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Full text of "Geschichte der reliquien in der Schweiz [microform]"

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Sehriften der Sehweizerisehen Gesellschaft für Volkskunde. 
Publieations de la Soiete Suisse des Traditions Populaires. 



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Geschichte der ReHquien 

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in der Schweiz. 



? ' Von 



E. Ä. Sfückelberg. 



I Mit 40 Abbildungen. 



2ü>ieh. 

Verlag ciei- Schweizerischen Gesellschaft lür Volkskunde. 

Druck von Emil Cotti's W^. 

1902. 






Schriften der Schweizeris'eh'eii'G^esellsehatt-'fur Volkskunde. 
Publieations de la Soeiete ^öfei3\des Traditions [J^pulaires. 

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Geschichte der Reliquien 
in der Schweiz. 



Von 
E. Ä. Sfückelberg. 



Mit 40 Abbildunge 



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Zürich. 

Verlag der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde. 

Druck von Emil Cotfci's W^. 

1902. 



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Allen Mitarbeitern und Förderern 
dieser Arbeit 
ia herzlichster Dankbarbeit 
ge^^v^idmet 

vom Verfasser. 



Vorwort. 




Mores 

Spargo super tumulos 
Sanctorum carne sacratos. 

' TMofriäi Mores Epitaphn SS. 

as zweite, das posthume Leben der Heiligen 
zu schildern, erschien dem Verfasser seit 
Jahren als eine verdienstliche Aufgabe. Er 
machte sich deshalb daran , durch den 
Nachweis der ehemals und heute noch vorhandenen Reliquien 
die festen Punkte, an die sich die Heihgenverehrung knüpft, 
zu erforschen. An ermutigenden Zurufen zu diesem Plan 
fehlte es nicht; dankbar gedenkt der Verfasser der Auf- 
munterungen, die ihm aus Mailand, Paris, Lyon, Brüssel, Köln, 
Freiburg l/B., Göttingen, Sekkau, Graz, Kremsraünster, ferner 
aus Solothurn, Einsiedeln, S. Maurice, Mariastein, Preiburg i/Ue., 
Stans und andern Orten zu Teil wurden. 

Bald stellte sich die Grösse des Umfangs der geplanten 
Arbeit heraus und das mahnte zur Beschränkung: dem Ver- 
fasser lag daher die Pflicht ob, das nächstliegende, d. h. sein 
Vaterland zuerst vorzunehmen. Grössere Vollständigkeit 
wäre noch erreicht worden, wenn er eine einzige Diözese, 
z B. die schweizerischen Teile des Bistums Konstanz behandelt 
hätte. Doch lagen bereits so viele Notizen aas den Diözesen 
Chur, Basel, Lausanne und Sitten vor, dass es ihm im Interesse 
der Mannigfaltigkeit des Stoffs geboten schien, auch dieses 
Material einzuschliessen. 

Dadurch gelang es eine Uebersicht zu gewinnen über 
sozusagen alle, einst und jetzt in der Schweiz verehrten 
Heiligen und Seligen; insonderheit mussten sich vollständige 



Bilder ergeben für die 



Verehrung 



unserer einheimischen 



Blutzeugen und Bekenner, kurz der schweizerischen Volks- 
kulte, fehlte doch ein Nachschlagewerk dieser Art vollständig. 



— VI — 

Und wie der Kult der Urheiligen und der auswärtigen Heiligen 
in der Schweiz behandelt wurde, so rausste, um die Wert- 
schätzung unserer Schweizerheiligen (S. Moriz !) im Ausland 
zu belegen, da und dort ausländisches Material in die Arbeit 
einbezogen werden. Die gesammelten Zeugnisse sollen da- 
neben die mannigfachen Beziehungen des kirchlichen Verkehrs 
— Mission, Kolonisation, Konfraternität, Kongregation — 
ferner Glaubensirrungen und -Spaltungen, Kriege, fernerauch 
kleinere auf Kultur-, Kunst- und Litteraturgeschichte bezüg- 
liche Vorgänge veranschaulichen. 

Es ist also Material über Orts- und Personengeschichte 
gesammelt, ferner sind Notizen über Reliquienfeste, Trans- 
lationen, Jubiläen, die volktümlichen Schauspiele, Umzüge, 
Schiessen, ferner über das Handwerk, die Fassung der Reli- 
quien durch Goldschmiede wie durch Nonnen, die Kosten 
solcher Thätigkeit u. dgl. mehr, zusammengetragen worden. 

Die folgenden Blätter wollen ausserdem beitragen zur 
Beschreibung eines Steins, der mit zu dem ehrwürdigsten 
und kunstvollsten Gebäude gehört, welches die Welt hervor- 
gebracht hat, zur Kirche. Möge die Kritik nicht allzu streng 
verurteilen, dass eine schwache Laienhand sich an eine zu 
grosse Aufgabe gewagt. 

Bei Allem schwebte dem Verfasser der Plan vor, die 
gedruckten und bequem zugänglichen Quellen und Schriften 
möglichst beiseite zu lassen, also weder aus den Acta Sanc- 
torum, noch aus Längs Grundriss, noch aus Nüschelers Gottes- 
häusern einen Auszug zu liefern. Diese Werke bleiben nach 
wie vor unentbehrlich für hagiologisches Weiterforschen. 
Also auf die Gefahr hin, da und dort lückenhaft zu erscheinen, 
hat der Verfasser sich in erster Linie an die ungedruckten 
Quellen — der Leser findet Regesten vom XI. bis zum XIX. 
Jahrhundert nach unedierten Originalen — und dann an die 
zerstreuten, oft abseits liegenden Litteraturstellen gehalten. 
Natürlich kann also von Vollständigkeit keine Rede sein, 
vielmehr muss die Arbeit bezeichnet werden als eine reiche 
Sammlung von Stichproben aus der Reliquiengeschichte. 
Vielleicht gestattet ein gütiges Schicksal dem Verfasser in 
einigen Jahren die Herausgabe eines zweiten Bandes Re- 
gesten. 



— VII - 

Zur Beschaffung des Materials war der gute Wille, die 
Mithilfe und die Opferfreudigkeit Vieler nötig, und gar manchen 
Geisthchen hat der Verfasser bei seinen Wanderungen an 
Werk-, Ferien- und gar Sonntagen plagen und bemühen 
müssen. Alle, die sich um das Zustandekommen dieses Buches 
verdient gemacht haben, hier zu nennen, würde zu weit 
führen; ihre Namen sind jeweilen unter ihren Beiträgen 
verzeichnet. 

Einiger Männer aber hier zu gedenken ist Ehrenpflicht : 
dies gilt in erster Linie von S. Glnaden dem hochwürdigsten Herrn 
Abt Columban von Binsiedeln, dessen warme Empfehlungen 
dem Verfasser Thür und Thore öffneten. Dies gilt ferner 
von S. Hochw. dem apostoUschen Notar P. Odilo Ringholz, 
Kapitular und Stiftsarchivar zu Einsiedeln, dessen unermüd- 
licher Mitarbeit dieses Buch den Reichtum an Einsidlensia 
verdankt. Weiteres Material hat der Hochw. Herr Stifts- 
bibliothekar P. Gabriel Meier dem Verfasser zusammengestellt. 
In Schwyz half S. Hochw. Herr Pfarrer Waser durch reich- 
liche Beiträge, in Obwalden S. Hochw. Herr Pfarrh. A. 
Küchler, in Bngelberg der Hochw. Herr Stiftarchivar P. Ignaz 
Hess, in Nidwaiden S. Hochw. Herr Ed. Wymann aus. Aus 
Luzern wurde der Verfasser seit Jahren durch Mitteilungen 
des Staatsarchivars Herrn Dr. Th. v. Liebenau aufs zuvor- 
kommendste unterstützt. ' Im WalHs sammelte S. Hochw. 
Herr Prof. D. Imesch für dieses Buch, Archivalien geäuffnet 
und eingesandt haben mir die Gnädigen Frauen Aebtissinen 
von Wurmsbach und Prauenthal, wie die Frau Meisterin von 
Fahr, die Hochw. Herren P. Laur, Eschle in Mariastein, P. 
Wilh. Sidler in Menzingen, P. Placidus Müller in Disentis, 
P. Gregor Müller in Mehrerau, P. Martin Kiem in Muri-Gries, 
Pfr. AI. Eigenmann in Neu -St. Johann, desgleichen die 
Herren Staatsarchivare R. Waokernagel in Basel, Jos. Schneuwly 
in Freiburg und R. Durrer in Stans. 

Einen ganz besondern Anteil an imserer Sammlung hat 
S. Hochw. Herr Pfarrer A. Prsefel von Schennis; mit grösster 
Opferwilligkeit hat dieser treue Mitarbeiter auf die Heraus- 
gabe einer eigenen lipsanographischen Arbeit, die er geplant, 
verzichtet und den Verfasser lange Jahre hindurch mit zahl- 
losen Beiträgen unterstützt. Nur dieser Kraft dankt unser 
Buch den Reichtum an Mitteilungen aus dem S. Gallerland 



— VIII — 

Zum Schlüsse sei noch meiner verehrten Kollegen im 
Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde 
gedacht, die sich für dieses Buch bemüht haben; ohne 
das G-eschick und die Mühewaltung des Herrn Quästors 
Emil Richard, wäre wohl die Drucklegung der Regesten auf 
Schwierigkeiten gestossen. 

Allen denen, die dieses Buch durch ihr Interesse und 
ihre Mitarbeit gefördert baben, spreche ich hier meinen auf- 
richtigsten Dank aus ; er kommt von Herzen. Die Beziehungen, 
die sich bei der Ausarbeitung dieser Schrift knüpften oder 
innigere wurden, werden dem Verfasser ein bleibender Gewinn 
fürs Leben sein.. 

Zürich, am Moriztag 1901. 

E. A. Stückelberg. 



Inhaltsübersicht. 



Vonvoi't 

Inhaltslibersicht 

Verzeichnis der Abikhing-en 

I. Die Quellen. 
Allgemeines 

1. Beglaubigungen 

Cedulse ; Kollektivceduh« ; Inschriften ; Besigelung ; 
Authentikea ; Rekognitionen ; Konsekrationsurkunden ; 
Visitationsprotokolle. 

2. Verzeichnisse 

Jahrzeitbüehei- ; Ablassbriefe; Kalendarische Verzeich- 
nisse; Propagandatafeln; Ausrufrodel; Inventare; Schatz - 
Verzeichnisse ; Naehschlageresister ; wissenschaftliche 
Verzeichnisse; Kaugfolg-e der Heiligen in den Ver- 
zeichnissen. 

3. Bitt- und Schenkungsurkunden 

Bitte um Empfehlung eines Gesuchs ; Abweisung eines 
Gesuchs; Schenkungen. 

4. Festschriften verschiedener Art 

Kegelmässige Festtage; Weitere Festtage; Kestlieder; 
Prozessionsordnung ; Translationsberichte. 

5. Sammelbüclier ... 

Inhalt derselben; Verbreitung derselben. 

II. 25ie Reliquien. 

Allgemeines ... ••• 

Ehrung der sterblichen Ueberreste; Wer ist heilig?; 
Kanonisation ; Ausbreitung der Kulte; Kalender. 

1. Charakter, Herkunft und Aechtheit der Iieli([uien 

Mannigfaltigkeit der Reliquien ; ihre Zahl ; Brandea ; 
Berührreliquien; Bezeichnung der Reliquien, nachweis- 
bare Provenienz; die schweizerischen ßeliquienquellen ; 
die Heilfurasquellen in Italien ; in Frankreich ; in 
Deutschland und Oesterreieh ; in Irland und England ; 
in den Niederlanden ; in Spanien; im griechischen Orient; 
in Palästina ; die Katakombenheiligen. 

2. Die Aufbewahrung der Reliquien 

Im Altar; in verschiedenen Bauteilen; im Triuniphkreuz ; 
in Buchdeckeln; in Rosenkränzen. 

3. Die Formen der Reliquieribehälter 

Sarkophage u. Schreine ; Häupter ; Arme, Hände, Finger ; 
Füsse ; Behälter profanen Ursprungs ; Glasverschluss ; 
Schlüssel und Sigel; Inschriften; Fassung. 

4. Die Verehrung und Wertschätzung der Reliquien ... 

Beständteil des Altars ; Beleuchtung, Psalmodie, Be- 
rührung ; Wallfahrt und Zeichen derselben ; Prozessionen ; 
Offenbarungen ; Reliquien- Aera ; Translationen und Fest- 
spiele; Translationsjubiläen; Schenkungen und Beding- 
ungen; Namengebung; die Reliquie und das Recht; Be- 
stattung; Patrocinien und Heilkraft ; Lobredner, Sammler, 
Gegner. 

III. Die Regesfen. 

Die Regesten A'on um 381 bis 1901 nobst Naelitrag ... 

Ortsregister ' 

Berichtigungen '. 



Seite 

A'— vm 

IX 
X 

XI— Lxxxin 

XII-XXXIII 



XXXR'— LIII 



LIV-LXII 



LXII— I.XXII 



LXXIL— LXXIII 



LXX[\'— LXXV 



LXXVI— LXXXVI 



LXXXVII— XCI 
XCII— XCMl 

XCVIII-CXIII 



1—314 
315—324 
325 



Verzeichnis der Abbildungen. 



Seite 

1. Pergamentcedul« in Clmr und Steinen XI 

2. Vier Stempel apostolischer Notare XXII 

> 3. Zwei Reliquiengläser ... XC 

4. Hölzerner Reliquienbehälter XCVI 

5. Maria, 3Iiniatur eines Ablassbriefes zu Steinen XCIX 

(j. S. Caesarius M CYIIL 

7. Stab des h. Germanus Ab. M 3 

8. S. Cüluniba 8 

9. S. Magnus ... 9 

10. S. Petrus und S. Johannes Ev ... !15 

11. Die Linteamina Christi 18 

12. Die li. Jungfrau Maria 21 

13. Pontiükalstrimipfe des h. Germaiius Ab. M 28 

14.. SS. Felix luid Regula MM 34 

15. S. Pantalus Ep. M.. Eeliquiar 43 

lij. S. Martin Ep. C 48 

17. SS. Blasius Ep. M. Nicolaus Ep. C. Sixtus PP 50 

18. S. Christoph 51 

liK S. Dionysius Ep. M 52 

20. S. Anna 53 

21. S. Fridolin 55 

22. S. Paul, Bischof Johann II. von Basel und Maria 57 

23. S. Leonardus C 58 

24. S. Moriz ... 64 

25. S. Findanus C , 64 

26. Eeliquiar in Küssnacht .. 76 

27. Von einem Schuh des h. Cernumu.s Ab. M 82 

28. S. Florinus C 84 

29. S. Ursicinus C 86 

aO. S. Sebastianus M 88 

31. Reliquiar von S. Bernhard v. Clairvaux 90 

32. S. Othmar Ab. C 96 

33. S. Himerius C 97 

34. S. Catharina V. M 101 

35. Titelblatt einer Prozessionsordnuug 250 

36. Titelblatt eines Translatioiisspieles 251 

37. Titelblatt einer Translationspredigt 252 

38. S. Pancratius M. R 266 

39. S. Rochus 308 

40. Das Gotteslamni, frühmittelalterliclie Patene 314 



I. Die Quellen. 



.Ä- 1 1 g- e m. e i rL e s- 

Als Quf^lien für die Greschichte der Reliquien kommen 
alle Schriften historischen und theologischen Inhalts gewisser- 
massen in Betracht, sei es Urkunde oder Chronik, seien es 
Zeugnisse von dauernder und allgemeiner oder von ephemerer 
und lokaler Bedeutung. Ueberall wird gelegentlich Notiz ge- 
nommen vom Vorhandensein von Reliquien, von Erwerbung 
oder Verlust solchen Heiltums 

Besonders ausgiebig für die Lipsanographie sind in erster 
Linie die Heiligenleben und Legenden, deren Schlnss in 
der Regel ausläuft in Bemerkungen über das posthume Wirken 
der biographierten Glaubenshelden, mit andern Worten über 
die Wirksamkeit der Reliquien. Jedes einzelne Heiligenleben 
will aber auf die Zeit und den Ort seiner Abfassung, auf 
seinen Verfasser, dessen Glaubwürdigkeit, auf die Schick- 
sale bezw. die Ueberarbei tu ng und Veränderung des Werkes 
im Lauf der Zeit sorgfältig geprüft sein. Man hat zu unter- 
suchen, welches der gute alte Stoff' und die Form des Ge- 
wandes — wenn ich mich eines Vergleichs bedienen darf — 
ist und was später aufgenähter Zierrat oder Flitter ist. Ueber- 
wuchert und verdeckt auch der letztere oft den ursprüng- 
lichen Gegenstand, so bleibt derselbe eben doch vorhanden 
und ist nur versteckt, aber nicht verschwunden. 

Ins Einzelne der Behandlung allgemeiner Quellen zu 
gehen, gehört nicht in den Rahmen dieser Arbeit. Die spezi- 
ellen hpsanographischen Quellen sind es vielmehr, die hier, 
wie wir glauben zum ersten Mal, sollen behandelt werden. 

In Folgendem ist versucht, ein Bild der hauptsächhchsten 
Quellen dieser Art zu entwerfen : e« ergibt 

L Beglaubigungen. 

2. Verzeichnisse verschiedener Gattungen. 

3. Bitt- und Schenkungsurkunden. 

4. Festschriften verschiedener Art. 

5. Sammelbücher. 



- XII - 

Zum richtigen Verständnis der sämtlichen Quellen ist 
unerlässlich, sich mit der Ausdrucksweise der Urkunden ver- 
traut zu machen; wer dies nicht thut, läuft Gefahr, in unend- 
lich viele Irrtümer zu verfallen, wie dies beinahe allen, welche 
gegen das Reliquienwesen geschrieben haben, ergangen ist. 

In der ältesten Zeit des Christentums ist es das Grab 
des Heiligen, bei dem die Gläubigen sich versammeln. Im 
Grab ruht der ganze Leib des Toten, samt allen körperlichen 
Ueberresten, die man beibringen konnte. Es wird also ein 
corpus als Reliquie im Grab vorausgesetzt. Später ändert 
sich die Sachlage : der Leichnam wird erhoben und übertragen, 
und Teile davon werden abgegeben. Während Jahrhimderteu 
werden Teile dem corpus entfremdet und es bleibt nur noch 
der Sprachgebrauch corpus, w^ährend vom Körper nur noch 
unscheinbare Reste, oft zu Staub zerfallen, zurückbleiben. Wer 
z. B. nach Zürich zog, setzte daselbst die Leiber von SS. Felix 
und Regula voraus; aber mindestens seit dem IX. Jahrhundert 
waren Teile davon verschenkt worden und so blieb zur Zeit 
der Glaubensspaltung nur das Wenige in den Sarkophagen, 
was man bei der Oeffnung fand. Also : die Sache schwindet, 
der Name bleibt. 

Sowohl der ganze heilige Leib, wie einzelne Teile des- 
selben vertreten die Person des Heiligen ; grössere und 
kleinere Rehquien heissen daher in den Quellen schlechtweg 
corpus. Es kann daher an verschiedenen Orten von einem 
corpus des Heiligen die Rede sein, ohne dass dabei an mehr 
gedacht wird, als an eine körperliche Vertretung des Heihgen 
durch eine Reliquie von diesem oder jenem Umfange. 

Die äussere Form des Reliquienbehälters äussert im 
Sprachgebrauch insofern ihren Einfluss, als dieselbe eine 
Rekonstruktion des Grabes oder der Reliquie ergibt; die ein- 
fachste Form dieser Wiederholung ist der Schrein, welcher 
die Gestalt des Grabes oder Sarges nachahmt, und daher, 
auch wenn kleinen Massstabes, sarcophagus genannt wird. 
Für einen Teil vom Haupt des Heiligen wird ein Behälter 
in Form eines ganzen Hauptes, für einen Armteil ein Be- 
hälter in Armform, für einen Pussteil ein solcher in Puss- 
forra hergestellt. Da nun von einem Haupt, einem Arm 
oder Fuss hunderte von Teilen können abgelöst und in einem 
entsprechenden Haupt-, Arm- oder Pussreliquiar aufbewahrt 



- XIII - 

und gezeigt werden, ohne dass der Beschauer weiss, wie 
viel von der ReHquie darin ist, entsteht der Sprachgebrauch, 
einen Teil mit dem Namen des Ganzen zu bezeichnen. So 
kann, wie von mehreren corpus genannten Teilen, von 
mehreren sarcophagi, von mehreren caput, brachium oder pes 
genannten Reliquien die Rede sein. Wer die Sachlage so 
verdreht, dass er dergleichen thut, als ob er zwei Leiber, 
mehrere Köpfe, mehr als zwei Hände oder Püsse von einem 
Heiligen kenne, beweist seine Unwissenheit im volkstüm- 
lichen wie kirchhchen Sprachgebrauch des Mittelalters. An 
zahlreichen ganz kleinen Partikeln finden sich Zeddel, welche 
der Kürze halber auch derartige Wendungen benützen, ist 
doch z. B. „Caput" kürzer als ,,de capite". ') Das Streben 
nach knapper Wendung ist also nicht nur der Sprache, son- 
dern auch der Schrift eigen, insbesondere auch bei der Re- 
daktion der sehr kleinen Zeddelinschriften erkennbar. 

Seit dem XVI. Jahrhundert findet man in Verzeichnissen 
gelegenthch folgende Ausdrücke verwendet : 

pars 2), particula, pecia ^j, petium *), mica, micula. Dazu 
treten Epitheta wie: ingens, spectatissimus, magnus^), insignis''), 
pulcher, parus, raodicus, minimus, minutissimus- *). 

Heutzutage unterscheidet man in.signes, d. i. Haupt-, 
Arm-, Bein-Rehquien, vollständige Körperteile, an denen der 
Heilige Martern erlitt; non insignes sind die übrigen Teile. 
Notabiles sind z. B. Hände und Püsse, exiguse Zähne oder 
Pinger. 



'j Zedula des XV. Jahrb. in in. Besitz: „eaput" S. Enismi iu(artyris. 

2) Alt-S. Johann. ^ ' 

3) Ziirzach, S. Maurice. 

^) Diese und sämtliche folgenden Bezeichnungen findet man z B in 
den Verzeichnissen von Neu-S. Johann. 
=5} Nur Wallenstadt. 



1. Beglaubigungen. 

Die priraiti\^ste Art, eine Reliquie zu beglaubigen, ist, 
dieselbe mit Schriftzeichen zu versehen. ^) Häufig aber lässt 
der Stoff, die Form oder die Grösse des Heiltums ein Be- 
schreiben nicht zu oder die Ehrfurcht verbietet es, dasselbe 
mit Buchstaben zu bezeichnen. Man wird also ein Schriftstück 
beilegen oder dasselbe befestigen, damit es sich nicht zu einem 
andern Gegenstand bezw. andern Reliquie verirrt. Es wurden 
also Stein- oder Metallplättchen ^) mit eingravierten oder ge- 
triebenen Buchstaben beigelegt oder befestigt; dieselbe Funk- 
tion konnten aber auch Zeddel aus Papyrus, Pergament oder 
Papier übernehmen. Die Schriftzeichen wurden darauf ge- 
schrieben, in der neuesten Zeitgedruckt,- diese Etiquettenheissen 
schedse, schedulse, scedulse, cedulse, zedulse oder breves. Sie 
sind in der Regel mit Seidenfaden an jeder einzelnen Reliquie 
oder deren Umhüllung angebunden oder festgenäht. Erhaltene 
Oedulse aus merovingischer Zeit, die in Chartres ^), Sens, 
Vergy*) und — nahe der Schweizer Grenze — zu Baume- 



') üeber eiu, freilich spätes Beispiel von Beschreiben einer Reliquie 
sehreibt P. Odilo Kingholz: „Bei der Neufassung des Hauptes des hl. Meinrad 
1861 hat man auf dem Plaupte eine Inschrift (16. Jahrhundert?) entdeckt, 
welche die Aechtheit des Hauptes betont. Ebenfalls einen Zeddel aus dem 
1() Jahrh. im Haupte selbst mit ähnlichem Inhalte. Alles das hat man 1784 
nicht beachtet. Man hat eben damals die Watte, die im Schädel war, nebst 
dem Zeddel, nicht herausgenommen und, wie bereits bemerkt, die alten auf- 
geklebten Hüllen nicht entfernt." 

2) Ueber ein bleiernes J2xemplar aus dem S. Ursengrab, dessen Ent- 
stehungszeit aber nicht feststeht, vgl. Hafner Schaw-Platz, Lütolf Glaubens- 
b(Uen und AA. SS.; ein anderes lag bei den Felix- und Eegulareliquien in 
Zürich, es stammte von 973 — 975. Bleistreifen zu Trier erwähnt in Bonn. 
Jahrb. Bd. 78. p. 198; zu Cham eueres liohault de Fleury, La Messe Bd.I.p. 152. 
Noch 1663 bei der Translation des sei. Br. Konrad (Scheuber) wurde ein 
„bleyenes Blat — mit geschlagnen Buchstaben in latinischer Sprach" in die 
ncnie Kiste gelegt. Lang, Grundriss p. 863. 

ä) Musee des Arch. depart. PI. I. not. 1. 

+) Mölanges d'Arch. IV. PI. I. p. 1. 



- XV — 

les-Messieurs^) entdeckt wurden, zeigen uns, wie die Be- 
glaubigungen der altern Reliquien in der Schweiz ausgesehen 
haben: es sind schmale Streifen mit knapper Inschrift. 
Beglaubigungen aus karolingischer Zeit sind häufiger; m enier 
Elfenbeinbüchse aus Sitten sind derartige cedulse nach Zürich ") 
gekommen, aber verschollen. Der grösste Teil der noch vor- 
handenen ceduLT ist mitsamt den Reliquien unsichtbar, d. h- 
unter Sigel verschlossen ; zahlreiche Exemplare wurden, weü 
zerstört^) nach sorgfältiger Prüfung durch neue ersetzt.) 
Manches Exemplar löste sich von der zugehörigen Reliquie, 
wurde beiseite gelegt und das Heiltum wanderte zu den 
incognitse. 






[^^Anaricr] mfejggm j 



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Rclt<[c< g. ^prrriTi^avvU 



tjtjctj' 26- Kgtüe'. 



Pei'gamenteedulse in Cliur und Steinen. 

Die grossartigste Sammlung alter Reliquienzeddel, 160 
Exemplare enthaltend und vom VII. bis zum XY. Jahrhundert 
reichend, befindet sich zu Sens; sie ist auch für die 
schweizerische Lipsanographie wichtig, weil sie die Aus- 
führung von Thebäer-, Sigismunds- und Felix- und Regula- 
rehquien in karolingischer Zeit belegt. 



5) Bull. Aroheol. 1899. PI. V. p. 12. 

6) Bonner Jahi-b. Bd. 52. p. 127. 

'') Solches berichtet schon Gregor von Tours. 

8) reliquiie intitulentur cedulisperg'amenteis, habita prius hiformatione 
veridica (authentica) quorum membrorum et sanctorum sunt. Häufiger Passus 
im lausanne'schen Visitationsbericht von 1453. Dtiring, Kath. Schweiz. Bl. 
1886. p. 125. 



XVI 



Das nachfolgende, zu Chur (6. XI. 1899) aufgenommene 
Yerzeichnis von abgefallenen, im Domdekanate aufbewahrten, 
sowie in der Cathedrale sichtbaren Reliquienzeddeln, gibt eine 
Anzahl von Stichproben für die Passung des Textes auf den- 
selben. Die Datierung der einzelnen Exemplare beruht auf 
den palseographischen Merkmalen derselben. 



Digitus sancte Genouefse virginis cuius 
depositio III nonas ianu(a)rii 

E corpore sancti Laurencii 

Sancti eppifanii episcopi cypri 

De sepulcro doraini 

Hoc est de cilicio sancti Teobaldi 

De starainio sancti Teobaldi 

Magistri johannis episcopi 

8. Jacincti martyris. 

De cilicio sancti' Teobaldi episcopi 

Sancti Urbani pape 

Sancti Valentini martyris et aliorum 

Reliquie sancte er istine virginis 

S. columbe v(irginis) 

Sant maria raauglen 

De cruce latronis qui vocatur dismas 

Reliquie raartirum qui passi sunt in moguntia 
propter fidem veritatis (?) 

De falamine beate marie (s. unten) 

De XI milium virginum (5 mal) 

De capite undecim milium virginum 

X. milium martirum 

Velum sanctse Emeritae virginis et martyris 

Sancti Brictii episcopi 

De feretro virginis Marie 

De velamine B. marise virginis 

De lacte b. Marie virginis 

Reliquise de S. Victore 

Reliquise de veste S. Petri Martyris 

(mit bemaltem Holzschnitt) 
Sanctorum Sergi et Bachi martirum 
Sancti Severini martyris (Romani) 



.lahrlmndort. 

XL 
XII. 
XII— XIII. 

xin. 
xni. 
xni. 

XIV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XV. 

XVI. ? 

XVII. 

xvn. 

XVII. 

xvn. 

XVII. 
XVII. 

xvn. 
xvni. 



XVII 



S. Clemens M. 
S. RevocataM.V. 
S. Placidi M. 
S. Luoidi M. 
S. Laurentii M. 
S. Paust! M. 
S. Antonini M. 
S. Valentini M. 
S. Justa M. 
S. Victor M. 
S. Paustus M. 
S. Aurelius M. 
S. Peliciani M. 
S. Victorianse M. 



In der Cathedrale 
i Placidusaltar 



Laurentiusaltar 



Cathrinenaltar 



XIX. 

Jalirhunde]'!:. 



Ueber die Zeddel von Einsiedeln schreibt F. Odilo Ringholz : 
Aus dem Mittelalter stammt nur eine, nämlich die 
bei der Reliquie des hl. Mauritius, die sich in einem 
unserer grossen Reliquiensärge befindet (XIV. od. XV. Jh.). 
Sonst haben wir — von den Reliquien getrennt — nur 2 
(XV. od! XVI. Jh. ?), viele aus dem XVII. Jahrhundert 
und ganz neue, die nie gebraucht wurden. 

Die Klosterfrauen in der Au haben — wie das wohl 
früher allgemein Sitte war — bei Neufassungen die alten 
Schedulse verbrannt.^) 

Die Sprache dieser Zeddel ist in den Ländern der 
lateinischen Kirche Latein, seit dem Spätmittelalter ab und 
zu die Landessprache, die Fassung des Textes stets in Berück- 
sichtigung des kleinen Umfangs so kurz wie möglich. Der 
Inhalt der Worte ist in der Regel richtig, die Form je nach 
der damahgen Orthographie korrekt. Hier ein paar Proben 
aus neuerer Zeit, sie sind in der Pfarrkirche Wassen in Uri 
vor den ausgestellten Reliquien copiert : 



S. Modestus. 

de Pallio S. Joseph. 

S. Frobi M. 

S. Galh Abb. 



S. Philippi Neri. 
S. Clemens. 
S. Prancisci. 
R(eliqui£e) S. Theophili 
M(artyris) R(omani). 
'■) In Mariastein blieben die alten Zeddel des Basler Kirelienschatzes 
erhalten und denselben werden noch neue beigefiigt. Wir empfehlen dieses 
Beispiel allgemeiner Nachahmung. n 



XVIII 


An den Reliquien in den Tafeln und Pyramidei 


liest man : 




R. S. Optati M. 


S. Udalrici Ep. C. 


R. S. Yalentini M. 


— 




S. Sereni M. 


S. Fructuose M. 


De sarc(ophago) 


S. Victorie M. 


S. Othraari Abb 


S. Theodosti Ep(iscopi) 


S. Aurati M. 


C(onfessoris) 


S. Dionysä M. 


De Oingulo S. Pirminii 


S. Thome Ap. 


E(piscopi) 


S. Fr. Sales Ep. C. 


S. Justini M. 


De Veste S. Laurentii M. 


S. Fidelis a Sigm(aringa) M. 


De loco Calvaria 


De specu .... B. V. M. 


De domo S. Jacobi. 


S. ßlasi E. M. 


S. Benedicti Abb. 


SS. Sepulture. 


i). Casula S. Galli Abb. 


S. Theodri M. 


S. Victorici pueri M. 



S. Geroldi C. 

Man sieht, kleine Inkonsequenzen in der Schreib- und 
Abkürzungsweise laufen gelegentlich mit unter. Am meisten 
derartige kleine Mängel weisen die Zeddel von Riemen- 
stalden, die ich (3. VI. 1900) kopierte, auf. Hier einige 
Proben : 

Grwyss Gnötis Heltum d. i. certse ignotse reliquise. 

Gwiss gnotis heltura. 

vö S. Marity gselscht d. i. de societate S. Mauritii. 

vö S. Maurity soci. 

unbekhant heiligthum. 

Rupert. 

Rogatium. 



Vö S. Christoffel M. 



Oft ist Deutsch und Latein durcheinandergeworfen, bald 
der Nominativ, bald der Genitiv oder der Ablativ verwendet; 
zur Korruption lateinischer kirchlicher Ausdrücke wie ignotsB 
bietet das schweizerische Idiotikon zahlreiche Analogien. ^) 

In der Regel enthält jeder Zeddel den Namen eines 
Heiligen ; wo aber die Reliquien von zweien oder mehr 
Heiligen untrennbar, d. h. vermischt waren, stellte man 



1) III. p. 1374. 



— XIX — 

Kollektivzeddel aus, wie der merovingische zu Sens '); dessen 
Aufschrift lautet : 

mCogra"™) HÜ suiit rBÜquias sanctorum thebeorum id est 
Maurici Exsuperi Oandidi Victuris Innocenti cum sooiis 
eorum et pulvera de sepulcra ipsorum. 
Der Text eines karolingischen Zeddels ebenda 2) lautet: 

f De sancto Feiice martire et sorore ipsius sancta 
Regola martiris. 

Auch spätere Zeddel von Felix- und Regulaheiltum ^) 
geben, immer beide Namen auf einem Blatt, wie das oben 
abgebildete Exemplar von Steinen zeigt. 

Neben die oder an Stelle der einzelnen Zeddel konnten 
nun aber auch ganze Verzeichnisse treten ; diese Fälle traten ein, 
wenn die Partikeln sehr klein und daher schwierig zu be- 
zeichnen waren, oder wenn sie durcheinander gemischt waren 
imd nur noch als Kollektivität bekannt waren. Sie traten 
ferner ein, wenn der das Gefäss schliessende Geistliche ein 
Borderau sämtlicher Einzelcedulae mitgeben wollte, damit 
auch bei Zerstörung oder Entfremdung einzelner Partikeln 
der ehemalige Bestand bekannt blieb. Solche KoUektiv- 
cedulsö oder Bordereau's scheinen mir z. B. die folgenden 
beiden Dokumente zu sein. 

Pergamentstreifen im Stiftsarchiv Engelberg. 
13,5 X 2,5 cm. Schrift des XIH. Jahrh. • 

Reliquie de filo bte Marie. De lapide sepulchri dni. 
De lapide, ubi lavit pedes discipulorum. De mensa dni 
nri. R. Petri, Pauli, Andree, Jacobi, Johis ev. Mathei 
ev. Bartolomei Jacobi, Simonis et Jude, Phihppi et 
Jacobi, Thome, Mathie, Magdalene. De capite et ossibus 
XI mil. virg. Stephani protohi. Sixti pp. 1^ Gonfessor(um). 
Galli, Antonii, Ranvoldi (? Panvoldi) Egidi Alexii, 
Ruberii R. Sebastiani m. al ? (at) Sabine v Saturnini rn. 
Undecira mil, virg, *) 



^) Bull, et Mem. de la Societe Nationale des Antiqiiaii-es, G^me Sörie, 
Tome IX., Mem. 1898. Paris 1900. p. 156—157. 
. 2) Ebenda p. 150. 

3) Aehnliche untrennbare Eeliquien sind die von SS. Johann und 
Paul, Simon und Juda, Plaeidus und Sigisbert, Primus und Felician, der h- 
Brei Könige u. s. w. • 

*) Copiert und mitgeteilt von S. Hochw. H. Stiftsbibliothekar Ign. Hess 



— XX — 

Pergamenblatt im Pfarrarchiv Zug. 
Grösse eines Oktavblattes. Schrift des XV. Jahrh. 

Reliquie hie contente 

De Columpna in qua flagellatus fuit Dominus 

De lapide in qua orationes fecerat 

De spinea Corona. De zona cum qua ligata fuit facies 

Christi. De cruce Domini. De sepulchro Domini. De tunica 

Christi. De peplo sancte marie. De fila eiusdera. De sancta 

petro et paulo. De cruce sancti Andree. De dente sancti 

Stephani Philippi et Jacobi. Laurentii. Oswaldi. Georii. 

Blasii. Valentini. Johannis et Pauli Marie magdalene. 

Agathe virginis- Margarethe virginis. Agnetis virginis. 

Et aliorum quorum nomina hie non sunt scripta. ') 

Je kleiner das Format derartiger Verzeichnisse, je grösser 
ist die Wahrscheinhchkeit dafür, dass sie bestimmt waren, 
mitsamt den Reliquien im Sepulcrum des Altars oder im 
Schrein eingeschlossen zu werden. Mit Sicherheit als Kollektiv- 
zeddel zu bezeichnen ist das folgende Dokument, dessen 
Schluss keinen Zweifel an der Bestimmung der Urkunde zulässt. 

Papierzeddel im Pfarrarchiv Zug. 

1599. 

Reliquise quse hac custodia contenentur 
De loco in quo fuit nata B. M. V. 
De loco in quo obiit B. Maria Virgo. 
De loco in quo christus flevit super Jherusalem. 
De columna in qua fuit flagellatus Dominus noster 

Jesus Christus. 
De torrente Cedron. 

De loco in quo natus fuit Joannes Baptista. 
De sepulchro Sanctorum Innocentium. 
De monte calvarie. 
Et ali^ plurimse reliquise, quarum schedulse vetustate ita 

consumptas fuerunt ut araplius legi non potuerint. 
Hoc inventarium et schedula harum reliquiarum renovatum 

fuit per Adamum Wallher Civem Tugiensem et 

Capellanum 
apud D. Oswaldum Tugii die S^ Julii Anno Dni 1. 5. 9. 9. 



1) Copiert vom Verfasser 5. III. 1899. 



— XXI - 

Monumentale Beglaubigungen von Reliquien finden sich 
da und dort auch auf den Behältern des Heiltums, ob selbe 
nun aus Sarkophagen, Altären oder ReUquienschreinen ver- 
schiedenster Form bestehen. In altchristUcher Zeit wurde 
an der Vorderseite der Altäre das Reliquienverzeichnis ein- 
gehauen '), in späterer Zeit nur aufgemalt. ^) 

Die Inschriften an beweghchen Reliquienbehältern geben 
bald kürzere bald längere Verzeichnisse des eingeschlossenen 
Heiltums. Ein merowingisches Beispiel^) von S. Marcel-de- 
€areyret (bei Chälons-sur-Saöne) lautet: 

t (Christus- 4- 

moDOgramm) I 

HIC HABIT RELIQVIAS 

SCB MARIAE 

ET SCE CROOIZ 

ET SCORVM MARTYRVM 

MARCELLI ET VALERIA 

M QVI PI (passi) SVNT IN TERRTVRI 

VJM CIVITATIS OABIION 

NINZIZ. 

Die Aufschrift des Warnebert-Reliquiars zu Beromünster *) 
sagtj dass dasselbe „ad eonservando reliq(u)ias sancti Marie" 
gemacht sei. 

An einem Basler Fussreliquiar von 1470 liest man 
.„integer pes de innocentibus", an einem Armreliquiar zu 
Schwyz von 1510 oder 1519 stand „heltum (der) X. M. 
l^it(t)er", auf einen Schrein von Rheinau von 1444 gravierte 
eine Hand des XVI. oder XVII. Jahrhunderts : „antiquitus 
sarcophagum capitis S. Pindani'^ 



') Viele Beispiele aus Spanien bei A. Hübner Inscripfcionum Hispaniae 
•christianarum Suppl. 1900. 

2) Einen Auszug aus der Konseki-ationsurkunde mit Angabe der Pa- 
■tronate (aber nicht der Reliquien) von 1450 in siebenzeiliger gotischer 
Minuskelschrift zu Valeria ; iiber eine analoge Inschrift mit Angabe der 
Reliquien am Altar zu Brenod (Dicec. Genf) von 1468 vgl. Besson Memoires 
p. 163. 

*) Le Blant, Inscviptions I. p. 29 — 31. 

*) Th. V. Liebenau, Kath. Schweizer-Blätter 1899 p. 167. 



- XXII — 

Zur Einzel- oder Kollektivoedula gehörte jeweilen noch 
ein Zeichen der Beglaubigung, das Zeugnis eines kompetenten 
Kirchenoberen, welches für den sorgfältigen Untersuch der 
Reliquie vor ihrer öffentlichen Ausstellung garantierte. Für- 
neugefundenes oder neueingeführtes Heiltum forderte Papst 
Innocenz III. 1215 päpstliche Approbation ^), während bisher 
die bischöfliche genügt hatte. Auch heute noch genügt diese 
Letztere. Für altverehrte Reliquien sollte es bei der Ge- 
wohnheit sein Bewenden haben, d. h. eine seit altersher be- 
glaubigte Verehrung trat an die Stelle der besondern Be- 
glaubigung. 

Die Garantie des Kirchenobern drückte sich nun aus 
durch die Besigelung der Reliquie ; je nachdem sie in ein 
Bündel, ein Säcklein, eine Tasche, eine Kapsel, ein Glas oder 
ein anderes Gefäss geschlossen war, wurde das Sigel ange- 
hängt oder aufgedrückt. Zahlreiche Beispiele dieser Besigelung 
finden sich noch in den Sepulcren der Altäre, manche auch 
in den Reliquienschreinen der Sakristeien (z. B. in Arth). 

Erst die Neuzeit hat eigentliche Beglaubigungsbriefe, 
die sogenannten Authentiken gebracht (litterse authenticse, 
testiraonia, testimoniales, attestationes). Dies sind Urkunden, 
ausgestellt von Kirchenoberen, deren Name und Titel in der 
Regel am Kopf des Briefs gedruckt sind (schwarz oder rot, 
oder schwarz und rot, oft mit beigedrucktem Wappen). Der 
Text versichert sodann die richtige Herkunft der Reliquie 
(ex locis authenticis), gibt bei römischen Märtyrern den Namen 
der Katakombe ''), in welcher das Gebein gefunden wurde, 
an, beschreibt die mitgegebenen Gegenstände (Blutgefäss, 
Inschrift), nennt den Verschluss mit farbiger vSeide und Sigel 
Es folgt je nachdem die Erlaubnis, die Reliquie weiter zu 
verschenken oder auszustellen und dann Datum und Unter- 
schriften. Tausende derartiger Authentiken des XVII , XVIII. 
und XIX. Jahrhunderts haben sich in Original oder Copie- 
erhalten ; eine grosse Zahl derselben ist im Auszug mitgeteilt 



ij Wetzer und Weite, Kirchenlexikon I. 1882 p. 1731—32. 

-) In den in der Schweiz erhaltenen Authentiken finde ich nur folgende 
zwölf Katakomben erwähnt : von Abdon und Sennen, Calepodius, Callistus,. 
Castulus, Cyriaca, Felix und Adauctus, Helena, Mareellus, Pontianus, Prge- 
textatus, Priscilla, Sixtus. Diese Coemeterien waren von sehr ungleicher 
Ergiebigkeit. 



— XXIII ~ 

in den am Schluss dieses Bandes folgenden Regesten. Die 
Ausstellung von Authentiken wurde in zweifelhaften Fällen 
verweigert ; wie dies der Abt von S. Ulrich und Afra gegen- 
über dem Abt von S. Urban that, zeigt folgendes im Staats- 
archiv Luzern (S. Urban. Littersß varise. Codex 512 V. 
29. 8bris 1706) vorhandene Schreiben : 

Hochw. Hochedler Prälat, Hochgeehrter Herr. 

Auf E. Hochw. an mich behebtes- vom 26. Julj diss 
Jahrs, umb mehrere, oder wenigst etweliche Gewissheit, 
und bericht, dess in überschickhter Abbildung bey dero 
Gottshaus verwahrten Heiligthums des understen Thaills 
eines Menschenfuess, so nach ainiger Relation vor Zeithen 
allhier zue Augspurg von S. Affrä Gesellschaft in einer 
Kirchen gewessen, zue Kriegs- oder Religionsänderungs- 
zeiten aber anderwärtig hingebracht worden sein solle, 
habe nicht ermanglet nachforschen, und absonderlich in 
denen bey meinem anvertrauhten Reichsgottshaus vor- 
handenen alten Skripturen und Dokumenten nachsechen 
zulassen, damit nach verlangen etwan mit einen authentico 
aufwarten, und hierdurch aus sonderbahrer Schuldigkeit 
die Ehr, und Glorj dieser heyl. Gesellschaft hette mögen 
vermehren, und propagieren helffen, alldieweilen aber auf 
angewendten fleiss nichts zu erfahren gewessen, und 
nach bewohnter Tradition gewiss ist, dass der Leichnamb 
der hl. Affrä selbst (ausser etwelich gar klein und gering 
particul) ganz u. unverthaillt under Ihro aufgerichten 
Altar in meinem Gottshaus ruhet, sonsten auch in keiner 
andern Kirch allhier nambhafte reliquien ex societate 
s. Affrse wüssentlich aufbehalten worden. " Alss fallt mir 
nicht möglich mit dem desiderierten authentico, oder ge- 
wissen bericht hierinnfahls zu willfahren, so hierait zuer 
nachricht überschreiben, und göttl. Obsorg unss allerseits 
treuHchst ergebendt verbleiben wollen. Augspurg in S. 
Ulrich u. S Affrä freyen Reichsgottshaus den 29. Okt. 1706. 
Ew. Hochw. dienstbereithwillig Willibald, Abt. 

Betraf eine Authentik mehrere Reliquien bezw. mehrere 
Leiber, so wurden beglaubigte Doppel oder Abschriften her- 
gestellt, damit jeder Empfänger eines Teils einen Beglaubig- 
ungsbrief in die Hände erhielt. Solches gilt z. B. für die 



XXTV — 



Authentik der h. Leiber, welche zusammen verschenkt wurden, 
aber nachher zwischen Muri, Rheinau und Säckingen verteilt 
worden sind ; ferner für die Reliquien, welche der Papst den 
urschweizerischen Gesandten schenkte, die zur Thronbesteigung 
gratuliert hatten. Die durch kaiserliche oder apostolische 
Notare beglaubigten Copien tragen deren Stempel. 





Stempel des b\\ Uolamban Oehsner, 

Apost. Notar 1648—1654 

(Einsiedeln) J/a natürl. Grösse. 



Stempel des Fr. Conrad Hunger, 

Apost. Notar 1650 

(Einsiedeln) 1/2 natürl. Grösse. 





Stempel des Caspar Specker von Wyl, 
Apost. u. KaJserl. Notar 1649 
(Einsiedeln) 1/2 natürJ. Grösse. 



Stempel des Fr. Gerold Müller, 
Apost. Notar 1751 
(Rheinau) natürl. Grösse. 



Zugleich Authentik und Schenkungsurkunde sind 
viele Dokumente des XYII. bis XtX. Jahrhunderts; die 
folgende Probe zeigt, wie Caesar Monti, Kardinalerzbischof 
von Mailand 1648 eine Karl-Borromaeusreliquie authentisiert 
und dem Luzerner Ulrich Dulliker vergabt. Der Originalbrief, 
Papier mit Oblatensigel liegt im Staatsarchiv Luzern. 

Caesar miseratione divina tit. S. V. Marias 

Transpontine S. R. E. Pbr. Cardinalis Moncius 

Scae Mediolanensis Eccl, Archiepiscopus. 

Universis et singulis praesentes litteras inspecturis 
fidera faciraus et attestamur quemadmodum hos quantum 
in Domino possumus respondere volentes, pio devotionis 
affectui, quo sanctum Carolum Cardinalem, olira Sanctse 



— XXV - 

Mediolariensis Ecclesise Archiepiscopum Dominus Ulrichus 
Dullicher prosequitus eidem particulam spongise sanguine 
ipsius s. Caroli imbutse in vase christallino inclusam dono 
dedimus, et consignaviraus, quo raaluerit honesto loco re- 
ponere et collocare. In quorura fidem datum Mediolami ex 
Palacio Archiepiscopali die XI Marcii 1648 Csesar Cardi- 
nalis Montius Archiepiscopus 

L. S. Pro M. N. D. Cancellarius Archiep 

Jo Baptista Drodus Coadjutor. 

Wie die Authentiken apostolischer Notare im XIX. Jahr- 
hundert lauteten, ergiebt sich aus einer Papierhandschrift zu 
Einsiedeln (27 unpaginierte Seiten im Stiftsarchiv). Der Titel 
dieser Sammlung lautet „Porraulare für apostolische Notare". 
Der Inhalt reicht von ungefähr 1850 bis 1881. 

Den Wortlaut einer neuen gedruckten Authentik (Orig. 
im Reliquien archiv des Verfassers) von 1899 Okt. 17. teile 
ich hier mit : 

Universis et singulis Htteras has inspecturis ego infra- 
scriptus fidem facio atque testor, sacras reliquias videlicet 

(Platz zum Einsetzen der Reliquienbeschreibung) 
ex locis authenticis extractas ac in Capsula 

(Platz für die Beschreibung- des Eeliquiars) 
crystallo clausa, filo serico rubri coloris cöUigata, positas 
et mei muneris sigillo munitas esse. In quorum fidem etc. 
Datum in Monasterio B. V. M. Einsidlensis die 
(Platz für das Datum). 

L. g. (Platz für die Unterschrift) 

Notarius Apostolicus. 

Kam die Reliquie am Bestimmungsort an, so musste sie 
von einem zuständigen Kirchenobern daselbst rekognosziert 
werden; es wurde untersucht, ob Verpackung, Schnur und 
Sigel unverletzt seien, ob die Zahl der Gebeine oder Partikeln 
mit den Urkunden stimmte. War etwas nicht in Ordnung, 
so wurde die Recognition, ohne welche die Ausstellung und 
Verehrung der Reliquie untersagt war, verweigert. 

Eine Probe, die Recognition einer Bruderklausen reliquie 
von 173B durch den Nuntius J. B. de Barnis (1731-1740) 
im Staatsarchiv Luzern, lassen wir in Extenso folgen: 



— XXVI — 

(Druck:) 

Joannes Baptista ex comitibus de Barnis abbas Sancti 
Joannis in Vineis, Dei, et Apostolicte Sedis gratia archie- 
piscopus Edessenus, sanctissimi d. n. D. Clementis divina 
Providentia PapseXIL; et ejusdem S. Sedis ad Helvetios^ 
Rhsetos et Valesianos, eorumque Confoederatos et Sub- 
ditos, nee non ad Constantiens : Basileens : Sedunens : 
Curiens : et Lausanens : Civitates , et Dioeceses curat 
Potestate Legati de Latere Nuntius, ac Ejusdem Sanc- 
tissimi Prselatus Domesticus, et Assistens. 

(Hnndschrift :) 

Vniversis, et singulis prsesentes litt'eras inspecturis 
fidera facimus et attestamur, quod nos ad maiorem 
Omnipotentis Dei Gloriam suorumque Sanctorum venera- 
tionem recognovimus partem unius ex Costis Beati 
Nicolai de Flüe Eremitse desuraptara ex ejusdem sacro 
corpore, quod veneratur in Ecclesia Parochiali Saxella,. 
quam sigillo nostro in cerä rubra Hispanica impresso 
undequaqiie raunitam Illirii Dni Landamanus, et Senatus 
Inclytse Reipublicse Subsylvanise Superioris dono dant, 
et concedunt Illinis D. D. Prsetori, et Senatui Inclytie 
-Reipublicse Lucernensis ad effectum profatam sacram 
Reliquiam publice Christi fidelium venerationi exponendi 
in Insigni Ecclesia Oollegiata S. Leodegarij huius civi- 
tatis. In quorum fidem prsesentes manu nosträ subscriptas^ 
nostroque Sigillo raunitas expediri iussimus. Datum 
Lucernsß ex Pal° Nrse Residentise die 10 Mensis Martij 
anno 1733. 

L. S. J. B. Archiep\ Edess"^ NmV. Ap''"^ 

Jo : Bapta Castorio, Can""' Cathedralis 
Curiensis Sac. : Nunt"" Helveticse Oancellarius Regn.. 

Eine weitere Art der Beglaubigung von Reliquien ergab 
sich durch Ausstellung von Urkunden, welche über die Weihe 
einer Kirche, einer Kapelle oder eines Altars ausgestellt 
wurden. In derartigen Dokumenten wurden sehr häufig die 
im Sepulcrum der Altäre oder in den Reliquiaren einge- 
schlossenen Heiltümer inventarisiert. Diese Verzeichnisse 
liegen teils noch im Original vor, teils sind sie von den 
Greschichtsschreibern der Kirche in ihre Chroniken und Nekro- 
logien ganz oder stückweise aufgenommen worden. 



— XXVII — 

In der Regel hat der Abschreiber nur das, was ihm 
wichtig erschien, d. h. den Namen des weihenden Bischofs, das 
Datum, die Heiligen, denen das Gotteshaus bezw. der Altar 
geweiht war, und die Heihgen, deren Reliquien eingeschlossen 
wurden, aus der Konsekrationsurkunde kopiert. ') Aeltere 
Beispiele von derartigen Dokumenten, die in Original, Kopie 
oder Auszug erhalten sind, bieten Pfävers (IX. — XI. Jh.), Ein- 
siedelA (X.), Basel, Schaffhausen, Uster (XL), Rheinau, Zürich,. 
Schuls, Schönthal (XII.), Rheinau, S. Urban, Münster i./Grb. 
und Muri (XIIL). 

Als Proben solcher mittelalterlichen in Konsekrations- 
urkunden enthaltener Beglaubigungen folgen hier drei kurze 
Verzeichnisse von S. Urban 1259 nach Copien im Staats- 
archiv Duzern. 

Im Altar, geweiht inhonore beati ürbani papse 

et martyris : 

De columpna domini in qua flagellatus fuit et Reliquis^ 

beati ürbani papse et martyris 

De vestibus beati Sixti papse et martyris 

Sei Pelagii martyris 

Sei Johannis presbiteri 

beatse Justinse V. 

beatse Unitse V. et aliorum etc. 

Im Altar des h. Johannes B. : 
Beati Ürbani papse et martyris 
De Costa sei Mauricii 
De sanguine Gereonis sociorumque eins 
De ossibus beati Pauli Martyris 
De corpore sei Passiani martyris 
De vestimentis Trutperti M. 
reliquise beati Rahelis confessoris 
Sei Otmari abbatis 
beati Gutberti confessoris 
Sei Magni confessoris 
De legione scarum undecim virginura. 



^) In diesen Kopien kommen gelegentlich Verschreibimgen vor; auch 
die Herausgeber gedruckter Ausgaben haben oft IrrtüuLer beigefügt, wie 
solche allein durch falsche Interpunktion schon entstehen können. 



-- XXVIII — 

Im Altar der Oapella infirraorum, geweiht zur Ehre 
B. V. M. et Thorase Gantuariensis Episcopi : 
De camisia beatee virginis Marise 
De sepulcro domini 
De vestimento domini 
Phihppi apostoh 
Laiirencii martyris 
Marise Magdalenas 
Oswaldi Regis et M. 
Pantaleonis M. 
Valerii M. 

Crisanti et Darise MM. 
Undecim milium virginiim. 

Spätere Weihurkunden sind ungemein häufig ; als Probe 
■eines solchen Instruments aus dem XVIIL Jahrhundert sei 
hier der Text der Urkunde mitgeteilt, welche die Neu- Weihe 
der Klosterkirche von S. Urban behandelt ; das Original liegt 
im Staatsarchiv Luzern, die ersten Zeilen, d. h. das Ein- 
leitungsprotokoll sind gedruckt, der Urkundentext aber von 
der Inscriptio bis und mit den Unterschriften geschrieben. 
(Papier mit Oblatensiegel.) 

Josephus Pirrao ex principibus sanctse Agathse, dei et 
apostolicse sedis gratia archiepiscopus Nicsenus, etc. 

Universis et singulis prsesentes litteras visuris, lecturis, 
pariter et audituris salutem in Domino sempiternam. 
Notum faciraus et Attestamur omnibus et quibuscunque 
quod Nos die 16 mensis Decembris 1717 Ecclesiam 
Exempti Monasterii ad sanctum Urbanum ordinis Cister- 
ciensis Constantiensis Dioecesis in honorem B. M. Virginis 
et S. Urbani Papae, et Martyris consecravimus et in 
majori Altari Reliquias SS. Pii et Cassiani Mart: 

ac S. Udalrici Episcopi inclusimus (folgt Indulgenz 
für 40 Tage). 

J. Archiepiscopus Nicsenus 

Nuntius Apostolicus. 

Jo. Baptista Oastorenus Cancellarius. 

Andere Beglaubigungen von Reliquien sind enthalten 
in den bischöflichen Visitationsprotokollen, die im Verlauf 
von Pastoralen Reisen innerhalb der Dioezese aufgenommen 
wurden. 



— XXIX — 

Hier zwei Proben aus den Bistümern Chur und: 
Sitten : 

Bischöfl. Visitationsprotokoll von 1639. 
(Biscliöfl. Archiv Chur.) '; 

Walenstatt. Reliquiae : De Cruce S. Petri. S. Petri. 
S. Sebastiani, S. Helenas, S. Undecim milHum Virginum, 
S. Septem F'ratrum, S. 10 millium equitum, S. Bernard i, 
S. Georgii, S. Barbarse, S. Dominici, S. Laurentii, S. 
Petri Mediolanensis, Societatis S. Ursulse, S. Christinse, 
S. Oswaldi, S. Plorini, S. Catharinse, S. Alexandri, S. 
Valentini, S. Kunigundis, de raonte Oalvario, S. Joannis 
et Pauli, S. Anselmi, de sepulchro Domini, de prsesepio 
Domini, de Costa S. Callisti Papse magna et insignis 
reliquia, S. Bartholorasei, S. Erasmi, de Costa S. Laurentii, 
S. Chrlstophori, S. Achacii, S. Appollonise unus deus, 
de sepulchro B. V. Marise, Cineres Beatse Emeritse, os 
S. Plorini. 

Sarg ans. In antiqua montrantia SS. Philipp! et 
Jacobi; S. Andrese, S. Oswaldi, S. Bartholomsei, S. Nicolai, 
S. Elisabeth, S. Mauritii, S. Dionysii, S. Guilelmi, S. 
Magni, S. Leonardi, S. Emerencianse, S. Barbarse, S. Galli, 
S. Nicolai, S. 10 millium Martyram, de sepulchro S. 
Marise Magdalenas, S. Maximini, S. Orispi, S. Achacii, 
S. Christophori, S. Erasmi, de sodalibus S. Ursulas. 

Visitatio et Inventarium SS. reliquiarum Ecclesise 

Vallerias. 
Pactum per Reverendissimum et Illustrissimum Dominum 
nostrum D. Adrianum de Riedmatten Episcopura electum 
Sedunensem, Prsefectura et Comitem Vallesy (ad vigorem 
concilii Tridentini, quod .... devotorum, am Rand!) uti 
ad hoc expressam commissionem et ... , habentiura ab 
lllustrissimo et Reverendissimo Domino D. Hyeronymo 
Parnesio Archiepiscopo Patracensi Nuncio Apostolico etc. 
Die festo SS. Simonis et Judae 28. octobris Anni 1642. 

P in Capsula artificiose exterius ornata etinterius pelle virido -) 
argenteoque colore inducta reconditae extant reliquiae- 
subscriptae. 



^) Mitg. von S. Hochw. Herrn Domherj-n Prof. J. Gr. Mayer: 
^) Im Ti'^xt lese ich peUuerclo. 



— XXX — 

Fragmentura ex spongia Domini 

veste ossibusque Sancti Pauli 
ossibus Sancti Mauritii 
Reliquise SS. Marise Magdalenas Jacobse et Salomse 
De sudario Do mini ■' 

De sancto Martino 
sancto Brasrao 

sancta Margareta particula ossis 
De sancto Saturnino „ ,, 

De columna domus in qua Angelus B. M. V. salutavit. 
De sepulcro Domini 

De sede super qua Christus fuit spinis coronatus 
Tres particula ex S. metallo carapanse S. Theodoli 
Bona particula ossis ex brachio S. Theodoli cum duobus 
aliis ossibus simul reconditis in bursa holoserica pur- 
purei coloris 
De quinque panibus ordiaceis quibus Christus pavit 

quinque millia hominum 
De propriis ossibus S. Vincentii Martyris 
particula ex spatula S. Georgii Martyris 
De tumulo SS. Martse et Magdalense 
De terra Campi Daraasceni de qua fuit creatus Adam 
De Ligno S. Crucis 
De raonte Calvario 

ex Costa S. Gruilelmi Episcopi („Guilli") , 
particula ossis ex brachio S. Vallerise Virginis 
ex ossibus S. Constantiss reginse virginis 
ex reliquiis S. Philippi Apostoli 

S. Lucillse Virginis et Martyris 

SS. Rufi et Candidi 

S. Columbani 

S. Yullielmi 
Item particula cranii S. VuUielmi 
ex rehquiis S. Galli 

SS. Sigismundi et Grati 

S. Sebastiani 

S. Othmari 

SS. undecim millium virginum, 

2^ In cistula lignea viridis et anbii coloris Extant reliquise 
incertse prout in alia lignea, similiter. 



- XXXI — 

3** Item in alia cistula lignea cooperta pelle rubra et rotulis 
seneis coiitinentur reliquise incertse, 

4^ Similiter in una cistula habente operculum rotundum 

sunt reliquise incertae 
Brachium deauratum malus continet duas particulas ex 

reliquiis SS. Thebeorura 
Brachium minus Reliquias incertas continet 
Capsa deaurata Sanctse Margare tse continet sub- 

scriptas reliquias os Sancti Necarii (?) de Sancto 

Echerio rege 
Ex undecim millibus virginibus aliquot particulse 
De S. Cordula regina 

De S. Theodia regina filia S. Valerii Regis Hisp. 
Decem frusta S. raetalli ex campana S. Theo doli item 

adhuc una particula 
particula ossis tibiae S. Mauritii et particula ex S. eius 

Legione 
Tibia os S. Anth . . ii ^) Archiepiscopi Lugdunensis os 

tibise S. Oyriaci pontificis 
De sancto Kiliano duce avunculo S. Cordulae 
De S. Joanne abbate socio B. Bernardi Clarayallensis 
ex reliquiis SS. Benedicti, Mauritii et Sebatiani 
De Cruce S. Petri Apostoli 
De reliquiis SS. Jacobi Apostoli, Ciriaci martyris et 

Oornelii 
De sanctis Euchario prirao 
Valerie secundo 
et Agritio 

De sepulcro Domini nostri, de lapide qui fuit in hostio 

monumenti 
De monte calvariee 
De monte oliveti 
De praesepio, ubi Christus natus 
De loco ubi sudavit sanguinem 



episcopis Teverensibus ^) 



^) Wahrscheinlich S. Antiochus, sechszehnter Erzb. v. Lyon. 

2) S. Eiichar, erster B., S. Valer, zweiter B. v. Trier inschriftl. be- 
glaubigt Le Blant I. p. 346 ; Maternus, später B. v. Köln, wo er zuerst 
begr. war, und später n. Trier trf. wurde, ist der dritte B. v. Trier ; Agricius, 
dessen Grabschr. erhalten, lebte 314—332. Le Blant I. p. 324. Eel. derselben 
3 BB. in ders. Folge zu ßettel od. Sierick vgl. Rayss p. 453. 



— XXXII — 

De sepulcro B. V. Marise 
„ „ S. Catharinse 

„ „ SS. Innocentium 

De Beato Blasio Martyre 

De infula S. Thomse Canthuariensis Episcopi, sanguine 
inspersa quando raartyrio affectus est 

De crinibus B. V. Marise 

In cista Lignea seu capsa magna depicta continentur 
ultra quinquaginta tibiae et plures alise particulse' ex 
reliquiis SS. Thebeorum martyrum 

In majori arca plena fere est reliquiis ejusdem Thebese 
Legionis 

Imago argentata S. Catherinse non fuit aperta 

Imago Sancti Theo doli reperta est continere 

Cranium capitis, pers occipitis, et os tibise sive brachii 
eiusdem S. Patroni 

Item eidera iraagini propensum est reliquiariura. argenteum 

continens reliquias 
De cruce Do mini 
De Sancto Andrea Apostolo 
De S. Petro Apostolo 
De S. Bartholomseo Apostolo 
De undecim mille virg(inbus) 
De decem mille raartyribus 
De S. Valentio Martyre 
De S. Agatha Martyre 
De S. Apollonia Virgine 
De S- Brasmo Martyre 
De S. x41bano Martyre 
De sepulci'o Do mini et monte oliveti 
De presepio 

de loco ubi Christus crucifixus fuit et plures alise reliquise 

Imago argentata Bo V. M. continet reliquias 

De sepulcro Domini 
De SS. Cosma Damiano 
De vestimentis S. Christin sß 
De ossibus S. Theodorae 
De veste S. Sulpitii 



— XXXIIT — 

De S. Maria Virg. de Genitrice et de eius veste SS. 

Achilleo, Nereo, Pancratio, Paulo 
Item reliquias S. Mauricii, Joannis, Agricolse Mar- 

tyrum, Theodosii martyris, Placentise Virginis. 
Prgeterea Imago argentea S. Mauricii continet proprias 

reliquias et cranium integrum ex S. Legione 

Thebea. ') 

Weitere Beglaubigungen von Reliquien sind enthalten 
in den Ablassbriefen oder Indulgenzurkunden. In der Dispo- 
sitio des Textes wird denjenigen, welche dem Heiligtum in 
persönlichem Besuch an bestimmten Tagen ihre Verehrung 
bezeigen, unter Bedingungen Ablass verschiedener Art, 
gewährt. 

Eine interessante Probe für eine in einer Indulgenz 
enthaltene Reliquienbeglaubigung bietet eine Urkunde für 
das Chorherrn Stift Zürich vom Jahr 1258 ; da sie bereits ge- 
druckt ist, lassen wir nur das Reliquienverzeichnis daraus 
folgen : 

reliquiis que personam domini nostri Jesu Christi 
spiritualiter contingere videntur et gloriose semper 
virginis marie genitricis eiusdem verum et beati 
petri prinoipis apostolorura pauli Johannis Evange- 
liste Jacobi minoris Bartholomei coapostoloruro 
eiusdem principis Johannis Baptiste Stephan! pro- 
thomartyris Stephan! pape florini ambrosii magni 
Cecilie virginis et aliorum plurimorum martirum con- 
fessorum virginum prophetarum precipue tarnen glorio- 
sissimis reliquiis sanctissimorum martirum felicis et 
regule et exuperantii qui de theleo collegio in 
Turego pro Christo passi de loco sue de capita- 
tionis capita sua in locum prefate ecclesie thuri- 
censis etc. ^) 



') Pap. Uvk. Fol. 4 Seiten gez. S. no. 50. Stockalperarchiv Brig. 
2) Zürcher Urkundenbuch III. no. 1035. 



HL 



— XXXIV — 

2. Verzeichnisse. 

Neben den Beglaubigungen der Reliquien kommen als 
besonders wichtige Quellen der Lipsanographie die ver- 
schiedenen Gattungen von Ver2ieichnissen in Betracht. Wir 
haben solche bereits in offiziellen Urkunden, d. h. den 
Kollektivcedulse, deren Kopien oder Doppel, den Weih-, 
Yisitations- and Indulgenzurkunden gefunden. 

All diese Verzeichnisse sind bedeutungsvoll sowohl durch 
das Vorkommen, wie durch das Nichtvorkommen bestimmter 
Reliquien darin ; sie sind ferner wichtig für die Hagiographie 
indem sie uns zeigen, wie die Bezeichnungen der Heiligen 
sich ändern und mehren. ^) Dass diese Verzeichnisse, wenn 
richtig datiert und kommentiert, genauen Aufschluss geben 
über Chronologie und Geographie der Ausdehnung eines 
Heiligenkultes, braucht kaum beigefügt zu werden. 

•Die Inventare, von denen hier zu handeln ist, haben 
teils gottesdienstlichen teils administrativen, vereinzelt auch 
wissenschaftlichen Zweck. In die erste Klasse gehören alle 
Einträge über Reliquien, die man in den Jahrzeitbüchern 
oder Nekrologien findet ; hier sind die Reliquien jeweilen am 
Pesttag des Heiligen, auf den sie sich beziehen, eingetragen, 
damit ihrer beim Gottesdienst durch besondere Feier Er- 
wähnung geschieht. Zu beachten ist, dass auch derjenigen 
Partikeln gedacht wird, welche in Altären eingeschlossen 
sind, die also weder gezeigt noch herumgetragen werden 
können. Den Reliquienverzeichnissen dieser Art ist als be- 
sonderes Kennzeichen die kalendarische Reihenfolge eigen. 
Zwei Beispiele des XV. Jahrhunderts mögen dies illustrieren; 
das erste findet sich im Jahrzeitbuch von Uster (Pergament- 
handschrift von 1469 ff., Mscr. C. 1 der Stadtbibliothek 
Zürich), das zweite in dem von Büren. ^) 

Uster. 
Pancratii Oirini 

Medardi Ep. Johannis et PauU MM. 



^) Merkwürdige Beispiele bieten die Thebäer vou S. Maui-ice und die 
li. Jungfrauen von Köln; über letztere vgl. Egb. Delpy, Die Legende von 
der li. Ursula in der Kölner Malerschule. Köln 1901. Kap. 1, bes. p. 8 
bis 10. 

2) Mitgeteilt von Hrn. Th. v. Liebenau. 



— XXXV - 



Udalrici Ep. 
Placidi et Sigberti 
Margarite Y. M. 
Marie Magdalene 
:Sixti pp. m. Felicissimi 

et Agapiti 
Aufre M. (= Afra) 
Spina dorsi S. Pelagii M. 

Büren. 



Johannis Baptistß 
Verene V. 
Cosme et Damiani 
Othmari abbatis 
Oecilie V. et M. 
Glementis pp. et M. 
Nicolai ep. 



de brachio S. Mauricii 

Adelheidis imparatricis 

Oswaldi regis 

de aurea porta. 

Barbara virg. 

Katharinse „ 

Isentrudis „ 

Cordnlse „ 

Vincencii mart. 

iPancratii 

de cathedra b. Marie virg. 

de vinculis Christi 

de sepulchro .s. Katharine 



Cläre virginis 
Brigide „ 

Agnetis « 

Walpurgis „ 
Elisabeth viduse 
3 magorum 
Antonii confessoris 
Jodoci „ 

Medardi 
Hilarii 
Georgii 
Cristophori 



in monte Synai 

Ein Verzeichnis der gedruckten schweizerischen Jahr- 
:zeitbücher findet der Leser in Brandstetters Repertorium ^) ; 
die auf Reliquien bezüglichen Einträge des Anniversars von 
Sins im Aargau sind schon anderwärts veröffentlicht. ^) 

Gewissermassen eine Erweiterung eines solchen Eintrags 
ins Jahrzeitbuch ist ein kalendarisch geordnetes Reliquien- 
änventar, das als „Einsidliseher Heiligen-Kalender" im „Drey- 
fachen Bhrenkrantz St. Meinradi ...... Einsidl. 1739 bei 

Eberlin" gedruckt wurde. Laut Vorbericht (p. 3 ff.) setzt 
der Verfasser die Heiltüraer derjenigen HeiHgen, die von der 
Kirche ihren bestimmten Pesttag erhalten haben, unter diesem 
ein. Die Reliquien von den Heiligen aber, die er im Mar- 
tyrologium nicht fand oder deren Fest er nicht kannte, stellte 
er so ein „dass auf jeden Tag dess Jahrs dergleichen zu 
•ersehen -seynd." 



