Gitter übertragen. Die 
Schwingung wächst an, erzeugt die nega- 
tive Vorspannung, die Gitterspannung 
springt auf einen negativen Wert, und der 
Anodenstrom wird unterbrochen. Der 
Gitterkondensator ist dadurch negativ auf- 
geladen worden, und seine Spannung - Ug 
klingt nun langsam gegen Null hin ab. 
Bei der negativen VorspannungS (=Sperr- 
spannung der Röhre) setzt wieder Anoden- 
strom ein, und der Vorgang wiederholt 
sich. 

Bemißt man die Schaltung so, daß die 
Periode der freien Kippschwingung etwas 
länger dauert, als notwendig ist, und führt 
man dem Gitter zusätzlich die z. B. durch 
Differenzieren gewonnenen Zeilengleich- 
laufimpulse von Bild 92 zu (Kurve b), dann 
addieren sich die Spannungsreihen a und b. 
Die kritische Auslösespannung S wird 
infolge des positiv gerichteten Gleichlauf- 
impulses schon früher erreicht, und die 
Kippschwingung wird jetzt nach Kurve c 
stets genau im richtigen Zeitpunkt aus- 
gelöst. 


Die Trabanten T im Abstand einer hal- 
ben Zeile bringen dagegen die Schaltung 
noch nicht zum Kippen, da sie die Auslöse- 
spannung S nicht erreichen. Die Eigenfre- 
.quenz von Kippschwingern muß also stets 
etwas niedriger sein als die Sychronisier- 
frequenz, denn es ist wohl möglich, den 
Kippvorgang früher auszulösen, aber man 
kann nicht eine vorzeitige Auslösung rück- 
gängig machen. 


(Fortsetzung folgt) Ing. ©. Limann 





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Fernsehtednik von A-Z 


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Mit der Fernsehtechnik drängt sich eine 
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und privat interessierten, wird die Bekannt- 
schaft mit einigen, ihnen teilweise völlig 
neuen Begriffen nützlich sein, denn diese Be- 
griffe bauen die sicherste Brücke der Ver- 
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Fernseh-Lexikon eine wichtige Aufgabe dar- 
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Beiefe an die FUNKSCHAU-Redaktion 


Magneiband conira Schallplatte 


Dieser Aufsatz in der FUNKSCHAU 1953, Heft 3, S. 37, löste 
eine lebhafte Diskussion aus. Wir bringen hier einige Auszüge 
aus den uns zugegangenen Schreiben und eine abschließende 
Stellungnahme von Dr. Bergtold, dem Verfasser der Arbeit. 


Das Industrie-Tonband muß kommen 


Technische Entwicklungen lassen ‚sich zwar beeinflussen, aber nicht 
aufhalten. Dies gilt auch für die Magnetbandtechnik. Sie hat eine 
völlig neue Situation geschaffen, deren Auswirkung zunächst auf den 
Sende- und Studiobetrieb beschränkt blieb. Zur Zeit findet das 
Magnetband auch langsam seinen Eingang in das Publikum. Es ist 
zu erwarten, daß die Zahl der Magnetband-Interessenten ständig 
zunimmt, zumal wenn eine Verbilligung der Geräte eintritt. Dann 
wird sich auch die Industrie mit der Herstellung von bespielten Ton- 
bändern befassen müssen, denn die bereits heute bestehende rege 
Nachfrage wird immer größer werden. Dazu bedarf es aber noch 
einer Weiterentwicklung des Tonträgermaterials und der Kopier- 
technik. 


Das Tonband ist der ideale Schallträger für Halbstunden- und 
Stundenmusik, also in erster Linie klassischer Musik. Hier kommen 
auch seine höhere Dynamik sowie seine größere Verzerrungsfreiheit 
voll zur Geltung. Daneben wird die Schallplatte selbstverständlich 
fortbestehen, denn für kKurzdauernde Stücke ist das Band wegen 
des umständlichen Einlegens nicht sonderlich geeignet. 


