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Full text of "Der Strom 1956 Heft 1"

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EUROPAS GROSSTES WASSERKRAFTWERK 


Weißes Gold aus Tauerngletschern 

Gewaltige Schneemassen bedecken im Winter die hohen Gipfel der 
Alpen. Im Frühjahr schmelzen die Schneefelder und Gletscher und 
strömen in zahllosen Rinnsalen und Bächen mit ungezügelter Kraft 
zu Tal: Wasser, das „Weiße Gold“ der Berge. Die in ihm schlum- 
mernde Kraft zu zähmen, sie in elektrische Energie umzuwandeln 
und für sich nutzbar zu machen, ist dem Menschen unserer Zeit 
gelungen. Der Bau von Wasserkraftwerken erfordert seit je einen 
noch höheren Aufwand an Arbeitskraft und Kapital, als sie für 
Dampfkraftwerke notwendig sind. Glockner-Kaprun, das größte 
Wasserkraftwerk der Alten W elt aberi ist,überden Kapitalaufwand hin- 
aus,die bisher imposanteste Leistung europäischer Ingenieurkunst. 


So begann es 

Seit dem ersten Spatenstich im Jahre 1938 hat es fast übermenschlicher 
Anstrengungen bedurft, um hier, in der unwirtlichen Hochgebirgs- 
landschaft, knapp unter der Grenze des ewigen Eises, diese gewaltigen 
Anlagen den Naturgewalten abzutrotzen. Ehe man überhaupt mit 
dem Bau der projektierten Staudämme und Kraftwerksanlagen 
beginnen konnte, waren technische Vorarbeiten von unvorstell- 
barem Ausmaß zu leisten. Jedes kleine Bauteil zur Errichtung der 
Transportanlagen mußte zunächst mit endlosen Tragtierkolonnen 
hinaufgeschafft werden. Viele Tonnen wiegende Ki essen, 
Bagger und Kräne galt es auf eine Höhe von über 2 000 m empor- 
zubringen. Um den notwendigen Materialnachschub überhaupt zu 
ermöglichen, mußten viele Kilometer Straßen in den Fels gesprengt 
werden. Dazu kamen Tunnels von mehr als 27 Kilometer Länge, zu 
deren Bau allein über eine Million Kilogramm Sprengstoff ge- 
braucht wurde. Man baute Schwerlastseilbahnen und Schrägaufzüge. 
Einer von ihnen überwindet eine Steilstrecke von 812m Länge mit 
einer Steigung bis zu 86 %, in 36 Minuten und kann damit eine Nutz- 
last von 60 Tonnen befördern. Er ist der stärkste Aufzug der Welt. 
Als nach dem Kriege durch Marschallplangelder das Bauprogramm 
mit erhöhter Kraft fortgesetzt werden konnte, füllte eine bunt- 
zusammengewürfelte Schar die Barackenlager. Bis zu 4 000 Menschen 
schafften zur Zeit des sommerlichen Hochbetriebes an den Baustellen. 
Die Gefährlichkeit der Arbeit, das harte, entbehrungsreiche Leben, 
fern aller Zivilisation, und die ungewohnte dünne Höhenluft stellten 
an die Arbeiter und Techniker höchste Anforderungen. Sie führten 
hier ein Leben, wie wir es aus den Schilderungen vergangener Gold- 
gräberzeiten kennen. Stündlich drohte der Tod durch Steinschlag, 
Lawinen, Gewitter, Nebel und eisige Schneestürme. Zahlreiche 
Arbeitsunfälle waren dabei unvermeidbar und forderten im Laufe 
der Jahre viele Opfer. 


Betonfabrik in 2000 m Höhe 


Zur Bewältigung der Betonierungsarbeiten mußte eine regelrechte 
Betonfabrik "erbaut werden. Die Technik des Betonierens "hat hier 
eine für Europa bisher einmalige Vollendung erreicht, der Tages- 
durchschnitt von 4 160 Kubikmetern war sogar eine Weltrekord- 
leistung. Die über 25 Kilometer langen Seilbahn- und Transport- 
anlagen, die zu den automatischen Mammut-Betonmischern hinauf- 
führten, boten mit ihrem Spinnennetz von Drahtseilen selbst für den 
Fachmann einen verwirrenden Anblick. 

