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Full text of "Funkschau 1936 Heft 43"

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Wenn der feit etwa 21 Jahren von der Deutfchen Lufthanfa 
durchgeführte Luftpoftverkehr Deutfchland—Südamerika bisher 
ohne jeden größeren Unfall verlaufen ift, und wenn die annä- 
hernd 200 Überquerungen des Südatlantik mit einer nicht mehr zu 
übertreffenden Pünktlichkeit und Genauigkeit erfolgten, fo find 
diefe Erfolge allein der ausgezeichneten Funkorganifation zu ver- 
danken. Die Grundpfeiler für die eigentliche Südatlantik-Strecke 
bilden die beiden fhwimmenden Flugftützpunkte ‚Welftfalen“ und 
„Schwabenland“, die den großen 10-Tonnen-Flugbooten als Flug- 
hafen und gleichzeitig als Peil- und Funkftationen für die unter- 
wegs befindlichen Dornier-Wale dienen. Daneben beherbergen 
diefe Schiffe die äußerft wichtigen Wetterdienttftellen, die Werk- 
fiätten und Erfatzteillager, fowie die Brenn- und Schmierftoff- 
vorräte. 

Während es fich bei der „Weftfalen“ und ‚„Schwabenland“ um 
umgebaute Handelsdampfer handelt, wurde das vor einiger Zeit 
in den Dienft geftellte Katapultfchiff „Oftmark“ eigens als 
fchwimmender Flughafen gebaut. Die wichtigften Einrichtungen 
der 74 m langen und 2000 Tonnen großen ‚„Oftmark“ find die 
Schleuderanlage und die FT- und Peilftation. Die von Telefunken 
erftellte und von der Debeg betriebene Funkanlage gehört mit 
zu den umfangreichftien Schiffsanlagen und fteht felbft den Riefen- 
fiationen der „Europa“ und ‚„Bremen“ nicht viel nach. 

Diefer große Umfang der FT-Einrichtungen war notwendig, 
um den außerordentlich hohen Anforderungen des Flugfiche- 
rungsdienftes im Südatlantik in jeder Beziehung zu entfprechen. 

An Sendern befitzt die ‚„Oftmark“ einen 3-kW-Telefunken- 
Langwellenfender mit einem Langwellenbereich von 600 bis 
3600 m für tonlofe und tönende Telegraphie und für Telephonie. 
Außerdem befinden fih zwei Kurzwellenfender an Bord: 
ein 700-Watt-Telefunken-Sender für Telegraphie und Telephonie, 
der zwifchen 15 und 90 m arbeitet, und ein 70-Watt-Lorenz-Tele- 
graphiefender für ein Wellenbereich von 20—100 m. Weiter ver- 
fügt die „Oftmark“ über einen Löfhfunken-Notfender, 
der für Batterie- und Netzfpeifung eingerichtet ift und eine Ein- 
gangsleiftung von 300 Watt aufweitt. 


Der Achtermaft des Katapult-Schiffs „Oftmark“ mit den verfhiedenen KW-Sende- 
firahlern und Empfangs-Antennen. Vor der Kommandobrücke der Peilrahmen. 





ws 


München, 25.10.36 


Nr. 43 


Im Einzelabonn. 
monatl. RM. —.60 





338 


Im Interefle der Betriebsficherheit ift fowohl für den 3-kW- 
Langwellen- wie audı für den 700-Watt-Kurzwellenfender je ein 
eigener Mafchinenfatz vorhanden, der aus Heiz- und Anoden- 
fpannungsumformer befteht, und wahlweife auf einen der beiden 
Sender gefchaltet werden kann. Die vollftändig entfiörten Mafchi- 
nen, die in einem befonderen Raum untergebracht wurden, find 
mit Rückficht auf die Tropenbeanfprudiung fämtlich leiftungs- 
mäßig überdimenfioniert. Ihre Bedienung und Regelung erfolgt 
durh Drukknopf-Fernfteuerung von den drei Arbeits- 
plätzen in der Funkkabine aus. 

Da der FT-Verkehr eines Flugftützpunktes wegen feiner ver- 
fchiedenften Aufgaben wie Nachrichtendienfi, Wetterdienft, Peil- 
verkehr ufw. überaus ftark ift, mußte die empfangsfeitige Funk- 
anlage ebenfalls mit.mehreren Geräten ausgerüftet werden. Da 
find zuerft zu nennen zwei kommerzielle Groß-Super für 
einen Wellenbereich von 15—200 m, ein Zweikreis-Vierröhren- 
Allwellen- Empfänger für den Empfang zwifchen 15 und 20000 m, 
dann ein Mittel- und Langwellen-Geradeausemp- 
fänger (ein hodhfelektives Sechskreis-Sechsröhren-Gerät mit 
vierfadtı unterteiltem Empfangsbereich von 200-4000 m), ferner 
ein weiterer Geradeausempfänger für 200-4000 m und 
fchließlih nocı ein befonderer Kurzwellenempfänger mit 
Hochfrequenz-Vorfatz, der nur bei fehr ftarkem KW-Verkehr zum 
Einfatz kommt. — Für den Peilverkehr ift ein 4-Röhren-Tele- 
funken-Peilempfänger mit einem Wellenbereich von 570—1350 be- 
ftimmt, deflen Peilrahmen vor der Kommandobrücke aufgefiellt 
wurde. 

Die Stromverforgung fämtlicher Einpfänger einfchließlich 
des Peilers erfolgt aus fehr reichlich bemeflenen Heiz- und Ano- 
denfpannungs-Akkus, die vom Schiffsnetz aufgeladen werden. Tür 
einige Empfänger hat man daneben audı Netzanfchluß vorgefehen. 


Für den Austaufch der befonders wichtigen meteorologifchen 
Meldungen mit den deutfchen Funkftationen, denen die Flug- 





a 


Der Funkraum der Oftmark. In der Mitte die Haupffchalttafel, rechts der 70- 
Watt-KW-Sender, darunter der Löfchtunken-Notfender. links Ladefchalttatel, 
darunter die Sianzvorrichtung für den Lochftreifengeber. 

Rechts: Die Rückanficıt des Sechskreis-Längfiwellen-Empfängers nach Ent- 
fernung der Schutzhaube. 


Sämtl. Aufn. Peterfen. 








Die Funkkabine des neuen Flugzeugftüfzpunktes „Oftmark“ ift mit einer gro- 

ßen Zahl von Empfängern ausgerüftet. Sie enthält 2 Groß-Super, 1 'Allwellen- 

Empfänger, 1 Mitiel- und Langwellen-Empfänger, 1 Geradceaus-Empfänger und 

1 Kurzwellen-Empfänger. In der Ecke fieht man das Handrad für den An- 
trieb des Peilrahmens und den. Empfänger dazu. 


fiherung obliegt, ift ein Lochfireifen-Geber zum Einfatz 
gebracht worden, der es ermöglicht, geftanzte Lochftreifen mit 
großer Sendegefchwindigkeit über die Kurzwellenfender zu geben. 
Dadurch erreicht man eine fehr erhebliche Verkehrsfieigerung, 
fo daß für Sendung und Empfang der übrigen Funkdienfte wie- 
der mehr Zeit gewonnen werden kann. 

Schwierig war die Unterbringung der Antennen, da im Verlauf 
der Schleuderbahn, die fih über den größten Teil des Schiffes 
erftrect, natürlidı keine Maften ftiehen dürfen. Daher errichtete 
man zu beiden Seiten der Katapultbahn je einen nach außen hin 
{dhhwenkbaren Maft, von dem die Luftleiter zum Adhtermaft 
gefpannt find. Beim Abfchuß der Flugboote werden dann die bei- 
den feitlichen Maften außerbords fo weit heruntergeklappt, daß 
fie kein Hindernis mehr für die ftartenden Flugboote bilden. Um 
nun aber auch bei heruntergelaflenen Antennenmaften den KW- 
Sendeverkehr aufrecht zu erhalten, bradıte man die entfprechen- 
den KW-Strahler am feftfiehenden Acdhtermaft — alfo außerhalb 
der Abfchußbahn — an. Die Empfangsantennen find gleichfalls 
zum größten Teil auf dem Achterdeck verfpannt, fo daß eine 
Unterbrechung des Empfangsverkehrs nicht einzutreten braucht. 