Dr.-Ing. Walter Görner 
Die Schritileitung hat Recht 


Ein Leser, der vielen Tonstudio-Amateuren und Amateurgruppen 
im ganzen Bundesgebiet nahesteht, schreibt uns dazu: „Die Schrift- 
leitung hat recht: Amateur-Schallplatte contra Amateur-Tonband — 
Industrie-Schallplatte contra Industrie-Tonband. Wie die Amateur- 
schallplatte in der Aufnahme ihre Schwierigkeiten erweist, so auch 
das Amateur-Tonband in der einwandfreien Aufnahme. 


Amateur-Tonband mit Industrie-Tonband zu vergleichen, steht zur 
Zeit nicht an, da die Entwicklung noch im Fluß ist“. 


Ing. Hilmar Schurig 
Die wirtschaftliche Seiie 


Um es gleich vorwegzunehmen, das Magnetband hat doch wohl 
mehr als nur „sehr beschränkte Zukunftsaussichten“, Gewiß kann 
man dem Verfasser bei objektiver Beurteilung in manchen Punkten 
seiner Ausführungen zustimmen, und sicher wird die Platte nicht 
vom Magnetband verdrängt. Wie sieht aber z.B. dieses Problem 
von der wirschaftlichen Seite aus? 


Eine normale Platte kostet heute 4 DM und liefert dafür ein Pro- 
gramm von 2X 3 Minuten. Ein gutes Magnetband von 1000 m Länge 
(Type L-extra) kostet 42 DM. Es läuft bei einer Bandgeschwindigkeit 
von 19cm/sec und dem heute üblichen Doppelspurverfahren etwa 
2 X 90 Minuten. Für die gleiche Zeit benötigt man also 50 bis 60 Schall- 
plattenseiten. Somit stehen bei gleicher Quantität 42 DM für das Band 
100 bis 120 DM für Platten gegenüber. Diese Rechnung ist eindeutig. 
Die etwas höheren Anschaffungskosten eines Magnetbandgerätes 
gleichen sich dadurch bald aus, zumal das Band für alle Zeiten 
nutzbar bleibt. 


Eine Entscheidung, ob Platte oder Band, muß jedoch in jedem Fall 
der Käufer treffen; natürlich unter der Voraussetzung, daß ihm beide 
Verfahren eindeutig zur Kenntnis gegeben werden (und daran mangelt 
es leider häufig!). Ob in diesem Fall die überwältigende Zahl der Käu- 
fer zum Plattenspieler greift? Meine Erfahrungen sind anderer Art. 
Die wirkliche Entscheidung wird aber erst die ferne Zukunft bringen. 

Fernmeldeingenieur G. Zahn 


Frequenzgang und Bedienung des Tonbandgerätes 


Daß zur Tonbandaufnahme ein erstklassiger UKW-Empfänger zur 
Verfügung stehen muß, ist selbstverständlich. Dagegen benötigt dieser 
Empfänger keinen besonderen Frequenzgang, wenn das Tonbandgerät 
an der richtigen Stelle angeschlossen ist. 


Bei einem modernen Bandgerät genügt meist der Druck auf einen 
Knopf, um die Aufnahme zu starten ferner ein einmaliges Einregu- 
lieren der Lautstärke und nach Beendigung der Aufnahme wieder 
der Druck auf einen Knopf, um das Band zu stoppen. Das ist wirklich 
nicht kompliziert. 


Der einzige Grund, warum das Tonbandgerät heute noch nicht so 
verbreitet ist wie der Plattenspieler, ist der augenblicklich relativ 
hohe Anschaffungspreis. Dieser wesentliche Punkt wurde in dem 
Artikel nicht erwähnt. Manfred Hoeser 


Einblendung von Zwischeniexien 


Seit einiger Zeit stellen wir Tonbandgeräte mit Mischpult her, 
die ohne weiteres ermöglichen, sich in bestehende Musikdarbietungen 
mit Sprache einzublenden, ohne die Bänder zerschneiden und einen 
Zwischentext einsetzen zu müssen. Werifon GmbH 


Das Heim-Magnetiongerät ist noch zu wenig bekanni 


Bei dem heutigen Stand der UKW-Empfangstechnik sind auch für 
Heim-Magnettongeräte Aufnahmen erster Qualität ohne Schwierig- 
keiten herzustellen. Der Interessent kann sich sein Programm nach 
Belieben zusammenstellen und bei. Neuerscheinungen löschen. Alle 
diese Vorteile entfallen bei der Platte. 