Die größte und gewaltigste der 5 betonierten Staumauern ragt bis 
zu 122m Höhe empor. Im leichten Bogen schwingt diese 350 m 
lange Sperre von einem steilabfallenden Berghang zum anderen. 
Ihre Dammkrone ist 6 m, das Fundament 39 m breit. Hinter dieser 
Mauer aus Beton steht der ungeheure Druck von 86 Millionen Kubik- 
metern Wasser. Die oberen Staudämme liegen 2000 m über dem 
Meeresspiegel. Mehr als 1 Million Kubikmeter Beton wurde darin 
verarbeitet. 


Wassertunnels in Tauernfelsen 

In den nächsten Jahrzehnten werden viele Besucher überwältigt vor 
den Riesenstaudämmen stehen und diese überragenden bautech- 
nischen Anlagen bewundern. Einen großen Teil der geleisteten Arbeit, 
das über 30 Kilometer lange weitverzweigte Labyrinth der unter- 
irdischen Wassertunnels, wird aber für sie unsichtbar bleiben. Allein 


Selbst die riesigen Staumauern wirken inmitten einer überwältigenden 
Bergwelt wie Spielzeug. Karl Pospesch fotografierte hier für die „Neue 
Illustrierte“ aus dem Flugzeug. Dieses Bild zeigt uns, wie Natur und 
Technik zur harmonischen Einheit verschmelzen. 





Von Menschenhand werden in schwindelnder Höhe die Hochspannungs- 
Jreileitungen an stählernen Gittermasten montiert, die dann Berg und 
Tal überspannend den elektrischen Sırom fortleiten. 


11,6 Kilometer lang ist ein Stollen, durch den in gewaltigen 3,5 m 
starken Drüuckrohren die Wasser aus Kärnten ins Salzburger Land 
herübergeholt werden. Er führt quer durch den Tauernhauptkamm 
hindurch. Die Mineure, welche die Wassertunnels und Druckstollen 
in das Urgestein der Berge hineintrieben, hatten die gefahrvollste 
und schwerste Arbeit zu leisten, die aber am höchsten bezahlt wurde 


Strom als Exportartikel 

Kaprun als typisches Winterspeicher-Kraftwerk sammelt die Wasser- 
massen der sommerlichen Schneeschmelze und deckt mit ihrer Hilfe 
den erhöhten Energiebedarf des Winters. Durch das ausgeklügelte 
System der einzelnen Staustufen ist es möglich, jeden Wassertropfen 
für die Stromerzeugung doppelt zu nutzen. Die Wassermassen pas- 
sieren erst die Turbinen des Kraftwerkes Oberstufe, um dann durch 
stählerne Panzerrohre und Druckleistungen zum Hauptkraftwerk 
hinabzubrausen. Sie haben dann ein Gesamtgefälle von 1260 m 
überwunden. Gegenüber der überwältigenden Größe der Staumauern 
machen die Kraftwerke selbst fast einen bescheidenen Eindruck. 
Und doch sind sie mit ihren dröhnenden Turbinen, den riesigen 
Generatoren, Umspann- und Schaltanlagen das Herz des gesamten 
Projektes. 

Jährlich werden in Kaprun etwa 800 Millionen Kilowattstunden 
elektrischer Energie erzeugt. Sie würde ausreichen, den Strom- 
bedarf einer Großstadt wie Hamburg ein halbes Jahr lang zu decken. 
Kapruns weißes Gold wird als elektrische Energie weit über Öster- 
reichs Grenzen in -Stadt und Land getragen. Über das mitteleuro- 
päische Verbundnetz fließt der Strom von Kaprun zum Teil auch in 
unsere Glühlampen und Steckdosen und hilft so den ständig stei- 
genden Strombedarf decken. Elektrizität wirkt überall segensreich, 
spendet Licht, Kraft und Wärme. Mehr Elektrizität schafft Wohl- 
stand und damit höheren Lebensstandard für jeden. 


In 2000 m Höhe an der Drossensperre: laufend müssen Vermessungs- 
trupps den Fortgang der Bauarbeiten kontrollieren. 