Die Reichweiten der Sender und Empfänger find fo bemeflen, 
daß die „Oftmark“ mit den in der Luft befindlichen Flugbooten 
wie auch mit den FT-Stationen Südamerikas und Deutichlands 
in dauernder Verbindung fiehen kann. Die „Oftmark“, die das 
Rufzeihen —.. —— — .—. —— („DORM“) erhalten hat, wird 
in Bathurfi an der afrikanifchen Goldküfte ftationiert, wodurdı die 
dort liegende „Schwabenland“ frei wird und zur Überholung nach 
Deutfchland geht, um dann fpäter vielleicht auf der Nordatlantik- 
Strecke wieder als Flugftützpunkt eingefetzt zu werden. Herrnkind. 





Das ift die „Oftmark“. 





339 


Der Weg, den wir wandern 


Rückschau und Vorschau auf die Empfängerentwicklung 


Die Rundfunkausftellung in Berlin gibt alljährlich Veranlaf- Sinn bekommen, wenn die oben erwähnten Vorausfetzungen 


fung, fich umzufchauen im Reich der Radiotedınik und in die Zu- 
kunft zu blicken. In folcher rück- und vorwärtsfchauender Betrach- 
tung liegt großer Wert: Sie vermittelt aufs neue den Überblick, 
der in der Tagesarbeit fo oft zu fchwinden droht, den man fich 
aber unter allen Umftänden bewahren muß, wenn man das Ge- 
fühl der Souveränität über die Dinge erhalten will. 

Hier haben die populären Zeitfchriften eine große Aufgabe zu 
erfüllen. Sie können dafür forgen, daß der Überblick nicht ver- 
loren geht, eine Aufgabe übrigens, der fih die FUNKSCHAU von 
Anbeginn an mit befonderem Eifer gewidmet hat. Wir erinnern 
nur an die Artikelreihe, die geradezu den Titel führte: ‚Wir 
überfchauen“. 

An folche Überlegungen anknüpfend wollen wir im folgenden 
einmal unferen Rundfunkempfänger, fo wie er heute ift, betrach- 
ten, und dabei aufzeigen, an welchem Punkt feiner Entwicklung 
er nunmehr angekommen ift. Der Blick zurück wird dabei ebenfo 
nötig fein wie der Blick voraus, der in Jahren, ja fhon in Tagen 
zum Blick nach rückwärts geworden fein kann. 

Es wird fidı empfehlen, das Problem Rundfunkempfang nicht 
als Ganzes zu nehmen, fondern es von praktifchen Gefichtspunkten 
aus in Teile aufzulöfen. Wir fragen uns alfo nicht: Wie gut ift 


Ein Spulenfatz aus einem moder- 
nen Empfänger. Die untere Spule 
iftt durch einen Schnurzug drehbar 
gemacht. Auf diefe Weile regelt man 
in den neuen Geräten die Band- 
breite. Werkphoto Telefunken. 








Zwei Störfchutzkondeniatoren, die in den 
einfachfien und meiften Fällen für eine 
durchgreifende Entftörung genügen. 
Werkphoto Siemens. 


heute der Rundfunkempfang? — fondern wir fragen: Wie fteht 
es mit der Empfindlichkeit, wie mit der Trennfchärfe: wie weit 
find wir hinfichtlich Klangqualität gekommen, wie weit hinfichtlich 
Bedienungsvereinfachung und fchließlich, wie fieht es mit der Stö- 
rungsfreiheit aus’ 


Die Empfindlidikeit ift zu Ende entwickelt. 


Als um die zwanziger Jahre etwa das neue Wunder der draht- 
lofen Technik feinen Siegeszug um die Welt begann, da war es 
nicht mehr als natürlich, daß man das Wunder auch voll und ganz 
zu erleben beftrebt war, daß man immer tiefere Eindrücke daraus 
zu holen fuchte. Und die tiefften Eindrücke empfing man fiets, 
wenn die empfangene Station nicht nur einige zehn, fondern 
einige hundert oder gar taufend Kilometer vom Empfangsort ent- 
fernt war. So begann die Zeit der Stationsjägerei, die laufende 
und Taufende zu Baftlern machte, welche vordem einen Schrau- 
benzieher nur vom Hörenfagen kannten. Auch der Kauf eines 
fertigen Empfängers wurde faft ausfchließlich beftimmt von der 
Sucht des Stationen-Jagens. Man wollte eben immer weiter ent- 
fernte, immer noch fdıwächere Stationen hören, die Zahl der emp- 
fangenen Stationen war durchaus ein Maßftab für die Güte des 
E.mpfangs fchlechthin. 

ls kamen folgerichtig die Mehrröhren-, die Vielröhrenappa- 
rate, die Verflärkungsziffer der Röhren felbfi wurde immer weiter 
hinaufgefetzt, die Abfiimmkreife wurden verbeflert. Alle Arbeit 
gipfelte in dem einen Beftreben: Größere Empfindlichkeit. 

Nahezu plötzlich hatte man die Grenze der Empfindlichkeits- 
fleigerung erreidıt — das war vor etwa zwei Jahren. Die Röhre 
mit ihrem Röhrenraufdıen felbft und fchließlich die unvermeid- 
lichen atmofphärifchen Geräufche bezeichnen diefe Grenze, vor- 
läufig unverrückbar, die übrigens auch von der andern Seite näher 
herangefchoben wurde und zwar dadurch, daß fämtliche Sender 
eine Leifiungsfteigerung auf das Vielfache erfuhren. 

Eine weitere Empfindlichkeitsfieigerung, über die heute er- 
reichte hinaus, hätte alfo keinen Sinn mehr. Sie könnte wieder 





fielen. 

Die rafch geförderte Empfindlicdhkeitsfteigerung blieb nicht ohne 
Nebenwirkung: Die vielen {hwachen Sender, die der Empfänger 
früher ‚„überhörte“, wurden nun neben den ftärkeren mit aufge- 
nommen, ja umgekehrt: Gerade die fchwachen Stationen mußten 
dem Stationsjäger zur Bereicherung feiner Trophäenlifte dienen. 
Und hier machte fich fehr bald die Schwierigkeit bemerkbar, daß 
die ftarke Station die nebendran liegende fcdhwache zudeckte: Das 
Problem. der Trennfchärfe tauchte auf. Seine Löfung wurde umfo 
vordringlicher, aber audı umfo fchwieriger, je mehr die Zahl der 
Sender und je mehr ihre Leiftung wuchs. Denn der leichteren 
Empfangbarkeit diefer verftärkten Stationen wollte man keines- 
falls den Empfang der {chwächeren Sender opfern; mit anderen 
Worten: Die Zahl der von jedem, auch dem kleinften Empfänger, 
zu bändigenden Sender ftieg auf das Vielfache. 


Die Trennfchärfe kein Problem mehr. 


Man muß es in erfter Linie der unermüdlichen Kleinarbeit an 
den Einzelteilen in unferen Empfängern danken, wenn heute jede 
gewünfchte Trennfchärfe erreicht werden kann. Jedegewünfdete. 
— Nicht immer nämlich, ja fehr felten fogar liegt alles Heil in der 
größten Trennfchärfe. Die Zeiten find endgültig vorbei, da fich 
die Propaganda für einen neuen Empfänger vor allem auf die 
Berühmung feiner Trennfchärfe ftützte. Trennfchärfe — wie übri- 
gens auch Empfindlichkeit — bedeuten heute Selbftverftändlich- 
keiten, die man von jedem Empfänger je nach deflen Klafle in 
einem beflimmten Grad verlangen kann. Selbfi Klein-Empfänger 
laflen hier kaum nodı einen Wunfc offen. 

Es tauchte nur fehr bald die [’rage auf, wie weit die Irenn- 
fchärfefteigerung anderen Faktoren des Impfangs abträglich ift; 
und mit der Beantwortung diefer Frage ergab fich eine Auffpal- 
tung des Problems Trennfichärfe: Denn wir lernten, daß es nicht 
auf Trennfchärfe fchlechthin, fondern auf eine Trennfcärfe an- 


- komme, die die Klangqualität nicht beeinflußt, befler gefagt: mög- 


lichft wenig beeinflußt. Die Kleinempfänger können heute auf die 
Klangqualität, von der Trennfchärfe her gefehen, noch wenig 
Rücklicht nehmen. Das aus Gründen des Preifes. Bei größeren 
Geräten aber hatte man bereits Erfolg mit dem Verfuc, die ver- 
langte außerordentliche Trennfchärfe, die an fich eine Befchuei- 
dung der hohen Töne und damit eine Verminderung der Klang- 
qualität mit fich bringen mußte, zu vereinigen mit möglichft hoher 
Klangqualität. Der Weg zum Erfolg führte über das Bandlfilter, 
die berühmte Spulenanordnung befonderer Art. 