FUNKSCHAU 1953/Hen13 243 


Aus der Verkaufspraxis ist zu erfahren, daß sich in ständigem-Maße 
Interessenten für Magnettongeräte finden, jedoch der zur Zeit noch 
hohe Anschaffungspreis manchen Käufer zum Kauf eines  Platten- 
spielers veranlaßt. Ob bei einer sinkenden Preistendenz die Schall- 
platte nicht an Prestige und Interesse verliert, mag dahingestellt sein. 
Wichtig ist vor allem die Erkenntnis, daß viele Rundfunkhörer ein 
Heim-Magnettonbandgerät nur vom Hörensagen kennen, wogegen 
die Schallplatte als Veteran der Schallkonserve ohne Zweifel ihren 
Weg gemacht hat. Günter Küpper 


Stellungnahme des Verilassers 


Magnetband und Schallplatte stehen zur Zeit weit weniger in 
Konkurrenz, als es zunächst den Anschein haben mag. Das liegt 
— wie die Schriftleitung in ihrer einleitenden Bemerkung betonte 
und wie auch ich es andeutete — vor allem daran, daß, zumindest 
bei uns, industriell beschallte Magnetbänder noch nicht erhältlich sind. 

Demgemäß hat — bis auf weiteres — das Gegenüberstellen der 
Industrieschallplatte und des käuflichen, besprochenen Industrieschall- 
bandes keinen Wert. 

Der Ausgangspunkt meines Aufsatzes war die Tatsache, daß — dem 
heutigen Stand der Dinge gemäß — aber Magnetband für Selbstauf- 
nahme und Industrieschallplatte miteinander verglichen werden. Bei 
einem solchen Vergleich muß man wohl feststellen, daß es sich bei 
unbesprochenem Magnetband und besprochener Industrieschallplatte 
um verschiedene Kundenkreise handelt. 

Sicher dürfte es sein, daß man das selbst zu besprechende Magnet- 
band für solche Fälle nicht propagieren sollte, in denen es auf längere 
Sicht die Erwartungen des Kunden — bei allen guten Band- und 
Geräteeigenschaften — kaum wirklich erfüllen wird. Die Gefahr von 
Enttäuschungen ist zu groß. Solche Enttäuschungen wären dem 
berechtigten Ausweiten der Verwendung der Magnetbandtechnik 
abträglich. 

Da es neuerdings des öfteren so hingestellt wird, als sei die Zeit 
dafür reif, die Schallplatte durch Magnetband-Selbstaufnahmen zu 
ersetzen, schien es mir richtig, einer dadurch hervorgerufenen Ver- 
wirrung entgegenzuwirken. 

Mit der Frage „Industrie-Schallplatte oder selbst zu bespielendes 
Magnetband?“ steht es ähnlich wie mit der Entscheidung, ob man 
das Vergrößern von Fotografien in einem Spezialgeschäft durchführen 
lassen oder selbst vornehmen soll. Jeder, der über die nötige Begei- 
sterung, Zeit und Geschicklichkeit verfügt und der außerdem das 
Geld für eine Vergrößerungseinrichtung mit ihrem Drum und Dran 
hinreichend leicht aufbringt, wird es vorziehen, die Vergrößerungen 
selbst zu machen. Er kann Bildausschnitt, Papier, Verfahren und 
Behandlung dem jeweiligen Motiv individuell anpassen. Er ist in 
der Lage, beträchtliche Zeit darauf zu verwenden. So vermag er 
sicherlich mehr herauszuholen, als das im normalen Betrieb eines 
Spezialgeschäftes möglich wäre. Trotzdem lassen die meisten Leute 
die Vergrößerungen in Spezialgeschäften anfertigen. 