STROM FÜR ALLE Fl 


Staubsauger: 
auf 10 Familien im Bundesdurchschnitt 3 
4 


3 Bundesdurchschnitt 


I Jg 
N £ ON 

3 und mehr 

Personen- 


Haushalt 
2 Personen- 


Haushalt 


1 Personen- 
Haushalt 


Auf Elektroherden kochen von 100 Frauen 


30 auf dem Bauernhof 
29 in der Kleinstadt 


22 im Bundesdurchschnitt 





Je höher die Arbeitsbelastung der Hausfrau, desto mehr 
Elektroherde und Staubsauger werden benutzt, denn Elek- 
trogeräte schaffen echte Arbeitserleichterung 





„... und ich sage Ihnen, unsere Männer sollten mal mit 
unserem Haushaltgeld wirtschaften. Da würden ihnen 
die Augen aufgehen, bei den Preisen!! Stimmt’s? Gestern 
schimpft mein Mann mit mir herum, weil ich nicht gleich 
das Stromgeld bezahlt habe, als es der Mann vom Elek- 
trizitätswerk kassieren wollte. Ich hab’ die 8 Mark 
einfach nicht mehr gehabt, weil eben alles wieder teurer 
geworden ist.“ — „Da bin ich nun anderer Meinung. 
Der Strom ist doch gerade das einzige, das nicht teurer 
geworden ist. Das merken wir auch immer, wenn wır 
unsere monatlichen Ausgaben zusammenrechnen. Strom 
kostet am Tag nicht mehr als die Zigarre nach dem 
Abendbrot, früher waren- es zwei Zigarren... 


- 


...sagt mein Mann.” 


WIR RICHTEN UNS EL 


Arbeitsplatz Küche wird rationalisiert 


Die Gestaltung der Küche bestimmt täglich Arbeitsmaß, Zeitaufwand 
und Kräfteverbrauch der Hausfrau. Sie hebt also Arbeitsfreudigkeit 
und Frische oder verursacht Überlastung und frühes Altern mit allen 
Rückwirkungen auf Gesundheit, Familienleben und Wohlbehagen. 
Wissenschaft und Praxis haben Wege gefunden, der Hausfrau die 
tägliche Küchenarbeit wesentlich zu verkürzen. Elektrogeräte (Herd, 
Kühlschrank, Speicher), zusammen mit dem wohldurchdachten 
modernen Einbauküchen für Alt- und Neubauten, die sich nach 
Bedarf erweitern lassen, verringern Wegzeiten und Handgriffe, 
vereinfachen den Arbeitsablauf. 





Poggenpohl-Einbauküchen 





Viele Architekten planen heute vollelektrische Küchen, weil sie ihre 
Vorzüge kennen: schnell, sauber, wirtschaftlich. Rechtzeitige Planung 
der Installation schafft außerdem echte Kostenersparnis. 


Das Institut für Bauforschung empfiehlt eine mindestens 60 cm breite 
Arbeitsfläche zwischen Herd und Spüle. Dadurch kann auf engstem 
Raum alles untergebracht werden, was die Hausfrau gerne griffnah hat: 
Töpfe, Pfannen, Tablett usw. Darüber befinden sich eine Besteckschub- 
lade und herausziehbare Platte in Sitzhöhe. 


Die Küchenmaschine versenkbar wie eine Nähmaschine: Müt einem 
Handgriff wird das Gerät auf die richtige Arbeitshöhe emporgehoben und 
ist sofort betriebsbereit. Die Zusatzteile sind übersichtlich und leicht zu- 
gänglich untergebracht. Eine praktische Lösung, die das Ordnunghalten 
noch mehr erleichtert. 





Dieser Spültisch aus nichtrostendem Stahl läßt sich mühelos reinigen 
und besitzt eine fast unbegrenzte Lebensdauer. Die Spülbecken sind nicht 
zu groß und zweckentsprechend geformt, so daß Heißwasser gespart 
wird. Eine Schlauchbrause mit widerstandsfähigen Perlonborsten 
hilft Speisereste aus Töpfen und Tellern schnell entfernen. Der an der 
Wand befestigte Geschirrkorb ermöglicht bessere Raumausnutzung und 
macht Arbeitsflächen frei. 