Auch hierbei wollte man aber nicht fiehen bleiben, da man fich 
klar wurde, daß ohne Zweifel der befte Klang nur bei verringer- 
ter Irennfchärfe erreicht werden kann. Wer aber mochte es wa- 
gen, die einmal eroberte Trennfdhärfe wieder preiszugeben? — 
Zwei Lager fianden fidı gegenüber: Im einen fanden fidh die- 
jenigen, die ihrer Leidenfchaft als Stationsjäger treu geblieben 
waren, im andern Lager ftanden diejenigen, weldhe nadı dem 
fportlichen Interefle am Rundfunkhören das mufikaliiche entdeckt 
hatten. Ihr Lager wurde fehr verftärkt durch die zahllofen neu- 
gewonnenen Rundfunkhörer, welche erfi geworben werden konn- 
ten, als die mufikalifche Frage des vielfeitigen Problems Rund- 
funkempfang einigermaßen befriedigend gelöft worden war, und 
zwar gelöft worden war von der Senderfeite her fowohl wie von 
der Empfängerfeite. 

Wie es beiden Teilen redıt machen? — Man fetzt heute in die 
Empfänger, foweit es der Preis zuläßt, eine Linrichtung, die nach 



































| = SR 4} | 
-g EEE EEE OR IE EEE TS ET EEE EI EIN IE NISAES 
SER a Mes —elaethn | == { ii t 74H 
Jo R77} 0 90 200 #00 600 ' 800 1000 2000 4000 - 6000 8000 10000 Hz 
40 60 80 %0 300 500 700 900 3000 35000 7000 9000 


Die Trequenzkurve eines modernen Verfiärkers. der „Goldenen Kehle“ 

nämlich, die für den Selbfthau in der TUNKSCHÄU vor einiger Zeit be- 

fchrieben wurde. Sie ift nicht geradlinig, fondern bei den tiefen und 
hohen Tönen angehoben. 


340 


Wunfch hohe Trennfdhärfe oder hohe Klangqualität einzuftellen 
gefiattet. Diefe Einrichtung heißt bekanntlich Bandbreitewähler. 
Sie wird mit Sicherheit, wie jede Bereicterung des Rundfunkge- 
rätes bisher, von den höheren Empfängerklaflen den Weg finden 
zu den einfacheren Klaflen. 

Damit find wir fcdhon mitten in der Erörterung des dritten Teil- 
problems: Der Klangqualität. 


Die Klangqualität läßt fich immer noch fteigern. 


Wir {fprachen fhon davon, daß im Laufe der Jahre aucı die- 
jenigen Bevölkerungskreife für den Rundfunk erfchloffen wurden, 
denen an einer Vielzahl von Stationen weniger lag, als an un- 
verfälfehtem Klang. Und je mehr man ihren Wünfchen entgegen- 
kommen konnte, defto fchneller wuchs wiederum ihre Zahl. Der 
Name ‚„Rundfunkgerät“ verlor den Beigefchmack von „Geräufc- 
kifte“, der ihm anfangs von mufikalifdı anfpruchsvollen Leuten 
beigelegt wurde. 

Gute Wiedergabequalität beim Ortsempfang war verhältnis- 
mäßig früh erreicht, gleiche Qualität beim T'ernempfang erft fehr 
viel fpäter und hier in bis jetzt letzter Steigerung nur unter Zu- 
hilfenahme des fchon erwähnten Bandbreitewählers. Seit zwei 
Jahren etwa wird beim Rundfunkempfänger größtes Augenmerk 
auf die Steigerung der Klanggüte gelegt, feit eben diefer Zeit 
finden wir in der Empfänger-Propaganda nachdrüclichfie Hin- 
weife auf guten Klang. Was heute nur teuerfte Geräte erreichen, 
müflen und werden fpäter aud. billigere Geräte erzielen; eine 
oberfte Grenze für die endlich mögliche Klanggüte läßt fidı vor- 
läufig kaum angeben. 

Sprunghaft kamen wir in den letzten Jahren zu immer größe- 
ren Ausgangsleifiungen, Vorbedingung für unverzerrte Wieder- 
gabe. War es früher eine Endröhre RE 134, die als „das höchfte 
der Gefühle“ galt, fo find wir heute bei Gegentaktftufen ange- 
langt, in denen jede einzelne Röhre ein Vielfaches der altehr- 
würdigen 134 leiftet. Und ebenfo ging es mit dem Lautfprecher. 
Der Magnetifche, felbft in feiner einft fo hochgefchätzten I’orm 
des Freifchwingers, wird in kurzer Zeit reftlos durch den Dynami- 
{chen verdrängt fein. Auch von der Seite des Gehäufebaus wird 
dem Empfängerkonftrukteur die Hilfe in reichftem Maße zu- 
ftrömen, die er braucht, um die immer mehr fteigenden Anfprüche 
an Klangqualität zu befriedigen. Mit der heute in Spitzengeräten 
erreichten Klanggüte beginnt der Rundfunkempfänger endgültig 
diejenigen Kreife für fich zu erobern, welche bisher im Rundfunk 
nur ein Nachrichten- und Informationsmittel fahen, feine mufıka- 
lifchen Leiftungen aber keinesfalls anerkennen wollten. 

Bei Menfchen diefer Kreife handelt es fich ausgefprochen audı 
um folche, die zu tedhnifichen Dingen kaum das geringfte Ver- 
hältnis haben, denen jede nur einigermaßen fachgemäße Bedie- 
nung einer Mafchine fhier unüberwindliche Schwierigkeiten be- 
reitet. Es ift felbftverftändlich, daß folhe Menfchen mit den Emp- 
fängern vor 10 Jahren und ihren zahllofen Knöpfen und Drähten 
nichts zu tun haben wollten. Für fie müßte der Rundfunkempfän- 
ger etwa fo zu’ bedienen fein, wie der Fernfprecer. Ihren Bedürf- 
niflen entgegenzukommen verlangt einen außerordentlichen Auf- 
wand an technifchem Scharffinn, einen Aufwand, der natürlich 
auch bezahlt werden will. 


Allerleichtefte Bedienung das nächfte Ziel. 


Man wird jeden Rundfunkfachmann zur Raferei bringen kön- 
nen, wenn man behauptet, daß der heutige Durchfchnittsempfän- 
ger an der Grenze defien ftehe, was eine Vielzahl von Rundfunk- 
hörern an Bedienungs-,,Schwierigkeiten“ gerade noch in Kauf zu 
nehmen gewillt fei. Und doc ift es fo: Jeder Knopf mehr be- 
deutet ein Problem, an dem der Kauf des damit ausgerüfteten 
Empfängers fcheitern oder durch das die Empfangsleiftung in 
Frage geftellt werden kann. Um folche Tatfachen kommen wir 
nicht herum. 

Damit ift felbftredend keine funkelnagelneue Erkenntnis aus- 
gefprochen — im Gegenteil. Schon fehr bald nadı Beginn der 
eigentlichen Empfängerentwiclung befann man fich auf alle Mög- 
lichkeiten der Bedienungsvereinfachung. Es muß nur wieder ein- 
mal gefagt werden, daß trotz allem bisher Erreichten — und es 
“ wahrhaftig ganz erftaunlich viel — nodı reichlidı zu tun übrig 

leibt. 

Die wahlweife Einftellung des Bandbreitewählers z. B. wird 
manchem untecdhnifhen Gemüt ewig ein Rätfel bleiben; fo darf 
es nicht verwundern, daß man bereits heute automatifche Band- 
breite-Einftellung kennt, ebenfo wie man vom handbedienten 
Kradhtöter fehr fchnell zum automatifchen hinüberfand. Die Ska- 
len fcheinen nodı immer zu klein und manchmal noch zu unüber- 
fichtlidı. Man kann fie allerdings jetzt vielfach fo drehen, daß fie 
in jeder Augenhöhe bequem abzulefen find, und das bedeutet 
wieder einen großen Schritt vorwärts auf dem Weg zur Bedie- 
nungserleichterung. 

Wie fehr das Publikum auf alles, was Bedienungsvereinfadhung 
heißt, anfpricht, mag man erkennen an dem einen Beifpiel des 
Empfängers mit Wählfcheibe: Von diefem deutichen Empfänger 
des vergangenen Jahres, der alfo auf eine Skala mit Drehknopf 
verzichtet, wurde eine überrafchend große Zahl abgefetzt. Wohin 


Die notwendige bohe Empfindlichkeit madıte 
den Einfatz hochwertiger Trimmer notwen- 
dig, die unabhängig von Zeit und äußeren 
Einflüflfen ihre elektrifchen Werte genau bei« 
behalten. Unfer Bild zeigt einen Trimmer 
aus einem Gerät diefer Saifon. 
Werkaufnahme Philips. 








man kam und über Rundfunk fprach — diefer Empfänger war 
bekannt und beanfprudhte das größte Interefle. 