Es wäre abwegig, wenn der, der viel Neigung und große Geschick- 
lichkeit zum Vergrößern sowie alle Einrichtungen dazu hat, von sich 
auf die anderen Menschen schließen würde, für die alle diese Vor- 
aussetzungen nicht zutreffen. Ebenso darf man bezüglich der Magnet- 
bandaufnahme nicht als technisch interessierter Laie, als Techniker 
oder gar als Spezialist von sich auf andere schließen. 

Ein Musikfreund, der Liebe und Anlage zur Technik hat, der an 
sauberes technisches Arbeiten gewöhnt ist, der außerdem über die 
Zeit zu Aufnahmen verfügt und sich ein Magnetbandgerät leisten 
kann, wird an den Bandaufnahmen besondere Freude erleben können. 
Für ihn haben die unbestrittenen Vorteile des Magnetbandes durchaus 
das Übergewicht. Für den Musikfreund, auf den diese Voraussetzungen 
nicht zutreffen, und für alle, die die Musikwiedergabe möglichst 
bequem erreichen möchten, dürften Schallplatten in mancherlei Hin- 
sicht von Vorteil sein. 

In vielen Fällen betrachtet man bei der Frage „Industrieschallplatte 
oder Magnetband-Selbstaufnahme“ die wirtschaftliche Seite als Kern 
der Sache. Auf diesen Punkt bin ich bewußt nicht eingegangen. Da 
er aber in den Zuschriften auftauchte, muß ich ihn hier doch erörtern: 
Beim Kauf einer Schallplatte begleicht man — außer deren Her- 
stellungs- und Vertriebskosten — einen Teil des Künstlerhonorars. 
Komponist, Textdichter, Dirigent, Solisten sowie Orchester und Chor 
müssen schließlich auch leben. Dafür schließt der Preis der Schall- 
platte einen gewissen Betrag in sich ein. Bei Magnetband-Selbstauf- 
nahmen umgeht man das Begleichen des Honoraranteiles. Wer sich 
einmal auf den Standpunkt der Künstler stellt, kann wohl verstehen, 
daß diesen eine solche Tatsache nicht ganz angenehm ist. Zumindest 
dann, wenn die eigenen Bandaufnahmen zahlenmäßig den Umfang 
der Plattenherstellung erreichen oder ihn gar überschreiten, wird 
diese Frage wichtig werden. Zu ihr möchte ich nur nochmals betonen, 
daß der Preis der bespielten Schallplatte mehr an wertvoller mensch- 
licher Leistung berücksichtigt als der des unbespielten Bandes, auch 
wenn man zu ihm die eigenen Aufnahmekosten hinzurechnet. 


Weil wir gerade bei einem Kostenvergleich sind: Über dem Band- 
und Schallplattenpreis vergißt man häufig die Gerätepreise. Das darf 
man natürlich nicht, da ja ein Magnetbandgerät immer noch ein 
Mehrfaches von dem kostet, was man für einen guten Mehrplatten- 
spieler anlegen muß. 

Zum Abschluß sei bemerkt, daß ich einige Gelegenheit hatte, Ver- 
gleiche zwischen Schallplatten- und Magnetbandtechnik anzustellen. 
Von 1940 bis 1945 standen mir immerhin sechs Magnetophone zur Ver- 
fügung. Ab 1948 waren es allerdings nur mehr drei Magnetbandgeräte, 
die ich aber mit immer neuen Ausführungen auswechseln konnte. 
Mischpulte mit allem Zubehör waren sozusagen in jeder Menge vor- 
handen. Doch halte ich — wie schon erwähnt — im vorliegenden Zu- 
sammenhang die eigenen Erfahrungen für weit weniger maßgebend 
als die Ergebnisse zahlreicher Beobachtungen, Erkundungen und 
Umfragen. Diesen aber habe ich viel Zeit und Mühe gewidmet, bevor 
ich an meinen Aufsatz heranging. Dr. F. Bergtold 


244 Hen13/FUNKSCHAU 1953 


Neuzeitlicher Kristall-Tonabnehmer 


Tonabnehmer-Kristallsysteme weisen abfallende Frequenz-Kenn- 
linien auf. Die Höhen werden schwächer als die Tiefen wiederge- 
geben, so daß sich ohne zusätzliche Entzerrungsglieder bereits eine 
willkommene Anpassung,an die entgegengesetzt verlaufende Schneid- 
kennlinie von Schallplatten ergibt. Die in Bild 1 gezeigte Kurvenschar 
verdient besondere Beachtung. Sie wurde mit einem Duplo-System 
KST 5 (Bild 3) gemessen, wie es im Dual-Plattenwechsler 1002 E und 
im Einfach - Plattenspieler 270 der Firma Gebrüder Steidinger ver- 
wendet wird. 