1) p. 208—209. 

2) S. Eeliquien und Eeliquiai-e (vom Verf.) 1896 p. 19—20. 



XXXVl 



Dies ergibt ein Verzeichnis von Reliquien, die über 365- 
verschiedenen Heihgen und Seligen angehören , darunter 
folgenden alten Patronen des Schweizerlandes : 



Jan. 


21. 


Meinrad 


(Einsiedeln) 


März 


27. 


Frowin 


(Engelberg) 


Apr. 


2. 


Notker 


(S. Gallen) 


jj 


5. 


Adelhelm 


(Engelberg) 


Mai 


1. 


Sigismund 


(S. Maurice) 


V 


9. 


Beat 


(Beatenberg) 


)J 


28. 


Thietland 


(Einsiedeln) 


Jün. 


17. 


Himerius 


(S. Imier) 


Jul. 


11. 


Placid u. Sigisbert (Disentis) 


Aug. 


3. 


Benno 


(Einsiedeln) 


J3 


8. 


Reginlinde 


(Ufenau) 


» 


14. 


Eberhard 


(Einsiedeln) 


Sept. 


1. 


Verena 


(Zurzach) 


?> 


11. 


Felix u. Regula 


(Zürich) 


>} 


14. 


Victor 


(S. Maurice) 


)> 


22. 


Moriz 


}} 


3> 


29. 


Adelrich 


(Ufenau) 


Okt. 


1. 


Urs u. Victor 


(Solothurn) 


j) 


16. 


Gall 


(S. Gallen) 


3J 


26. 


Adelgott 


(Disentis) 


Nov. 


8. 


Gregor 


(Einsiedeln) 


j) 


16. 


Othmar 


(S. Gallen) 


V 


17. 


Florin 


(Reraüs) 


Dez. 


3. 


Lucius 


(Chur) 


11 


5. 


Emerita 


»5 



Dies wären Heilige , deren Grab notorisch in der 
Schweiz lag und deren Pesttag historisch beglaubigt ist ;. 
neben denselben aber erscheinen eine Menge neuer Heiliger,, 
sog. Katakombenmärtyrer , deren Todestag unbekannt ist^. 
und deren Feier auf das Translations- oder ein anderes will- 
kürlich gewähltes Datum verlegt worden ist. Hieher gehören^ 

Sinesius (Bremgarten) 
Severus und Lucidus (Einsiedeln) 
Bemba „ 

Vitalis „ 

Pacificus (Pruntrut) und viele andere. 



— XXXVII — 

Dieses gedruckte Reliquienverzeichnis will den Reichtum 
■des Stifts Einsiedeln an Heiltum weiten Kreisen darthun und 
— wenn meine Annahme richtig — zur Wallfahrt und zur 
Verehrung dieser Reliquien einladen, aufmuntern. Aehnlichen 
Zweck verfolgten illustrierte Einzelblätter (Augsburg XV. 
J^ahrh.) und illustrierte Verzeichnisse in Büchern (Andechs 
XVIL— XVin. Jahrh., Wittenberg 1502 und 1509, Halle 1520). 
Andere Inventare pflegte man in den Kirchen aufzuhängen, 
mit der Absicht, den Gläubigen vor Augen zu führen, wie 
viel Heiltum das Gotteshaus berge ; auch hier liegt also ein 
^ottesdienstlicher Zweck vor. Ein solches, zum gelesen wer- 
'den berechnetes Verzeichnis befindet sich z. B. im Dom von 
Mailand ; ein schweizerisches Beispiel aus der Kapelle zu 
;S. Mklausen in Obwalden hat vor zwanzig Jahren der Hw. 
Hr. Pfarrhelfer Küchler kopiert. Es datiert von 1564, wurde 
■durch H. A. Z' baren , Pfarrer zu Sachsein ^) geschrieben 
jund lautet : 

Das Jahrzeit wird alljährlich am 18. Jan. gehalten. 

Verzeichnus der Heiligtumber 
in der löbl. Kappel zu St. Nikiaus (Filiale von Kerns). 

1. Ein schöner Partikul vom hl. Creutz. 2. Vom Pur- 
purkleid unseres Herrn. 3. Ein stuck von dem Oelberg. 

4. Von dem hl. Erdreich. 5. Von ü. lieben Prauwen 
tuechlin. 6. Von S. Niclaus, dem hl. Bischoff. 7. Von 

5. Johann dem Teuffer. 8. Von Sant Anna Haar. 
-9. Von S. Beat dem Schwitzer Apost. 10 Von S. Maria 
Magdalena. 11. Von den unschuldigen Kindlein. 
12. Von S. Andrea, dem Apostel. 13. Von S. Fabian, 
dem hl. Fabian, dem hl. Papst. 14. Von S. Agatha, der hl. 
Jungfrau. 15. Von S. Agnes, der hl. Jimgfrau. 16. Von S. 
Margarethen. 17. Von S. Ursula u. ihrer Gesellschaft. 
18. Von denen 10000 Ritteren. 19. Von denen 11000 
Jungfrauen. 20. Von S. Mauritzen, Märtyrer. 21. Von 
S. Marcus, Märtyrer. 22. Von S. Pranzisci Gürtel. 
23. Von S. Ursen u. seiner Gesellschaft. 24. Von S. 
Christoffel, Märtyrer. 25. Von S. Valentin Bischoffen. 
26. Von S. Hippolito, Märtyrer. . 27. Von S. Erhard 
■Bischoffen. 28. Von S. Oordula, Jungfrau. 29. Von 



*) Ueber Andr. Z'baven \^gl. .Geschichtsfr. Bd. 53 p. 254. 



— XXXVIIT. — 

S. Euphrosyna, Jungfrau. 30. Von S. Itten Erdrich 
und Begräbniss, 31. Von einem Agnus Dei. Mehr Heil- 
tum, deren Nam man nit weiss ; noch mehr, so da ein 
guter Bruder dahir (Waldbruder im Mösh, welches zu 
St. Niklausen gehört) erworben hat. 33. Ein Stük Heil- 
tum von S. Meinrado, dem hl. Beichtiger und Märtyrer, 
der ist der erste Diener Gottes gsin in dem finsteren wald zu 
Einsideln, da jetz U. L. F. Cappel steht, die Gott selber 
eingeweyhet hat mit seinen hl. Engeln in der ehr seiner 
jungfräulichen Mutter Maria hat auch selb das Ambt 
der hl. Messe gehalten ; das hat Br. Jacob, welcher wohnet 
in Unterwaiden ob dem wald erworben von dem ehrw. 
Herrn Adam Abt des lobl. Gotteshauss zu Einsidlen. 
Solches ist geschrieben das die nachkomen wüssen Gott 
in seinen Heiligen zu verehren. Amen. H. A. Zbaren;. 

Zu Kultzwecken dient noch eine weitere Klasse von 
Reliquienverzeichnissen: es sind diejenigen Texte, welche bei 
der feierlichen Zeigung des Heiltums dienten und zum Vor- 
lesen, bezw. zum Ausrufen desselben durch den Vocalissimus 
verfasst worden sind. Ein deutscher Reliquienrodel von 1499 ^) 
enthält am Anfang den Passus „primo denuncietur", zeigt also 
deutlich an, dass er zu solchem Zweck niedergeschrieben 
worden ist. Verzeichnisse der charakterisierten Art existierten 
ohne Zweifel an all den Orten, in denen feierliche Zeigungen, 
stattgefunden haben ; bewegliche oder feste Heihgtumstühle,* 
d. h. eine Art von Baikonen, dienten zu dieser Ausstellung. 
Zu Regenburg veranstaltete Herzog Albrecht der Weise 1487 
eine Zeigung ^) ; den Heiligtum stuhl daselbst zerstörte der 
Pöbel 1521. ^) Bekannt sind die Zeigungen der grossen 
Heiligtümern von Rom, Aachen *), Trier, Köln ^), Corneli- 
münster, Mastricht, Magdeburg. 

In Besangon hat man noch im XVIII. Jahrhundert am 
Turm der Kathedrale vier Balkone zum Zweck der Zeigung 
des h. Schweisstuchs erbaut. ^) 



') Von Dietkh'chen, Eedlich in Annalen des hist. Vereins f. d. Nieder- 
rliein. Heft 29. Köln 1900. p. 139. 

2) Coelestinus Abb., Mausoleum S. Emmerami Ep. et M. Eatisp. 1680. 

3) Sacrarium S. Galli IL p. 704—705. 

*) Gedruckte Verzeichnisse aus dem XVI. bis XIX. Jahrb. noch vorhanden. 
^) Castan, Besangen p. 56. 



— XXXIX — 

Administrativen Zwecken diente wohl die grosse Mehr- 
zahl der Reliquienverzeichnisse. Die kirchlichen Behörden 
wollten wissen, was für Heiltum in jeder Kirche vorhanden 
war und legten also Rodel an, die beim Wechsel der Geist- 
lichen, nach Bränden, Beraubungen, Diebstählen mit dem vor- 
handenen Bestand an Reliquien, verglichen werden konnten. 
War irgend ein Stück entfremdet worden, so ward es im In- 
ventar gestrichen, war Viel -in Wegfall geraten oder Viel hinzu 
gekommen, so wurde ein Neues angelegt. In Reliquienrodeln, 
die als Inventar oder Kontrollliste dienten, kehrt gelegenthch 
der Ausdruck „haberaus" wieder; als Beispiel für diese Gattung 
seien hier drei ungedruckte Dokumente von Engelberg ^) mit- 
geteilt. 

Pergament- Blatt. 
15x22 cm. Schrift des XII. ,1. 

De tabula super quam dns comedit piscem assum et 

favum mellis. I^' s. Cypriani et cornelii. i| 1^ s. Arbogasti. 

}]> scör. m. Desiderii & Reinfridi. Justine v., Margarete 

V. & m. II De capilhs sc^ Mari^ magdalene. Anastasi^ 

V. & m. R' sc§ Agathe v. et m. ^ sei Marci || ev. 1^ s. 

Quirini. m. R s. Praxedis v. Bi s. Clementis EE. et m. 

De sepulchro dni. l]i s. Chonradi e. 1^ i. Eugenie v. i|/ 

s. Verene v. 1^ sc^ Regale v. et m. 1^ 's. Adelheide (sie) 

- V. ^l 's. Alexandri et Theodori m. 1^ s. ürsi et sociorum 

eins. De monte Calvari^. De sepulchro dni. ^i s. Jacobi 

apli. 1^ s. Tiburcii m. R s. Mauricii m. il i. sei (!) Se- 

bastiani m. Undecim virginura de colonia. 1^ s. Mauricii 

et Sociorum eius. 1^ s. GalH c. I^ 's. Cyriaci m. il/ s. 

Martini epi. et c. 1^ s. Gregorii pp. ^> s. Desiderii. De 

vestimentis i. Johis bapt. 1^- s. Georgii ra. De vesti- 

raentis s. Mari^ dei genitricis. ij.- s. Laurencii m. R' s. 

Johis Bapt. ^! s. Benedicti abbatis. IJi 's. Pantaleonis m. 

^! "s. Ursi m. ^! "s. Mauricii rä. De capite Mathei apli. 

De sociis s. Mauricii m. De cruce dni. De sepulchro dni. 

II' s, Mauricii et Ursi. De hgno dni. I^- virge Aaron & 

Moysi. ]^ "s. Mathei apli et ev. i).- ^. Clementis pp. et m. 

1^ s. Johis ev. I^ s; Erasmi rä. et pont'. I^' s; Benedicti 

abbatis. ^i J. Luxorii m. ^j W. Sebastiani m. 1^ s. Cornehi 

pp. et m. De hgno dni. Theodori m. Helene regine. 



1) Kopiert von S. Hochw. H. P. Ign. Hess. 



— XL — 

i^ Fabiani pp. et m. I^ Margarete v. I^ s^ Blasii epi et 
m. Undecira millium virg. Stephan! pp, et m. Afrse m. 
i^' undecira milium virg. 1|' Pancracii m. J^ Bartholomei 
apli. Sei Genesii rä. De sociis s^ Mauricii. De oleo Diraittrii 
(dimuiru) m. IJ/ s^ Mari^ matri dni. 1^ protomart. Stephani. 
Johis apli et evang. 1^ Bartholomei apli. 1^ Desiderii. 
R. s^ Andree apli. ^i 's. Marcelli pp. et in. Vy Petri et 
Pauli aplor. ^> 's. Georgii m Johis et Pauli. T^ 's. Thome 
apli. 11' s^ Stephani protom. 1^ 's. Blasii m. IJ^ s^ Gregorii 
pp. Costa Amarini m. 1^ Natalie v. Ji^ s^ Benedicti 
abbatis. 11' Concordi^ m. II s. Maioli abb. 1^ 's. Sebastiani. 
Megenradi rä. 1^' Pelagi m. Deicoli ö. I^ Antonii primi 
abbatis. De cruce dni. I^' Ypoliti epi. et m. R- "Leonis pp. 
R' s^ Maximini epi et e. 1^- s^ Pancracii et (!) m. i\> W. 
Candide v. 1^' Columbe v. et m. De capite Victoris m. 
Thebei. 1^- Gecilie v. et m. R Pantaleonis m. Reliqie. s^ 
Gerdrudis v. et m. (!) 11 sl Alexandri pp. et rä. Ypoliti rä. 
Amati e. De c. s^ Mauricii rä. R s! Paulini c. Nolanensis 
epi. R Vitalis m. Thebei. De sarcofago sT Odalrici. }^ s'. 
Regule V. et rä. 1^' [de] capite (sie) s^ Stephani pp. et m. 
De dalraatica s^ Odalrici. 1^ Epiphanii epi et ö. I^- Lazari 
epi et rä. De s^ cruce. 11 s! Laurencii. Sei Vincencii m. 
Soor. Johis et Pauli. Sei Pancracii. Ypoliti rä. I^ sT Pla- 
cidi et Sigiberti (sie). Materni epi. De dente s^ Christo- 
fori m. R s^ Senesii rä. 11 Fabiani pp. et m. 1^- s^ Romani 
m. R Theodor! pontificis. De sepulehro dni. De vestimento 
sT Benedicti c. 

Preter has reliquias habemus sca cruce. De omnibus 
apostolis. De 11 s^ Johis b. S. Stephani protorä. S. Georgi 
rä. S. Johis et Pauli. S. Leudegarii m. et p. S. Ypo- 
Uti rä. S. Innocentum. S. Agne. S. Lueie v. S. Afre. 
S. Felicis et Desiderii. Reginfridi. Mauricii socio- 
rumque eius. Johis et Pauli. Gregorii. Martini. Nicolai. 
Leonard!. Martialis. Eucharii. Benedict!. Auctoris. Imerii. 
Sigeberti. Agathe et Regule. R s. Beati cf. 

Pergament-Blatt. 
15,5 cm. X 21 cm. Schrift des XII. J. 

Reliquie s. Just! rä. ll- s. Afre rä. 11' s? Desiderii rä. 
et epi. De cruce dm. De cingulo s. Marie. De vestimentis 
s. Johis II Bap. R Andree apli. Stephani pp. et rä. 



— XLI — 

Qornelii pp. et rä. Alexandri pp et m. Calisti pp. et in. 
Symonis et Jude aplor. H S., alba ossa s? Symonis. Re- 
liquie iude. Galli cf. Secunde v. Leodegarii m. Meinradi 
m. Leonardi cf. Genesii m. Viti rä. || S. Crucis. S. For- 
tunate v. et rn. Georgii rn. Agne (sie) m. Bertini cf^ 
Cyrini m. Teoponti rä. Stephani protom. Thebeorum et 
aliorura martirura scör. Ypoliti m. De spongia dni et 
de sanguine dni. Reliquie s. Petri (PeJ) et s^ Felicis. Cor- 
nelii. De costa s. Alexandri pp. et rä. Terentii rä. et epi. 
Christicole v. Scarä. virginum colon. Sei Nicolai cf. Sil- 
vestri pp. Antonini rä. Albini rä. Pelagii m. Blasii epi. 
et rä. Laurencii rä. Sebastian! rä. Bonifacii epi et m. 
Mauricii rä. Item Thebeorum rä. Christofori rä. Primi 
et Feliciani rä. Felicissimi et Agapiti. Cosme et 
Damiani. Scör(ura). Innocentum. Eucharii et Valerii 
epor. et cf. Agathe v. et rä. Radegundis v. Afre rä. De 
cingulo s. Mari^. De sepulchro dni. De lapide asperso 
sanguine dni. De lapide, de quo ascendit dns in c§lum. 
De lapide, ni quo sedit dnus quando ieiunavit. De s. 
Pide rä. Andocii rä. Gariraani rä. Scör(um). Innocentum. 
De police et de medio. De sex ydriis. Pelagie, que pec- 
catrix appellatur. De costa scör(um), Innocentum. ll; s. 
Maroellini et Petri. Agatius m. (über der Zeile) cuius 
reliquie sunt hie. Multum vaiet contra ignem. Reliquie 
s. Blasii m. Ypoliti m. Vincentii m. See Verene v. S. 
Sabine v et rä. S. Margarete v et rä. S. Gypriani m. 
4' s. ürsule V. et rä. Meinradi rä. S. Basilidis et Nico- 
medis rä. Vincencii m. De corpore s. Materni cf. et dens 
eins. Portunati epi. De corpore Petronelle v. et rä. S. 
Augustini (über dem Worte). De digito. Emerenciane v. 
et m Marci ev. Meginbodii rä. Euticii et Eutricii m. 
Portunate v. et m. De corpore s. Nicolai epi. Reliquie 
s. Odalrici cf. Willibaldi. Vundebaldi (sie). Afre rä. Wal- 
purge V. Wibradis. De corpore et catena et cilicio s. 
galli cf. Reliquie s^ Nicolai cf. Reliquie s? Leonardi. Cosme 
et Damiani. ^) Oswaldi m. Sei Ursi m. De vestimento sc^ 
Mari?. De capite Ursule v. et rä. Reliquie sei Petri apli. 
Ööi Andrej apli. Stephani protom. Sei Martini epi. Sei 
Theodori Sedunensis epi. De brachio sei Sulpicii archiepi. 



Yon hier beginnt eine andere Hanrl. 



- XLIl ~ 

Thebeorura mm. Dens sei Chonradi. ') De cruce dni. Sei 
Laurencii m. S. Georgii m. S. Nicolai epi. De sepulchro 
dni. De sepulchro s^ Marie. De lapide nativitatis dni. De 
lapide, ubi dns patrem adoravit. De monte Synai. De loco 
Getsemani. De porta aurea. De tabula dni. De tabula, ubi 
dns cum discipulis suis cenavit. De petra ubi dns in 
templo presentatus est. De capillis se? Marie Magdalene. 
De capillis sc^ Marie matris dni. I^ Abacuc prophe. De 
lectulo s. Marie v. R- scarü. virginum XI railium. S. Ste- 
phani protomatiris. Philippi et Jacobi. Cecilie v. De vesti- 
mentis sce Marie v. Pancracii m. Agnetis v. et m. 
^l sce Margarete v. R scör(ura). Innocentum. 

Pergament-Blatt. 
23x18 cm. Schrift des XI.— XII. J. 

Reliquie sei. Andrej apli. Victoris Thebe^ legionis. 
Bartholomei apli. Georgii m. Marci ev. Natali^ v. Clematii 
epi et cf. Julian!? || v. et m. Laurencii in. Maximi epi. 
De scis Innocentibus. Abundii m. XI milium virg. Pantuli 
epi et m. Ralbin^ (sie !) ^) v. et m. Torpeiadech v. et ra. jt 
Bartholomei apli. Bobili? v et rn. Bonosi epi et iii. 
Scör(ura) Zachari(j et Abacuc prophetar(ura). Reliquie sei.. 
Andrej apli. Laraberti. Laurencii m. || Vincentii m. 
Bartholomei pli. Punorai^ (sie) Xi v. mil. rirg. Adel- 
berti epi. et m. Marci cf. Dign^ m. Nicolai epi et cf. 
Gereonis fh. Laurentii m. Johis Bapt. Gregorii pueri 
et m. Meginradi m. Numiani m. Ciriaci m. Afre in. 
Leonide v. Gordiani et Epimachi. Jacobi apli Punomi^ 
(sie !) ^) m. Quiriaci m. Sebastiani ra. Martini epi. Anastasie- 
V. Blasii epi et rä. Stephani prötom. Balsad^ v. et in- 
Gereonis rä. Decali cf. Theodori m. Gothardi epi et cf. 
De cruce s. Petri. Sei Theodori epi. et cf. quatuor partes. 
Dens sei Johannis Baptiste. Digitus s. Ursi Os sei. Mau- 
rici. De manu sei. Marci^ Reliquie scor(ura). Philippi et 
Jacobi. Agnetis v. Sei Justi epi. et m. Sei Stephani 
protorä. Scör(um). Nichodemi (sie !). Gamahelis et Abibon. 
De terra sanguine Thebeorura perfusa. Reliquie scör(um} 
Thebeorum. Sei Silvestri p_p. Sei Irenei Lugdunensis epi. 



') Von hier bis zum Schluss dritte Hand, doch gleichzeitig mit dea 
andern. 

2) Soll heissen Balbine. 

3) Soll heissen Eiinomie. 



- XLIII - 

et in. Reliquie scör(um). Thebeorum. See Marie Magda- 
lene. Sei Georgii im Sei Petri. Sei Pancratii. Söi Cleraentis.. 
See Lucie v. See Cecilie v. See Blandine v. Potini Lugdu- 
nensis epi et m. Sei Agendi abb. Sei Stephani protorb. 
See Marie Magdalene, 

Ein deutsches Exemplar eines Reliquieninventars findet 
sich auf einem Papierblatt im Staatsarchiv Luzern. Es lautet :; 

Das Heiligthumb In dem grossen guldinen 
Cruz Im hoff. 1460. 

Item die nach geschriben heltum ist in dem grossen 
guldinen Cruz des ersten von dem heiligen crüz. Von 
dem heihgen Grab von unssers herren Krüpff von 
unser fr Owen grab. Von der sul da unsser Herr an- 
geislet wart. Von sant anders crüz von den zwölff' 
botten sant petrus und sant paulus sant andreas. 
mathie. philippi. jacobi. Von sant johans evange- 
list. Von sant Johans baptist. Von sant stephani 
des martyrers Ursen, laurentien. clemens. cornelien. 
marcellen. dyonisien. gereonis. Blasii. santLeode- 
garien. Cosmas und Damianus. ypolliten. sant 
Cristofers. Apollinaris .... Cirillen. placidi. kiliani. 
Candidi. sant Silvesters zan. Nicolai. Johannis 
crysostomi. sant joders des byschoffs. hyraerij. 
Amandi vedasti. Rumialdi eins bischoff maioli eins 
apts. Von den jungfrawen. sant agnesen. anastasien. 
lucien. ursula. primota. coluraba. Barbara. Verena. 
Sabina. wolsinde. maria magdalenen. Item nu in 
dem sarch den man umb treit zuo den hochzitten die da 
ligent in den ledlinen und seklinen. die man nämlich 
verschriben vindet. Item des ersten, der palmen so unser 
herr in der hand truog ze ierusalem von dem sacrament 
als unser herr segnete do er ze himel fuor. Von sant 
meinr(ad). sant georien bein. sant gotharz eins bi- 
schoffs. sant laurencien. sant blesis heltum. Und von 
fruchten der bömen glich als ein Epfel. de caligula sti 
desiderii von sant uolrichs gewand von sant desi- 
derien gewand. Von sant vencslaij ketten. Von sant 
beiden, victoris mauricii. sant Stephans ripp. Von 



— XLTV — 

eins erzbyschoffs rodonensi. ^) regln fr idi ein archdijacon. 
fedasti. Von sant fortunate Hb.- gundule. Sant 
agathen. sant agnes. sant afra. von sant willibordi 
des bischoffs schuon. Benedicti widonis santpantha- 
leonis. sant fridli. (jrisile. briccij. columbani. Von 
uns er s herren grab, ein stein von dem berg thabor. 
des ertrichs da unser herr ze himel fuor. des steins von 
dem berg synay. Cecilie Galli. Von sant carponien lib. 
candidi jacobi stephani. von sant peters bluot. 
sant Stephans, eugenij. exuperij. der XI tusend 
megden. Justine und justi eins martyrers von sant 
regulen vinger de(s) zeigers. Von sant thomas corporall 
und von mantell- Sigismundi. von sant desiderien ripp. 
Von sant agathen brüsst. Von unser frowen grab sant 
Ottilien. eraerencian. marie magdalene. sant sco- 
lastica. Von sant peters sessel. Von sant Johans des 
taeuffers haupt. Von dem heiligen- crüz. Von sant 
Johans ewangelisten gewand. von lazarus grab, von 
dem stein da das heihg crüz in stuond von sant johans 
ewangelisten messaohel. Von sant petrus und paulus 
und an dreas gewand. sant Jacobs messachel. Vincencii. 
evencii. oswaldi. pancracij. eucharij. germani. 
Von sant Gregorien des papsz gewand des purpurs 
kleit so unser herr wart angeleit do er die marter leid 
in pretorio. Eririch von des Jordans fluss. sant martis 
hirnschal, sant Stephans stein damit er die raarter leid 
als er versteinet wart. Von der sthellen da unser herr 
das nachtmal nam mit siiien jungren. Des steins da unser 
herr bekand. sant petrus da uff er do tratt. sant se-. 
bastian. Von den fünf brotten. ain anders heltum das 
auch in dem selben sarch ist das man nüt von verschriben 
vindet. des rae ist denn das man verschriben vindet. 
Item in einem kupffrinen ding verwürket heltum des 
ersten, sant clemens des bapsts. sant claren. der X 
tusent martyer ; chrispine (?) und martini mauricij 
agnetis thymotei. Nicolai, veidnen der unver- 
schultten Kintlinen. von dem crüz sant petrus sant 
andres barbare cecilie. sant paulus des ersten ein- 



^) ßegenfried ist der Archidiakon des weiter oben angefttlirteu b. 



-Desiderius, Biscbof von Ebodez. 



- XLV — 

sidlers. panthaleons Erasmi berhardi. Von dem stein 
als unser herr sinen jüngeren die füss wuosch. lau- 
rencij. sant margarethan zan sant agathan milch. 
Item und alsus wol Villi jungfröwen höpter der jr 
namen nit geschriben ist. 

Item in der kuppfrinen monstrans jn dem altar des 
chores ein torn der Coronen unssers herrn der jm in 
sin götlich haupt wart getrukt. Item des oeles sant 
Kathrinen in einem glesslin das man sicdttenklich mag 
sechen in der selben monstrans hinder dem altar und 
alssus vil helturas da bij sant Valentins und anderes 
heltum. noch hat man nit erzellet das heltum in dem 
grossen crüz uff dem heiligen crüzes altar. da auch vil 
heltums jn verwürket ist. Item in der grossen monstranz 
in der silbrinen. fant Leodegarien unssers Huswirz 
kinbag jn einem roten lüderlin. da mit man die lüt be- 
strichet so man sant leodegaren bette uff nimpt. 

Basel, S. Andreas 1459. 

Item diss ist das heltdum in der Kappell zu sant andress. 

under den Kremern. 

« 

Item des ersten so ist in dem Krütz des heiligen 
krytzes do god angemartelt wart, und ist öoh von sant 
andress krütz dar ynne Item aber ist in diser Kappell 
heiltum von sant lucien und von sant ottiligen und 
von sant Erhart und von sant Johans baptisten und 
von sant nicolaus und von sant margreten und von 
sant jocob dess heiligen zwölff hotten und von sant, 
johans und von sant paulus und von sant laurencien 
und von sant bernhart und von sant Valentin und 
von sant mauricien und von sant desiderien von den 
einliff dusent megten ^) von sant mathis und von 
sant alban von sant panthaleon und von sant appol- 
lonien von sant morant und von sant nicolaus öln 
und ein zan von sant nicolaus von sant Regine und 
von blesien von sant joseb von armatia von sant 
cristofolus finger von sant martin von sant fydin 
von sant osswald von den zehen dusent RittererL 



*) „zwentzig und nun megten liöbter" a. a. o. Fol. 158. 



— XLVI — 

undvonsantanthonienvonsaiitonuferenundvonfabian 

und Sebastian von sanfc arbogast ') von sant Urselen ein 

martelerin von sant patricien und von sant wendeling 

von sant barbelen und von sant anastasien und von 

sant marien magdalenen grab und von dem ertrich 

do god ward gemartelt und dess ertriches do god adam 

usss geschüff und des erdriches do god uff zu himrael 

für und fil ander grosss heiltüra dass hie nüt geschriben 

stott. 2) 

(Papierhsclir. St. Andreas B. Fol. 148-149. St. A. B.) 

Inventare dieser Art wurden gerne in die Kirchenbücher 
eingetragen ; zu diesen gehörten ausser den Jahrzeitbüchern 
auch die Urbarien. Die Form solcher Einträge geht aus den 
nachfolgenden deutschen Verzeichnissen hervor : 

Malters. 
„Urbar aller Pfunden" Ms. Luz. p. 332. 

1453. 

It. so hat H. Michael von Meggen burger zu Lucern 

disser kirchen nachvolgends heiligthumbs vergäbet, 
Erstlich von dem grab unsers Herren, unnd von dem 

erdtrych doselbsten. 
It. von dem Ölberg 

It. von der Kripffen darin unser Herr gelegen 
It. vom fusss S. Maria Magdalena 
It. von dem Stein dorin dass Heilig Crütz gestanden 
It. von dem grab unser lieben frowen 
It. von dem berg da Vnser lieber Herr von dem bösen 

geist ist versucht worden. 
It. von dem Erdtrych da S. Jörgij mit dem trachen 

gestritten unnd des königs toohter erlösst hatt. 
It. von dem erdtrich da unser Herr geboren ist worden. 
It. von der p orten durch wölche Christus am Palmtag 

yngeritten ist. 
It. von allen orten an wölchen unser Herr gefangen, 

gegeisslet, gecrönt unnd gecrütziget worden ist. 
It. von dem stein unnd ortt an welchem der heilig geist 

uff die Jünger kommen am Pfingstag. 



1) „ein liöltzin arm vergüldt" a. a. o. Fol. 155. 

2) „Itein ein höltziu höbt do sant mathis heiltum inne ist" a. a. o. 
Pol. 155. 



— XLVII — 

It. von einem stein deren damit S. Steffan versteiniget 
ist worden, unnd ist der stein bluttig. 

Unnd ist solche Vegabung geschehen der kilchen von 
Malters von dem obgemelten H. Michael von Meggen 
Im Jar 1453. 

Malters. 

„Urbar aller Pfründen" Ms. Liiz. 332. v. 

1538. 

Darnach Im 1588 Jar band ettliche Kilchgenossen von 

Malters walfarten gan Rom gethan, unnd hand der kilchen 

daselbst volgends heihgthumb erworben. 

Erstlich von S. Anna schulteren 

It. von S. Matheusen dess Apostels unnd Evangelisten ryp 

It. von S. Andesen des Apostels schinbein. 

It. von S. Oecilien haupt 

It. von S. Niclausen schinbein. 

It. von S. Calixten 

lt. von S. Sebastians arm 

It. vom Haupt S. Stephans Bapsts unnd Märtyrers. 

It. vom Haupt 8. Fabians „ „ „ 

It. von S. Anthonien Haupt. 

It. von den heupteren der heiligen Nerei unnd Achillei 

It. von S. Lucina 

It. von S. Valentine des martyrers ror am schinbein 

It. von S, Valentin a der heiligen Jungfrawen haupt. 

It. von den X" Ritteren. 

It. von den VII schlafferen. 

Item so hatt auch geschenct der Streng vest Juncker 

Niclaus von Meggen ein Agnus Dei von Rom und 

eins von dem heiligen grab. 

Die Inventarisation und Bewachung der Reliquien und 
ihrer Zubehörden ist Sache des Ousfcos. Dieser hat bei Ueber- 
nahme des Amts einen Eid abzulegen; ein Beispiel des jura- 
mentum custodis, wie er in Zurzach im XV. Jh. üblich war, 
findet sich im stiftischen Kopialbuch zu Aarau (p. 57). Je- 
veilen beim Amtsantritt eines neuen Gustos, Subcustos oder 
Thesaurarius wird das Inventar verifiziert, bezw. ein neues 
aufgenommen. Dasselbe bezieht sich häufig mehr auf die 
kostbare Fassung der Reliquien, es wird also aus dem Heil- 



— XL VIII - 

tums- ein Schatzverzeichnis. ^) Dokumente dieser Art bieten 
Zürich (1333), Konstanz (1342), Sitten (1364), Lausanne (1441), 
Basel (1477, 1511), Moutier (1530), Lausanne (1535), La Lanc& 
(1537), S. Maurice (1550/72), Augsburg (1582), Luzern (1609), 
Rheinau (1704), und unzählige andere Orte. Als Probe sei 
hier das Schatzverzeichnis abgedruckt, welches bei Anlass 
des Amtsantritts von Rudolf Brun, zum Thesaurius des Gross- 
münsters gewählt im Jahr 1333, niedergeschrieben wurde. 

Zürich. 

Orig. Pergamentrodel ii. 263 Pv. St. A. Z. 

Hic est subnotatus thesaurus ecclesie prepositure Thuri- 
censis qui assignatus est hon . . . dno Rudolfo Brun "'} 
dicte ecclesie Thesaurario qui electus fuit a . . capitulo' 
anno domini millesimo CCC" XXXIII. V. kl. martii 

Indictione prima. 
Una crux argentea deaurata cum lapidibus preciosis-- 
nu(mer)o CLXXX pt. perlas et cristall. 

In qua quidem cruce pendebat alia crux parva 
argentea et deaurata sirailiter cum lapidibus preciosis 
in cathena argentea. 
Item alia crux cristalHna cum brachio sei an drei argenteo 
deaurato 
„ „ „ argentea deaurata quse solet portari ad 
cancell. cum lapidibus preciosis. 
Item alia crux argentea cum lapidibus quse solet portari 

in petitionibus ad sctum Leonhardum. 
Item crux que portatur diebus dominicos in processione 

quse fit in ambitu. 
Item crux que portatur adinfirmos cum sacro oleo iunguntur. 
Item duo plenaria cum lapidibus preciosis. 
„ unum plenarium sine lapidibus quo utuntur dorainicis- 
diebus Item libri omol. Sancti Karoli qui sunt 
in libraria. 



1) Dasselbe geschab bei der Glaubenspaltung und der Eevolution, über- 
haupt in unruhigen Zeiten, in denen das kostbare Material der Fassungen 
Gefahr lief oder in den Schmelztiegel wanderte. Vgl. „Rechnung was von 
dem Hailgtum des mönsters zuo Sant Gallen an Gold und silber nach aller 
schaidung und abschabung worden ist". 1530. Eidg. Absch. IV. l.b. p.752 — 753* 
Ein Verzeichnis der 1798 zerstörten Schätze von Beromünster in Kath 
Schweizer-Blätter 1898 p. 411. 

2j M. G. H. Necrol. I. p. 585 : Dez. 2. : Anno 1362 gestorben. 



— XLIX — 

Item V libri matütinales unum estivale et aliud hyemale. 
,, unum über raatutinalis de festivitatibus sanctorum. 

Item Graduale musicum. 
„ unum liber dictus Ludermarkt. Item psalterium 

beati karoli. 
,, libellus orationum beati karoli scriptus cum litteris 

aureis. Item liber raissalis dictus Winterteil. 

li(abe)t nunc prebendarius altaris beati blasii. 
Item duo capita sanctorum felicis et regule argentea 

cum sortis de lapidibus preciosis. 
„ vasculum vitreum sanctorum martirum felicis et 

regule 
,, capud sancti placidi argentum. Item brachium 

sancti symeonis Justi argenteum. 
,, cristallus c,ura terra de sanguine mixta. 
„ ,, „ deritibus sanctorum felicis et regule. 

. „ „ „ reliquiis sancti nicolai. 

„ „ corporis christi. 

,, „ cum pollice sancti karoli ^) cum lapidibus. 

Quinque sunt cristalli nu(mer)o. 
,, rota sanctorum Galli et Othmari cum lapidibus. 

Iteraleo argenteus cum reliquiis sancti m artin i. 
„ tria scrinia clausa cum reliquiis diversis quorura 

clayes reconditi sunt cum sigillo capituli. 
„ duo scrinia cum capitibus undecim milium vir- 

ginu.m. 
„ V calices cum suis patenis singulis. 
„ tres lapides vulgo dicta psetstain ^) quorum unns de- 

nominatur lapis beati cosrae. 

Zu administrativen Zwecken, speziell zum Nachsuchen 
und Nachschlagen wurden auch Reliquien Verzeichnisse in 
Form von alphabetisch geordneten Registern angefertigt. 
Solches geschah, wenn man alle auf Reliquien bezügliche 
Dokumente gesammelt und in chronologischer Folge in Bänden 
kopiert hatte. Um nun eine Uebersicht über das Vorhanden- 
sein oder Nichtvorhandensein von Reliquien, dieses oder jenen 
Heiligen zu ermöglichen, wurde solch ein Verzeichnis not- 

*) M. Gr. H. Neerol. I. p. 565: Mai 6. : Gerandus edituus quondara lator 
iiüiqiüarum S. karoli ob. 

2) Betstein, d. i. Tragaltar. 

IV 



— L — 

wendig. Je nachdem bildet das Register eine oder mehrere 
Reihen. Unter Umkehrung der offiziellen Klassifikation beginnt 
das Register von Engelberg, verfasst vom spätem Abt Pla- 
cidus Knüttel um 1615, mit den Reliquien der h. Jungfrauen 
und Witwen, darauf folgen die der Bekenner und Kirchen- 
lehrer, die der Märtyrer (und Märtyrerin en), der Propheten 
und Apostel, und den Schluss bilden die Andenken an die 
glorreiche Jungfrau und den Herrn. In Engelberg ^) wurde 
ferner vor 1669, in S. Gallen 1693, in Einsiedeln im XVII. Jh. 2) 
und 1763^), in Rheinau 1743 ein einheitlicher, alphabetischer 
Index zu den Reliquiensammlungen und Büchern verfasst. 

Rein wissenschaftlichen Zwecken dienen diejenigen Ver- 
zeichnisse, welche seit 1896 von den Mitarbeitern des Ver- 
fassers und von diesem selbst in zahlreichen Kirchen der 
Schweiz sind aufgenommen worden ; sie beruhen in der Regel 
auf einer Kopie der sichtbaren Zeddel, die in topographischer 
Ordnung aufgeführt sind. Nur in vereinzelten Fällen war, 
wie beim Churer Inventar eine chronologische Anordnung, 
entsprechend dem Alter des Schriftcharakters, möglich. 

Zur Kennzeichnung der Verzeichnisse im Allgemeinen 
sei hier noch folgendes beigefügt. Wo kein besonderer Zweck 
eine bestimmte (kalendarische, alphabetische, topographische 
oder chronologische) Anordnung erheischte, da galt als Norm 
für die Reihenfolge in der Aufzählung der Reliquien der 
Rang der Heiligen. 

Diese normale Rangfolge ^) für die Andenken und Ueber- 
reste der Heihgen ist folgende : Christus, Maria, die Erzengel, 

^) Aufgenommen als Index zu einem Hierogazophylacium von P. Bona- 
ventura t 1669. 

2) Index Libi-i SS. Eeliquiarum. Paphdschr. in 4". 

^) Iudex SS. Eel. quse in Sanctuario nostro Einsidlensi asservantui' et 
])ie coluntur 1783. Ms. A. T^D. 31. p. 3— 40. Er enthält nur solche Eeliquien, 
•deren Authentiken im Archiv vorliegen. 

*) Vgl, hiezu den Kang in den Hymneu : innocentes, martyres, pontifices, 
monaehi, eremicoli, confessores, virgines, viduse, conjugati. Mone III. p. 8/9. 
prophetae, apostoli, martyres, confessores, virgines. Mone III. p. 17. ÄhnUch 
Ic. I). 21. Ferner die Reihenfolge der Heiligen im ordo commendationis 
animse Eituale Constant. 1775 p. 194. Als klassisches Beispiel für eine noch 
ausführlicher gehaltene Eeihe sei die Allerheiligen-Litanei zitiert. Sie findet 
sich gedruckt im Vade mecum religiosi Einsidlensis. Campidonse 18ü2 
p. 106 — 109. Vgl. auch die Litanei der Georgs- (oder Eeliquien-)Prozession 
obenda p. 116—122. 



— LI — 

der Täufer, alle Patriarchen und Propheten, die Apostel, 
Evangelisten und deren Schüler, die Märtyrer, Päpste, Bi- 
schöfe, Bekenner, Mönche, Eremiten und Jungfrauen. Reli- 
quien von Witwen, von Sünderinen (wie Magdalena) und unbe- 
kannten Heiligen machen den Schluss. Innerhalb dieser 
Klassen gibt es je weilen wieder einen Rang: so stehen z. B. 
die Apostelfürsten Peter und Paul an der Spitze der Apostel, 
die Papstmartyrer an der Spitze der Märtyrer. Innerhalb 
solchen, wir möchten sagen, korrekt-kirchlichen oder offiziellen, 
wie auch in bunten ungeordneten Verzeichnissen sind häufig 
Reliquien von Heiligen aus besondern Gründen hintereinander 
aufgeführt. Solches geschieht, wenn die Ueberreste untrenn- 
bar vermischt sind, wie bei Felix und Regula, Crispin und 
Orispinian, Oosmas und Damian, den h. Dreikönigen, also 
gemeinsamem Grab oder Sarg entstammen. Es geschieht, 
wenn die Reliquien aus demselben Ort hergebracht worden 
sind, wie z. B. die von Mathias und Eucharius aus Trier zu 
Pfävers, die von Albin und Maurilio aus Angers zu Pfävers, 
die von Arbogast und Plorentius aus Strassburg zu Einsiedeln, 
die von Leonard und Martialis aus Limoges zu Engelberg, 
Patricius und Brigida aus Down (Irland) zu Pfävers, von 
Moriz und Exuperius, Moriz und Sigismund aus S. Maurice, 
Cyriacus, Agapet und Prisca aus Rom in Pfävers. Im Re- 
gister von Valeria sind Eucharius, Valerius und Agritius 
zusammengefasst, weil die Reliquien von allen dreien aus Trier 
ihren Ursprung zogen ; auf der Tafel von S. Niklausen stehen 
Cordula und Euphrosina, weil beide aus Köln, beisammen. 

Die Nebeneinanderstellung beruht manchmal aber nur 
darauf, dass die Reliquien aus derselben Gegend stammen, 
vielleicht also bei derselben Gelegenheit eintrafen ; so stellt 
das älteste Einsiedler Verzeichnis S. Desider und Lanpert 
zusammen, weil sie aus den Nachbarstädten Vienne und Lyon 
gekommen. Fast in allen Inv^entaren sind die Reliquien aus 
dem heiligen Land zusammen aufgeführt, gleichviel ob sie 
nun Andenken an den Herrn, an die h. Jungfrau, alttesta- 
raentliche Personen oder die h. Katharina sind. Die Reihen- 
folge der Register wird auch oft durchbrochen, um Heilige, 
deren Fest auf denselben Tag fällt, zusammenzustellen ; dies 
gilt fast regelmässig für SS. Fabian und Sebastian, oft für 
die Paare SS. Felix und Regula und Protus und Hiacynthus. 



— LH — 

Auch wegen gleichen oder ähnhchen Namens stellt man 
Heilige in den Registern gerne zusammen ; so finden wir die 
beiden Johannes ^), die beiden Stephane^) (den Papst und den 
Protomartyr) , die fünf Franze ^) (Seraphicus , de Paula^ 
Xaverius, Borgia, Salesius) nebeneinander. Justina steht 
neben Justus ^), Willibrord neben Willibald. Heilige aus einer 
Familie werden gern zusammen genannt (Lucius und Emerita, 
Hiltgard und Ludwig der Fromme ^), Atticus und Ottilia)^ 
Lehrer und Schüler (Columban und Gall), dann Mönche^') 
oder Bischöfe'') aus einem bestimmten Kloster oder Bistum 
Aus all diesen Gründen stellt man auch die Patrone für 
Altäre nebeneinander und die Kunst folgt, indem sie die 
Bilder von Heiligen, die nur äusserlich, z. B. durch ähnlichen 
oder gleichen Titel oder gleiches Amt^) zusammengehören^ 
nebeneinander darstellt. In einem Fall werden auch zwei 
Heilige miteinander Altarpatrone, weil sie denselben Schergen 
zum Opfer gefallen sind; es sind SS. Werner und Rudolf^), 
die zu verschiedener Zeit an verschiednem Ort durch jüdischen 
Ritualmord geendigt haben. 

Bei Altarweihen steht an der Spitze des Verzeichnisses 
der Hauptpatron, auch wenn sein Rang ihm eine andere 
Stelle in der Reliquien- oder Patronenliste anweist. Seit dem 
Eindringen der neuen Reliquien, d. h. der Katakombengebeine, 
Averden dieselben in den Inventaren bald gesondert, bald ver- 
mischt '") mit den alten Reliquien aufgeführt. 

Auch der Name eines und desselben Heiligen kommt 
gelegentlich mehrmals in einem Verzeichnis vor ; es bedeutet 
dies, dass eben mehrere Partikeln ,von dem Betreffenden 
vorhanden sind. 

Der Benutzer der Reliquienverzeichnisse hat bei der 
Kritik derselben all diese Punkte ins Auge zu fassen ; bei 



^) Petershauseii 1129; Einsiedelu. 


- 


2) Einsiedeln X. Jh. Petershausen 1093. 




3) Ibach. 




*) Luzeni. 




^) S. Urban ; Zurzacli. 




^) Hii-schau ; S. Johann. 




') Zurzach. 




ä) Die h. Drei Könige und vier h. Kaiser, 


Statuen am Portal voi> 


S. Oswald in Zug. 





a) Altar zu Arth 1654. 
1") Verzeichnis von Baar. 



— LIII — 

der Identifikation der Heiligen ist mit grösster Vorsicht vor- 
zugehen, da es häufig über hundert Heilige desselben Namens 
gibt, wozu oft noch derselbe Titel tritt. Unzählige Missver- 
ständnisse sind schön aus Verwechslungen gleichnamiger 
Reliquien hervorgegangen. 

Den Schluss der Heiltumslisten bildet sehr häufig eine 
Notiz über unbekannte Reliquien. Dieselben waren oft von 
Anbeginn unbekannt, weil bei einem Massen martyrium die 
Namen aller Blutzeugen nicht festgestellt noch niederge- 
schrieben werden konnten. In den meisten Fällen aber waren 
die Reliquien unbekannt, weil die Zettel abgefallen waren oder 
vermodert d. h. unleserhch waren. Die Verfasser der Ver- 
zeichnisse geben dies in der Regel an und fügen häufig bei, 
die Namen der Unbekannten seien im Buch des Lebens ge- 
schrieben oder sie seien nur Gott bekannt. ^) 



^) Der Satz kehrt iu (ler hagiographischen Littevatar . sehr häufig 
-wieder; hier einige Beispiele. Deo nota sunt nomina (Passio SS. Jacobi 
Alariani et alia § .VIII. Ruinart Acta sincera ed. 1713. p. 227). Cuaruiri 
iiomina seit is qui fecit Eenier Inscr. de I'Algörie n. 2145. Concil. Rom. 
492. Labbe T. IV. col. 1263. Prud. Peristeph. XI. v. 15. Greg. Tur. G\oy. 
■coiif. XXXVI. Le Blaut II. p. 333 „quorum nomiua Dens seit". Savarou 
■Orig. de Claii-mont p. 345 m. a. Inschr. : „et alii saueti quorum iioinina 
Deus seit". Savarou ec. p. 250 m. a. Inschr. „quorum nomiua sunt apud 
Deuui ". „Deonatus" Name des Vaters von S. Ursula Stadler V. p. 622. 

VI. — VII. Jh. Gregor v. Tours M. G. H. Sept. rer. Merov. p. 47 von den 

Lyon er Märtyrern: „quorum nee numerum nee noraina colligere potuimus, 

Dominus enim eos in iibro vitse conscripsit." 
944. Blandinenberg (b. Gent): 27 Zettel (breves) nicht mehr leserlich. 

Sermo de adventu SS. Wandregisili M. G. XV. 628 ff. 
1160. Marienberg': „et aliorum sanctorum quorum nomina pro vetustate 

legere non potui." Goswin Chrou. p." 94. 
1166. Stederburg (Sachsen): 127 ßel. „deren Namen im Buch des Lebens 

A^erzeichnet stehen". Ann. Stederburg. M. G. XVI. 212. 
1170. Zürich: „Hec et alie sanctorum multorum reliquie, quorum nomina 

longum est enumerare, iu preseuti altari sunt sigillati." 
NI. — XII. Muri: „Sunt est alie multe ibidem reliquie que breves non habent." 

Acta fund. Miir. Quellen III. 56. 
XIII. Muri : „continentur — reliquie aliorum quorundam sanctorum cum 

quibus breves non in veniuntur, quas eo magis oportet caute servare, 

quo neseitur, cuius sanctitatis cuiusve meriti sunt." le. III. p. 49. 
1281. Münster i. Grbdn. : „et aliorum multorum sanctorum." 
1366. Sitten : „et aliorum sanctorum quorum nomina iguoramus, que sunt 

in libro vito, in cartulis nostrisque nequivimus comprehendere." 



— LIV — 

3. Bitt- und Schenkungsurkunden. 

„haiz clin chappeläne gän 
in Eome unt in Lateran 
Daz hailictuom gewinnen." 

(Kaiserehronik V. vs. 11590— J>2 
M. G. H. SS. Ternac. ling. I. p. 293.) 

Wo am meisten Reliquien lagen, dahin wandte man sich 
mit Bitten und Gesuchen um Mitteilung von Teilen. Hundert- 
tausende erbaten in Rom ^), andere im heiligen Land Partikeln 
von Heiligen^); in der Schweiz hielten hunderte an um Heiltum 



1441. Basel, Karthaiis : „et de nonmillis aliis sanctis quorum nömina non 
sciebantiir." 

1458. Die Annalen von Engelberg (M. G. SS. XVII. p. 281) schreiben 
z. J. 1458 „qiie enarrari loiigimi esset; que dominus emendet". 

1459. Basel, S.Andreas: „Und fil ander grosss Heiltum dass hie nüt ge- 
schriben stott." 

1460. Luzern: „Item und alsus wol Villi jungfröwen höpter der jr naraen 
nit geschriben steht." 

XV. Zug: „Et aiiornm quorum nomina hie non sunt scripta." 

XV. Männedorf: „Adhuc sunt quinque frusta Reliquiarum de quibus 
perditfB sunt nominum zedulse." 

]474. Zurzach : „et multe particiile non habentes cedulas" 

„et perplures alle particule, que non habent cedulas." 

1491. Kelchen au: „und noch zwayer martrer, dero verzaichnung verloren 
sind." Gall. Oheims Chron. p. 30. „so denn ander on mass vil hail- 
tumb, der namen verzaichmuig, von alter verblichen, nit me leslich 
sind." a. a. 0. p, 31. 

1575. Eom, S.Peter: „D'autres corps et ßeliques de saincts les noms des- 
quels sont escrits au liure de vie." (Le Cose Maravigliose Dell Alma 

Citta) ... 

1593. ßusswyl: „alia^" — „alil". 

1599. Zug: „Et alise plurima? reliquiae, quarum schedute vesutate ita con- 
sumptse fuerunt ut amplius legi non potuerint." 

St. Niclausen (b. Kerns): „Mehr Heiltum, deren Nam man nit weiss." 
1718. St. Urban: „una cum plurimorum SS. quorum nomina scripta sunt 
in coehs, reliquiis." 

1735. Baar: „Es seind noch mehr dan 100 particul wahrhaftess Heilthum, 
welchess man nit kent, auch seind etwelche Zeddel gefunden worden, 
welche veraltet und verbhchen, dass man sie nicht mehr lesen kann.'*' 

1773. Neu-St. -Johann : „illse propter Schedularum corruptionem internosci 
amplius non possint." 

') S. unten Regest n. 6. 
2) Regest n. 14, 92. 



— LV - 

der Thebäer, also zu S. Maurice '), Solothurn ^), Zürich ^) und 
anderwärts. Wenige Bittschriften sind im Original auf uns 
gekommen, hatte doch die Aufbewahrung des Gesuchs keinen 
Wert für den Geschenkgeber, während die Schenkungsurkunde 
für den Nehmer ein wichtiges Dokoment, eine Beglaubigung 
bildete. . 

Wie man mn Reliquien bat, zeigt das nachstehende 
Dokument des Luzerner Staatsarchivs : 

Copia schi-ybens in Wallis 
von S. Moritz heiligthums 
wegen. 1596. 

Von wegen S. Mauritz Heiligthumbs, so der Bischoff vnd 

Thumbstifft in Wallis in S. Mauritz Brustbild im Hoff 

verehren sollen, ist harnach beschechen. *) 

Hochwürdiger Fürst. Der gruss den mir Zeiger diss 
von derselben wegen bracht, ist mir treffenlich Angenera 
gewesen, Dargegen, aber sehr bekhümberlich zu ver- 
nemmen, die DiflEicultet so man machen sollt von S. Mau- 
ritzen helthumbs wegen, Darumb mine gnedige Herren 
gebeten, in das mürgerst Silberin bild so rrian vorab 
Gott dem Allmechtigen vnd demnach disem Himmel 
Fürsten vnd herrlich Martirer vnserem Lieben vnd thrü- 
wen Landtspatronen S. Mauritzen zu Lob vnd Eeren 
machen lasst in Unsere Pfarr Küchen mit grossem kosten 
Allso das es bis In die 800 Kronen AiilouflFen soll, ich 
habs nit dörffen Offenbaren Dann es höchstes verwunderen 
vnd beduren verursachet bette wie es dennnoch one 
Zwyffel beschechen wo ver die Meinung nit geenderet 
wirt, man hatt hie vor gefolget v Fl. vnd die 

schryben gen S. Mauritzen darnach gerichtet, vnd daruff 
auch gar gutten bscheid vnd vsstruckhenliche Weg- 
wüssungen empfangen man werde diss Heiligthumb 
angents durch eine Geistliche Person so die Unseren vns 
willfärlichen zuschickhen Wellicht Ich nun an ortt vnd 
enden fürbracht vnd gerüembt, hatt sich mengcklich 
dessen erfröwt, vnd daruff hatt man diser Übersohickhung 



1) Eegest n. 8, 22, 25, 28, 57, 59, 61, 66, 167, 183, 184. 

2) Eegest n. 88, 357, 358, 360, 367, 400. 

3) Eegest n. 58, 67, 68. 
*) C. Stichler cop. 



— LVI — 

bisshar mit fröwden vnd grossem Verlangen gewarttet 
wann nun erst über diss alles vnd. wider alles verhoffen 
Abschlag oder Difficultet erfolgen sollte wüsste man nit 
wessen man sich ouch in Anderen zu versechen, vnd 
allso die Sachen vill Zwyffels vnd andere bedenckhen 
meer mitbringen, ouch ledtstlich dahin kommen dass ich 
zu rettung miner reputation vnd handthabung der war- 
heit die schryben beschechner Vertröstung vnd zusag 
herfürlegen vnd mich damit defendieren müesste zu 
höchstem rainem leid vnd hertzlichem beduren, Bitten 
ouch Gott, sine liebe Mutter vnd Mauritzen, sy es dahin 
niemer meer kommen lassen, sunder vns den lang ver- 
hofften fröwd geweret lassen wellend, diss hab ich 
allso in höchster Vertrhuwlicheit anmelden wellen, 

der Zuversicht, es solle hy Iro nit für übel vffgenommen 
werden, wie ich denn ganz dienstlich bitt, denn es uss 
guttem grund vnd yffer beschicht in einer so wichtigen 
sach, Bitt ouch das es dem Hoch- vnd Eerwüdig minem 
gnedig Herren dem Prelaten zu S. Mauritzen communi- 
. eiert. werde, mitt Anmeldung mines frundtlichen grusses 
vnd willigen Diensten. 

Bittgesuche betrafen aber nicht nur die Reliquien selbst, 
sondern manchmal auch die Beglaubigung ; wie ein Verlangen 
letzterer Art abgeschlagen wurde, ist oben gezeigt worden. 

Die älteste Urkunde, welche eine Reliquienschenkung • 
innerhalb des Gebietes der heutigen Schweiz begleitet, stammt 
von 1225 — 1241. Es ist ein ungedruckter Brief des Abtes 
Nanthelm von S. Maurice (1223 — 1258) an den Abt Heinrich IL 
von Engelberg (1223 - 1241). Es werden darin Reliquien des 
h. Mauritius abgeschlagen, statt ihrer aber Heiltum von SS. 
Candidus und Exuperius übersandt. 

H. dei gratia abbati de Monte Angelorum eiusdem 
loci SCO conventui. N. sce Augunensis ecclesise abbas || et 
qui cum eo sunt fratres. salutem eternam in Christo. 
Cum teneamur sacramento servare reliquias beati 1| Mau- 
ricii martiris, gratiam quam nulli fecimus nee aliquando 
contra sacramentum nostrum faciemus alicui, vobis de 
iamdictis reliquiis facere non possumus. Sed vestris incli- 
nati precibus de corpore beati Candidi et beati Exuperii 



- Lvir - 

racrtirurn, qui cum supradicto martire glorioso Mauricio 
relevati ^) fuerunt vobis particulas per. B. capellanum 
vestrurn, latorem presencium duximus transraittendas. 

(Orig. Pei'gnment 19x7 cm. mit einem Einschnitt für den Siegel 
streifen. Streifen u. Siegel fehlen. Stifts- Arch. Cista F.) 

Die Schenkung eines Hauptes und ganzen Körpers aus 
dem grossen Solothurn er Reliquienfund nach Luzern veran- 
schaulicht folgendes Schreiben im Staatsarchiv letzterer Stadt: 

Von Solothiiru Spans halb zwüschen Frybnrg 
und Bistumbs Losanne halb, Ouchvon ettwas 
heilthums zeschicken. 1474. 
Den froraen und fürsichtigen wisen Schultheissen und 
Räte zu Lutzern unsern sonders lieben und guten fründen 
und getrüwen eydgenossen. ^) 
Unser früntlich willig dienst und was wir eren liebs 
und giitz vermügent allezit bevor froraen und fürsichtigen 
wisen Besonders lieben glitten fründ und getrüwen eyd- 
genossen wir schribend üern und unsern sonders lieben 
und gütten fründen von fryburg und uns getan der 
Trrung halb, antreffende, daz wirdig Bistum losen, Habent 
wir mit vil trüwer früntlicher und gütter underichtung, 
wislicher betrachtung und erbiettens wol verstanden, des 
wir üch vlislich danck sagent und zu allerzit umb üch 
und gemein eidgenossen verdienen wöllent, lieben und 
sonders getrüwen eydgenossen., wir tund ich ze wissen, 
daz wir mit andern üren und unsern sonders gutten 
fründen und getrüwen lieben eydgenossen, die ding all- 
weg habent betrachtett, und erwegen, wie gut sin möcht, 
daz die in früntlichkeit hingeleit wurdent und darzu 
- unser lib und gut trüwlich gesetzt, daz och die Sachen 
also gestillet sind damit uff diss zit beid partyen benügen 
- habent. Sind och in guter hoffnung es . . . dabi beliben 
denn was wir darinn habent getan und furo gethan bet- 
tend, ist üern und unsern sonders gutten fründen und 
getrüwen lieben eydgenossen von Bern zu lieb beschechen, 
als wir och untzhar zu üch und gemeinen eydgenossen 
unser lib und gut in trüwen allweg gesetzt, und gewonot 
habent, So denn sonders gutten fründ und getrüwen 
lieben' eydgenossen kompt uns für wie daz ein red in 



Soll heissen revelati, wie in der Inschrift -und dem Brief nach Keims. 
2) C. Stichler cop. 



- LVIII — 

ürer Statt sy erschallen, daz wir die syent die vch unser 
wirdig heilltiim habent und daz ir daz vast gegen uns 
zu hertzen setzent etc. 

Lieben undgetrüwen eydgenossen uns z wy feilt h it. . . .') 
ent eigenlich underricht durch üwern wisen treffenlichen 
ratzfründ vmb .... und umb daz in künftigen ziten nit 
irzug davon vfferstan möcht mh . . . . sten, üch ein hopt 
und gantzen körpel habent verseit, und dabi luter 
ges .... württ, daz wir üch ob ir des begerttend, me 
und erlicher wölltend geben . . . . , eraant anders denn 
uns zwyffelt nit wenn ir luter wisstend in d . . . . unser 
bewegnuss, ir bettend daran nit missvailen und ob ir des 
begerent so ... . erlich und lieh gelangen anderss denn 
jemant anderss denn wir gan .... sind üch vor andern 
in allen sachen, alles daz zetund, daz üch lieb ist, so ... . 
lib und gutt gelangen mag, Geben uff Sontag nach Sant 
kilyany tag .... Ixxiiij'". 

Schultheiss und Räte zu Solothurn. 

Schenkung von Oswaldsreliquien von Schaffhausen 

nach Zug 1502. 

Wir Michel von Gottess Gnaden Abbt und der Con- 
vent dess Gotsshuss Allerheiligen zu Schaffhusen St. 
Benedicten Ordenss Costanzer Bistumbss — Bekhennen 
undt thuendt Kundt menigkhlichem mit disem brieff; 
Alss dann unsser Altforderen undt Wir dass heilthumb 
undt mit namen dass haupt dess hochgelobten undt wir- 
digen Himelfürsten und Martererss St. Osswaldtss in 
unserm Gottsshuss erhebt undt noch haben, undt aber 
Unss die fürsichtigen Ehrsammen wisen Landtamann 
undt Rath zu Zug durch Ir erlich treffenlich pottschafft 
in bywesen der fürsichtigen, wisen Bürgermeister undt 
Rath zu Schaffhusen erbar Rathssf runden fürgehalten 
haben, wie sy dem heihgen St. Osswald, alss ihrem Pa- 
tronen ein Kirchen in syner ehr buwen lassen, undt Unss 
mit hocher ernstlicher pitd ankhommen undt gebethen 
haben. Inen von solchen heilthumb ein stuckh in dieselbe 
Kirchen dem heiigen St. Osswald zu lob undt zu ehr zu 
geben undt verfolgen zu lassen. Alss haben Wir in 



1) Vom Wiu'ui durclilöcherte Stellen. 



— LIX — 

ansehung solcher pitt undt iimb dess willen dass der 
Hiramelfürst St. Osswaldt dester führer geehret, und der 
erbar lüten von Zug andacht, so sy zu ihm haben, 
gemehret werden, Inen ein stuckh von dem gemelten 
haupt mit guetem willen gegeben undt verfolgen lassen, 
Undt Inen dass zu einem wahren Urkundt disen brieff 
mit Unser Abbt Michelss Abbthy undt dess Conventss 
anhangenden Insigeln versiglet undt geben uff Mitt- 
wochen von St. Osswaldtsstag nach der gebührt Christi 
fünffzehen hundert undt zwei Jahr. 

Disse Bottschaft wurbend Magister Joannes 
Schönbrunner Kilchherr ; Werni Steiner Landamann 
von Zug undt Hanss Knopfli 
(Kopie auf Papier d. XVII. Jh. Pfarrarchiv Zug. 5. III. 99.) 

Bischof Hildebrand von Sitten schenkt Thebäer- und 
Theodulsreliquien nach Luzern 1597. 

Min fründtlich gruss und gantz geneigter wil alzyt 
zu vor edler eeren und nottvester Herr Stadtschrijber 
mit wass verdruss der uffzug der Heiligen Reliquien des 
Heiligen undt thüren Rittern S. Mauritij unnd siner H. 
geselschafftt hatt zutragenn verhoff ich habt man vor- 
malen wol verstandenn. Hab doch nit wellen abstann 
biss ein soliches gottseliges werck werde zum endt 
zogenn. Schicken der wegen durch disen kloster Herren 
von S. Moritzen unnd da soitens Cantor obgemelte Sacras 
Rehquias cum inseripsione earundem in augmentum 
orthodoxse et Catholicse fidei et ut Deus laudetur in 
sanctis suis. Die Historia ist gar Solemnis et Colebris 
dan sij gelitten hant durch die persecution der grossen 
Tirannen Diocletiani et Maximiniani die zu der zijt 
Csßsares waren t. Romanj. die dan vil tusent Christen 
hant Martijrisiert. den Maximinianus ist zu Marthinach 
cum exercitu gsin. da er sinen abgeordneten hat wellen 
Sacrificiern lassen, welches in S. Mauritiy unnd sine 
geselscliafft sindt innen worden, vorab zogen damit sij 
bij solicher grossen aböteri nit presentes weren. unnd 
also uss geheis obgemels Maximinänj gemartirisiert worden, 
dan si zu Rom durch den Helgen Marcellinä papä under- 
wissen worden, pauli anti annum 300. Sunster sint ob- 



— LX — 

gemelte Csesares weldtwyse fürsten gsin. daii im Oodice 
so unter Tomis ist juris civilis vil titel und vil meer 
leges lassen beschrijben. so wijt das Pius quinty Papa 
wie mir gloubwurdig relatiert ist er weite das selbig buch 
Oodicis lassen verbrennen. propteripsotummaximaniTirani- 
dem in Christianos, verraeinends die Christen soltint sich 
solicher Tyranne gesasten nit behelffenn. das man die 
helgen Marter nemnet Legionem Thebeam von wegen 
dass sij oriundi sint gsin. uss der Stat Thebe. in Egipten 
glegen. von welcher Plinius schribt raee dan an eim 
Ort quod habucrit lÖO. portas und besunders Lib. 5. 
cap. 9. numerus verus legionis constat 6666. dise sacra 
legio hat nit gar gelitten zu Sant Morizen. doch wylt 
der meer theil. dan ich zu Cölen funden han. ein her- 
hche fürtrentliche kirchen die sich nempt templum divi 
ronis da in navi ecclesise ein gute anzal der helgen 
Martern abgemalet sint und daselbens enthouptet worden. 
Und die selbig kirch mit blij gar bedeckt, und hat dan noch. 
3. ander templa glichs fals mit blij gedeckt sint. hser loquor 
tuass oculaty oculaty testis. Ad Sacras Reliquias han ich och 
Sano Metalle, zuthan. Das ist von S. Jodren Gloggen. lt. 
(Hier folgen im Original elf durchstrichene ganz iinlesexliche Linien.) 

Hie hat man ein mal kein besunders nüwer zyttung. 
wil hiemit frindtlich angesucht bann man wel dem Herren 
Schultheissen sampt anderen rhatsherren unnd besunders 
den Herren Beatum mit samst siner tugentrychen 

frouw muter irem vettern unserm sampt der geliepten 
Basen min frindtlichen gruss ansagen, der ewig Gott 
welle sy v. N. v. sampt den sinen alzijt in sinen gott- 
lichen gnaden erhalten. Datum zu Sitten im jar der 
gnaden. 1897. 

V. E. und N. V. gantz geneigter 

Hiltebrandus bischoff zu Sitten. 

Die raser particula reliquiarum S. Mauritii ist desumta 
-ex capsa requiarum (sie !) eiusdem d. Mauricii wie das 
attestiert hant, d. sacrista, d. cantor et d. elemosinarius 
•eorum raediante iuramento super sancto canone missi 
religiös! apud S. Mauriciura. 



- LXl — 

Schenkung von Morizreiiquien von S. Maurice 
nach Luzern 1597. 

Auszug 

aus dem Verhandlung-Protokoll U. G Hren des Täglichen 

Raths Samstags vor Uffart A« 1597. 

liaths-Protokoll n. XLV f 295. 

Uff hüt ist M. Gr. Hr. von Herren Bischoff zu Wallis 
ein schryben zukommen, mit wöllichera Er unserer Stift't 
Sanct Leodegarien uff dem Hooff durch einen Canonicum 
oder Conventualen der Gottshuser zu Sanct Maurizen 
In Wallis ettliche Heilige Reliquien von unsei-en Patronen 
dem Heiligen Ritter und Marterer S: Mauritzen, und 
sinen Mitbruederen syner Heilligen Gesellschaft über- 
schickt hat; das hand M. G. Hr. zu sonderem hpchem 
gfallen und dank uff' und angenommen^ auch angesächen, 
wie dann' die Stifftherren im Hooff selbs schon darzu 
Ordnung gethan sölliche Reliquien mit herrlicher Pro- 
zession und Solemnitet uss Sanct Peters Gappell dahin 
es Herr Lütpriester uff gestrigen abendt gelegt in die 
Stifft kilchen Im Hooff' zu begleytten. 

Diese Rehquien söllent alls dann Inn das nüw Silberen 
Brustbild Sanct Mauritzen, so uss ethcher andächtiger 
Lütten stüwr gemacht würdt, gelegt werden. Diesem 
Conventualen hand M. G. Hr. für Iren Teil — 10 Sonnen 
Kronen verEeren, und an Herrn Bischoffen ein fründlich 
Danksagung schryben thun lassen. Die Stifftsherren 
söllent auch — 10 Sonnen Kronen verEeren. 

(Papiernrkunde Luzern.) 

Schenkung von Beatusreliquien von Luzern nach 

Freiburg 1683. 

ßatlis-ProtocoU N. LXXIX. folio — 270. — 

Auszug aus dem Verhandlungsprotocoll des täglichen Raths 

der Stadt Luzern vom 10*«'^ Aprill 1683. 

„Demnach Herr Ambtschultheiss Am Rhin vorge- 
gebracht, wie dass ein Ausschuss allhiesiges Stiffts im 
Hoof Ihme angezeigt, dass ein Schreiben von Herren 
Schultheiss Gotraw und Stadtschreiber Alt von Pryburg 
an sie gelanget, so von ihnen angelegentlich angehalten, 
dass weilen zu Fryburg ein Capellen zur Ehren Sancti 



- LXII — 

Beati auferbauet worden Ihnen möge gewillfahret wer- 
den. Wann dann aber ein allhiesiges Gstifft dessen 
sich nit understehen wollen, sye habend denn Meine 
Gnädigen Herren und Oberen als Kasten Vogt. Schutz 
und Schirrab Herren Ihro Meinung auch vernommen, 
also thuen sye derselben Ihren Guetgedünckhen zu 
Ihrem Verhalt erwarten. CG. Auf welches dann meine 
Gnädigen Herren und Oberen dieseren Begehren Ihnen 
belieben lassen, und damit die Ehre Sancti Beati desto 
mehr gefürderet werde, habend sie verwilliget, dass die 
Chorherren disen Hr. Hr. einen Particul von dieserem 
Heiligthumb sambt einer Attestation, dass dises von dem 
wahren Heilthumb Sancti Beati seye, übersenden sollend 

und mögend 

Dem Protocoll gleichlautend." 

(Papierurkunde Luzern. 17. III. 99.) 