Über eines freilich muß man fidh klar fein: In der Bedienungs- 
vereinfachung gibt es Grenzen, über die man nie hinausgelangen 
wird. Irgend etwas muß der Hörer ja fhließlich noch wollen und 
diefen Willen muß er durch eine Handlung am Empfänger in die 
Tat umfetzen. Es follen zwar fchon Empfänger gebaut worden 
fein, denen man nur den Namen der gewünifchten Station zuzu- 
rufen brauchte, um fie fofort im Lautfprecher zu hören; aber 
dabei handelt es fih um leere Spielereien; find fie audı technifch 
zu verwirklichen, fo ftempeln fie den ficdı ihrer bedienenden Men- 
fchen doch recıt eigentlich zum Trottel. Und für diefes Ergebnis 
dürfie fowohl der geiftige wie der materielle Aufwand zu fchade fein. 


Störfreiheit, das Ziel der Zukunft. 


Mit der Empfindlichkeit find wir am Ende, mit der Trennfchärfe 
desgleichen, mit der Klangqualität find wir bereits ziemlich weit, 
mit der Bedienungsvereinfachung mitten drin in einer ausfichts- 
reichen Weiterentwicklung — mit der Störfreiheit jedoch fichen 
wir faft noch da, wo wir am Beginn. der-Rundfunktecnik ftanden. 
Ja, in gewiffler Hinficht mußten wir fogar von dem damals fchon 
befetzten Gelände preisgeben: In den etwa 15 Jahren nämlich, 
da fich der Rundfunk entwickelte, entwickelte fih audı die Elektro- 
technik ganz allgemein rafend vorwärts, fie fand vor allem — 
und das ift entfcheidend — Eingang in unfer Heim. Sie hilft uns 
heute bei der Hausarbeit, indem fie Staubfauger und küchenwirt- 
fchaftliche Geräte, Kühlfchränke ufw. betreibt, fie ftellt ihre Dienfte 
zur Verfügung bei der Behandlung von Krankheiten — Beftrah- 
lungsgeräte, Heizkifflen —, fie fpendet Licht bis in die letzien 
Winkel, die ehedem noch völlig der Dunkelheit anheimgegeben 
waren. Zahllofe Quellen für Rundfunkftörungen haben wir mit 
diefer Elektrifizierung in unferem Heim gelegt: Motoren, Lidht- 
fchalter, Wärmeregler und andere funkende oder firahlende Ein- 
richtungen. Ohne Zweifel waren die Störungen noch vor 10 Jahren 
nur einen Bruchteil fo häufig und fo heftig wie heute. Die allfeits 
geforderte Entftörung dringt nur langfam durdı und indeflen 
werden immer noch fabrikneue Geräte auf den Markt geworfen, 
die keinen Rundfunk-Störfchutz aufweifen. 

Hier liegt ein fehr beachtliher Hinderungsgrund für die Aus- 
breitung des Rundfunks. Die fchon erwähnte Entftörung an Ort 
und Stelle der Störungsurfache, ebenfo die Verftärkung der Sen- 
der haben ficherlih erhebliches geleiftet im Kampf gegen die 
Störungen. Aber die bequemfte und laienmäßig einleuchtendite 
Form der Störbefreiung, die am Empfänger felbft, gelang bisher 
trotz aller Verfuche noch fo gut wie gar nicht. Man hat fich noch 
nicht einmal redıt die Mühe gemacht, die merkwürdigen Fälle zu 
unterfudhen, in denen beftimmte Gerätetypen eindeutig ftörungs- 
ärmer arbeiteten als andere. Zwar weiß man, daß gewifle Schal- 
tungen, vor allem die empfindlicheren Schaltungen, auf Störun- 
gen hefliger reagieren als andere. Man kennt die Antenne mit 
abgefchirmter Ableitung — aber damit ift die Wiflenfchaft audı 
beinahe fdıon zu Ende. 

Freilich wäre es ungerechtfertigt, alle Hoffnungen auf empfän- 
gerfeitige Linderung der Störungen fahren zu laflen. Durd fytte- 
matifches Vorgehen muß ficdh hier unferer Überzeugung nadı fogar 
noch ziemlich viel erreichen laflen. 

Man wird um die Löfung diefer Aufgabe in der Zukunft nicht 
herumkommen. Denn als Gewinn dürften wir eine weitere fehr 
bedeutende Steigerung der Rundfunkhörerzahl erwarten, ganz 
abgefehen von dem ideellen Wert, der in der vieltaufendfachen 
Freude zum Ausdruck kommen würde, mit der die Rundfunk- 
hörer, nun endlich befreit von den mißtönenden Geräufchen, 
ihrem Lautfprecher zuhören könnten. Hier ift noch das meifte zu 
tun, denn hier hat man — wenn aud nicht am wenigften gearbei- 
tet, fo doch, gemeflen an der zurückzulegenden Wegfirecke, am 
wenigfien erreicht. Wacker. 







Seit einigen Jahren bemüht man fich allenthalben fehr, der 
Hochantenne wieder zu dem Anfehen zu verhelfen, das ihr ge- 
bührt, und jedem, der es wiflen will, die Bedeutung und Wichtig- 
keit einer guten Antennenanlage klarzumacen. Leider wirken 
ja immer noch die vor Jahren ausgegebenen Empfänger-Werbc- 
blätter nadı, in denen behauptet wurde, ein gutes Gerät brauche 
keine Hochantenne, es erlaube, an wenigen Metern Draht oder 
am Lichtnetz allein einen hinreichenden Empfang zu erzielen. Son- 
derbar muß es dabei anmuten, daß nun diefer Aufklärungsarbeit 
auch auf der jetzigen Funkausftellung wieder Hindernifle in den 
Weg gelegt werden: Beachtlih viele Empfänger-Werbeblätter 
preifen die eingebaute Lichtantenne, die doch ausfchließlidı einen 
Notbehelf darfiellt, als befonderen Vorzug ihrer Geräte. Im- 
merhin — die Erfolge, die inzwifchen mit der Aufklärungsarbeit 
zugunften der Hochantenne erzielt wurden, haben zahlreiche Fir- 
men veranlaßt, mannigfaltige Antennengebilde herzuftellen, Ge- 
bilde, die alle befonders wirkfam fein follen. Neben den fcdıon auf 
früheren Rundfunkausfiellungen mit Antennen vertretenen Fir- 
men wie z. B. Schniewindt, Heliogen, Wilhelm Sihn, Sandvoß und 
Telefunken finden wir diesmal auch eine Reihe weiterer Firmen. 
Kathrein, der fcdıon feit vielen Jahren durdı feine vorzüglichen 
Antennenbauteile bekannt ift, hat diesmal merkwürdigerweife 
nidıt ausgeftellt. 


An fertigen Antennen findet man Stah- und Kurzantennen. 


Daß nur diefe beiden Antennenformen vertreten find, hat im 
wefentlichen folgende Gründe: 1. Heute ift noch faft allgemein 
die unrichtige Überzeugung verbreitet, die fenkredite Ausdeh- 
nung des (nidıt gefchirmten) Luftleiterteiles fei für die Antennen- 
wirkfamkeit bedeutend wichtiger als die waagercechte. 2. Stab- und 
Kurzantennen können gebraudhsfertig geliefert werden. 3. Die für 
Kurzantennen faft unbegrenzten Geftaltungsmöglichkeiten bieten 
der technifdhen und werbemäßigen Phantafie ein weites Betäti- 
gungsfeld. 

An einigen der ausgeftellten Antennenformen und nodı mehr 
an den zugehörigen Befchreibungen merkt man deutlich die Ein- 
flüffe der über die Antennenwirkfamkeit und über die Antennen- 
berechnung erfchienenen FUNKSCHAU-Auffätze!). An anderen 
Antennenformen erkennt man die nocdı vielfach herrfchende Un- 
klarheit über die für die Wirkfamkeit der Antennen maßgeben- 
den Werte. So wird z. B. die körnige Befchaffenheit der. Luftleiter- 
Oberfläche als von großem Einfluß auf die Antennenkapazität 
hingefiellt und bei einer anderen Antenne fogar gefagt, die Ein- 
zeldrähte eines Metallgeflechtes ergäben eine wefentlidı höbere 
Aufnahmewirkung als ein gleichdidies Metallrohr. 