EKTRISCH EIN 


------B 4--5--B 4---- 3 ---> 


. 


2” VEREINE KUREN 








In ländlichen Küchen mit meist größerem Raum 
kann auf den stärkeren Arbeitsanfall entsprechend 
Rücksicht genommen werden. Die Hauptsache ist 
auch hier, den richtigen Arbeitsablauf zu bedenken. 
Für die Modernisierung älterer Küchen in Stadt 
und Land ist es wichtig zu wissen, daß Elektro- 
geräte meist auch hier ohne Schwierigkeiten an- 
geschlossen werden können und Heißwasserbereiter 
keine Abzugskamine benötigen. Altere Wohnungen 
mit modern eingerichteten Küchen werden für 
Hausbesitzer und Mieter wertvoller. 


Die moderne Küche 
ist elektrisch voll versorgt 


Bequemer arbeiten 


Bücken und Arbeiten in gekrümm- 
ter Haltung sind anstrengend und 


verursachen oft Rückenschmerzen. . 


In älteren Küchen ist vielfach das 
Spülbecken zu niedrig, der Ausguß 
dagegen zu hoch angebracht. Die 
Hausfrau muß dafür mit erhöhtem 
Kraftaufwand büßen. Wissenschaft- 
liche Untersuchungen haben die 
physiologisch richtige Arbeitshöhe 
ermittelt: für Oberkante der Spüle 
ist eine Höhe von 90 cm am gün- 
stigsten, während der Herd in der 
Regel nicht mehr als 85 cm hoch 
sein soll. In modernen Küchen 
werden Herd, Spüle und Arbeits- 
tische auf eine gleichmäßige, körper- 
und griffgerechte Höhe von 85 bis 
90 cm gebracht, um die harmonische 
Raumwirkung und den Arbeitsfluß 
nicht zu beeinträchtigen. Die be- 
queme Arbeitshöhe beim Sitzen 
liegt wesentlich niedriger. Aus- 
ziehbare Tischbretter werden des- 
halb häufig schon in Sitzhöhe (65 cm) 
angebracht. Die am häufigsten benö- 
tigten Gerätschaften und Gefäße soll- 
ten so in den Schränken eingeordnet 
sein, daß sie ohne lästiges Bücken 
oder Strecken leicht zuerreichen sind. 


Die moderne Elektroküche - 
rationell von A bis Z: 


Der Grundriß zeigt, wie in der mo- 
dernen Elektroküche Geräte und Ein- 
richtungsteile sinnvoll angeordnet 
werden. Wird eine Eßküche bevorzugt 
oder ist die Raumgröße beschränkt, 
werden Möbel und Elektrogeräte an 
zwei rechtwinklig aneinanderstoßen- 
den Wänden untergebracht. Die Vor- 
teile der arbeitsflußgerechten Anord- 
nung sollten nach Möglichkeit überall 
beachtet werden. 

Erläuterung zum Grundriß: 1. Ein- 
gebauter Elektrokühlschrank; 2. 
Arbeitsplattemit Schubladen; 3. Ein- 
fach oder Doppelspüle mit an- 
geformter Abtropffläche; 4. Zu- 
bereitungstisch zwischen Spüle und 
Herd (der wichtigste Platz in der 
Küche); 5.'Hängeschränke für ständig 
benötigte Geräte und Behälter für 
Lebensmittel und Gewürze (Schüt- 
ten); 6. Elektroherd; 7. Besenschrank; 
8. Wandschränke für Geschirr; 9. 
Schranktisch für Töpfe und Be- 
hälter; 10. Drehstuhl für bequemeres 
Arbeiten im Sitzen, in der Höhe 
verstellbar. 





Auch der elektrische Heißwasserspeicher läßt sich 
ohne weiteres in einen Wandschrank oder direkt 
unter der Spüle einbauen, wie die Bilder es zeigen. 








Das Baden 
im Spiegel der Zeit 


Seit eseine Geschichte der Menschheit gibt, wissen wir, welche wichtige 
Rolle das Wasser als Bad spielt, ja sogar ein Mittel religiöser Zeremonien 
war und zum Teil heute noch ist. 