4. Festschriften verschiedener Art. 

An den Besitz von Reliquien knüpfen sich neben der 
ständigen Verehrung regelmässig wiederkehrende Feste wie 
auch ausserordentliche mit einem bestimmten Anlass in Ver- 
bindung stehende Feierlichkeiten. Wer eine Reliquie ver- 
schenkte, sorgte dafür, dass sie in Ehren gehalten werde, 
indem er kirchliche Feier von bestimmter Bedeutung ') vor- 
schrieb und sich die Innehaltung von Festtagen geloben liess. 
Neben ganzen Festtagen, stellte man auch halbe '■^) oder 
Drittels feiertage ^) ein ; da das Volk an solchen die Werktags- 
mit den Sonntagskleidern zu vertauschen pflegte, nannte man 
sie Hosenwechsler. Zur Innehaltung der Reliquienfeste mahnte 
aber nicht nur den Klerus sondern gelegentlich auch die 
Aveltliche Behörde. 



1) Die Feste werden ihrem Kaug nach so bezeichnet : Duplex I™" 
classis; dpi. 11'*'^ cl.; dp], mai(us); dpi. min(usj; s. dpi. (= semi duplex) und 
S. (== Simplex). Die Formel Sub ritu dupl. oder dupl. minoi'i bezeichnet 
den Rang der kirchlichen ßeliquienfeier, wie sie in den Authentiken seit dem 
XVII. Jahi'hundert wiederkehrt. 

2) Z. B. in der March (Scbwyz). 

3) Z. B. im Kanton Luzern. 



— Lxm — 

Die nachfolgende Urkunde ^) des Staatsarchivs uiizenr 
veranschauhcht, in welcher Art die Gemeinde von Malters 
das Andenken der ihr Ende des XV. Jahrhunderts aus 
Sitten gestifteten Theodulsreliquie aufrecht zu erhalten hatte. 

Wir der Statthaliter Und Raath der Statt Lucern 
Thundt khundt raencklichen raitt disem Brieff. Das uff 
hütt dato alls wir Rahts wys by einandern versarapt 
gsin. Vor uns erschinen sindt, Der Eersamen Eerbaren 
Unser Inn sonders lieben Und gethrüwen alls einer 
gantzen Gemeinde Zu Malltters abgeordnette gesandte. 
Und uns mündtlich Auch schriifttlich für bringen- lassen 
Wie das Ire froun allt fordern Ungefaar by Einhundertt 
Jaren Zwo personen uss gemellttem Ampt Malltters. Inn 
Wallis abgevorttigett. Die Landtlütt daselbs ze bitten. 
Das sy Inen ein wenig heiligthumb von Irem Pattronen 
dem heiligen Sanct Jod-er weliches sy begären und 
willens Inii Iro gröste gloggen so sy angentz giessen ze 
lassen. Ze thun vor habent raittheilen Und geben welltten, 
weliches Inen Den gesandten Inn ammen und von wegen 
einer ganzen gemeinde zu malltters. Von obgemelt(en) 
Landlütten Inn wallis uff Ir an Vordem gern mitgetheiltt 
worden, Mit dem anbeding das sy beide gesandte dess 
Ampts malltters an Ey ds statt geloben Und versprechen 
sollen Und müssen. Das gemeine Kilchgnossen Zu 
mallters und Ire ewige Nachkhoramen alle Sampstags 
tags den dritten theil desselbigen Tags ze fyrren, dessen 
sy die gesandten von mallters die wyl sy dessen von 
einer gemeindt Volkhoranen bevelch gehept yngangen 
und Ze erstatten versprochen, SöUiche Versprechung aber 
werde yr lenger schlechthcher gehallten. Inn sonderheitt 
das sich die Jungen und nachkhommenden dessen be- 
schwärentt Mitt ganz Underthänigera pitten wir woUtten 
Inen dess halb so fürdersam Und behülfflich syn. Damit 
allem dem so durch Ire altt vordem versprochen worden 
gnüg und statt gethan werde. — L^nd wann nun wir söUichs 
Ir nitt Unzimlich anbringen der Lenge nach angehörtt 
Und verstanden, So habentt wir uns herüber erlüttertt 
und erkannt. Das die unsern alls gemeine Kilchgenossen . 



*j Papierurkunde von 1585 versehen mit dem in Wachs aufgedruckten 
Socretsigel von Luzern; kopiert 27. II. 1899. 



— LXIV — 

Zu Malltters. obgedachter Ir allt Vordem gelübd und 
Versprechung wie sy das uff und angenommen one alles 
fällen haltten und gethrüwlich nach khommen sollen. 
Auch hieruff ein ernstlich Und flyssig ufTsehen gehalltten 
werden soll, so sich einiger oder meer Jung oder alltt 
Ungehorsam erzeigen oder widrigen wellten Uns selbige 
zu vernammsen werden wir sy Tr ein verdienen nachstraff 
Jedoch habentt wir Inen Vergünstigett und zugelassen, 
ob es sich ergebe Das Inn den wochen Und tagen der- 
massen vätter ynfielle das sy Ir körn, haber Und höw. 
In selbiger zitt. vor dem Sarapstag nitt ynbringen. 
möchten. Das sy alls dann gewallt haben sollen am 
SampsXag bis Zu vesper Zytt Und nitt Lenger sölliches 
yn ze saraleu mitt dem anbeding das sy sich Inn der 
Wochen ■ nitt uff den Samstag sparen oder verlassen 
sollen. — Alles Inn urkhunde diss brieff's, welchen wir 
Innen uff Ir begär mitt unser Statt uff gethrucktem 
Secrettynsigell bewartt geben lassen uff fryttag nach der 
uffart Christi Anno 1585. 

Ausser am eigentlichen Tag des Heiligen, an dem die 
Reliquie z. B. im Anniversar angeführt war, konnten Gedenk- 
feste (commemorationes) stattfinden am Jahrestag der allatio, 
receptio, susceptio, elevatio oder translatio reliquiarum. Zahl- 
reiche Kalender führen diese Anlässe ausser den Natales der 
Heiligen auf. Nach 50, 100, 150 oder 200 Jahren ^) wurden 
diese Feste je weilen mit besonderm Aufwand wieder be- 
gangen. 

Ueber zahlreiche dieser Reliquien feiern besitzen wir 
eine mehr oder minder vollständig erhaltene Litteratur. Sie 
setzt je weilen ein mit den Einladungschreiben zu dem Fest, 
den Antwortschreiben, dem Festprogramm,- das u. a. eine 
Zugsordnung für die vorgesehenen Prozessionen enthält. 
Ferner besitzen wir die Texte der Festhymnen ^) der geist- 
lichen Schauspiele und der Festpredigten ^), kürzere oder 



1) Zahlreiche Belege im dritten Teil dieses Buches, den Kegesten. 

2) Gesänge zur Gallustranslatioii Sacrarimn S. Gralli JI. p. 15 — 19, zur 
Othmarstranslation 1. c. p. 48; deutsche und lateinische Verse von 1611 
ebenda. 

*) Viele davon sind gedruckt erschienen. 



— LXV -r- 

längere Festberichte von Augenzeugen '), welche bald privaten 
bald offiziellen Ursprungs sind. Zu all diesen Quellen treten 
sodann noch die Protokolle der Regierungen, welche sich bei 
dem Pest beteiligen, Bewilligungen von G-eschütz und Pulver, 
und endlich haben wir, um auch die ganz materielle Seite 
nicht zu vergessen, die Rechnungen über Fassung und Neu- 
fassung der Reliquien, sowie über alle möglichen Spesen des 
Festes, wie speziell des Schiessens. 

Einige kurze Proben aus der Litteratur der Reliquien- 
feste mögen hier Platz finden. 

Verse eines Paters von S. Gallen 
gesprochen bei der Translation von 1611 vor dem Altar. 2) 

Ess wirdt Euch wunderen 6 Christenleuth 

Wass der Triumph unnd Pomp bedeuht, 

Merckt nur ein Kleines nach Ewerem begehren 

Will euch die Sach in Kürtz erklären. 

Allhie Zuo gegen Von fernen Landen 

Ein Edler Schatz isst nun Vorhanden 

Ein solcher Schatz den alle Welt, 

Mt köndt bezahlen mit ihrem gelt. 

Sucht Ihr die Oapsell Verstandt mich weil 

Sie ist des stattlichen Hayltumbs voll, 

Vom heiligen Borromseo Ertzbischoff Zuo Maylandt 

Noch bei Mannsdenckhen gar woll bekandt, 

Allhie Zuo St. Gallen ist er durchgraist 

Wie mancher ausseruss wol weist. 

Pabst Paulus het ihn Canoniziert 

Der auch noch heutiges Tags regiert 

Item von St. Sixt unnd Placido 

Thadseo, Justo unnd Agapito. 

Lucio, Cassio unnd Ruffino 

Julio, Metio und Saturnino. 

Von disen unnd anderen in grosser Zahl 

Die ich nit kann erzellen all. 

Der Hochwürdig Fürst und Cardinal, 

Ertzbischoff Zuo Maylandt uff dissmahl. 



1} Ebert, AUg. (resch. der Litt, des Mittelalters I. Aufl. 2. p. 303 fif. 
Schweiz. Archiv f. Volkskunde IE. p. 20—21. 
2) Sacrar. S. Galli H. p. 842—344. 



— . LXVI — 

Hat Uns dieselben hieher verehrt, 

Damit die andacht in Unns werd g'mehrt. 

Der Lutherisch spricht wass nütz der pracht ? 

Und wan ers sieht er nur drab lacht, 

Aber lasset Ihn nur lachen gnuog, 

Ihn seim Todtbeth er für sich luog. 

Ihr aber folgt ietz meiner lehr, 

ünnd lond Euch dass Hailtumb freuwen sehr. 

Lasst unnss auch weil Zuo diser frist 

Den schätz empfangen wie billich ist, 

Die Hailigen verehren mit Lob und preiss, 

Mit Ehrenpiethung nach bestem fleiss, 

Mit stet Jubilieren unnd frolochk g'sang 

Mit frolochkn, orglen, unnd gloggen Klang, 

Damit die Heiligen Gott für Unss bitten 

Dass Er die straff lass seyen A^ernütten, 

Die wir Verdienend mit unseren Sünden 

Weil wir sein Zorn dadurch entzünden, 

Allein nach eins dass behalten woll, 

Ein ieden Ihmen nachfolgen soll, 

In Nüchterkeit und abstinentz, 

Dem noth, Gehorsam und Patientz. 

Bin Alten Glauben sterben und gnesen 

Dan werden Sie bev Gott erwerben 

Dass wir nit können inss ewigkeit Verderben. 

Begrüssung 

eines Katakombenheiligen (Constantius) durch zwei 

Heilige, deren Gebeine schon da waren. 

1674 Apr. 22. zu Eorschach i) 
S. Honoratus. 
Constantium den lieben Gast 
Thuond wir hieher begleiten, 
Dass er hie nemme seinen Rast 
Ihr solts Ihm Zuo beraithen, 
Die Zung Zem lob das Herz zur schenkh 
Dass g'müoth zur freud die Seel zur Dankh, . 
Constantius wilss haben. 



1) Sacrar. S. Gall. IL p. 601—602. 



— LXVII — 

S. Antonius. 
Himmel, Erden, Lufft unnd dass Meer 
Unnd wass darin sein esse hat, 
Constantio die erste ehr 
Zuo laisten seiet eingelath 
Du erd mit gschützt du lufft mit schall 
Mit freud ihr Elementen all, 
Gonstantium begrüössen. 

Prozessionsordnung 

der Placidustranslation in Einsiedeln. 

1659 Sep. 14. *) 

I. Die weisse Abteilung: 

1. Der Schutzengel von Einsiedeln in weissem Ge- 
wand mit Schild und Schwert, auf dem die Inschrift: 

- „Pro hac eremo". 

2. Eine weisse Fahne an drei Stangen zwischen zwei 
Gepanzerten. 

3. Das Rosenkranz kreuz zwischen zwei Kerzenträgern. 

4. Ein Labarum mit der Aufschrift: „ Capeila hac divinitus 
consecrata est". 

5. Die Kapelle aus Carton auf Wolken ruhend, darauf 
das Bild der h. Jungfrau zwischen zwei Labara mit 
der Aufschrift : „Hie est plenaria indulgentia" und 
„Hie ist voUkomner Abblass*. 

6. Neun Engel; S. Michael zwischen zwei Engeln mit 
Rauchfässern; zwei tragen Weihrauchschiffchen, vier 
Musikinstrumente. 

7. Die vier Evangelisten je mit einem Buch mit der 
Aufschrift : Secundum Matth., 

„ Marcum. 

„ Lucam. 

„ Joannem. 

8. SS. Stephan und Lorenz mit ihren Abzeichen. 

9. Christus zwischen SS. Ambrosius und Augustinus. 

10. SS. Peter mit seinem Stab, Gregor mit Weihwedel. 

11. Eine weisse Fahne zwischen zwei Gepanzerten. 

12. Die erste der Freuden zwischen zwei Engeln. 

13. Die Area der Märtyrer zwischen zwei Fackeln. 



1) Nach Ms. A. T^D. 21. Stiftsarch. Eins, übersetzt und verkürzt. 



— LXVIII — 

14. Zwei weisse heilige Häupter auf Gestellen. 

15. Zwei Freuden. 

16. Zwei silberne Bilder von Innocentes. 

17. Die Area des h. Placidus O.S.B. zwischen zwei Fackeln. 

18. Zwei weisse h. Häupter auf Gestellen. 

19. Die zwei letzten Freuden. 

20. Die Bilder von SS. Ursula und Cordula. 

21. Ein weisses Labarura mit der Aufschrift : „Corpus 
S. Bembae raart." 

22. Die Area mit dem Leib der h. Bemba von vier 
Priestern in Dalmatiken, oder bei Ermangelung solcher, 
von vier Laien zu tragen. 

23. Kapuziner und Franziskaner, jeder mit einem h. Haupt. 

IL Die rote Abteilung: 

1. Der Schutzengel des Bistums Konstanz im Helm, mit 
Wappenschild des Bischofs und einer Kreuzfahne mit 
der Aufschrift: „Pro Constantiensi Episcopatu". 

2. Die rote Fahne von Rheinfelden zwischen zwei Ge- 
panzerten. 

3. Das erste der Leiden zwischen zwei Engeln. 

4. Die Area der h. Ursula zwischen zwei Gepanzerten. 

5. Zwei rote Häupter auf Gestellen. 

6. Zwei Schmerzen. 

7. Zwei silberne Bilder von S. Johann. Ev. und dem 
Knaben Jesus. 

8. Die bairische ') Area zwischen zwei Fackeln. 

9. Zwei h. Häupter auf silbergeschmückten Gestellen. 

10. Die beiden letzten Schmerzen. 

11. Die Bilder von S. Peter und S. Just. 

12. Ein rotes Labarum mit der Inschrift in Goldbuchstaben : 
„Plurimorura Reliquise mart." 

13. Hölzerne Area mit roter Seide bekleidet und von vier 
Priestern oder Laien zu tragen. 

III. Die gelbe Abteilung: 
1. Der Schutzengel der katholischen Schweiz gepanzert, 
mit gelbem Gürtel, Schwert und Schild, darauf die 
Wappen der katholischen Kantone und die Inschrift : 
„Pro Helvetia Oatholica". 



1) Die Kurfürsten von Bayern machten im XVII. Jh. dem Stifte 
manche Geschenke. 



— LXIX — 

2. Gelbe Fahne des Rosenkranzes zwischen zwei Ge- 
panzerten. 

3. Das erste ruhmwürdige Geheimnis zwischen zwei 
Engeln mit Palmzweigen. 

4. Die Area des h. Moriz zwischen zwei Fackeln. 

5. Zwei h. Häupter auf Gestellen. 

6. Zwei ruhmwürdige Geheimnisse. 

7. Zwei silberne Bilder Mariae. 

8. Die Area des h. Meinrad zwischen zwei Fackeln. 

9. Zwei h. Häupter auf silbergeschmückten Füssen. 

10. Die beiden letzten ruhmwürdigen Geheimnisse. 

11. Bilder der hh. Patrone Meinrad und Moriz. 

12. Ein rotes Laborura — es sollte gelb sein — mit der 
Aufschrift: „Corpus S. Dionysii mart." 

13. Die Area des h. Dionys M. zwischen zwei Fackeln, zu 
tragen von Weltgeistlichen in Dalmatika oder von Laien. 

14. Weltgeistliche zu zwei und zwei in Dalraatiken und 
Caseln, jeweilen mit R-eliquienpartikeln oder Kapseln 
in den Händen. 

IV. Abteilung: 

1. Der Schutzengel der katholischen Kirche in rotem 
Kleid, mit dem Helm auf dem Haupt, in der Rechten 
eine rote Kreuzfahne, in der Linken ein Wappenschild 
mit der Aufschrift : „Pro Ecclesia Catholica". 

2. Eine rote Fahne mit dem Bild des h. Placidus zwischen 
zwei Gepanzerten. 

3. Ein Kirchenkreuz zwischen zwei Akolythen, getragen 
von einer Person in Subdiakonen-Tracht. 

4. Zwei silberne Statuen der h. Jungfrau. 

5. Der Klerus von Einsiedeln mit den Vätern von der 
Gesellschaft Jesu, teils in Dalmatiken, teils in Caseln, 
teils in Pluvialien einherschreitend. 

6. Die Aebte zu zwei und zwei im Pontificalornat mit 
Reliquien auf Kissen. 

7. Der Bischof von Konstanz im Pontifikalgewand zwischen 
zwei Diakonen, mit Reliquien - vielleicht dem Haupt 
des h. Adel rieh — in den Händen. 

8. Rotes Labarum mit der Aufschrift: „Corpus S. Placidi 
mart." zwischen zwei Engeln mit Palmzweigen und 

- Oymbeln. 



— LXX — 

9. Ein Navicularius zwischen zwei Thuriferarii. 

10. Area mit dem Leib des h. Placidus M. unter kleinem 
aber an vier hohen Stangen zu tragendem Baldachin. 
Zum Abwechseln beim Tragen des schweren Schreins 
sollen noch vier stärkere Männer mitgehen. Die Be- 
gleitung besteht aus 6 Gepanzerten. 

11. Der Minister de Baculo im Pluviale. 

12. Der Nuntius zwischen zwei Erzdiakonen in Pontifikal- 
gewändern unter einem von 4 Vornehmen zu tragen- 
den Baldachin. 

13. Ein Erzpriester im Pluviale zwischen zwei ministri in 
superpellicei. Der eine für die Mitra, der andere für 
das Buch. 

14. Vornehme Laien mit Kerzen. 

V. Abteilung vom Rosenkranz: 

1. Der Schutzengel des Rosenkranzes. 

2. Eine rote Fahne. 

3. Das Kirchenkreuz zwischen zwei Akolythen. 

4. Labarum des Aufgangs mit der Geburtsdarstellung. 

5. Die Kindheit Christi zwischen zwei kleinen weissen 
Fahnen des Rosenkranzes. 

6. Ohor weissgekleideter Jungfrauen. 

7. Das Bild des Schmerzenraannes zwischen zwei roten 
Fahnen. 

8. Chor rotgekleideter Jungfrauen mit Abzeichen oder 
Kerzen. 

9. Das Bild der Auferstehung zwischen zwei gelben Fahnen. 

10. Chor gelbgekleideter Jungfrauen mit Abzeichen. 

11. Die Prsefektin mit dem Symbolum. 

12. Der Triumphwagen der allerseligsten Jungfrau, zu 
ziehen von drei Jungfrauen, als Tugenden rot, weiss 
und gelb gekleidet, begleitet von jugendlichen Fahnen- 
trägern, und 9 Engeln, welche die 9 Bngelchöre dar- 
stellen. 

13. Geistliche Frauen. 

14. Ein hölzernes Marienbild zwischen zwei alten roten 
Fähnlein. 

15. Vornehme Frauen mit Kerzen. 

16. Labarum des Sonnenunterganges mit dem Tod der h. 
Jungfrau. Zuletzt Männer und Frauen aller Stände. 



— LXXI — 

Sieben Annotationes geben Auskunft, wo sich die 
Teilnehmer umkleiden , aufstellen , über die Reiterbe- 
deckung, die sichere Aufbewahrung der Reliquien und 
die Gesänge. 

Die Berichte von Teilnehmern an Reliquienfesten, 
speziell Translationen, sind in grosser Zahl erhalten. Hier 
eine kurze Probe ; sie zeigt, wie sich Jakob Billeter, Pfarrer 
von Aegeri 1691 — 1712 über das relativ einfache Pest der 
Desideriusübertragung zu Altorf äussert. ') 

Den 24. Novbr. (war ein Sonntag) war soleranissime 
gehalten die Translation des hl. Märtyrers Desiderii, 
welchen die Schwestern des hl. Kreuzes von Rom be- 
kamen. Samstag zuvor wurde er am Morgen früh in 
der Stille in die Pfarrkirche auf den Seelaltar hinabge- 
tragen, vor selbigem zum ersten ein Amt gesungen und 
am Abend die Vesper gehalten. Am Sonntag Morgens 
um 4 Uhr hat man solemniter mit allen Glocken Messe 
geläutet, darauf 10 Stück losgebrannt. Darnach ist Amt 
und Predigt in der Pfarkirche gehalten worden, zum 
Gloria in Bxcelsis, Elevation, Benediction, die Stück 
wiederum los abgegangen. Darnach ist der hl. Leib, so 
von 4 Priestern getragen worden, in der Prozession zum 
obern hl. Kreuz getragen worden und sind im Ausgang 
aus der Pfarrkirche im Eingang der obern Kirche und 
alldort unter einem kurzen Amt die Stück zum Gloria, 
Elevation und letztlich zum Tedeum laudamus wiederum 
los abgelaufen. Es waren Trompeter und Musikanten 
von Einsiedeln hier und sind alle Kirchen- und musi- 
kalischen Bedienten zuletzt bei dem Adler gastirt worden. 

Andere Quellen dieser Art sind in neuster Zeit ganz, 
teilweise oder im Auszug gedruckt worden; man vergleiche, 
was Vautrey ^) von der Pacificustranslation zu Pruntrut (1679), 
Sütterlin über die Vitaiistranslation zu Ariesheim ^) (1681), 
die Cistercienserchronik über die Prospertranslation zu Wurms- 
bach ^) (1682) mitteilen. 



*) Chronik p. 82. Pap. Hdschr. im Besitz der Familie Ihen-Meyer in 
Ober-Aegeri. 

2) Hist. des Eveques de Bäle m. p. 565. 

3) Zur Heimatkunde des Dorfes . . . Ariesheim. Basel 1878 p. 12. 
*J Nro. 59. 1. Januar 1894. p. 1—10. 



— LXXII -- 

Ein handschriftlicher, in die Einzelheiten gehender Be- 
richt über die Vincentiustranslation (1900) zu Menzingen 
wurde auf Befehl der Generaloberin des Instituts verfasst. ^) 



5. Sammelbücher. 

Die sämtlichen in , den vier voraufgegangenen Kapiteln 
geschilderten Quellen findet man oft im Original, oft aber 
daneben oder nur noch in Gopien erhalten. 

An vielen Orten pflegte man nämlich die Urkunden 
einer Kirche zu kopieren, einerseits um für alle Fälle Doppel 
zu besitzen anderseits aber die Urkunden in jeder Beziehung 
leichter benutzbar zu machen. 

So entstanden Copialbücher, wie z. B. dasjenige von 
Zurzach, in welchem zahlreiche lipsanographische Dokumente 
wiedergegeben sind. 

Seit dem XVII. Jahrhundert wachte man mit besonderer 
Sorgfalt über die sämtlichen Beglaubigungsurkunden der 
Reliquien ; um dem gänzlichen Verlust solcher Stücke vor- 
zubeugen schrieb man sie in besondere Bücher ab. Solches 
war Pflicht des Gustos oder Archivars ; er pflegte in diesen 
Büchern nicht nur das Wichtigste, die Authentiken zu re- 
produzieren, sondern die gesamte auf Reliquien bezügliche 
Litteratur, also z. B. Bittschrift, Antwort, Korrespondenz 
betr. den Transport, Kosten, Gegengeschenk, Schenkungs- 
urkunde, Recognition , Translation , Einladungen zu dieser 
Feier, Text von Schauspiel, Hymnen und Predigten, Pro- 
gramme, Zugsordnungen, Spesen, Zeugnisse über Mirakel im 
Sammelbuch zu vereinigen. 

In der Schweiz scheint Einsiedeln vorangegangen zu 
sein in der Anlage eines solchen Buches, hier wurde eine 
Pergamenthandschrift angelegt, in Samt gebunden und mit 
dem Titel versehen: Glaubwirdige Abschrifft was für 
Hailiger Reliquien oder Hailthümben der lieben Hailigen 

*) Im Keliquienarchiv des Verfassers. 



— LXXIII — 

Gottes .... in diss . . . Gottshauss Einsidlen .... verehrt und 
promoviert . . . . u. s. w. 1620. Leonard Zing. ^) 

In S. Gallen wurde ein Buch, Gazophylaciura ^) genannt, 
angelegt und mit prächtigen blattgrossen, farbigen Bildern 
geziert. Im Sacrarium^) ebenda werden nicht nur aller- 
hand lipsanographische Texte und Gegenstände zusammen- 
gestellt, sondern in ganzseitigen Aquarellen wichtige Begeben- 
heiten, wie z. B. die Translation des h. Gall (zu Wagen), des 
h. Othraar (zu Schiff) und die ßeatification des h. Notker 
abgebildet. Auch Engelberg muss schon im XVII. Jahr- 
hundert ein derartiges Buch besessen haben ; wenigstens ist 
ein Index, verfasst von P. Bonaventura (f 1669) auf uns 
gekommen ; S. Georgen soll ebenfalls ein Buch der Art gehabt 
haben. ^) Das Oopialbuch von Kloster Muri hat sich er- 
halten. ^) 

In Neu-S. Johann erhielt die Sammlung den Titel 
Hierogazophylaciura ^) und wurde begonnen 1773. Die Aus- 
stattung des Folianten ist luxuriös; farbiges Titelblatt und 
farbige Wiedergaben von h. Leibern und Reliquiarien ver- 
schiedenster Form zieren den Band. 

In Rheinau wurde eine analoge Sammlung, aber ohne 
Abbildungen, 1774 angelegt und 1776 durch P. Konrad 
Weniger p. t. Archivista vollendet ") ; hier erhielt das Buch 
den Titel Custodia. Zu diesem Band wurde ein Regesten- 
buch, Repertorium Rhenoviense ^) genannt, hergestellt. 

Weitere derartige Sammelbücher mit verschiedenem 
Titel sind zweifellos in allen Klöstern, welche die Glaubens- 
spaltung überdauert haben, angefertigt worden. 



1) Stiftsarchiv EiHsiedeln. 

2) Stiftsbibliothek S. Gallen. 

ä) Mitg. von B.w. H. Chorhoi-rn Ign. Herzog in Münster. 

*) Pfarrarchiv Muri. 

^) Pfarrarchiv S. Johann. 

^) Stiftsbibliothek Eiusiedeln. 

') Staatsarchiv Zürich. 



IL Sie Reliquien. 



Allgemeines. 

Grosse und gute Menschen zu ehren, ihr Andenken 
durch Bildnisse zu erhalten, ihr Grab und ihre Ueberreste 
hochzuhalten, ist ein uralter und allgemein-menschlicher Zug. 
Tm Gegensatz zum römischen Heidentum, in welchem die 
Verehrung der Bilder besonders hervortritt, zeigt sich in der 
christlichen Kirche seit dem zweiten Jahrhundert eine aus- 
gesprochene Bevorzugung der körperlichen Ueberreste. ') 
Die von den christlichen Gemeinden nach dem Tode ver- 
ehrten Leiber sind diejenigen der Heiligen. 

Heilig sind in erster Linie die, welche durch Hingabe 
des Lebens, Gefängnis oder Folter für den Glauben an 
Christum gezeugt haben, also die Märtyrer oder Blutzeugen. 
In zweiter Linie gelten als heilig die Bekenner oder Oonfes- 



1) In der Stufenleiter der Kulturgeschichte ist wol die Kehquie der 
älteste ideale Gegenstand, auf ihn folgt das Bild, und zuletzt das Wort und 
die Schrift als Andenken. Das Aufbewahren von Andenken an geliebte 
Wesen ist so alt wie die Menschheit selbst. Das kindliche Gemüt verlangt 
nach einem sichtbaren Ueberbleibsel von dem, der entrissen wurde. Das 
verlassene Kind behält eine Locke der Mutter, ein Geschmeide, das sie ge- 
tragen, ihr Bild, es besucht ihr Grab und trägt die Blume von demselben 
nach Hause. Und wie viele Eltern bewahren die ersten Zähnchen oder 
Löckchen, die ersten Schreib- oder Zeichenversuche ihrer Kinder auf, Aveil 
sie das „Kind" verlieren, wenn es erwachsen ist. Sogar wilde afrikanische 
Völker hüten sorgsam die Schädel ihrer Ahnen, wie die kultivierteren Kömer 
deren Wachsmasken behielten. Und wie in der Familie, so hat jedes Volk 
das Grab seiner Wohlthäter in Ehren gehalten. 

Es ist hier nicht der Ort, das Allgemeine des Gegenstandes, wie auch 
die spezifisch theologische Seite desselben zu behandeln ; es sei daher hier 
auf die in verschiedenen Artikeln bei Wetzer und Weite angeführten Quellen, 
sowie auf folgende reich mit Zitaten versehene Monographien verwiesen : 

St. Beissel S. J., Die Verehrung der Heiligen und ihrer Reliquien 

-Freiburg i./B. 1890 und 1892. Populär, aber für Priester und Laien brauch- 
bar, ist der Gegenstand behandelt von P. Bruder, Die Reliquien- Verehrung 
in der kath. Kirche. Dülmen 1881. 



— LXXV — 

soren, welche vor dem Richter ihren christlichen Glauben 
bekannt hatten, also Verfolgung und Verbannung zu ge- 
wärtigen hatten. Die Kirche betrachtet seit dem IV, Jahr- 
hundert neben den Märtyrern auch Bekenner als Heilige. 
Das Prädikat kommt aber nur Gliedern der rechtgläubigen 
katholischen Kirche zu ; durch Provokation der Heiden 
mutwillig gesuchter Tod gilt nicht als Martyrium. 

Nur des wahren Märtyrers Tod wurde vom Bischof nach 
erfolgter Anzeige und stattgehabter Untersuchung in die 
heiligen Bücher eingetragen und als Jahrtag gefeiert. Der 
Märtyrer heisst fortan vindicatus; zunächst erfolgt die Heilig- 
sprechung jeweilen durch den Bischof des betreffenden Spren- 
geis, seit demX. Jahrhundert aber in der Regel durch den Bischof 
der Bischöfe, den Papst (canonisatio). Die Verehrung derjenigen 
Personen, die seit unvordenklichen Zeiten oder seit mindestens 
hundert Jahren öffentlich verehrt wurden, wird 1634 vom 
päpstlichen Stuhl gestattet ; dies betrifft hauptsächlich die- 
jenigen Heiligen, deren Kult von Dioezesanbischöfen im ersten 
Jahrtausend war angeordnet worden ; auf Grund historischer 
Nachweise von selten des betreffenden Dicezesanbischofs, 
eines Vertreters oder eines Mandatars der Kongregation der 
Riten, erfolgt für solche Heilige eine nachträgliche Heilig- 
sprechung (beatificatio sequipollens). ^) 

Jeder Kult knüpft zunächst an die Stelle des Grabs, 
dann an die Stadt, später den umliegenden Sprengel an. 
Wichtig für seine Verbreitung ist die sich jährlich erneuernde 
Pestfeier. Der Todestag, oft auch der Tag der Uebertragung 
der Ueberreste wird gefeiert; die Tage der Heiligen treten 
an Stelle der heidnischen Tagesbezeichnungen und es ent- 
stehen christliche Kalender. 

Unter diesen Kalendern der verschiedenen Sprengel 
ragt hervor derjenige von Rom, entstanden im IV. Jahr- 
hundert. Durch Einschieben von Auszügen aus Märtyrerakten 
in die Kalender entstanden die Martyrologien der lateinischen 
Kirche, in der griechischen Monologien genannt. 



1) Benedict XIV., De servorum Dei Beatificatione et Beatorum Canoni- 
zatione 1. H. c. XVII sq. Wetzer und Weite IP Sp. 140 und 151. Ein 
Beispiel bei P. Odilo Ringholz, Der sei. Markgraf Bernhard v. Baden 1892. 
p. 82—83. 



— LXXVI — 

1. Charakter, Herkunft und Aechtheit 

der Reliquien. 

Als Reliquien im Sinne der Kirche gelten zunächst die 
irdischen, körperlichen Ueberreste der Heiligen, lerner alle 
möglichen Gegenstände, die mit dem Leib oder Leichnam, 
dem Grab, Gewand, Leichentuch, der Reliquienhülle oder 
einem sonstigen Andenken in Berührung gekommen sind. 

Es ergiebt sich hieraus, dass von jedem Heiligen un- 
zählige Andenken vorhanden sind, dass unzählige Stücke 
durch ununterbrochene Tradition als acht beglaubigt sein 
können und. endlich, dass sie sich sämtlich auf sehr einfache 
und natürhche Weise vermehren konnten, durch Teilung wie 
durch Berührung. Bedenkt man, wie unendlich viele Teile von 
jedem der zahlreichen Gebeine eines Menschen können abgelöst 
werden, rechnet man, in wie unzählige Teile ein Gewand, ein 
Leichentuch kann zerschnitten, werden, wie viel Späne von 
einer eisernen Kette oder einem andern Marterinstrument 
können abgefeilt werden, in wie viel Sphtter ein Heiligen- 
sarg kann zerlegt werden, so sieht man, dass es nicht nötig 
war. zur Fälschung zu greifen, um Reliquien, zur Verfügung 
zu haben. Bedenkt man ferner, dass unzählige Stoffe, die 
sozusagen nicht alle wurden, also z. B. Steine im heihgen 
Land '), Staub auf Gräbern, Wasser von den einem Heiligen 
geweihten Brunnen ^) , Feuchtigkeit steinerner Heiligen- 
tumben ^), Oel von Larapen und Wachs von Kerzen, die beim 
Heiligengrab brannten, gleich Reliquien gesammelt, aufbe- 



') Ain bekanntesten der weisse Stein aus der Grotte von Betlehem, 
lac B. V. Marise genannt. 

2) Der Priester Aridiiis v. Limoges kam zum Julianusgrab in Brioud 
und füllte pro benedictione eine ampulla mit Wasser aus dem fons, in dem 
der Heilige sein Blut vergossen ; ein Priester aber wollte bei der Weihuug 
einer Kirche nichts anderes in den Altar thun als eben dies Gefäss, dessen 
Wasser in Balsam verwandelt war, indem er sagte : das sind „certse reli- 
(|ui0e" u. s. w. Gregor Tur. De Virtut. S. Juliani c. 41. Wachs von den 
Kerzen, Staub vom Grabe des h. Julian. Ic. c. 45. 

^j Sog. Oel von Heiligengräbern wird viel erwähnt, z. B. von S. Catha- 
rina, S. Walpurge und besonders von S. Nicolaus ; vgl. Brev. Toletan : 

Cuius tumba fert oleum 

Matres olivse nesciunt : 

Quod natura non protulit 

Marmor sudando partimt. Thiofrid Acres HI. 



— LXXVII — 

wahrt und verehrt wurden, so gewinnt man die Ueberzeugung, 
dass fromme Andenken dem, der sie suchte, ohne grosse 
Schwierigkeit erreichbar waren. Wenn man dann bei 
weiterem Eindringen in den Stoff sieht, wie die Andenken 
willkürlich können vermehrt werden , so sieht man , wie 
unrecht diejenigen haben , welche von Reliquienfälschung 
in grossem Massstab reden. 

Eine wichtige Gattung der Reliquien besteht aus den 
Brandea ; dies sind Stücke Stoff, die man auf ein Heiligen- 
grab, bezw. in die Confessio gelegt hat, und die durch Be- 
rührung mit wirklichen Reliquien oder Reliquienbehältern den 
Charakter von Heiltum erworben haben. Diese Brandea 
spielen im ersten Jahrtausend eine bedeutende Rolle ; in 
späterer Zeit für eigentliche d. h. für Originalreliquien ge- 
halten, wurden sie in unendlich viele Teile zerlegt, von denen 
jedes als aus alter und authentischer Quelle konnte bezeichnet 
werden. Solche Berührreliquien kommen in den unten auf- 
geführten Regesten, welche die Heiltumsbestände der Schweiz 
belegen, vielfach vor ^), sind indes nur in einzelnen Fällen 
besonders charakterisiert. 

Auch metallene Gegenstände wurden in Berührung mit 
Reliquien gebracht und dann als geweihte Abbilder der 
Originale, als reliquienartige Andenken verehrt. So wurden 
schon im Frühmittelalter Schlüssel, Nägel ^), Eisenstäbe ^), 
Kettenglieder mit berühmten Reliquien Roms in Berührung 
gebracht und verschenkt. Besonders Ringe ähnlicher Art 
kommen in Kirchenschätzen vor. Beweis die Andenken 
dieser Gattung zu Engelberg, Einsiedeln *), Rheinau •^) und 
Zug. Die Grenze, wo die Originalreliquie aufhört und das 
Andenken beginnt, ist schwer zu ziehen : hunderte von Teilen 
der Theodulsglocke wurden im Metall neuer Glocken einge- 
schmolzen. Das Metall dieser neuen Glocken war nun mit 
der Theodulsreliquie versetzt, vermischt und konnte wiederum 
als solche gelten. Aehnhches gilt von Kelchen oder ver- 

1) Vgl. Eeg. n. 136; velum sericum riibei coloris attactu corporis 
(S. Claudii Aep. Bisuntj sanctilicatum zu Einsiedeln 1694. 

2) Rom. Quarfcalschrift lÜOi); duo clavi formati et contacti ad verum 
clavum Salvatoris nostri zu Einsiedeln 1600. 

ä) Berührt mit dem Kost von S. Lorenz. 

*) Vgl. Reg. n. 734. Mit dem Original S. Josephs zu Perugia berührt. 

^) Vgl. Reg. n. 1506. Mit dem h. Blut von Weingarten berührt. 



— LXXVIII — 

wandten kirchlichen Kultusgeräten ; ein Heiliger besass und 
verwendete zu Lebzeiten einen Kelch, oder seinem Leib 
wurde ein Grabkelch in den Sarkophag gelegt : Beide Gegen- 
stände werden wohl von Jedermann gern als ächte Original- 
reliquien anerkannt werden. Wie aber, wenn diese Kelche 
zerbrechen und aus dem Metall neue Kelche gefertigt werden? 
Pur den Gläubigen bleiben sie Reliquien, weil sie aus dem 
Metall des Originals bestehen, für den kritischen Archäologen, 
der nur der äussern Form, des Kunstcharakters gedenkt, 
sind sie nicht mehr Original. Wird gar von dem ursprüng- 
lichen oder dem zweiten Kelch ein Abbild gemacht und zwar 
aus Metall, in welchem eine Partikel des Originalmetalls ent- 
halten ist, oder es wird das Pacsimile mit dem Original in 
Berührung gebracht, so ergibt sich, dass es eben viel ver- 
schiedene Aechtheitsgrade geben kann. ^) 

Gerade um nun den Charakter der Reliquien in der 
Schweiz objektiv zu schildern, hat der Verfasser darauf ge- 
halten, durch Mitteilung von Regesten zu schildern. Die- 
selben fügen sich möglichst an die Ausdrucksweise der 
Originaldokumente und dürfen als zuverlässige Stichproben 
gelten. Nichts ist tendenziös ausgeschlossen, nichts beigefügt; 
an dem Leser ist. es, zu verstehen, richtig zu lesen. Derselbe 
rauss sich daran gewöhnen, hinter Reliquien nicht immer 
Reste vom Gebein zu suchen, sondern sehr häufig mir An- 
denken. Steht doch in manchem Verzeichnis bei einzelnen 
Namen ausdrücklich de osse oder de ossibus, de cinere, de 
cineribus, wodurch klar angedeutet ist, dass die übrigen Posten 
des Verzeichnisses andern Charakters sind, also z. B. de 
sarcophago ^), de tumba, de vestimentis oder de linteamine. 

Der Charakter einer Reliquie erhellt auch aus der Her- 
kunft; diese ist häufig direkt überliefert. Hunderttausende 

^) Der protestantische Prediger Wick von Zürich erzählt: Eine Katte 
liatte Eeliquien eines Eeliquiars gefressen und sei deshalb, weil angefüllt 
mit Heiltum, aufbewahrt worden. Wickiana Ms. F. 14 der Stadtbibliothek 
Zürich. Dazu ein farbiges Bild. 

2) Schon im VIII. Jahrhundert vermischte der Custos zu S. Gallen 
„cineres de sarcophago et oleum, quod ante ipsum altare ardebat." M. G-. H. 
I. p. 29. An Sarkophagen Frankreichs wurde seit der Zeit Gregors von 
Tours geschabt und der Staub den Kranken gegeben. Vgl. Le Blant, Les 
.sarcophages chretiens de la Gaule p. 86. Erde von der Einsiedler Gnaden- 
kapelle verschenkt u. a. Alb. von Bonstetten 1491. Vgl. P. Odilo Ringholz, 
Wallfahrtsgeschichte p. 177 A. 1. 



— LXXIX — 

wenden sich im Mittelalter an die verschiedenen heiligen 
Stätten, um an Ort und Stelle Heiltum zu erwerben. Sie 
holen es selbst, erbitten es persönlich, ja sie stehlen es sogar 
oder sie schreiben darum oder senden ü-esandtschaften mit 
dieser Aufgabe. ^) 

In vielen Fällen aber ergibt sich die Herkunft der Re- 
liquien aus bestimmten persönlichen Verhältnissen : wenn wir 
in S. Gallen und Pfävers irische Reliquien ^) finden, so denken 
wir. an die irischen Mönche und irischen Manuskripte, wenn 
wir zu Einsiedeln Strassburger Reliquien ^) sehen, so gedenken 
wir der Herkunft der Domherrn S. Benno und S. Eberhard, 
während Reliquien aus dem heiligen Land Palästinafahrten, 
römisches Heiltum Romfahrten, Jakobsreliquien Santiagoreisen 
von Kirchenwohlthätern illustrieren. Bei manchem Andenken 
könnte man die ächte Provenienz leicht nachweisen, wenn 
man einige Partikeln neben einander legen, vergleichen und 
zusammenfügen könnte ; die Bruch- oder Schnittflächen wür- 
den die ehemalige Zusammengehörigkeit des Stücks erweisen, 
wie die gemeinsame Musterung bei einem Gewände. ^) So- 
wohl Teilung wie Handänderung von Reliquien Hesse sich 
durch eigentliche Stammbäume erweisen. ^) 

Eine knappe Uebersicht mag hier am Platze sein, ' über 
diejenigen Quellen von Reliquien, welche für die Schweiz 
am ausgiebigsten geflossen sind. In erster Linie kommen in 
Betracht die einheimischen Martyrergräber , dann über- 
haupt die Heiligengräber. Die wichtigsten derselben sind 
zu S. Maurice (S. Moriz , Thebäer , S. Sigismund) , Sitten 
(Theodul), Solothurn (SS. Urs und Victor, Thebäer), 

1) Vgl. die zahllosen Belege in den Begasten . 

2) lieg. n. 46. 

3) Eeg. n. 69. 

*) Man denke an die von den prächtigen historirten Stoffen zu Chur 
nnd Säckingen abgeschnittenen Teile. 

^) Zenoreliquien von Verona — Ulm — Eadolfszell u. s. w., Kreuz- und 
Blutreliquien aus Palästina durch Azan an Karl den Grossen — die Grafen 
von Chui'walden — von Lenzburg — Suanahilde — ßeichenau — Günthers- 
thal — ßeichenau ; römische Reliquien des Kardinals Carpineo an den 
Nuntius Marcellus de Aste in Luzern — den Eektor P. Frz. Eoll S. J. — 
Landgraf Carl von Fürstenberg — P. Eberhard Suter, Prior zu Eheinau — 
die Kirchen Friedlingen und Ittingen. Die Wanderungen von Fridolinsreli- 
(]uien : Säekingen — Basel — Säckingen — Mariastein, ferner Säckingen — 
Schennis — Oberurnen und S. Cloud in Dakota. 



— LXXX — 

Zurzach (S. Verena) , Zürich (SS. Felix und Regula), 
vS. Gallen (SS. Gall, Othmar u. A.), Ohur (SS. Lucius und 
Emerita), Disentis (SS. Placidus und Sigisbert). Ferner Reraüs 
(S. Florin) , Einsiedeln (S. Meinrad) , Rheinau (S. Pindan), 
Moutier-Granval (SS. German und Randoald), Saint-Ursanne 
(S. Ursicinus), Saint-Imier (S. Himerius). Eine vollständige 
Karte der schweizerischen Kultzentren hätte noch zahlreiche 
Gräber von einheimischen Heiligen anzuführen, ferner Gräber 
von Seligen und endlich solche von Heiligenleibern die aus 
der Fremde nach unserra Land gebracht worden sind und 
deren Kult hier Fuss fasste und sich erst von hier aus ver- 
breitete. Zu letzterer Gattung gehören die Gräber von S. 
Fides in S. Fiden, SS. Constantius und Reraaclus in S. Gallen, 
SS. Constans, Leguntius und Alexander in Schaffhausen und 
S. Euphrosyna in Klein-Basel. Zu beachten ist, dass es Hei- 
lige gibt, von denen keine oder beinahe keine Reliquien ver- 
breitet wurden. ^) So begegnen nie Heiltümer gewisser alt- 
christlicher Aebte und Bischöfe ^) wie z. B. S. Valentian von 
Chur, fast nie Partikeln von S. Marius von Lausanne, ebenso 
selten von S. Wilhelm von ISTeuchätel, S. Tdda von Fischingen. 
Ausserordentlich selten kommen auch Ueberreste von den 
drei Engelberger Seligen Adelhelra, Conrad und Frowin vor; 
gar nie haben wir Heiltum gefunden von den Seligen Angel- 
sachsen, Burchard und dem Bischof ohne Namen von Cham. 

Am meisten Reliquien kamen aus Italien in die Schweiz ; 
einmal weil Rom Mittelpunkt der Kirche war, zweitens weil 
die Schweiz im Süden an dieses Land angrenzt, einzelne 
Teile derselben (Tessin) auch zu italienischen Sprengein (Como 
und Mailand) gehörten. Wallfahrten nach Rom , Handels- 
beziehungen über die Alpenstrassen, Kriegszüge auf fremde 
und eigene Rechnung, Söldnerdienste in Rom thaten das Ihre, 
um manches Heiligtum über die Alpen in unser Land zu 
bringen. Geradezu riesige Dimensionen nahm die Einführung 
von Reliquien infolge der Wiedereröffnung der Katakomben 
(Coemeterien) seit der Mitte des XVII. Jahrhunderts an. 

Nächst Rom kommen als italienische Quellen von Reli- 
quien in der Schweiz in Betracht : Assisi, Bobbio, Bologna, 

^) Ihre Gräber scheine» vor einer Elevation oder Translation ver- 
schwunden oder verschollen zu sein. 

2) Ygl. die Verzeichnisse der hh. Aebte von S. Maurice, hh. Bischöfe 
von Sitten, Genf, Chur, Lausanne und Basel bei v. Mülinen, Helvetia Sacra I. 



— LXXXI — 

Catania, Eugubio, Paenza, Mailand, Monte Cassino, Monte 
Gargano, Pavia, Venedig, Vercelli, Verona. 

Frankreich hat schon sehr früh einen grossen Anteil 
an den Reliquien unseres Landes. Von hier kam Kultur und 
Mission unter den fränkischen Königen merowingischen 
und karolingischen Stammes. Dass die Verehrung des fränki- 
schen Nationalheiligen S. Martin infolge starken Einflusses 
von Westen kam, steht ausser Zweifel. Endlich stehen die 
Bistümer der Westschweiz unter fränkischen Metropolitan - 
verbänden. Der Sprengel Sitten gehörte zur Provinz Taran- 
taise, Genf zu Vienne, Lausanne und Basel zu Besangen. 
Als Basel vom burgundischen Reich ans Deutsche kam, 
wurde auch der kirchliche Verband geändert und der Sprengel 
von Besangen abgelöst und der Provinz Mainz inkorporiert. 
Seither stellt sich in der Basler Dicezese der deutsche Einfluss 
an Stelle des fränkischen, was sich deutlich in den Reliquien 
spiegelt. 

Als Quellen von Reliquien, die aus Frankreich ^) nach 
der Schweiz gekommen sind, seien hervorgehoben : Agen, 
Araiens, Angers, Anjou, Annecy, Autun, Auxerre, Besangon^ 
Bourges, Dol, Elnon, Lyon, Maubeuge, Poitiers, Soissons, 
Toulouse, Tours, Saint-Denys, Sens und Vienne. 

Aus Deutschland und Oesterreich hat die Schweiz sehr 
viele Reliquien empfangen, einmal weil ihre Nord- und Ost- 
grenze an diese Reiche stösst und dann weil die Hälfte der 
deutschen Schweiz zum Bistum Konstanz gehörte. Konstanz 
und Chur gehören, wie auch der Sprengel Basel seit dem XL 
Jahrhundert zur Provinz Mainz. Wenn die Einführung deut- 
scher Reliquien, speziell aus den Rheingegenden, weit be- 
deutender ist, als die spärlichen Heiltumsgaben aus Oesterreich, 
so hat dies seinen Grund in der Mannigfaltigkeit der Bezieh- 
ungen von Deutschland und dem Schweizerland ; durch letz- 
teres führte auch der Weg nach Italien, während Oesterreich 
mit dem Süden ohne Berührung der Schweiz in Verkehr 
treten konnte. 

Unter den Orten Deutschlands und Oesterreichs, welche der 
Schweiz viele Reliquien geliefert haben, seien genannt: Aachen, 
Altaich, Altkirch, Andlau, Augsburg, Bamberg, Birgelau, Bonn, 



*} Vgl. namentlich die Regesten von Pfävers. 

VI 



— LXXXII — 

Eichsei, Eichstädt, Erstheim, Ettenheimmünster, Feldkirch, 
Pindelsberg, Füssen, Fulda, Hall, Haslach, Heiligenkreuz, 
Hohenburg, Innsbruck, Isny, Köln, Konstanz, Mainz, Mem- 
mingen, Molsheim, Murbach, Pseris, Passau, Petershausen, 
Regensburg, Reichenau, Säckingen, Strassburg, Trient, Trier, 
Weingarten, Wien, Worms, Würzburg. 

Unter den nicht an die Schweiz angrenzenden Ländern 
spielt zunächst Irland, und zwar zur Zeit der irischen Mission, 
eine Rolle durch Mitteilung seiner Reliquien ; es sind Heil- 
tümer von SS. Patricius, Brigida ^) und Columba ; später kam 
auch der Kult des h. Brandan von der grünen Insel zu uns. 
Aus England erhielt die Schweiz wie andere Länder Heiltum 
von S. Thomas von Canterbury, ferner Oswaldsreliquien, die 
teils unmittelbar, teils über Weingarten uns zukamen. 

Aus den Niederlanden, dem heutigen Belgien und Hol- 
land, kam uns der Kult der h. Gertrud von Nivelles, der hh. 
Lampert von Lüttich, Servatius und Amandus von Mast- 
richt, des h. Remaclus von Stavelot zu. 

Aus Spanien erwarb die Schweiz infolge mannigfacher 
Pilgerfahrten nach Santiago di Oompostela Andenken an S. 
Jakob d. Ae. ; ferner in neuerer Zeit ^) Heiltum von den 
Märtyrermönchen zu Oaradegna. 

Aus dem griechischen Orient kamen infolge der Kreuz- 
züge manche Reliquien in den Westen ; vielleicht gelingt es, 
auch in älteren Kirchenschätzen der Schweiz noch cedulae 
mit griechischer Schrift zu finden. Aus dem heiligen Land 
sind durch unzählige Pilgerreisen vielerlei Andenken an die 
von den Wallfahrern besuchten Stätten mitgebracht worden. 
Fast jedes grössere Reliquien Verzeichnis und fast jede Kirche ^) 
enthält Heiltum dieser Art. *) 



^) Ihr Grab in Down. Patrick und Bridget sind heut noch die ge- 
wöhnlichsten Namen der Mänder, 

2) Vgl. Eeg. 588, 590, 591, 594. 

ä) Den 10 im Archiv für Yolkskunde 1899 p. 13 genannten Orten sei 
noch beigefügt : Cliur, Engelberg, S. Urban, Waldkirch, Brütten, Malters, Zug. 

*) Aus Erde, Stein, Staub und Wasser von bestimmten heiligen Stätten 
wurde im h. Land Teig gemacht und die daraus gefertigten Kuchen (Zeltlein) 
in Form von Agnus-Dei-Medaillen den Pilgern abgegeben. Im Eeliquien- 
verzeichnis des Zürchers Füssli und der G-rafen Stadion (von 1594 in Nürn- 
berg) figurieren Andenken dieser Art. 



— LXXXIII — 

An Hand des vorstehend Mitgeteilten kann Jeder er- 
wägen, ob bei einer Reliquie die authentische Herkunft, ab- 
solute oder relative Aechtheit angenommen oder bewiesen 
werden kann. 

Die Reliquien lagen unter Aufsicht ernster Männer; diese 
haben sie nicht verkaufen, sondern nur verschenken dürfen; 
Handel und Fälschung wurden, wenn sie sich da oder dort 
zeigten, streng unterdrückt und bestraft. Irrtümer konnten 
freilich immer vorkommen ') ; die cedulae konnten durchein- 
ander geraten und am unrichtigen Ort wieder befestigt 
werden ; der Küster konnte sich täuschen, wie der Apo- 
theker, der eine Mixtur falsch etiquettiert, und wie der 
Arzt, der eine Krankheit unrichtig diagnostiziert. Jede Reli- 
quie will deshalb einzeln betrachtet, verglichen, untersucht, 
erforscht sein. Das ist wirkliche wissenschaftliche Lipsano- 
graphie. 

Die Erforschung der Reliquien darf daher als eine 
Wissenschaft gleichberechtigt neben den andern Disciplinen 
auftreten ; wird man der Numismatik ihren Wert abstreiten, 
weil es falsche, verfälschte und nachgeprägte Münzen gibt, 
oder der Diplomatik wegen falscher Urkunden, der Sphragistik 
wegen falscher Sigel ? Enthält nicht jedes Münzkabinet, 
jedes Archiv, jede Sigelsammlung oder Daktyliothek einzelne 
Falsa ? Und wieviel Interpolationen, Unterschiebungen und 
Fälschungen enthalten die litterarischen Quellen der Vorzeit ! 

Eine besondere Behandlung an dieser Stelle verdienen 
die Reliquien der sog. römischen Märtyrer ^) oder Katakomben- 
heiligen ; die Schweiz hat Hunderte davon im XVII., XVIII. 
und XIX. Jahrhundert erhalten. Diese Reliquien bestehen 
häufig aus ganzen Leibern bezw. Skeletten, die man in den 
Katakomben Roms ^), also den altchristlichen Grabstätten der 
Kapitale der Welt gefunden hatte. Pest steht in der viel 
umstrittenen Frage dieser Reliquien, erstens, dass es sich um 
Leiber von Christen der alten römischen Gemeinden handelt 



') Trotz der Massangaben, Beschreibungen und Zeichnungen der Keli- 
quien, die in einzelnen Urkunden der Beschreibung beigefügt sind, vgl. 
z. B. Reg. n. 728 u. 748. 

2) In den Quellen und Kegesten als M. R. abgekürzt. 

*) Grundrisse der Katakomben bei de Rossi Roma sotteranea, ferner 
im Boll. di Archeol. Christ. 1900. Taf. XI— XII; die für die Schweiz in 
Betracht kommenden Coemeterien sind oben p. XX A. 2 aufgeführt. 



— LXXXIV — 

und zweitens, dass zahlreiche Martyrerleichen ^) sich darunter 
befinden. Unsicher aber ist, ob das Martyrertum bei allen 
wirklichen Blutzeugen am Grabe überhaupt kenntlich gemacht ''^) 
war, unsicher, ob die Phiolen ^) an den Gräbern Martyrer- 
blut enthalten haben und ein Zeichen des Martyriums 
und nicht nur des christlichen Glaubens sind. 

Die unendliche Litteratur über die Katakombenreliquien 
hier zu vermehren, hiesse Wasser ins Meer tragen ; wir be- 
gnügen uns daher auf die Feststellung folgender Thatsachen. 

Die berühmtesten Martyrergräber sind zuerst von deii 
Päpsten eröffnet worden, die sichersten Reliquien sind zuerst 
aus den Katakomben entfernt worden. Die erste Auslese 
haben die Bischöfe von Rom für Roms Kirchen selbst ge- 
troffen ; eine zweite Auslese fand im VIII. und IX. Jahr- 
hundert statt. Zweck derselben war einerseits die Reliquien 
der Märtyrer vor dem Feinde zu retten und anderseits den 
Gesuchen der Frankenkönige um Heiltum zu entsprechen. 

Feststeht, dass in jener Zeit sehr viele — tausende*) — 
von wahrscheinlich ächten heiligen Leibern geborgen, d. h.. 
eleviert und transferiert worden sind ; ebenso sicher aber ist, 
dass trotzdem nicht genug grosse Reliquien da waren, dass 
jedem Gesuch entsprochen werden konnte. ^) 

Sicher ist, dass diejenigen Leiber, die seit der Wieder- 
entdeckung der Katakomben im Jahr 1578 ^). gefunden wor- 
den sind, nicht die erste, sondern, wenn wir uns dieses Aus- 
drucks bedienen dürfen, erst die dritte Auslese darstellen. 

In den ersten Auslesen befanden sich diejenigen Heiligen, 
deren Namen in den heiligen Büchern eingetragen waren. 



*) Prudentius spricht von „unzähligen Gräbern der Märtyrer in Rom". 
2) Wohl die meisten der Gräber geben mit deutlichen Zeichen 
Dir vom Märtyrer an Name und sonst noch ein Wort, 
Doch viele andere schliesst ein stummer Stein ohne Inschrift 
Der nur die schweigende Zahl dir der Gemarterten nennt. (Prudentius.) 
^) Ueber die sog. Blutphiolen esistiert eine fast unübersehbare Menge 
von Schriften, ich verweise deshalb auf den Art. bei Wetzer und Weite. 
Rom hat schon lange aufgehört, die Phiolen als sichere Kennzeichen eines 
Martyrergrabs zu betrachten und damit wieder bewiesen, dass es die Ergeb- 
nisse der AvissenschaftUchen Forschung nicht ignoriert. 
*) Vgl. Reg. n. 32. 

5) So wurde z. B. Erzbischof Otgar von Mainz von Papst Gregor IV. 
(t 844) abschlägig beschieden. 

6) Vgl. Reg. n. Ö15. 



— LXXXV - 

und deren Andenken gefeiert wurde ; des weitern historisch 
bekannte, beglaubigte Heilige, deren Leben und Thaten noch 
in der Erinnerung der Römer fortlebten. 

In der letzten Auslese oder Ausräumung der Katakomben 
waren nicht nur solche Heilige , deren Leidensgeschichte 
nicht unversehrt erhalten ^) war, sondern solche, deren Mar- 
tyrium nicht überliefert oder vielfach nicht beglaubigt war 
und deren Namen man nicht einmal kannte. 

Es entwickelte sich nun die Sitte ^), die unbekannten 
und namenlosen Leiber mit Namen zu kennzeichnen (zu 
„taufen" wie vielfach gesagt wird, daher „getaufte Heilige"). 
Die Wahl dieser Namen geschah mit Hinsicht auf sehr ver- 
schiedene Umstände. Zunächst legte man den Unbekannten 
Bezeichnungen bei, die offen und ehrlich die Nichtkenntnis 
des wirklichen Namens eingestanden, also z. B. Anonymus 
{ — a) , Innorainatus ( — a) , Incognitus ( — a), Innominabilis, 
Nominandus (— a), Ignotus (— a). ^) 

Weiter gab man den unbekannten, d. h. ohne Grab- 
schrift gefundenen Leibern, gern Namen berühmter und 
allgemein verehrter Heiliger ^), z. B. Aegidius, Basilius, Bene- 
dictus, Gandidus, Columba, Columban, Gregorius, Irenseus, 
Marcus, Pancratius, Placidus, Remigius, Theophilus, Urbanus, 
Valentin, Victor, Victoria, Vincentius, Vitalis. 

Diese Namen wurden häufig mit ganz besonderer Be- 
rücksichtigung bestimmter Verhältnisse ausgesucht : so hatte 
S. Gallen bei der Glaubenspaltung den Leib des h. Oonstan- 
tius, den es seit Jahrhunderten verehrt hatte •^) eingebüsst ; 



^) „Multi quiciem sunt martyres apucl urbem Eomam, quorum historige 
passionum nobis integraj non sunt delatse." Greg. Tur. Glor. Mart. c. 39. 

2) Spuren derselben gibt es schon in altchristlicher Zeit : ein Märtyrer 
wurde Adauetus genannt „quod sancto relici auctus sit ad coronam" 
Analecta Bolland. XVI. p. 21; zahlreiche Thebäerleiber wurden im Lauf der 
Jahrhunderte getauft, ebenso eine grosse Zahl von kölnischen Jungfrauen, 
letztere auf Oifenbarung einer visionären Nonne und des sei. Hermann 
Joseph. — Mit willküi-lichen Namen hat auch Kardinal Raymund die Jung- 
frauen von Eichsei, die er der römischen Epoche zuwies, aber mit mittel- 
alterlichen Namensfornien versah, belegt. Vgl. Reg. n. 4'30— 435. 

*) Vgl. die Reliquien und Verzeichnisse von S. G-allen, Neu-S. Johann, 
Einsiedeln, Fahr, Wurmsbach, Ober-Aegeri, Riemenstalden, Heiligkreuz bei 
Cham u. s. w. 

*) Vgl. die Regesten, besonders von 1650 an bis 1900. 

5) Reg. n. 52. 



— LXXXVI — 

als Ersatz sandte man dem Stift einen Katakombenleib, der 
ebenfalls den Namen Constantius ') erhielt. Der Vincentius- 
kirche zu Eschenbach (S. Gallen) wurde ein Leib geschenkt,, 
dem der Name des alten Kirchenpatrons S. Vincentius bei- 
gelegt wurde, Abt Placidus von Einsiedeln erhielt aus Rom 
den Leib eines Märtyrers namens Placidus, Abt Ccelestin IL 
von S. Gallen den Leib eines Goelestinus , Caecilia . von 
Sonnenberg einen solchen namens Caecilia. Mit Bezug auf 
den Namen des Empfängers wurden häufig auch die Reliquien 
ausgewählt, so bekam der Kapuzinerpater Pidelis zu Schwyz 
Heiltura von S. Pidelis von Sigraaringen, Pröbstin Theodora 
von Riedern solches von S. Theodora ^), Meinrada Benziger ^) 
und Meinrada Schönbächler ^) solches von S. ^Meinrad, Vic- 
toria B. solches von der Katakombenheiligen Victoria M. von 
Schnifis. ^) Am häufigsten belegte man die Katakomben- 
leiber mit Namen, welche Bezug nahmen auf die herrlichen 
Eigenschaften der im Glanz des Martyriums vollendeten 
Sieger. Namen dieser Art sind Amatus, Benignus, Bonus,. 
Clarus, Clemens, Goelestinus, Concordius, Emeritus, Paustus, 
Portunatus , Generosus , Gloriosus , Honestus , Illuminatus,, 
Jucundus, Justus, Laureatus, Lucidus, Mansuetus, Modestus, 
Optatus, Pacificus, Pius, Pretiosus, Probus, Prosper, Venustus, 
Verecundus, nebst den entsprechenden weiblichen Formen. 
Viele dieser Namen klingen altrömisch, ein grosser Teil aber 
trägt den Charakter des XVIL und XVIII. Jahrhunderts^ 
d. h. einer Epoche, die bestimmte, im. Altertum gar nicht 
oder wenig übliche Namen hervorsuchte. 

Die Reliquien all dieser Katakombenheiligen wurden als 
„neue" von den „alten" Heihgtümern unterschieden; in jedem 
einzelnen Fall ist Name, Herkunft, Art der Beglaubigung, 
wie die Richtigkeit der Recognition zu untersuchen; über 
die Gesamtheit dieser römischen Reliquien abzusprechen ist 
ebenso unrichtig wie die Gesamtheit als voUgiltig anzu- 
erkennen. ^) 



') Reg. n. 1018, 102U, 1021. 

2) Reg. n. 1309. 

3) Reg. n. 1813. 
•'0 Reg. n. 1817. 
'■>) Reg. n. 1814. 

6) Vgl. Schweiz. Kirchen-Zeitung 1901 p. 265. 



— LXXXVII - 

2. Die Aufbe~wahrung der Reliquien. 

Das Grab, die letzte Ruhestätte guter oder grosser 
Menschen auszuzeichnen und kenntlich zu machen, ist ein 
allen Völkern gemeinsamer Brauch, der in die ältesten Zeiten 
zurückreicht. Kapellen über solchen Gräbern von Göttern, 
Heroen und Menschen haben laut dem Zeugnis des Clemens 
von Alexandrien im Altertum in Menge bestanden. ^) 

Was lag den Christen, die sich am Grab ihrer Blut- 
zeugen versammelten, näher, als über der Stätte ein Sanctuar 
zu errichten ? Da man nun über dem Leichnam der Heiligen 
den Altar erbaute und man am Martyrergrab das h. Mess- 
opfer darbrachte, bildete sich bald die Anschauung aus, dass 
Altar und heilige Ueberreste untrennbar zusammen gehören. 
In der Mehrzahl der Orte aber, wo man einer christlichen 
Kirche und der Altäre bedurfte, lagen keine Körper von 
Heiligen, und die Zahl solcher Leiber reichte lange nicht 
aus, um den vielen Tausenden von Gotteshäusern, die seit 
Einführung des Christentums als Staatsreligion aus dem Boden 
schössen, zu entsprechen. Man bediente sich also der Reli- 
quien, und solche wurden schon im IV. Jahrhundert als zur 
giltigen Weihung eines Altars notwendig erklärt. Wie wir 
bereits gesehen, begnügte man sich zunächst während Jahr- 
hunderten mit Brandea; seit dem VIII. und IX. Sseculum aber 
treten an deren Stelle und neben sie zahllose Teile von 
Heiligenleibern, vornehmlich vom Papst gespendete. 

In jedem Altar wurde eine Vertiefung, sepulcrum ge- 
nannt, angebracht, in welcher die Reliquien von dem weihen- 
den Prälaten eingeschlossen wurden. Die Konsekration ge- 
schah durch den Bischof des Sprengeis, durch seinen General- 
vikar, seine Weihbischöfe oder andere, z. B. Mandatare aus 
einer benachbarten Dioezese ^), durch päpstliche Legaten oder 
Nuntien. 

Der weihende Prälat brachte in der Regel die Reliquien, 
welche in die Altäre eingeschlossen werden sollten, mit ; man 
kann also aus den Partikeln der einzelnen von einem be- 
stimmten Kirchenfürsten geweihten Altäre schHessen anf den 



*) Vgl. Journal international d'archeologie namismatique IV. 1901. p. 28. 
2) So weiht Bonifaz v. Bosni, Weihbischof von Basel 1293 die Klingen- 
thalklosterkirche in Klein-Basel, Konstanzer Bistums. 



— LXXXVIII — 

Reliquienschatz, auf die Vorräte, die der Konsekrator in seiner 
Sakristei besass. Bei der Weihungszeremonie wurde zuerst 
bei der Elevation ^), dann bei der Reposition ^) der Reliquien, 
über die Capsse ^) (Behälter), dann über das Sepulcrura *), den 
Loculus im Altar, endlich nach der Reposition der Reliquien 
im Altar ein Gebet gesprochen. ^) 

Die Zahl der in jedem Altar eingeschlossenen Partikeln 
ist sehr schwankend : schon zur Zeit Gregors von Tours 
handelt es sich um eine Mehrzahl und 974 erhält der Stephans- 
altar zu Halberstadt ^) unzählige Partikeln. In Pfävers ^) 
finden wir nach 875 in einem Altar über 10 Partikeln, im 
zweiten über 12, im dritten über 12, nach dem Jahr 900 im 
vierten Altar über 29 -j- 36, im fünften über 14. Bescheidenere 
Ziffern weist das älteste Verzeichnis von Einsiedeln ^) auf, 
hier lesen wir von 8, 5, 4, 3, 5, 2, 5, 5, 5, 1, 3, 5 und 7 
Partikeln in je einem Altar; am meisten (8) kommen auf 
den Hochaltar, am zweitmeisten (7) auf den Kreuzaltar, am 
wenigsten (1) auf den Gruftaltar. Höhere Zahlen kommen 
seit dem XL Jahrhundert, insonderheit in grossen Stifts- 
kirchen vor ; so besass der Altar der Kirchhofskapelle zu Bam- 
berg 1122 Heiltum von 31 Heiligen, ein Altar zu Petershausen 
1152 solches von über 70 Heihgen, die Altäre von Windberg 
(Bistum Regensburg) solches von 6200 (so!) von 63, 42, 39, 
33 und 37 Heiligen. Im Dom von Magdeburg ruhten 7118, 
zu Wittenberg 5005, zu Halle 8833 Reliquien am Anfang des 
XVI. Jahrhunderts. Zur Schätzung der Gesamtsummen muss 
man noch die wachsende Zahl der Altäre der einzelnen 
Kirchen berücksichtigen : Centulse und York haben schon 
ums Jahr 800 je 30 Altäre, S. Gallen um 830 deren 17, 
Halberstadt um 992 nur 10, gegen Ende des Mittelalters hat 



1) Gerbert Monumenta lit. III. p. 47. . 

2) a. a. 0. p. 49. 
■') a. a. 0. p. 57. 
*) a. a. 0. p. 59. 

^) a. a. 0. p. 61. Benedictionsformulare für Eeliquiare finben sich auch 
im Pontif. ßoman. ed. typ. Eatisbou. 1888. II. p. 188 ff. Besondere Behand- 
lung erfahren die Eeliquien des Heilandes. . Vgl. Wetzer und Weite 
12 p. 592. 

^) Beissel, Die Verehrung .... II. p. 23. 

-■) Vgl. Reg. n. 46 u. 51. 

8) Vgl. P. Odilo Eingholz im Anz. f. Schweiz. Gesch. 1898. p. 11-12. 



— LXXXIX — 

Preiburg i./Ue. 19, Zürich (Grossmünster) 21, Basel (Münster) 
39, Solothurn (Stiftskirche) 12, Basel (Peterstift) 13, Bischofs- 
zell 13, Genf (Cathedrale) 24, Danzig 46, Magdeburg (Dom) 48; 
S. Urban zählt im Jahr 1718 nicht weniger als 11, Bero- 
münter 1735 gar 18 Altäre. Bedenkt man, welch grosse 
Zahl von Kirchen und Kapellen, jede mit einer Mehrzahl von 
Altären ausgestattet errichtet wurden, so gewinnt man eine 
Anschauung über die Zahl von Partikeln , über die ein 
weihender Bischof verfügen musste ; man begreift daher, 
wenn er die Reliquien in unzählige kleine Teile (miese) 
zerlegte. 