Merkwürdigerweife wird von zwei Firmen die Anficht vertre- 
ten, es fei nötig, dem freien Teil des Luftleiters eine beftimmte 
Induktivität zu geben, um dadurch die Wirkfamkeit beträchtlich 
zu erhöhen. Die fraglichen Induktivitätswerte find allerdings, wie 
das aus den Abmeflungen der diesbezüglichen Antennengebilde 
hervorgeht, außerordentlich klein. M. E. kann die künftliche In- 
duktivitätserhöhung an einer Stab- oder Kurzantenne im allge- 
meinen kaum verbeflernd wirken. Demgemäß habe ich von den 
einfchlägigen Firmen vergleichbare Meßwerte angefordert, die bis 
heute aber leider nicht eingetroffen find. 


Die einzelnen Ausführungsformen. 


Einen außerordentlich guten Eindruck machen die Siemens- 
und lelefunken-Stahlrohrantennen. Das Stahlrohr ift nach oben 
hin abgefetzt, fo daß es befonders günftige Fefiigkeitseigenfchaften 
aufweift. Die MHolierung zwifchen dem Antennenrohr und dem 
Tragrohr ift derart angeordnet, daß der ifolierende Werkftoff 
lediglich auf Druck beanfprudit wird. Preis der Antenne mit lfo- 
lation und 2 m langem Tragrohr RM. 29.—; Gewidıt 7,5 kg. 

Die neuen Schniewindt-Antennen, von denen Sdiniewindt fon- 
derbarer Weife gleich mehrere Ausführungen herausbringt, find 
unter Verwendung eines Bambusftabes aufgebaut. Diefer trägt an 
feinem oberen Ende einen Metallteil, der als zweiteilige waage- 
rechte Strebe, als waageredtter Kreis oder in Form von vier 
{chräg nadcı oben greifenden Armen ausgeftaltet ift. Zwifchen die- 
fem Mectallteill und dem am unteren Ende befindlichen Kabel- 
Endverfchluß find Niroftadrähte gefpannt. 

Die Dege-Mehrftiabantenne wird aus einem Stabhalter und 
mehreren Antennenftäben gebildet. Diefe fhrägen Stäbe können 
je nach Bedarf zu dreien, vieren oder mehr angeordnet werden, 
wodurdı es möglich ift, die Antennenkapazität zu erhöhen. Die 


1) Siehe Heft 22 u. 24 FUNKSCHAU 1936. 


EESENETERINNEN 





Eine der verfhiedenen Aus- 
führungen der Schniewindt- 
Antennen. Werkaufnahme. 


SORSOKNDENIEINTN SER EENEONEUISLTEETZERT SERONIEN 
EEE EEE NENNEN 


SS 
Ss 


SERTOREWISENEETLDELSIUSTEESENELIRERNT 


NEESININNIOTINERONOTONENÖNENSENISONOSENE NINE 


ARORDEORDCNTINCNENNONEISENSOEINISII 


Die Dege - Mehrftab - Antenne 

wird aus einem Stabhalter und 

mehreren Antennenftäben ge- 
bildet. Werkzeichnung. 





N 






se MBESeennnseneeeeege Biss ee 


Links: Die Novali - Antenne 

benutzt eine mit Metalldraht- 

geflecht überzogene Baınbus- 
ftange. Werkzeichnung. 





Links: 

Die Siemens- und Telefunken-Antenne. Bei ihr ift 

befonders auf die Windfeftigkeit Rückficht genommen. 
Werkaufnahme. 





in der Preislifte angegebenen Zahlen find jedoch irreführend. 
Dort wird die Oberfläche der Stäbe als Maß für die Wirkfamkeit 
genannt. Tatfäcdlich aber erreiht man durch Verdopplung der 
Stabzahl keine Verdopplung der Kapazität. Wie es hier mit der 
Windfeftigkeit fteht, müflen Verfuche enticheiden. 

Die Detex-Zepter-Antenne zeigt einen eigenartigen Aufbau. 
An Stelle einer Bambusfiange wird hier ein profiliertes Rohr aus 
Ifoliermafle benützt. Der Luftleiter felbft ift fpiralig auf diefes 
Rohr aufgefpritzt. Die fpiralige Anordnung des Metalls bewirkt 
eine Induktivitätserhöhung, was eine Steigerung der Wirkfamkeit 
zur F'oolge haben foll. Ein mit Antennenlitze umwickeltes Bambus- 
rohr dürfte jedoch fo ziemlich die gleiche Wirkfamkeit befitzen 
und zwar felbft dann, wenn die Induktivitätserhöhung — entgegen 
unferer Anfıht — einen Wert haben würde. Die untere Befetti- 
gung der Zepterantenne auf dem Tragmaft ift m. E. zu fCıwadı 
bemeflen. 

Die Sandvoß-Antenne, die wir fchon von der vorherigen Aus- 
ftellung kennen, ift recht gut durchgebildet. Sie zeichnet fich vor 
allem durch ein außerordentlicdı geringes Gewicht aus. Preis ein- 
chließlih Antennenübertrager RM. 25.—. Die Wifi-Kurzantenne 
(RM. 18.—) weift einen Holzträger auf, der zwei Bakelit-Sterne 
trägt. Auf diefen find 12,5 m eines 8 mm breiten Metallbandes 
untergebradht, was allerdings — nadı dem Antennenberechnungs- 


342 


auffatz der FUNKSCHAU — lange nicht einer gleich hoch ange- 
ordneten 12,5 m langen Antenne entfprictt. Der Wifi-Antenne 
ähnlich ift die Hirfchmann-,,Steilkreis“-Antenne. Eine folide Ar- 
beit, wie alle Hirfdamann-Erzeugnifle. Merkwürdig mutet hier — 
genau wie bei der vorher befprochenen Antenne — an, daß der 
Antennenleiter — ein nichtroftendes Stahlband — auf lfolierteilen 
befeftigt ift und fo eine vergrößerte Induktivität aufweift (daher 
wohl der Name ‚Steilkreis“?). Die einfache Antenne koftet 
RM. 17.—, die Doppel-Antenne RM. 27.50. 

Unter dem Namen ‚‚Novali-Metallbambus-Antenne“ wird eine 
mit Metalldrahtgeflecıt überzogene Bambusftange gezeigt. Dem 
Drahtgeflecıtt wird eine befonders hohe Kapazität nachgefagt. 
Aus dem demnädft im Verlag der FUNKSCHAU erfcheinenden 
Antennenbudı kann man jedoch erfehen, daß eine mit Draht bei 
einer Steigung von 5 bis 10 cm umwickelte Bambusftange nidıt 
wefentlich weniger Kapazität hat. Ein Preisvergleich ift fchwer 
durchzuführen, da diefe Antenne nur im Rahmen eines Bau- 
kaflens mit allen Einzelteilen und dem Abfchirmkabel abgegeben 
wird. 

Schließlich ift noch die in diefem Jahr vergrößerte und verbef- 
ferte Schirmantenne zu erwähnen, die tatfächlich mit dem Gerippe 
eines Regenidiirmes große Ähnlichkeit hat. Diefe Antenne befteht 
aus einem Tragfiock mit Bakelit-Rofetten, verzinnten Eifendraht- 
Stäben und Aluminiumlitze. Der Schirm läßt fich wie ein Regen- 
{dıirm zufanımenklappen. 

Alles in allem ein Formenreichtum, der nur zum Teil technifch 
bedingt ift. 


Und — eine fahrbare Antenne. 


Während man auf der einen Seite alles daran fetzt, der Hoch- 
antenne zum Wohle der Rundfunkhörer wieder den ihr gebühren- 
den Platz zu fichern, wurde auf der Funkausfiellung auch ein 
Radiotifchchen gezeigt, in deflen Rückwand eine Rahmenantenne 
eingebaut ift. Das Tifchchen enthält eine Abftimmungsmöglichkeit 
für den Rahmen, wodurc es gelingt, die geringe Rahmenfpan- 
nung in vielen Fällen nennenswert zu fteigern. Mitunter kann 
man unter Verwendung der Rahmen-Richtwirkung eine gewifle 
Verminderung der Störungen erzielen. Somit dürfte die fahrbare 
Antenne mandıer anderen Innenantenne vorzuziehen fein. Ob 
man allerdings die für jeden Sender andere Abftimmung des 
Rahmens und die den Störungen entfprechende Drehung des 1i- 
{ches in Kauf nehmen will, ift eine Frage. 