Die Kurven 1 bis 4 beziehen sich auf den Normalrillen-Saphir, wobei 
für Kurve 1 der Tonabnehmer mit 1 M2Q abgeschlossen wurde. Diese 
Belastung entspricht dem normalen Abschluß mit dem im Empfän- 
ger vorhandenen Lautstärkeregler. Bei der zweiten Kurve, die im 
Gebiet von 15 000 Hz einen Spannungsabfall von — 25 db aufweist, fand 
zur Messung ein Geräuschfilter Verwendung, das bei 1 MQ® Abschluß 
aus einem Längswiderstand von 300 kQ und einer anschließenden Be- 
lastungskapazität von 150 pF bestand. An Stelle eines besonderen 
Kondensators wurde die Eigenkapazität der Tonabnehmerleitung ver- 
wendet. 

















20 50 70 200 5000 70000 20000 Hz 


Bild 1. Frequenzkurven des Tonabnehmers KST5 
bei verschiedenen Meßabschlüssen 


500 7000 2000 


Eine starke Tiefenbeschneidung läßt die dritte Kurve erkennen; das 
System wurde mit einem 100-k2-Widerstand belastet. Kurve 4 schließ- 
lich zeigt ausgesprochenen Breitband-Charakter. Die Mittellagen sind 
stark abgesenkt, so daß die Tiefenanhebung bei 200 Hz, die Anhebung 
der Höhen bei etwa 2000 Hz beginnt. Als Entzerrer fand das einfache 
RC-Glied nach Bild 1 Verwendung. 

Kurve 5 wurde schließlich bei einer Messung des Mikrorillen-Saphirs 
bei 1 MQ® Systemabschluß ermittelt. Der natürliche Höhenabfall ist 
hier stärker bemerkbar als bei Messungen am Normalrillen-Saphir. 
Das ist aber recht erwünscht, weil moderne Langspielplatten ohnehin 
mit starker Höhenvoranhebung aufgenommen werden. Auch diese 
Kennlinie läßt sich durch entsprechende R- oder RC-Glieder verändern. 


Bild 2 zeigt das verwendete Duplo-System auseinandergenommen. 
Ganz unten erkennt man den Nadelhalter NH mit dem Mikrorillen- 
Saphir MS und dem Normalrillen-Saphir NS. Die Kunststoffkapsel KS 


Links: Bild 2. Schemati- 
sche Darstellung des Ton- 
abnehmers KST5 


Unten: Bild 3. 
Saphir-Duplo-System 
KST5 
(Gebr. Steidinger) 











enthält den eigentlichen Kristall, in dessen Bieger der Nadelnalter NH 
mit den beiden schräg nach oben gerichteten Stiften eingesteckt wird. 
Die Nase N wird beim Zusammenbau in den Haken H an der Wippe W 
eingenängt. W dreht sich um D und kann von außen, also von der 
Stirnfläche aus, mit dem Umschalthebel U so gekippt werden, daß 
entweder MS oder NS mit der Plattenrille in Eingriff stehen. Die dick 
gezeichneten Teile sind Federbleche. Die Kontaktfedern KF dienen 
zur elektrischen Verbindung, während die Haltefeder HF das System 
im Tonabnehmer fixiert. Die wichtigsten technischen Daten können 
aus der Tabelle entnommen werden. 