Welchen Heihgen aber gehören die in den Altären ein- 
geschlossenen Reliquien an ? Auf diese Frage gibt zunächst 
der Titel, die Invokation oder das Patrocinium der Kirche, 
der Kapelle oder des Altars Antwort, denn Reliquien der 
Patrone oder „Hussherrn", wie sie gelegentlich heissen, durften 
in der Regel nicht fehlen. Am häufigsten sind männliche 
Märtyrer') oder Confessören ^) Patrone, weibliche Invokationen 
sind mit Ausnahme der Gottesmutter in älterer Zeit äusserst 
selten. ^) Unter den Sachpatronaten spielt das h. Kreuz und 
das h. Grab eine vorherrschende Rolle. Häufig sind Doppel- 
patronate, wie denn die Tendenz vorherrscht, die Gottes- 
häuser unter den Schutz mehrerer Heiliger zu stellen, Noch 
mehr Patrone aber als die Kirchen und Kapellen pflegte man 
den Altären zu geben, dies ergab auch als Konsequenz, dass 
man Reliquien von mehrern Patronen einschloss. Nun aber 
weihte man in einem Männerkloster die Altäre gern heiligen 
Mönchen, je nach dem Orden speziell den heihgen Sternen 
des Ordens *), in einem Prauenkloster mit Vorliebe heiligen 
Frauen, überall wurde gern dem h. oder sei. Stifter oder den 
Stiftern ein Altar errichtet, häufig in der Krypta, im Turm oder 
im Beinhaus dem h. Michael, unter dem Triumphbogen dem 
h. Kreuz ein Altar geweiht. Dies alles ergibt, dass z. ß. in 
Hirschau in einen Altar Reliquien aller Altarpatrone gelegt 
werden, dass im Frauen kloster zu Engelberg '") ein Altar nur 

1) z. B. S. Peter im Bistum Genf, S. Johann in den Baptisterien. 

2) z. B. S. Martin im Frankenreich. 

2) In der merowingischen Epoche finde ich ausser Maria nur Maxentia 
als Kirchenpatronin im Frankenland. 

*j In jedem Benediktinerkloster wurde dem h. Ordenstifter Benedikt 
ein Altar geweiht; Beispiel Einsiedeln X.— XI. Jh. 

5) Im Jahr 1325. 



— xc — 

h. Frauen geweiht wird, dass in jedem Marienaltar Marien- 
andenken, in jedem Kreuzaltar Kreuzpartikeln ^) oder ent- 
sprechende Berührreliquien , dass in einem Salvatorsaltar 
hauptsächlich Heiltum des Erlösers eingeschlossen wird. ^) 

Ueber die Weihung jedes Altars wird ein Instrument, 
wovon weiter oben ^) bereits gehandelt, aufgenommen ; in 
dieser Urkunde wird der Konsekrator, das Datum, die Patro- 
cinien und die eingeschlossenen Reliquien aufgeführt ; dass 
dieses Dokument auszugsweise auch auf der Aussenseite des 
Altars wiederholt wird *), haben wir ebenfalls gesehen. 





Reliquiengläser aus dem Bistum Cliur: 

Die Behälter der Altarreliquien bestanden aus ver- 
schiedenem Stoff : wir finden Edelmetall °)j Kristall, Bein, 
besonders oft aber Glas^), Thon^), gemeinem Metall^);, Holz^) 
oder Gewebe. '*') Viel Aufwand an Kunst zeigen die wenigsten 
dieser in der Stille des Sepulcrums oft auf Jahrhunderte un- 
sichtbaren und eingesigelten Reliquienbehälter nicht. Anders 



1) z. B. in Players. 

2) In Einsiedeln gehörten von 7 Eeliquien des Salvatorsaltars 6 dem 
Erlöser an. 

3j p. XIX A. 2. 

*1 z. B. in R'dir-es-Soltan. Revue archeol. 1896. p. 393 ; von 1224 in 
S. Ursula zu Köln. Organ für christl. Kunst 1858. Beilg. zun. 7; von 1745 
in Fahr. 

^) In Mailand z. B. aus Silber. 

6) Erwähnt zu Burgeis (Tirol) 1358, erhalten z. B. in Chur und Zug. 
Viele solche Gläser des XIV., XV. und XVI. Jahrhunderts in öffentlichen 
Sammlungen stammen aus dem ehem. Bistum Konstanz und der Dicezese Chur. 

'') Beispiel abg. in des Verf. Reliquien und Rehquiare p. 25. 

8j Eisenblech, abg. a. a. 0. p. 24. Exemplare aus Blei z. B. in Steinen 
und Zug. 

9) Ein Beispiel im Museum von Stans. 
1") Täschchen ebenda. 



- XCI — 

steht dies mit denjenigen Gefässen, welche sichtbar aufge- 
stellt wurden. Wir widmen diesen deshalb einen besondern 
Abschnitt. 

Aber nicht nur in den Altären, sondern in verschiedenen 
andern Gebäudeteilen der Kirche, ja auch in Werken der 
Civil- ') und Militärarchitektur ^) setzte man Reliquien bei. 
Justinian I. Hess in gewisse Schichten der Sophienkirche, 
Otto IL in den Kapitellen des Doms von Magdeburg Heiltum 
betten ; sehr häufig füllte man den Eckstein der Kirche^) mit 
Reliquien und dasselbe geschah mit dem Knopf des Turm- 
helms ^), während bestimmte Reliquien dem Metall der Glocken 
beigeschmolzen wurden. 

Gewohnheit war es ferner, in den grossen Triumph- 
kreuzen, die hoch in der Luft über dem Kreuzaltar hingen 
oder standen, Heiltum einzuschliessen. ^) Auch in Statuen 
verschiedener Heiliger legte man gelegentlich Reliquien.^) 

Ins Grab nahm gar mancher sein Heiltum mit, wie er 
die Grabstätte selbst in der Nähe von Reliquien wählte; 
häufig ersetzten in der Schweiz Devotionalien, wie Heiligen- 
bilder, Medaillen und Sprüche, die Reliquien. 

Aber auch in zahlreichen an'dern Fällen wurden Par- 
tikeln verwendet : man trug sie als Amulet um den Hals, 
man nähte sie im Gewand oder Hut ^) ein, man schloss sie 
im Deckel der Bücher^) ein oder füllte die Perlen seines 
Rosenkranzes ^) damit. 



<) In Grundsteinen von Brücken, Hist. polit. Bl. LXXXVn. p. 89, 104, 186. 

2) In den Bastions winkeln ^der Schanzen von Solothui-n (W. Eust). 

3) Zu Schongau um 1701 (vgl. Eeg. n. 1238), zu Mels 1727, zu 
Kheinau 1752. 

*) Zu Ober-Aegeri 1701, zu Einsiedeln 1726. 

^) Zu riums, Belfaux, Murbach, Doberan, Windberg, Dietkirchen ; auch 
in den Kreuzen von Emmerich und Lucca ruht Heiltum. 

6) Zu Dieburg und Rheinau (1689, 1711 und 1906). 

'') So Ludwig XI. von Frankreich. 

8) Plenarien des XI. und XIV. Jahrhunderts im braunschweig-lüu- 
burgschen Schatz. Lipsanographia p. 14 und 15. 

ä) So Karl der Kühne von Burgund. 



- XCII — 
3. Form der Reliquienbehälter. 

Nichts ist mannigfaltiger als die Gestalt, welche die 
Künstler den Behältern von Heiltum gegeben haben ; gross 
ist auch die Verschiedenheit die bei der Wahl des Stoffes 
herrschte. Die naheliegendste Form für ein Gefäss, das sterb- 
liche Ueberreste bergen sollte, war diejenige, die sich eng 
an die Gestalt des Sarkophags anschloss. Wie sich das 
Volumen des Leichnams im Lauf der Zeit verringert, so 
nehmen auch die Dimensionen der Reliquiensärge ab: es 
bleibt indes die oblonge Form und der dachförmige Deckel. 
Je nach dem herrschenden Styl wird dieser Sarg in roman- 
ischem , gotischem , Renaissance- oder Barockgeschmack 
architektonisch gegliedert, und zwar so, dass seine Form sich 
mehr und mehr der des Hauses, im besondern des Gottes- 
hauses nähert. Im Ausland gibt es zahlreiche Exemplare, 
welche gleich einer Kirche Seitenschiffe, Querhaus, Dach- 
reiter, Portale und die andern Einzelheiten eines solchen 
Baues aufweisen. Sind Figuren angebracht, so pflegen die- 
selben sich auf den Inhalt des Schreins zu beziehen und 
unter den Bogenreihen, welche das Aeussere des Kastens 
zieren, zu stehen. Seit dem XVII. Jahrhundert ahmt der 
Reliquienschrein mehr die Form von Kassetten nach. 

Die Schweiz besitzt Proben von Reliquienschreinen aus 
den verschiedensten Perioden, von der merowingischen '), 
romanischen ^) und gotischen ^) an bis ins XIX. Jahrhundert. 

Die kleineren dieser sarg- oder hausförmigen Schreine 
heissen capsse und konnten teilweise umgehängt werden ^}, 
wie Taschen. Einzelne Exemplare entsprechen nur einem 
halben, d. h. einem vom Dachfirst bis auf die mittlere Längsaxo 
des Bodens gespaltenen Gehäuse, sie haben nur eine Schau- 



1) Exemplare zu Saint-Maurice, Sitten und Chur; wahrscheinlich ge- 
hört das Stück von Beromünster auch in diese Epoche; karolingische Eeli- 
quiare sind, wie es seheint, in der Schweiz nicht mehr vorhanden. 

2) Zu Saint-Maurice und Chur. 

^) In Chur, Basel, Zurzach, ehemals in Eheinau (jetzt in Privatbesitz), 
ehemals in Schönenwerd (kölnische Arbeit, jetzt in Solothurn), ehemals in 
IZürich (zerstört), in Einsiedeln (zerstört), in Anderraatt (verschollen, aber 
Skizze im Pfarrarchiv erhalten), in Glarus u. s. w. 

•'^) An einem merowingischen Churer Eeliquiar sind die Einge erhalten, 
abg. bei Molinier, Le tresor de la Cathedrale de Coire PI. VI., desgleichen 
an den Capsel von Saint-Benoit-sur-Loire und Saint-Bonuet-Avalouze (VII. Jh.). 



— XCIII — 

und zwei Schmalseiten, waren also nur zum Aufstellen (auf 
der Altarstaffel) bestimmt. ') Die übrigen Schreine konnten 
sowohl aufgestellt als herumgetragen werden ; letzteres pflegte 
auf Tragbahren, deren Stangen von zwei oder vier^) Personen 
geschultert wurden, zu geschehen. 

Für reliquiae insignes hat man im Mittelalter Behälter 
angefertigt , welche die Form des betreffenden Heiltums 
rekonstruiert wiedergaben , also für einen Schädelknochen 
stellte man ein Haupt, für ein Armbein einen Arm, für ein 
Fingerglied eine Hand oder einen F'inger, für ein Fussglied 
einen Fuss dar. Kreuzessplitter fasste man regelmässig in 
kreuzförmige Umrahmung oder in ein Kreuz. 

Reliquiare in Gestalt eines Hauptes (caput, herma) sind 
in der Schweiz mindestens seit dem XII. Jahrhundert ge- 
fertigt worden; auf uns gekommen sind Exemplare roman- 
ischen ^) und gotischen *) Styles, sowie aus den spätem Jahr- 
hunderten. 

Auch in Gestalt von Armen gab es unzählige Reliquiare 
(brachia, brachialia) in der Schweiz ^) ; romanische Stücke 
sind selten ^), in grösserer Zahl treten sie erst mit der gotischen 
Stylperiode auf. ^) 

1) Ein romanisches Beispiel von 1252 in Chui-, abg. a. a. 0. PI. X., ein 
gotisches, unten p. 76 abgebildetes Stück zu Küssnach. 

2; Vgl. das Wandbild des XIV. Jh. im Schweiz. Archiv für Volks- 
kunde ni. p. 19. 

^) Das Candidushaupt zu Saint-Maurice. 

*) Das Pantalushaupt zu Basel (XIII. Jh.), das Jungfrauen-, das 
Lucius- und das Plaeidushaupt zu Chur, das Justushaupt von Flums in 
Zürich, das Victorshaupt in Saint-Maurice, das Stephanshaupt in Bero- 
münster (XV. Jh.), weitere zu Solothurn, Saint-Ursanne (XVI. Jh.), Luzern 
u. s. w. Vierzehn Häupter zu Airolo, zwei gleichartige in Madrano (XVIII. Jh.). 
Weitere Brustbilder oder Capita waren im Mittelalter im Basler Münster, in 
der Klingenthalkirche (ein Euphrosynenhaupt 1448/49), in S. Andreas zu 
Basel (29 Stück), im Berner Münster (3), in Zürich (3), Genf, Beromünster 
(12), in Eheinau (jetzt Zürich), Freiburg u. s. w. 

^) In Schwyz (2), in Freiburg ein Mcolausarm, in Solothurn (3), in 
Frauenfeld (2), in Zürich ein Symeonsarm, in Basel ein Walperts- und ein 
Valentinsarm, in Blatten mehrere Exemplare, desgl. in Muri (vidi 1886), in 
Valeria, Sitten, Bern, Muttenz, in Klein-Basel ein Theodorsarm. 

^) In Saint-Maurice der S. Bernhardsarm. 

'') Schöne erhaltene Stücke sind folgende : der Verenenarm in Zurzach 
(XIV. Jh.), der Oswaldsarm in Solothurn (XV. Jh.), ein Arm aus dem Kanton 
Solothurn in Zürich, einer von 1449 zu Kippel, einer zu Saint-Maurice und 
zu MüUibach, ein Ursenarm in Zurzach. 



— XCIV — 

Nur vereinzelt treten bei uns Reliquiare in Form einer 
Hand (ohne Arm) auf. ') 

Pussreliquiare sind überall äusserst selten ^) ; in der 
Schweiz ist nur eines — aus spätgotischer Zeit stammend — 
erhalten. ^) 

Nur bei vereinzelten Reliquienbehältern der romanischen 
Epoche ist das Heiltum sichtbar, d. h. hinter einem Kristall- 
einsatz geborgen. *) 

Seit der Einführung des Pronleichnahmsfestes tritt ein 
neues Gefäss im Inventar der Kirchengeräte auf: es ist 
die Monstranz, das Ostensorium. Es dient dieses Stück, 
wie der Name sagt, zur Zeigung des Sanctissimums. Der 
Einfluss der Monstranz zeigt sich bald in der Gestaltung 
der Reliquiare : man verlangt ebenfalls nach Formen, welche 
das Heilige, die Reliquie, sehen lassen. So entstehen Reli- 
quienmonstranzen und andere Reliquiare mit durchsichtigen 
Kristall- und Glasverschlüssen. Häufige Formen sind erstens 
die typische Gestalt der hochragenden Hostienmonstranz, 
einem gotischen Aufbau mit Fuss, Knauf und architektonisch 
gegliedertem Gehäuse oder einfachem mehr kelchförmigem 
Aufsatz. ^) Zweitens ein horizontales Gebilde, bestehend aus 
einem liegenden Kristallzyhnder, der die Reliquie enthält und 
getragen wird von Engeln ®) oder Geistlichen. ') In letzterem 
Fall geben diese Reliquienbehälter gewissermassen das Bild 
einer Translation wieder. Auch an Häuptern ^) (am Brust- 
stück) und an Armreliquiaren ^) werden von nun an in der 
Regel Fensterchen angebracht. 

Besonders häufig werden hinter Glas-, Krystall-, Asbest- 
oder Flusspatverschluss geborgen die Partikeln, welche man 
in Kusstafeln,- in Rahmen von Heiligenbildern, oder in kleine 
Klappaltäre einliess. 

1) „Ein silberin Hant mit Heiltum" zu Königsfelden, zwei silberne 
Hände in Lausanne 1441 (Reliquiare oder Votivgegenstände ?). 

2) Ich kenne nur die Exemplare von Trier, Namur und Paris. 

3) Fuss eines unschuldigen Kindleins zu Basel, vgl. Eeg. n. 348. 
*) Bernwardskreuz zu Hildesheim, h. Blutreliquiar zu Weingarten. 
^) z. B. in Mailand, Bologna, Aachen, Nürnberg, Prag, Friesach. 
6) z. in ßouen und Egletons (Corröze). 

') z. B. in Amsterdam (ßijksmuseum) und bei VioUet-le-Duc : Diction- 
naire du Mobilier I. p. 227. 

8) Bresslau, Köln, Chur, Airolo, Madrano. 
3) Kopenhagen, Solothurn. 



— xcv — 

Seit der Einführung der römischen Martyrerleiber aus 
den Katakomben galt es, grosse Schreine mit grossen durch- 
sichtigen Oeffnungen herzustellen; man fertigte seither eigent- 
liche Glaskästen oder Schreine, deren Vorderseite aus einer 
Glasplatte bestand, durch die man das ruhende, sitzende oder 
stehende Skelett des Heiligen schauen konnte. 

Alle Arten von Eeliquienbehältern pflegten mit Schlössern 
und Schlüsseln') versehen zu sein „ita ut non possit aperiri"^); 
waren mehrere Schlüssel da, so konnte einer in Händen der 
Stifter des Heiltums bleiben. ^) Ausser dem Verschluss mit 
Schlüsseln wurde das Gefäss in der Regel noch verpicht und 
vom Bischof versiegelt. 

Inschriften gaben, wie bereits oben *) dargelegt, den 
Inhalt der Reliquienbehälter an; in vereinzelten Fällen sprachen 
dieselben auch ein Anathem gegen Entfremdung des köst- 
lichen Gutes aus. ^) In der Inschrift ist häufig auch der Be- 
steller, d. h. der Stifter ^), ab und zu auch der Künstler "') 
und das Datum ^), in einzelnen Fällen auch der Donator des 
Heiltums ^) genannt. 

In seltenen Fällen werden auch die Heiligen, deren 
Reliquien in dem Behälter lagen, durch die Inschrift um 
Fürbitte angerufen. '") 

Bei vielen Reliquienbehältern des Mittelalters *'), besonders 
aber den Exemplaren des XVI., XVII. und XVIII. Jahr- 



1) Solche werden erwähnt 1448/49 im Eecbnungsbuch des Klingen- 
thalklosters zu Basel: „zwei neue Schlüssel zu Sant Effrensinen houpt". 

2) Saint Maurice 1659, Aubert H. p. 247. 

3) In Morcote (Tessin) hat jeweilen ein Deszendent des Donators des 
Abundiusleibes einen von. den zwei Schlüsseln. Borrani Ticino sacro p. 192. 
219, 285, 288, 306, 445. ■ ' 

*) p. XXI. vgl. Reg. 21, 27, 47 u. s. w. 

5) Eeliquiar zu Grladbach, Otte Handbuch V>. p. 429. 

^) Teudericus in Reg. 21; Altheus in Eeg. 27; Karl der Dicke in 
Eeg. 47 ; Burchard 11. in Eeg. 75 ; Nortpert in Eeg. 86 ; Heinrich der Löwe 
in Reg. 132, Eberhard Swager in Reg. 306. 

') Reg. 21, 348. 

8) Reg. 182 von 1225; Eeg. 193 von 1252 ; Eeg. 288 von 1407 ; Eeg. 
306 von 1444; Eeg. 445 von 1510. 

9) "Rq^. 348. 
1») Reg. 219. 

") Saint-Maurice, Basel, Küssnacht, Muri, ferner Köln, Bruyferes, 
Kopenhagen, Wien, Zara, ehem. Augsburg u. s. w., vgl. des Verf. „Wappen 
in Kunst und Gewerbe" 1901 p. 179— 180. 



— XCVI — 

hunderts ^) welche die Form von allerhand Kassetten, Taber- 
nakeln oder Pyramiden annehmen, ist der Stifter häufig nicht 
durch Inschrift, sondern durch sein Wappen, das die Schrift 
vertritt, gekennzeichnet. 

In zahlreichen Fällen wurden Behälter weltlicher Be- 
stimmung der Kirche geschenkt und dienten daselbst als 
Reliquiare. Spätrömische Elfenbeinbüchsen ^), kostbare Onyx- ^) 
oder seltene Glasgefässe ^) , beinerne Jagdhörner^), Trink- 
hörner^), orientalische Schmuckkästchen '), Laden und Kasten 
verschiedenster Form und Grösse, endhch Trinkgläser^) und 
Taschen^) wurden in den Kirchenschätzen verwendet zur 
Verwahrung von Heiltura. 




Hölzerner ßeliquienbehälter in Arth. 



1) Wettingen, Zug, Engelberg. 

-) Aus Sitten in Zürich. 

3) Saint-Maurice. 

*) Genua. 

») Aachen, Wien. 

*) Ehem. in Moutier-Grrauval. 

"') Ein indisches Exemplar in Würzburg, ein persisches in Berlin, 
arabische in Köln (S. Gereon und S. Andreas), Mastricht,. Bayeux, Chur, 
München. 

8) S. oben p. XC. 

9) In Chur (Molinier, Le Tresor de Coire pl. XXVI) ehem. in Ulrichen 
(jetzt Zürich) und vielfach anderAvärts. 



l — XCVIl - 

Ein grosser Teil der Reliquien wird, vor der Beisetzung- 
oder Einschliessung in einen festen Behälter, sorgfältig ein- 
genäht. Man pflegt das öi<febein in durchsichtiges oder un- 
durchsichtiges G-ewebe zu hüllen, wodurch es vor Zerfall 
beschützt wird; zugleich erlaubt diese Einschliessung auch 
die Identität der Partikel durch Verschnürung und Besigelung 
derselben zu garantieren. Häufig sind kostbare Seidenstoffe ^) 
zur Umhüllung von Reliquien verwendet worden, häufig hat 
man ausser demselben noch Edelsteine, Perlen und glänzende 
-Pailletten ^) -zur Verzterung d^s^ Heil^ms aufgewandt. C^;^?- >,..,,, 

Das Einnähen und. Verzieren der Reliquien nen^^'rrnan ^äJj^v:^^' 
fassen; es wurde besonders von fleissigen Nonnen betrielSehV- . - 
so z. B. in den Frauenklöstern von Weeseri, vöii^ Oljberg-^^^ 
wo eine „vortreffliche Arbeiterin" erwähnt^^ird, zu;Wattwyl^), 
Gubel '"), Sarnen ^), Staus '^), wo auch der KtöBterkaplan Ludwig 
Anton Maria Zeiger ^) sich in solcher Fassarheit iauszeichnete, 
ferner in neuester Zeit besonders in der Au bei Einsied'eln.^) 
Vereinzelte Reliquien oder heilige Leiber wurden auch im 
Ausland montiert, wie z. B. in Riedenburg ^") bei Bregenz ; 
die erlauchte Hand der österreichischen Erzherzogin Maria 
Anna hat zu Rom den Basiliusleib, der in Brig ruht, gefasst. 

Mehr oder minder vollständig erhaltene Leiber wurden 
als Skelett zusammengestellt, fehlende Gebeine aus Holz oder 
Papier-raache ersetzt, Fragmente ergänzt und der ganze 



1) Vgl. die prächtigen frühmittelalterlichen Proben von Baurae-les- 
]\Iessieurs (Jura), veröifentlicht von Abbe Brune im Bull. Archöologique 1899- 
Tafel II— IV. 

2) Solche „Balettlin" werden i^m ßechnungsbuch des Klingen thalklosters 
(Klein-Basel) p. 180 zum Jahre 1461 genannt: „item dem Goltsmyd 1 gülden 
umb balettlin, dem syden negger 5 giilden zu Ion von dem schrine." Pail- 
letten bilden heute noch den Zierrat von etwa 300 Eeliquienkissen zu Em- 
siedeln; weiteres (nebst Abb.) im Schweiz. Arch. für Volkskunde II p. 308-310. 

-^i^;oünten Eeg. n. 1242. 
'^)^Beg. n. 1621. 

5) lieg. n. 1868. 

6) Reg. n. 1902. 
') Reg. n. 1915. 

8) Geb. 1686 f 1733, fasste 1733 den Coelestinusleib ftü- Luzern, 1747 
den Julianusleib füi* Sarnen. 

9) Reg. n. 1783, 1790, 1799, 1812, 1815, 1828, 1833, 1835—1840, 
1846, 1852, 1880, 1882, 1886, 1888, 1889, 1891, 1894, 1897. 

1») Reg. n. 1769. 

VII 



— XCVIII — 

Leib bekleidet, reich geschmückt und hinter Glas unter oder 
über der Mensa des Altars beigesetzt. In dieser Art aus- 
gestellt sind die Leiber von SS. German und Randoald in 
Delsberg und der Leib von Bruder Klaus in Sachsein. Die 
Leiber wurden bald in ruhender Lage^) auf Kissen gebettet, 
bald tronend^) oder stehend^) aufgestellt. Diese barocke 
Aufstellungsart, d. h. der schroffe Gegensatz von Gold, Silber, 
Seide und Samt , glänzendem Gestein , Perlen und totem 
Gebein wirkt heute eher erschreckend und abstossend als 
zur Andacht rufend ; man ist daher Ende des XIX. Jahr- 
hunderts^) an mehrern Orten von dieser Art von Ausstellung 
abgekommen und hat die Gebeine nach mittelalterlicher Art 
in geschlossenen Schreinen ^), die nichts vom Inhalt sehen 
lassen, beigesetzt. 

Zur Fassung gehört an vielen Orten noch die Aus- 
rüstung der Heiligenskelette mit Attributen, wie Palmzweig ^) 
und Marterinstrument ^) ; diese werden den Skeletten wie den 
Heiligenstatuen als Symbole des Martyriums beigegeben. Viele 
Katakombenheilige betrachtete man als Soldaten und kleidete 
daher die Leiber in Panzer und Helm und gab die Waffen 
als Attribute des Kriegers, die zugleich solche des M. sind, 
wie Schwert, Lanze etc. bei. Viele Heiligenleiber tragen 
Kronen, Kränze '^), kostbare Geschmeide, Juwelen, Ketten und 
Pingerringe '■'), die von den Andächtigen gestiftet worden sind, 
lieber die hohen Kosten der Passung unterrichten uns zahl- 
reiche erhaltene Rechnungen. ^°) 

1) z. B. in Delsberg, ßoot, Steinerberg, Anderniatt. 

2) Rhein au. 

3) Wyl, Merischwand. 

*) Schon Canoniens Bock, Geschichte der liturg. Gewänder III 1871 
p. 164 verurteilt den barocken Putz der Skelette. 

^) Einsiedeln, Disentis. 

ß) Merischwand, Eheinau, Wyl. 

') Eine verrostete (mitgefundene ?) Handschelle am Leib des h. Julius 
M. li. zu Anderniatt; neuere Schwerter zu Eheinau, Merischwand, Wyl u. s. w. 

8} Zu sant Eufrasinen Krentzlin umb berlin (Perlen) 1 g" 3 /f^Rech- 
mingsbuch des Klingenthals (Klein-Basels) p. 67. 

9) Rathausen. 

1") Siehe oben p. LXV. Hier einige Beispiele aus dem XVII. und 
XVin. .Jahrhundert. 
Für die Häupter S. Georgii Diaconi M. und S. M. Magdalena in Engel barg. 

Summa gl. 12, 1 Schill. Macherlohn gl. 9, 20 Schill, o. J. (21 Posten 

für Stoffe, Metalle, Steine) Stiftsarchiv Engelberg. 



— XCIX — 



Verehrung und Wertschätzung 
der Reliquien. 

Wer Gott in seinen lieilgen ehrt 
Der wird in allem guten gmehrt. 

(Inschrift in der Basler Karthaus.) 

Die Verehrung der Reliquien äussert sich 
seit den ersten Jahrhunderten des Christen- 
tums zunächst in gewissenhaftem Sammeln 
aller irdischen Ueberreste der Heiligen. Es 
folgt dann die sorgfältige Beisetzung des 
Leibes, die Zierung des Grabes, der Besuch 
der Grabstätte und die Abhaltung der Ge- 
denkfeste an der Grabstätte. Dadurch, dass 
auf letzterer ein Altar errichtet wird, erfolgt 
die Verknüpfung von der Reliquie mit dem 
Altar; die Ehrung des Heiltums zeigt sich 
darin, dass sein Vorhandensein notwendige 
Voraussetzung zur richtigen Weihe eines 
Altars wird. Der Platz der Reliquie und der 
Verschlussstein werden gesalbt, die Reliquie 
versiegelt und eingeschlossen. Durch Ver- 
letzung des Verschlusses geht der Altar seiner 
Miniatiiretaes'Abiass- Weihe vcrlustig uud muss neu konsekriert 
^"u^Jelnen^^^ werden. Berühmten Reliquien zu Ehren er- 
baut man Kapellen, Kirchen, Klöster. 

Das Grab des Heihgen oder die Reliquien werden ge- 
ehrt durch festliche Beleuchtung mit Lampen und Lichtern '), 
durch kostbare Verzierung ^), ^ durch Psalmodie ^) Besuch und 




Für die 2 Gebeine des h. Dominicus. Summa gl. 12 Schill. 7, 4 Angster. 
Macherlohn ein duplon Gl. 9, Schill. 20. (13 Posten wie oben) o. J. 
Stiftsarch. Engelberg. 

Für die Gebeine des h. Vinzenz von Eschenbacb, der zu Wattwyl 1777 
gefasst wurde: Material 161 fl., Arbeit 100 fl., zusammen 261 fl. 

Für den Leib des h. Julianus M. E. zu Sarnen 1746 kostete die Fassung 
total 628 Gl. 24 Schill. Für den Leib des h. Silvauus M. ß. zu Baar 
wurden (nach Nüscheler) um 1697 nicht weniger als 1636 Gl. veraus- 
gabt. 

*) Schon im altchristlichen Eom. 
2) In Franki'eich schon zur Zeit Gregors von Tours. 
*) In S. Maurice; über die Sänger am Euphrosynenfest im Klingen- 

vthalkloster zu Basel, vgl. Reehnungsbuch p. 201, 240. 



— c — 

Andacht. Der Besucher der Stätte sucht sich selbst oder 
Gegenstände, die er mit sich führt mit dem G-rab oder derb 
Rehquien in Berührung zu bringen ^) oder er strebt Andenken 
an diesen Besuch mitzunehmen. ^) Aus dem gewöhnhch an 
bestimmten Tagen kollektiv erfolgenden Besuch von auswärts- 
entwickelt sich die Wallfahrt ^) ; für die Zwecke derselben 
werden Andenken gesammelt"*), hergestellt^) und für die 
Pilger bereit gehalten. Zeichen aus edelm und unedelm ®) 
Metall, Bilder auf Pergament und Papier gezeichnet, gemalt^, 
in Holz geschnitten oder in Kupfer gestochen, Büchlein, ge- 
schrieben oder gedruckt, brachte der Pilger nach Hause und 
verbreitete damit die Kunde und die Verehrung bestimmter 
Rehquien und Heiliger. 

An regelmässig wiederkehrenden Pesten, also zunächst 
am Todes- bezw. Festtag eines Heiligen wird seiner Reliquien 
gedacht und damit häufig eine Prozession verbunden. Das 
Heiltum wird je nach der Witterung innerhalb oder ausser- 
halb der Kirche ausgestellt und einhergetragen, begleitet von 
Geistlichen und Laien mit Fahnen, Lichtern, Bildern, Weih- 
rauch, Gesang und Musik. 

Ausserordentliche Anlässe zur Prozession mit Reliquien, 
gibt es zahllose : war eine Besitzung des Heiligen bezw. 
seiner Kirche gefährdet, so trug man die heiligen Gebeine 
auf das Gut, damit sie es beschützen ; war das Gut verloren,. 



^) Der Verfasser hat dies sowohl am Grab des sei. Bruders Claus 
'/AI Sächseln, als ain Heiligensehrein zii Sauf Ambrogio in Mailand beob- 
achtet. 

2) Vgl. oben p. LXXVI. 

ä) Vgl. unten Reg, n. 12; mi XV. Jahrhundert blüht in der Schweiz; 
die „fart" zu unser frowen gan einsylden (so!) nnd gan schöntal und gan. 
sant hatten (S. Beatusgrab bei Beatenberg} und sant frydiin (S. Fridolins- 
grab zu Säckingen}. Rechnungsbuch des Klingenthalklosters zu den Jahren 
1463, 1466, 1467, 1468—1470. 

*} Z. B. in St. Gallen vgl. oben p. LXXVI. 

'") Bestätigungen der Wallfahrt werden vielfach erwähnt, „brieflin zu 
schreiben an der Kilwi und sant Eufrosinentag" ist ein Posten der im Kech- 
nungsbuch des Klingenthalklosters häufig (z. B. p. 190, 201, 209, 214, 240) 
erwähnt wird. Briefe über die ausgeführte Wallfahrt nach Santiago nennt Konr. 
Häbler Das Wallfahrtsbu^h des Hermannus Künig von Vaeh 1899 p. 81. 

^) Ueber ein bleiernes Pilgerzeichen von S. Beatenberg vgl. Anz. füi'- 
Schweiz. Altertumskunde 1890 p. 323. In neuerer Zeit sind es meist ovale 
MedailleJi, die an die Stelle der Pilgerzeichen getreten sind. 



— CI — 

•so mussten sie es wieder verschaffen. Bedrohte der Feind 
eine Stadt, so trug man den HeiHgenleib auf die Mauern, 
herrschte Krieg, so trug man die Reliquien gleich Palladien 
in Prozession zur Schlacht. ') Plagte Ungewitter ^), Trocken- 
heit ^) oder Ungeziefer '^) ein Land, so wehrten Umzüge mit 
den Reliquien den Schaden ab. Auch um günstigen Ent- 
scheid vor dem Richter zu erlangen, nahmen G-eistliche ihre 
Beliquien mit. Will man hochgestellten Personen höchste 
Ehrung erweisen, so trägt man ihnen die berühmtesten Reli- 
quien in Prozession entgegen. '") 

Andere Prozessionen, in denen sich die Verehrung der 
Reliquien spiegelt, fanden statt bei der Elevation, besonders 
:aber der feierlichen Translation eines Heiligenleibes. Dadurch, 
dass man dieselben aus den ursprünglichen oder bisherigen 
•Gräbern in der Gruft erhob und in dem Chor der Kirche 
beisetzte*'}, wurde die Krypta überflüssig, und anderseits der 
'Chorumgang, wie auch der Kapellenkranz wünschbar. Die 
altchristhche und romanische Krypta ist bekanntlich mit einem 
Eingang und einem Ausgang versehen, also speziell für die 
Prozession eingerichtet ; in dem Wegfallen dieser Gruft zeigt 
sich die Bedeutung der Reliquie für die Gliederung der 
Kirche in architektonischer Beziehung. 

Die wunderbare Entdeckung (revelatio) eines Heiligen- 
leibs bedeutete ein ganz hervorragendes Ereignis, dessen man 
•sich auf alle Zeiten erinnern wollte. In Saint-Maurioe zählte 
man deshalb nach einer besondern Aera, welche an die 
Wiederauffindung der Gebeine des berühmtesten schweizer- 
ischen Heiligen, des h. Moriz anknüpft. Die Datierungs- 



') Z. B. die Capa des li. Martin. 

-) Barthol. Scribae Amialen von Genua zum Jahr 1245. 
■3) Annal. Plac. Guelii zum Jahr 1089. 

*) lieber das Herumtragen der Magnusreliquien (Arm, später Stab) 
In Uri 1495 und 1521, in Sch-vvyz 1528, in Bern 1511, in Eschenbach und 
Gallenkappel 1634, in Engelberg und Stans 1685, in Sarneu 1711, 1726, 
1747 (Küchler Chronik von Sarnen p. 458—459) 1727 in Benken, 1732 in 
Sursee, 1770 in St. Gallen vgl. unten die Eegesten. 

'") Dies that man allgemein beim Empfang des Kaisers oder Pai^stes; 
Beispiele : Kaiser Karl IV. zu Einsiedeln, Friedrich IV. und Maximilian I. zu 
Basel. Basl. Chron. Y p. 441 IV p. 82. Vgl. Gfr. XXXI. p. 259. 

'^) Vom Leichnam des h. Macharius, Erzbischof von Autiochia heisst 
■es zum Jahr 1177, also in der frühgotisclien Bauepoehe, „de cripta super 
sanctuarium trausfertur". Annal. Gandens. M. G. H. II. p. 190. 



— CII — 

formel lautet „Anno .... revelationis S. Mauritii" und die- 
neue Zeitrechnung beginnt am 24. Oktober 1225. ^) 

Ebenfalls als höchst denkwürdig betrachtete man die 
Erhebung (elevatio) und Uebertragung (translatio) der Reli- 
liquien ; beide Ereignisse wurden im Kalender vorgemerkt,, 
und gefeiert. 

Bei der Translation einer Reliquie wird diese gleich 
dem Heiligen selbst, und dieser gleich einem hochgestellten 
Lebenden gedacht; man holt also die Rehquie wiederum in. 
feierlicher Prozession mit den bereits vorhandenen Reliquien 
ab : es begrüssen sich also die alten und die neu ankommen- 
den Reliquien und Heiligen. Dieses Motiv, schon im Mittel- 
alter verbreitet, wird ein Grundzug in den Translationsspielen 
der Barock- und Rococozeit ^) ; überhaupt pflegt das geist- 
liche Schauspiel diejenigen Heiligen auf die Bühne zu bringen, 
deren Reliquien am betreffenden Ort oder in der Nähe 
sind. ^) Beschreibungen'*) von solchen Uebertragungsfeier- 
lichkeiten, besonders von den dazu gehörigen Prozessionen 
sind aus verschiedenen Epochen erhalten. Künstlerische ■')< 
und litterarische Denkmäler verherrlichen derartige Reli- 
quienfeste. 

Wichtige Zeugnisse für das Anhalten und Wiederauf- 
leben der Reliquienverehrung sind die Jubelfeste, die nach 
50, 100 '^), 150, 200 ^) und mehr Jahren zu Ehren einer feier- 
lichen Uebertragung begangen worden sind. Auch diese 
Jubiläen wurden in Kunst ^) und Litteratur gefeiert. 

Bei den Elevationen und Translationen, wie bei deren 
Jubiläen wurden die Reliquien oft neu gefasst und es ergab- 



1) Vgl. Eeg. 11. 182. 

2) Vgl. oben p. LXVl — LXVIf das Begrüssmigslied der hli. Honorat 
und Antonins MM. Eli. 

3) Vgl. Peter Spichtigs Dreiköiiigspiel von Lungern vom Jahr 165B 
herausg. von Heinemaun Gfr. LVI. 1901; es erscheinen darin S. Beat, Bruder 
Claus und Bruder Ulrich. 

*) Der Kathohk LXIX 1889 p. 284—302; Schweiz. Archiv für Volks- 
kunde m 1899 p. 1—21. 

^) Zahlreiche Kupferstiche von Eheinau, Wyl, S. Gallen, sind auf uns- 
gekommen, aussei'dem Miniatur-, Wand-, Oel- und Grlasgeniälde. 

6) Wettingen 1752, Bremgarteu 1753, Wyl 1777, Waldkirch 1863. 

'') Menzingen 1876. 

^} Der Translation sthaler von Wettiugeu 1752 beschrieben in Bull, de- 
in Societe Suisse de Nuniismatique 1889 p. 111. 



— cm — 

sich Gelegenheit Reliquienpartikeln bei Seite zu legen. Solche 
wurden dann an Pestgäste oder Bittsteller verschenkt. 

Im Gegensatz dazu aber stehen Befehle und Beschlüsse, 
die Reliquien ungeteilt zu erhalten und nichts davon abzu- 
geben. Die Mönche von Saint-Maurice murrten, als 862 ein 
Laienabt freigebig mit Morizreliquien umging, Erzbischof 
Hatte kann nur nachts wie ein Dieb sich solche verschaffen 
und im XIII. Jahrhundert sind die Mönche durch Eid ver- 
pflichtet, nichts von S- Moriz herzugeben. Im XVI. Jahr- 
hundert wehrt sich die ganze Bevölkerung von Saint-Maurice 
aufs äusserste, als Savoyen infolge eines Priedenschlusses ihr 
Heiltum beansprucht. Ein Befehl der Kongregation der Re- 
liquien in Rom ^) verbietet ausserdem, den Mönchen Partikeln 
aus dem Morizschrein herzugeben. In Solothurn ^), Rheinau ^) 
und Neu-St. Johann erfolgen Beschlüsse, des Inhalts, das 
Heiltum nicht zu teilen ; auf das Weggeben von Bruder- 
Clausen-Reliquien wird Exkommunikation gesetzt. Noch 1861 
erliess der Abt von Einsiedeln bei Neufassung des Meinrads- 
hauptes ein Verbot, irgend etwas davon eigenmächtig sich 
zuzueignen. 

Beim Vergaben von Reliquien wird stillschweigend stets 
vorausgesetzt, dass dieselben in Ehren gehalten werden. 
Ausserdem werden Bedingungen gestellt, die sich auf allfällige 
Rückgabe bezieben : Einsiedeln erhält aus Zürich Pelix- und 
Regulareliquien, die es nur behalten darf, solange das Kloster 
besteht.;*) Seit der Glaubenspaltung schimmert gelegentlich 
die Hoffnung auf Wiedervereinigung der feindlichen Brüder 
durch: die protestantischen Huttwyler'') verehren ihre Stephans- 
reliquien nach Willisau, aber mit der Bedingung der Rück- 
gabe, wenn "sie wieder zur katholischen Kirche zurückkehren 
wollten ; S. Gallen ") erhält Heiltum aus dem abgefallenen 
Rüti, muss es aber wieder zurückgeben, wenn Rüti wieder 
katholisch wird; eine ähnliche Verpflichtung müssen die 



') Eingesetzt durch Papst Clemens IX. im Jahr 1689 als S. C'ongregatio 
Intlulg. et S. ßeliquiarum. Die Decreta authentica S. C. Jud. sacris reliqniis. 
X)rpef. von 1668 — 1882 sind erschienen in Regensburg 1882. 

2j Im .Tahr 1519 betr. die ürsiisreliquien. 

^) Betr. die Findansreliqnien. 

•'') Vgl. Reg. n. 68. 

'") Vgl. Reg. n. 485 p. 95. 

^) Vgl. Reg. n. 498 p. 99. 



— CIV — 

Jesuiten in uuzern eingehen, für den Fall, dass Zürich sich 
wieder zu dem alten Glauben wende. ^) Das Kloster Beinwyl 
vergabt 1625 seine Vinzenzreliquien nach Pfaffnau unter 
•drei bestimmten Bedingungen, die sich auf Ehrung durch 
Prozession und Passung wie auf Rückgabe, im Fall, dass der 
Schenker seine eigenen Vinzenzreliquien einbüssen sollte, 
beziehen. ^) Der Zahn des h. Meinrad in Au bei Einsiedeln 
soll „nur solange den Klosterfrauen verbleiben, als sie selber 
durch Tugend und Frömmigkeit dem hl. Meinrad zur Freude 
und Ehre gereichen würden".^) Restitutionen von Reliquien 
werden ab und zu erwähnt : so von Disentis nach S. Gallen, 
Neu-S. Johann nach Petershausen, Basel nach Säckingen (1835). 

Reliquien schenken sich vorzugsweise Geistliche ^) und 
Klöster, wofür zahllose Beispiele in den Regesten dieses 
Buchs aufgeführt sind ; Anhaltspunkte für die Beziehung von 
Kloster zu Kloster geben die Konfraternitäts- und Kongre- 
gationslisten, die Notizen über Missionen und Postulationen 
von einer Anstalt zur andern. '") Gelegentlich schenken 
Geistliche ihren weltlichen Verwandten Heiltum, oder Personen 
letzteren Standes begaben sich gegenseitig damit. 

Ueberall haben die Reliquien bedeutenden Einfluss auf 
•die Namengebung *') : Kirchen, Klöster, Kapellen, Altäre, 
Glocken, Städte, Orte, Vorstädte, Strassen, Gassen, Burgen, 
Bruderschaften, Schiffe, Wirtshäuser, Türme, Thore, Kanonen, 
Fahnen u. s. w. knüpften an den Namen von Heiligen, deren 



1) Vgl. lieg. n. 533. 

2) Vgl. lieg. n. 648. 

3) Verfügt 1861 März 21. 

*'') iJev Priester A^on S. Niklauseii in Obwaldeii .sclienkt 1685 eine 
Beiiediktsreliquio seinem Olieiiii P. Placid zu Klieinau. Custodia p. 75. 

•') Vgl. den Rheinaner Codex 502 7A1 Einsiedeln p. 712—724: ßeli- 
giosi ex variis Monusteriis lilienovlum niissi vel vocati: Reichenau, S. 
Blasien, Blaubeuren, Kempten, Kreuzungen, Disentis, Elchingen, Engelberg, 
Ettejüieinimstr., Pfävers, Piscliingen, P'ulda, S. Gallen, Gengenbacli, Georgs- 
thal i. Elsass, Iselburg, Älarclithalen (S. iSforbert), Marbach, Mtiri, Ochsenhausen, 
Petershausen, Salem, S. Jac. Regensbg., Schuttern, Sehwarzach, Sion b. 
Klingnau, S. Trutpert, S. Ulrich in Augsburg, Weingarten, Weissenau (S. 
Norbert), Wettingen, Wiblingen, Zwilalten ; von zweiter Hand beigefügt : 
Seligeiistadt, Maursmstr., Tennebach, Güntersthal, Riederen. 

6) Ueber die Bedeutung des Namens, der fern von den Reliquien, 
deren Ort viele nicht kennen, wiederhallt, vgl. Thiofrid Flores ed. Roberti 
S. .1. 1619, p. 130 : multo gloriosiora sunt eorum nomina quam somata. 



— CV — 

Reliquien an dem betr. Orte Zugkraft übten und besondere 
Verehrung genossen. Welche tiefgehende Wirkung aber die 
Reliquien auf die Namen der Personen hatten, ist nicht all- 
gemein bekannt ; es sei daher hier auf das Vorkommen der 
Namen Felix und Regula im Umkreis von Zürich, von Meinrad 
im Umkreis von Einsiedeln, Imer (Himerius) im Jura, Leodegar 
amd Beat in der Urschweiz, Sulpiz im Bernbiet ') verwiesen. 

Noch in der neuern und neuesten Zeit haben berühmte 
Reliquien ihren Einfluss auf die Namengebung ^) von 
geistlichen und weltlichen Personen und Orte. So heissen 
nach dem 1660 nach Engelberg vergabten Leib des h. 
Eugenius M. R. folgende Konventualen : P. Eugenius Wy 
aus Luzern 1645 — 1675 ; P. Eugenius Wirz aus Sarnen 
1658—1725; P. Eugenius Riser aus Luzern 1709-1785; Abt 
Eugenius v. Büren aus Stans 1773 — 1851 ; P. Eugenius 
Schwärzmann aus Zug 1810 — 1854; P. Eugenius Angele aus 
Berkheim (Württemberg)- 1843 — 1884; P. Eugenius Wehrle 
(geb. 1872, erhielt diesen Klosternamen 1892) aus Muolen 
(S. Gallen). Auch im Thal Engelberg tragen viele Männer 
den Namen Eugen ; von dem Bilde des Heiligen in einem 
Bildstock am Bergabhang gegen Grafenort, erhielt das Wasser, 
das sich vom Fangtobel herabstürzt, den Namen St. Eugens- 
bach (nach P. Ignaz Hess, Der h. Eugenius. Mscr. p. 39—40). 
1649 kam der Leib des h. Leontius nach Muri ; daher heissen 
seit 1662 bis auf den heutigen Tag zahlreiche Männer der 
Umgegend Leonz. ^) 

Die hohe Verehrung, welche die Reliquien im Mittel- 
alter genossen, äussert sich auch darin, dass verschiedene 



') Vgl. lieg. u. 323. 

2) Wie die Vomameii direkte Himvoise auf die Herkunft eines Indivi- 
duums bedeuten können, sieht man aus einem Brief, den Kaplan Imfeid, 
Stammbuchhalter in Sarnen, den 1. Mai 1850 an Pfari-er Imfeid in Lungern 
geschz'iebej) hat. „Ich gab mir viel Mühe, das Geburts-Jahr \(m Ihrem 
Hrn. Vater sei. (Dr. Jos. Valentin Imfeid) auszumitteln, suchte lange im 
udttleren Taufbuche vergebens ; — endlich dachte ich bey mir, vielleicht, 
weil er Jos. Valentin hiess, mag er im Altnacht er Taufbuch zu ünden 
seyn und würkUeh fand ich Ihn in selbem getauft den 25. Febr. A. 1716". 
In Alpnacht liegt nämlich der Leib des h. Valentin M. K 

3} SchAveiz. Archiv f. Volkskunde IV. p. 26. 



— CVI — 

Rechtshandlungen bei den Reliquien vollzogen werden. Schon 
im merovingischen Frankenreich werden die Eide auf Reli- 
quien abgelegt und der altertümliche Eid auf den Schwert- 
knauf wich der christlichen Sitte. ') Schon 579 wird auf das 
Grab des h. Dionys geschworen ^), Tassilo legt 757 zu Com- 
pifegne zum Schwur die Hände auf Heiltum von S. Dionys, 
Rusticus und Eleutherius, S. Germanus und Martinus ^) ; Jean 
de Prangins verspricht dem Kloster Bonmont 1218 Schutz 
durch Berührung des Altars mit der Rechten*), in Rheinau 
schwört man bei den Reliquien, die in der Kirche sind ''), 
und in Aachen schwört man beim Stephansblut *^) „dem rieh". 
Auch die Schenkungen und Güterübertragungen werden bei 
den Reliquien vollzogen; Graf Rudolf v. Tierstein macht 
1208 tactis reliquiis eine Vergabung an Kloster Prienisberg ^) 
und zu Halberstadt überträgt man Güter über dem Heiltum 
S. Stephans. ^) Noch der Tridentinische Katechismus ver- 
langt, dass man bei den Reliquien schwöre. In der Corrobo- 
ratio der Urkunden werden Gott und die Heihgen als Zeugen 
angerufen oder es wird mit ihrem Zorne gedroht ; so ruft 
der Stifter von Engelberg ^) 1122 Maria, Petrus, Nikolaus, 
Leonard und Benedikt an, während z B. Papst Urban ^") 
mit dem Zorn Gottes und der Apostelfürsten droht. Auch 
gerichtliche Entscheide wurden beim Altar ausgesprochen,, 
so z. B. in Genf 1188. ''') 

Der Eid auf einen leeren Reliquienschrein ist nichtig, 
der Meineid aber ist, wie Bischof Hatte von Basel ausspricht '-),. 
ein Verbrechen an den ReHquien der Heiligen. 



1) Vgl. Grimm P p. 194, IP p. 546, 550, 556 f, 560, 567, 596 tf; auoli 
.'Ulf das Evaiigeliuni wird vielfach (bezeugt fiir Basel IX. und Rheiuau Xf. 
bis XU. Jahvh.) geschworen. 

2) Greg. Tur. M. G. H. p. 224. 
2) Ann. Lauriss. 

*) Eegeste Genevois n. 567. 

2) Ordo probandi per aquani, iguitos vuiiieres paneia et caseuni etc.. 
in einem Cod. Khenaiig. saec. XI—XII der Kantonsbibliothek Zürich. 

6) Appenwiler. 

'•) Trouillat Monuments I p. 448. 

8) Halberstadter Urkundenb. I. n. 512. 

«) Zürcher U. B. I. p. 147. 
10) Zürcher U. B. I. p. 218. 
") Kegeste Genevois n. 444. 
'2) In § 22 seiner Verordnungen. 



— CVII — 

Auch. Krönungen werden bei Reliquien vollzogen ; so» 
wird Karl der Grosse ^) beim sacratissimura corpus und 
Arnulf ^) ante confessionera des h. Peter zum Kaiser erhoben, 
während die Könige von Burgund beim Grab des h. Moriz 
gekrönt wurden. Dass Reliquien ausserdem eine Rolle bei: 
der Salbung ^) wie als Bestandteil der Krönungsinsignien ^). 
spielen, ist bekannt. 

Bei den Heiligenleibern seine letzte Ruhestätte su suchen,, 
war allgemeiner Gebrauch im Mittelalter ; dass hiebei die 
Höchstgestellten ihr Ziel am leichtesten erreichten, ist be- 
kannt. Wer sich aber bei Reliquien nicht konnte betten 
lassen '"), der sorgte, dass man ihm solche ins Grab legte. ^) 

Auch Rat und Orakel hat man seit merovingischer 
Zeit ') bei den Resten der Heiligen gesucht und es verbreitete 
sich die Sitte, bestimmte Heilige in bestimmten Fällen um 
Hilfe anzugehen, ja sogar sie für Glück und Unglück in be- 
stimmten Lebenslagen verantwortlich zu machen. So wurden 
in schwerer Zeit Dornen um das Heiligengrab gestreut, die 
h. Gebeine auf den Boden gestellt und der Kult wurde si- 
stiert. ^) Es kann hier nicht auf die besondern Patronate der 
einzelnen Heiligen eingegangen werden, es sei deshalb nur 
Einzelnes herausgegriffen. Schon in früher Zeit gilt S. Agnes 
als Schützerin der Jungfrauen, Nicetius als Beschützer der 
Gefangenen, Phokas als Patron der Seefahrer, und Sigismund 
behütet vor Fieber. Die h. Drei Könige ^) sind Beschützer 
der Reisenden und S. Gothard beschirmt in Schneegefahr. 
In Urseren gelten SS. Johann und Paul (1472) als Wetter- 
herren; gegen Hagel und Ungewitter wird zu Basel S. Cyrill ''^),, 



1) Ahu. Laiu'iss. Minores. ( 

-) Regiiionis Chron. 

*) Die Sainte-Ampoule zu Reims. 

*) Der Nagel vom Kreuz Christi i]i der ioiigobardischej] Krone, die 
heiligen .Schwerter und Lanzen. 

^) Ganze Ladungen heiliger Erde liess man aus Palästina kommen, 
um darin zu bestatten. 

ß) Vgl. Le Blant Nouv. Racueil d'Inscriptions p. 253 — 255. 

') So Avandte sich 675 Ebruin nach S. Ouen. Scr. ver. Meroving. II 
p. 319. 

8) Vgl. hiezu den Fall von Solothurn 1811. Justinger c. 80. 

ä) Ihre Kapellen, Altäre und Bilder längs den Strassen von Mailand 
bis Köln. 

*") Fugat sagittas tonitrui. Inschrift einer Mün.sterglocke von 1459. 



CVIII 



Des- 



in den meisten 

Teilen der Schweiz 

^ aber S. Theodul 

Ccf^JTtOjyjy 3.ngeruien; gegen 

Fallsucht bat man 
S. Valentin um 
Hilfe. '^) Eine Reihe von Patrocinien, für 
die Verhältnisse der Ostschweiz besonders 
wichtig, hat Kessler^) (im XVI. Jahrh.) 
zusammengestellt ; spätere Invokationen 
(von 1650) , die zu Yberg im Kanton 
Schwyz '^) üblich waren , wie auch die 
volkstümlichen Patronate in Oberbayern ''), 
in Frankreich ®) und anderwärts sind 
bereits gedruckt. Manche Besonderheiten 
sind uns nicht direkt überliefert, wir müssen 
sie vielmehr erschliessen aus den Attri- 
buten, welche den Heiligenbildern beige- 
geben sind oder aber aus der Art der Votivgaben '^), welche 
am HeiHgengrab bezw. bei den Reliquien aufgehängt wurden. 
So zeigt z. B. eine Miniatur des XIL Jahrhunderts aus Basel 
einen der Heiligen namens Caesarius ''') ; er giesst Wasser aus ; 
ist also ein Beschützer in Peuersgefahr. 

Manchmal ist uns aber vom Heiligen im Allgemeinen 
die Wunderkraft überliefert, wie z. B. in einem Engelberger 
Rodel des XII. Jahrhunderts von „S. Agatius m., cuius reli- 
•qui^ sunt hie", sagt : Multum valet contra ignem, oft aber 




S. CiI-:SAKIUS M. 



1) Gfr. XXXI. p. 18. 

2) Bueelin Rhaetia sacra et i)vofana p. 78. 

3) Sabatta I 109. 

•'') Mitteilung-en des histor. Vereins ScliA\"}rz X. p. 187. 

5) M. Höfler. Das Jahr im oberbayr. Volksleben in Beitr. zur A]ii;liro- 
polog-ie und Urgeschichte Bayerns XIII. 1899. 

^) CoUin de Plancy Dicti'onnaire critiqne des reliques .... Paris 
1821, p. IX; im Uebrig-eii mit Vorsicht zu benützendes Bucli. 

') In Moutier-Granval z. B. bess man Zeichen seiner Krankheit aus 
„Wachs, Eisen, Ketten, Krücken und in andern Grestalten". 

^) Nach dem Beckel eines Prwligercorpus, gef. ini Basler StaatsarchiA*. 
Der hier abg. Caesarins M. ist wahrscheinlich der Heilige, dessen Leib durch 
Papst Leo III. dem Erzbischof ßikulf voi] Mainz geschenkt worden ist und 
dessen Fest 7a\ Worms begangen wurde. Vgl. Der Katholik B. 62. 1889 
p. 288. 



— CIX — 

berichten die Quellen über örtlich und zeitlich beschränkte- 
auf eine bestimmte Reliquie bezügliche Einzelheiten. Hier- 
einige Proben : Dornen, Andenken an die Marterkrone Christi, 
galten, weil spitz, als Abwehr gegen Ungewitter. ^) 

Zur Vertilgung des Ungeziefers, im besondern der 
Engerlinge, verwendete man Reliquien des h. Magnus; in der 
altern Zeit liess man den Arm des Heiligen aus S. Gallen ^), 
in späterer den Stab desselben aus Füssen ^) kommen. In 
Deutschland entlehnte man bei Entbindungen Elisabeths- 
reliquien. ^) Im Kanton Luzern liess man sich durch das 
Messgewand des h. Ulrich ziehen, wenn man krank wurde''} 
und in Cham liess man sich die des h. Bischofs ohne Namen 
auflegen. 

Viele Reliquien tauchte man in Wasser •*) und dieses • 
bewirkte Heilung gegen allerlei Gebrechen. In Willisau 
tauchte man Sebastiansheiltum ^), in Montier den Gürtel von 
S. German Ab. M. '^y, in Engelberg einen Dornsplitter ins 
Wasser ") ; zu Disentis trank man aus dem Schädel des h. 
Placidus M. ^^) Im Aargau war Gebein von S. Leontius M. R. 
gut fürs Laufen. ^^) Staub vom Grab oder von den Gebeinen 
eines Heiligen, oder aus der Grotte von Betlehem wurde 
häufig in Wasser, Wein oder Bouillon gemischt und ge- 
trunken. ''^) Mirakelbücher geben Auskunft über die Heil- 
kraft bestimmter Gräber und Reliquien. 

Schriftliche Berichte über die Wunder , welche von 
Reliquien der HeiHgen ausgingen, sind in Saint-Maurice, in 
S. Gallen, in Lausanne, in Einsiedeln, Rheinau und andei'n 
Orten angelegt worden. Die Reliquie selbst wird in Wort 



1) S. unten Reg, n. i225. 
-) Vgl. die Eegesten n. 
^) Vgl.- die Regesten n. 

*) Steinhausen in Deutsche Privatbriefe p. 120 zum Jahre 1474. 
■') In Tours heilte man damit einen Taubstummen 1111. 
"') Unten Regest n. 848. 

') Mitg. V. S. Ew. H. Chorhemi Jg. V. Herzog. 
*) Trouillat Monuments I p. 55. 

^) Examen vom J. 1678 Ms. der Stiftsbibliothek Engelberg. 
'") Bui-gener Wallfahrtsorte p. 317. 

11) Klosterkräpfli 1841 p. 63. 

12) Collin de Plancy, ein Spötter, erzählt von einem Kranken, der so- 
viel Reliquien als Medizin genommen hatte, dass man ihn ein eigentliches 
Reliquiar nannte. 



— ex — 

xind Bild gefeiert. Seit dem IL Jahrhundert treten Lobredner 
auf, welche die Reste der Heiligen preisen, es sei nur erinnert 
an Arca'dius, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa, Am- 
brosius, Johann Chrysostomus, Asterius, Hieronymus, Cyrill, 
Theodoret, dann an Gregor von Tours, an Thiofrid, Bellarmin. 
In der Schweiz haben zahlreiche geistliche Pestredner den 
Ruhm ihrer Kirche besungen. ') 

Die Verehrung ihrer Heiligen und die Anhänglichkeit 
und Liebe zu den Reliquien zeigt sich in dem Eifer, mit 
welchem Hoch und Niedrig versuchte, in den Besitz von 
Reliquien zu kommen. In allen Jahrhunderten treten eigent- 
liche Sammler von Heiltum ^) auf; erwähnt seien Kaiserin 
Helena, Königin Radegunde, Willibald von Eichstädt, Kaiser 
Karl der Grosse, Rabanus Maurus, Angilbert, Alkuin, Papst 
Paschalis I. , dann die Kaiser Heinrich IL und III. ; des 
fernem Heinrich der Löwe, Kaiser Karl IV., Herzog Ru- 
dolf IV. von Oesterreich, König Ludwig IX. von Prankreich, 
Herzog Karl von Burgund und Philipp IL von Spanien. Für 
die Schweiz ergiebig waren die Sammlungen, die Kaiser 
Heinrich IL, Graf Ulrich von Tarasp ^), Königin Agnes von 
Ungarn ^), dann die Mandatare des Berner Münsters ^), der 
Abgesandten der Stifte Einsiedeln *') und S. Gallen ''), die 
Schweizer in Rom und Palästina anlegten. 

Umgekehrt haben unendlich viele Ausländer in den 
Heiligengräbern der heutigen Schweiz geschöpft; ausser 
Königen ^), Kaisern, Herzögen ^), Grafen ^'^), Bischöfen und 



') Vgl. die Eegesten sowie Ad. Fäh: P. Jso Walser. Lindau 
. etc. 1897. 

2) Vgl. was der Verfasser im „Vaterland" Luzern 1900 n. 65 zu- 
sammengestellt hat. 

^) Ein Teil davon in Scliuls. 

*) Ein Teil davon war in Königsfelden, Anderes ist noch in Zurzach, 
weiteres kam vermutlich nach Engelberg. 

^) Der Deutschritter Konrad von Gugsberg und Bruder Peter Schlegel 
1343. 

^) P. Hellas Heymanns aus Sennheim vgl. unten die ßegesten der 
Jahre 1602 und 1603. 

'') P. Leodegar Grauer, der in den durch Kaiser Joseph II. aufge- 
liubenen Klöstern Reliquien sammelte. 

8) Die burgundischen und fränkischen Könige zu. S. Maurice. 

9) Heinrich der Löwe, Rudolf IV. von Oesterreich. 

1") Graf Trauttmannsdorf, Gesandter bei den Eidgenossen. 



— CXI — 

Erzbischöfen des Mittelalters seien hier nur hervorgehoben 
Petrus Canisius, Karl Borromseus und Hieronymus Guarnieri 
von Osimo. Der letztere legte eine Sammlung von Heiltum 
aller Fundatores und Reformatores religionum an und erbat 
z. B. 1648 zu Einsiedeln eine Meinradsreliquie. 

Unter den Sammlern des XIX. Jahrhunderts erwähne 
ich P. Friedrich Willara, der eine grosse Kollektion Partikeln 
zusammenbrachte, die heute, sorgfältig gefasst und katalogi- 
siert, die Abtkapelle zu Einsiedeln zieren. Eine weitere 
Sammlung besitzt ein verehrter Mitarbeiter an diesem Buch, 
der hochw. Herr Pfarrer zu Schennis. 

Dißse Uebersicht über die Verehrung der Reliquien darf 
nicht schliessen ohne eine Erwähnung der Feinde, Gegner 
und Kritiker, welche die Heiligen und ihre sterblichen Ueber- 
reste gefunden haben. Diese Gegner gehören sehr ver- 
schiedenen Lagern an und richten sich teils gegen Einzel- 
heiten, teils gegen das Ganze, teils nur gegen Auswüchse 
und Misbräuche. In Kürze sei hier hingewiesen auf Vigi- 
lantius ^), Agobard von Lyon ^), Claudius von Turin ^), Guibert 
von Nogent ^) und die Ketzer im Bistum Lausanne. °) 
Sehr skeptisch stehen auch die italienischen Chronisten seit dem 
XL Jahrhundert ^) den Reliquien gegenüber. Die Spötter aber 
setzen erst ein mit Boccaccio'^), um in Seb. Frank, Joh. Calvin^), 



^) Zeitgenosse des h. Hieronymus. 

2) Erzbischof von Lyon 814—840. 

3) Bischof von Turin 820 bis ca. 840. 

*) De pig-noribus sanctorum. Ygl. Etudes d' liistoire du nioyen-äge 
dediees ä Gab. Monod 1896. p. 285, 297, 305. 

3) Vgl. Friburgum Helv. Nuyth. p. 511. 

^) Kaum eine bedeutende ßeUquie kommt anders weg als mit dem 
Zusatz: dicitur. 

'^) Er spottet über Federn des Erzengels Gabriel, Finger des h. Geistes. 
Kleider der Fides catholica, den Nagel des Cherubs, Mund des Seraphs, der 
S. Franz erschien, die Rippe des Verbum Caro, Strahlen vom Stern der 
Magier, Schweiss S. Michaels, Zahn des Kreuzes, Ton von Glocken des sa- 
lomon. Tempels. 

8) Advertissement tres utile du grand profit qui reviendrait ä la 
Chrestiente s'il se faisoit inventoire de tous les corps saincts et reliques 
qui sont tant en Italie qu'en France, AUemaigne, Hespaigne et autres Eoy- 
aumes et pays. Zuerst erschienen 1543 in Genf (französ.) dann in Witten- 
berg 1557 (deutsch), Mühlhausen i./E. (deutsch), 1599 (französ.), 1822 (französ. 
in Collin de Plancy's Dictionnaire Paris m. p. 251—329), 1862 (franz.) Dou- 
mergue's Bibliographie in J. Calvin I p. 40—46 ist unvollständig. 



— CXll - 

Henri Estienne '), d'Aubigne ^), Voltaire ^), Collin de Plancy ■*) 
Nachfolger zu finden ; mit mehr Geist haben Anatole 
France und Jules Leraaitre ^) in der neuesten Zeit das Thema, 
berührt. 

Niemand wird mit diesen Autoren rechten ; einzig-^ 
Calvins Schrift, weil von einer gewissen historischen Be- 
deutung und in mehrern Auflagen und Sprachen erschienen ,, 
sei hier charakterisiert. Calvin kennt sozusagen nur Prank- 
reich, wo der Streit um den wirklichen Aufbewahrungsort 
der wahren Eligiusreliquien zu Noyon gespielt hatte. Das Ge- 
biet der heutigen Schweiz kennt er in lipsänographischer 
Beziehung gar nicht. Er erwähnt nur Reliquien von S. Anton 
und S. Peter zu Genf, ferner S. Saphorin und S. Loup ; das 
ist recht wenig und gerade mit den Petersreliquien von Genf, 
die damals eine schon mindestens tausendjährige Geschichte ^}. 
hatten, hat er kein Glück. Calvins Hauptargument gegen 
die Aechtheit der Reliquien ist die Multiplizität bestimmter 



1) Apologie pour Herodote oii Traite de la Conformite des Merveilles 
.•iDcioiiJies et modernes. 13 Ausg. La Haye 1735 mit Bemerkungen von 
Le Dncliat 3. Bd. in 8". Estienne liatte die Tochter des Casaubonus zur 
Frau, vgl. Joehers C-relehrten-Lex. 1751, col. 815 — 819. 

2) Cüiifession catholique du sieur de Sancy VII; enthält unter vielen 
cekelliaften Sachen den Witz vom Messen, des h. G-eistes. 

^) Notes au Chant ler de la Pucelle; hier spottet V., der h. Diony&. 
habe seineu abgehauenen Kopf geküsst. 

*) Collin kennt besonders die Reliquien von Frankreich und Italien, 
einiges aus Belgien, Spanien und Portugal, nur vereinzeltes weiss er über 
Deutschland und Oesterreich. In der Schweiz kennt er nur das Crucifix 
von Willisau (I 20), Crucifix von Solothurn „in Schweizertracht" (I 227j, 
das Haupt des h. Desiderius v. Vienne in Einsiedeln! (I. 246), den Pi- 
latussee (II. 3. 89), Mondmilch aus der Pilatushöhle (IL 90), S. Meinrad 
Einsiedeln (IL 198), Pilatus, Petri Hirn in Genf (aus Calvin; IL 427), Teu- 
felstein in der Schöllenen (IL 440). Seine Ignoranz geht hervor aus fol- 
genden Sätzen: Dass S. Sigismund in Prag auftaucht, nennt er ii-onisch 
;,un prodige" (III. 85). ,,0n dit que les corps des onze mille viex'ges — 
furent trouves ä Cologne au seizieme siecle" (III. 176). Er weiss also 
nicht, dass Karl IV. sowohl in S. Maurice als Einsiedeln war und Sigis- 
mundsreliquien mitnahm (vgl. unten ßeg. n. 260) noch kennt er die lange- 
Ge..«ichichte von den vielen Funden in Köln. 

^) Serenus. , ,-.:; 

^) Vgl. unten Reg. n. 6. 



— CXTIl - 

Teile ') ; wie die falsche Ansicht von dem doppelten, drei- 
und mehrfachen Vorhandensein eines Hauptes aufkommen 
konnte, haben wir indes oben gesehen : die Passung eines Teiles 
in ein Hauptreliquiar, die Bezeichnung eines Teiles als ganzes 
Haupt, die Ergänzung eines Hauptteiles zu einem Ganzen, 
das sind die drei sich unendlich oft wiederholenden That- 
sachen, die von der Kritik nicht gekannt, vom Pamphlet 
ignoriert wurden. Wie es von einem Heiligen mehrere 
Haupt-Reliquiare gibt, so existieren von vielen Personen 
mehrere Grabsteine ; es sind deshalb weder die Häupter noch 
die Grabsteine falsch, noch berechtigt diese Multiplizität gar 
zu Zweifeln an der Existenz der Heiligen oder der unter dem 
Grabstein zeitweilig bestatteten Person. 

Die Glaubensspaltung, welche das Ende der politischen 
Machtstellung der Schweiz zur Folge hatte, wurde auch für 
die Verehrung der Reliquien verhängnisvoll, indem der Bilder- 
sturm die Vernichtung zahlloser altbeglaubigter Heihgtümer 
und die Zerstörung unzähliger kirchlicher Kunstwerke nach 
sich zog. Seither hat sich der Kult vertieft und vergeistigt, 
sodass Reliquie und Bild nicht mehr dieselbe wichtige Rolle 
wie im Mittelalter spielen. 



\) Anderseits aber höhnen die EeUquienspötter auch (Colhn 1. p. 14), 
wenn ein Heiliger Avenig KeUquien hinterliess: „II parait que S. Amable 
n'avait qu'une dent, et qu'il la gardait pour la ville de Eiom." Wie die 
"Reliquiengegner zählen, zeigt folgende Probe: „S. Anna hatte 2 Leiber . . . 
noch einen fünften Arm in Eora . . . einen sechsten in Nürnberg", als ob 
die h.. Leiber jeweilen komplet wären: im Gregenteil, von denselben wm-de 
oft soviel weggenommen und verteilt, dass fast nur noch das Eehquiar, der 
Name, das Andenken und die Verehrung übrig blieb, wie in Zürich, St. 
Gallen u. s. w. 