Ein Tifchchen, das zur Aufftellung 

des Rundiunk-Empfängers gedacht 

ift und zugleich in der Rückwand 

eine Rahmen - Antenne eingebaut 
hat. Werkaufnahme. 


isalierter Träger 












Spritz-Melall 
-—_ spiralförmiger Verlauf 





«Kontakte angescritzt 


Bei diefer Stab-Antenne ift der Luft- 
leiter fpiralig auf ein profiliertes Rohr 
aus Ifoliermaterial gefpritzt. 
Werkzeichnung Detex. 


W/ Täger-Prolil 


Zubehörteile. 


Als wichtigftes ift da der Blitzfchutz in Betracht zu ziehen. 
Grundfätzlidı Neues bringt die Ausftellung nicht. Trotzdem zeigt 
fih etwas Bedeutfames: Der Erdungsfchalter, der auch in dem 
neueften Entwurfe der VDE-Antennenvorfchriften als unbedingt 
notwendig gefordert wird, ift ganz in den Hintergrund getreten. 
Die Praxis ging über den Erdungsfchalter hinweg und verwendet 
heute faft durchwegs den felbfttätigen Blitzfchutz, der in wirklich 
vertrauenerweckenden Ausführungen von vielen Fabriken gezeigt 
wird. 

Audh von den übrigen Zubehörteilen ift nichts wefentliches zu 
berichten, wenn man von den gefchirmten Leitungen, den Über- 
tragern und den Antennenverftärkern abfieht, die wir gefondert 
befprechen wollen. F. Bergtold. 





Ladegleichrichter für 2-Volt-Akkus 


Nachdem kürzlih auch durch die Veröffentlihung des Wander- 
fuper !) der Verbreitung des 2-Volt-Akku zur Heizung von K- 
Röhren, insbefondere für Koffer-Empfänger, ein Anftoß gegeben 
wurde, wird den Baftler intereflieren, daß nunmehr auch kleine, 
handliche Ladegleichrichter für 2- 
Volt-Akkus in den Handel gekom- 
men find. Selbfiverftändlich find 
ciiefe mit Kontakt-Gleichrichter aus- 
gerüftet, fo daß fie fich nicht ab- 
nutzen und keiner Wartung be- 
dürfen. Bei der kleinen Heizbat- 
terie des Wander-Super wird aller- 
dings fehr darauf zu achten fein, 
daß nicht mit 1,2 Amp., fondern 
höchftens mit 0,5 Amp. geladen 
wird. Wir werden daher zweck- 
mäßig einen regelbaren Heizwider- 
ftand und ein Amperemeter zwi- 
fchen Gleichrichter und Akku fchal- 
ien und damit den Ladeftrom auf 
knapp 0,5 Amp. einregeln. Auf die 
Dauer wird man dann natürlich 
den Regelwiderftand durch einen 
kleinen Feftwiderftand erfetzen. 





Der Ladegleichrichter ift klein und 
leicht und kann daher überall an- 
gebradıt werden. 
(Werkphoto Kuhnke.) 


Schraube mit neuartigem Kopf 


Aus Amerika hören wir von einer neuartigen Schraube. Ihr 
Kopt trägt keinen über die ganze Fläche laufenden Einfcnitt, 
fondern eine kreuzförmige Einkerbung von ungefähr dreimal 
größerer Tiefe. Die Schraube läßt fidh mit einem gewöhnlichen 
Schraubenzieher bewegen. Die Herftellerfirma liefert jedoch Spe- 
zial-Schraubenzieher in verfchiedener Größe dazu, die den Ein- 
fchnitt genau ausfüllen und fo ein ficheres Eindrehen oder Löfen 
derartiger Schrauben mit einer Hand ermöglichen. Fin befon- 
derer Vorteil befteht darin, daß der eingefteckte Schraubenzicher 





1) Siehe TUNKSCHAU Nr. 35, 36 und 37. 


Einige Schrauben mit der kreuzför- 
migen Einkerbung. Selbftverftändlich 
gibt es Schrauben diefer Art audı 
als Holzfchrauben mit den üblichen 
Kopfformen. Ardiivbild. 





nicht von der Schraube gleiten oder den Rand der Kerbung in 
der bekannten Weife aufreißen kann. 


Eine Metallichraube, die auf Gewindelchneiden verzichtet 


Beim Aufbau von Empfängern verwendet man heute zumeift 
ein Aluminium-Chaflis und befeftigt darauf die Einzelteile mit 
Hilfe gewöhnlicher Metallfchrauben und Muttern. Der Arbeit Ge- 
winde zu fchneiden weicht man mit Vorliebe aus, felbft wenn man 
Gewindebohrer zur Verfügung hat. 


Eine der Schrauben mit 
fharfkantigem Gewinde. 
Ardhivbild. 





Es gibt feit einiger Zeit eine Schraube im Handel, die ohne 
Mutter und ohne Gewinde Einzelteile auf Metall befefiigen läßt. 
Es handelt fich um eine gehärtete Metallfchraube ohne Mutter 
(Z-Schraube), die infolge ihres fcharfkantigen Gewindeverlaufes 
wie eine Hlolzfchraube eingedreht werden kann. In ein geftanztes 
oder vorgebohrtes Loch eingefchraubt, hält fie ftärkften Erfchütte- 
rungen fiand, kann aber beliebig oft gelöft werden. Es ift dabei 
gleichgültig, in welches Material (Metall, Hartgummi, Pertinax, 
Holz u.ä.) die Schraube eingedreht wird, vorausgefetzt, daß ein 
genügend tiefer Gewindegang entftehen kann. D—d. 


Name und Anfchrift der Herftelleriirmen teilt auf Anfrage die 
Schriftleitung gegen Rückporto gerne mit. 





Gutes 


II. Werkzeugtechnik 


Was ıft an Werkzeug nötig und 
wie arbeiten wir? 


Außer den Lötgeräten, die wir 
das letzte Mal befprachen, find 
zum Bafieln noch Werkzeuge nö- 
tig. Denn alle die Bleche, Schalt- 
drähte und andere Dinge, die 
wir löten wollen, müflen ja erft 
einmal vorgerichtet werden. Zur Bearbeitung des Bleches ift vor 
allem eine einfahe Blehfchere oder befler eine Winkel- 
blehfcdhere nötig. Dann brauchen wir Feilen verfdiedenen 
Hiebs, nämlich Grob- und Schlidıtfeilen. Zum Einfpannen können 
Feilkloben natürlich von großem Wert fein. Schraubfiöke brauchen 
wir auf jeden Fall. Wir wählen unbedingt Parallelfhraub- 
ftöcke. Für größere Arbeiten (Blechbearbeitungen etc.) find zwei 
Stück nötig. Zwei längere Stücke Winkeleifen erleichtern uns 
die Arbeit außerordentlich. Das Bledı wird ausgemeflen, mit 
einer Reißnadel vorgezeichnet und die Maßlinien an einem 
biegfamen Meterftab mit Hilfe der Reißnadel angeritzt. So vor- 
gearbeitet, wird das Blech in die Schraubftöcke mittels der Winkel- 
eifen eingefpannt. Dann nehmen wir einen Holzhammer und 
klopfen das Bledı in die richtige Lage. Es kann fich empfehlen, 
bei größeren Stücken zuerft mit den Händen vorzubiegen. Auf 
diefe Weife wird ein Chaflis bald gebogen fein. Mit Hilfe eines 
Fifenwinkels und des Maßftabs erfolgt dann die maßgerechte 
Einteilung des Chaflis nach einem genau feftliegenden Plan. Durdh 
Aufftellen der Einzelteile wird der Platz richtig eingeteilt, mit der 
Reißnadel die fpäteren Bohrungen angezeichnet, die dann mit 
einem guten Körner und einem leichten Hammer eindeutig 
zu markieren find. Nun tritt die Shublehre in ihr Redıt. Die 





Eine Kombinationszange, wie fie der Baftler 
gut gebrauchen kann. 


notwendigen Lochdurchmefler werden ermittelt und fofort mit 
einem nidıt zu weichen Bleiflift neben die Körnung auf das Chaffıs 
gefchrieben. Nun nehmen wir unfere Bohrmafcdine. Hier emp- 
fiehit fidh die Anfchaffung eines guten Gerätes mit zwei ver- 
fhiedenen Überfetzungen. Der fdhnelle Antrieb wird dann für die 
kleinen Bohrer verwendet, der große Antrieb für die großen 
Bohrer, etwa über 6 mm. Dies hat den Zweck, daß das Bohrloc 
bei Verwendung großer Bohrer nicht ausreißt. Ift in der Bohr- 
mafchine eine Waflerwaage eingebaut, fo ift das natürlich nur 


von Vorteil. 
| Ug:: -6V | 





Eine bisher von 












Wohlgeordnet auf einem Brett hat man jedes Werkzeug fdınell zur lland. 