Technische Daien KST 5 


Auflagegewicht 
Rückstellkraft 
Empfindlichkeit bei 1000 Hz .... 74...130 mV/cms-i 
Mittlere Spannungsabgabe ca.12V 
Frequenzbereich un amt teln  re werner esse 20...15 000 Hz 
Kapazitiver Scheinwiderstand bei 800 Hz ............ 300 k2 (= 670 pF) 


4 8/100 u 





Grundig-Drucktasten-Autosuper AS 53 


Neben dem Grundig UKW-Autosuper (s. FUNKSCHAU 1953, Heft 8, 
S. 135) gelangt auch der kleinere und im Preise niedriger liegende 
Autosuper AS 53 auf den Markt. Dieses neue Modell entspricht voll 
den Forderungen, die man an einen modernen Autosuper stellt: 
Dreiteilung in Empfänger, Stromversorger und Lautsprecher, geringe 
Abmessungen (der Empfängerteil ist nur 6 cm hoch), Drucktastenein- 
stellung für die wichtigsten Sender, günstige Antennenanpassung 
durch L-Abstimmung. Außerdem werden bei der gewählten Schaltung 
eine hohe Empfindlichkeit und ein guter Lautstärkeausgleich erreicht. 


Vier Drucktasten sind für drei Sender im MW-Bereich und für 
einen LW-Sender bestimmt. Die Sender können ohne fremde Hilfe 
und ohne Werkzeuge eingestellt werden. Nach Abziehen der Schutz- 
kappe von der Taste wird der darauf befindliche Knebel bis zum 


Anschlag herausgezogen und mit wenigen Linksdrehungen gelöst. 
Durch gleichzeitiges Drücken der Taste und Drehen des rechten 
Abstimmknopfes wird der gewünschte Sender festgelegt. Danach 
wird der vorher gelöste Knebel durch Rechtsdrehung wieder an- 
gezogen und die Schutzkappe über die Taste geschoben. 


Die mechanische Ein- 
stellung des Druckta- 
stensatzes erlaubt, auch 
Sender mit geringem 
Frequenzabstand auf 
die Taste zu legen. Un- 
abhängig davon kann 
jeder empfangswürdi- 
ge Sender mit dem Ab- 
stimmknopf von Hand 
eingestellt werden. !) 


Der Empfänger ist 
mit den Röhren EF 41, 
ECH 42, EAF42,EAF 42, | 
EL 41 und einem Trok- 
kengleichrichter be- | 
stückt. Die 7-Kreis-Su- 
perhetschaltung mit ab- 
gestimmter Hf- Vor- 
stufe gibt hohe Emp- 
findlichkeit und trennscharfen Empfang. Die Regelung wirkt auf ins- 
gesamt vier Röhren. Die Hochfrequenzkreise sind temperaturkom- 
pensiert. Im N£-Teil ist eine zweistufige Tonblende für Musik- und 
Sprachwiedergabe vorhanden. Dank der günstigen Maße eignet sich 





Grundig-Drucktasten-Autosuper AS 23 


das Gerät zum Einbau in alle Kraftwagentypen. 


1) Mechanische Drucktastensysteme für Autosuper, 


1952, Heft 24, S. 491. 


Neuerungen 


Spezialtisch für Fernsehempfän- 
ger. Allein aus Preisgründen 
werden mehr Fernseh - Tisch- 
geräte als -Standgeräte gekauft 
werden; aber auch Tischempfän- 
ger benötigen ein für ihr Gewicht 
und ihre Abmessungen geeig- 
neten Untersatz. Hierfür wurde 
dieser neue Spezial-Fernsehtisch 
geschaffen, der für Fernsehgeräte 
aller Fabrikate verwendbar ist. 
Er enthält eine Antenne, deren 
Richtwirkung einem Dipol mit 
Reflektor entspricht. Sie kann 
mit Hilfe eines Schalters zur 
Vermeidung von Geisterbildern 
an die entsprechenden Verhält- 
nisse angepaßt werden. Zur Ver- 
besserung der Tonwiedergabe ist 
außerdem ein Ovallautsprecher 
(16X 24 cm) in den Tisch einge- 
baut. Die Tischbeine können zur 
Vereinfachung ° des Transportes 
abgeschraubt werden. Preis des 
Tisches mit Lautsprecher und 
Antenne: 148 DM. Hersteller: 
Grundig-Radio-Werke GmbH, 
Fürth/Bay. 