Welche Bedeutung die Römer dem warmen Bad beimaßen, davon 
erzählt uns die Kulturgeschichte in reichem Maße. Bis in unsere 
Heimat können wir den Einfluß dieser römischen Lebenssitte ver- 
folgen. Weltbekannte Heilbäder mit heißen Quellen legen Zeugnis 
ab von der Entdeckerfreudigkeit römischer Legionäre im Laufe jahr- 
hundertelang dauernder Besetzung. Dort, wo heiße Quellen fehlten, 
wurden für die römischen Soldaten Warmbäder, die bekannten 
Thermen angelegt, deren Überreste bei Ausgrabungen und Bau- 
arbeiten zutage treten. In den Thermen spielte sich einst ein großer 
Teil des öffentlichen Lebens ab. Sie standen dem ganzen römischen 
Volke offen, hier wurde römische Politik gemacht, hier diskutierten 
Philosophen mit ihren Schülern. 





Die Bedeutung des regelmäßigen warmen Badens für die Gesund- 
erhaltung, _ zweifellos begründet auf Erkenntnissen und Lehren 
frühester Zeiten, sehen wir auch in der Lebensweise unserer Vor- 
fahren. Schon im Mittelalter gab es überall öffentliche Badestuben. 
Erst nach den Erschütterungen des Dreißigjährigen Krieges begann 
der Abstieg. Es fehlte an Mitteln und Möglichkeiten für eine groß- 
zügige Körperpflege nach dem Vorbild des klassischen Altertums. 
Andere Einflüsse kamen hinzu, und so bemerken wir ein rasches 
Absinken des Rufes der öffentlichen Bäder. Erst im 19. Jahrhundert, 
als Lebensreformer, Ärzte und Wissenschaftler den Wert des Badens 
für die Gesundheit des einzelnen und damit der Volksgesundheit 
erfaßten, fanden die Menschen den Weg zum heilsamen reinigenden 
Bad zurück. Aber ein eigenes Bad im Haus galt noch lange als un- 
vorstellbarer Luxus. 





So ist uns auch ein Vorgang überliefert, der uns ein Schmunzeln 
entlockt, wenn wir hören, daß sich der alte Kaiser Wilhelm der Erste 
durch Lakaien aus einem Hotel jenseits der Spree eine Badewanne 
holen ließ, weiles im königlichen Schloß in Berlin damals noch keine gab. 





Wie einfach, hygienisch und praktisch haben wir Menschen es heute: 
das eigene Bad wird zur Selbstverständlichkeit, zum wesentlichen 
Faktor für ein gesundes Leben. 

Dort, wo ein Wannenbad nicht vorhanden ist, findet sich zum min- 
desten die Möglichkeit für ein Duschbad, das immer mehr Freunde 
gewinnt: rasch aus der Arbeitskleidung, abgebraust und erfrischt an 
den gedeckten Tisch. 

Elektrische Heißwasserspeicher gibt es für jeden Bedarfsfall, ihr An- 
schluß erfordert keine baulichen Rücksichten. Den Baderaum selbst 
erwärmt im Nu der Infrarotstrahler. 

Elektrische Heißwasserbereitung ist wirtschaftlich. Eine Faustregel 
sagt: 10 Liter heißes Wasser für 1 Kilowattstunde. 








Es gibt Unterlassungssünden, über die wir 
uns ständig ärgern. Zum Beispiel, wenn wir 
bei dem Renovieren unserer Wohnung ver- 
gaßen, Steckdosen und Schalter rechtzeitig 
— also vor dem Tapezieren — und ausrei- 
chend verlegen zu lassen. Oder wenn wir im 
Neubau nicht genügend starke Leerrohre 
für ein paar Pfennige mehr vorsahen, um 
später für den Gebrauch weiterer Elektro- 
geräte den Anschluß verstärken zu können. 
Elektrische Installationsarbeiten verursachen 





normalerweise die geringsten Ausgaben, aber 
nachträglich natürlich höhere Kosten, ab- 
gesehen von Schmutz und Arbeit, die eine 
Hausfrau nicht sehr gern hat. Lassen Sie 
daher alle Arbeiten an Ihrer Installationsan- 
lage nur vom Elektro-Installateur vornehmen, 


Zähler im Wandschrank 


Die Zählertafel braucht ‚kein lästiger Staubfän- 
ger zu sein, wenn sie in einem Wandschrank 
eingebaut ist. Durch eine Glasscheibe kann die 
Hausfrau den Zählerstand genau kontrollieren, 
ohne das Wandschränkchen öffnen zu müssen. 