keiner 
Steilheit von 9,5mA/V besitzt die neue 


343 


Erfolg 





Nun wählen wir für die Boh- 
rung der Chaflislöcher einen Boh- 
rer mit 0,2 bis 0,5 mm größerem 
Durchmefler und bohren damit 
alle vorhandenen Löcher gleicher 
Größe. Um für alle Fälle gerüftet 
zu fein, befchaffen wir uns einen 
möglichft vollftändigen Spiral- 
bohrerfatz, deflen fiärkfter 
Bohrer von dem Spannvermögen 
des Bohrkopfes beftimmt ift. Da- 
mit fich der Bohrer nicht feftläuft, befchaffen wir uns ein kleines 
Ölkänncden, das wir mit dünnflüfligem und harzfreiem Öl 
füllen. Die Bohrftelle wird mit dem Öl ftets feucht gehalten. Bei 
Bohrungen in Eifen muß aber Seifenwafler genommen werden. 
Später, wenn alle Bohrungen gefertigt find, fpannen wir entweder 
einen größeren Bohrer oder (bei fehr weichen Materialien) einen 
Krauskopf ein. Damit wird der ‚Grat‘ abgenommen. 

Bei der folgenden Montage der einzelnen Teile benötigen wir 
den Shraubenzieher. Dabei merken wir uns von vorneher- 
ein, daß die Klinge des Schraubenziehers fatt in dem Schrauben- 
fchlitz des Schraubenkopfes fitzen muß. Deswegen verbietet es 
fich, daß ein zu großer Schraubenzieher für eine kleine Schraube 
und ein zu kleiner Schraubenzieher für eine große Schraube Ver- 
wendung findet. Wir brauchen alfo einen ganzen Schraubenzieher- 


fatz; angefangen vom kleinen Uhrmacherfchraubenzieher mit 


1-mm-Klinge bis zum großen Schraubenzieher mit einer 5—6 mm 
breiten Klinge. Ein Satz Shlüffelfeilen empfiehlt fih eben- 
falls zur Anfchaffung. Wir brauchen diefe Feilen zum Ausfeilen 
und Korrigieren von Löchern, Ausfchnitten und Zurichten von 
Einzelteilen ufw. 

Sind die Einzelteile alle montiert, fämtliche Budhfen eingelaf- 
fen, fo beginnt die Verdrahtung. Hierzu find Zangen nötig. Zu- 





eine 


Oben: Wieder Kombinationszange. 


Links: Eine Bohrmafchine mit zwei verfchie- 
denen Überfetzungen und Waflerwaage. 


nädhıft brauchen wir eine normale und eine fdhmale Flachzange. 
Line große Flachzange wird vor allem für Montagearbeiten er- 
wünfcht fein. Rundzangen verfcdiedener Größe (man kann 
auch mit einer auskommen) find zum Biegen von Öfen nötig. 
Schneidzangen, befler noch Schrägfchneider (Seiten- 
fcdhneider) brauden wir für allerlei Schneidarbeiten. Auch eine 
Schere und ein Kabelmeffer find für foldıe Arbeiten unent- 
behrlicı. Damit darf aber nur Ifolationsmaterial gefchnitten wer- 
den, fonft find diefe feinen Werkzeuge fofort verdorben und un- 
brauchbar. 





Rundfunkröhre erreichte 








ar 
E mÄ 
nn HOCHLEISTUNGS-ENDROÖHRE AL 4 
RATEN: Dos bedeutet eine mehr als 3fache Steigerung der Verstärkungs- 40 
U RS ENT möglichkeit in der Endstufe. Mit einer Gitterwechselspannung von - 
f a 3,6 Volt eff. läßt sich eine Sprechleistung von 4,3 Watt erzielen. 
| ca. 1,75 Amp, Dadurd ist eine einwandfreie Wiedergabe auch der lautstärksten 
f ; Musikstellen unbedingt gesichert. Diehohe Verstärkung dieserEnd- 
N. max = 9Watt röhre gestattetin jedem fall die Anwendung der verzerrungsarmen 
® und billigen Widerstandsankopplung. Ein vorgeschalteter Gitter- 
Un,mıx = 230Volt leichrichter (AF7) arbeitet im günstigsten Bereich der Richtkurve. 
Die AL4 besitzt gleiche Betriebsspannung u. gleichen Anodenstrom- 
U g.2 na = 250 Volt verbrcuch wie die Röhren RES 964, AL und AL2. Eine Auswechslung 
U Sg Val —L__ gegen dieseTypen istdahermitgeringem Aufwand leicht möglich. 
gl : Umbaumaßnahmen: Kathodenwiderstand ändern, Schutzwiderstand 
| — 3mA egen Ultrakurzschwingungen vorsehen, evtl. Drossel- oder Trans- 
® ormatorankopplung gegen Widerstandsankopplung auswechseln. # 
S ca. SO KOhm WEITERE TECHNISCHE AUSKONFTE ERTEILT GERN: ESBASEER 
R . 700 Oh Lr 
rs ET ELEFUNKEN G:M:B.H ZLll 
BERLIN SWITL HALLESCHES UFER 12 aueh) 





Nun gibt es natürlich eine Reihe von Arbeiten, die mit der 
Montage des Chaflis an und für fich nichts zu tun haben. Hierher 
gehört der Bau von Gehäufen und Einzelteilen ufw. Was wir noch 
benötigen, find deshalb vor allem einmal Sägen. Sehr praktifdı 
find die Spannbogenfägen mit auswechfelbaren Sägblättern. Um 
folche Sägen möglichft univerfal verwenden zu können, befchaf- 
fen wir uns Sägblätter mit feiner und gröberer Zahnung. Wir 
können auf diefe Weife Eifen-, Aluminium- und auch Holzarbei- 
ten mit demfelben Sägebogen durdıführen. Daneben braudıen 
wir aber noch eine Blatt- und eventuell noch eine Stichfäge. Die 
Blattfäge fichert für Holzarbeiten vor ullem eine gute Führung. 
Die Stichfäge findet dort Verwendung, wo man aus Holz Ausfpa- 
rungen herausfägt. Damit die Stichfäge angefetzt werden kann, 
wird ein möglichft großes Loch in die Holzplatte gebohrt. Ein 
Stechbeitel kann für Holzarbeiten braudıbare Dienfte leiften. 
Mit ihm laffen fih Ausfparungen herausftemmen. Einige Holz- 








Oben: Eine Spannbo- 
gen-Säge mit verfdie- 
denen auswechfelbaren 
Sägeblättern. Redi ts: 
Eine Blaitfäge für Holz 
und Ifoliermaterial. 





bohrer find ebenfalls vielbenötigte Werkzeuge. Weiter brauchen 
wir Gewinde-Schneidegeräte. Es find dies einmal die Ge- 
windebohrer für die hauptfächlichiten Gewindegrößen wie 3 und 
4 mm (metrifch), ferner Schneidkluppen für die gleichen Gewinde- 


Baltel-Briefkalten 


Höchlte Qualität auch im Briefkaltenverkehr letzt Ihre Unterftützung voraus: 
!. Rriefe zur Bsantwortung durch uns nicht an beltimmte Perlonen, londern einfach 
an die Schriftleitung adrellieren! 
2. Rückporto und SO Pfg. Unkoltenbeitrag beilegen! 
3. Anfragen numerieren und kurz und klar fallen! 
4, Gegebenenfalls Prinziplchema beilegen ! 
Alle Anfragen werden brieflich beantwortet, ein Teil davon hier abgedruckt. 
Ausarbeitung von Schaltungen, Drahtführungsikizzen oder Berechnungen unmöglich. 
















Die Schaltung des Vorkämpfers (Heft 34, 
FUNKSCHALU 1935, FUNKSCHAU-Bauplan 240) 
für Batterie gefällt mir fehr gut. Ich möchte 
fie gerne nachbaucen, aber an Stelle der vor- 
mu... gefehenen KK 2 eine in meinem Befitz be- 
findliche RE 074d verwenden. Was ändert fidı in diefem Falle an der Schaltung? 