III. Die Regesien. 




n den nachfolgenden Urkunden auszügen findet der 
Leser eine Art von Chronik oder chronologischen 
Aneinanderreihung der auf die Reliquiengeschichte 
bezüglichen Ereignisse. Sie illustrieren die regel- 
mässige und allgemeine Verbreitung der Reliquien 
während des Mittelalters, die Krisen zur Zeit der 
Glaubenspaltung und das geräuschvolle Wieder- 
aufleben der Reliquien Verehrung zur Zeit der Ein- 
führung der römischen Katakombenheiligen. Die Regesten 
belegen sowohl die Geschichte der schweizerischen Reliquien 
in der Schweiz, als die der ausländischen in derselben, endlich 
auch die Verbreitung der schweizerischen Reliquien im Ausland. 
Eine gewisse Kenntnis der Heiligen wird beim Leser 
vorausgesetzt ; wären den Heiligennamen, wie dies wohl 
Manchem erwünscht wäre, ausführliche Daten beigegeben 
worden, so wäre aus einer lipsanographischen eine umfang- 
reiche hagiographische Arbeit geworden. Der Benutzer der 
Regesten wird sich hauptsächlich vor Verwechslungen und 
Identifikationen gleichnamiger Heiliger zu hüten haben, denn 
es kommen in diesem Buch beispielsweise vor : . 5 Heilige 
namens Franz, 4 Heilige namens Basilius, Victor, Desiderius, 
Bonifacius, Valentin, Johann, 3 Heilige namens Petrus, Justus, 
Felix, Germanus, Kunigunde, 2 Heilige namens Anton, Euseb, 
Bernhard, Constantius, Columban, Verena, Vital, Exuperantius. 
Wiborad, Urban, Theodora u. s. w. 

Jeder Heilige ist deshalb so gut wie möglich, soweit 
die Quellen Auskunft geben oder bestimmte Schlüsse mög- 
lich sind, charakterisiert. Die hiebei benützten Abkürzungen 
sind folgende : 

Ab. = Abbas, Abt, Abbatissa, Aebtissin. 
Aep. == Archiepiscopus, Erzbischof. 
Ap. = Apostolus, Apostel. 
B. (vorgesetzt) = Beatus, selig-. 



— CXVl - 

B. (nachgesetztj = Baptista, der Tiiufer. 

C, Cf. = Confessoi", Bekenner, Beichtiger. 
Ep. = Episcopiis, Bischof. 

h., hh. = heilig. 

AI., MM. = Martyr, Märtyrer. 

M. 11. = Martyr Eomanus, Katakonibenheiliger. 

P. (vorgesetzt) = Pater. 

P. (nachgesetzt) = Puer, Knabe. 

S., SS. = Sanctus, Sancti, heilig. 

\'. (vorgesetzt) = Venerabilis, ehrwürdig. 

V. (nachgesetzt) = Virgo, Jungfrau. 

Vid. = Vidua. Witwe. 



Handschriftliche Quellen. 

Auth. SS. ßel. = Authentica SS. ßeliquiarum. Glaubwirdige Abschrifft 
was für Hailiger Reliquien ... in diss . . . Gottshauss Einsidlen . . . 
verehrt und promovirt . . . 1620. Leoucird Zing. Perg. Hdschr. Stifts- 
archiv Einsiedeln. 

('opialbuch Bischof Adrians (V.) von Sitten. Paj). Hdschr. Stockalper^ 
archiA^ Brig. 

(.'opialbuch, stiftisches, von Zurzach. Pap. Hdschr. Sa!c. XV. Staats- 
archiv Aarau. 

C opialbuch von Muri. Pap. Hdschr., bis 1737. Pfarrarchiv Muri. 

Custodia Ecclesia) et Capelte intra Limites Parochiales ; Sanctoruni Reii- 
liquise .... (von Rheinau) 1774. Stiftsbibliothek Einsiedeln. 

Formulare für apostol. Notare. 27 unpaginierte SS. in 4". Stiftsarchiv 
Einsiedeln. Um 1851 bis 1881. 

Grüninger Bergerbuch von 1519. Pap. Hdschr. Ms. F. ü. 185. Staats- 
archiv Zürich. 

Hierogazophylaciuui von Neu-S. Johann, begonnen 1773. Pap. Hdschr. 
hl Fol. im Pfarrarchiv S Johann. 

Libellus seu Duo Indices, quoruni primus continet SS. Rehquias qua^ in 
Sanctuario nostro Einsidlensi asservantur : Secundus vero SS. Reli- 
quias, qua) ex Tliesauro nostro in alia loca donata sunt . . . . , 1783. 
Ms. A. T2D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

Neben- oder historische Akten, Petitionis, Acquisitionis, Translationis 
SS. Reliquiarum ab a" 1620 usque 1762. Ms. A. T^D. StiftsarchiA- 
Einsiedeln. 

Rechnungsbuch des Klingenthalldosters in Ivlein-Basel. Pap. Hdschr. 
Ssec. XV. Staatsarchiv Basel. 

Rep. Rhen. = Repertorium Rhenoviense. Pap. Hdschr. in Fol. Ssec. XVHI. 
Staatsarchiv Zürich. 

Sacrar. = Sacrarium S. Galli. Pap. Hdschr. in Fol. Stiftsarchiv S. Gallen. 

Tractatus de SS. Reliquiis Eccl. Einsidl. auctore R. P. Mariano Herzog 
Capitul. Einsidl. sub Abbate Conrado IV. congestus anno 1810. Pap. 
Hdschr. T^ D. 36. Stiftsarchiv Einsiedelu. 

Urbar aller Pfründen. Pap. Hdschr. Saec. XVI. Staatsarchiv Luzern. 

Verzeichnis der grössern Fassarbeiten, die im Kloster zu Allerheiligen 
in der Au ansgeführt wurden. 4 S. in A". Stiftsarchiv Einsiedeln 
(1899). 

Verzeichnis der heil. Reliquien, welche in dieser Tafel enthalten sind. 
Heft in 4". Abteikapelle Einsiedeln (verf von P. Friedr. Willara). 



um 381 — 390. Der Bischof von Octodurum, S. Theodor ent- 
deckt die Leiber der h. Agaunensischen Märtyrer 
zu S. Maurice; in der Ehre derselben wird eine Basilica 
erbaut. 

Orig-.: S. Eucherius. Passio S. Mauritii. Druck: AA.SS. Sep.VI. 
p. 343 ; Mem. et Doc. Bd. 29. p. 3. Litt. : Lütolf, Die Glaubensboten der 
Schweiz vor S. Gallus 1871 p. 132; de Eivaz, Eclaircissements p. 180. 

420. Zu Auxerre wird dem h. Mauritius durch Bischof 
Germanus eine Kirche errichtet; dies setzt das Vorhanden- 
sein und den Besitz von Reliquien des Kirchenpatrons 
voraus. 

Litt. : Lütolf, Glaubensboten p. 133. 

um 450 oder 455. Die Wellen der ausgetretenen Rhone öffnen 
das Grab des h. Innocentius M. zu S. Maurice; bei der 
Translation des h. Leibs sind die Bischöfe Domitian von 
Genf, Gratus von Aosta und Protasius von Octodurum 
anwesend. 

Orig. : Anon. Agaunens. in Passio Martyr.Agaun. Druck: Mem. 
et Doc. Bd. 29 p. 4; de Eivaz, Eclaircissements p.331. Litt.: Lütolf, 
Glaubensboten p. 152. 

473 — 500. Der Leib des h. Victor M. wird auf Betreiben der 
Königin Theudesinde von Solothurn nach Genf über- 
tragen. Die Nonne Corona, die ehemalige Prinzessin 
Sedeleuba erbaut eine Kirche zu Ehren des Märtyrers. 

Orig. : Passio S. Victoris et (Jrsi. Ms. 569. ssec. IX. S. Gallen, Stiftsbibl. 
Druck : Lütolf, Glaubensboten p. 174. 

507. Dem König Chlodwig I. wird geraten, sich zur Wieder- 
erlangung seiner Gesundheit, an das Monasterium der 
Agaunensischen Märtyrer (S. Maurice), wo der Leib des 
h. Moriz ruht, zu wenden. 
Druck: AA.SS. Sep.VI. p.311. 

um 514. König Sigismund von Burgund, der schon früher 
Reliquien aus Rom erhalten hatte, sendet den Diakon 
Julianus an Papst Symmachus (498 — 514) und erbittet 



2 515— 602 

Heiligtümer, durch deren Verehrung er stets den Schutz 

S. Peters geniessen werde. 

Druck: Mon. Germ. Hist. Auct.ant. VI 2 p. 59. Notiz: Zettinger, 
Die Berichte der Rompilger aus dem Fraiikenreich Ms zum Jahr 800. 
Rom 1900 p. 10. S. Peter ist Patron des Bistums Genf. 

515. Die an der Synode von Agaun um versammelten Bischöfe 7 
beschliessen, diejenigen Thebäer, deren Namen bekannt 
war, nämlich Mauritius, Exuperius, Candidus und 
Victor „infra ambitum basilicse" , die übrigen Leiber 
aber miteinander in gemeinsamem und sicherm Ort bei- 
zusetzen, wo sie streng gehütet und vor Diebstahl bewahrt 
werden können. 

Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 315. 

561 — 593. König Guntram lässt durch einen Presbyter The- 8 

bäerrehquien zu S. Maurice holen; derselbe bringt eine 

„Capsula, quae sanctorum pignora contenebatur" zurück. 

Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 318; Greg.Tur. In Glor. Mart. c. 75 u. 

M. G. H. Script, rer. Merov. p. 538 — 5'^9. Die Reliquien kamen vermutlich 

in die 584 von Guntram erbaute Marcellusbasilica zu Chälons. 

um 588. König Guntram (561 — 593) soll mit Bischof Theodor 9 
von Sitten und lucundinus, Abt von Agaunum, zwei 
Thebäerleiber zu S. Maurice gefunden haben, die Amor 
und Viator genannt wurden (vgl. z. J. 1288). Auf den 
Wunsch des Königs werden sie nach Burgund übertragen. 
JVotiz : Briguet, Vall. Christ, p. 76. 

589 — 590. Gregorius, Bischof von Tours (573—595) weiht lo 
seine neuerbaute Kirche und findet alte, bereits zer- 
bröckelte Reliquien von der Legio Felix der Agaunen- 
sischen Märtyrer von S. Maurice. 

Druck: Greg.Tur. Eist. Franc. X. 31. in i\LG.H. Script, rer. lAIerov. 
1. s. 448. AA. SS. Se]h VI. p. 317. 

590. Translation der Reliquien des h. Moriz zu S. Maurice. 11 
Noti/>: Haller, Bibl. 111. p. 512. 

vor 594. Das Grab und die Kirche des h. Romanus zu 12 
Bau Im es hat grossen und täglichen Zulauf. 

Druck: Greg-. Tur. L. Vita; patr. 6; M. G. H. Scr. rer. Merov. I. 
p. 667; V. Eomani. AA. SS. Febr. IH. p. 743. 

602. Hiconius, Bischof von S. Jean-de-Maurienne, findet mit 13 
den Bischöfen .Rusticius und Patricius den Leib des h. 



602—666 




16 



Victor, der zu Solothurn gelitten, in der ihm in Genf 
von Sedeleuba errichteten Kirche, in silbernem Schrein. 
Orig'. : Passio S.Victoris et Ursi Ms. 569sa3c. IX. S. G-allen, Stiftsbibl. 
Druck: Sog. Fredegar IV. c. 22; M. G-. H. Script, rer. Merov. n.p.l29; 
ßegeste Grenevois n. 74; Lütolf, Glaubensboten, p. 174. 

um 610. Der h. Himerius C. erhält nach der Tradition vom 14 
Patriarchen von Jerusalem einen Arm des h. Simeon 
und andere Reliquien in einem Hörn, genannt Greifenklaue. 
Orig".: Brevier von Lausanne von 1446, Ms. in Bern. Druck: 
Trouillat, Mon. de ITIistoire de l'ancien Eveclie de Bäle I. p. 35 — 36- 
Das Hörn war bis ins XIX. Jalu-hundert in Delsbei'g erhalten ; Hörner 
wurden häufig zur Aufbewahrung von Eeliquien verwendet, so zu S. 
Gallen, Muri, Dietkirchen, Aachen, Braun schweig. 

613. Der h. Gallo trägt eine Capsel am Hals, die Reliquien von 15 
der Mutter Gottes, S. Desiderius (Ep. M. von Langres? 
oder von Vienne (f um 608) ?) und S. M auritius enthielt. 
Orig-.: A^alafridus Strabo, Vita S. GalH. Druck: AA.SS. Sep.VI. 
p. 361; Mon. Germ. Hist. II. p. 9. 

um 642 od. 650. Der Leib des _ 
h. Gall wird geplündert .^,V/- 
und aus seinem Grabe ge- '^'M]': 
worfen; Bischof Boso von l'/^'P' ' 
Constanz (c. 642) bestattet 
die Gebeine in altiori arca 
sive tumba zwischen Altar 
und Chorwand. 

Druck: Mon. Germ. Hist. 
II.p.l9. Notiz: Sacrar. IL p.7 
nach P. Magnus, Chron. c. 27. 

um 663. Abt Adalbero I von 
Disentis eleviert die Lei- 
ber der hh. PlacidusM. 
und Sigisbert Ab. und 
lässt sie an würdigerer p 
Stelle und innerhalb der 
Kirche beisetzen. 

Notiz : S^mopsis annal. 
raonast. Disert. Ms. p. 5. ßeg'. : 
Die ßegesten des Stiftes Di- 
sentis n. 5. 



17 



um 666. Der h. Germanus, stab des h. germanus Ab.ai. zu Deisbei-. is 



Abt von Moutier-Gran- 



Vil. .Jh. 



4 670—770 

val zieht mit Reliquien und begleitet von Randoald, 
dem Herzog Eticho von Elsass entgegen. 
Druck : Trouillat, Mon. I. p. 53. 

670 tertio nonas Augusti (Aug. 3). Abt Adalbero I. von 19 
Disentis (637—670) nimmt die Reliquien des sei. Sigis- 
bert und des h. Placidus M. aus den „loculi" und 
flüchtet sie vor den Avaren nach Zürich. 
Druck: Th. von Mohr, Cod. Dipl. I. p. 7. 

670. Abt Adalbero von Disentis kehrt in sein Kloster 20 
zurück und bringt die Sigisbert- und Placidusreli- 
quien wieder an ihren Ort. 

Druck: Th. von Mohr, Cod. Dipl. I. p. 7; Mülinen, Helv. sacra 
Lp. 75 gibt indes an, der Abt Adalbero! und 30 Mönche seien 670 von 
den Hunnen umgebracht worden. 

600—700. Der Presbyter Teudericus lässt zu Ehren des h. 21 
Mauritius ein kostbares Reliquar machen. Die Inschrift 
beginnt : Teudericus presbiter in honure sei Mauricii fieri 
jussit. amen. 

Orig. : im Schatz der Abtei S. Maurice. Druck : E. Egli, Die chi-istl. 
Inschriften der Schweiz ..... p. 14; Le Blant, Inscriptions chretiennes 
delaG-auli II. p. 580. Abb. : Aubert, Le Tresor de l'abbaye de S.Maurice 
1872 Taf.XIV. ; Le Blant H. Taf. 91 n. 542. 

vor 715. Auf Betreiben des Bischofs Euoldus von Vienne 22 
werden Thebäerreliquien von S. Maurice nach Vienne 
übertragen. 

Orig.: Ado Martyi-olog. Xn. Jul. Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 351. 

720 — 760. Graf Victor von Rsetien plant, den wunderkräf- 23 
tigen Leib des h. Gall zu rauben. 
Druck : Mon. Germ. Hist. TL. p. 23. 

765. Papst Paul I. (757—767) schickt durch Vultcherius, 24 
Bischof von Sitten, die Leiber der hh. Nazarius, 
Nabor und Gorgonius nach Gorze. 
Druck: Mem. et Doc. Bd. 29 p. 17. 

769. Erzbischof Willichar bringt den Leib des h. Victor 25 
aus Agaunum nach Sens. 

Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 902 ff. Notiz: Bourban, L'Arche- 
veque S. Vultchaire p. 14. 

„770. Der Leib des h. Othmar wird 10 Jahre nach dessen 26 
Tod von der Insel Stein (Werd) nach der Klosterkirche 
zu S. Gallen übertragen und zwischen dem Johannes- 



780—817 5 

altar und der Chorwand in einem Sarkophag beigesetzt. 
Hier ruhte er bis ungefähr 829. 

Druck: Mon. Germ. Bist. H. p. 44u. 50. Notiz: Sacrar. E. p. 26 
bis28. 

um 780. Altheus, Bischof von Sitten lässt eine Reliquien- 27 
capsa herstellen und weiht dieselbe der h. Maria. Die 
Inschrift lautet: f Hanc capsam dicata in honore sce. 
MarisB Altheus eps. fieri rogavit. 

Orig.: Kirchenschatz der Kathedrale Sitten. Druck: E. Egli, Die 
Christi. Inschriften' der Schweiz . . . Zürich 1895. Abb.: ebenda Taf. HI. 
und Blavignac, Eist, de l'archit. sacree .... 1853 pl. XI. und Atlas pl. 
XXm. Fig. 3 u. 4. 

um 800. S. Angilbert bringt Reliquien von S. Moriz, Can- 28 
didus, Exuperius, Victor und Innocenz nach 
Centulse (S. Riquier). 

Druck: AA. SS. Feb. p. 103. Sep.VI. p. 389. 

um 800. Im Morizaltar von Centulsß (Saint-Riquier) ruhen 29 
Reliquien von SS. Moriz, Exuperius und Candidus; 
in der Heiligtumsaramlung Angilberts sind Partikeln von 
ebendenselben sowie von SS. Victor und Inno con- 
ti us vorhanden. 

Druck: Mon. Germ. Eist. Scr. XV. p. 174 u. 176. 

um 801. Die Stiftskirche Schaennis erhält von Hunfried, 30 
Herrn zu Istrien und Graf von Rhätien eine Partikel 
vom h. Kreuz, mit Gold und Edelstein geschmückt, die 
letzterem von Karl dem Grossen- geschenkt worden war. 
Druck : Anonym. Augiens. c. 16 in Mone Quellensmlg. I. Notiz: 
P. Ambr. Eichhorn, Episcopat. Curiensis. p. 332 u. 333 ; Gubser, Gesch. 
der Landschaft Gaster p. 20—26. Vgl. z. J. 925. 

818-837. Abt Gozbert (816—837) von St. Gallen lässt 31 
aus Bobbio Columbansreliquien holen. 

Notiz : V. d. Meer, kurze Gesch. p. 14. Die Quelle dieser Notiz 
finde ich nicht ; dagegen brauchte der Abt 830 zur Weihung der neuen 
Basüica Eehquien und nichts liegt näher, als dass er solche Columbans 
erwarb. Solche figuiieren ausserdem im Eodel von Pfävers, wohin sie 
ohne Zweifel über S. GaUen gekommen sind. 

817. Jul. 20. Papst Paschalis I (817—824) überführt 2300 32 
h. Leiber aus den Katakomben nach Rom. 

Orig-. : Inschrift in S. Prassede, Eom. Jfotiz: PerateL'Archeologie 
chretienne p. 35. Manche dieser Leiber gelangen über die Alpen. 



6 823—849 

um 823—831. Victor IL Bischof von Chur (820—833) be- 33 
Schwert sich bei Kaiser Ludwig I. über den Grafen 
Roderich und dessen Genossen, welche den Leib des h. 
Lucius Cf. geraubt, die Kirchen weggenommen, so dass 
ihm von 230 Gotteshäusern nur 6 Baptisterien und 25 
kleinere Kirchen, von 5 Klöstern nur 2 und von den 
5 h. Leibern kein einziger geblieben sei. 

Druck : Th. v. Mohr, Codex Diplomaticus I. p. 27, vgl. J. Gr. Mayer 
St. Luzi bei Chur. p. 15. Die Zahlenangaben (230 Kii-chen und 5 
Leiber) scheinen mir sehr hoch gegriffen. Sicher verehrt wurde da- 
mals wohl der Leib des h. Lucius, auch diejenigen der hh. Placidus 
und Sigisbert. Das Crrab des S. Valentians Ep. genoss m. W. keinen 
Kultus ; ist wohl noch an S. Graudentius und Emerita V. M. zu denken ? 

829. Der Leib des h. Othmar wird durch Abt Gozbert aus 34 
seiner baufälligen Basilica in das S. Peters Oratorium ge- 
tragen, wo er 34 Jahre und 194 Tage ruhte. 

Druck : Mon. Germ. Eist. p. 46, 47 u. 48. Notiz : Sacrar. E. p. 29—30. 

826. Reliquien des h. Sebastian M. aus Rom werden 35 
über den S. Bernhard und Martigny nach Soissons 
gebracht, 

Druck : Mem. et Doc. Bd. 29. p. 24 — 25 ; das Memorial de Eribourg 
Bd. 5 p. 207 gibt als Datum 814. 

826. Die Reliquien der hh. Petrus und Marcellinus ge- 36 
langen über Pavia, S. Maurice, Villeneuve und 
Solothurn nach Mastricht. 

Druck: Mem. et Doc. Bd.29p.23— 24. Reg. : Eegeste Genevois n.83. 

um 835. Der Sarkophag des h. Gallus wird in dem Maria 37 
und Gallus geweihten Hochaltar über der Columbans- 
krypta von Abt Gozbert beigesetzt; hier blieb er bis 
zur Zeit des Abtes Uhich VIIL 
Notiz : Sacrar. E. p. 14. 

um 841. Der Leib des h, Gorgonius M. wird aus Rom 38 
über Lausanne und Orbe nach Tours gebracht. 
Notiz : Memorial de Eribourg. Bd. 5 p. 255. 

842 oder 849. Reliquien der h. Helena (Mutter Constantins), 39 
gelangen von Rom über den S. B ernhar d nach Haut- 
villiers bei Reims. 

Druck : Mem. et Doc. Bd. 29. p. 25 ; Eeliquien der Kaiserin 
Helena kommen 1019 in Basel, ferner z. B. in Trier, Bonn und Köln, 
im XE. zu Engelberg, 1343 in Schuttern und Bern, vor. 



862—875 7 

862. Mönche von Auxerre kommen mit Reliquien der hh. 40 
Urbanus und Tiburtius MM. von Rom nach S. Mau- 
rice. Hier erhalten sie von Abt Hucbert, der im Re- 
liquienverschenken nicht geizig war , Heiltum von 
S. Moriz und S. Innocentius MM, Die Mönche 
setzen ihren Weg über Orbe und Pontarlier fort und 
kommen Okt. 31. in Auxerre an. 

Druck: AA. SS. Sep. VI. p. 388; Mem. etDoc. Bd. 29 p. 28— 29. 
ISotii ; Memorial de Fribonrg Bd. 5 p. 262. 

um 862. Der h, Findan bringt einen Arm des h. Blasius von 41 
Rheinau nach Albzell, das seither S. Blasien ge- 
nannt wird. 

Jfotiz : V. d. Meer, kurze Gesch. . . . p. 29. 

864. Bischof Salomo I. von Konstanz (839—871) und Abt 42 
Grimald von St. Gallen (841—871) transferiren die Reste 
des h. Othmar aus der Peterskirche in die Gallusbasilica. 
Orig. : Iso, De miracul. S. Othm. ]. 2 c .2 ; Mon. Germ. Hist. IT. p. 48 
bis 49, 71. Notiz: Sacrar. H. p. 31— 36. Reg.: Eeg-. Ep. Const. Lp. 19; 
HallerBibl. 111. p. 442. 

867. Der Leib des h. Othmar wird aus der Galluskirche 4=3 
in die Othmarsbasilica übertragen ; Bischof Salomo I. ver- 
teilt Othmarreliquien an den Abt . von Reichenau, die 
Mönche von Kempten u. A. 

IVotiz: Sacrar. n. p. 37— 39. Reg-.: Ep. Const. I p. 20; Haller 
Bibl. m. p.442. 

870. Beim Grab des h. Ursus M. zu So lothur n steht ein 44 
Monasterium. 

Litt.: Lütolf, Glaubensboten p. 168 u. 170. 

870. Bischof Ado von Vienne sendet Reliquien und die Vita 45 
des h. Desiderius Ep. nach St. Gallen. 
Druck: Iso, in Migne Patrol. T. 123 col. 442. 

nach 875. In der Abtei Pfävers sind in drei Altären ita- 46 
lische, irische und fränkische Reliquien eingeschlossen: 
a) von S. Philipp Ap. , Jakob Ap. , Columban 
TBobbio), Gallo (S. Gallen), Patricius (Irland), Bri- 
gida (Irland), Felix und Regula (Zürich), Desiderius 
M. (Vienne), den zwölf Aposteln, Cesuteris (?) und 
anderen MM. und CCff. ; b) von S. Lucius (Chur), 
Anianus (Besangon), Sulpitius (Bourges), Michahel, 
Martin (Tours), Victor (S.Maurice), Maximin (Trier), 



8 



876—890 




Giorgius, Vigilius (Auxerre), 
Furtunatus (Sens) , Felix 
(Lyon ? Metz ?) C olumba (Irland) 
und andern MM. und CCff. ; c) von 
S. Peter, Paul, Moriz (S. Mau- 
rice), Griorgius, Petronilla 
(Rom), Flavian (Autun), Lant- 
pert (Lyon), Oandid (S. Mau- 
rice), Am an du s (Elnon), Felix, 
Columban, Quintia (Amiens) 
und andern MM. und CCff. 

In einem Kreuz, das in der 
Kapelle des dritten Altars hängt, 
sind Reliquien von Maria, vom 
Kreuz, Moriz, Exuperius, 
Cosmasund Damian, Columba 
und Leo PP. ; in einer goldenen 
Fibula ist Heiltum von dem 
Herrn, von Maria, Vigilius 
M. und andern Heiligen. 

Druck cMon.Germ.Hist. LibriConfrat. 
p. 395 — 396. Dieses älteste Eeliquienverzeiclinis der Schweiz, das alle 
inneren und äusseren Anzeichen sehr hohen Alters an sich trägt, fühi-t 
zweifellos die bei der ersten Kirchenweihung zu Pfävers einge- 
schlossenen Partikeln, nebst solchen, die im IX. Jh. hinzukamen, auf. 

876—888. Kaiser Karl HL der Dicke stiftet eine goldene, 47 
mit Edelsteinen geschmückte Reliquiencapsa nach S. 
Gallen. Die Inschrift lautete: En crucis atque pise 
cum sanctis capsa Marise, hanc Carolüs summam delegit 
habere capellam. 

Copie: Ekkeharti, Casus S. Galli. Druck: E. Egh, Die christl. In- 
schriften der Schweiz .... p. 55. 

885. Der Diakon Deusdona bringt Reliquien des h. Ale- 48 
xander PP. M. nach Kempraten. 

Druck: Mabillon, Ann. Bened. P. 2. Notiz: v. Arx, Gesch. v. S. Gallen 
m. p. 15; A. c. Linth-Blätter 1897 nr. 52 p. 414. 

890 Sep. 2. In der Cathedrale von Lausanne sind die Reli- 49 
quien (corpora) der hh. Justus, Lantpertus und 
anderer Heihger eingeschlossen („sancti justi vel lantperti 
vel ceterorum sanctorum qui ibidem sunt reconditi"). 



Miniatur des X Jli, 



COLUMBA 

in S. Gallen. 






898—900 



9 



Orig. ; Cartular v. Lausanne. Perg. Ms, des XIII- Bibl. Bern. 
Druck : M6m. et Doc. Bd. 6 p. 283; „Corpora" ist ein; Ausdruck, der 
in der Eegel ganze Leiber, häufig aber auch nur Reliquien bezeichnet. 
Justus ist der am 2. Sep. in Lausanne, Genf, Besannen, Lyon u. s. w. 
gefeierte Bischof von Lyon (350, f 390) ; Lantpert ebenfalls ein Bischof 
dieser Erzdicezese (f 688) und nicht der berühmtere Patron von 
Lüttich. Weitere Eeliquien von ihm kommen zu Pfävers im IX. und 
zu Einsiedeln im XI. Jh.. vor; Lambert v. Granson, Bischof von Lau- 
sanne (c. 1089 — 1091) mag mit seinem Namen an den Lyoner Bischof 
erinnern, dessen Heiltum zu Lausanne ruhte. 




S. MAGNUS 
Miniatar zu S. Gallen. 



898. Bischof Salomo IIL (891 — 920) bringt einen Magnusarm 50 

nach St. Gallen; er stammte aus Füssen und war ein 

G-eschenk des Bischofs Adalbero von Augsburg (887 — 909). 

Druck: Mon. Germ. Hist. H. p. 79. Jfotiz: Sacrar. E. p. 296—301, 
wo fälschUch das Datum 834 angegeben ist. Beg.: Heg. Ep. Const. 
Lp. 29. 

nach 900. Im vierten Altar von Pfävers ruhen folgende 51 
Reliquien: a) von Maria, dem Herrn, den zwölf 
Aposteln, von S. Stephan, Petrus Ap., Eusebius 
Vercell. (Vercelli), Johannes B., Paulus Ap., dem h. 
Kreuz, Gallus, Machabaßus, drei h. Knaben, Mar- 



10 904—918 

GUS Ev. (Reichenau), vom h. Grab, den Innocentes^ 
Eufemia (Constantinopel) , Brigida (Irland), Oassian 
(Autun), Albin (Angers), Maurilio (Angers), Lantpert 
(Lyon), Samson (Dol), Gregor pp. (Rom), Martin 
(Tours), Jerman (Auxerre oder Paris), Jervasius und 
Protasius (Mailand), Aldegunde (Maubeuge), Mango- 
blede, Ciricius (Rom); b) von Maria, Benedict, Bar- 
tholoraseus und Euortius (Orleans); c) von Leudegar 
(Autun), Valentin (Trient, Passau), Jeldas (Vannes), 
Jeno (= Zeno, Verona?), Matthseus Ap,, Thecla 
(Seleucia), Aldegunde, Araandus (Elnon), Lautpert 
(Lyon), Agatha (Catania), Johannes Ev., Cosmas und 
Damian (Syrien-Rom), Michael, Stephan, Columba 
(Irland), Gregor pp. (Rom), Philippus (Rom), Jakob, 
Lorenz (Rom), Bartholomseus, Matthseus, Euseb 
(Vercelli), Ciricius (Rom), Benedict, Jerman, Quin- 
tin (Amiens), Matheus, Zeno (Verona), Georg, Vitus 
(Rom), Ijeudegar (Autun) und Lorenz; d) von Maria, 
dem Herrn, Petrus, Andreas, Johannes B., Bartho- 
lomseus, Leo PP., Columban und Lucius (Chur). 

Im fünften Altar sind folgende Reliquien eingeschlossen : 
Von Johannes B., Martin (Tours), Johann und Paul, 
Elari (= Hilarius von Poitiers), Clemens (Rom), Petrus, 
Euseb (Vercelli), Andreas, Michael, Jerman, vom 
h. Grab, Maria, Cyprian (Karthago bezw. Arles-Lyon 
oder Compiegne), von andern Märtyrern und Confessoren, 
ferner von Andreas und Dionys (Paris). 

Druck: Mon. Germ. Eist. Libii Confrat. p. 395 — 396. Dieses 
zweite Verzeichnis von Pfävers enthält im Unterschied zum ersten 
(c. 890) neben den italischen, irischen und fränkischen, noch orien- 
talische und weitere fränkische Reliquien. Ein grosser Teil all dieser 
Heiltümer kam wahrscheinlich vom Ursprungsort zuerst ins Franken- 
reich (Vitus nach S. Denys, Cyprian nach Lyon) und von hier über 
S. Gallen (Innocentes, .Johann imd Paul) nach Pfävers. 

um 904. Bischof Salomo IL von Konstanz, Abt von S. Gallen 52 
(890—920) bringt den Leib des h. Constantius Ep. 
Perusinus M. aus Rom nach S. Gallen in die Stifts- 
kirche. 

Orig. : Chronicon P. Jodoci. Copie : Sacrar. 11. p. 332. 

918. Translation des h. Theodor M. von Rom nach Bi- 
schofszell. 

J<[otiz: Scotti, Helv. prof. e sacra II. p. 26. 



53 



925—94 11 

925 Nov. 7. Ein kleines Kreuz mit h. Blut gelangt nach 54 
dem Tod der letzten Besitzerin Suanihilda von Zur zach 
nach Reichenau. Das Reliquiar soll von Azan dem 
Kaiser Karl, von diesem dem Grafen Hunfrid gegeben 
worden sein. Letzterer deponierte es in Schännis, sein 
Enkel Ulrich erwarb es zurück und hinterliess es seiner 
Tochter Emma; deren Sohn Ulrich überHess es seinem 
Schwiegervater Walthar, der es fiach Zurzach brachte. 
Suanahilda war des letztern Gemahlin. 

Druck: Oheim, Chron. von Eeichenau, Stuttg. 1862 p. 75 — 86; 
M. G. H. SS. IV. p. 445 ff. ; MabUIon, Annal. Benedict. T. m. app. 
p. 699; Calmet, Diar. Helvet. Descr. p. 101— 102. Notiz: Haller Bibl. 
in. p. 482 — 483 ; J. M. Gubser, Gesch. der Landschaft Gaster p. 42 — 43 ; 
Eevue archeologique 3. Serie XXXVI. p. 176 ff. 

930. Der Leib des h. Plorinus Cf. ruht in der Kirche von 55 
Remüs. 

Druck: Th. a'. Mohr, Cod. dipJ. I. p. 63. 

930. Plüchtung der Gallusreliquien von St. Gallen nach 56 
Wasserburg über dem Bodensee. 

Notiz : Good, Gesch. der Eeliquien der hl. Gallus und Othmar . . . 
S. Gallen 1849 p. 15—16. 

937 Sep. Durch König Rudolf IL von Burgund (912—937) 57 
erhält Kaiser Otto I. Reliquien des h. Innocentius und 
schenkt sie der Kathedrale von Magdeburg. 
Druck: AA. SS. Sep. VI. p. 905. 

vor 937 März. 14. Zwei Rippen der hh. Felix und R e- 53 
gula in Zürich werden auf Befehl des Herzogs Her- 
mann I. von Schwaben (926 — 948) durch Hartpert nach 
Einsiedeln gesandt und zwei Zähne von ihm mitge- 
nommen, mit der Bedingung, dass, wenn das Kloster zu 
E. einginge, diese Reliquien wieder nach Zürich in den 
Schrein, aus dem sie genommen worden, zurückgestellt 
werden. 

Druck: M. G. H. Necrol. Germ. T. I. p. 549 ; P. Odile Eingholz im 
Anz. f. Schweiz. Gesch. 1898 p. 13 — 14. 

940. Der h. Ulrich, Bischof von Augsburg (923—973) er- 59 
hält zu Agaunum einen Thebäerleib. 

Druck: Mem. etDoc. Bd. 29 s. 36. Notiz: Bom-ban, L'Archeveque 
S. Viütchaire p. 8 ; Tractatus de SS. Eellqiiüs Eccl. Einsidl. p. 2. 



12 952—973 

um 952 — 973. Königin Bertha von Burgund (f 973) schenkt 60 

nach der Tradition die Häupter der Heiligen Johann 

und Paul nach Payerne. [Die Passungen wurden 1619 

durch Frantz Werro repariert, 1798 aber eingeschmolzen ; 

die Schädel samt zedulse aber sind in Preiburg i./Ue. 

noch erhalten]. 

Notiz: Breviaire de Lausanne 26juin; Fribourg nm Helvet. Nuy- 
thonise und Rsemys Anm. dazu p. 346 u. 347. Es ist möglich, dass 
diese Tradition, weil sie sieh an berühmte Eeliquien, die aus der Hand 
eines Thesaurarius in die des andern gingen, mehr Glauben verdient, 
als die zahllosen andern Sagen von Stiftungen der Königin Bertha. 
lieber die sehr alte Verehrung von SS. Johann und Paul, vgl. Eohault 
de Flemy, Les Saints de la Messe ü. p. 221 — 254. 

um 948 Jul. 8. Zu Gembloux wird durch Wibert ein Monas- ei 
terium in der Ehre der hh. Petrus und Exuperius erbaut 
und Heiltum von S. Exuperius aus S. Maurice dahin 
übertragen. 

Druck: AA. SS. Sep.VI. p. 898f. 

952. Der h. Ulrich, Bischof von Augsburg, schenkt dem 62 
Stift Einsiedeln einen Arm des h. Moriz, in Silber 
und Edelstein gefasst, den er vom Probst von S. Mau- 
rice mit Erlaubnis des Bischofs Manfred von Sitten 
( — 966 — ) erhalten hatte. 
jVotiz : Tractatus p. 3. 

vor 954. Der h. Ulrich, Bischof von Augsburg, erhält in 63 
Rom Reliquien von den hh. Aposteln, besonders von 
S. Paul. Er soll von denselben nach Einsiedeln ge- 
stiftet haben. 

Notiz: Tractatus p. 4. 

966. Kaiser Otto I. und seine Gemahlin bezeugen den Reli- 64 
quien (cineres) der hh. Placidus M. und Sigisbert Ab. 
ihre Verehrung zu Disentis auf dem Weg nach Italien. 
lüfotiz: Synopsis p. 8. Keg.: Die Eegesten des Stifts Disentis n. 25. 

vor 973. Der h. Ulrich, Bischof von Augsburg, schenkt 65 
einen Arm der h. Digna, und Reliquien der hh. Afra, 
Hilaria, Eutropia imd Eunomia nach Einsiedeln, wo 
sie 1190 im Morizschrein aufbewahrt werden. Der Arm 
der h. Digna wird 1173 erwähnt (M. G-. SS. III 148). . 
Notiz : Tractatus p. 4. 



959—989 13 

959—973. Otto I. (König 936, Kaiser 962—973) erhält unter 66 
der Regierung des Bischofs Eberhard von Sitten (c. 959) 
den Leib des h. Thebäers Bxuperius zu S. Maurice. 
Hotiz: Chron. Castri Episc. Majoriae. Chron. Agaunens. Coenob. 
Briguet, Vall. ckrist. p. 135. 

973—975. Reliquien der hh. Felix und Regula MM. wer- 67 
den vom Grossmünster nach dem Fraumünster von 
Zürich übertragen; Partikeln werden auch an andere 
Kirchen des Konstanzer Sprengeis abgegeben. 
Notiz: Mitt. der antiquar. Gesellsch. VHI. Beil. p. 11. 

980. Erzbischof Egbert von Trier (977—993) bringt Reli- 68 
quien von den hh. Felix und Regula aus Zürich nach 
Hause. 

Notiz: Calmet Eist, de Lorraine I. p. 969. G-. v. Wyss, Gesch. 
der Abtei Zürich p. 34. 

987—1039. In Einsiedeln ruhen in fünf Altären Reliquien 69 
aus Rom; im Morizaltar solche von S. Moriz (S. Mau- 
rice), Felix und Regula (Zürich); im Johannesaltar 
aus Rom und von S. Vitalis (S. Maurice) ; im Martins- 
altar Reliquien von S. Martin (Tours), Hilarius (Poitiers) 
Arbogast, Florentius (Strassburgj und Adelfus (Metz- 
Neuweiler) ; im Altar der Krypta von S. Walpurga V. 
(Eichstätt) ; im Silvesteraltar aus Rom; im Benedikts- 
altar von S. Benedict (Mte. Cassino), Columban 
(Bobbio), Gallus, Öthmar (S. Gallen), Magnus (Füssen). 
Im Salvatorsaltar ruhen Andenken an den Erlöser und 
S. Michael (Mte. Gargano), in einer Sphsera ver- 
schiedene Andenken des Herrn, Mariae, des Täufers, der 
Apostel, römischer Märtyrer, ferner von S. Dionys (S. 
Denys), Alban (Mainz), Desiderius (Vienne), Lanpert 
(Lyon), Arabrosius (Mailand), Gallus (S. Gallen), Wal- 
purga u. s. w. In einem kleinen Kreuz ruht Heiltum 
von S. Blasius, Vincentius, Pelagius (Konstanz), 
Chilian (Würzburg), Magnus, Walpurga, Victoria 
(Rom) und Afra (Augsburg). 

Orig. ; Evangeliarium Ms. ssec. X. — XI. Stiftsbibl. Einsiedeln n. 17. 
Druck : P. Odilo Ringholz, Das älteste Verzeichnis der Reliquien und 
Altäre in der Stiftskirche zu Einsiedeln. In Anz. f. Schweiz. Gresch. 1898 
p. 11—12. 

989. Bischof Liutolf von Augsburg (987—996) schliesst in 70 
zwei Altären zu Benediktbeuren u. a. Reliquien ein 



U 992—1012 

« 

von S. Moriz und seinen Gefährten, von S. Grallus, 
Magnus und Othmar. 

Druck: Note Bui-anse M. G. H. Scr. XVn. p. 321. 

992. Im Dom von Halberstadt wird ein Altar dem h. Moriz 71 
und seiner Legion, ein anderer dem h. Gallus 0. 
geweiht (und Heiltum von diesen Patronen einge- 
schlossen). 

Druck : Mon. Germ. Eist. XXIII. p. 85 ff. ; Beissel, Die Verehrung 
der Heiligen . . . während der zweiten Hälfte des Mittelalters. 1892 p.23. 

999. Die Kaiserin Adelheid, Witwe Otto's I. besucht die 72 
Gräber der h. agaunensischen Märtyrer zu S. Maurice, 
des h, Victor zu Genf und die Andenken an Maria 
zu Lausanne. 

Orig. : S. Odilo. Litt. : Lütolf, Glaubensboten p. 161 ff. 

999 — 1000. Auffindung und Wiederbeisetzung der h. Victor- 73 
reliquien zu Genf; das Heiltum lag in silbernem 
Joculus. 

Reg. : Regeste Genevois n. 150. Litt. : Lütolf, Glaubensboten p. 163. 

100!. S. Bernward, Bischof von Hildesheim (993—1022) 74 
kommt über den S. Bernhard und Martigny nach S. 
Maurice, wo er aufs freigebigste von König Rudolf III. 
von Burgund aufgenommen wird. Offenbar erhält er 
u. a. Morizreliquien, denn solche werden seither in 
Hildesheim verehrt. 

, Druck: Mem. et Doc. Bd. 29. p. 53. 

1001 — 1022. Abt Burchard H. schenkt dem Stift S. Gallen 75 
ein Hörn als Reliquien behälter. Die Inschrift lautet: 
Munus Burchardi patris hoc servetur honori auferat hoc 
ullus huic non sit portio Gallus, 

Orig. : Verschollen. Druck ; Heim'. Canisius, Promtuarium Ecclesi- 
astic. Ingolstadii 1608 p. 786. Heim-. Canisius Lectiones antiquse 1725 
T. n. p. m. p. 280 ; Bibl. maxima patrum. Lugd. T. XXVH. p. 524. 

1012 Mai 12. Johannes, Patriarch von Aquileja (984—1019) 76 

weiht in Gegenwart Kaiser Heinrichs II. und von 44 

Bischöfen den Kreuzaltar der Peterskirche zu B amb er g und 

schliesst Reliquien von SS. Sigismund und Moriz ein. 

Druck : Ann. et not. Babenberg. M. G. H. Scr. XVH. p. 635. 

1012 Mai 6. Erzbischof Hartwig von Salzburg (991— 1023) 77 
weiht den Nikolausaltar zu Bamberg und schliesst Re- 
quien ein von SS. Gallus, Othmar und Oolumban. 
- Druck : Ann. et not. Babenb. M. G. H. Scr. XVH. p. 636. 



1012—1026 



15 



1012 Mai 6. Erzbischof Erkenbald von Mainz (1011—1021) 78 
weiht den Marienaltar zu Bamberg und schliesst Re- 
liquen von S. Verena ein. 

Druck : Ann. et not. Babenb. M. G. H. Scr. XTH. p. 636. 

1019 Oct. 11. Der Dom von Basel wird in Gegenwart von 79 
Kaiser Heinrich IL und der Bischöfe von Trier, Strassburg, 
Konstanz, Genf und Lausanne durch Bischof Adalbero neu 
geweiht. Im Hochaltar werden folgende vom Kaiser ge- 
schenkten Reliquien eingeschlossen: vom h. Kreuz, vom 
h. Grab, von den Gewändern Marias, ferner cineres 
aliseve similes reliquise von S. Peter und Paul, An- 
dreas, Johannes B., Thomas, Moriz, Clemens PP., 
Sebastian, Cyriacus, Bonifaz, Meinrad, Cosmas 
und Damian, Sylvester, Willibald, Pelicitas, 
Juliana, Helena, Csecilia, Agatha, Gertrud und 
vielen Andern. 

Orig. : N. Grerung, Chron. episc. Basil. Cod. D. IV. 10. Univ. Bibl. 
Basel. Druck : Script, vet. Basil. minor. 1. 1752. p. 320—322. Sudan 
Basilea sacra Pruntruti 1658. p. 141 — 142. Litt.: P. Od. Eingholz, 
0. S. B. in Schweiz. Arch. f. Volkskde. IV. p. 41 ff. Stückelberg Basel 
als Eeliquienstätte in Kath, Schweizerblätter 1900. 

tiach 1026. Im goldenen Altar zu Pfä- ^^^^s;-,, .■<s^®>^ 80 

vers sind Reliquien eingeschlossen: 
von S. Mathias Ap. (Trier), Eucha- 
rius Aep. (Trier), Ulrich Ep. 
(Augsburg), Plorencius Ep. (Strass- 
burg, seit IX. Jh. Haslach), Leude- 
gar Ep. M. (Autun), Ciriacus M. 
(Rom), Prisca V. (Rom), SS. Vir- 
gines de Colonia (Köln). 

Druck : Mon. Germ. Eist. Libri Confrat. 
p. 395 — 396. In diesem dritten Eodel von 
Pfävers wiegen die deutschen Eeliquien, die 
bisanhin hier fehlten, vor (Trier, Augsburg, 
Haslach, Köln); dieselben sind höchst wahr- 
scheinüch durch Abt Salomo II., der von 
Strassburg war, nach Pfävers gelangt, also 
zwischen 1026 und 1041. Zu beachten ist, 
dass die Kölner Jungfrauen hier noch nach 

altem Usus SS. Yh-gg. de Colonia heissen, während sie schon 922, 937, 
942, überhaupt seit dem X. Jahrhundert vorwiegend als 11000 Jung- 
frauen bezeichnet werden (Lütolf Glaubensboten s. 239. A. 1. Stadler 
Heiligenlex. V. s. v. Ursula). 




S. PETRUS u. S. JOHANNES 

Evang. 

Steinrelief des XII. Jh. in 

Basel. 



16 1026—1034 

nach 1026. Im Michaelsaltar zu Pfävers sind Reliquien ein- 81 
geschlossen vom Gewand Marise, von Johannes Ev., 
Petrus Ap., Hippolyt M. (Rom), Gereon M. (Köln), 
den Confessoren Martin, Benedict, Columban, Gall 
und Flor in (Remüs). 

Im Kreuzaltar ruht Heiltum vom h. Kreuz, S. Moriz, 
Sigismund (S. Maurice), Vitus, Stephan, Columba 
V (s. 0.). 

Druck : Mon. Germ. Eist. Libri Confrat. p. 395 — 306. Hartmann 
von Planaterra, Mönch zu Einsiedeln, dann Abt zu Pfävers, 1026 — 1039 
Bischof zu Chur, brachte R. vom Sigismundhaupt nach Einsiedeln, Par- 
tikeln wahrscheinlich nach Pfävers. Der Eodel ist also jedenfalls 
später als 1026. Da Gereonsreliquien genannt werden, könnte der 
Verdacht aufkommen, derselbe sei erst nach 1121 verfasst, da erst in 
diesem Jahr die Elevation Gereons erfolgt ist. Doch sind Partikeln 
häufig schon vorher im Umlauf 

1026 — 1039. Hartmann L, Bischof von Chur schenkt das 82 
Haupt des h. Sigismund nach Einsiedeln. 
Notiz: Tractatus p. 5; Geschichtsfreund, Bd. 31p. 266. 

1026 — 1039. Hartmann L, Bischof von Chur, früher Konven- 83 
tual zu Einsiedeln und Abt zu Pfävers, bringt aus der 
Gegend von Beauvais (Amiens ? Auxerre ?) Reliquien 
des h. Justus (puer) M. in den Churer Sprengel. Ein 
Teil des Hauptes kam nach Pfävers, ein anderes nach 
Plums, ausserdem ein dritter Teil des Hauptes, der 1113 
entführt und 1143 zurückerstattet wurde, nach Einsiedeln, f 
ebendahin auch „de corpore et dens eins". 

Notiz: Tractatus p. 5; Proprium Sangallense ; Hartmann, Annal. 
Erem. 1612 p. 228. Das süberne Hauptreliquiar von Flums ist z. Z. 
im Museum von St. Gallen. 

vor 1032. König Rudolf IIL (993—1082) von Burgund über- 84 
gibt dem Kaiser Konrad II. sein Reichskleinod, die Lanze 
des h. Moriz. 

Orig. : Hugonis, Flavin. Chi-on. Druck : Pertz, M. G. H. Scr. Vm. 
401; Mem. et Doc. Bd. 29 p. 59. Notiz: Furrer, Gesch. des Wallis 
I. p. 67. 

um 1034. Abt Nortpert (1034—1072) von S. Gallen bringt 85 
Reliquien von S. Reraaclus, Mönch zu Stavelot und 
Bischof von Tongern-Lüttich , aus Belgien nach S. 
Gallen; er lässt dieses Heiligenfest zu S. Gallen feiern. 
»ruck: Mon. Germ. Hist. H. p. 156. Notiz: Saerar. H. p. 334—335. 
Das Heiltum wurde 1528 von den Bilderstürmern verbrannt ; jedenfalls 



1034—1064: 17 

handelt es sich nur um Gebeine, nicht um den ganzen Leib des 
Bischofs. 

1034—1072. Abt Nortpert schenkt der Stiftskirche S. Gallen 86 
ein beinernes Hörn (als Reliquienbehälter). Die Inschrift 
lautet: Nortbertus donum dedit hie tibi Galle decorura 
huic ob mercedem paradisum da fore sedem. 

Orig'.: Zürich; ehem. Smlg. der antiquar. Gesellschaft; kam aus 
Rheinau, das es seit 1817 besass. Druck: Heinr. Canisius, Promtu- 
arium ecclesiästicum. Ingolstadii 1608 p. 786. 

1044 s. unten z. J. 1144. 

1047 Sep. 2. Abt Nortpert von St. Gallen (1034—1072) 87 
kanonisiert mit Bewilligung von Papst Clemens II die h. 
Wiborada. 

Reg.: Eeg. Ep. Const. I. p. 60. Druck: M. G. H. Necrol. Germ. 
T. I. p. 480. 

1037—1048. Abt Berno von Reichenau (1008—1048) erbittet 88 
bei Anlass der Translation des h. Ursus zu Solothurn 
Reliquien von diesem Heiligen von Bischof H. (Heinrich II. 
von Lausanne c. 1037 — c. 1057). 

Druck: Pez, Thesaurus anecdot. Bd. 6 p. 213 — 214. Jfotiz: Me- 
morial de Fribourg Bd. 5 p. 348 — 349. Litt.: Lütolf, Glaubensboten 
p. 166. 

1047 — 1088. Die Kirche von Anjou erhält durch ihren Bi- 8^ 
schof Eusebius eine Hauptreliquie von dem Thebäer S. 
Innocentius M. aus S. Maurice. 
Druck: AA.SS. Sep.YI. p. 905. 

um 1048. Abt Ulrich I. von Disentis lässt die Leiber der 90 
hh. Placidus M. und Sigisbert Ab., die sich in kost- 
baren Sarkophagen befanden, ins Grab legen. 
Reg. : Die Regesten des Stifts Disentis n. 32. 

1050 Jul. 2. Papst Leo IX. (1048—1055) weiht die Kloster- 91 
kirche von SS. Simon und Juda in Gosslar; im Reli- 
quienverzeichnis figuriert Heiltum von S Oolumban, 
Othmar und dem Feldzeichen (vexillum) des h. Moriz. 
Druck: M. G.H. Deutsche Chron. H. p. 601, 602, 607, 608. 

1053. Abt Richard von Rh ein au reist ins hl. Land und 92 
bringt von hier Denkzeichen mit nach Hause, 
Notiz : V. d. Meer p. 57. 

1064 Jul. 11. Bischof Otto von Regensburg (1060—1089) 93 
weiht die S. Emmerammskirche zu Regensburg und 



18 



1064 



schliesst u. a. Reliquien solche von SS. Gallus und 
Othmar ein. 

Druck : Notse S. Emmerammi M. G. H. Scr. XVH. p. 573. 




Liie LlNTr. AMIKA CHRISTI im Heilisjen Grabe. 
Miiu.tur des X. Jh. in S. «allen. 



—S^'sr 



1064 Nov. 3. Rumolf (Rumhold), Bischof von Konstanz 
(1001 — 1069) weiht die Kirche Allerheiligen zu Schaff- 
hausen und schhesst in den Hochaltar Reliquien ein: 
von dem h. Kreuz, von den Kleidern, die Christus 
bei der Kreuzigung trug, vom h. Grab, vom Ort der 
Himmelfahrt, vom Manna,vora Gewand Marine, von den 
hh. Peter und Paul, Andreas, Jakob, S. d. Zebedseus, 
Jakob, Br. des Herrn, Bartholomseus, Philipp, Tho- 
mas, Marcus Ev., vom Gewand des Täufers, Reliquien 
der Innocentes, Stephan Protom., Vincenz, Romani- 
cus M., Theodor xM., Vitalis M, Zeno M., Chryso- 
gonus M., Blasius Ep. M., Bonifaz Ep. M, Eustach 
M., Amatus M., Justus und Justin MM., Virian M., 
OrfterusM., ExsuperanciusM., Faustinus M., Cres- 



94: 



1064—1078 19 

centinus M., Priscinianus M. und der hh. Oonfessoren 
Silvester PP., Aiirelius Ep., Benedikt Ab., Martin 
Ep., Gallus und Ulrich Ep. 

Druck: Quellen z. Schweiz. G-esch. IH. p. 141. 

1064 Nov. 3. Rumolf von Konstanz weiht in Allerheiligen 95 
zu Schaff hausen drei Altäre; er legt in den rechten Altar 
Reliquien vom Täufer, von Zacharias Proph. und 
Symeon. In den linken Altar: von den Kleidern 
Marise, der Walpurga V., M. Magdalena, der Inno- 
centes und der Basilla V., vom Leib der h. Paula V., 
den 11000 Jungfrauen, Agnes V., Agatha V. M., 
Entropia M. , Grlodesinde M. , von der Rippe der h. 
Scholastica V., von S. Yerena V., Odilia V., vom 
Leib der h. Lucilla V. M., vom Gebein der h. Lucia 
Y., Juliana V., Afra M., Barbara M., Felicitas V., 
Gertrud V. In den Kreuzaltar legt er: vom' h. Kreuz, 
von Stephan Protom., den Innocentes, Pankraz M., 
den Sandalen des h. Sixtus Ep. , Leodegar Ep. M., 
Trophimus Ep. M. , Policarp, von den Leibern von 
Lazarus und Martha, den Leibern von Cyriacus M., 
Zöilus M., Andreas Ap., Secundinus M., Cornelius 
PPM., Stephan PPM., Bonifaz M., Leo PP., der 40 
Märtyrer, Abdon und Sennen MM., Moriz M., Exu- 
perius M., Merammus Ep. M., Blasius M., Ursus M., 
Lampert M. und Portunatus M. 

Druck : Quellen z. Schweiz. G-eseh. HI. p. 142 — 143. 

1069. Erzbischof Hanno II. von Köln (1056—1075) lässt sich 96 
zu S. Maurice nachts Reliquien des h. Innocentius 
und das Haupt des h. Vitalis ausliefern; er begleitet 
unter grossem Zulauf dieselben (IV. id. Mail) in das 
Kloster Siegburg ein (1070'. 

Orig:. : Vita Annonis, archiep. Col. Druck : AA. SS. Sep. VI. 
p. 905—906. Mem. et Doc. Bd. 2n p. 69—70. 

1066—1078. Udo von Neuenbürg, Erzbischof von Trier 97 
(1066—1078), Sohn des Stifters von Allerheiligen in 
Schaffhausen, weiht den Michaelsaltar dieses Gottes- 
hauses und schliesst Reliquien ein von Thaddseus Ap., 
vom Stab des h. Peter (in Trier), von Constantius 
M., von Laurentius M. und Nonnosus Cf. 

Druck : Archiv f. sehweiz. Greseh. TQ. p. 250 ; Quellen z. Schweiz. 
Gesch. m. p. 142. 



20 1080—1097 

1080. Abt Ulrich III. von S. Gallen bringt den Leib der 98 
h. Fides M. aus Agen nach S. Gallen. 

Druck : Contin. Casuum S. Galli c. 25 in Mitt. z. Vaterl. Gesch. 
N. F. 7. S.Gallen 1879 p. 63. Hotiz: Sacrar U. p. 336— 338, wo als 
Datum 1084 angegeben ist ; Jahrbuch für Schweiz. Gesch. 1897 p. 269. 
S. Fides, f 303 wird auch in Notkers Martyrolog zu 2 Non. Oct. ge- 
nannt ; ein Teil ihrer Eeliquien war 886 oder .887 nach Conques trans- 
ferü't worden. Ueber den nach S. Gallen gebrachten Eesten erhob sich 
dicht vor der Stadt eine Kirche. 

1085. Abt Ulrich III. von S. GaUen schafft die Reliquien 99= 
der h. Fides [wegen Kriegsgefahr] aus S. Fiden ins 
Galluskloster. 

Druck : Contin. cas. S. Galli c. 29 ; als eine Flüchtung der Ee- 
liquien, wie solche oft vorkommen, fasse ich die Stelle auf, und nicht, 
als eine Wiederholung der Notiz in c. 25. 

1091. Im Reliquienverzeichnis von Hirschau erscheinen lOO 
Heiligtümer von folgenden schweizerischen Heiligen : 

S. Sigismund, Gallus, Othmar, Columban, Moriz, 
Victor, Wiborad und Ursus. 

Druck: Mon. Germ. Hist. XIV. p. 261 ff. Bibl. des litterar. Yereins 
Stuttg. I. Cod. Hirsaug. p. 25 — 30. Litt. : Beissel, Die Verehrung der 
der Heüigen 1892. p. 26. 

1092. Im Reliquien Verzeichnis von Petershausen erscheinen loi 
Partikeln von SS. Gallus und Magnus. 

Druck : Mone, Quellensammlung p. 141. 

1093 Aug. 1. Abt Siegfried von Allerheiligen (1083—1096) I02r 
zu Schaffhausen schenkt dem Kloster S. Peter im 
Schwarzwald Reliquien von den Ketten S. Peters und 
von andern Heiligen. ■ 

Druck: Quellen Z.Schweiz. Gesch. in.p.162 — 163. Abbildungen der 
Ketten Petri bei Eohault de Fleury Les Saints de la Messe 71. Taf.XXI. 

1093. Im Reliquienverzeichnis von Petershausen erscheinen 103^ 
Heiltümer von S. Moriz, Gallus, Magnus und Verena. 

Druck : Mone, Quellensammlung I. p. 141. 

nach 1097. Gerold von Rinzin, ehem. Abt von Rheinau 104 
(1095—1097), angeblicher Bischof, weiht den Altar der 
Johanneskappelle zu Muri und schliesst Reliquien ein 
von Johannes, Moriz, Pankraz, Johann und Paul, 
Sebastian, Placidus, Sig(is)bert und Eucharius. 

Druck: Quellen z. Schweizergeschichte DI. Acta fund. (Muri) 
p.56— 57. 



XI.— xn. 



21 




Die h. Jungfrau MARIA. 
Miniatur des X. Jli. in S. Gallen. 



XI. — XII. Jh. Die Reliquien der Pfarrkirche S. Groar zu Muri 
sind folgende: von S. Goar, Maria, vom h. Kreuz, 
dem h. Grab, von Speisebrocken des Herrn, von Aris- 
teus, Gaudencius, Clemens, Felicitas und ihren 
Söhnen, Ambrosius, Hippolyt, Abdon und Sennen, 
Simplicius, Faustinus u. A.; von der Dalmatica des 
Herrn, vom Stab Aarons, vom Haupt des Mathseus, 
Adrian, Sebastian, Fabian, Georg, Theodor, von 
der Dalmatica des Cyriacus, den Steinen des h. Ste- 
phan, von S. Urban, Moriz, Urs, Tiburtius, Gregor 
PP., Tiburtius, Valerianus,Digna, Emerentiana,vom 
Abendmahlstisch, vom Brot der Speisung der 5000, von 
den Kleidern S. Stephans, der Miseria, der Stola, Tunika 
und Schuh des h. Desiderius, vom Manna des Herrn, von 



105 



22 XI.— 1100 

den Tafeln Mosis, vom Stein der Himmelfahrt Christi, 
vom Kalvarienberg, dem Grab Marise, der Krippe, 
dem Stein, wo Johannes enthauptet ward, von seinem 
Blut, vom Stein, wo Christus den Backenstreich empfing, 
de petra similitudinis eius, vom Berg Sinai, vom Schwamm 
u. a. bereits aufgezählte Heiltünier. Die Altarreliquien 
sind unbekannt. 

Druck : Quellen z. Schweiz.Gesch. III. p. 55 — 56. 

XI. Jh, Die Kirche von Windberg bei Straubing (Dioez. Re- lOft 
gensburg) erhält unter zahlreichem Heiltum Reliquien 

von S. Gallus. 

Druck: Hist. et Ann. Windberg. M. G. H. Scr. XVH. p.561. 

um 1100. Im ältesten Reliquienverzeichnis von Engelberg lOI 

findet sich Heiltum von S. Andreas Ap., Victor (S. 

Maurice), Bartholomseus Ap., Georg, Marcus Ev., 

Natalia (Paris? Rom?), Clematius Bp. Cf. (Köln), 

Juliana V. M., Lorenz, Maximus Ep., den Innocentes, 

Abundius, den 11000 Jungfrauen (Köln), Pantulus 

Ep. M. (Köln), Balbina V. M. (Köln- Siegburg), Tor- 

peiadech V. M., Bobilia V. M., Bonosus Ep. M. (Trier), 

Zacharius und Abacuc, Proph., Lambert (Lüttich), 

Vincenz M., lunomia V. (Augsburg), Adalbert Ep. 

M. (Gnesen), Marcus Cf., DignaM., Nicolaüs, Gereon 

(Köln), Johann B., Gregor puer M., Meinrad M., Nu- 

mian M., Ciriacus M., Afra M. (Augsburg), Leonida 

V., Gordian und Epimachus, Jakob Ap., Quiriacus 

M., Sebastian M., Martin Ep. (Tours), Anastasia V., 

Blasius Ep. M., Stephan Protom., Basade V. M., De- 

calus Cf. (= Declanus?), Theodor M., Gothard Ep. 

Cf., vom Kreuz Petri, Theodor Ep. Cf., Ursus (Solo- 

thurn), Moriz, Philipp, Jakob, Agnes, Justus Ep. M., 

Nicoderaus, Gamaliel und Abibon, blutgedränkto 

Erde von S. Maurice, Silvester PP., Irenäus Ep. M. 

(Lyon), M. Magdalena, Pancraz, Clemens, Lucia^ 

Csecilia, Blandina V. (Lyon), Photinus Ep. M. (Lyon) 

und Agendus ab. (= Augendus oder Eugendus in S. 

Claude). 

Orig-. : Perg. Stiftsarch. Engelberg; nach P. Ign. Hess aus dem XI. 
bis Xn. Jh. Druck ; oben in diesem Buch. Clematius, der die heihgen 
Jungfrauen zu Köln bestatten half, war nicht Bischof, der Titel Ep. 
ist daher Ii-rtum. 



1100—1110 23 

1 100 XI. kl. Dez. Der Bischof von Konstanz weiht die Kirche 108 
von Kriens in der Ehre Christi und SS. Gallus und 
Othmar CCff. Im Altar werden Reliquien von diesen 
Heiligen eingeschlossen, ferner von SS. Reinfrid [Regin- 
fridus M. zu Delle], Carpophorus M. und Portunata V. M. 
Orig. : Jahrzeitbuch von Kriens, Auszug von Cysat ; mitg. von 
Herrn Staatsarchivar Dr. Th. v. Liebenau. 

1107. Abt Tietmar von Helmward bittet vergeblich um den iü9 
Leib des h. Leguntius Archiep. Trev. in Trier [das 
Heiltum gelangt nach Schaffhausen]. 

Notiz : Hontheim, Prodromus bist. Trevirensis p. 361 — 862. 

1107— 1124 Okt. 27. Die Leiber des h. Constans, Senator, iio 
M., des h. Leguntius Archiep. Trev. Cf. und des h. 
Alexander M., enthoben aus der Paulinuskrypta zu 
Trier und geschenkt durch den Erzbischof Bruno von 
Laufen (1102 — 1124!), Verwandten des Grafen von 
Neuenbürg, werden von Abt Adelbert feierlich in der 
Allerheiligenkirche zu Schaffhausen beigesetzt. 
Oiig". ; Cod. 10 der Schaff h. Ministeralbibl. Druck: Quellen z. 
Schweiz. Gesch. HI. p. 146 — 157 ; Beiträge z. vaterländ. Grssch. 2 ; 
Schaffh. 1866 p. 43—56. Reg-. : Reg. ep. Const. I. p. 92 (voll Con- 
fusionen !). Ueber die Paulinuskrypta s. Bonner Jahrb. Bd. 78. Das 
Datum ergibt sich aus der Einleitung der Eegierungszeit des Erz- 
bischofs Bruno, wie des Gesuchs von Abt Tietmar. Legontius starb als 
Bischof von Metz 446 und scheint in Trier begraben worden zu sein. 

1108, Der Leib des h. Lucius Cf. zu Chur wird wieder- iii 
gefunden; über die Beisetzung s. z. J. 1110. 

Druck : W. v. luvalt, Necrologium Curiense 1867 p. 31. 

1109 Jul. 25. Bischof Otto von Bamberg (1102—1139) il2 
weiht die Jakobskirche zu Bamberg und schliesst u. a. 
Reliquien solche von S. Regula (M.) und S. Plorinus 
(G.) ein. 

Druck: Ann. S. JacobiBabenb. M. G. H. Scr. XVH. p. 637. 

II 10. Papst Paschalis II. (1099—1118) schreibt dem Bischof 113 
Wido von Chur (1095 — 1122) es scheine ihm ange- 
messener, wenn der Leib (des h. Lucius) in der Mutter- 
kirche [d. i. S. Luzi und nicht die Kathedrale] aufbe- 
wahrt werde, 

Copie : Eom, Cod. vatic. Ottobon. 3008 s. Xu; Abschrift davon 
Cod. vatic. 7932. Druck: Neues Archiv der Gesellschaft für ältere 
deutsche Geschichtskunde in. p. 1 70. Die Eeliquien verbUeben in 
S. Luzi, wie die Inschrift von 1252 zeigt (s. dort). 



•24: 1112—1125 

1112 Nov. 3. Bischof Otto von Bamberg (1102— 1139) weiht 114 
den Auferstehungsaltar von S. Jakob zu Bamberg und 
schliesst Morizreliquien ein. 

Druck: Notae S. Jacobi Babenb. M. G.H. Scr. XVn. p. 638. 

illl3. Die Mönche von Alpirsbach entführen das Haupt 115 
des Justus M. aus Ein siedeln. 

Jfotiz : Tractatus p. 6 ; Hartmann, Annales Heremi p. 202. Die 
Keliquie war zwischen 1026 und 1039 aus Frankreich, nach Einsiedebi 
gebracht worden ; über die Eückerstattung aus Alpii'sbach s. z. J. 1143. 

1119 Mai 12. Bischof Hartwig II. von Regensburg weiht zu 116 
Prüfening den Benediktsaltar und die Alexiuskap eile 
und schliesst hier Reliquien ein von S. Gallus und 
Columban, dort von S. Columban. 

Druck: Not^ Pruveningens. M. G. H. Scr. XVH. p. 610. 

1 122 Jun. 15. Bischof Otto von Bamberg (1102—1139) weiht 117 
die Friedhofskapelle zu S. Jakob in Bamberg und 
schliesst Morizreliquien ein. 

Druck: Notae S. Jacobi Babenb. M. G-. H. Scr. XVH. p. 638. 

1 123 Aug. 23. Bischof Otto von Bamberg (1102—1139) weiht 118 
die Krankenkapelle zu Prüfening und schliesst u; a. 
Reliquien solche von SS. Moriz und Sigismund MM. ein. 

Druck : Notse Pruvening. M. G. H. Scr. XVH. p. 610. 

1123? Bischof Richard von Novara (c. 1084— c. 1092) ele- 119 
viert und kanonisiert den h. Bernhard v. Menthon; 
Reliquien gelangen zur Verteilung. 

Notiz: Burgener, der h. Bernhard v. M. Luzern 1870 p. 118; das 
angegebene Datum harmoniert nicht mit der Eegierungszeit des Bi- 
schofs. Die päpstliche Kanonisation erfolgte erst 1681. Aug. 9. 

1125 Jul. 22. Bischof Otto von Bamberg (1102— 1139) weiht 120 
die Kirche von Hempur und schliesst Morizreli- 
quien ein. 

Druck; Nota? Pruvening. M. G. H. Scr. XVH. p. 610. 

H25 Nov. 30. Bischof Otto von Bamberg (1102—1139) weiht 121 
die Andreaskirche von Prüfening und schliesst Reliquien 
ein von SS. Moriz, Candidus und Exuperius MM. 
Druck : Nota? Pruvening. M. G-. H. Scr. XYH. p. 61 1. 

1 125 Dez. 28. Die Nonne Hedwig bringt einen Stein vom Grab 122 
Christi und ein Kreuz aus Holz vom h. Kreuz, Oe- 



1127—1129 25 

schenke des syrischen Bischofs Samuel, von Jerusalem 
nach Allerheiligen in Schaffhausen. 

Orig.: Cod. 10 der Schaff h. Ministerialbibl. Druck: Quellen z. 
Schweiz. Gesch. m. p. 146 ff. Beiti". zur vaterländ. Gesch. 2. Schaffh. 
1866 p.43— 49. 

1122 — 1150. Im Reliquienverzeichnis von S. Zeno bei 123 
Marienberg (Tirol) erscheinen Heiligtümer von S. Sigis- 
mund und S. Gallus. Weihender Bischof ist Conrad 
von Chur (1122—1150). 

Druck : P. Goswin, Chron. des Stiftes Marienberg p. 100. 

1127—1140. Bischof Ulrich von Konstanz (1127 — 1140) 124 
weiht den Altar der Johanneskapelle zu Muri neu und 
schliesst den Staub der bisherigen Reliquien sowie solche 
von Marcus Ev., Nicolaus Ep., Maria, vom h. Grab, 
vom h. Kreuz, S.Peter, Paul, Jakob, Stephan Prdt., 
Alexander, Marcellus, Albinus, Constans und 
Alexander (Schaffhausen), Vincenz, Moriz, Gereon, 
Felix (Zürich), Pankraz, Christoph, Sebastian, Va- 
lentin, Hippolyt, Pelagius, Gangolf, Genesius, Aper, 
Cosmas und Damian, Gregor pp., Martin, Nikolaus, 
Briccius, Zeno, Victorin, Severin, Legonciüs (Schaff- 
hausen), Benedikt, Gallus, Leonhard, Juliana, Re- 
gula (Zürich), Portunata, Gerdrud, Afra und den 
11000 Jungfrauen ein. In der Capsa über dem Altar 
sind Reliquien von S. Martin, Blasius, Vincenz, Victor, 
Urs, Moriz, Georg, Dionys, Gregor pp., Innocenz 
und Thecla V. (im Text Teda). 