Horizontale Autoantenne. Diese 
neue Autoantenne besteht aus 
einem Metallrohr, das an zwei 
Isolierkörpern federnd zwischen 
vorderer Stoßstange und Wagen 
an den Stoßstangenhaltern ange- 
bracht wird. Die Antenne paßt 
sich dadurch unauffällig der Wa- 
genform an und ist gegen Ver- 
biegen geschützt. Die Anordnung 
wurde eingehend geprüft und 
ergab gute Empfangsleistungen, 
obgleich sie in längerem Fahr- 
betrieb schärfsten Beanspruchun- 
gen unterworfen wurde. Herst.: 
Oskar Becher, Bocholt in 
Westf. 


Werks-Veröffentlichungen 


Die besprochenen Schriften bit- 
ten wir nicht bei der FUNK- 
SCHAU, sondern bei den ange- 
gebenen Firmen anzufordern. 


Der blaue Punkt. Nach vier- 
zehnjähriger Pause erscheint zum 
erstenmal wieder diese Haus- 
zeitschrift der Blaupunkt-Werke. 
Ein kurzer Abriß der Firmenge- 
schichte, technische Einzelheiten 
der laufenden Empfängerserie und 
ausgezeichnete Werbehinweise für 
den Fachhändler bilden den 
Hauptinhalt dieser 28 Seiten ent- 
haltenden Druckschrift. (Blau- 
punkt-Werke GmbH, Hildes- 
heim). 


Philips-Elektro-Akustik, Heft 10, 
bringt Beschreibung und Schalt- 
bild des neuen Philips-Tonband- 
gerätes EL 3550, sowie Aufsätze 
über das Kristallmikrofon EL 6000 


FUNKSCHAU 


und die’ Beschallung von Groß- 
raum - Straßenbahnwagen. Die 
Aufsatzreihen über Planung 
elektro-akustischer Anlagen, über 
den Richteffekt von Mikrofonen 
und über das menschliche Gehör 
werden in diesem Heft fortge- 
setzt. (Deutsche Philips 
GmbH, Hamburg). 


Preisliste über Kofferempfänger 
und Autosuper. Die Sommerzeit 
bringt die Hauptnachfrage nach 
diesen Geräten, daher wird der 
Fachhändler über eine Spezial- 
preisliste hierfür dankbar sein. 
Das sechsseitige Faltblatt enthält 
übersichtlich die diesjährigen 
Koffer- und Autoempfänger mit 
Zubehör. (Otto Gruoner, 
Winterbach bei Stuttgart). 


Phono-ABcC, eine kleine Druck- 
schrift für den Umgang mit Fono- 
geräten, erklärt die Hauptbe- 
griffe in einer für den Laien ver- 
ständlichen Form. Die Schrift 
wird damit wesentlich zur pfleg- 
lichen Behandlung von Tonab- 
nehmern und Schallplatten bei- 
tragen. Preis: 20 Pf. (Electro- 
acustic GmbH, Kiel.) 


Geschäftliche Mitteilungen 


Grundig-Fernseh-Standgerät 610. 
Der Preis dieses vor einiger Zeit 
angekündigten Empfängers mit 
einer Bildfläche von 362 x 273 mm 
ist auf 1680 DM festgesetzt wor- 
den. Grundig-Radio-Werke 
GmbH, Fürth/Bay. 


Der Fernsehempfänger Pano- 
rama wird unverändert in das 


Baujahr 1953/54 übernommen; 
auch der Preis erfährt keine 
Änderung. Nord - Mende 


GmbH, Bremen. 