Antw.: So einfach die Löfung ausfehen mag, die Mifchftufe mit einer 074d 
auszurüften, fo viel Schwierigkeiten bereitet die praktifche Ausführung. Abge- 
fehen davon, daß die Verftärkung diefer Röhre nur einen Bruchteil der der mo- 
dernen Mifchröhre KK2 beträgt, bringen die Kapazitäten zwifchen den einzelnen 
Elektroden für die gewählte hohe Zwifchenfrequenz von 1600 klHIz weiter hohe 
Verlufte und untragbare gegenfeitige Beeinfluflungen zwifchen Ofzillator-, Emp- 
fangs- und Zwifhenfrequenzwelle. Sie dürften deshalb mit diefer Röhre hier 
nidıt zurecht kommen. 


Die 07&d im Batterie - Vor- 
kämpfer nicht zu gebrauchen. 
(1308) 


Mein Wechfelftromempfänger zeigt beim Ab- 
ftimmen ein Netz-Brummen. Sobald während 
des Empfangs die Antenne abgefleckt oder 
die Skaleneinftellung verändert wird, hört 
das Brummgeräufch auf. Wie kann ich diefe 
Erfcheinung befeitigen? 

Antw.: Es handelt fich in Ihrem Falle um die bekannte, von der Gleich- 
richterröhre bzw. vom Netzteil hervorgerufene Modulation der aufgenommenen 
Senderwelle durch den Netzwedhfelftrom. Sie zeigt fidı darin, daß fie nur bei 
Senderabftiimmung auftritt. Man befeitigt diefe Art von Netzbrummen fehr ein- 
fach dadurch, daß man der Gleichrichterfirecke (alfo zwifchen Anode und Hei- 
zung) cinen Block von ca. 5000 pF parallel fchaltet. Bei Vollweggleichrichtung 
verwendet man zwei Kondenfatoren, um beide Gleichrichterfirecken zu ent- 
ftören. In hartnäckigen Fällen muß man außerdem llodıfrequenzdrofleln in die 
Anoden-Zuführungsleitung der Gleichrichterröhren legen. Zu beadhten ift hier- 
bei, daß die Drofleln entiprechend belaftbar find. 


Abfltimmbares Netzbrummen 
durch Entitören der Gleich- 


richterröhre zu beleitigen. 
(1309) 





Idı möchte den Verftärker „Goldene Kehle“ 
(Heft 44 und 45 TUNKSCHÄU 1935, FUNK- 
SCHAU-Bauplan 141) bauen, aber mit den 
Röhren Al 3, AT 7, AC2 und AD 1. Welche 
Änderungen werden dadurch notwendig? 


Antw.: Während durch die Verwendung der Röhren AF3, AF7 und AC2 
an Stelle der H 4115 D, IH 4111 D und 904 (bzw. A 4110) keine Änderungen not- 
wendig werden, verlangt die AD1 eine weitgehende Umdimenfionierung des 
Netzteiles und teilweife auch der vorgefehenen Spannungsteiler. Nachdem jedoch 


Röhren der A-Seriein der „Gol- 
denen Kehle" verwendbar. 


(1310) 











344 


größen und ein dazu paflender Halter. Ein kleiner Parallel- 
feilkolben für Präzifionsarbeiten ift ebenfalls ein brauchbares 
Werkzeug. Befonders find noch die Kombinationszangen zu er- 
wähnen. Es gab früher einmal Werkzeuge, bei denen die Rohr- 
zange, das Beil, der Hammer, der Schraubenzieher und die Beiß- 
zange in einem Werkzeug vereint waren. Daß folch eine Kombi- 
nation für unfere Zwecke nicht förderlich fein kann, dürfte ein- 


Ein kombinierterSchraub- 

fhlüflel. Sämtliche Auf- 

nahmen und Zeidinungen 
vom Verfafler. 





leuchten. Wir zeigen hier zwei gute Kombinationszangen, die in 
richtiger Befchränkung der Kombinationsmöglichkeiten befonders 
die Verwendung für präzife Arbeiten zulaffen. Beide Zangen be- 
fitzen eine Schneidevorrichtung und Drahtbiegemöglichkeiten. Da- 
neben find die Zangen audı zumAbifolieren geeignet. Diefe Zan- 
gen find fehr fauber gearbeitet und können für mance Arbeiten 
von Vorteil fein. Wer viel Muttern zu montieren hat, befchafft fich 
einen Schraubenfclüflelfatz kombiniert mit Steckfhlüflfeln. Da die 
modernen Röhrenfockel durchwegs verfenkt find, lohnt fih die 
Befchaffung eines Kreisfchneiders auf jeden Fall. — Die Reinigung 
und Pflege der Werkzeuge ift befonderes Augenmerk zuzuwen- 
den. Die Feilen werden nach längerem Gebraud forgfältig mit 
der Feilenbürfte ausgebürftet. Die Zangen werden von allen 
Werkftoffrückftänden gefäubert. Dasfelbe gilt von den Bohrern 
und Sägen. Die Metallteile aller Werkzeuge follen von Zeit zu 
Zeit mit dünnem Öl oder dünnem Fett eingerieben werden. Die 
Bohrer müflen fiets fauber gefchliffen werden, fonft läßt fich nidıt 
mit ihnen arbeiten. Das gleiche gilt für die Schraubenzieher. Diefe 
dürfen nie eine Sdineide haben wie ein Meißel, fondern müflen 
immer ftumpf fein. 

Das war ein kleiner Querfchnitt durch das notwendigfte Werk- 
zeug. Darüber hinaus find für befondere Arbeiten aber meift noch 
Nachfchaffungen von Spezialwerkzeugen unumgänglich. Wenn man 
gut und präzis arbeiten will, läßt fich ein gewifler Werkzeugpark 
eben nicht umgehen. Irgend jemand hat einmal behauptet, daß 
man den Baftler an der Zahl der in feinem Befitz befindlichen 
Schraubenzieher erkennt. Daran ift unbedingt etwas Wahres. 

F. Spreither. 


die mufikalifche Qualität mit der KD1 kaum mehr verbeflert erfcheint und die 
Leiftungsfteigerung bei Heimgebrauch nicht von Bedeutung ift, empfehlen wir 
Ihnen die Verwendung der KD1 nicht. 


Ich habe in meiner Baftelkifte eine gute 
X 2918 liegen, eine Sechspolröhre alfo. Kann 
ich mit diefer Röhre und einer BL2 einen 
Eirkreifer bauen? 


Antw.: Ja! Obwohl diefe Röhre für andere Zwecke gebaut ift, läßt fich 
dennoch mit ihr eine Audionftufe aufbauen. Man kann entweder das zweite 
Schirmgitter mit Anode und das zweite Steuergitter mit Kathode verbinden, 
oder man kann die beiden Schirmgitter zufammenlegen und das zweite Steuer- 
gitter an Kathode anfdließen. 

In beiden Fällen verwendet man als Außenwiderftand eine NF-Droffel. Zur 
Erzeugung der ziemlich kritifhen Schirmgitterfpannung dient am beften ein 
Widerftand, deffen richtige Größe durch Verfuc feftgeftellt wird. 


Iit eine Sechspolröhre auch im 


Audion verwendbar? (/31/1/) 


Ich möcte mit zwei RE 114 eine Gegentakt- 
fchaltung für 110 Volt Gleichftrom aufbauen. 
Muß idı die Heizfäden parallel legen oder 
wie kann ich es fonft erreichen, daß die 
Röhren die richtige Gittervorfpannung er- 
halten? Bei hintereinandergefdalteten Heiz- 
fäden läßt fidı die Gittervorfpannung doch bekanntlich nicht fo ohne weiteres 
gleich hoch wählen. 


Bei Gegentaktenditufen mit 

direkt geheizten Röhren auf 

richtige Gittervoripannung 
achten! (7372) 


Antw.: Sie haben recht; direkt geheizte Endröhren verlangen, fobald fie 
in Gegentakt verwendet werden follen, befondere Maßnahmen zur Abnahme 
der paflenden Gittervorfpannung am Heizkreis. Man verwendet vorteilhaft Ge- 
gentaktirafos mit aufgetirenntem Sekundär-Mittelanfhluß, wobei diefe zwei 
Enden an einen im Heizkreis vorhandenen Gittervorfpannungs-Widerftand fo 
angefchloflen werden, daß die Endröhren entfpredhend der Reihenfolge ihrer 
Heizfadenanfdlüffe eine um 4 Volt voneinander verfdiiedene Gittervorfpannung 
erhalten. Befitzt man jedoch Trafos, deren Sekundärfeite nicht aufgetrennt wer- 
den kann, fo verriegelt man die Gitterleitungen beider Röhren durdı je einen 
Block von ca. 0,l ul! und führt die dem Heizkreis ebenfalls an zwei Punkten 
entnommenen Gittervorfpannungen über ? Gitterableitwiderftände von 0,5 M2 zu. 








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