Ein praktischer Stecker 


Auch die Schukostecker sind jetzt formschöner 
geworden. Diese neue Art mit _ seitlichem 
Leitungsabgang ist in vielen Fällen zweck- 
mäßig und hilft Knicke in Leitungsschnüren 
vermeiden. 


der von Ihrem Elektrizitätswerk zugelassen 
ist. Er bietet Gewähr für die Verwendung e 
von Material, das nach den VDE*-Vor- 
schriften gebaut ist. Nach diesen Vorschriften 
muß die Elektro-Installation in feuchten 
Räumen mit Feuchtraumleitungen durch- 
geführt werden. Für den Anschluß von 
Geräten in diesen und anderen besonders 
gefährdeten Räumen, z. B. Küchen, müssen 
Schukosteckdosen (mit Schutzkontakt), Schu- 
kostecker und dreiadrige Gummikabel ver- 
wendet werden. Dadurch wird erreicht, daß 
auch bei einem Defektwerden des Gerätes 
keine Gefährdung der Menschen eintritt, die 
damit hantieren. 


Schalter und Steckdosen sollen keine störenden Elemente in der Wohnung sein: sie sind in die 
Wand eingelassen und aus weißem oder zur Tapete passendem farbigem Kunststoff, wodurch sie 
sich harmonisch in den Raum einfügen. Alle Leitungen liegen unter Putz. 


* Verband Deutscher Elektrotechniker 





Senkrecht: 1. Kunstgegenstand aus 
Ton, 2. portugiesische Kolonie in Afrika, 
3. lat. „Sache“, 4. Buch der Bibel, 5. afri- 
kanischer Strom, 6. Gegner Napoleons, 
8. Drehpunkt, 13. Teil des Gewebes, 14. 
Sumpf, 17. Hinweis, 20. Waldtier, 21. nor- 
dische Göttin. 


Waagerecht: 7. Rundfunkdarbietung, 
9, Arbeitseinheit, 10. Gebäck, 11. europä- 
ische Hauptstadt, 12. Tochter der Herodias, 
14. gekürzter Frauenname, 15. Wolgazufluß, 
16. Nordkap von Rügen, 18. Falschheit, 
19. Linie, 22. griechische Göttin, 23. eng- 
lischer Erfinder. 





Probieren Sie einmal Spaghetti - 
argentinisch: 


Zur Tunke 200—300 g Gehacktes in kleine 
Stücke reißen und in 4—6 EBßlöffel Öl an- 
bräunen, dann 2—3 Zwiebeln, 5—6 große 
Möhren, 1 kleine Sellerieknolle, 1 Stange 
Porree sehr fein schneiden und mit dem 
Fleisch anschmoren, dazu eine Büchse To- 
matenmark, 1 Lorbeerblatt, 6—8 Pfeffer- 
körner und Salz geben. Das Ganze mit so 


mit Strom 
rasch, billig und bequem 


viel Wasser auffüllen, daß eine breiige Soße 
entsteht. Zur Verfeinerung kann man eine 


und automatisch 
außerdem! 


Tasse aufgequollene, getrocknete Cham- 
pignons hinzugeben. Die Tunke muß 30—40 
Minuten bei geschlossenem Deckel kochen. 
Die Spaghetti werden wie üblich in Salz- 
wasser gekocht, kalt übergossen und mit 
wenig Fett wieder erhitzt. 

Eine große Fleischplatte dick mit geriebenem 
Käse bestreuen, schichtweise Tunke und Spag- 
hetti draufgeben, so daß die Tunke deckt. 