Die Berliner Absatzorganisation 
gibt u. a. einen Bezugsquellen- 
nachweis Westberliner Lieferan- 
ten von Elektromaterial heraus. 
Er enthält, in 22 Gruppen geord- 
net, die Anschriften der Herstel- 
ler von Elektroerzeugnissen aller 
Art, wie Motoren, Transformato- 
ren, Batterien, Elektrowerkzeu- 
gen, Röhren, Funk- und Fernseh- 
geräten, Antennen, Schallauf- 
zeichnungsgeräten, Drosseln, Spu- 
len, Kondensatoren, Widerstän- 
den, Meß- und Prüfgeräten, — 
Die Westberliner Wirtschaft hat 


4n Qualität und Preis ihre Wett- 


bewerbsfähigkeit zurückgewon- 
nen. Da die meisten Hersteller- 
betriebe bisher nicht genügend 
ausgelastet sind, kann mit kurzen 
Lieferfristen gerechnet werden. — 
Der Bezugsquellennachweis für 
Elektroerzeugnisse ist erhältlich 
durchdieBerlinerAbsatz- 
organisation (BAO),Berlin- 
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VII Heft 13/ FUNKSCHAU 1953 








Die Eingangsstufe eines Fernseh - Empfängers muß bei niedriger Rauschzahl und geringer 
Rückwirkung mindestens eine solche Verstärkung liefern, daß das Rauschen der nachfolgenden 
Mischstufe keinen merklichen Einfluß auf das Signal-Rausch-Verhältnis mehr hat. Diese For- 
derung wird jetzt in vorbildlicher Weise von der steilen Zweifach-Triode VALVO PCC 84 erfüllt, 
die speziell als Vorverstärkerröhre für Fernseh - Empfänger entwickelt wurde und sich sehr 
gut für den Aufbau von Cascode-Stufen mit einer Triode als Katodenbasis-Verstärker und der 
zweiten Triode als Gitterbasis-Verstärker eignet. Man kann ihre beiden Systeme gleichstrom- 
mäßig in Serie schalten (Katode des zweiten Systems direkt mit der Katode des ersten Systems 
verbunden) und erhält trotz der niedrigen Anodenspannung, die dabei für jede Triode zur 
Verfügung steht, in jedem System die hohe Steilheit von 6 mA/V. Die Systeme sind ent- 
sprechend ihrem Anwendungszweck unterschiedlich ausgebildet. Das erste System ist mit zwei 
getrennten Katodenzuleitungen ausgeführt und hat deswegen in Katodenbasis-Schaltung einen 
hohen Eingangswiderstand; beim zweiten System ist die Kapazität zwischen Anode und Katode 
klein gehalten, so daß die Anodenrückwirkung in Gitterbasis-Schaltung gering bleibt. Außer- 
dem sind beide Systeme durch einen Schirm sehr wirksam entkoppelt, so daß man für Eingangs- 


stufen mit der PCC 84 ohne Schwierigkeiten eine symmetrische Durchlaßkurve erhält, die auch symmetrisch bleibt, 
wenn das Katodenbasis- System in die automatische Verstärkungsregelung des Empfängers einbezogen wird. 


PCC 84 eine steile Zweifach-Triode für 
Eingangsstufen von Fernseh -Empfängern 


















Heizung: Kapazitäten: Grenzdaten: 

indirekt, Serienspeisung G, = 05 - pf Uss = max. 550 V 

U, = ca. 7 V Coik-+f+g') = 12 pf Un = U. = max. 180 V 

, = 0,3 A C, = 233 pF Wu= Wa: = max. 2 W 

Kenndaten: Cs — 11 pF k = Ile = max. 18 mA 

U = %o0XM Cor =, 20,17°> BF U,+({k pos.) = max. 250 V 

N et Cg+H = 49 pfF U,.r(kneg.) = max. 90 V 

la = 12 mA Corg-+N) = 25 pf U = max. 90 V 

S - 6 mA Cara < 0,035 pF Eingangswiderstand bei 200 MHz: 4 kl 
wu = 24 Corg < 0,005 pF 

= PCC 84 

100kN 
a 

9 gWs 
ki 0 k' 

la 

Ko 

Sockel: Noval S 
k;g; a: Katodenbasis-System 2 500. 
K,% Katodenanschluß (Eingang) 

Ko: Katodenanschluß (Ausgang) —_ 
k';g‘;a': Gitterbasis-System Ei ea Regelspannung + 200V 





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