Druck: Quellen z. Schweiz. Geschichte III. p. 57. 

3 129. Im Reliquienverzeichnis von Petershausen erscheinen 125 
Partikeln von den hh. Moriz, Sigismund, Valens, Can- 
didus und Innocentius (alle aus S. Maurice) und 
Regula. 

Druck : Mone, Quellen samlung I. p. 158. Die Felix- und Begula- 
reliquien sind hier Avie in Schaffhausen und Engelberg getrennt, vgl. 
z.J. 1134: 

1 129. Im Reliquienverzeichnis von Petershausen erscheinen 126 
Reliquien von den hh. Moriz, Exuperius, Candidus, 
Victor, Innocentius und Vitalis (sämtlich aus 
S. Maurice). Weihender Bischof ist Ulrich IL von 
Konstanz. 

Druck : Mone, Quellensammlung p. 158 — 159. 



26 1130—1143 

1130 — 1139. Ein Kreuz mit Kreuzesholz, Steinen von der 127 
Krippe, vom Kalvarienberg und dem Ort der 
Himmelfahrt aus dem Besitz des in .Nazaret verstor- 
benen Abtes Gerhard von Schaffhausen gelangt nach 
Zwiefalten. 

Druck: Mon. Grerm. Script. X. p. 108; Quellen z. Schweiz. Gesch. 
in. p. 167. 

1134. Im Reliquienverzeichnis von Petershausen erscheint 128 
Heiltum von den hh. Victor, Urs, Exuperius, Felix, 
Gallus und Verena. Der weihende Bischof ist Ulrich IL 
von Konstanz. 

Druck : Mone, Quellensammliuig I. p. 158. Die Felix- und Eegula- 
reliquien sind auch hier getrennt : vgl. z. J. 1 129. 

1135 Nov. 16. Unter den Reliquien von Grmunden werden 129 
solche von SS. Moriz und Grallus aufgeführt. 
Druck: Notae Pruvening.^ M. G. H. Scr. XVn. p. 61i: 

1142 Mai 23. Bischof Hiko (Heinrich II.) von Olraütz (1126 130 
bis 1150) weiht den Hochaltar zu Windberg (Dioez. 
Regensburg) und, schliesst u. a. Reliquen solche von S. 
Moriz ein. 

Druck: Hist. et Ann. Windberg. M. G. H. Scr. XVn. p. 563. 

nach 1142. Im Kreuzaltar zu Windberg werden u. a. Re- 131 
liquien eingeschlossen von S. Verena; im Aegidiusaltar 
solche von S. Ursus M. und Florinus 0.; im Nikolaus- 
altar solche von S. Plorin C; im Morizaltar solche von 
S. Moriz, den Thebäern, Pantalus Ep. 

Druck: Hist. et Ann. Windberg. M. G. H. Scr. XVII. p. 564. 

1 142 — 1 180. Herzog Heinrich der Löwe von Braunschweig 132 
lässt ein Armreliquar für ein „brachium S. Innocentii 
M. Ducis Thebseorum" aus vergoldetem Silber erstellen. 
Die Inschrift lautet : „Dux Henricus me fieri jussit ad 
honorem dei". 

Druck: Lipsanographia ... ss. Reliquiarum . . . Brunsvico-Lüne- 
burg. 1697 p. 5. Der Leib des h. I. lag seit 937 im benachbarten 
Magdeburg. 

1 1 43. Die entwendeten und nach Alpirsbach gebrachten 13S 
Justusreliquien werden dem Kloster Einsiedeln zurück- 
erstattet, auf Befehl von Cardinal Theodewin, Legat in 
Deutschland (Bischof von Porto und Selva Candida (1138 



1143—1144 27 

bis 1159) und Herrmann I., Bischof von Konstanz (1139 

bis 1166). 

Druck : Hartmann, Annales Heremi p. 202. Notiz: Tractatus p. 6 
8. z. J. 1113. 

1143. Unter Abt Theodorich gelangen Reliquien von den 134 
Thebäern SS. Candidusund Victor MM. nach Wassov 
(bei Dinant) a. d. Mosel (Walciodorura). 
Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 903. 

1143. Im Reliquienverzeichnis von Murbach erscheinen 135 

Partikeln von S. Moriz, Meinrad, Columban, Gallus 

und Himerius. Der weihende Bischof ist Adalbero von 

Basel. 

Druck : Anz. z. Schweiz. Gesch. IV. p. 174 — 176. 

1144 — 1159. Bischof Amadeus von Lausanne (c 1144— 1159) 136 

erhält von seiner Schwester einen wollenen Handschuh, 

der bei den Reliquien Marise zu Lausanne beigesetzt 

wird. 

Orig. : Cartul. de Lausanne. Ifotiz: Mein, de Fribourg Bd. 5 
Y). 418; Chh'othecse komnaen ab und zu als Reliquien vor, so z. B. zu 
Moutier-Grranval und in Dietkirchen (Heiligtumsverzeichnis von 1499 
n. 12). Vermutlich sind sie oft, wie die brandea nur diu"ch Berührung 
zu Reliquien geworden. 

1144. Anno dornini 1144 gab Frow Uodilhilt Ein geborne 137 
Gräffin von Kyburg, die Graff Wernhers vonn Kyburg 
vnnd Gräffin Rychentzi vonn Lentzburg vnnd Baden 
Eeliche Tochter vnnd Graff Hartmanns von Kyburg 
Schwester was, an das Gotzhus Schennis eine Hub vnd 
anders mehr zu Wettingen im Dorff vnnd ettlich Gült 

zu Rütj. Ouch hatt dieselb Gröffin das Heyltliumb S. 
Laurentzers des Märtyrers Inn Gold vnd Edelgesteyn 
kostbarlich fassen lassen vnnd inn das Gotzhus Schennis 
gäben. Darinn sy vergraben ligt vor vnnser lieben 
Pro wen Altar. 

Orig-, : Sog. Schenniser Chronik. Collectan. Tschudi. Ms. 1718. 
Stiftsbibl. S G-allen; mitg. von Hw. H. Pfr. Frsefel. Die genealogischen 
Angaben stimmen nicht mit der Stammtafel der Kiburger (geneal. 
Handbuch Taf. H). Eichenza war mit Hartmann HI. li.'iö — LI 80 ver- 
mählt; Wernherl. kommt erst 12 13 — 1228 vor. G-ubser (Mtt. z. vaterl. 
G-esch. S. Gallen Bd. 27 p. 376 — 377) sieht in IJodilhild eine Lenzburgerin. 
Das richtige Datum ist vielleicht 1044. Die Reliquie lag lange 
zu Schennis, vgl. den Brandbericht 1610 April 29.: „Item in der 
Pfarrkirchen alle Gloggen zerschmultzen, das Zeit, die Kelch, deren 3 



28 



1149—1160 



gsein, item die Monstrentz, S. Sebastianss Haupt (d. h. ein silbernes 
Haupt, welches eine Eeliquie des Hl. in sich schloss), S. Laurenten 
Bein und sonst vill Heyltumb". Äbtissin Anna v. Kellheim hatte 
wieder eine hl. Eeliquie des hl. Sebast. erworben und in das von ihi- 
geschenkte silb. Brustbild S. Seb. (1620) geschlossen. Eine Eeliquie 
S. Laurent, kam c. 1750 nach Schennis (silb. Brustbüd). 

1149. Ortlieb von Proburg, Bischof von Basel (1137—1164) 138 
bringt wunderbares Blut aus Beirut nach Basel, trans- 
feriert dasselbe feierlich in seine Kathedrale und verlegt 
die jährliche Feier desselben auf den 19. Juni. 

IVotiz: Breviar. Basil. 19. Juni. Vautrey, Hist. des Eveques de 
Bäle Lp. 165. 

1150 — 1160. Im Reliquienverzeichnis von Salm an ns weil er 139 
erscheinen Heiltüraer von SS. Gallus und Othmar. 
Die weihenden Bischöfe sind Adilgozo von Chur und 
Hermann von Constanz. 

Druck : Mone, Quellensammlung I. p. 177^ — 178. 

1 1 56. Gerlach, Abt von Deutz, findet vor den Mauern von 140 
Köln die Gebeine der 11000 Jungfrauen. [Hunderte 
von diesen Reliquien finden von nun an ihren Weg nach 
der Schweiz, so schon durch den Reliquien sammler Ulrich 
von Tarasp f 1177]. 

!Notiz: Gieseler, Lehrb. der Kirchengesch. H. 2 p. 455; vereinzelte 
lagen schon nach 1026 in Pfävers, luid 1064 in Schaffhausen. 

1158 Apr. 21. Bischof Hartwig H. von Regensburg weiht 141 
die Blasiuskapelle zu Windberg und schhesst u. a. Re- 
liquien solche von S. Moriz ein. 

Druck: Hist. et Ann. Windberg. M. G. H. Scr. XVH. p. 565. 




Pontiflkalstrümpfe des li. GERMANUS Ab. M. zu Delsberg. 

1160 Apr. 13. Granval. Graf Friedrich v. Pfirt macht der 142 
Marien- und Germanuskirche zu Moutier- Granval, wo 



1160—1172 - 29 

der Leib des h. Germanus [Ab.] M. ruht und mit ge- 
.bührender Andacht verehrt wird, eine Vergabung. 

Orig. : Bischöfl. basel'sches Archiv. Druck : Trouillat I. 338 u. 339. 

1160 Juli 13. Im Reliquienverzeichnis von Marienberg 143 
(Tirol) erscheint Heiltum von S. Gallus Cf. Weihender 
Bischof ist Adelgozo von Chur (1150—1160). 
Druck: P. Goswin, Chron. des Stiftes Marienberg p. 95. 

um 1160. Im Reliquienverzeichnis von Schönau (verfasst 144 
zwischen 1139 und 1164) erscheint eine Partikel von 
S. Sigismund R. 

Druck : M. Grerbert, Cod. dipl. bist, silvse nigrse DI. p. 97. 

vor 1 1 63, Hermann der Aeltere von Hirschegg bringt einen i45 
Thebäerarm aus S. Maurice nach Petershausen. 
Druck : Mone, Quellensammlung I. p. 133 u. 172. 

1164. Do bracht man die helgen dri Kung Caspar, Bai- i46 
tiser und Melchior her gen Zürich zu den helgen 
martren grebern (im Grossmünster) und ouch zu Prowen- 
munster in Unser Prowen cappel und was also gross 
heltum dri tag und dri necht Zürich. Do vürt man die 
helgen dri Kung gen Köln. 

Druck : Chronik der Stadt Zürich. Hsg. v. J. Dierauer 1900^ p. 24 ; 
der Text gibt wie aiich Königshofen fälschlich das Datum 1162. 
Justinger bezeichnet die Nikiauskap eile südlich dem Grossmünster 
als Euhestätte der Eeliquien. Eine Sage ; der wahre Weg ging über 
Vercelli, Turin, Mont-Cenis, Vienne, Burgund an den Rhein. 

1166 VII. id, Nov. Bischof Otto von Konstanz (1166— 1174) i4T 
weiht die Kirche des Frauenklosters Mariathal (Meisinthal, 
Masenthai) Gem. Eschach und schliesst im Hauptaltar u. 
a. Reliquien ein von S. Pelix und Regula und Mag- 
nus Cf. 

' Druck : Zeitschr. f. d. Gesch. des Oberrheins Bd. 29 p. 12 — 13. 

1172 I. id. Sep. In den Altar der hh. Augustin und Nicolaus MS 
zu Weissenau werden u. a. Reliquien eingeschlossen 
von S. Sigismund, Gallus und Fides V. M. ; in den 
Altar der hh. Petrus und Johannes Gebeine der h. The- 
bäer (von Agaunura). In den Martinsaltar legte man 
Partikeln von S. Desiderius M. (welchem?), S.Lucius 
Cf., Gallus und Emerita (Chur). 

Druck : Zeitschi-.' f die Gesch. des ObeiTheins Bd. 29 p. 11 — 12. 



28 1149—1160 

gsein, item die Monstrentz, S. Sebastianss Haupt (d. h. ein silbernes 
Haupt, welches eine Reliquie des Hl. in sich schloss), S. Laurenten 
Bein und sonst vill Heyltumb". Äbtissin Anna v. Kellheim hatte 
wieder eine hl. Reliquie des hl. Sebast. erworben und in das von ihr 
geschenkte silb. Brustbild S. Seb. (1620) geschlossen. Eine Reliquie 
S. Laurent, kam c. 1750 nach Schennis (silb. Brustbild). 

1149. Ortlieb von Proburg, Bischof von Basel (1137—1164) 138 
bringt wunderbares Blut aus Beirut nach Basel, trans- 
feriert dasselbe feierlich in seine Kathedrale und verlegt 
die jährliche Feier desselben auf den 19, Juni. 

jVotiz: Breviar. Basil. 19. Juni. Vautrey, Hist. dos Evequea de 
Bale L p. 165. 

1150 — 1160. Im Reliquienverzeichnis von Salm an ns weil er 139 
erscheinen Heiltümer von SS. Gallus und Othmar. 
Die weihenden Bischöfe sind Adilgozo von Chur und 
Hermann von Oonstanz. 

Druck : Mono, Quollensamnilung I. p. 177 — 178. 

1 1 56. Gerlach, Abt von Deutz, findet vor den Mauern von 140 
Köln die Gebeine der 11000 Jungfrauen. [Hunderte 
von diesen Reliquien finden von nun an ihren Weg nach 
der Schweiz, so schon durch den Reliquien sammler Ulrich 
von Tarasp f 1177]. 

Notiz: Gioseler, Lohrb. der Kircluingesch. IL 2]). 455; vereinzelte 
lagen schon nach 1026 in Ptavers, und 1064 in Scliatt'liausen. 

1158 Apr. 21. Bischof Hartwig IL von Regensburg weiht 141 
die Blasiuskapelle zu Windberg und schliesst u. a. Re- 
liquien solche von S. Moriz ein. 

Druck: Hist. et Ann. Windborg. M. Gr. IL Scr. XVIL p. 565. 




Pontifikalstriimpfe des h. GPniMANUS Ab. M. zu Delsberg. 

1160 Apr. 13. Granval. Graf Friedrich v. Pfirt macht der 142 
Marien- und Germanuskirche zu Moutier-Granval, wo 



1160—1172 29 

der Leib des h. Germanus [Ab.] M. ruht und mit ge- 
bührender Andacht verehrt wird, eine Vergabung. 

Orig. : Bischöfl. basel'sches Archiv. Druck : Trouillat I. 338 ii. 339. 

1(60 Juli 13. Im Reliquienverzeichnis von Marienberg 143 
(Tirol) erscheint Heiltum von S. Gallus Cf. Weihender 
Bischof ist Adelgozo von Chur (1150 — 1160). 
Druck : P. Goswin, Cliron. des Stiftes Marienberg p. 95. 

um 1160. Im Reliquienverzeichnis von Schönau (verfasst 144 
zwischen 1139 und 1164) erscheint eine Partikel von 
S. Sigismund R. 

Druck : M. G-erbert, Cod. dipl. liist. sWvx nigrjie III. p. 97. 

vor 1 1 63. Hermann der Aeltere von Hirschegg bringt einen 145 
Thebäerarm aus S. Maurice nach Petershausen. 
Druck : Mone, Quelleiisammlung I. p. 133 u. 172. 

1164, Do bracht man die helgen dri Kung Caspar, Bai- 146 
tiser und Melchior her gen Zürich zu den helgen 
martren grebern (im Grossmünster) und ouch zu Frowen- 
munster in Unser Frowen cappel und was also gross 
heltum dri tag und dri necht Zürich. Do vürt man die 
helgen dri Kung gen Köln. 

Druck : Chronik der Stadt Züricli. Hsg. v. J. Dierauer 1900 p. 24; 
der Text gibt wie auch Königshofen fälschlich das Datum 1162. 
Jiistinger bezeichnet die Niklauskapelle südlich dem Grossmünster 
als Ruhestätte der ßeliquien. Eine Sage ; der wahre Weg ging über 
Vercelli, Tm-in, Mont-Cenis, Vieime, Burgund an den Ehein. 

1166 VII. id. Nov. Bischof Otto von Konstanz (1166—1174) i47 
weiht die Kirche des Frauenklosters Mariathal (Meisinthal, 
Masenthai) Gem. Eschach und schliesst im Hauptaltar u. 
a. Reliquien ein von S. Felix und Regula und Mag- 
nus Cf. 

Druck : Zeitschr. f d. Gesch. des Oberrheins Bd. 29 p. 12—13. 

1172 I. id. Sep. In den Altar der hh. Augustin und Nicolaus 148- 
zu Weissenau werden u. a. Reliquien eingeschlossen 
von S. Sigismund, Gallus und Fides V. M. ; in den 
Altar der hh. Petrus und Johannes Gebeine der h. The- 
bäer (von Agaunum). In den Martinsaltar legte man 
Partikeln von S. Desiderius M. (welchem?), S.Lucius 
Cf., Gallus und Emerita (Chur). 

Druck : Zeitschr. f die Gesch. des Oberrheins Bd. 29 p. 11 — 12. 



30 1172—1180 

1172 IL id. Sep. Bischof Otto von Konstanz' (1166—1174) 149 
weiht das Münster von Weissen au bei Ravensburg und 
schliesst im HochaUar u. a. Reliquien ein von S. Moriz, 
Othmar und Verena V.; später, im XII. oder XITI. 
Jahrhundert werden solche beigefügt von S. Victor M. 
und S. G-allus; in den Johannisaltar werden u. a. Reli- 
quien gelegt von S. Meinrad (Megenhardi) und S- 

Fides V. 

Druck : Zeitschr. f. d. G-esch. des Oberrheins Bd. 29 p. 10 und 
Anm. p. 11, p. 100. 

1173 kl. Sep. Bischof Adalbert L von Freising (1158— 1184) 150 
weiht die Kirche von Keferlohe bei München und 
schhesst u. a. Reliquien von S. Verena (Zurzach) ein. 

Druck : Dedicationes Scheftlariens. M. G. H. Scr. XVn. p. 'M6. 

1173— 1177. Ulrich IL von Tarasp f 1177 bringt mit Ver- 151 
mittlung des Abtes Adelbert von Elwangen (1173—1188) 
aus verschiedenen Teilen der Welt zahlreiche Reliquien 
zusammen ; darunter erscheinen solche von den The- 
bäern, S. Vitalis M. (S. Maurice), S. Pantulus basili- 
ensis ep. et M. (Köln). Er stiftet sie nach Marienberg in 
TiroL 

Druck : P. Goswin, Chronik des Stiftes Marienberg p. 93. 

1174 Sep. 24. Bischof Adilbert L von FrMsing (1158-1184) 152 
weiht in Salmannsweiler einen Verenaaltar und schliesst 
Reliquien von der h. Verena V. ein, der die ur- 
sprüngliche Kirche geweiht gewesen war. 

Druck; Mona, Quellensamnalung Lp 178. 

1 1 74 Dez. 27. Unter den Reliquien des Nikolausaltars zu 153 
Prüfening werden solche von S. Othmar genannt. 
Druck: Notse Pruvening. M. G. H. Scr. XVII. p. 612. 

1179. Im Reliquienverzeichnis von Salmannsweiler er- 154 
scheinen Heiltümer von SS. Columban und Grallus. 

Druck: Mone Quellensammlung I. p. 178. 

1 1 79 Jun. 14. Bischof Bero Ord. Cist. und Bischof Berthold 155 
von Konstanz (1174 - 1183) weihen das Münster von 
Salmannsweiler und schliessen Reliquien ein von S.. 
Columban, Gall und Meiiirad. 
Druck: Mona Quelleusammluug Lp. 178. 

1180. Graf Rudolf von Pfullendorf erwirbt im Abrahams- 156 
kloster bei Damaskus Reliquien von Abraham, Isaak 



1180—1187 31 

und Jakob für St. Gallen; hier werden sie im Gallus- 
altar beigesetzt. 

ISoüz : Notse Mst. Sangall. Hottinger, Kirchengesch. I. 2 p. 748. 

nach 1180. In Mariathal werden ausserhalb der Altäre u. a. 157 
Reliquien aufbewahrt von S. Meinrad, Magnus, Moriz, 
Constans und Alexander (SchafFhausen), Gallus, 
Othmar und^und Kaiser Heinrich (Bamberg). 

Druck : Zeitschr. f. d. Gesch. des Oberrheins Bd. 29 p. 14 — 15. 

nach 1 1 85 XIII. kal. Jul. Bischof Hermann IL von Kon- 158 
stanz (1183 — 1189) weiht in seinem dritten Jahr die 
Kapelle beim Kapitelhaus zu Mariathal (Gem. Eschach) 
und schliesst u. a. Reliquien ein von den Thebäern, 
S. Moriz, Urs, Gallus, Magnus, Othmar, Meinrad, 
Kaiser Heinrich und Verena. 

Druck : Zeitschr. f. d. Gresch. des Oberrheins Bd. 29 p. 13—14. 

1185 Okt. 1. Im Reliquienverzeichnis von Salraannsweiler 159 
erscheinen Partikeln von SS. Gallus, Columban, Oth- 
mar, Moriz und Emerita. 

Druck : Mone, Quellensammlung I. p. 178. 

I r87. Die Klosterkirche von Schönthal wird [durch Bischof 160 
Heinrich I. von Basel] geweiht in der Ehre Marise, 
Christi und der Heiligen, deren Reliquien aufgezeichnet 
sind. Im Hochaltar werden eingeschlossen: von den 
Gewändern Marise, von S. Agatha, vom Haupt und 
Arm S. Christin se, von S. Lina V, den 11000 Jung- 
frauen, S. Ursula V., Regula V., Afra M. , Rade- 
gunde V., Glotesinde V., vom Stein der Geburt, S. 
Columba V. und viele Heiltümer, deren Namen nicht 
bekannt ist. 

Druck : Urkundenbuch der Landschaft Basel, hsg. von H. Boos. I. 
p. 10. S. Christina ist wohl S. Crischona, deren Kirche bei Basel 
steht und deren Heütum 1343 und 1504 öfters wieder genannt wird; 
Eegula ist wohl ebenfalls eine der kölnischen Jungfrauen und nicht 
die Zürcher Märtyrerin. 

1187. In Schönthal werden im Altar auf der Seite des 161 
Kreuzgangs Reliquien eingeschlossen von S. Paul Ap., 
von den Gewändern S. Johannis Ev. und von seiner 
Hand, die in seinem Grab gefunden, von S. Philipp 
Ap., Bartholomsßus und allen Aposteln. 

Druck ; Urkundenb. der Landschaft Basel hsg. von Boos I. p. 10 — 11. 



32 1187—1188 

1187. Zu Schönthal werden im zweiten Seitenaltar Reli- 162 
quien eingeschlossen: von S. Johann B., Abraham 
Patr., von der Erde Adams, von S. Gregor PP., Ca- 
listus PP. , Nicolaus Ep. , Martin Ep. , Alexander 
PP., Valerius Ep., vom Stab und Mantel S. Ulrichs, 
von S. Benedikt Ab., Theodor Ep., den Gewändern 
S. Lamperts, S. Apollinaris Ep. M., Bonifaz Ep. M., 
von der Stola S. Gothards, von 8. Dionys Ep. M., S. 
Remachius Ep. und von Lazarus, den der Herr er- 
weckte. 

Druck ; Urkundenb. der Landsch. Basel hsg. von Boos I. p. 11 ; 
den spätem sinnlosen Zusatz: omniumque pontificiim et confessorum, 
der sich höchstens auf die Patronate, aber nicht auf Eeliquien beziehen 
kann, lasse ich weg. Eemachius ist wohl verschrieben aus Eemaclus 
(Stavelot). • 

1187. Zu Schönthal wird der Altar beim Eingang zur 163 
Kirche geweiht; Reliquien werden eingeschlossen vom 
h. Kreuz, von der cunabula des Herrn, vom Fels, wo 
Christus betete und Blut schwitzte, vom Stein, wo Er 
stand, als Er mit S. Johann B. am Jordan stand, vom 
Stein, wo der Herr sass, als Er fastete, vom Fels der 
Kreuzigung, vom h. Grab, Erde vom Jordan, vom 
Grab des Lazarus, von der Rute Aarons, vom Ort der 
Geburt, von einem Palmzweig, der vor Christi Füsse 
gelegt war, von S. Stephan Protom., von den Inno- 
centes, S. Moriz und Gefährten, Fabian und Sebas- 
tian, Secundian, Valerian und Marcellian MM., 
Amandus M., Pelagius M., Ursus M., Gordian und 
Epimachus MM., ProtusM., Christoph M., Lorenz 
M., Vincenz M- und vom Haupt des h. Pankraz M. 

Druck : Urkundenb. der Landsch. Basel, hsg. v. Boos I. p. 11 ; die 
vielen Palsestinareliquien sind vielleicht durch die Ki-euzfahrt des Bischofs 
Ortlieb 1148 nach Basel, und später von hier nach Schönthal gelangt. 

.... Ulrich, der erste Leutpriester von Uster, bringt den 164 
Körper des ehrw. Einhard, der . neben der Kirche von 
Schwerzenbach gelegen hatte, nach Uster in die 
Kirche und begräbt ihn beim Altar. 

Jfotiz : D. Joh. Klarer, Wundergeschichte u. s. w. 1508. Druck : 
Z.U. B. Lp. 227. 

1 1 88 Okt. 28. Hugo, Chorherr zu Konstanz, der Dekan von 165 
Gossau und die Leutpriester von Egg und Uster beur- 



1189—1192 33 

künden, dass sie den Leichnam des ehrwürdigen Dieners 
Gottes Einhard genommen und in der Kirche zu 
Schwerzenbach beigesetzt haben. 

Copie des XVII. Jh. einer Uebersetzung von 1508. Druck; 
Z .U. B. I. p. 225—226. 

1183— 1189 Sept. 1. Mit Erlaubnis Hermanns IL, Bischof lea 
von Konstanz wird nach dem Brand der Kirche von 
Schwerzenbach der Leib des ehrw. Einhard beige- 
gesetzt. Anwesend waren: Propst Rudolf vom Zürich- 
berg, Rudolf von Küssnacht, Leutpriester Albrecht von 
Illau, Werner von Wissnacher, Conrad von Hinwil, 
Heinrich, Vikar zu Maur, Berchtold von Rappers wyl, 
lUo, Kirchenverseher, Ulrich Hadelmehr (?) u. a. Leute. 

Copie! D. Joh. Klarer, Wundergesch 1508 Zürich St. A. 

Druck: Z.U.B. p.227. 

1 1 89 Mai— 1 1 90 März 25. Wilhelm I., Bischof von Sitten 167 
(—1184—1195—) und Wilhelm I. Abt von S. Maurice 
(1178 — ^1198), bezeugen, dass sie dem nach S. Maurice 
gekommenen Propst Reginhard von Embrach auf seine 
Bitten für sein Stift Reliquien der thebäischen Le- 
gion gegeben haben. 

Orig.: Perg., Zlü-ich St. A. Embrach n. 1. Drück: Z. Urkb. I. 
ji. 352. Notiz: Briguet, Vallesia christ. p. 148. 

um 1180^1190. Adelbero und Uta schenken dem Stift Ein- i68 
siedeln ein vier Puss hohes silbernes Reliquienkreuz 
mit lapger Inschrift, die sämtliche darin enthaltene Par- 
tikeln aufzählt, darunter von S. Sigismund, Moriz, 
Innocenz, Felix, Regula, Plorin, Othmar, Verena 

und Gallus. 

Druck : Calmet, Diarii Helvet. Descr. 1756 p. 42—43. 

1192 — 1210. Der ehem, Abt Wernher IL, Gustos von Bin- 169 
siedeln (1172-1192 f 1210) füllt das grosse silberne 
Kreuz mit Reliquien und schmückt die Arme der hh. 
Moriz und Digna, Geschenke des h. Ulrich, mit Gold, 
Silber und Edelsteinen ; ferner lässt er Reliquienschreine 
der hh. Meinrad und Moriz machen. Das folgende 
Verzeichnis umfasst die Reliquien der beiden Schreine 
und führt u. a. Heiltum auf von Felix und Regula, 
Gallus, Othmar, Columban, Fides und Verena. 

Druck : Annales Heremi p. 228 — 229. Notiz : Tractatus p. 7 ; 
P. Odilo Eingholz, Wernher II. Abt und Dekan von Einsiedeln in : 



34 



1199— XIl. Jh. 



Studien u. Mitt. des Benediktiner- und Cistercienser-Ordens 1885. I. 
In Geschichtsfr. 31 p. 266 wii-d das Jahr 1173 als Datum angegeben. 

I (99. Albrecht, Graf von Habsburg, Landgraf im Elsass, 170 
schenkt dem Kloster Muri sein elfenbeinernes Hörn zur 
Aufbewahrung von Reliquien („sacris reliquiis cornu istud 
ditavit". Inschrift am Hörn.) 

Orig. : Wien, dahin geschenkt durch Abt Dom. Tschudi 1702. 
Copie ; Aarau, Museum ; Abguss Zürich. Druck : Murus et Autemui-ale 
p. 38 ; Stückelberg Eeliquien ... p. 25. 




SS. FELIX und REGULA MM. 
Kapitellskulptur des XII. Jh. im Grossmünstei- Zürich. 



XII. Jh. Im Reliquienschatz der Abtei Baum e-les-Messieurs 171 
(Jura) liegen u. a. Heiligtümer von S. Urs (M., von Solo- 
thurn), S. Candidus (M., von S. Maurice?), vom Gewand 
des h. Moriz, S. Felix und (Regula von Zürich). 

Orig. : ScheduUe in Baume-les-Messieurs, oifenbar ebendaselbst 
geschrieben. Druck ; Bnine, L'Abbe P., Les Eeliques de l'Abbaye de 
Baume-les-Messieurs et leurs anciens autlientiques. Bull, archeol. du 
Comite des Travaux bist, et scientif. 1899 p. 118— 119. 

XII. Jh. Im zweiten Rehquienverzeichnis von Engelberg 172 
findet sich Heiltum vom Tisch, an dem der Herr Fisch 
und Honigkuchen ass, von S. Cyprian und Cornelius, 
Arbo gas t(Strassburg), Desiderius und Rein frid (Delle), 
Justina V., Margareta V.M., M. Magdalena, Ana- 
stasia V.M., Agatha V^. M., Marcus Ev., Quirin M. 



XII. Jh. 35 

(Rom), Praxedis V., Clemens PP. (Rom), Verena V. 
(Zurzach), Regula V. M., Adelheid V. (Villich bei Bonn), 
Alexander und Theodor M., Ursus und Gefährten 
(Solothurn), vom Kalvarienberg, S. Jakob Ap., Tibur- 
tius M., Moriz, Sebastian, den 1 1 000 Jungfrauen (Köln), 
Moriz und Gefährten, Gall C. , Oyriacus M. (Rom), 
Martin Ep. C. (Tours), Gregor PP. (Rom), Desiderius, 
Johann B., Georg, von den Gewändern Marise, Lorenz 
M., Benedict Ab., Pantaleon M. (Köln), vom h. Kreuz, 
vom h. Grab, vom Stab Aarons und Mosis, von Ma- 
thseus Ap., Johann Ev., Erasmus M., Luxorius 
M. (Cagliari), Helena Reg., Fabian PP. M. , Blasius 
Ep. M., Stephan PP. M., Afra M., Pancraz M., Bar- 
tholomaeus Ap., Genesius M., vom Gel des h. De- 
metrius M., Stephan Protom., Marcellus PP. M., 
Peter und Paul, Johann und Paul, Thomas, Amarin 
M. (Rom), Natalia V. (Rom), Concordia M. (Rom), 
Majolus Ab. (Cluny), Meinrad M. (Einsiedeln), Pela- 
gius M. (Konstanz), Deicola 0. (Lüders), Anton Ab., 
Hippolyt Ep. M. (Rom), Leo PP., Maximin Ep. (Trier), 
Candida V. (Rom), Columba V.M. (Rom?), Victor 
M. (S.Maurice), Csecilia V.M., Pantaleon (Köln), Ger- 
trud V.M. (so!), Alexander PP., Amatus E(p). (Sois- 
sons ?), Paulin C. (Nola), Vitalis (S. Maurice), vom 
Sarg und der Dalmatica S. Ulrichs, Epiphanius 
Ep. M. , Lazarus Ep. M. , Vincenz, Placidus und 
Sigi(s)bert (Disentis), Maternus Ep. (Trier), Chri- 
stoph, Senesius M., Fabian PP. M., Romanus M., 
Theodor pont., vom h. Grab, vom Gewand S. Bene- 
dicts. Ferner von S. Leudegar (Autun), den Inno- 
centes, Agnes, Lucia, Felix (Zürich), Leonard 
(Limoges), Martialis (Limoges) , Eucharius (Trier), 
Auetor (Trier), Imerius (S. Imier) , und Bea- 
tus C. 

Ori^. : Perg. XU. Jh. mitg. von H\v. H. P. Ign. liess. Copie : üe- 
liquienarchiv des Verf. Druck : oben. Wie ein Vergleich dieses Re- 
gests mit unserm Druck lehrt, sind in den Eagelberger Verzeichnissen 
mehrere Heilige doppelt uad dreifach aufgeführt, sowie zusammen- 
gehörige (z. B. Felix und Edgala) von einander getrennt. Bei Beat 
ist nicht an den Patron von S. Beatenberg, sondern einen Heiligen zu 
denken, der in unbekannter Gegend gelebt hat und am 8. oder 9. Mai 
gefeiert wird. 



36 Xll. Jh. 

XII. Jh. Im dritten Reliquienverzeichnis von Bngelberg sind 173 
Partikeln aufgeführt von S. Justus M., Afra M., Desi- 
derius Ep. M., vom h. Kreuz, vom Gürtel Marias, von 
den Gewändern des Täufers, S. Andreas Ap.; Stephan, 
PP.M., Cornelius PP.M., Alexander PP.M., Calistus 
PP. M., Sjmon und Juda App., Gall, Secunda V. 
(Paris?), Leodegar (Autun), Meinrad (Einsiedeln), Leo- 
nard (Limoges), Genesius M., Vitus M. , Portunata 
V.M., Georg, Agnes, Bertinus Cf. (Sithiu), Cyri- 
nus M. {= Quirinus, Rom), Theopontus M., Stephan 
Protom., der The bäer und anderer MM. Von S.Peter, 
Felix, Terentius Ep. M. (Sarzana), Christicola V., den 
Jungfrauen von Köln, Nicolaus, Silvester PP.,, 
Antonin M. (Rom?), Albin M. (Angers), Pelagiu« M. 
(Konstanz), ßlasius Ep. M., Lorenz, Sebastian, ßoni- 
faz Ep. M. (Fulda), Moriz, Christoph, Primus und 
Felician, Felicissimus und Agapit, Cosmas und 
Damian, den Innocentes, Eucharius und Valerius 
Ep. C. (Trier), Agatha V.M., Radegunde V. (Wellen- 
burg bei Augsburg), Afra M. (Augsburg), vom h. Grab, 
vom Stein mit Blut des Herrn, vom Ort der Himmel- 
fahrt, vom Ort des Fastens, von S. Fides M., Ando- 
cius M. (Saulieu- Autun), Gariman M., den sechs Krügen 
(ydriis), von Pelagia, Marcellin und Petrus, Agatius 
M., „cuius reliquie sunt hie. Multum valet contra ignem", 
Hippolyt M., Vincenz M., Verena V. (Zurzach), Sa- 
bina V.M. (Troyes ?), Margareta V.M., Cyprian M., 
Ursula V.M. (Köln), Basilides und Nicomedes M., 
Maternus C. (Trier), Portunat Ep. (Sens), Petro- 
nella V.M., Augustin, Emerentiana V. M., Marcus 
Ev. , Meginbod M. , Euticius und Eutricius M., 
Portunata V.M. (Sutri) , Nicolaus, Ulrich (Augs- 
burg), Willibald, Vundebald (Eichstätt), Afra, 
Waipurga V. (Eichstätt), Wibraäe (S. Gallen), Gall, 
Leonard, Cosmas und Damian, Oswald M. , Urs 
M. (Solothurn), von den Gewändern Mariae, S. Peter, 
Andreas, .Stephan Protom., Martin Ep. , Theo- 
dor Ep. Sedun. (Sitten), Sulpicius Aep. (Bourges), den 
Thebäern, S. Konrad (Konstanz), Lorenz, Georg, 
dem h. Grab, dem Grab Marise, vom Ort der Geburt, 
des Gebets zu Gott Vater, vom Sinai, Getsemane,. 



1201—1215 37 

der goldenen Pforte, dem Tisch, dem Abendraahls- 

tisch, vom Stein der Darstellung im Tempel, von 

Marias, M. Magdalena, von Abacuc Proph., vom 

Lager Marise, von den 11000 Jungfrauen, Philipp, 

Jakob, CsBcilia, Pankraz, Agnes und den Inno- 

centes. 

Orig. : Perg. Stiftsarchiv Engelberg. Xu. Jh. Copie : im Reliquien- 
archiv des Verf., mitg. v. Hw. H. P. Ign. Hess. Druck : oben. Von vielen 
Heiligen werden im Originial mehrere Reliquien angeführt. 

1201 Okt. 28. Im Reliquienverzeichnis von Marienberg 174 
erscheint Heiltum von S. Lucius Cf., S. Plorinus Cf., 
S. Sigib ert Of. Weihender Bischof ist Reinher (Reginhar) 
von Chur (1200—1209). 

Druck : P. Goswin, Chron. des Stiftes Marienberg, hsg. von P. Basil. 
Schwitzer. Innsbr. 1880 p. 93. 

1205. Diethelm, Bischof von Konstanz (1189—1206) weiht 175 
den Hochaltar zu Petershausen wegen Versetzung neu 
(cassata priori dedicatione) ; in demselben liegen u. a. 
Reliquien von S. Moriz, G-allus, Verena. 

Drucks M. Gerberti, Nig. Suva HI. p, 119. 

1206 Fov. 30. Bischof Otto IL von Preising (1184—1220) 176 
weiht die Kirche in Ober-Scheftlar und schliesst u. a. 
Reliquien ein von S. Moriz. 

Druck : Dedicat. Scheftlariens. M. G. H. Scr. XVH. p. 347. 

il206. Teile des Morizhauptes zu Rheinau (gestiftet von Abt 177 
Wolfen c. 862) werden durch Abt Heinrich IL (.1206—1224) 
in Silber gefasst. (Der h. Moriz wird schon 1114 als 
Mitpatron der Kirche genannt; s. z. J. 1606 u. 1668). 
Notiz : V. d. Meer p. 88. 

1206. Das Haupt des h. Blasius (dessen Reliquien schon 178 
im IX. Jh. zu Rheinau lagen, und der schon 995 als 
Mitpatron der Kirche daselbst erscheint), wird in Silber 
gefasst. (1607 wieder gefunden und 1668 neugefasst). 

Notiz : V. d. Meer, Mülenarium (Ms. in Einsiedeln) p. 22 u. 83. 

1215 IV. Kai. Sep. Bischof Konrad IL von Konstanz (1209 179 
bis 1233) weiht den Altar in der Apsis ven Weissenau 
bei Ravensburg und schliesst Reliquien ein von SS. 
Alexander und Constans MM. (zu Schaffhausen) und 
S. Othmar Cf. 

Druck : Zeitsclu-. f. d. Gresch. des Oberrheins Bd. 29 p. 12. 



38 1216—1225 

1216. Im Reliquienverzeichnis von Murbach erscheint Heil- 180 
tum von S. Desiderius Ep. M. Der weihende Bischof 
ist Heinrich IL von Basel (1215—1238). 

Druck : Anz. f. Schweiz. Gesch. IV. p. 174—176. , 

ri97— 1223. Abt Heinrich I. von Engelberg lässt das 181 
silberne vergoldete Reliquienkreuz, das nicht weniger als 
80 Partikeln enthielt, machen. 
Druck: M. G. H. Scr. XVH. p. 280. 

1225 Okt. 24. Revelation der Reliquien der hh. Moriz, Can- 182 
didus und Exuperius zu S. Maurice; die Inschrift 
lautet: Anno gratise MCCXXV, XXIV octobris reve- 
latum fuit corpus S. Mauritii et positum in hoc herma 
tempore Nantelmi abbatis huius loci. 

Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 387. Der Brief nach Eeims datiert 
„anno primo revelationis S. Mauriti", der nach Engelberg sagt von 
Candidas und Exuperius „qui cum supradicto martiro gloriose Mauricio 
revelati fuerunt". Die Reliquien waren vermutlich durch einen Ein- 
sturz der Kirche eine Zeitlang verschüttet oder verborgen gewesen. 

1225 nach Okt. 24. Abt Nanthelm und der Konvent von S. 183 
Maurice schenkt dem Dekan und Kapitel von S. Sym- 
phorian in Reims auf Bitten ihres Mitbürgers des Kano- 
nikus Wilhelm Reliquien (portionem non modicam) von 
S. Moriz und seinen Gefährten, unter der beschworenen 
Bedingung, dass selbe entweder mit den Reliquien von 
S. Symphorian oder im Morizaltar beigesetzt werden. 
Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 387. 

1225—1241. Der Abt Nanthelm (1223—1258) und die Kon- 184 
ventualen von S. Maurice schlagen dem Abt Heinrich II. 
(1223—1241) von Engelberg die Bitte um Morizreli- 
quien ab, da sie durch Eid gebunden sind, nie irgend- 
wem solche abzugeben. Dagegen senden sie durch den 
Kaplan B. von Engelberg, den Ueberbringer des Briefs, 
Heiltum von SS. Candidus und Exuperius MM., deren 
Revelation mit derjenigen von S. Moriz erfolgt war. 

Orig. : Perg. ürk. 19 X 7 cm mit einem Einschnitt für den Siegel- 
streifen ; Streifen und Siegel fehlt. Ungedruckt. Copie : Mitg. von Sr. 
Hw. Hrn. P. Ignaz Hess im Eeliquienarchiv des Verfassers. Folge der 
Thatsache, dass keine Morizreliquien mehr hergegeben wurden, ist die 
Sage von S. Martin, der schon im IV. Jahrh. kein solches Heiltum 
mehr erhalten habe. Vgl. Bernoulli, Die Heil, der Merowinger 
p. 204. 



1225—1250 39 

1225. Guta, verwitwete Gräfin von Rotenburg, erhält nach 185 
der Tradition Blut von den Wundmalen des h. Franz 
von Assisi und schenkt dieselbe der Pfarrkirche von 
Kriens. (Von hier gelangte ein Drittel davon 1637 nach 
Luzern.) 

Notiz : Lang, Hist. theol. Grdr. I. 735. 

1232 2. Jd. Apr. Bischof Konrad II. von Konstanz (1209 186 
bis 1233) weiht den Altar der hh. Katharina und Lau- 
rentius zu Weissenau und schliesst u. a. Reliquien ein 
von SS. Othmar, Gallus, Lucius und Emerita. 

Druck : Zeitschr. f. d. G-esch. des Oberrheins Bd. 29 p. 104. 

1233 Sep. 27. Die vom Chorherrenstift Zürich in Aachen 187 
erbetenen Reliquien Karls des Grossen werden feierlich 

ins Grossmünster transferiert ; es wird beschlossen, künftig 
den Karlstag zu feiern. Ueberbringer des Heiltums 
war Propst Rudolf von Hottingen. 

IVotiz : Büdinger, Von den Anfängen des Schulzwanges. Zürich 1865 
p. 5 u. 29 — 30 ; Neues Schweiz. Museum V. 1 Basel 1865 p. 52. Die 
Karlsreliquien erscheinen wieder 1333. 

1233—1237. 'Ulrich IV., Graf von Kyburg, Bischof von Chur 188 
(1233—1237) stiftet zu Winterthur eine Propstei und be- 
schenkt dieselbe mit einem reichen Schatz von Reliquien. 
Druck : Gr. Bucelin, ßhgetia sacra et profana p. 253. 

1240 Apr. 11. Die hh. Protus und Hyacinthus („Prothus, 189 
Jacinctus") erscheinen neben Felix und Regula als Pa- 
trone des Praumünsterklosters in Zürich (offenbar weil 

ihr Fest auf denselben Tag,' Sept. IL, fällt, hatte man 
Reliquien von den beiden Heiligen erworben. 
Druck: Z. U. B. II. 

1241 4. Non. Jan. Bischof Heinrich II. von Konstanz (1233 190 
bis 1248) weiht den Andreasaltar zu Weissenau und 
schliesst u. a. Reliquien ein von S. Gallus und Magnus. 

Druck : Zeitschr. f. d. Gesch. des Oberrheins Bd. 29 p. 103 — 104. 

1 24 1 . Abt Burkhard IL (—1233—), der mit Kaiser Friedrich IL 191 
nach Itahen gezogen war, bringt Reliquien aus der er- 
oberten Stadt Faenza nach Rheinau. Das Pest dieser 
Reliquien wird am 15. Weinmonat gefeiert. 
Notiz: v.d. Meer p. 86u. 89. 

1250. Der sog. Ring des h. Moriz [ein romanisches Werk, 192 
mit einem Saphirintaglio besetzt, auf dem ein Reiter mit 



40 1252—1259 

gesenkter Lanze dargestellt ist] wird von Graf Peter von 
Savoyen (f 12.68) dem Stift S. Maurice geschenkt. [Er 
wurde später verpfändet und ist seit der französischen 
Revolution verschollen.] 

Notiz : Mem. et Doc. de la soc. sav. d'hist. et d'arch. Xu. 1870. 
Eine umgekehi-te Darstellung in Fui-rer, Gesch. v. Wallis III. p. 76. 

1252 Okt. 9. Die Gebeine des h. Lucius zu Chur werden 193 
von Bischof Heinrich IV. von Chur (1251 — 1272) unter 
Johann L, Propst zu S. Luzi (1249—1276) trans- 
feriert. 

Origr. : Inschiift am Eeliquienschrein zu Chxu-. Druck : J. G. 
Mayer, S. Luzi bei Chur p. 5; E. Molinier, Le Tresor de la Cathedrale de 
Cotre p. 52 nach Bui-ckhardt, Beschi-eibung der Domkii'cke von Chur 
p. 160. Abb.: Molinier Taf.X. 

1253 Sep. 28. Bischof Albert I. von Regensburg (1246—1260) 194 
weiht die Marienkapelle zu Altai ch und schliesst u. a. 
Reliquien ein von S. Moriz, der schon 1001 Patron des 
Stiftes ist, und von SS. Felix und Regula. 

Druck: Herrn. Abb. Altahens. M.G.H. Scr. XVn. p. 379. 

1254 Dez. 20. Der Kölner Domherr Heinrich von Basel erhält 195 
von Archidiakon Goswin ein Haupt, zwei Arme u. a. Gebeine 
von den 11000 Jungfrauen aus dem Makabäerkloster 

zu Köln und bringt sie für den Dom und die Kloster- 
kirchen nach Basel. 

Copie: Bibliothek Pruntrut, jetzt Bern. Druck: Trouillat, Monu- 
ments I. p. 615; Vautrey, Hist. des Evöques de Bäle Lp. 217. 

1258 Mai 25. Zürich. Bischof Eberhard von Konstanz (1248 196 
bis 1274) erteilt den Besuchern des Grossmünsters 
Zürich Indulgenz für 40 Tage, bei Besuch des Hoch- 
altars am Jahrestag der Einweihung und 30 Tag bei 
Besuch der andern Altäre. Im Text eine Liste von Re- 
quien von 17 Heiligen. 

Orig-. : Perg. Urk. in Lindiners Sammlung XVI. n. 888. Sigel ab- 
geschnitten. Druck: Z. U. B. m. n. 2035; Stückelberg Eeliquien p. 18. 

1259 (wol März). Eberhard IL, Bischof von Konstanz (1248 197 
bis 1274) weiht das Kloster Rathausen in der Ehre der 

h. Jungfrau. Den Hochaltar weiht er der h. Jungfrau, 
S. Peter, S. Joh. Ev. und S. Nicolaus Cf. Er schliesst 
Reliquien ein vom Kreuzesholz, von den Kleidern 



1261—1262 41 

des Herrn, der h. Jungfrau, vom. Ort, wo Jesus seinen 
Jüngern das Gebet lehrte, von S. Moriz und seiner 
Gesellschaft, von S. Peter v. Mailand, den unschul- 
digen Kindlein, S. Nicolaus, Lucia V.M., Apollonia 
V.M. und von den 11000 Jungfrauen. 

Copie : Cysats CoUectanea Lit. N. fol. 166. Druck : G-eschichtsfr. 
Bd. 2 p. 50— 51. 

vor 1261. Die Mönche von Agaunum schenken dem König 198 
Ludwig IX. von Frankreich (1226—1270) Thebäer- 
reliquien (plura corpora de thesauro sui monasterii) für 
das Morizpriorat zu Senlis. Die Könige Ludwig IX. und 
Theobald IL von Navarra (1253—1270) trugen die letzte 
der Reliquientheken, die mit kostbaren Seidentüchern 
bedeckt waren, auf ihren Schultern in die Stadt. 
Druck: AA.SS. Sep.YI. p. 389. 

J26I Febr. — Paris. König Ludwig (IX.) sendet als Zeichen 199 
seines Dankes für geschenkte Thebäerleiber einen Dorn 
von Christi Krone nach S.Maurice. [Der König hatte 
letztere Reliquie 123.9 von Kaiser Balduin II. von Kon- 
stantinopel erworben.] 

Orig. : Perg. S. Maurice. Druck : Aubert 11. p. 228. Abb. : a. a. 
0. n. Tafel. XLIV. Eeg-. : Furrer, Gesch. v. Wallis HI. p.8l. Dorn- 
splitter z. B. 1019 und 151 1 zu Basel, 1357 zu Königsfelden, ferner zu 
Engelberg, Grrafenort, Bern, Luzern, Einsiedeln, Zug, Wolhusen und 
Rüti. Weitere Belege (560 an der Zahl) gibt de Mely in einem seiner 
Vorträge, dessen Druck uns nicht vorliegt. 

1260—1270. Unter Abt Peter IL bringt König Ludwig IX. 200 
zwei Thebäerreliquien aus S. Maurice (corpora duo) 
auf den Schultern barfuss ins Kloster Charlieu ; nach 
Andern wäre die eine Reliquie ein Leib aus S. LTrsulas 
Gesellschaft. 

Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 389. 

1262 Jul. 30. Bischof Anshelm von Ermeland (1250—1264), 201 
päpstl. Legat, weiht die Marienkapelle zu Helmgers- 
berg und schliesst Rehquien ein von S. Moriz, den 
Thebäern und Verena V.M. (so!) 

Druck: Herrn. Abb. Altahens. M. G. H, Scr.XVH. p. 380; Verena 
heisst hier Martyi-erin, es könnte daher nicht die Heilige von Zurzach, 
sondern die kölnische Martyi-erin dieses Namens gemeint sein. (22. Juli 
al. 21 Okt.) vgl. Stadler V. p. 623 u. 662. Doch wird das M. der Pa- 
tronin von Zurzach häufig irrtümlich beigelegt. Der Bischof heisst im 



42 1262—1271 

Text Warmiensis, was nach OtteHdb. I. 5 p. 426 Frauenburg bedeutet ; 
hier sass das Kapitel, während der Bischof meist von Ermeland den 
Namen trägt. 

um 1262. Rudolf von Beckenhof en schenkt dem Praumünster- 202 
Stift in Zürich das Haupt einer der 11000 Jung- 
frauen. 

Druck : M. G. H. Necrol. I. p. 539 ; die Person des Donators kommt 
in zwei Urkunden von 1262 und 1263 Z. U. B. m. p. 290 u. 305 vor. 

nach 1260. König Ludwig IX. (f 1270) schenkt eine der 203 
aus S. Maurice erhaltenen Thebäerreliquien (corpus 
unius martyris de illa Thebeorum societate) nach S. 
Denys. 

Druck: AA.SS. Sep.VI. p. 389. 

1264 Apr. 26. Der h. Exuperantius, seit 1225 auf den 204 
Sigelri der Stadt Zürich abgebildet und in Urkunden 
1256 und 1258 vorkommend wird im Kultus zu Zürich 
den Heiligen Felix und Regula gleichgestellt. 
Druck: Z.U.B. H. 

1264. König Ludwig IX. von Prankreich erhält vom Abt 205 
Wilhelm III. den linken Arm des h. Moriz und 14 Leiber 
aus dessen Gesellschaft und bringt sie in die kgl. Ka- 
pellen nach Senlis. 

Notiz : Briguet, Vallesia christ. p. 153. Hottinger, Hehlet. Kirchen- 
geschichte n. p. 69. 

1270 Juli 11. In einem Reliquienverzeichnis von Marien- 2O6 
berg erscheint Heiltumvon SS. Columban und Othmar. 
Weihender Prälat ist Bischof Heinrich IV. von Chur. 

Druck : P. Goswin, Chron. des Stiftes Marienberg p. 95. 

1270. Das Haupt des h. Pantulus, Bischof von Basel, der 207 
mit S. Ursula und ihren Gefährtinen zu Köln gelitten, 
wird von einem Abt nach Basel gebracht und von Bischof 
Heinrich feierlich eingeholt. 

Druck: Annal.Basil. M.&.H. Scr. XVII. p. 194. lieber die Wunde 
am Haupt s. z. J. J517. 

1271 Nov. 22. Heinrich IV. v. Montfort, Bischof von Chur 2O8 
weiht in seiner Cathedrale den Altar der hh. Placidiis 
und Sigisbert und schHesst Reliquien ein von den hh. 
Placidus, Sigisbert, Nikolaus, den 11000 Jung- 



1272 



43 



frauen (im Text: „et millia virg."), Katharina und 

Clara. Der Altar war gebaut und dotiert von Konrad^ 

Abt von Dissentis 1247. 

Druck: W. v. luvalt, Necrol. Cur. p. 116 u. 111. 




S. PANTALUS 
Reliquienbüste in Basel. 

1272. Die Aebtissin von Säckingen, eine Gräfin von Pfirt, 209 
nimmt nach- der Zerstörung des Städtchens die Reliquien 
S. Fridolins an sich. Da sie und die Kanoniker dem 
Bischof von Basel nicht trauen, beschliessen sie, dieselben 
weder bei ihm noch bei den Barfüssern oder Predigern 
(zu Basel) zu deponieren, sondern überliefern sie dem v 
Grafen von Habsburg auf Lauffenburg. Als die Reli- 
quien sich auch hier, wie früher zu Säckingen, durch 
pulsationes bemerkbar machen, werden sie ins Kloster 
zurückgebracht. 

Druck: M.Q.R. Scr. XVH. p. 242. 

1272. Die Gebeine der Töchter König Ludwigs, Hildegard 210 
und Bertha, erste Aebtissinen von Zürich, werden er- 
hoben und in steinerne Sarkophage gelegt. [Die beiden 
Frauen, Hildegard f 859 und Bertha f 877, werden in 



44 1273—1287 

Reutlingers Verzeichnis der Heiligen des Bistums Kon- 
stanz aufgeführt; ihre Gräber werden 1478/80 renoviert 
und ihre Gebeine bei der Reformation gleich andern 
Reliquien behandelt.] 

Notiz: S. Vögelin, Das alte Zürich 1879 p. 530. 

um 1273. „Wie gross Heyltumb gen Zürich kam. Dieser 211 
zeit bracht Graff Rudolflf [von Habsburg] zu wegen, das 
gar vill Heyltumb gen Zürich kam, als nemlich die 
dörnin Krön, Sper, Creutz, Nägel vnd andere stuck 
die jetz zu Nürenberg behalten vnd des Kaysers Cappel 
oder des Rychs genent würt. Das Hess man öffentlich 
vff dem Hoff sehen, demnach fürt man es gen Kyburg, 
allda es lange zeit behalten ward" [bis 1292.] 

Orig-. : Cod. Einsidl. 515 (Schweizerchronik) p. 6ä; mitg. von Hw. 
H. P. Gabriel Meier. Zur Sache vgl. die Eegl v. J. 1292 u. 1346. 

1275 Okt. 19. Papst Gregor X. weiht in Gegenwart von 212 
König Rudolf und Königin Anna die Kathedrale von 
Lausanne und schliesst Reliquien ein vom Kreuzes- 
holz, vom Haar Marise, von einer Rippe Magdalena, 
von einer Rippe von S. Lorenz, vom Grab Christi 
und dem Marias, von der Krippe Christi, vom Kreuze 
des h. Andreas und Partikeln von andern Heiligen. 
Druck: Mem. etDoc. T. VH.p. 62. 

vor 1280. Der Verfasser des betr. Teils der Acta funda- 213 
tionis von Muri stellt ein ausführliches Verzeichnis der 
in fünf Altären und zahlreichen Reliquienbehältern von 
verschiedenster Form aufbewahrten Heiligtümern des 
Stifts Muri her. 

Druck : Quellen z. Schweiz. Gesch. in. p. 47 — 50 und 178 der 
Acta fund. 

1281. Verzeichnis der im Hochaltar zu Münster in Grau- 214 
bünden eingeschlossenen Reliquien; genannt sind u. a. 
Reliquien von S. Moriz und Genossen, Lucius, Plori- 
nus und Verena. 

Orig. : Legende vom hl. Blut im Klosterarchiv Münster. Copie : 
Im Besitz von Hrn. Dr. Durrer, Stans. Druck : Stückelberg Reliquien . . . 
p. 18. 

1287. Die Kathedrale von Antwerpen besitzt Reliquien 215 
„de Thebseis martyribus". 

Druck: Eayss, Hierogaz. p. 305; hier wie bei zahllosen Thebäer- 
reliquien Belgiens und der Rheinlande entsteht die Pi"age, ob sie aus 
S. Maurice, aus Trier oder Köln stammen. 



1288— Xin. 45 

1288 Aug. 19. Der Leib des Thebäers S. VJator (aus S. 216 
Maurice) wird in der Justuskirche zu Lyon wiederge- 
funden. 

Notiz: Jacob GautMer, S. J. ad. ann. 1300 fol. 717; Briguet, Vall. 
Christ, p. 76. 

1292 Dez. Die Reichsheiligtümer auf der Kyburg werden 217 
von Herzog Albrecht von Oesterreich dem König Adolf 
ausgehändigt. 

Reg". : Böhmer, Eegesta imperii 1246 — 1313 p. 489. 

XIII. Jh. Auf Heiligen berg bei Winterthur wird ein Reli- 218 
quienverzeichnis verfasst; es enthält Partikeln vom Ort 
der Verkündung, vom h. Grab, Maria, den Aposteln, 
Jakob Maj., Johannes Ev., Jakob Min., Philipp, 
Bartholomaeus, Stephan, Thomas, Johann und 
Paul, Symon und Juda, Lorenz, Augustin, Urban 
PP. M., Marcellus PP., Aureus Ep., Martin Ep., Al- 
ban Ep. M., Blasius Ep. M., Ambrosius Ep., Serva- 
tius Ep., Vincenz, Petrus M., Christoph, Sig(is)bert 
M., Thyrsus M., Moriz und Gefährten, Oswald, Pan- 
kraz, Gall, Nikolaus, Gebhard, von der h. Jungfrau, 
Magdalena, Martha, Lazarus, Verena, Margareta, 
Csecilia, Justina, Petronella, Agnes, Panafrete, 
den 11000 Jungfrauen, Ursula und ihren Gefährtinen, 
Apollonia, Elisabeth und Antonius von Padua. 

Orig-. : Pei-g-. Ms. der Antiquar. G-esellsch. C. 1J8 St. A. Zürich. Der 
in diesem Rodel verzeichnete Petrus Martyr starb 1252, das Dokument 
muss also in die zweite Hälfte des Xin. Jh. fallen. 

XIII. Jh. In Schulpforta befinden sich im Crucifixus des 219 
Giebelfeldes der Kirche Thebäerreliquien. Die In- 
schrift lautet: In crucifixo qui est in superiori triangulo, 
iste continentur reliquiae : Andrese apostoli, Martyrum Lau- 
rentii, Viti, ThebeorumMartyrum, Confessorum Nicolai, 
Augustini, Cseciliaß, Virginis. Isti sancti orent pro nobis. 
Druck : Otte, Hdb. der Idi-chl. Kunst- Archäologie I. Aufl. 5 p. 422. 

XIII. Jh. Im vierten Reliquienverzeichnis von Engelberg 220 
sind Partikeln genannt: von der Wolle Marise, vom h. 
Grab des Herrn, vom Stein der Pusswaschung durch 
den Herrn, vom Tisch des Herrn, von Peter, Paul, 
Andreas, Jakob, Johann 'Ev., Mathseus Ev., Bar- 
tholomseus, Jakob, Simon und Juda, Philipp und 
Jakob, Thoraas, Mathias, M. Magdalena, den 11000 



46 1300—1319 

Jungfrauen, von S. Stephan Protom., Sixtus PP., 
Gall, Anton 0-, Ranvold C. (= B. Ramvold, Regens- 
burg), Egidius C. (Toulouse), Alexius C, Ruberius 
C, Sebastian M., Sabina V. (Troyes) und Saturnin 
M. (Toulouse). 

Orig-.: Perg. Xin. Jh. Stiftsarehiv Engelberg. Copie: im Keh- 
quienarchiv des Verf., mitg. von B.w. H. P. Ign. Hess. Druck: oben. 

XIII. Jh. In einern Reliquienkreuz, angefertigt durch den 221 
Bruder Hugo, in der Umgegend von Namur liegt eine 
Partikel „de S. Mauricio." 

Orig". : Ki-euz und Cedula in Brüssel. Druck u. Abb. : Les Musees 
Eoyaux Parc du Cinquantenaire. 

um 1300. Bonifaz von Challant, Bischof von Sitten (1290 222 
bis 1308) befiehlt in seinen Synodalstatuten, dass wenn 
Tropfen vom Abendmahls wein, vom Blut des Herrn, 
auf das Corporale, Casula oder Alba falle, die Stelle aus- 
geschnitten und gleich Reliquien aufbewahrt werden 
solle. Aehnliches wird betreffs Brosamen vom Leib des 
Herrn vorgeschrieben. 

Druck : Mem. et Doc. Bd. 31 p. 5. Die auch in den andern Spren- 
gein übliche Sitte, Reste der Saki'amente mit den Reliquien aufzube- 
wahi'en, konnte da und dort zu L'rtümern führen, indem sich eine ab- 
gefallene Cedula zu einem mit Abendmahlswein getränktem Stück 
Gewebe gesellen konnte. 

1303 Nov. 30. Bischof Bonifaz von Sitten empfiehlt seinem 223 
Klerus die Kollektanteh, welche die Abtei S. Maurice 
aussendet, um Geschenke für den Unterhalt der Kerzen, 
die vor den Reliquien des h. Moriz und seiner Gefährten 
immerwährend brennen sollen, zu erbitten. 

Orig. : Livre de la Val d'Bliez p. 10. Druck : Mem. et Doz. Bd. 3 L 
p. 77— 79. 

1312. Die Chorherren des Mauritiusstiftes zu Zo fingen er- 224 
halten Reliquien von S. Mauritius und einem Gefährten 
aus S. Maurice; dieselben werden in einem besondern 
Heiligturasarg aufbewahrt. 

Notiz : Prickhardt, Chi-onik der Stadt Zofingen 1811 I. 2. p. 138. 

1319. Theodorsreliquien gelangen von Bischofszell 225 

nach Basel in die Theodorskirche [Dioezese Konstanz]. 
Orig.: Urk. im St. A. Basel. S. Theodor n. 6. Notiz : Histor. Festb. 
zur Basler Vereiuigungsfeier lb92 p. 280. 



1333—1343 47 

1333 Febr. 25. Im Reliquienrodel des Ghorherrenstifts 226 
von Zürich, aufgenommen beim Amtsantritt des The- 
saurarius Rudolf Brun, werden folgende Heiligtümer 
genannt : ein Kristallkreuz mit einem Armbein von S. 
Andreas, zwei silberne edelsteinbesetzte Häupter von 
SS. Felix und Regula, ein Glasgefäss derselben Heiligen, 
ein silbernes Haupt des h. Placidus, ein silberner Arm 
des h. Symeon Justus, ein Kristallgefäss mit blutge- 
tränkter Erde, ein solches mit Zähnen von SS. Felix 
und Regula, eines mit Reliquien von S. Nicolaus und 
eines mit dem Daumen S. Karls (des Grossen), Heiltum 
von SS. Gallus, Othmar und Martin, und ein „Bet- 
stain" (wol Tragaltar), genannt Stein des h. Cosmas. 

Orig. : Pergamentrotulus im St. A. Zürich n. 263. Tr. Copie : im 
EeliquienarcMv des Verf. ; über die Enverbung der Karlsreliquien s. z. 
- J. 1233. 

vor 1343. Herzog Heinrich von Oesterreich (f 1327), Sohn 227 
König Albrechts I. und seine Gemahlin Ehsabeth, Gräfin 
Virnenberg (f 1343) vergaben der Klosterkirche Königs- 
felden u. a. ein goldenes Kreuz mit Edelsteinen und 
Perlen geschmückt, darin eine Kreuzpartikel und einen 
kristallnen Schrein, wol für Heiltum. 

Beg. : Stammler, Kath. Schweiz. Blätter 1885 p. 320. 

1343 Feb. 16. Abt Eberhard und das Kapitel von Reichenau 228 
schenken der Kirche von Bern auf die Bitte des deut- 
schen Ordens Reliquien mit der Bestimmung, dass dieselben 
jeweilen bei dem Bild des betr. Heiligen reponiert wer- 
den. Das Verzeichnis enthält u. a. Partikeln von S. 
Victor, Meinrad, Pirrain, Othmar, Magnus, Moriz 
und Gallus. 

Druck : Fontes rerum Bernensium VI. p. 715 — 717. 

1343 Jun. 10. Abt Johannes und der Konvent von Paris 229 
ord. Cist. schenken auf Bitte des Bischofs von Strass- 
burg, Bertold von Buchegg (1328 — 1353) und seines 
Kaplans Konrad von Guksberg Reliquien von S. Jo- 
hannes Bapt., S. Gregor pp., S. ürban pp., S. Inno- 
zenz pp., S. Pankraz M., S. Urs M., S. Gangulf M., 
S. Sigismund R., S. Paulin ep. Trev. und S. Ghri- 
stina V. an die Kirche von Bern. 

Druck : Fontes rer. Bernens. VI. p. 739. Die Grafen von 
Buehegg waren ein bedeutendes G-esehlecht der Westsehweiz, daher 



48 1343 

des Bischofs Grefälligkeit für die Stadt Bern ; über Bertolds Neffen, Bi- 
schof von Basel s. z J. 1360. Ueber S. Paulin, sein Grab. und seine Reli- 
quien vgl. Bonner Jahrb. Bd. 78. 

1343 Jun. 15. Aebtissin Adelheid von An dl au, schenkt dem 230 
Kaplan Konrad von Guksberg Reliquien von S. Lazarus 
cf. u. pont., dem Auferweckten, S. Gallus, Christina 
V.M. und den zehntausend Märtyrern für Bern. 
Druck : Fontes rer. Bernens. -VI. p. 740. 




^s^- 



S. MARTIN. 
Statue des XIV. Jahrh. zu Basel. 

1343 Jun. 22. Agnes Burgreffin, Thesauraria des Klosters 231 
Heiligenkreuz (Dicez. Basel) schenkt Reliquien von S. 
Katharina, Papst Leo IX., S. Martin, Jakob, Bar- 
tholomseus, Maria Magdalena, Margaretha, Niko- 
laus, Antonius patriarcha, Innocenz, und der Rute 
Aarons an die Kirche von Bern. 
Druck : Fontes rer. Bernens. VI. p. 740. 

1343 Jun. 25. Aebtissin Margaretha von Erstheim schenkt 232 
der Kirche von Bern Reliquien von S. Joh. Ohryso- 
stomus, Audactus, Silvin, SekundinM., Flavian, 
Felix M. 

Druck : Fontes rer. Bernens. VI. p. 740. Die Namensformen Au- 
dactus und Adauctus bezeichnen wol denselben HeUigen. 

1343 Jun. 26. Aebtissin Katharina von Hohenburg schenkt 233. 
der Kirche von Bern Reliquien vom h. Kreuz, vom 
Kalvarienberg, vom. Stein der Himmelfahrt des Herren, 



1343 49 

von den Haaren der h. Jungfrau, vom Oel der-h. 
Katharina, vom Stein, auf dem Johannes B. enthauptet 
wurde, vom Grab der M. Magdalena, von der Alba des 
h. Thomas Ep. M., von den Kleider des h. Lullus Bp., 
den Sandalen des h. Andreas Ap., von S. Simon, den 
Kleidern des h. Antonius Abb., vom Grab des h. 
Gregor PP. 

Druck : Fontes rer. Bernens. VI. p. 740—741. 

1343 Jul. 1. Wiricus, Propst zu St. Arbogast in Strassburg 234 
schenkt der Kirche von Bern Reliquien der hh. Ste- 
phan Protom., Valentin M., Moriz M., der Inno- 
centes, der fünf Märtyrer, des Bachus M., Cendelin 
M., Ulrich Ep., Vedast und Amand Epp., von Elisa- 
beth Reg., den 11000 Jungfrauen (im Text „M" vir- 
ginum), Margaretha V. M., Rikardis V., Brigida V., 
Scolastica V. 

Druck: Fontes rer. Bernens. VI. p. 741. 

1343 Jul. 3. Johannes, Prior zu Zabern, vergabt Reliquien 235 
von der Dornkrone, der 11000 Jungfrauen, S. Bar- 
tholomsßus, Candidus, Agatha V. M., Senperius, 
Christoph, Lucia V., Celestis*) Ep., Victor M.^ 
Materna, Cyriacus M., der 11000 Jungfrauen, der 
10000 Märtyrer, der h. Dymidiana V.M., Vincen- 
tius M., Pantaleon, Paulus prim. Erem. , Lucia V., 
Eustasia Ab., Othmar Ab., vom Grab des Herrn, 
Katharina, Jakob Ap., Johann Bapt. und Mar.ga- 
retha V.M. (nach Bern). 

Druck : Fontes rer. Bernens. VI. p. 741. *) Wol Coelestin wie in 
Reg. 243 vom 9. Aug. 1343. 

1343 Jul. 4.^Susanna, Meisterin zu Pindelsberg 0. S. B. 236 
vergabt Reliquien des h. Quirin („Kurini"), Ambrosius 
Ep., der h. Celestis, der 11000 Jungfrauen, des h. 
Paul, Oswald R., Agnes, lac. B. V. M., Anna, Blasius 
Ep., Vincenz, Mösitus (sol), Andreas, Margaretha, 
Dorothea, Petrus, Andreas, Nicolaus und Martin 
M. (nach Bern). 

Druck: Fontes rer. Bernens. VI. p. 742. Mösitus ist vielleicht 
Mansuetus zu lesen. 

1343 Jul. 8. Volmar, Probst zu Haslach, vergabt Reliquien 237 
vom Gewand Marise, von S. Symphorian M., Lorenz 



50 



1343 



M.j Vincenz M., Sebastian M., Sophia V., Panta- 
leon M., Georg M., Scholastica V. (an Bern). 
Druck : Fontes rer. Bernens. YI. p. 742. 