Energie-Verlag GmbH, Heidelberg 

Verantw. Redakteur: B.L. Bührlein, Heidelberg 
Fotos: EV- Photos, Hubmann, Pospesch, L. Schmidt, 
Werkfotos. Technische Daten und sonstige Angaben 
über Kaprun mit freundlicher Genehmigung von 
„hobby, das Magazin der Technik‘ 





4 


Um den neuen Parkettboden zu schonen, ist am Schulhauseingang in 
einer kleinen Gemeinde eine moderne Schuhputzmaschine aufgestellt 
worden, die die Schulkinder zur Sauberkeit anhalten soll; da sie elek- 
trisch betrieben wird, macht es den Kindern natürlich Spaß, sie in Be- 
wegung zu setzen, und sie gewöhnen sich spielend an die gewünschte 
Sauberkeit. 


dpa-Foto 





In 4 Minuten 


kocht 1 Liter Wasser auf der elek- 
trischen Blitzkochplatte. 


In 1 Minute 


ist der Bart ab 
— natürlich elektrisch. 


Werktoto Telefunken 









UB, 
Worms 


BASTELECKE 


Zu unseren jungen Lesern sprechen wir in Zukunft hier zum Thema 
„Elektrizität ringsum“ und wollen versuchen, mit anregenden Bastel- 
arbeiten hinter die Geheimnisse der Elektrizität zu kommen und dabei 
sehen, wie uns die elektrischen Heinzelmännchen auf Schritt und Tritt 
behilflich sind. 

Wo kommt eigentlich der Strom her? Schon mal angeschaut? Wenn ihr 
an der elektrischen Leitung entlanglauft und ihren Weg verfolgt, von 
der Stelle an, wo sie in euer Haus hineinführt bis. . . ja, wo endet un- 
sere Ortsleitung? — im Transformatorenhäuschen! Das ist die „Tank- 
stelle‘ für den elektrischen Strom. Ihr wißt ja,daß der Strom vom Kraft- 
werk durch diegroßen Überlandleitungen zum Trafohäuschen hingeleitet 
wird. Von dort erst gelangt er in die Ortsleitung, diezu eurem Haus führt. 
Solch eine Ortsleitung wollen wir heute einmal nachbauen. Wergeschickt 


Fu 


Wohnhaus 


Transformotorennäöuschen Leitungsmost | 


3,5 V Lömpchen 





Fassung 


für Innenlampe 





Druckschalter 


ist, kann mitbasteln. Laubsäge, Bohrer, Feile, Hammer undetwas Sperr- 
holz zur Hand und dann: frisch ans Werk! Zuerst bauen wir solch ein 
Transformatorenhäuschen aus Sperrholz oder fester Pappe. Es muß 
so groß sein, daß eine Taschenlampenbatterie darin Platz hat. Diese 
liefert uns nämlich den Strom, den wir mit Hilfe von zwei Anschlüssen 
(A) — kleine Holzstäbchen, um die wir den Klingeldraht wickeln — 
über die Leitungsmasten dem Hause zuführen. Die Leitungsmasten 
lassen sieh leicht aus dünnen Rundstäben und einem Holzgrundbrett 
herstellen. Das Haus wird wiederum aus Sperrholz oder Zigarren- 
kistenholz gebaut und mit Fenster und Tür versehen. Die Anschlüsse 
(B) sind genauso wie beim Trafohäuschen. Fenster und Tür verkleben 
wir von innen mit durchsichtigem Papier. Die Fassung für die Innen- 
lampe des Hauses bringen wir an einer Seitenwand oder unter dem 
Dach an. In die Zuleitung bauen wir außerdem noch einen Druck- 
schalter, der aber so angebracht werden’'muß, daß wir ihn von außen 
betätigen können. Den besonders Findigen unter euch wird es sicher 
Freude machen, noch eine zweite Lampe außen am Haus über der 
Tür anzubringen, die dann wiederum durch einen eigenen Schalter 
betätigt wird. Wie muß die nun wohl angeschlossen werden ? (Wer 
es nicht selbst herausfindet, kann sich beim Elektriker erkundigen.) 
Und nun wünsche ich euch viel Freude bei der Arbeit und ein gutes 
Gelingen! Euer Bastelfreund 


4 Hören ohne zu stören 


Wir kuscheln uns in einen schönen, bequemen Backensessel und ge- 
nießen Musik aus Rundfunkgerät oder Plattenspieler ganz allein für 
uns. Außerhalb des schaumgummigepolsterten Sessels ist kein Laut 
mehr zu hören, wie wohltuend für alle in unserer nervösen Zeit.