S. BLASIUS Ep.M., S. NIKOLAUS Ep.C. und S. SIXTUS PP. 
Holzschnitt des XV. Jh. in Züriuh. 

1343 Jul. 9. Friedrich, Rektor der Kirche zu Elex 238 

vergabt Keliquien von S. Nicolaus Pont., den 11000 
Jungfrauen, S. Lorenz M., S. Christoph, M. Magda- 
lena, Agatha V., Maternus Ep. (nach Bern). 
Druck : Fontes rer. Bernens. VI. p. 742. 

1343 Jul. 13. Margaretha, Priorin der Augustinerinen von 239 
Zabern, vergabt Reliquien von S. Gangulf M., Cris- 
sancius (so!) M., Moriz und Gefährten, Senesius M., 
Sabina V.M., Walpurgis V., der sieben Brüder, 
Alexius Cf., Magnus Cf., Romanus M., Pelagius 
Erem. M., Eusebius Cf., Clemens Cf., Valerius Ep., 
Agatha V.M., Gertrud V.M., Menna M., Euphemia 
V., Gloriosa V. M., Johannes ante Portam Latinam, 
Juliana V.M., Damasus PP., vom h. Grab und von 
S. Jakob, dem Bruder des Herrn (nach Bern). 
Druck : Pontes rer. Bernens. VI. p. 742. 

1343 Jul. 24. Anna, Priorin von S. Nikolaus ord. fr. Pred. 240 
von Strassburg vergabt Reliquien von S. Bartholo- 
raseus Ap., Blasius Ep.M., Valentin Ep.M., Vincenz 
M., Lorenz M., Cosmas und Damian, Ulrich Ep., 



1343 



51 




S. CHRISTOPHOKUS. 
Miniatur des Xiii. Jahrh. aus Wurmsbach ; 



242 



Antonius Cf., Barbara V.M., Lucia V.M., Prisca 
V.M., Euphemia V.M., Gisela V., Aurelia V. und 
der 11000 Jungfrauen (nach Bern). 
Druck s Fontes rer. Bernens. VI. p. 743. 

1343 Jul. 28. Dekan, Kustos und Kapläne des Spitals S. 241 
Maria zu Molsheim vergaben Reliquien von S. Bar- 
bara V., Cordula V., Ulrich Bp., vom Stein, da das 
Kreuz stand, lac B. V. M., vom Stein, da Satan den 
Herrn versuchte, vom h. G-rab, von S. Silvester PP., 
Aurelia V., Felix M., Agatha V.. und Odilia V. 
(nach Bern). 

Orig. : Stuttgart. Druck : Fontes rer. Bernens. Yl. p. 743. 

1343 Aug. 1. Br. Thomas von 
Gröstheim, Johanniterkom- 
thur zu Doroltzheira ver- 
gabt Reliquien von S. Ja- 
kob Ap., vom Tuch, ge- 
färbt*) in Christi Seiten- 
wunde, S. Moriz, Chri- 
stoph, Vinceiiz, Georg, 
von der Tunica des Herrn, 
von Crispin und Crispi- 
nian und S. Paul Ap. (nach 
Bern). 

Druck: Fontes rer. Bernens. 
VI. p. 743. *) Tinctus und nicht 
cinctus, wie der Herausgeber der 
Urkunde verschlimmbessert. 

j. in Ziinch. 

1343 Aug. 9. Ehsabeth, Äbtissin äu S. Clara ord. fr, minor. 243 
auf dem Word vor Strassburg vergabt auf Bitte des 
Bischofs von Strassburg, Bertold IL v. Bucheck, und des 
Bruders Peter Schlegel Reliquien von S. Mathias Ap., 
Felix M., Nabor M., Felicissimus und Agapit MM., 
Papia und Maurus MM., Oelestin Ep., Ambrosius 
Ep., Nicolaus Ep., Conen Mon., Walpurga V., Ru- 
: fina V. und von dem Tuch auf dem S. Clara lag (nach 
Bern). 

Druck : Fontes rer. Bernens. VI. p. 743 — 744. 

1343 Aug. 24. Jakob, Vikar von Bernbach vergabt Reli- 244 
quien von S. Bartholomseus Ap., S. Thomas Cantuar. 



52 



1343 



Ep. M., S. Barnabas Ap., S. Urban Ep. M. und S. 
Gereon M. (nach Bern). 

Druck : Fontes rer Bernens. VI. p. 744. 
1343 Sep. 7. Heinrich, Abt von Bongarten ord. Cist. ver- 
gabt Reliquien von S. Barbara V.M., Pignosa V., 
Benedikt Ab., Thomas Ap., Valentin M., Gregor 
Ep. Nazianz., Marcellus PP., Tiburtius M., Jcel 
Proph., Eusebius Cf., Alexander M., Sabina V., 
Rufus M., Justian M., Prominensis (?) Cf., Firmin M., 
Aviacus (?) Presb., TheuraataV., Escencia V., Eu- 
fasine V. (= Euphrosyne ?), MarsiliusM., Majolus Cf., 
Bargine V., Jagundus M. (= Jucundus?), Gerald Cf. 
und den 11000 Jungfrauen (nach Bern). 

Druck: Fontes rer. Berneiis. VI. p. 744. Der Leib einer kölnischen 
Jungfrau Euphrosyne liegt 1452 im Klingenthal zu Basel; auch andere 
Heiligennamen in dieser Urkunde sind verstümmelt. 

1343 Sep. 14. Die Priorin von S. Agnes 
ord. fr. pred. vor Strassburg vergabt 
. Reliquien vom Stein des h. Grabes, 
von lac B. V. M., vom Grab der h. 
Anna, Paulus Ap., Stephan, Inno- 
centes, Blut des Innocentes, von S. 
Dionjs, von den 10 Märtyrern, von 
Gefährten des h. Moriz, von S. Cle- 
mens M., Alban M., Polycarp M., 
Petrus Martyr., Remigius Ep., Gre- 
gor PP. Cf., der 1 1000 Jungfrauen, 
S. Csecilia V., Cordula V., der h. 
Jungfrau und M. Magdalena nach 
Bern. 

Druck : Fontes rei-. Bernens. VI. p. 745. 

1343 Sep. 21. Abt Isenbard und der Konvent von Schut- 
tern 0. S. B. vergaben Reliquien vom Kreuz des h. 
Andreas, vom Gebein der h. Helena, Mutter Constan- 
tins, von Gervasius und Protasius MM., von der 
„statua", an der Christus gegeisselt wurde (Geissei- 
säule), vom Stein, auf dem der Engel bei Christi Auf- 
erstehung sass, von S. Bartholomseus Ap., und von 
S. W albert Cf., Abt von Luxeuil (nach Bern). 

Druck: Fontes rer. Bernens. VI. p. 745. Walbertsreliquien lagen 
11. a. im XII. Jh. zu Baume-les-Messieurs, 1231 zu S. Urban, 1350 zu 




s. 



DIOJS'YSIUS Ep.M. 
Miniatur des XIII. Jh. aus 
Wurmsliaeh 
j. ia Zürich, 



245 



24(> 



24T 



Ursanne, 1413 zu Murbach, 1511 zu Basel, 1628 zu S. Omer. 



1343—1347 



53 



1 143 Okt. 11. Priorin und Konvent von S. Marcus ord. fr. pred. 
vorStrassburgvergabenReliquienvomh. Kreuz, von der 
h. Jungfrau, S. Margaretha, M. Magdalena, Martin 
Ep., Franz Cf. (v. Assisi), den 10000 Märtyrern, den 
11000 Jungfrauen, von der Erde, aus der Adam ge- 
schaffen wurde, von der Schwester Agnes und ihrem 
Kleid, von dem Schleier und Tuch, in dem S. Clara lag, 
vom Stein und der Rute des Moses (nach Bern). 
Druck : Fontes rer. Bernens. VI. p. 746. 

1343 Okt. 31. Hesse, Abt von Ettenheimmünster 0. S. B. 
vergabt Reliquien von S. Basilides, Cyrinus, Nabor, 
Nazarius MM., Walpurgis V., Euphraxe V., Petro- 
nellaV., Vigilius M., Eutropius Ep., Julian M., Va- 
lerius Ep. , Paulus prim. Erem. , Fundanus presb., 
Potencian M., Trinpenti (?) M, Aldegundis V.M., 
Dorothea V., Linus Ep., Stephan M., Maria Aegyp- 
tiaca und Johann Ohrysostomus Ep. (nach Bern). 
Druck : Fontes rer. Bernens. AT^. p. 746. 

1346. Kaiser Karl IV. führt die Reichs- 
heiligtümer aus Bayern nach Böh- 
men, wo sie bis zur Ueberführung nach 
Nürnberg 1424 blieben. Genannt wer- 
den Reliquien 'vom h. Kreuz, drei 
Dornen, Kaiser Karls Schwert, S. Mo- 
rizens Schwert, S. Annas rechter 
Arm, ein Zahn S. Johanns, die zwei 
Nägel [vom Kreuz] und der Speer [die 
h. Lanze]. 



248 



Druck: M. G. H. 
356—357 
(5in anderes jetzt in 



vgl. die Eeg. von 1273 



scnwert vgl. 



die Reg. 



Deutsche Chron. 
1292. 
Turin befindliches 
von 1590 ff. 



n. p. 

üeber 
Moriz- 



1347 Sep. 7. Das Kapitel von Bamberg 
vergabt auf Verlangen dem Basler 
Münster Reliquien von den rechten 
Armen der hh. Heinrich Cf. und 
Kunigunde und übergibt sie dem 
Basier Abgesandten. 

Ori^. : Pruntrnt. Druck : Trouillat Monu- 
ments in. p. 595; Vautrey, Eist, des Evöques 
de Bäle I. p. b4 u. 348—350. 




Holzstaiiie der h. ANNA 

im histor. Museum Basel, 

XVI Jahrh. 



249 



250 



251 



54 1347—1353 

1347 Nov. 4. DieBambergerReliquienderhh.HeinrichOf.und «252 
Kunigunde kommen über Nürnberg nach Basel, wo 

sie feierlich eingeholt und ins Münster transferiert werden. 
Orig.: Breviarium Basil. Ms. v. 1461. Notiz : Vautrey, Hist. des 
Evgques de Bäle I. p. 96 u. 350 ; Boos, Hist. Festlbuch z. Basl. Vereinig- 
ungsfeier. - 

1347. Königin Agnes von Ungarn schenkt Peters- und 253 
Georgsreliquien nach Zurzach. 

Copie : Stiftisches Copialbuch Ms. in Aarau. 

1 347; Canonicus Konrad von Aichain bringt Reliquien der 254 
hh. Marcus, Lorenz, Conrad, Patricius, Gebhard 
und Raymund von Konstanz nach Zurzach. 
Copie : Stiftisches Copialbuch Ms. in Aarau. 

1348 Nov. 10. Die Zürcher rauben alle Reliquien u. Schätze 255 
von Ein siedeln und bringen sie nach Zürich. Auf 
Bitten des Stifts wird der Raub wieder zurückerstattet. 

Druck: F. Hemmerlin, De furto reliquiarum. IVotiz : Schweiz. Arch. 
f.Volksk. IV.p.93. 

um 1352. Abt Johann von Petershäusen schenkt eine Reli- 256 
quie von S. Gebhard Ep. auf Verwenden des Heinrich 
von Diessenhofen, Gustos von Bero-Münster, in diese 
Kirche, wo letzterer, unterstützt durch Probst Jakob von 
Rinach das Haupt des h. Pancratius mit einer neuen 
Fassung geziert hatte. 

Druck : Geschichtsfreund 32 p. 161 . 

1353 Apr. 26. Die Predigerkirche von Basel erscheint im 257 
Besitz von Reliquien der 11000 Jungfrauen. 

Orig-.: Perg. Indulgenzurk. Prediger n. 429 im St. A.Basel ; weitere 
16 Ablassbriefe, welche bis 1385 diese Reliquien erwähnen, tragen die 
mn. 430, 434, 492, 493, 497, 502, 509, 522, 523, 527, 555, 556, 617, 
639, 687, 688. 

1353 Sep. 17. Rudolf von Rinach zu Trostberg schenkt eine ^58 
Reliquie von der Rippe des h. Lorenz M. aus Schloss 
Kyburg, verschiedene Reste von mehreren Heiligen und 
Ueberbleisel (caro cum cute) von S. Pelagius M., die 
in Gegenwart Kaiser Karls IV. aus dessen Sarkophag 
entnommen waren, nach Beromünster. 
Druck : Geschichtsfreund Bd. 10 p. 15. 

J353. Pelagiusreliquien gelangen von Konstanz nach 259 
Uster. 

Notiz: Voegeli, die alte Kirche von Uster p. 4. 



1354:— 1357 



55 



1354. Kaiser Karl IV. besucht Einsiedeln und nimmt die 
Hälfte des Hauptes des h. Sigismund und die Hälfte 
des Armes des h. Moriz nebst andern Partikeln mit und 
schenkt sie nach Prag. 

Druck : Heinrich v. Ligertz Grfr. 31 p. 260. Notiz : Tractatus p. 9. 
Die Morizreliquie war von Bischof Ulrich v. Augsburg, die Sigismund- 
reliquie von Bischof Hartmann von Chur geschenkt worden, s. oben. 
Eeg. 62u. 81. 

1356—1365 März 5. Abt Nikolaus I. von Einsiedeln (1356 
bis 1365) schenkt dem Kloster Wurmsbach ein „sant 
Urslen hopt mit heltum". 

Druck: M. Gr. H. Necrol. Germ. I. p. 601. Unter „S. Urslenhopt" 
ist das Haupt einer der llOüO -Jungfrauen zu verstehen. 

vor 1357. Königin Agnes, Tochter König Albrechts L, ver- 
ehrt dem Kloster Königs felden u. a. eine silberne Hand, 
neun kristallne Reliquienmonstranzen, sechs elfenbeinerne 
Büchsen, drei elfenbeinerne Laden, zwei hölzerne Laden 
für Heiltum und eine hölzerne vergoldete Lade mit der 
Schulter des h. Lorenz. 

Reg. : Stammler, kath. Schweiz. Blätter 1885 p. 315. 

*vor 1357. Königin Elisabeth, Witwe des Königs Albrecht I. 
stiftet der Kirche Königs felden ein „geschlagenes sil- 
bernes Haupt mit Heiltum der h. Verena. 
* Reg. : Stammler, Kath. Schweiz. Blätter 1885 p. 315. 



^*CiClWC.tM • It-Kf »i.-^- 



260 




261 



262 



263 



S. KRIOOLIN. 
Miniaturmalerei des XV. Jh. zu Säckingen. 

1357. Reliquien des h. Fridolin werden von Säckingen 264 
nach Basel gesandt. 

Notiz: Kath. Schweizer Blätter 1896 p. 434. 



56 1357—1363 

1357. Herzog Rudolf IV. von Oesterreich (f 1365) schenkt 265 
seiner Tante Königin Agnes (f 1364) einen Dorn von 
von der Krone Christi, an dem man noch Blut sah; sie 
vergabte ihn nach Königsfelden. 

Orig. : Königsfelder Chronik p. 109. Notiz : Stammler, der sog. 
Feldaltar p. 73. 

1357. Königin Agnes schenkt dem Kloster Königsfelden 266 
ein goldnes Lädlein mit viel Heiltum und ein solches 
mit vier Kristallen ; in demselben lag ein goldenes, zwie- 
fach mit guten Steinen besetztes Kreuz, das einen Dorn 
von der Krone des Herrn enthielt. 

Keg. : Stammler, Katli. Schweiz. Blätter 1885 p. 322. Ueber die 
Dornsplitter s. z. J. 1261. 

1358 Sep. 9. Im Reliquienverzeichnis der Pfarrkirche von 267 
Burgeis (am linken Etschuf er bei S.Valentin) erscheint 
Heiltum von „S. Emmerita, soror S. Lucii regis An- 
glorum". Weihender Bischof ist Peter von Chur (1355 

bis 1368). 

Druck: P. Goswin, Chrou. des Stiftes Marienberg .. . p. 101. Eine 
Schedula des XV. Jh. im Besitc des Verfassers hat die Aufschrift : 
„De ossis sce Emite vü'ginis sororis sei lucii". 

1358 4. kl. Okt. Im Reliquienrodel von S. Martin im Pas- 268 
seyerthal erscheint Heiltum von SS. Grallus, Chuni- 
gund, Emerita und Moriz. Weihender Prälat ist Bi- 
schof Peter von Chur (1355—1368). 

Druck: P. Goswin, Chron. des Stiftes Marienberg . . . p. 101 — 102- 
Chunigund wird auf einer Originalzedula zu Chur XV. — ^XVI. Virgo 
genannt und ist zu unterscheiden von der gleichnamigen Kaiserin, wie 
von der Jungfrau von Eichsei. 

1380 Apr. 25. Basel. Bischof Johann Senn von Münsingen 269 
(1335 — 1365) schenkt dem Dom von Basel neuerlich von 
Rom angekommene Reliquien von S. Paul, Caecilia, 
Pankraz, Fabian, Sebastian, den unschuldigen 
Kindlein, Agnes, der 10000 Märtyrern, Dorothea, 
Urban, Petronella, Georg und Lucia. 

Orig. : Perg. Urk. Domstift n. 119 au. b. Staatsarch; Basel; die 
Keliquien teilweise wieder aufgezählt i. J. 1488 im Perg. Fascikel 
11. 417 ebenda. 

1363 Basel. Bischof Johann Senn von Münsingen weiht 270 
das Münster von Basel von neuem, nachdem er die Re- 
liquien, die Bischof Adalbero bei der ersten Weihe bei- 



1365 



57 



gesetzt hatte und die nach der Zerstörung des Altars 
(beim Erdbeben) unversehrt gefunden worden waren, 
wieder eingeschlossen hatte. 

Notiz: Gerung, Chron. Episc. Bas. Druck : in Scriptores rer. Basil. 
Minor, p. 326. 




Bisehof Johann II. von Basel erhält von S. PAUL einen Zahn 
und verehrt ihn in einer Monstranz gefas3t der Patronin seiner Kathedrale. 

Miniatur voa 1360 im Basel. 

1365. Kaiser Karl IV. öffnet auf der Heimkehr von Avignon 27i 
zu S. Maurice das Grab des h. Sigismund und seiher 
zwei Söhne; das Haupt nimmt er mit, der Leib wird in 
einen Schrein gelegt. Am folgenden Tag besah er den 
Leib des h. Moriz, da aber der Graf von Savöyen nicht 
leiden wollte,, das derselbe zerteilt werde, erhielt er nur 
des Heiligen Beil. 



58 



1365—1385 



Orig". : Chronique de Savoie. Druck : Archiv f. Schweiz. Gesch. 
Bd. 10 p. 166. Jfotiz : Briguet, Valesia Christ, p. 159; Furrer, G. des 
Wallis in. p. U4. 

1365. Der Abt von S.Maurice schenkt dem Kaiser Karl IV. 
Reliquien von S. Sigismund R., die nach Prag ge- 
langen. 

IVotiz : Neues Archiv f. alt. d. Greschichtskunde Bd. 19 p. 245. 




273 



274 



1366. Verzeichnis der im Sarkophag der h. Theodul in 
Sitten gefundenen Reliquien; es enthält u. a. Heiltum 
von: S. Moriz, Exuperius, Candidus, Innocentius 
MM., Theodul und Othmar. 

Druck ; Memoires et Documents de la Suisse romande Bd. 33 p. 297 ; 
Stückelberg Eeliquien ... p. 19. 

1368 Peb. 4. Bruder Burcard von Aschenburg und der Kon- 
vent des deutschen Ordens in Birgelau in Preussen 
geben dem Priester Conrad von Mülhausen aus dem 
Elsass auf seine und Dietrichs von Brandenburg, Com- 
thur zu Bern, Bitte Reliquien der Heiligen Vital imd 
Pankratius zu Händen der Pfarrskirche in Hitzkirch, 
Konstanzer Bisturas. 

Origr. : K. StaatsarchiA^ Stuttgart. Copie: lateinisch. St. A. Luzeru. 
Druck: Gesch ichsfreund Bd. 10 p. 262. 

1376 Nov. 30. Graf Amadeus VI. von Sa voyen (1343— 1383) 275 
schenkt dem Morizpriorat zu Senlis einen Armteil von 
S. Moriz, den er einst (1365) in Gegenwart Kaiser 
Karls IV,, von Abt Johann Bartholomsei von S. Maurice 
(1356-1376) erhalten hatte. 
Druck: AA.SS. Sep.VI. p.389. 

1 379. Das Inventar der Leutkirche 
zu Bern führt auf „einen arm 
mit sant leonhartz vinger 
\md III grössi höpter". 

Orig-.: St. A. Bern. Mitg-. von 
Hw. Msgr. Stammler. 

um 1385. Gesandte der Gemeinde 
Malters erhalten in Sitten 
Heiltum von der Joders (= 
Theoduls) Glocke mit der 
Verpflichtung den dritten Teil 
jedes Samstags zu feiern. sigei ^ii^ShAm^L^BaseL 



276 



277 



1387—1396 59 

[Solche drittel oder halbe Feiertage nennt das Volk 
„Hosenwechsler", weil man die Arbeits- mit den Peier- 
kleidern im Lauf des Tages vertauscht.] 
Orig. : Pap. Urk. von 1585 St. A. Luzern. 

1387 Apr. 28. Beltramo da Brossano, Bischof von Como 278 
transferiert feierlich den Leib des B. Manfredus (Settala 
aus Mailand (f 1217 Jan. 27.) in Riva S. Vitale. 
Notiz : Borrani Ticino Sacro. p. 195. 

1396 Jul. 1. Heinrich, Bischof von Ternepolis (1387- 1408), 279 
gemeiner Fürseher des Bischofs Burkhard L von Kon- 
stanz (1387— 1398) weiht in der Burg G-rüningen einen 
Altar in der Ehre „der hochgelopten himelkünginen, Jung- 
frowen marie gottes gebererin, und der heiigen, Sannt 
martis des bischoffs, Sant Gallen des bichters. Inn dem 
selben altar gewürckt sind dis nachgeschribnen heiltum, 
Von der milch der wirdigen muter gotz der Jungfrowen 
raarie, Sant Johansen des toufers, der heiligen zwölf 
botten, Sant bartlimes und vilip, der heiigen un- 
schuldigen Kindli, Sannt Dyonisi und plasy der bi- 
schofFen und marterern, Sant ypolliten, Sant cris- 
toffel. Sannt pancratzy, Sant valentini, Sant cosme 
und damiani, Sant maurity, Sannt marcis, Sant ni- 
clay, Sant ulrici der bischofen, Sant luci, Sant marie 
raagdalene, Sant angnetis, Sant apolonie, Sant 
emerite, Sant clare der heiigen Jungfrouwen und mar- 
teren, Sant elisenbet der witwen. " 

Copie : Griininger, Bergerbiicli von 1519, Ms. F. 11. 185 p. 109. St. 
A. Zürich. Der Weihbischof lieisst oft Terniopilensis, oft Thermipo- 
J(^i)sis Freib. Dinecesenarchiv VIT. p. 219. 

1396 Jul. 1. Heinrich, Bischof von Ternepolis, gemeiner 280 
Fürseher des Bischofs Burkhard I. von Konstanz (1387 
bis 1398) weiht in der Burg Grüningen einen Altar in der 
Ehre „der heiigen dri Küngen, Sant Jörgen des martrers, 
Sant anthoni des bichters. In dem selben altar ver- 
würck ist dis nachgeschriben heiltum Der heiigen dri 
Küngen, Sant Jörgen, Sant larentzen, Sant oswald, 
Sant arbogast, Sant erhartz, Sant gebhartz, Sant 
dorothe, vSant vortunaten, Sannt emerrentziane, 
Sant cristinen, Sant freuen, Sant catrinen, und 
vil heiltumbs, von den einlif thusent megten, und 



60 1396—1401 

andrer heiigen die man nit all geschriben kan, und von 
alter vergessung verplichen sind." 

Copie : Grrünmger, Bergerbuch von 1519 Ms. F. II. 185 p. 109—110. 
St. A. Zürich. 

1396 Jul. 15. Beim Brand von Kirche und Stadt Zo fingen 281 
rettet der Prior der Johanniter von Reiden etliche Re- 
liquien. 

Notiz : Frickhardt, Chronik der Stadt Zofingen 1811 I. 2 p. 158—159. 

1396 Dez. 17. Die Predigerkirche von Basel erscheint im 282 
Besitz von Innocentesreliquien. 

Oriff.: Urk. St. A.Basel; Prediger n. 710. 

1397 Jul. 3. Beim Guss der grossen Glocke zu Luzern 283 
wird Gold der h. Drei Könige aus Zofingen und eine 
Theodulsreliquie aus Sitten eingeschlossen. 

Orig. : Hofmeyer, Büi-gerbuch, Ms. Luzern. Druck : Geschichtsfr. 
Bd. 22 p. 158. 

1399. Im Bistum Lausanne treten Ketzer auf, welche die 284 
Reliquien verwerfen. („Miracula per intercessiones, Sanc- 
torum et eorum reliquias nihil faciebant".). 

Druck: Fribui-gum Helvet. Nuythonise ed. Ksemy p. 511. 

XIV. Jh. In einem Reliquienkreuz zu Beromünster wird 285 
Heiltum eingeschlossen von S. Jakob Maj. A., Lukas 
Ev., vom Haupte Johannis B., von Arbogast M., 
Theodor, Stephan Protom. , Placidus M. und vom 
Felsen S. Michaels (vom Monte Gargano). Die 3 
gotischen Majuskelinschriften lauten: f Reliqe sei Jacobi 
apli maioris s. luce ev et de capite s. Johis Bapt. j- . . . . 
(d)e cor(pore) raartyri Arbogasti . . . Theodori c(or)pore 
et f relique s. Stephi prothorar. s. Placidi mr et de petra 
s. Mychaelis. 

Orig. : Saki-istei Beromünster ; vidi 1886. 

J40I Mai 15. Br. Heinrich Zugger 0. Cist., Bischof von 286 
Termopolis, Suffragan von Konstanz (1387 — 1408) weiht 
die Burgkapelle von Baldegg und schliesst im Altar 
Reliquien ein von S. Jodocus, Laurentius, den 10000 
Rittern, S. Georg, Vincentius, Cornelius, Gangolf, 
Paulus Erem. , Gilgan, Valerius, M. Magdalena, 
Margaritha, Katharina, Lucia, Afra, Verena und 
den 11000 Jungfrauen. 

Beg. : Estermann, Gesch. der alten Pfarrei Hochdorf 1891 p. 136. 



1401—1418 61 

1401 Sep. 12. Bern. Johann Münch v. Landskron, Bischof 287 
von Lausanne (1393 — 1405) weiht die Kapelle von Mar- 
bach und deren Altar in der Ehre der h. Jungfrau, des 
h. Nikolaus und anderer Heihgen und schliesst Reliquien 
ein von S. Moriz, Ursus und deren Genossen, Tibur- 
cius, Valerian und Maximius, von der Karnmer, da 
Jesus Blut schwitzte, vom Stein, da Martha zu ihm 
sprach, vom Ort, wo Adam geschaffen wurde, vom 
Calvarienberg, von der Erde, wo das Kreuz gefunden 
wurde, vom Stein, wo S. Johannes B. enthauptet wurde, 
von der Erde, wo der Engel Jesum den Hirten ver- 
kündete. 

Orig. : Kii-chenlade Marbach. Druck: Geschichtsfr. Bd. 5 p. 273 
bis 274. 

1407. Für das Haupt einer der 11000 Jungfrauen wird 288 
ein silbervergoldetes Brustbild für den Dom von Chur 
erstellt. Die Inschrift lautet : -f- caput factum in honore 
sanctarum ursule et sodalium anno domini millesimo 
quadringentesime septimo. 

Orig'. : Minuskelinschrift am genannten Brustbild im Domschatz 
zu Chur. 

1409 crastino Alexii. Georg, Bischof von Demetrias, Ord. Pred., 289 
Suffragan von Basel, weiht den Altar beim Eingang der 
Kirche zu Schönthal neu; er schloss, wie es scheint, 
die alten Reliquien wieder ein, und dazu eine von S. 
Dominicus 0. 

Druck: Urkundenb. der Landsch. Basel hsg. v.Boos I. p. 11. 

1414. Beim Brand der Klosterkirche zu Fischingen bleibt 290 
das Haupt der h. Idda erhalten. 

Notiz: Burgen er. Die Wallfahi-tsorte der kath. Schweiz 1864 p. 242. 

1414. Kaiser Sigismund erhält zu S. Maurice Sigismund- 291 
reliquien für die Paulinerkirche auf der Donauinsel. 

Notiz : F. Sigismund de S. Maurice, Hist. du glorieux sainct Sigismond 
Lyon 1666 p. 302— 305. 

1418 — 1438. Burkard von Weissenburg, Abt von Einsiedeln 292 
(1418 — 1438) lässt einen neuen Rehquienschrein („Aller- 
heihgen" genannt) machen und füllt ihn mit Heiltum. 
Das Verzeichnis derselben s. z. J. 1598. 
Notiz: Lib. dot. Tractatus p.9. 



62 1425—1440 

1425 Nov. 8. Das Reuerinenkloster S. Maria Magdalena zu 293 
Basel erscheint im Öesitz des Hauptes von S. Claudius 
und dem eines der 200 Mohren. 

Orig. : Perg. Urk. St. A. Basel, S. Mar. Magd. n. 399. 

1430 Apr. 18. Die Kanoniker von Zur zach tragen in feier- 294 
licher Prozession den Schrein der h. Verena V. herum; 
Volk von Brugg nimmt Teil. 

Druck: M. G. H. Necrol. Germ. T. I. p. 609. 

1431 — 1449, Nikolausreliquien werden von Hauterive 295 
nach S. Nikolaus in Freiburg i./Ue. verehrt. 

Notiz : Hdschrftl. Bemerkung von Max de Techtermann zum Ke- 
liquieninventar von 1499 (s. dort). 

vor 1437. Ein Teil vom Haupt des h. Johannes Baptista 296 
gelangt aus Zug ins Frauenkloster S. Agnes zu Schaff- 
hausen. 

Druck: Rüeger Chronik I.p.287; vgl. des Yerf. „Translationen" p.8. 

1438 Basel. Aeneas Sylvius, der spätere Papst Pius IL 297 
schreibt, Basels Kirchen besässen viele Reliquien, un- 
geheurer Verehrung wert. „lisdem ecclesiis sanctorum 
raultse reliquise, veneratione et ingenti honore dignse." 

Notiz : Aenese Sylvii Basilese Descriptio. Druck : Scriptores rer. 
Basil. p. 365. 

1439 Jul. 24. Die Kapitelherrn von Zurzach ziehen nach 298 
Einsiedeln mit dem kleinen Schrein (sarcophagus), in 
welchem der Zahn der h. Verena V. liegt. 

Druck : M. G. H. Necrol. Germ. T. I. p. 611. 

1439. Die Leiber des h. Lucius Cf. und der h. Emerita V. 299 
M. ruhen im Kloster St. Luzi in Chur; dieselbe That- 
sache wird 1458 — 1462 und 1511 erwähnt. 
Druck : J. G. Mayer, St. Luzi p. 5—6 u. 173. 

1440 Feb. 3. Johannes, Bischof von Caesarea, Weihbischof 300 
von Konstanz (1430 — 1440) Generalvikar schliesst zu 
Wettingen folgende Reliquien ein : Im Felix- und Regula- 
altar : von den Gebeinen und den Kleidern der hh. Felix und 
Regula, vonS. Sebastian, S.Stephan,Lorenz,Andreas 
Ap., den unschuldigen Kindern, Georg, Oswald R. 
und Gallus Cf. Im rechten Seitenaltar: von den Broten, 

die der Herr gesegnet, von S. Christoph, Sylvester 
PP., Gregor PP., Georg, 11000 Jungfrauen, Othmar 



1441—1444 63 

Cf., von den Rippen der hh. Marcellus und Exuperan- 
tius. Im linken Seitenaltar: von SS. Christoph, Os- 
wald, Constantia V. M., Tochter Constantins des 
Grossen, Gereon, Apollinaris und den 11000 Jung- 
frauen. 

Druck : Archiv des Hochlobl. Gottshauses Wettingen p. 59. 

J44I Sep. Im Kreuzgang des Karthaus in Klein-Basel wird 301 
ein Altar geweiht und mit Reliquien von S. Vincenz, 
Moriz, MM. Lucia V.M., von der Krippe des Herrn, 
vom h. Grab und unbenanntem Heiltum (de pluribus 
sanctis aliis non tituiatis) versehen. 
Orig. : Urk. Karthaus n. 151. St. A. Basel. 

J44I. Im Kreuzgang der Karthaus zu Klein-Basel wird 302 
. ein Altar mit Reliquien versehen vom Haar der h. Jung- 
frau, vom Stein, auf dem das Kreuz stand, vom 
Schweisstuch, von den Innocentes, von S. Lorenz, 
Oswald, Martin, Silvester PP., Benedikt, Bernard 
Ab., M. Magdalena, Ursula, Barbara und mehrern 
Heiligen, deren Namen nicht bekannt war. 
Orig-.: Urk. Karthaus n. 151. St. A. Basel. 

J44I. Im Kreuzgang des Karthaus von Klein-Basel wer- 303 
den folgende Reliquien in einem Altar eingeschlossen : 
von' der Geisselsäule, von S. Andreas, Vitus, Mo- 
destus, Crescentia, Lorenz, Gervasius und Pro- 
tasius, Donatus, Alban, Aurea und Gefährten, Ca- 
lixt PP., Ursula, Justina, Claudia VV. MM. und 
Pelagia. 

Öri^. : Urk. Karthaus n. 151. St. A.Basel. 

.1441 Okt. In einem Altar des Kreuzgangs des Karthaus zu 304 
Klein-Basel werden Reliquien reponiert von der 
Geisselsäule, vom h. Grab, de loco agonie, vom Grab 
Marise, S. Nikolaus und Csecilia. 
Orig". : Urk. Karthaus n. 151. St. A. Basel. 

1442. EHsabeth v. Matsch, Witwe des letzten Grafen von 305 
Toggenburg, vermacht dem Prämonstratenserkloster Rüti 
eine grosse Monstranz mit einer Dornpartikel von der 
Krone Christi. 

Druck : Mitt. A. antiquar. Gesellsch. Zürich LXI. p. 211. 

1444. Abt Eberhard IL, Swager von R h e i n a u (1440—1466) 306 
lässt für sein Kloster einen Reliquienschrein, bekleidet 



64 



1446—1447 




S. MORIZ, 

Gravierte Fi«ur auf dem 

Bheinauer Beliquienschrein 

von 1444. 



mit vergoldeten und reichgravier- 
ten Kupferplatten, fertigen- Die 
fünfzeilige schöne Minuskelin- 
inschrift am Boden des Schreins 
lautet: Anno. dni. m**. cccc". 
XLIIIP. conpletum. est. hoc. 
opus. per. venerabilem. dominum, 
eberhardum. swager. abbatem in 
rinouw. Eine Hand des XVI. 
oder XVII. Jahrhunderts gra- 
vierte auf den Deckel die In- 
schrift: Antiquitus sarcophagum 
capitis S. Findani. 

Orig-. : In Privatbesitz; Vidi 1899. Copie: Schweiz. Inschriften- 
sammlung, Ms. des Verf. ; Vita S. Fintani p. 141. Abb. : Vorderseite 
in Vita S. Fintani Ms. im Stiftsarchiv Einsiedl. p. 151, ungenau. 



1446 Nov. 15. Konstanz. Der Kon- 
stanzer Generalvikar gestattet die 
Translation der Reliquien des 
h. Find an 0. zu Rh ein au. 
[Joannes Link, vicar. general. 
Henrici Ep. Const., ut reliquise 
S. Findani Conf. diu in ab- 
sconso positse . . . nunc inventse et 
exhumatse . . . sacrariis imponendi 
ac de loco in quo repertse sunt, 
ad alium vestri monasterii locum 
magis reverenter honestum trans- 
ferendi concedimus . . . proviso 
tarnen ut infra limites dicti vestri 
monasterii . . . maneant . . .] 

Copie : A. in Privatbesitz. B. in Cus- 
todia. Pap. Ms. in Einsiedeln. Reg. : Rep. 
Rh. I. C. I. n. 11. Notiz: v. d. Meer 
p. 125. 

1447 — 1452. Franz von Rechberg, 
Abt von Einsiedeln (1447 bis 
1452) lässt ein silbervergoldetes 
Reliquienkreuz („ conventualis " 




30T 



308 



S. FIXDANUS 0. 

Miniatur des XIII. Jh. 

in Zürich. 



1448—1452 65 

genannt) herstellen und mit Reliquien füllen. Das Ver- 
zeichnis derselben s. z. J. 1598. 
Notiz: Tractatus p. 9. 

1448 März 3. Drei Männer dringen in die Kirche von Ein- 30^ 
siedeln, stehlen Reliquien/ darunter von der h. Jung- 
frau (puta de pilis, de lacte, de vestimentis et zonis), 
von Christus (spine de Corona dni) und bringen sie 
nach Zürich. 

Druck : F. Hemmerlin, De furto reliquiar. F. Sicher's Chronik. St. 
Gallen 1885 p. 9. 

1448 Mai 12. Die Zürcher erstatten auf Bitte des Herzogs aio 
Albrecht VI. von Oesterreich (f 1463) die zu Einsie- 
deln geraubten Reliquien zurück. 
Druck : F. Hemmerlin, de ftirto reliquar. 

1448. Ein grosses Crucifixusbild im Schiff der Kirche von 311 
Belfaux, das von einem Lausanner Bischof geschenkte 
Reliquien enthält, bleibt von den Flammen unberührt. 
Anton V. Montenach zählt später das Heiltum auf, als : 
von einem Dorn der Krone Christi, vom Kreuzesholz, 
vom Gürtel Marise, vom Kreuz Petri, vom G-ebein des 
h. Moriz und Pankraz und vom cilicium des h. Mar- 
cus. [Viele Triumphkreuze, z. B. in Plums, Windberg, 
Bamberg, Doberan, Dietkirchen und Murbach, enthielten 
Reliquien.] 

Notiz: Friburjj-um Helvet. Nuythonise ed. Esemy p. 290, 291 u. A. 4. 

1448. Die Augustiner von Memmingen vergaben eine Kreuz- 312 
Partikel , welche durch viele Hände geht und später 
nach Mannenbach (Thurgau) gelangt. 
Notiz: Kuhn, Thnrg. Sacra I. p. 95. 

1450. Die Kirchgenossen von Baar senden sechs Männer 313 

nach Sitten, um- Reliquien von S. Theodul zu erbitten. 

Orig'. ; Jahrzeitbuch von Baar. Notiz : Geschichtsfr. 24 p. 174. 

1452 2 kl. Mai. Rom. Papst Nikolaus V. gibt Ablass für die 314 
Besucher der Klosterkirche Klingenthal in Klein-Basel 
(Dioez. Konstanz), wo der Leib (gloriosum corpus) der h. 
Euphrosyna V- M. ruht. Diese ReHquien wurden später 
(bei der Glaubensspaltung ?) ins Kloster Muri transferiert, 
von wo die Pfarrkirchen Muri und Bremgarten sowie die 
Kapelle von Siebeneich (Obwalden) Partikeln erhielten. 
Copie : Copialbuch Muri L. 






€6 1453—1456 

1453. Dem Markgrafen Friedrich von Brandenburg und 315 
seinen Reisegefährten, u. a. dem Peter Rot und seinem 
Vetter Hans zem Rosen, Barfüsser von Basel werden im 
Dom zu Gandia die Reliquien gezeigt, darunter das 
Haupt von „S. Thytus, der do der 72 junger einer was", 
das Haupt von S. Barbara, ein Arm von S. Blasius, 
S. Andreas und S. Stephan, ferner zwei Zähne, die 
der h. Apollonia ausgeschlagen worden sind. 

Druck : Beitr. z. vaterl. Gesell. . . . Basel N. F. 1. 1882 p. 403. 

1453. Den Kirchen von Därstetten, Zeningen, Spiez, 316 
Aeschi, Adelboden, Frutigen, Leissigen, Grindel- 
wald, Köniz, Büttemberg, Neuenstadt, Twanri, 
wird durch den lausanne'schen Visitator vorgeschrieben, 
die Reliquien sollen, wenn möglich, rait pergamentenen 
Cedulse versehen werden, nach stattgehabter genauer 
Erkundigung, von welchen Heiligen und welchen Glie- 
dern sie stammen. In Grindelwald soll auch der Re- 
liquienbehälter neu gemacht werden. 

Druck : Abhandlungen des liistor. Vereins des Kts. Bern I. 1848 
p. 258, 270, 271, 272, 274, 276, 277, 278, 290, 293, 302, 301, vgl. 
auch 341. 

1453 Juli. Die bischöflich lausanne'schen Visitatoren werden 317 
von Geistichkeit und Volk von Biel mit Reliquien, Kreuz 
und Fahnen vor der Stadt eingeholt. 

Ifotiz : Abhandlungen des histor. Vereins des Kts. Bern I. 1848 
p. 366. 

J453. Michael von Meggen schenkt, zurückgekehrt aus dem 318 
hl. Land, eine Reihe namentlich aufgeführter Reliquien 
an die Kirche von Malters. 

Orig. ; Urbar aller Pfründen. Ms. St. A. Luzern p. 332. 

1456 Mai 8. Maioria. Der Bischof von Sitten sendet an 319 
Schultheiss und Rat von Luzern Reliquien von 
der Glocke S. Theoduls zu Händen der Kirche in 
Rüggeringen (bei Rotenburg) unter dem Vorbehalt, 
dass daselbst S. Theoduls Tag gefeiert werde crastina 
assumpt. b. virg. 

Orig. : Fragment im St. A. Luzern ; mitg. von Herrn Staatsarcliivar 
Dr. Th. V. Liebenau. 

11456 Jul. L Item hec reliquie invente sunt in ecclesia sancti 320 
stephani in inferiori ecclesia (zu Chur) in una vasa 



.^••".'Vj;v'''- 



1458—1462 67 

argentea et reputantur pro sacramento eukaristie et nos 
comburimus et posuimus huc ad reverenciam et digni- 
tatem sacramenti. inventa sunt in vigilia visitacionis bea- 
tissime et intemerate virginis marie anno domini ra**. 
cccc^ LVI. infra horam decimara. 

Orig'. : Papierzeddel des Domschatzes Chur ; copiert und einge- 
sehen bei Sr. Hw. Hrn. Domdel?:an Tuor 1898. 

1458 Nov. 24. Nikolaus, Bischof von Tripolis und General- 32L 
vikar des Bischofs von Basel weiht in der Dominikanor- 
kirche zu Basel den Altar des h. Vincentius Cf. und Dr. 
und schliesst Reliquien ein von den hh. Petrus Martyr., 
Sebastian M., Demetrius M., Barbara V.M., Jus- 
tina V.M. und den 11000 Jungfrauen. 

Orig-.: Perg. Urk. Prediger 989 St. A. Basel. Notiz: Burkardtu. 
ßiggenbach, Die Dominikanerklosterk. in Basel 1855 p. 7. 

J459. In der Andreaskapelle zu Basel liegen Reliquien vom 322 
Kreuze Christi und Kreuze Andrese, ferner von den 
Heiligen: Lücia, Othilia, Erhard, Johann B., Niko- 
laus, Margaretha, Jakob Ap., Johann und Paul, 
Lorenz, Bernhard, Valentin, Moriz, Desiderius, 
11000 Jungfrauen, Mathäus, Alban, Pantaleon, 
Apollonia, Morandus, Regina, Blasius, Joseph von 
Arimathia, Christoph, Martin, Fides, Oswald, 
lOpOO Ritter, Antonius, Onuphrius, Fabian, Se- 
bastian, Arbogast, Ursula, Patricius, Wendelin, 
Barbara, Anastasia, Magdalena, endlich Erde, auf 
der Christus gemartert wurde, solche aus der Adam 
geschaffen, und solche, wo Christus gen Himmel fuhr. 
Von den 11000 Jungfrauen waren 29 Häupter da, in 
einem hölzernen Caput endlich Heiltum von S. Mathias 
und ein vergoldeter hölzerner Arm. 

Orig.: Pap. Hdschr. St. Andreas B.fol. 148— 149 ; 155,158 St. A. 
Basel. 

3462. Die Gebeine des h. Sulpitius werden von Ober- 323 
balm nach Bern überführt. 

Notiz: H. Türler, Meister Joh. Bali .. . p. 14; schon 1480 taucht 
Sulpitius als Yorname in der Stadt Bern auf. Haller, Bern in S. Eaths- 
manualen I. p. 168. 

3462 Jun. 5. Johannes Bali anerbietet sich, das Haupt des 324 
h. Vincentius zu Köln heimlich zu nehmen und nach 
Bern zu bringen. 



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68 1462—1464 

Druck ; H. Türleiy Meister Joh. Bali . . ., Neujahrs-Blatt der littorar. 
Gesellsch. Bern auf das Jahr 1893 p. 13. 

1 462 Dez. Johannes Bali verschafft sich auf heimliche Weise 325 
das Haupt des h. Vincentius, das in kostbarer Passung 

in der Lorenzkirche zu Köln lag. Er reist damit nach 
Rom um Absolution und Ablass zu erwirken. 
Notiz : H. Türler, Meister Joh. Bali . . . p. 15. 

1463 Mai 25. Das Vincentiushaupt kommt nach Bern 326 
ins Münster und wird mit grossen Ehrenbezeugungen 
empfangen; die Reliquie wird in Gold und Edelstein ge- 
fasst, das Translationsfest jährlich am 23. Sept. begangen. 

Druck : B. Tschachtlan in Quellen z. Schweiz. Gesch. Lp. 219— 220. 
Weitere Litteratur bei Stammler: Die St. Vinzenz-Teppiche. Luzern 1890 
p. 45 A. H. Türler, Meister Joh. Bali ... p. 16; Türler meint 
(p. 17), das Haupt sei nicht gefasst worden, weil die Fassung in dem 
Inventar von 1528 nicht aufgeführt werde. Es ist indes ganz undenk- 
bar, dass man die Eeliquie ohne Fassung gelassen habe; vielleicht 
bestand sie nur aus vergoldeter Bronze. 

1463. Johannes Bali rät dem Rat von Bern, vom Papst ein 32? 
Haupt, oder zwei, und andere Gebeine von den 10000 
Rittern, die zu Rom, wo S. Paul enthauptet wurde, liegen, 
samt Ablass zu erwerben. 

Notiz : H. Tiü-ler, Meister Joh. Bali ... p. 18. 

1463 Aug. 27. Bürgermeister und Rat von Köln beschweren 328. 
sich bei Bern, dass das Vincentiushaupt, das an zwei- 
hundert Jahre in 'der S. Lorenzkirche gelegen habe, 
„heimlich und dieblich" weggenommen worden sei. 
Notiz : H. Türler, Meister Joh. Bali ... p. 18. 

1463 Okt. 3. Bern. Der Rat von Bern bittet die Stadt 329' 
Köln, zu entschuldigen, wenn er das Vincentiushaupt 
nicht zurückgebe; es sei geschenkt worden und vielleicht 
durch „göttliche Schickung" nach Bern gekornmen. 

Druck : Der Schweiz. Geschichtsforscher 1827 VI. p. 107 — 1 10. 
Notiz : H. Türler, Meister Joh. Bali . . . p. 19. 

1463 Dez. 30. Köln. Die Kölner erneuern ihre Forderung SSO^ 
auf Rückgabe des Vincentiushauptes zu Bern; die 
Reliquie sei in einer besonders köstlichen und wol- 
dotierten Kapelle verwahrt gewesen. 

Notiz : H. Türler, Meister Joh. Bali ... p. 29. 

331 
1464. Hans Bali reist nach Rom, erwirbt hier Reliquien 

für Bern und bringt sie nach Payerne. 

Notiz : Der Schweiz. Geschichtsforscher VI. p. 1 10 — 1 11. 



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1464 69 

1464 Jan. 16. Payerne. Bali schreibt dem Schulheiss Nik- 332 
laus von Diesbach in Bern und stellt die Bedingungen, 
unter denen er die aus Rom mitgebrachten Reliquien 
der Zehntausend Ritter ausliefern wolle. 

Druck: Der Schweiz. Greschichtsförscher VI. p. 111 — 114. 

1464 Jan. 20. Bali fragt beim Rate von Bern an, wie und 333 
wann er die aus Rom von zwei Kardinälen erworbenen 
Reliquien der Zehntausend Ritter empfangen wolle und 
welche Entschädigung man ihm biete. Er beklagt sich 
über Undank nach der Erwerbung des Vinzenzen- 
hauptes. 

Druck: Der Schweiz. Geschichtsforscher VI. p. 114 — 118. 

1464 Feb. 6. Der Rat und die Zweihundert von Bern be- 334 
schliessen, dem Hans Bali ein Amt oder eine Pension 
sowie eine Altersversorgung zu bewilligen. 

Druck : Der Schweiz. Greschichtsförscher VI. p. 119 — 120. 

1464 Feb. 24. Der Rat von Bern lädt den Meister Hans 335 
Bali ein, getrost nach Bern zu kommen. 

Druck : Der Schweiz. Geschichtsforscher VI. p. 121 — 122. 

1464 Apr. 4. Nikolaus, Bischof von Tripohs weiht den Altar 336 
der h. Catharina von Siena in der Dominikanerkirche zu 
Basel und schliesst Reliquien ein von den hh. Ignatius 
Ep. M., Maccharius Abb., M. Magdalena, Euphemia 
V. und Pelagia peccatrix. 

Origr. : Perg. Urk. Prediger 989 St. A. Basel. Notiz: Burckhardt 
und Riggenbach, Die DominikanerklosterkLi-che in Basel 1855 p. 7. 

1464 Aug. 17. Köln. Bürgermeister und Rat von Köln, 337 
unterstützt vom Erzbischof, Dekan, Kapitel und den 
Kollegialkirchen zu Köln, und vom Pfalzgrafen bei Rhein, 
fordern nochmals das Vincentiushaupt zurück und 
wenden sich zugleich an Zürich, als Haupt der acht ~ 
Orte. 

Ifotiz : H. Türler, Meister Joh. Bali . . . p. 19. 

1464 Aug. 24. Der Rat von Bern ersucht den Meister Bali, 338 
abermals in die Stadt zu kommen, damit man sich münd- 
lich verständigen könne und bietet sicheres Geleit. 
Ifotiz : Der Schweiz. Geschichtsforscher VI. p. 122. 

1464 Sep. 14. Der Rat von Bern erklärt dem Magistrat von 339 
Köln, das Vincen tiushau-pt nicht zurückgeben zu wollen. 
Notiz : Der Schweiz. Geschichtsforscher VI. p. 110. 



70 1464—1467 

1464 Sep. 14. Der Rat von Bern verspricht dem Meister 340 
Bali für seine Gutwilligkeit eine Jahresrente von 50 
Pfund, 20 Mütten Dinkel und 20 Mütten Haber, bezw. 
ein geistliches oder weltliches Amt, das so gut ist wie 
das Stadtschreiberamt von Thun, in welchem Fall die 
Rente um 30 Pfund reduziert würde. 

Notiz: Der Schweiz. Greschichtsforscher VI. p. 122 — 123. 

1464. Gerold von Hohensax, Abt von Einsiedeln (1452 bis 341 
1481) bringt Reliquien aus Rom heim und lässt eine 
Statue der h. Jungfrau machen, in die er Partikeln vom 
h. Kreuz, von der Geisselsäule und von den 11000 
Jungfrauen einschliessen wollte. 
jVotiz : Tractatiis p. 9 — 10. 

1465—1480. Hermann Hirzel, Abt von Muri (1465—1480) 342 
lässt einen "kunstreichen silbernen Reliquienschrein für 
seine Klosterkirche anfertigen ; er existierte noch 1720. 
jVotiz : Murus et Antemui*ale Annot. p. 68. 

1466 Mai 31. Heinrich Brun, ehemaliger Kanoniker und 343 
Subdiakon von Zurzach, nunmehr Kanoniker zu Zürich 
stiftet seinen silbernen Becher (crater) zur Aufbewahrung 
von Reliquien der h. Jungfrau und der Heiligen dem 
Sweder v. Götlikon, Hermann, Dekan, Nikol. Rechburger 
und Barth. Burgower, Kanonikern zu Zürich und zu 
Zurzach. 

Druck: M. G. H. Necrol. Germ. T.I.p. 610. 

1466 Sep. 13. Die Konstanzer ziehen mit einern neuen kost- 344 

baren Reliquienschrein nach Einsiedeln „ do fürt man ain 

nüwen sarch an sant haiigen crütz abent zu den Ain- 

sidelen und den hat gemachet maister Nithart, der kostet 

tusend guldin." 

Druck : Mone, Quellensaminlg. der badischeu Landesgesehichte I. 
]). 349. Euppert, Die Chroniken der Stadt Konstanz p. 260. Mitteilungen 
des histor. Vereins des Kt. Schwyz VII. p. 161. Mitg. v. S. Hw. H. P. Odilo 
ßingholz 0, S. B. 

1467 Mai 15. Rudi Rüegger verehrt der Nikolauskirche zu 345 
Rhein au ein Kreuz mit Heiltum aus der Grotte von 
Betlehem (lac B. V. M.) von S. Vincenz M., S. Anastas 

M., S. Pigmentarius, Gestein vom Grab Marise, von 
der Geisselsäule (Christi), vom Grab Katharinse, vom 



1469—1472 71 

Ort der Beschneidung, vom Haupt und den Zähnen S. 
Findans. 

Orig". : Jahrzeitbuch Eheinau, Auszüge im Arch. Rh. C. I. 8 und 
L.I.6b. Druck: Jahrb. f. Schweiz. &esch. 1900 p. 127. 

1469 Sep. 23. Nikolaus von Gundelfingen, Generalvikar des 346 
Bischofs von Konstanz, weiht zu Hochdorf einen Altar 
den h. Peter und Paul, dem h. Kreuz, Johann B., 
Johann Ev., Bartholomseus Ap., Oswald, Hippolyt, 
Vincenz M., Martin Ep., Agatha, Verena, Marga- 
retha, Gertrud, Afra und Candida, von welchen , 
Heiligen er Reliquien einschliesst. . 

Reg". ; Estermann, Gresch. der alten Pfarrei Hochdorf 1891 p. 108. 

1470. Die vom Himmel gefallenen h. Blutstropfen von Wil- 347 
lisau werden entwendet, [Diese Reliquien stehen in 
Zusammenhang mit einem Sakrileg von 1392.] 

Notiz : Burgener, die Wallfahrtsorte der Kath. Schweiz 1864. p. 126. 

1470. Für einen, angeblich Vom h. Columban geschenkten 34& 
Fuss eines h. unschuldigen Kindleins wird ein neues, 
prächtiges Reliqurar für das Basler Münster erstellt 
durch (den Goldschmied) Oswald. 

Orig'. : Inschrift; vidi 1895. Druck: Stückelberg, Basel als ReK- 
quienstätte p.8 — 9 und Ders : Reliquien p. 25u. 30. Abb. : a. a. 0. Tafel 

in Farbendruck. 

< 

1471 März 5. Mamertus, Bischof von Hebron und General-' 349- 
vikar von Genf visitiert die Kirche von Hermance und 
ordnet die Erstellung eines Schreins für die Reliquien 
des h. Johannes an. 

Orig. : Visitat II. fol. 161. Ms. im Staatsarchiv Genf 

1471. Ritter Hans v. Hallwyl lässt über dem Grab der sei. 350 
Angelsachsen [Pilgrimen MM. ff 1309] zu Sarraen- 
storf einen Sarkophag mit Inschrift errichten. 

Notiz: Burgener, Die Wallfahrtsorte der Kath. Schweiz 18ö4 p. 45. 

vor 1472. Papst Paul II. (1464—1471) schenkt Rehquien nach 
Sitten. 

Reg. : Fim-er, Gesch. des Wallis in. p. 245. 

1472. Der Arm des h. Theodor (aus Bischofszeil) in der 351 

St. Theodorskirche zu Basel wird aus dem Nachlasse 

des Leutpriesters Roman Veringer (f 1470) in Silber ge- 

fasst. 

Notiz : R. Wackernagel in Histor. Festbuch ziu- Basler Vereinigungs- 
feier 1892 p. 281 u. 282. 



72 1473—1474 

J473. Bei der Instandsetzung der Peterskapelle zu Solo- 352 
thurn wurden 34 Leiber, später noch weitere gefunden, 
so dass deren Gesaratsumme die Zahl 60 streifte. 
Iiitt. : Lütolf, Grlaubensboten p. 171. 

1473 Jul. 20. Papst Sixtus IV. beauftragt den Kardinal 353 
Julius della Rovere, Bischof von Lausanne, mit der 
Untersuchung der neugefundenen Thebäergräber zu 
Solothurn. *" 

Druck : AA. SS. Notiz : Amiet, Das S. Ursus-Pftirrstift p. 16 ii. 100. 

1473 Sep. 3. Und gieng man (die Basler) im (dem Kaiser 354 
Friedrich III.) entgegen mit dem heylthumb, bisz zu der 
Wysenbrugk und begleytet in also bisz in das raünster. 

Druck : Heinrich v. Beinheim in Basler Chroniken V. p. 441 . 

H73. Rektor J. Dörfflinger bringt Thebäerreliquien (eine 355 
Rippe) aus Solothurn nach Schwarzenbach. 

Notiz: GrescMchtsfr. Bd. 3 p. 197 u. 202. Estermann, Sehenswürdig- 
keiten von Beromünster p. 69. 

1474 Apr. 17. Der Vikar des Bischofs von Lausanne erhebt 356 
die zu Solothurn beim Umbau der Peterskapelle ge- 
fundenen Heiligen aus „sanct Ursen gesellschafft". 

Druck : H. Sinner, Basl. Chron. IV. p. 361. Fr. Haifner, Der klein 
Solothm-ner Allg. Schaw-Platz 1666 H. p. 178—180. 

1474 Jun. 2. „und darnach schenckten die von Solotorn 357 
gen Basel ein teil des obgenenten heilthüms (nämlich 
aus S. Ursen Gesellschaft) ; und wart gebracht gen Basel 
uff donstag, der da was der ander tag im brachmonadt. 
und wart ein erliche processz inen engegen geschickt 
von denen zu sanct Peter und zu sanct Martin zu Basel; 
und schetzt man, das inen engegen giengent von frowen 
und mannen by 1000 menschen und mer. und wart disz 
heilthum geteilt, ein teil gen sanct Martin, ein teil gen 
sanct Peter." 

Druck: H. Sinner, Basl. Chron. IV. p. 361. 

1474 Jul. 30. Die Ausgaben für die Uebertragung von The- 358 
bäerreliquien von Solothurn nach Luzern werden 
folgendermassen gebucht : „ 1474 Sabatto post Jacobe. 
Item IUI lib. XIIII b. VI. hh. Hans Ferrer gen Sollo- 
torn nach dem Helttum. Item V lib. XIII b. 1 hlr. dem 
statschriber zering u. Rosion euch huserg. vom Ros so 
helttum trug von dem ze reichen. Item VIII lib. Hans 



1474—1476 73 

Ferrer und dem statschriber uff den ritt als sy dz Helt- 
tum reichtten." 

Orig' : Umgeldbuch v. Luzern. Mitg. : von H. Dr. v. Liebenau. 

i474 Jul. 25. Theodorsreliquien gelangen von Bischofs- 359 
Zell nach Basel in die S. Theodorskirche. 

Orig. : ürk. im St. A. Basel. S. Theodor n. 43. Notiz : K. Wacker- 
nagel in Histor. Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier 1892 p. 280. 

1474. Thebäerreliquien von Solothurn werden nach 360 
Zur zach gestiftet. 

Copie: Stiftisches Copialbuch von Zurzach Ms. inAarau; Abschriften 
danach im Pfarrarchiv Zurzach und im Reliquienarchiv des Verfassers. 

.^474. Ein Bote bringt Berhardinsreliquien nach Zur- 361 

zach. 

Copie : Stiftisches Copialbuch Ms. in Aarau. 

H76 März 2. Die Eidgenossen erbeuten im Lager Karls 362 
des Kühnen, Herzogs von Burgund, bei Grandson eine 
goldne Tafel mit Reliquien vom h. Kreuz, der Dorn- 
krone, dem Speer, der Rute, der Geissei, vom h. 
Grab, vom h. Rock, vom Kleid, das Herodes Christo an- 
legte, vom Tischtuch des Abendmahls, von der Tafel 
Mosis, der Rute Aarons u. a. In einer andern goldnen 
Tafel war Heiltum von den zwölf Aposteln u. a. ; in 
einem Stück aus Gold und Krystall war Heiltum von 
S. Andreas; auch im Paternoster des Herzogs waren 
Reliquien. Nach Knebels Angabe beklagte der Herzog 
besonders den Verlust eines Nagels und eines grossen 
Stücks vom Kreuze Christi, von denen niemand wusste, 
wohin sie gekommen. 

Druck : Diebold Schillings Beschreibung <les Burgundischeii Kriegs, 
Bern 1743 p. 296 vgl. Diebold Schillings des Luzerners Schweizer-Chronik, 
Luzern 1862 p. 78; Amtl. Sammig. d. alt. eidg. Absch. II. p. 589; 
Etterlin, Chronik p. 91. 

1476 Mai 15. Luzern. Die Tagsatzung beschliesst folgenden 363 
Abschied betr. Burgunderbeute : „Bern hat begehrt, man 
möchte ihm die goldenen Tafeln und das Heltum um 
den Betrag, wofür sie gewerthet sind, überlassen. Das 
will man heimbringen mit Empfehlung, ihrer Bitte zu 
entsprechen. Die Tafeln, das Heltum . . . . sollen zu aller 
Bundesgenossen Händen zu Luzern aufbehalten werden, 
bis darüber eine Verfügung getroffen wird." 



74 1476—1477 

Orig. : St. A. Luzern: Luc. Absch. B. 64. Be?. : Amtl. Sammig. 
d. alt. eidg. Absch. p. 590. 

1476 Mai 15. Luzern. Im Beuterodel von Grandson werden 364 
aufgeführt: „ein köstlich guldin taffei .... und ist darin 
dz köstlichest Heltum, dz man vinden mag, und mit 
sunderheit von allen stucken im liden Christi und sust 
ob LXXX stucken, merklich; ein guldin köstlich 
taffet .... ouch mit grossem köstlichem heltum ; ein 
köstlich guldin Paternoster mit Heltum ; ein köstlich kri- 
stallen stuckly mit gold beschlagen und ist darin Heltum, 
namhch ein finger von sant Andres und ein stükly von 
sant Andres krütz." 

Origr. : St. A. Luzern : Luc. Abscli. B. 64. Druck: Amtl. Samm- 
lung- n. p. 591. 

1476 Sep. 2. Luzern. Die Tagsatzung beschliesst folgenden 365 
x4bschied betr. Burgunderbeute: Bern begehrt, man 
möchte ihm die goldenen Tafeln und das Heilthum, die 
zu Lucern liegen, verkaufen oder doch wenigstens 
leihen, „dieweil ietz ir Romfart weret". 

Orig. : St. A. Luzern: Luc. Absch. B. 71. Reg. : Amtl. Sammig. 
d. alt. eidg. Absch. 11. p. 614. 

1476 Sep. 8. Zürich. Die Tagsatzung beschliesst betr. Bur- 366 
günderbeute folgenden Abschied: Bern hat gebeten, man 
möchte ihm das Heiligthum aus der Beute, welches zu 
Lucern ist, geben; die gleiche Bitte stellt Schwyz und 
mit diesem der Pfleger von Einsiedeln. Auf dem Tag 
zu Luzern soll man hierüber antworten. 

Orig. : St. A. Luzern AUg. Absch. B. 181. St. A. Zürich Tschu- 
dische Smlg. I. p. 30. Reg. : Amtl. Sammig p. 614. 

1476. Reliquien von S. Urs und seinen Gefährten gelangen 367 
von Solothurn nach Tsny. 

Notiz: Burgener, Die Heiligendes Wallisor-Landes j). 35. 

1476. Herzog Sigismund von Oesterreich (1440 — 1490 f 1496) 368 
lässt zu Solothurn die Reliquien aus S.Ursen Gesell- 
schaft, um die er (infolge eines bei Murten geschehenen 
Wunders) nachgesucht hatte, durch seinen Hofkaplan 
nach Innsbruck abholen. 

Notiz : Haffiier, Der Klein Solothurner Allg. Schaw-Platz 11. p. 187. 
Burgener, Die Heihgen des WaUiser-Landes p. 35. 

1477 Feb. 11. Luzern. Die Tagsatzung beschliesst betr. 369 
Burgunderbeute folgenden Abschied : Es soll auf 27. Feb. 



1477—1480 75 

Antwort gegeben werden auf das Anerbieten Berns; 
mehr als irgend jemand anders um das Heiligthum zu 
geben, wenn man ihm selbes lassen wolle. 

Orig. ; St. A. Luzern: Luc. Absch. B. 86. Arch. Solothurn Ab- 
schiedsb. 0. 74. Heg, : Amtl. Sammig. ... II. p. 649. 

1477 Apr. 25. Luzern. Die Tagsatzung beschliesst betr. 370 
Burgunderbeute folgenden Abschied : Des Heiligtums 
und der Stücke wegen die noch unverteilt sind, soll alles 
anstehen, bis der Diamant verkauft ist. 

Orig. : St. A. Luzern : Luc. Absch. B. 95; St. A.Zürich Absch. 1.14; 
Tschudische Smlg. I. 43; Arch. Solothurn Ahschiedsb. 0. 86. Beg. : 
Amtl. Smlg n. p. 672. 

1477. Joannes Dörflinger, Prsebendar zu Beroraünster kopiert 371 
den von Ulrich Schmid, Kanonikus und Kustos ange- 
legten sog. CoUector chori Ecclesiae, der ein Reliquien- 
verzeichnis der Stiftskirche Luzern enthält. 

Orig. : Christoph Spiri, Lucernensia HI. CoUeg. eccl. S. Leodeg. . . . 
Thosaur. 1609 p. 62; Ms. 42 der Bürgerbibl. Luzern. 

1477. Johann Eberhard, Pfarrer in Zug erhält aus England 372 
Reliquien von S. Oswald. 
Notiz: Haller Bibl. IE. p. 583. 

1478 Mai 1. Luzern. Die Tagsatzung beschliesst folgenden 373 
Abschied : Betreffend das Heiltum, das Paternoster und 

die goldenen Tafeln soll man heimbringen, ob man es 
theilen, nach Ein sie dein schenken oder Bern belassen, 
das Gold aber dem Meisbietenden geben wolle . . . Bern 
bietet auf die goldenen Tafeln 500 Gulden. 

Orig'.: St. A. Luzern: Luc. Absch. Smlg. B. 111. Eeg. : Amtl. 
Sammig IE. 1 p. 7. 

1479 Peb. 16: Papst Sixtus IV. bewilligt die Verehrung 374 
neuentdeckter Thebäergebeine von S. Peter in Solo- 
thurn. 

Druck ; AA. SS. Notiz : Amiet, Das S. Ursus Pfarrstift p. 16 u-. 100. 

1478 — 1480. Die Sarkophage der Aebtissinen Hildegard 375 
und Bert ha im Fraumünster in Zürich werden er- 
neuert. 

Notiz : S. Voegeliu, Das alte Züi-ich 1879 p. 530. 

1480. Heiltum von S. Humbert („Humprecht") wird nach 376 
Solothurn gebracht. 

Notiz : Haffner, Der Klein Solothurner AUg. Schaw-Platz II. p, 190. 



76 



1482 



1482. Das Gotteshaus Wettingen vergabt ein Pingerglied. 377 
von der linken Hand des h. Oswald nach Zug. 

Notiz : Magister Eberhards Tagebuch Stadtarchiv Zug. Druck : 
Geschichtsfr. 2 p. 86. 

1482. Das 1171 von Propst Ulrich von Eschenbach nach 378 
Luzern gestiftete Reliquienkreuz wird erneuert. 
Orig. : Spiii, Thesam-us p. 67. 

1482. Burkard Stör, Propst zu Amsoldingen, weiht eine 379 
Kapelle zu Ligerz und beschenkt sie mit Heihgtümern, 

die er aus Rom gebracht. 

Notiz; Abhandlungen des histor. Vereins des Kts. Bern I. 3848 p.372. 

um 1482. Abt Ulrich von St. Gallen gewährt auf Ansuchen 380 
hin Gallusreliquien an die Pfarrkirchen von Alten- 
dorf, Tuggen, Wäggithal, Galgenen und Wangen. 
Orig-.: Altendorf, ürk. n. 11. Notiz: Gfrd. XXXI. p. 24. 







Reliq.uiar in Küssnacht, gestiftet voa Jost v. Silenen. 



1482 — 1496. Jost von Silenen, Bischof von Sitten stiftet 
der Pfarrkirche von Küssnacht, seiner Heimat, ein Re- 
liquiar mit den Figuren des h. Theodul, Moriz, Georg, 
Maria und M. Magdalena. Derselbe enthielt zweifelsohne 
Heiltum von S. Theodul und Moriz, wohl auch von 
den drei andern dargestellten Heiligen. 

Tidi: 1893 Jul. 19. und gez. Iö94 Aug. 18. in der Sakristei zu 
Küssnacht. 



381 



1482—1483 77 

1482 Jun. 3. Luzern. Die Tagsatziing beschliesst folgenden 382 
Abschied: Auf den nächsten Tag soll man Antwort 
geben, wie man den Diamant, den Degen, das Heiligtum 
und die Kleinodien, die zu Luzern liegen, verkaufen 
oder teilen wolle. 

Orig. : St. A. Luzern: Luz. Absch. Smlg. B. 193; St. A. Bern: AUg. 
eidg. Absch. B. 226. Reg.: Amtl. Sammig IE. 1 p. 122. 

1482 Dez. 11. /12. Luzern. Die Tagsatzung beschliesst fol- 383 
genden Abschied : Des Heiligtums halb soll man sich 
beraten, ob man es Unsrer lieben Frau zu Einsiedeln 
schenken oder gleich teilen wolle. 

Orig. : St. A. Luzern: Luz. Absch. Smlg. B. 204; St. A. Bern; Allg. 
eidg. Absch. A. 281, B. 286. Reg. : Amtl. Sammig m. 1 p. 139. 

1483 Jan. 7. Baden. Die Tagsatzung beschliesst folgenden 384 
Abschied : Auf 25. Januar soll man den Boten Gewalt 
geben, das Heiligtum zu teilen, wie das schon be- 
schlossen ist. 

Orig.: St. A. Luzeru: Luz. Absch. Smlg. B. 206; St. A.Bern: Allg. 
Absch. B. 283. Reg, : Amtl. Absch HI. 1 p. 143. 

1483 Jan. 27. Luzern. Die Tagsatzung kann sich betr. 385 
Teilung des Heiligtum nicht einigen. Bern und Schwyz 
behaupten jedes, es sei ihm versprochen. Schwyz, das 
für. Einsiedeln darauf Anspruch macht, will sich zur 
Teilung verstehen, Bern aber nicht. ' Ein Antrag geht 
dahin, das Heiligtum un verteilt zu lassen und jedem Ort 
einen Schlüssel zu geben. Die Beschlussfassung wird 
auf den Tag zu Baden verschoben. 

Orig. : St. A. Luzern: Luz. Absch. Smlg. B. 210. 

1483 Feb. 17. Baden. An der Tagsatzung begehren die 386 
Boten von Basel Anteil am Heiligtum, sofern man das- 
selbe verteile; sie werden „mit guten Worten in der 
besten Form abgewist". Biel bringt an, es habe aus 
der Burgunderbeute Heiltum und Tafeln um 50 Gulden 
gekauft und in die geraeine Beute abgegeben ; es fordert 
Rückerstattung dieser Summe und darnach seinen An- 
teil nach Markzahl. Auf Sonntag nach Judica soll jeder- 
mann mit Vollmacht zu Luzern sein, um das Heiltum 
in 10 Teile zu teilen und darüber das Los zu ziehen. 
Orig.: St. A.Bern: Allg. eidg. Absch. A. 375, B. 297; St. A.Zürich: 
Allg. Absch. I. 60. Reg. : Amtl. Sammig m. 1 p. 146, 147 u. 148. 



78 1483—1486 

1483 März 17. Luzern. Biel soll die geforderten 50 Gulden 387 
zurückerhalten, aber ohne Anteil am Heiligtum zu be- 
kommen. Die VIII Orte, Preiburg und Solothurn teilen 
das zu Grandson erbeutete Heiligtum in 10 Teile. Nach 
Abhaltung eines feierlichen Amtes in der Peterskapelle 
zu Luzern zieht ein sechsjähriger Knabe auf dem Lieb- 
frauenaltar die Lose. Jeder Ort lässt seinen Anteil 
durch einen eigenen Priester abholen und heimbegleiten." 
Das Heiltum soll nach der Heimkehr würdig verehrt und 
durch Kreuzgänge und Gottesdienst gefeiert werden. 
Die goldenen Tafeln, in denen das Heiltum gewesen, 
bleiben vorläufig in Luzern. 

Oi-ig". : St. A. Luzern: Luz. Absch. Smlg. B. 212. Reg-.: Amtl. 
Sammig- III. 1 p. 148—149. 

1484. Abt Ulrich VIII. (1463—1491) eleviert die Gebeine 388 
des h. Gallus, die unter dem Hochaltar der Stiftskirche 

zu S. Gallen ruhten. 

Notiz: Saci-ar. n. p. 19— 20. 

1485. Die Stadt Zug erhält auf Ansuchen hin ein ansehn- 389 
liches Stück vom Arm des h. Oswald aus Kloster 
Weingarten. (Die Reliquien des h. Oswald zu W. 
sollen von Königin Judith, Gemahlin des Herzogs Weif 
von Schwaben aus England gebracht sein.) 

Notiz : Mag. Eberhaj-ds Tagebuch Stadtarch. Zug. Druck : G-e- 
schichtsfr. 2 p. 87 — 88 ; vgl. Hess, Prodi-omus Monum. Guelücor. 

1485 — 1486. S. Maurice. Beschreibung der Morizreliquien 390 
zu S. Maurice durch Georges Langheraud, Mayeur de 
Mons im Hennegau. 

Druck : Voyage de Gr. Langheraud etc. . . . par G. de Menilglaise, 
Mons 1861 p. 11— 12 und danach in Aubert 11. p. 237. 

1488 März 7. Abt Ulrich VIII. von S. Gallen (1463—1491) 391 
schenkt dem Hauptmann Ulrich Ketzi von Schwyz auf 
seine Bitte hin Gallusreliquien für die Kirchen von 
Kilchgass (Schwyz), Arth, Steinen, Morschach und 
Muottathal. 

Orig. : Kü-cheiiarchiv Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. 
Waser. 

i486. Abt Johann Conrad von Rheinau (1483—1497 f 1498) 392 
wohnt der fünften Translation des h. Gallus zu S. Gallen 
bei und bringt zum Andenken „ein kleines Heiligtum" 
mit nach Hause. 

Notiz: V. d. Meer p. 131. 



1487—1492 79 

1487 Peb. 2. Bruder Ulrich (f 1491), Miteinsiedler des sei. 393 
Nicolaus von Plüe kehrt begabt mit „viel Ehrw. Heilthum" 

und grossem Gnadenablass aus Rom ins Melchthal zurück. 
Notiz : Lang, Hist. theol. Grrundr. I. p. 860. 

1489 Mai 9. Sitten. Das Domkapitel von Sitten übersendet 394 

auf Verwenden des Bischofs Jost von Silinen (1482 — 1496) 

den Herren von Luzern Reliquien von 8. Theodul für den 

Glockenguss und verlangt feierlichen Empfang des Heilturas. 

Reg-. : G-eschichtsfr. B. 27 p. 144. Notiz : Btirgener, Die Heiligen 

des Wallisser-Landes . . . 1857 p. 151 A. 1. 

il489. Die grosse Glocke zu Luzern (vgl. 1397) wird wegen 395 
Bruchs umgegossen und die von den Domherrn von 
Sitten gestiftete Partikel von der Theodulsglocke 
darin eingeschlossen. 

Orig. : Russ in Hofmeyers Bürgerbuch Ms. Luzern. Druck : Ge- 
scMchtsfr. Bd. 22 p. 161. 

1490. Der Dom zu Basel erhält Reliquien von S. Theodul aus 396 
Sitten, von denen eine beim Guss einer Glocke Verwen- 
dung findet. 

Druck: Wurstisen in Beitr. H. p. 417. Stückelberg, Basel als .Re- 
liquienstätte p. 17. 

aim 1490. Im S. Ulrich- u. Afrakloster 0. S. B. zu Augsburg 397 
ruht Heiltum von „S. Menrat, Urs, Moriz, Exuperius 
und Vitalis. 

'Orig'. : Einblattdruck mit der Ueberscbrift „Hie ist verzeichnet 
und wirt angezeigt das gros hochwirdig und namhaftig heiltum .... 
gelegen in der Kayserlichen stat Augsburg". Neuabdruck im German. 
Mus. Nürnberg n. 4500 u. 4501. 

(1491 Jan. 18. Reliquien der 10000 Ritter werden durch 398 
Leutpriester Surgant aus dem Kloster delle tre Fontane 
nach Basel in die S. Theodorskirche gebracht. 

Orig. : Urk. St. A. Basel S.Theodor n. 57, 58 u. 59. Notiz: Histor. 
Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier 1892 p. 280. 

um 1491. Im Reliquien Verzeichnis des Münsters von 399 
Reichenau erscheint Heiltum von S. Sigismund, S. 
Moriz, Regula, Fides (aus S. Pide'n), Innocentius 
(„von einem sant Mauritzen mitritter"), Victor, Vitalis 
(die letztern auch Thebäer von S. Maurice) und Verena. 
Druck : Gallus Oheims Chronik von Reichenau hsg. von K. A. Barack 
1866 p.29— 31'. 

i|492. Der Rat von Zürich erhält Gebeine von S. Urs und 400 
seinen Gefährten aus Solothurn. 

Notiz : Burgener, Die Heiligen des Walliser-Landes p .35. 



80 1492—1496 

1492. Nach dem Brand der Kirche von Bülach und der 40L 
Kapelle von Oberglatt und deren Reliquien schickt 
Soiothurn Thebäerheiltum durch Stephan Meyer, Dekan 
des Praumünsters in Zürich dahin. 

Notiz : Haöner, Der kleine Solothui-ner Allg. Schaw-Platz 11. p. 193. 

1494. Das Augustinerkloster Interlaken lässt die CTcbeine des 402: 
h. Beatus mit Silberdraht aneinanderfügen und in einen 
silberbeschlagenen Sarg auf dem Altar der Höhlenkapelle 
Beatenberg beisetzen. 

Notiz : Dumermuth, Der Schweizerapostel St. Beatus 1889 p. 71. 

1495 Fasten. Magnus Murer, Gallus Kapfraann und Hug 403- 
Widenhuober reisen nach Uri und führen den Magnus- 
arm mit sich, um auf Bitte des Landes die Engerlings- 
plage zu vertreiben. 
Copie: Sacrar. JL p. 302. 

1495. Abt Heinrich 11. von Pischingen (1465—1506 f 1510) 404. 
errichtet in seiner Klosterkirche ein Grabmal der h. 
Idda; Gebeine der Heiligen scheinen keine vorhanden 

zu sein. [In desselben Abtes Auftrag hatte 1481 Dekan 
Albert v. Bonstetten in Einsiedeln das Leben der h. Idda 
verfasst.] 

Notiz: Kuhü/rhurg. Sacra Lp. 125; vgl. C. G. J. Salier, Chronik 
von Wyl p. 140; Burgener, Wallfahrtsorte p. 242 gibt 1496 als Datum. 

1496. Im Kloster zu Kazis wird der lange an unbekannter 405- 
Stelle verborgene Leib des h. Victor v. Tomils Fb. M. 
gefunden und auf Befehl des Bischofs Heinrich von Chur 
1491—1503) erhoben. 

Notiz : Gr. Bucelin, Rhsetia sacra et profana p. 319; Der Heilige starb 
ums Jahr 887 und wurde von Bischof Diotolf (887 — 914) feierlich in 
Kazis beigesetzt. 

(496. In dem unter Dekan Heinrich Schlosser angefertigten 406- 
silbernen Kreuz zu Hochdorf wurden Reliquien einge- 
schlossen vom h. Kreuz, vom Kleid und den Haaren 
Marias, vom Berg, da Jesus gefastet, vom Berge der 
Himmelfahrt des Herrn, von Margaretha, Theodul, 
Moriz und verschiedenen andern. Im kleinern silbernen 
Kreuz (ob von 1496 oder aus dem XVI. Jh. ?) lag Heil- 
tura von S. Paul, Fabian, Urban, Clemens, Jakob 
und Dorothea. Beide Kreuze sind abhanden gekommen. 
Orig'. : Jahrzeitbuch, geschr. v. E. Cysat 1572. Notiz : Estermann,, 
G-esch. der alten Pfarrei Hochdorf 1891 p. 49. 



1497—1499 81 

1497 Jul. 6. Regensburg. Erasmus, Abt von S. Emraeram 407 
in Regensburg 0. S. B., vom Stadtrat in Zug durch den 
Priester Georg Hoffdorfer gebeten, erteilt Reliquien vom 
Leibe des h. Wolf gang durch die Hand der Priors P. 
Laurentius für die Kirchen S. Wolfgang und Men- 
zingen. 

Orig". : Stadtarchiv Zug. Abteisigel hängt; mitg. von Hw. H. P. Odilo 
Eingliolz 0. S. B. Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der Katli. 
Schweiz I, p. 275, wo als Empfänger des Heütums Kaplan Georg 
Hochstrasser angegeben wird und von S. Wolfgang die Eede ist. 

1498 Johann Wagner, Pannerherr von Schwyz, schenkt 405 
der Kirche daselbst Reliquien von der Krippe, vom Ort 

der Kreuzfindung, vom Ort der Geburt Marise, vom Ort, 
da Christus über Jerusalem weinte, von der Geissel- 
säule, vom Ort, wo Christus betete, wo er gefangen 
wurde, vom Kalvarienberg, vom Abendmahlsraum, 
vom Grab Marise, vom Oel, das aus den Gebeinen des 
h. Nikolaus floss. 

Orig. : Perg. Urk. in gotischem Kästchen, Schwyz. Copie : Mitg. 
von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1499. Johann IL Walser, Abt von S. Luzi (1497—1515) 40» 
stiftet ein silbervergoldetes Hauptreliquiar des h. Lucius 
in ^ie Cathedrale von Chur. 

Notiz: Burckhardt, Beschreibung der Domkii-che von Chur p. 163; 
S. Plattner, Graubündens Altertümer 1878 p. 18; Molinier, Le Tresor 
de . . . Coire p. 77. Abb. : a. a. 0. Taf. XVH. 

1499 — 1503 Jul. 15. Im Schatzverzeichnis der Stifts- und 410 
Pfarrkirche S. Nikolaus in Freiburg i./Ue. werden auf- 
geführt: quatuor antique capse de serico in quibus cus- 
todientur reliquie. Sequuntur Reliquie sanctissimi Nico- 
lai et primo. Item grossa custodia corporis Cristi argentea. 
Item Reliquar(i)um sancti Nycolai argenteum. Item ymago 
beate marie virginis argentea cum bursa reliquiarum 
intra. Item unum aliud reliquiarium magnum ad modum 
custodie. Item alia sex reliquiaria parum valentia habentia 
formas custodie. Item duo Reliquiaria quadrata ad mo- 
dum arche. Item Reliquiarius sancti Theo doli forma 
unius capitis . . . Item duo calcaria sancti Udalrici ... 
Item etc. est una parva archa rempleta reliquiis . . . Item 
reliqu(i)e sancti Nycolai apportate ab Altaripa (Haute- 



82 



1499— XV. Jh. 




Von einem Schuh 

des h. GERMANUs Ab. M. 

VII. Jahrh. zu Delsbevg. 



rive 1431 — 1449) et Reliquie sancte Armasie apportate 
a Colonia (Köln). 

Orig. : Inventorium seu repertorium Keliquiarium (so) et vestimen- 
torum . . . Eccl. S. Nycolay 1499. St. A. Freiburg. Copie : Beglaubigt 
von Max v. Techtermann 18b9 St. A. Freiburg; mitg. von Hrn. Staats- 
archivar Jos. Schneuwly. 

1499 Sep. 2. Die Oesterreicher und / ^ ,f^\ 411 

Landsknechte überfallen das 
Stift SS. Jerraans und Renoals 
zu Moutier-Granval und 
schlagen einen Schrein voll 
Heiltum, den Prohnaltar mit 
dem Heiltum, und die stei- 
nernen Särge neben dem Frohn- 
altar „ darin ihre zwei Patronen 
und Hausherrn gelegen", auf, 
und verbrennen das Heiltum 
in der Sakristei. 

Druck : Zeitschr. f. d. Gesch. des Oberrh. N. F. XV. 19r.O p. m. 55. 

.1499—1513. Das h. Schweisstuch, seit 1452 in Chambdry 412 
aufbewahrt, wird von der Prinzessin Claudine, Gemahlin 
Philipps von Savoyen nach Schloss Biliaz oder Billiat en 
Michaille gebracht, wo es bis zu ihrem Tod (1513 Sep. 13.) 
verbleibt. 

Notiz : Besson, Memoii-es .... p. 141 — 142. 

um 1500 (?). Die Reliquien von Alts eilen werden durch 413 
die Frauen im Kloster zu Engelberg auf deren Kosten 
gefasst. 

Copie : Rodel aller Stiffter ... in Altsellen. Druck : Die Kunst- 
und Architekturdenkmäler Unterwaldens p. 19. 

.XV. Jh. Die Kirche von Büren (Luzern) ist im Besitz von 414 
Reliquien des h. Moriz, der Kaiserin Adelheid, von S. 
Oswald, dem goldenen Thor, Barbara, Katharina, 
Isentrud, Cordula, Vincenz, Pankraz, vom Stuhl 
Marise, von den Ketten Christi, vom Grab Catharinse, 
von S. Clara, Brigida, Agnes, Walpurg, Elisabeth 
Vid., den drei Königen, Anton C, Jodocus C, Me- 
dard, Hilarius, Georg und Christoph. 

Orig. : Jahrzeitbuch Büi-en ; mitg. von Hrn. Dr. v. Liebenau. 

J(V. Jh. Die Reliquie von der Treppe des h. Alexius in Rom 415 
zu Winterthur: „Hoc lignum preciosum vere est de 



i 



XV. Jh. 83 

gradu sancti Alexii, sub quo fuit XVII annis incognitus 
in domo patris suit obiit sub isto ligno anno domini 
CQOXOVIII." „Diss kosperlich wirdig holz ist der Stegen, 
dor unter ist gesein sant Alexius XVII ior unbekant in 
, seines vater hiiss und starb dorunter von Cristus gepurt 
CCCXCVIII ior, und ist alletag zuo kom unter seiner 
Stegen C ior aplas und alss vil quadragen und in der fasten 
und in der katember und an grossen festen, so ist die 
gnad zwiefach. „ 

Orig-. : Papier: 14/10 cm. Der Schrift nach XV. Jh. St. A. Winter- 
thur. Copie : Mitg. v. Hrn. Dr. E. Hoppeler. 

XV. Jh. Der Reliquienschatz von Heiligenberg bei Winter- 416 
thur erhält Zuwachs durch folgende Partikeln : von der 
Krippe, dem Oelberg, dem Grab Katharines, dem Kal- 
varienberg, dem Ort des Grabs von S. Jakobs Min., von 
von der Grube (fovea), da Christus am Sonntag stand, vom 
Ort der Steinigung S. Stephans, von der Geisseisäule, 
vom Berg der Verklärung, vom Stein, auf dem Maria 
häufig ruhte, bevor sie die h. Stätten besuchte, vom Grab 
und Kreuz des h. Andreas, vom Gewand Marise, vom 
Manna, von den Innocentes, vom Kreuz des Petrus. 
Orig". : Perg. Ms. der Antiquar. Gesellsch. C. 118 ; St. A. Zürich. 
Mitg. V. Hrn. Dr. E. Hoppeler. 

XV. Jh. '^ Das Augustinerkloster in Basel besitzt u. a. „ein 417 
klein Kennlin darin von sant Thomas Bart." 

Orig'.: Akten I. AUg. und Einz.: Verzeichnis über des Gotthauses 
St. Augustinern Monstranzen u. s. w. St. A. Basel. 

XV. — XVI. Jh. Item De ligno Vite, de veste beate marie 418 
virginis sancti Jacob i apostoli sancti mathie apostoli. 
Sanctorum X. milium martirum, sancti Oristofori mar- 
tiris, sancti Georgii martiris, sancti Valentini martiris, 
sancti Theo doli martiris, sancti Urbani pape, sancti 
Nicolai oleum quod fluxit de membris et tumba eiusdem 
ibi ampuhs vitreis sancti Lucii Regis, sancti Florini 
Oonfessoris, sancte Emerite martiris, sancte Kune- 
gundis virginis 

Orig'.: Pergamentzettel Chur, Domschatz; ungedi-uckt, vidi 1898. 
üeber S. Kunigund s. oben z. J. 1358. 

XV. Jh. Die Karthaus in Klein-Basel (Dioezese Konstanz) 419 
besitzt „ein gross silber Mariabild, ist ein Casel, darin 
unser lieben frowen har ist". 



84 



XV.— 1501 



420 




421 



Orig. : St. A. Basel ; Kai-thaiis, Akten 5. Specification der Chart- 
häuser zu Minder-Basel ganzes Vermögen n. s. w. 

um XV!. Anf. In Chur ruht Heiltum von Jakob de Al- 
mania aus Bologna: Item ibi est De tunicello beatis- 
simi servi Jesu Christi fratris jacobi De almania con- 
versi ordinis predicatorum qui obiit anno 1491 secundo 
die octobris in conventu Bononiensi multis miraculis 
clarens ibidem et in multis aliis partibus mundi. 

Orig. ; Papierzettel Chur, Domschatz; ungedi'uckt, vidi 1898. Der 
sei. Jacob Alamanius, auch nach seinem Geburtsort de Ulma genannt, 
starb 1491 Okt. 12. im Rufe der Heiligkeit und ward nach einer Woche 
schon eleviert. 

1500 März 19. Der Bischof von Chur 
schreibt im Namen derer von Remüs 
an Regenten und Räte von Inns- 
bruck, sie mögen das geraubte Heil- 
tum von S. Plorinus C. wieder zu- 
rückgeben und dem Ueberbringer des 

Briefs, einem Priester,, ausliefern. 

Druck: Die Kanzlei- Akten der Eegentschat't ■'^'*- -isio- 

des Bistums Chur hsg. von F. Jecklin 1899 ^'lu^gemSde^' 

p 137 zu Brigels 1518 und 

^ ■ Disentis 1520. 

1500 März 20. Matthseus Schinner, Bischof von Sitten 422 
(1499 — 1522) schlichtet einen Streit zwischen Johann 
Zuffen, ehemaligem Pfarrer von Münster bei Conches 
und dieser Gemeinde; es waren „duo sanctuaria'' und 
Reliquien weggenommen worden. 

Druck: Furrer, Gesch. des Wallis UI. p. 284. 

1501 Aug. 17. Der Kirchherr von T hürnen erbittet im Namen 42ii 
seiner Unterthanen beim Bischof von Sitten von Sant 

Joders (Theoduls) Heiltum. 

Druck : Haller, Bern in seinen Ratsmanualen Lp. 109. 

1501 Aug. 17. Der Bischof von Sitten wird von den Bernern 424 
gemahnt, den Appenzellem Heiltum von Sant Joder 
(Theodul) abzugeben. 

Druck : Haller, Bern in seinen Ratsmanualen I. p. 109. 

1501. Die im Schwabenkrieg geraubten und nach" Tirol ge- 425 
brachten Plorinusreliquien werden auf Befehl des 
Kaisers Maximilian I. zurückgegeben. 

Orig". : Statthaltereiarchiv Innsbruck. Mitg. von Hochw. Hru. Dom- 
herrn Prof. J. G. Mayer. 



m 



1502—1504 85 

i502 Feb. 11. Prior und Brüder des Predigerklosters von 426 

Zürich schenken der Kapelle von Dallenwyl Reliquien 

des h, Hieronymus. 

Notiz : Dürrer, Die Kunst- und Architekturdenkmäler ünterwaldens 
p. 79 U.A. 3. 

1502 Aug. 3. Aht Michael und der Konvent vom Kloster 427 
Allerheiligen zu Sohaffhausen schenken auf ergangene 
Bitte ein Stück von S. Oswalds Haupt nach Zug. 
Copie : Pap. ürk. des XVH. Jh. im Pfarrarchiv Zug ; vidi 1897. 

1502. Pfarrer Johann Walther bringt Stephansreliquien 428 
nach Schwyz; die Schedula lautet: „E id est Reliquiae 

S. Stephan! Proto-Martyris allatse per me Johannem 
Walther Parochum huius Ecclesise anno 1502 — istse S. 
Reliquie jam asservantur in arca confr. S. Chrispini et 
Chrispiniani inter alia et consistunt in 2 ossibus." 

Orig:.: Perg. Streifen. Copie: Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1503. In Zürich werden folgende Posten für Reliquiare des 429 
Grossmünsters ausgegeben : „in pfingsten heyltums särk 

zu handeln särk im chor zu zieren hab ich geben Hern 
Güstern VI Ib. hl. Umb kupfern bodenschluss in s. 
felixen Patronen brustbild VIII ß. Patronen Brustbild 
füss zu vergulden VIII Ib. V ß. hl. 

, Of ig. : B.aurechnungen des Grossmünsters Ms. im St. A. Zürich. 

1503. Kardinal Raimund, Bischof von Gurk (1493—1505) 430 
beglaubigt nach Prüfung der Wunder, die [zu Eichsei 
gefundenen] Leiber der hh. Jungfrauen Kunigund, 
Mechtild und Vuibrand, und transferiert sie „in 
locum honoratiorera" ; er ruft sie als neue Jungfrauen 
aus S. Ursulas Gesellschaft aus. 

Druck: (Sudan) Basilea sacra p. 28 — 29 u. 346 — 348; Hottinger, 
Helvet. Kü-chen G-. I. p. 96; Anshelm, Berner Chronik 1827 IC. p. 253; 
1888 m.p. 392; Murer, Helv. Sancta 1648 p. 169. 

1504 Jul. 13. Basel. Kardinallegat Raimund, Bischof von 431 
Gurk (1493—1505) schenkt dem Kloster St. Blasien 
Reliquien von den hh. Christiana, Kunigund, Me- 
thund und Wibrand, deren Körper er bei Basel 
erhoben und transferiert hatte. 

Druck : M. Gerbert, Cod. dipl. m. p. 399—400. Ueber eine Vita S. 
Christinae von Jod. Lorichius vgl. Haller Bibl. III. p. 540 n. 1616; 
Wurstisen, Bassler Chronica 1580 p. 62. 



86 



1504—1505 




433 



434 



1504. Kardinal Raymund schenkt dem Kloster Hauterive 
viele Reliquien. 

Notiz: Haller BiW. III. p. 405. 

1504 Jul. 22. Kardinalbischof Raymund von Gurk, päpstl. 
Legat, weiht die neue Kapelle vor der Burg Bald egg 
und beschenkt sie mit Reliquien von S. Christiana, 
Kunegund, Mechtund, Wiborad (wol = Wibrand, 
wie die 2 vorhergehenden eine Heilige von Eich sei), 

den 11000 Jungfrauen und S. Sebastian. 

Keg-. : Estermaiin, Gesch. der alten Pfai-rei Hoclidorf 189 1 p. 140. 

um 1504. Die Pfarrkirche Schwyz erhält Reliquien von den 
zu Eichsei elevierten h. Jungfrauen Wibrand und 
Mechtund. Die Originalschedula trägt die Aufschrift: 
„De S. Wibrande et Mechtunde" ; als Funddatum wird 
1-504 Juni 12. angegeben. 

Orig". : Schwyz. Copie : M\tg. v. Hw. Ilrii. Ffr. M. Waser. 

nach 1504. In der Pfarrkirche von Glarus ruhen Reliquien 435 
von der Krippe, der Geisselsäule, dem Kreuz, dem 
Oelberg dem Calvarienberg und andern h. Orten; 
vom Grab Marise, von M. Magdalena, von den Inno- 
centes, von S. Felix und Regula, von S. Hilarius, 
den 11000 h. Jungfrauen, von S. Christina, Wi- 
brand, Mechtund und Kunigund [aus Eichsei]. 

Druck: l^aiii^-, Hist. theol. Gi'dr. ; fTeer, Glarncrisclie Hof. Gesch. 
1900 p. 5— 6. 

1505. Papst Julius IL bewilligt 
demKloster Hauterive, eine 
Reliquie von S. Nico laus 
der Stadt Frei bürg zu 

schenken. 

Notiz: Maller Bibl. 111. p. 405. 

1505. Christoph von Utenheim, 
Bischof von Basel (1502 bis 
1526) gestattet die Oeffnung 
des Ursicinusgrabes zu St. 
Ursanne; das Haupt wird 
in ein silbernes Caput ein- 
geschlossen. 

jVotiz: Basilea Sacra p.(J3; Varia 
latiiia p. 419 ; Vautrey, Hist. des Eve- 
(lucsdeBäle U. p. 70. 



430 



437 



S. üßSICINUS, 
Sigel des XUL Jahrhunderts. 



1505—1510 87 

1505 Sep. 8. Der Bischof von Basel, Christoph v. Utenheim 438 
assistiert mit zahlreichen Prälaten der feierlichen Transla- 
tion derhh. Germanus undRandoaldus MM. in Montier. 
Orig. : Hist. ecci. Monast. Grandisval]. p. 43. IN^otiz : Vautrey, Hist. 
des Eveques de Bäle 11. p. 70; Sudan Basilea sacra p. 86 datiert die 
TraDsIation iin Jalir 1504. 

1507 Apr. 14. Propst Heinrich Peer von Beromünster 439 
(1500 — 1517) überschickt dem Abt Johann von Disentis 
als Gegengeschenk zahlreiche Reliquien von h. Jung- 
frauen aus der Gesellschaft der h. Ursula; er stellt 

dazu eine Urkunde aus. 

Orig'.: Verloren. Notiz: SynopsisAnnaliumMonasterüDisertinensis. 

1507 Apr. 21. Der Rat von Bern ersucht den Abt von 440 
Erlach, Heiltum von Sant German (Abbas M. von 
Moutier-Granval ?) nach Langnau abzugeben. 
Druck : Bern in seinen Eatsmanualen I. p. 109. 

1507 Apr. 30. Der Erzbischof von Magdeburg (Herzog Ernst 441 
von Sachsen 1476 — 1513) und der Bischof von Konstanz 
(Bugo I. von Hohenlandenberg 1496 — 1529) lassen durch 
Johann Spiegel zu Solothurn Thebäerreliquien einholen. 

Notiz s Hatther, Der kleine Solothnrner Allg. Schaw-Platz II. p. 198. 

1508 Mai 16. Der Rat von Bern hält den Vogt von Ar- 442 
Wangen an, das Heiltum zu Grünenberg zu nehmen 
und in der Kirche von Aarwangen sorgfältig aufzu- 
bewahren. 

Druck: Haller, Bern in seinen ßatsnianualen Lp. 109. 

1508 Sep. 7. Nikolaus Schnell, Abt zu Bellelay erhält auf 443 
Begehren eine Partikel von S. Urs M. zu Solothurn. 
Notiz : ilatt'ner, Der kleine Solotluirner Allg. Schaw-Platz 11. p. 198. 

1508. Bericht D. Johannes Klaarer, genannt Schnägg „Von 444 
der Kirchen zu Schwertzenbach Einweihung, Reli- 
quien, Wunderen etc. 

Orig-.: Ms. verschollen. Notiz: HallerBibl. III. p. 446 n. 1373. 

1510 Nov. 7. Für einen Armknochen des h. Sebastian 445 
wird (wo?) ein Armreliquiar neu erstellt; die Inschrift 
lautet : ANNO . DOMINI . MILLESIMO . Q VINGENTESI- 
MO . DECIMO . NOVO . COMPLETVM . EST . HOC . 
OP VS . DIE . SEPTIMA . MENSIS . NO VEMBRIS. An der 
Hand liest man : HELTV . X . M . RITE, Heiltum der 
10000 Ritter. Liest man statt „decimo novo comple- 



■88 



1510—1513 



tum" „nono", so ergibt sich als 
Datum 1519. 

In der Pfarrkirche Schwyz; 
für das Heiltum der 10000 Ritter 
wird 1518 von 12 Kardinälen 
Ablass gewährt. 

Orig-. : Scliwyz. Copie : Mltg. x. Ihv. 
Evn. Ffr. i\I. Waser. 

um 1510, Im 



Augustinerinenklosters 



Heiligtumschatz des 
Herten 

an der Sieg liegen u. a. Reliquien 
von S. Moriz, 

Orig. ; Staatsavcliiv Düsseldorf; Mer- 
tenerCopiav B. 118. Druck: P. Redlicli 
in Annalen des liistor. Vereins f. d, Nleder- 
rliein LXIX. p. 155. 

1511. Die Stadt Bern lässt das Heil- 
tum des h. Magnus aus S. Gallen 
kommen zur Vertreibung des Un- 
geziefers. 

Notiz : Tobler Gr., Tierprozesse in der 
Sclnveiz St. A. Bern 1893 p. 28: Grün- 
eisen, Niclans Manuel p. 15. 



1511. Im Reliquien Verzeichnis von 
S. Blaise werden genannt: ein 
Arm und ein Pinger des h. Bla- 
sius, Reliquien von S. Theodor, 
S. Moriz und S. Sebastian. 

Notiz : Der scliweizeriselie Gescliiehtsforscliei 




446 



447 



448 



S. SEBASTIANUS M. 

Holzstatue des XVI. Jahrli. 

in Valeria. 



VI. p. 245. 



1512 Dez. 12. Rom. Papst Julius gestattet die A'erehrung 
des sei. Notker (Balbulus) im Kloster und Gebiet von 
St. Gallen. 

Druck: AA. SS. April l. ]). 5'.)6. 

1513 Jan. 1. Der Herzog [Karl III. ] von Savoyen (1504 bis 
1535) lässt den Gesandten der Eidgenossen zu Chaiubery 
ein Amt halten und ihnen durch zwei Bischöfe das h. 
Schweisstuch Christi zeigen. Dasselbe stammt aus 
Lirey, lag bis 1534 in Chambery, kam dann iiacli V'er- 
celli und Nizza, 1562 zurück nach Chambery, 1578 nach 
Turin, wo es geblieben ist. 



449 



450 



1513—1519 89 

Origr. : St. A. Zürich; Freiburg, Solothurn, Scliatt'liaiisen. Druck: 
D. eiclg. Abschiede III. 2 p. 678. Notiz : Besson, Memoii-es . . . p. 314 
bis 316; Capre, Histoii-e de la Chambre des comptes de Savoie. lieber 
die Eeliqiiie vgl. U. Chevalier, Etüde critiqne sur l'origine du S. Suah-e de 
Lirey-Chanibery-Turin. Chauibery 1899; A. Loth, Le Portrait de N. S. 
Jesus-Christ d'apres le S. Suaire de Turin, Paris 1900. 

1513 Okt. 4. Konstanz. Bischof Hugo I. von Konstanz (1496 451 
bis 1529) gestattet den Kult des sei. Notker (Balbulus) 
von St. Gallen. 

Druck: AA.SS. A])ril I. ]). 603. 

.1513. Für eine Kreuzpartikel zu Rüti Avird ein silbernes 452 
Kreuzreliquiar verfertigt. Dasselbe kam nach Rapperswyl, 
entweder durch den letzten Abt oder den letzten Konventual. 
Orig". : Sakristei der Pfarrkii-clie Ea])perswyl. Abb. : Mitt. dei- 
aiitiqnar. Gesellseh. Zürich XIY. Heft 2 Taf. 1. 

1 5 1 3 — 1 545. Die Kusstafel des Kardinals Albrecht von Branden- 453 
bürg enthält ein Stück „vom Fähnlein des h. Mauritii". 
Druck : Petniss Sc.höiU'uiaiu), Tlie.saunis SS. Eeliquianuii Tempii 
Meti-opol. Colon. 1671. 

1514. Das Haupt des h. Gallus wird durch Abt Franz II. 454 
von St. Gallen in Silber gefasst. 

Notiz : Good, Gesell. dei-KeIi(|uieii ... ]>. IG. 

1515. Eine Partikel von den Reliquien des h. Theo du 1 455 
wird in einem Altar zu Lunkhofen beigesetzt. 

- Notiz: Miii'u.s et Aiitcuiiirak' ]>. 7ö. 

1517. In der Ursulakirche zu Köln ruht „auch eyn heilhg 45Q 
buschoff genant Panthalus der eirst Christen buschoff 
zu Basell und hat eyn gross thöt wenden in seinem 
heiigen houbt". Das Hauptteil des Heilgen ruht seit 
1270 in Basel, seit 1835 in Mariastein. 

Druck: Die liystoi-ieii von sant ni-selen und den XI. thaii.sciit 
Jiuigfrauwen .... Köln 1517: iilnilicli in: Die hystori oder Legend 
von den heilligen dryen Kce.ningen .... Köln 1520. 

1518 März 21. Der Leib des sei. Bruder Nikolaus von 457 
Flüe wird zu Sachsein feierhch erhoben. 

Notiz: Bni'gener, die Wallfahrtsorte der kath. Sclnveiz 1864 p. 418. 
lJel)erdieKeli(|uien des Seligen >-gi. A. Küchler Geschichte von Sächseln 
li'Ol p. 191tf. 

1519 Apr. 5. u. 6. Der Sarkophag des h. Ursus wird mit- 458 
samt der Inschrift auf Silberblech unter dem Hochaltar 

der Stiftskirche von Solothurn gefunden. Ein Dank- 
und Freudenfest wird gefeiert. 



90 



1519 



Notiz: Amiet, Das S. Ui'sus PfniTstift p. 16 — 17; Haffn er, Der kleine 
Solotli. Allg. Schaw -Platz IL p. 206 gibt als Datum 1518 Zinstag nach 
L.Ttai'o. 

1519 Mai 30. Der Rat von Solothurn beschliesst, die Re- 459 
liquien des h. Urs nicht zu teilen, sondern beieinander 
zu lassen. 

Orig". : Eatsprotokoll, Utt" Montag vor Ascons. Dni 1519 p. 176 und 
uffAscens Dni 1519 p. 178; Missivenbucli 1519 p. 201. Notiz : Amiet, 
S. rrsns Pfarrstit't p. 17: HalTner, Der kleine Solothnrner Allg. Schaw- 
Platz 11. p. 207, 

1519 Jun. 5. Der Rat von Bern befiehlt, am folgenden 460 
Morgen von der Kanzel herab zu verkünden „von Sant 
Ursen Helturab halb" (d. i. die neue Reliquienfindung 
Solothurn). 

Druck: Hallci', Beni in seinen KMtsiiiunnnlen 1. p. 109. 




Abt Theobald IL von Lützel 
mit einem Büstenreliquinr S. BKßNUARDS v. CLAIEVAUX. 

Niells von Urs Graf 1519. 

1519. Abt Theobald IL von Lützel (1495—1532, f 1585) 461 
stiftet der Kirche seines Klosters ein Reliquiar mit Niello- . 
darstellungen von Urs Graf, darstellend Szenen aus dem 
Leben des Ordensheiligen Bernhard. 

Orig". : Frankfnii: Pliotogra])liien im Rol. -Archiv des Vert'., vgl. die 
abi;-. Probe. 



1519—1524 91 

1519. Die Pfarrkirche von Sarnen erhält Reliquien aus 462 
dem h. Land, wahrscheinlich durch den Jerusalempilger 

P. Heinrich Stulz, Konventual zu Engelberg. 
>'^otiz : Küchler, Chron. v. Sarnen p. 300. 

1520. Bei der Weihung der neuerbauten Stiftskirche von 463 
Zo fingen wurden die daselbst befindlichen Gebeine des 

li. Moriz mit Gesang um das Gotteshaus getragen. 
Notiz: Frickhardt, Chronik der Stadt Zofingen 1812 II. p. 101. 

1520. Ein Armbein des h. Gallus wird durch Abt Franz IL 454 
von St. Gallen (1504 — 1529) in einen silbernen Arm ge- 
legt und zur Verehrung ausgestellt. 

Notiz : Good, Gesch. der Rehquien .... p. !(?. 

1520. Junker Wernher v. Meggen, Schultheiss von Luzern, 405 
erwirbt einen der entwendeten h. Blutstropfen von Wil- 
lisau wieder und schenkt ihn der Kirche daselbst. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der katli. Schweiz 1864 p. 126. 

1521 Jul. Dijon. Bern akkreditiert den Albrecht von Stein 466 
an die Herzogin von Angouleme wegen eines Anliegens 
betreffend die Reliquien der h. Johanna. [Es scheint 
sich um Johanna Valesia Reg., Gemahlin des spätem 
Königs Ludwig XII., gestorben im Rufe der Heihgkeit, 
1505 Peb. 4., kanonisiert 1738, zu handeln.] 

" Orig'. : St. A.Bern: Latein. Miss. I. p. 14. Reg-, : D. eidg. Absch. 
IV. la. p. Gl. 

1521. Der S. Galler Priester Miles zieht auf Bitten des Rats 407 
nach LTri und bringt mit zwei Gefährten den Arm des 

h. Magnus, womit er die Engerlinge austrieb. 

Notiz : Beitr. z. vaterl. Gesch . . . Basel N. F. 1. Iö82 p. 208-2C9; 
TctblerG., Tierprozesse p. 28. 

1523. Peter Fuessli von Zürich bringt Agnus Dei aus 468 
Jerusalem nach Hause, die hergestellt waren von 50 
heiligen Stätten des gelobten Landes. 

Orig. : Anfzählung der 50 Stätten in Ms. A. 61 Stadtbibl. Zürich. 

1524. Der Rat von Zürich befiehlt die Plügelaltäre zu 469 
schliessen und die silbernen und vergoldeten (Rehquien-) 
Statuen nicht mehr herumzutragen, weder Werktags 
noch an Feiertagen. 

Druck: R. Bnllinger, Refovmationsgesch. Fraiienfeld 1838 I. p. 139. 



92 1525 

1525 Jun. Die Särge der hh. Felix und Regula MM. im 470 
Grossmünster in Zürich werden eröffnet; sie enthielten 
nur wenig Gebeine, welche bestattet wurden. 

Druck: H. Bullinger, Eeformationsgesch. Lp. 161. Auch in Bern 
wurden Eeliquien in die Erde begraben, so von S. Rudolf M., vgl. 
1528 Jan. 21. 

1525. Die Särge der Aebtissinen Hildegard und Bertha 471 
im Praumünster in Zürich werden eröffnet, wobei die 
Elevationsurkunde von 1272 gefunden wird; das Gebein 
und Heiltum wird in der Sakristei im Turm geborgen 
und später in aller Stille begraben. 

Druck: H. Bullinger, ßeformationsgesch. 1838 I p. 161—162. 
Notiz: S. Vögelin, Das alte Züiich 1879 p. 530. 

1525. Wegen des Bauernkriegs schickt das Kloster S. Bla- 472 
sien sein Heiltum nach Klingnau; in Waldshut aber 
wird es abgefangen und blieb hier bis zu Ende des 
Kriegs. 

Druck : Mone, Quellensnilg. der badischen Landesgescti.. II. p. 62. 

1525 nach Sep. 14. Der Rat von Zürich lässt wie bei andern 473 
Kirchen den Schatz des Grossmünsters einziehen ; in 
demselben werden erwähnt: Vier silberne Brustbilder, 
von S. Felix, S. Regula, Exuperantius und Placi- 
dus, ein silberner Arm [des h. Symeon Justus], zwei 
silberne „stuck, daryn gefastet Caroli und Galli heyl- 
thumm". 

Druck : H. Bullinger, Eeforraatiousgescli. Frauenfeld 1838 I. p. 122. 

1525? Felix und Regulareliquien werden von Johann 474 
Bennet aus Zürich „dura a Fide Oatholica deficerent" 
in einem vergoldeten Schrein nach Urseren gebracht, 
Ifotiz : in Custodia p. 433. Im Schatz der Pfarrkirche von Ander- 
matt ruhen zwei Häupter, nach den Traditionen die aus Zürich ge- 
flüchteten Schädel von SS. Felix imd Eegula. (Vidi 1898 und 1900). 
Die ursprünghchen Keliquiare, angeblich aus dem XVI. Jh., seien, 
heisst es, vor einigen Jahrzehnten verkauft worden. Die Andermatter 
Tradition harmoniert nicht mit den Angaben der Zürcher Chronisten, 
wurde aber im XVIII. Jh. in Rheinau anerkannt. 

um 1525? Reliquien der hh. Agatha, Dorothea, Marga- 475 
retha. Lupin (?) und Mauritius werden aus; Kloster 
Rüti durch P. Wolfgang Hueber und Sebastian Hegner 
nach Wyl geflüchtet (und in der Hofkapelle niedergelegt). 
Notiz; Das zweite Centenarium .... p. 6. Das Ereignis ist viel- 
leicht identisch mit dem zum Jahr 1545^ (s. unten) berichteten; Lupin 



1527—1528 93 

ist offenbar Verschreibung für Longin. Hegner, der letzte Konventual 
verliess Küti erst 1557. 

1527. Ein Dorn von der Krone Christi, aufbewahrt in der 476 
Kapelle des Papstes, fällt (nach der Tradition) bei der 
Plünderung Roms in die Hände eines Pfyffer von 
Luzern. Das Heiltum vererbte sich schliesslich an eine 
alte Jungfrau, die bei den Franziskanern wohnte; diese 
schenkte es, nachdem es über 80 Jahre in Pfyffer'schem 
Besitz gewesen, ihrem Beichtvater. Die Reliquie kam 
nach Engelberg und dann nach Grafenort. 

Orig-. : Pap. Urk. ohne Unterschrift und Jahr, in Aufzeichnung des 
gen. Beichtvaters. Notiz : Brief von Sr. Hw. Hrn. Stiftsarchivar P. 
Ignaz Hess 1900 Jan. 24. 

1528 Jan. 31. Der Rat von Bern -beschliesst, das „Kindli" 477 
(S. Rudolf M.), das in dem Kreuzaltar eingefasst gelegen 
hatte, soll in der Erde begraben werden, mit einem 
Zettel, darauf bezeugt wird, dass es das Kind sei, das 
vor Zeiten die Juden getötet haben. 

Druck : Haller, Bern in seinen Eatsmanualen I. p. 109. 

1528 Sep. 14. u. Okt. 7. Folgende Heiligtümer des Gross- 478 
münsters werden infolge der Glaubensspaltung wegge- 
nommen : Reliquien vom h. Kreuz in reinem Gold und 
mit Edelsteinen gefasst, von der h. Jungfrau in einem 
goldnen Sarkophag, von Johannes Bv. in einer goldnen 
Monstranz, von S. Martin in goldner Fassung, zwei 
silbervergoldete Gefässe voll Reliquien, von S. Gallus 
in goldner Monstranz, von SS. Felix, Regula und 
Exuperantius in gläserner, mit Gold und Edelstein 
geschmückter Capsa, vier Brustbilder von denselben 
Heiligen und S. Placidus, Reliquien von den drei 
Zürcher Heiligen und ein Blutgefäss (lagena) in goldner 
Capsa, ein silberner Reliquienarm, Heiltum von S. Karl 
dem Grossen in goldnem Behälter, ein Kreuz von S. 
Flor in mit Silberplatten bedeckt, eine silberne Rehquien- 
monstranz, eine Capsa voll Reliquien reich mit Edel- 
gestein verziert, endlich Tücher (antependia) für die 
Heiltüraer von . S. Placid, Felix, Regula und Exuperantius. 
Copie: Deutsche Uebersetzung des im Liber precationum enthal- 
tenen Inventars in Luzern, Bürgerbibl. M. ^^/^ (XVI. Jh.). Druck: Liber 
precationum quas Carolus Calvus .... scribi .... mandavit. Ingolstadii, 
Dav. Sartorius 1583 p. 171 — 175; vgl. Bahn in Kunst- u. Wanderstudien 
p. 20 ff. 



94 1528—1529 

1528 Sep. 14. u. Okt. 7. Der Reliquienschrein von S. Felix 479 
und Regula, mit Achatsteinen gedeckt, angebhch Ge- 
schenk Kaiser Karls des Dicken, wird in den Turm ge- 
bracht, 1538 wieder entdeckt und später der Kunst- 
kammer einverleibt. 

Notiz : Neujahrsbl. der Stadtbibl. Züi-ich 1873 p. 8—9. 

1528. Der Magnusarm von S. Gallen wird von Schwyz 480 
zur Abwendung d«r Engerlinge erbeten und scheint seit- 
her, wenigstens zum Teil hier geblieben zu sein. [Seit 
1634 bis 1770 wird an Stelle dieser Reliquie jeweilen der 
Magnusstab aus Füssen verwendet.] 
Copie : Sacrar. TL. p. 302. 

1528. Im Kirchenschatz von Bern liegt das Haupt des h. 481 
Vinzenz aus Gold, ein goldner Reliquiensarg mit Heil- 
tum von vielen Heiligen, ferner von der Dornenkrone, 
der Geissei, der Rute, dem Schweisstuch und den 
zwölf Aposteln. Ein Reliquiensarg aus Silber mit über 
30 Reliquien, drei silberne Arme mit Heiltum, ein silber- 
nes Kreuz mit Reliquien, Stiftung derer von Diesbach, 
zwei goldene Särge mit Heiltum, vom Papst geweiht, 
ein silberner vergoldeter Sarg, gestiftet von denen v. 
Wattenwyl. 

Druck : J. J. Simmler, Sammlung alter und neuer Urkunden .... 
der Kii'clien-GrescMchte Zürich 1757 I. 1 p. 48 — 51. 

1528. Unter dem zu Bern vermünzten „Silber Gschirr" 482 
figurieren Monstranzen und „Monstranzli" (wol teilweise 
für Reliquien) ferner „ein silbrin kleiner Arm .... zwei 
cristallini vergulte Serchli" aus Königs felden. 
Orig. : St. A. Bern. Mitg". : vonHw. Msgr. Stammler. 

1529 Okt. 31. Hans Aebi, Kirchherr zu Dullikon predigt, 483 
man solle die Heiligen lieben und ehren, und man solle 
nicht thun wie zu Zürich, Bern, Basel, Beatenberg, wo 
man die h. Gebeine und Bilder verbrannt habe. Bern 
beschwert sich Nov. 7. über Aebis Predigt. 

Orig-. : Solothurn, Kantonsarch. Ratsb. n. 18 p. 435. Reg. : D. eidg» 
Absch. IV. lb.p.425. 

J529 Dez. 24. Bregenz. Heinrich Seiler, Verwalter des 484 
Klosters St. Gallen schreibt dem Abt Kilian, Bruder 
Jakob habe eine Büchse mit mancherlei Heiligtümern, 
insbesondere ein Schienbein und sonst vier Stücke aus 



1529 95 

dem Sarg des h. Gallus gebracht. Er wünscht Bescheid, 
ob er die Eeliquien liegen lassen oder einsenden solle. 
Druck: Good, Gesch. der Eeliquien .... p. 20 — 21. 

1529. Die Huttwyler schenken ihre Stephansreliquien nach 485 
Willi sau, unter der Bedingung, dass sie zurückgegeben 
werden, falls Huttwyl wieder katholisch werde. 
Orig'. : St. A. Liizern. Mitg. von H. Dr. Th. v. Liebenau. 

1529. Die Kostbarkeiten des Kirchenschatzes von Rheinau 486 
werden vor den Reformierten nach Schaff hausen ge- 
flüchtet; die letzten Wagen fielen in die Hände der 
Bilderstürmer und diese verbrannten, „was sie bisher für 
heilig gehalten". Doch wurden einige Heiligtümer ge- 
rettet und später dem Abt Bonaventura zurückerstattet. 
Als auch Schaffhausen reformiert wurde, floh der Abt 
mit seinen Schätzen nach Meers bürg. 
Notiz: V. d.Meer p. 137— 139. 

-1529. Die Reliquiare von St. Gallen wurden im Beisein 487 
Vadians geöffnet; den Inhalt der Särge der hh. Gallus, 
Constantius und Remaclus, der Kreuze und Mon- 
stranzen begrub man. 

Notiz : Hottinger, Helv. Kirchengeschi. in. 1 707 p. 459 ; J. J. Simler, 
Sammlung alter und neuer Urkunden ... I. 2 p. 428. Im Text ist fälsch- 
lieh Constantin statt Constantius. 

3529. Nachdem die Bilderstürmer unter dem Othmarsaltar 488 
zu St. Gallen nur einen leeren Totenbaum gefunden, 
graben die" Konventualen nachts weiter und finden einen 
Steinsarg mit dem ganzen Leib des h. Othmar, aber 
ohne das Haupt, so wol erhalten, als ob er nur „5 jar 
da gelegen were". Der Leichnam wurde sofort in Sicher- 
heit gebracht. 

Notiz : Sacrar. H. p. 40—42. Druck : Frid. Sicher's Chron. St. 
Gallen 1885 p. 94; J. J. Simler, Sammlung alter und neuer Urkunden . . . 
1.2 1758 p.428. 

;i529. Die Gebeine des h. Othmar und des sei. Notker 489 
werden infolge des Bildersturms von St. Gallen über 
Wyl nach Einsiedeln geflüchtet. 

Notiz: Stadler, Vollständ. Heiligenlex. IV. p. 593; Good, Gesch. 
der Eeliquien .... p. 27; Sacrar. II. p. 40 — 42. 

il529. Die Constantiusreliquien werden aus St. Gallen 490 
geflüchtet. 



96 



1529 




S. OTHMAK. 
Holzschnitt des XV. Jahrli. zu St. Gallen. 

1529. Jakob Krura schreibt an den Abt Kilian von St. Gallen 49L 
(1529—1530), etliche vom Hofgesinde hätten ein Schien- ' 
bein von S. Gallus, einige Rippen und kleine Gebeine, 
die im Gallussarg gelegen hätten, ferner ein Stückchen 
von der Hirnschale, sowie eine grössere Hirnschale, die 
beim S. Galliishaupt gelegen habe, gebracht. 
Druck : Good, Gesch. der Eeliquieii .... p. 21. 

1529. Hans Brugger von Villingen, Gustos des Stifts Zur- 492 
zach, flüchtet nachts mit dem Haupt und dem rechten 
Arm der h. Verena nach Luzern; nach dem Sieg von 
Kappel zogen die » Chorherrn wieder in Zurzach ein. 

Mütiz : Huber, Die Urk. des Stiftes Zurzach p. 421 nach Chorherr 
Heinr. Heyl. 

1529. Die Kinnlade des h. Pantalus Ep. M. befindet sich 498. 
noch im Kloster zu St. Clara in Klein-Basel; 1681 
wird sie vom Bischof nach Ariesheim geschenkt. 



1530—1534 



97 



Orig. : Kirchweihung der neuen .... Domkirche in Ariesheim .... 
1681. Ms. Pfarrarchiv Delsberg. Copie : Ms. im Pfarrarchiv Arles- 
heiin. Druck: Zur Heimatkunde des Dorfes und der Pfarrei Ariesheim 
1876 p. 15. 

1530 März 16. Die Reliquien des h. Hi- _ 484 

merius werden bei der Zerstörung 
seiner Kapelle durch die Bürger von 
Biel zerstreut, [Delsberg und Maria- 
stein zeigen noch ReHquien von Hi- 
merius, angeblich Reste von der Stola, 
der Casula und vom Sudarium des 
Heihgen ; die Rehquien an letzterem 
Ort stammen aus dem Basler Dom- 
schatz; andre Partikeln werden in 
Sins, Muri, Luzern, S. Urban, Murbach 
und Engelberg genannt.] 

Notiz: Vautrey, Jura Bernois, not. bist. 
I. p. 15; Lütolf, Glaubensboten p. 304. 

1530 Mai. Die St. Galler zerschlagen das V ^ X ^ 485 
Gold und Silber, „womit man die 
Totenbeine abgestorbener Heiligen 
überzogen hat" und teilen die Beute 
mit Zürich und Glarus. 

Druck : D. eidg. Absch. IV. 1 b. p. 652. 

1532. Der Weihbischof von Konstanz [Dr. '^'^'"' « 486 

Melchior FattHn, 1518—1548] schliesst wandfSf/Ynder 
in die beiden Altäre der Pfarrkirche sakristeid^ei^sjeterskirche 

zu Eggenweil Reliquien ein vom h. Kreuz, Desi- 
derius, Ursus und von Beatus, Desiderius, den 
11000 Jungfrauen u. a. unbekannte h, Gebeine. 

Notiz: Mm-us et Antemiu-ale p. lOü. Ob Desiderius von Rodez, 
Vienne, Langres, Gabors oder" ein anderer h. Confessor oder Martyi-er 
gemeint ist, bleibt dunkel. 

1534 Peb. 5. Im Inventar des von Alt-S. Johann im Thur- 487 
thal nach Feldkirch geflüchteten Kirchen Schatzes figu- 
rieren : ein silbernes Brustbild von S. Agatha, eines von 
Maria, mit kupfernem vergoldetem Fuss, ein Stück vom 
Haupt JohannisB. in silbernem Hauptauf der Schüssel, ein 
silbervergoldetes Brustbild S, Johannis B., ein silberner 
Arm des h. Gebhard (Ep.), ein kleines Brustbild der 
h. Barbara, ein silbernes kleines Bild S. Johannis B. 
Druck: Anz. f Schweiz. Altertumsk. 189Ö p. 146. 




98 1535—1539 

1535. Das Kapitel der Makabäerkapelle in Genf verlässt 488 
die Stadt und nimmt die Reliquien — darunter eine 
Kreuzpartikel — welche Bischof Johann V. (le Cardinal 
de Brogni) gestiftet, mit; es wendet sich zuerst nach 
Rumilly und dann nach Annecy, wo die Reliquien 
noch 1759 am Vorabend und am Pest der Verkündigung 
ausgestellt wurden. 

'Notiz : BessoD, Memoires ... p. 91 u. 188. 

1535. In Genf werden die Reliquiensärge geöffnet. 489 

Notiz: Hottinger, Helv. K. G-. m. 1707 p. 696. 

1536. Freiburg und Bern teilen den Schatz von Payerne 490 
im Inventar figurieren zwei Häupter von S. Johann und 

S. Paul und ein Reliquiar des h. Andreas (un caisson 
d'argent et de cristalline que Ton dit etre les reliques 
de St. Andre, vielleicht identisch mit dem Andreasreli- 
quiar der Burgunderbeute von 1476). 

Druck : Berchtold, Histoire du Ct. de Fribourg EL. p. 403. 

1538. Die Gebeine der h. Othmar und Notker werden aus 491 
Einsiedeln nach St. Gallen zurückgebracht; ein aus- 
führlicher Ordo ' Inthronizationis wird festgestellt für 
Nov. 15. 

Copie : Sacrar. II. p. 42 — 44. Notiz : Good, Gesell der Reliquien . . . 
p. 27. 

1538. Etliche Kirchgenossen von Malters schenken, zurück- 492 
gekehrt von einer Wallfahrt nach Rom, eine Reihe 
von namentlich aufgeführten römischen Reliquien an ihre 
Kirche. 

Orig. : Ui-bar aller Pfründen Ms. St. A. Luzern p. 332 v. 

1539. Ulrich Sailer, Notar, bestätigt, dass Abt Diethelm von 493 
St. Gallen dem Abt Ludwig von Einsiedeln „von dem 
Körper" S. Othmars vergabt habe. 

Copie: Autli. SS. Rel. p. 172. 

1539. Ritter und Landammann Joseph Amberg erhält vom 494 
Abt Diethelm von S. Gallen (1530—1564) einen Arm S. 
Sebastians und zwei Partikeln vom Arm S. Othmars. 
Sie verblieben der Kirche zu Schwyz; im Inventar von 
1609 Aug. 4. heisst es: „Ein silberner Arm, darin ein 
Arm S. Sebastian. Ein andren silbernen Arm, darin 
Ein Ripp Stückli von sanct Otmar". 
Notiz : Mitg. von Ew. Hrn. Pfr. M. Waser. 



1539—1549 99 

1539 Nov. 15. Der vor einem Jahr aus Einsiedeln zurück- 495 
gekommene Leib des h. Othmar wird vom Hochaltar 
der Stiftskirche S. Gallen in die Othmarskirche über- 
tragen. Eine Liste der Zeugen und ein Ordo Trans- 
lationis wird aufgestellt. 
Copie : Sacrar. n. p. 45 — 49. 

J542 Jan. 17. Der Kirchenschatz der Abtei St. Luzi kommt 493 
an das Domstift von Ohur. [Darunter in erster Linie 
die Reliquien von S. Lucius und Eraerita.] 

Orig-. : Archiv St. Luzi. Notiz: J. G. Mayer, St. Idizi p. 94 — 95. 

1545 Jan. In G-egenwart des Grafen Wilhelm Wernher von 497 
Zimmern und des Comthurs Joh. Wernher von Reischach, 
Provinzial des Deutschordens im Elsass und Burgund, 
wird in Altshausen ein loculus und darin Gebeine von 
B. Hermännus Gontractus (f 1054) gefunden; sie ge- 
langten 1631 nach Muri. 
Copie : Copialbuch Muri K. 

1549 Wyl. Abt Diethelm von S. Gallen bescheint, von 493 
Wolfgang Huber und Sebastian Hegner, den letzten 
beiden Konventualen zu Rüti vier hölzerne Schreine 
als Depositum empfangen zu haben. Die arculse ent- 
hielten: vom Haupt der hh. Agatha, Dorothea, Mar- 
garet ha, das Häuptlein von einem der Innocentes, 
vom Arm des h. Longinus („Loyginus") von der Ge- 
sellschaft des h. Moriz, von S. Johannes B. und andern 
Heiligen („quorum nomina inter mortales etiam nesci- 
untur"); in dem vierten Schrein lagen nur Stoffe, in 
welchen die Gebeine eingewickelt gewesen. Der Abt 
verspricht die Reliquien zurückzuerstatten, wenn Rüti 
wieder zum alten Glauben zurückkehre. 

Druck : Gründtliche Eelation Welcher Gestalt die Reliquien . . . Dess 
Pancratii . . . transferiert St Gallen 1678 p. 47 — 50. 

J549 Aug. 25.— Sep. 9. Der Abt und die Stadt von St. 499 
Gallen einigen sich dahin, dass sie zu dem Gelass, wo 
vor der Reformation das Heiltum lag, wieder gemeinsam 
die Schlüssel haben sollen, wenn die Stadt Heiltum be- 
schafft. Werden aber vom Abt oder Fremden Reliquien 
gebracht, so soll der Abt allein es behalten und ein- 
schliessen, 

Orig. : St. A. Luzern; St. A. Zürich; Stiftsarch. St. Gallen. Druck: 
Die eidg. Abschiede IV. 1. e. p. 144. 



100 



1550—1558 



1550 Aug. 28. Solothurn. Propst und Kapitel von Solo- 500 
thurn vergaben mit Bewilligung von Schultheiss und 
Rat zwei Reliquien von S. Urs und seinen Gefährten an 
den Abt Petrus Eichhorn von Wettingen (1550 — 1563). 
Die eine Partikel stammt aus dem Grab des „Sanctus 
Thebaidus Ursus" im Chor, die andere von einem Ge- 
fährten desselben aus einem Altar im Schiff. 

Druck: Archiv dess Hochlobl. Gotthauses Wettingen p. 61; Hattiier, 
Der kleine Solothurner Allg. Sehaw-Platz 11. p. 236. 

1550. Auf Befehl des Abtes Joachim (1544-1569) wird zu 501 
Einsiedeln durch den Dekan Rud. Brunolt und den 
Custos Jak. Schwizer ein Schatzverzeichnis angelegt. 
Es führt auf: Drei silberne Schreine für S. Meinrad, 
S. Moriz und Alleheiligen; ein kupfervergoldeter und 
ein hölzerner Schrein; vier silberne Statuen für S. Mein- 
rad, S. Moriz, S. Just und andere ; eine kupfervergoldete 
Statue des h. Sigismund, zehn grössere und kleinere 
Statuen der h. Jungfrau mit Reliquien, drei silberne 
Arme von S. Moriz, S. Digna und mit Heiltura von 
S. Othmar und Gallus; ein hölzerner Arm, zwei silberne 
Reliquienmonstranzen, drei kupfervergoldete, deren eine 
von Burkard v. Weissenburg gestiftet; sieben silberne 
Reliquienkreuze; das Haupt des h. Johannes Bapt. auf 
dem Teller; sechs Häupter von Innocentes und drei 
hölzerne Reliquienschreine. 
Notiz : Tractatus p. 13. 

1558 Jun. 10. Köln. Anton de Insula bestätigt die Ankunft 502 
zweier Häupter von den 11000 Jungfrauen für Chri- 
stoph de Cruce. 

Orig'. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1558 Jul. 2. Christoph de Cruce bezeugt, von den Nonnen 503 
zu S. Ursula in Köln folgende Reliquien erhalten 
zu haben für Altorf, Luzern und Unterwaiden: zwei 
Häupter von den 11000 Jungfrauen, S. Rosina; Arm 
d. h. Ursula, Valentin, Dionys, Peter, Paul, Jakob 
Maria Magdalena, Catharina, Barbara, Anna, Elisa- 
beth, Lucia, Cordula. 

Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1558 Jul. 22. Dominicus Burtt und das Carmeliterkloster 504 
in Mainz schenken folgende Reliquien an Christoph de 



1558—1569 



101 



Cruce : von der Dornenkrone, vom 
Gürtel der h. Jungfrau, vom Stein 
des Grabs Christi, von Peter und 
Paul, von den hh. Dreikönigen, 
Jakob, Andreas Ap., Laurentius, 
Haupt des Hippolyt und Rel. seiner 
Genossen, Christoph, Isidor, Nar- 
ciss, Sebastian, 11000 Jung- 
frauen, Maria Magdalena, Bar- 
bara, Elisabeth, Anna, Katha- 



'.■^SV'' ,'■ 



rina „u. s. 



w. 




S. CATHARINA V. M. 



Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1558 Sep. 14. Worms. Quirinus (Säur), ;^|^^^^^^H^9 505 
Prior und der Konvent der Prediger 
zu Worms authentisieren dem Chri- 
stoph de Cruce, der mit päpstlicher 
Bewilligung in Deutschland, beson- 
ders in Worms Reliquien für Luzern, 
Altdorf und Unterwaiden sammelte, soi'^statue ^eSj xvi. jahrh. 

das Haupt des h. Eustach M., das 
sie ihm infolge der Verfolgung durch die Ketzer über- 
lassen. 
, Copie: Auth. SS. Eel. p. 10— 11. 

1558 Okt. 17. Christoph de Cruce schenkt dem Abt Joachim 506 
und dem Konvent von Einsiedeln das Haupt des h. 
Eustaohius M. und einen Arm der h. Ursula. 
Copie : Auth. SS. Rel. p. 11—12. Tractatus p. 12. 

1558 Dez. 6. Worms. Pr, Quirinus Säur, Prior des Prediger- 507 
klosters zu Worms schreibt dem Abt Joachim von Ein sie- 
deln, wie er durch Christophorus de Cruce um das Haupt 
des h. Eustachius M. beschwindelt worden sei und 
bittet, zu verhindern, dass dieser die Reliquie hinwegführe. 
Copie: Auth.. SS. Rel. p. 8— 10; Perg. Ms. in Einsiedeln A. T2D.34. 

1589 — 1585. Bruder Jakob im Mösli, Einsiedler in Obwalden 508 
erhält vom Abt Adam von Einsiedeln (1569 — 1585) 
Heiltum von S. Meinrad Cf. u. M. 

Origr. •' H. A. Z'baren. Verzeiehnus der Heiligtumber in der löbl. Kap- 
pell zu St. Mklaus; in der Kirche St. Niklausen. Copie: Mitg. von Hw. 
Hrn. Pfarrhelfer Küchler im Reliquienarchiv des Verf. 



102 1560—1579 

1569—1585. Abt Adam Heer von Binsiedeln (1569—1685, 509 
f 1610) erneuert die silbernen Arme von S. Moriz und 
S. Digna, sowie die Statue des h. Meinrad. 
Notiz: Tractatus p. 13. 

1570. Der h. Karl Borroraaeüs erhält eine Partikel vom Tisch 510 
der h. Wiborada zu S. Georgen und verbringt sie nach 
Mailand. (Tisch, Stuhl und Löffel der h. W. gelangten 
nach Aufhebung des P'rauenklosters S. Georgen nach 
Glattburg a. d. Thur). 

Notiz : Burgener, die Wallfahrtsorte der katli. Schweiz 1864 II. p. 31. 

1573. Kardinal Karl Borromaeus, Erzbischof von Mailand 511 
(1560 — 1584) sendet dem Rat von Luzern Ambrosius- 
reliqiuen für die Stiftskirche. 

Mitg-. ron H. Dr. Th. v. Liebenau. 

1574. Heinrich Bircher stiftet der Kirche Luzern eine aussen 512 
und innen bemalte Tafel voll Heiligenreliquien. 

Orig'. : Spiri Thesaurus p. 74. 

1576 Okt. 9. Das Beinhaus zu Emmetten wird geweiht 51S 
und im Altar werden" Reliquien eingeschlossen von S. 
Dionys M., S. Beat C. und andern Heiligen. 

Orig, : Eintrag ins Jahrzeitbuch des XV. Jahrh. p. 26; von Hw. H. 
Ed. Wymann. 

1576 Okt. 23. Balthasar, Bischof von Askalon und Suffragan 514 

von Konstanz (1574 — 1596) weiht den mittleren Altar zu 

Vilmergen und schliesst Heiltum von S. Ursus M., 

den Gefährten der h. Ursula und andern Heiligen ein. 

Copie : Copialbuch Muri Consecr. K. 1 . 

1578 Mai 31. Wiederentdeckung der Katakomben in Rom. 515 
Bald darauf erfolgt die Oeffnung zahlloser altchristlicher 
Gräber und die Versendung von h. Leibern nach den 
katholischen Ländern Europas. Im XVH. Jh. beginnt die 
Ueberführung von Katakombenheiligen nach der Schweiz, 
zuerst Tessin, und dauert an bis ins XIX. Jahrhundert. 

Litt. : Wetzer und Weite, Kirchenlexikon s. v. Eeliquien. Ein Plan 
der Katakomben in N. Bull, di arch. Christ. 1900. Tav. XL— XII. 

1579 Jun. 6. Der Schlosser Joh. Jakob Sprüngli von Zürich 516 
schickt dem Abt von St. Gallen einen Teil vom Gewand 

des h. Meinrad und schreibt, dasselbe hätte bis 1524 
in der Predigerkirche, seither im Ketzerturm, dessen Uhr 
er zu besorgen hatte, gelegen. 



1580 103 

Copie: Auth. SS. Kel. p. 173— 174. Notiz: Ringholz, Das Erl. 
Haus Hohenzollern . . . p. 14—15; derselbe in Schweiz. Archiv f. Volksk. 
1900 p. 23. Für alles weitere, die Eeliquien des h. Meinrad betreffend, 
sei auf letztere grundlegende und erschöpfende Darstellung verwiesen. 

1580—1600. Frau Margaretha V. Stein, geborne von Flors- 517 
heim (aus der Rheinpfalz) vergabt dem Frauenkloster 
O. S. B. zu Allerheiligen in der Au bei Einsiedeln acht 
Häuptlein und Gebeinlein von h. Innocentes, eine 
Kreuzpartikel und vier Dornen aus der Krone Christi, 
nebst andern Heiligtümern, ReHquien, die ihr Sohn aus 
den Türkenkriegen mitgebracht hatte. [Die Innocentes- 
rehquien sind zum Teil in bekleidete Figürchen einge- 
lassen, welche je ein Schwert und einen Palmzweig 

tragen. Vidi 1893 Jul. 15.] 

üiotiz: P. Justus Landolt, Geschichte des Jungfrauenklosters 0. S. B. 
zu Allerheiligen in der Au bei Einsiedeln. Einsiedeln 1878. 

1580 — 1600. Zwei Jungfrauen aus Köln vergaben dem 518 
Frauenkloster in der Äu bei Einsiedeln ReHquien von 
der h. Ursula und ihren Gefährtinen. 

Notiz : P. J. Landolt, Gesch. des Jungfrauenklosters 0. S. B 

in der Au p. 31. 

1580 — 1611. Heihge „so indem bischtumb Costantz geboren 51^ 
umid erzogen, deren reliquien unnd hayltumb ab ann- 
- dern orthen darein gepracht, mit wellichen sollich bisch- 
tumb geziert unnd erleicht worden ist. S. Paternus, 
bischoff zu wündisch . . ., S. Laudon, bischoff zu win- 
disch . . ., S. Gallus . . ., Joannes I. . . . bischof zu Co- 
stantz . . . uss Churwalchen pürtig. S. Mainradus, 
martyrer zu Ainsidlen .:. . , S. Othmarus . . .; sälig 
seindt . . . Yson, Notgoerus, Tut-ilo . . ., Herman- 
nus . . ., Walafredus . . .; S. Eusebius ligt auf dem 
Vogelberg, jetzo genant S. Victorsberg. . . S. Lan- 
deolus . . ., ertzbischoff zu Trier . . . ligt-zu St. Gallen . . . ; 
S. Victor ein martyrer, ligt auf dem Vogelberg . . ., 
Constantius, ain martyrer unnd bischoff zu Perus (Pe- 
rugia), S. Weybradta, junckfraw und martererin ... 
ligt in S. Hangen Kyrchen zu S. Gallen begraben . . . 
S. Pertrada (f 980), S. K., S. Rachilda (f 946) ligendt 
in S. Georgen Kürchen zu S. Gallen; S.S. Felix und 
Regula ligendt leybhafftig zu Zürich . . . mit Exupe- 
rantio; S. Hildegardis und S. Berchta . . ., stiffterin 



104 1581—1585 

des gotzhauses zum frawenraünster zu Zürich; S. Lioba 
. . . ruowet uff dem Zürichberg in einer cappel . . . ; 
S. Beatus . . . ligt leybhafftig zu Untersewen . . ., S. 
Achacius . . . ruowet daselbs. S. Januarius mit zwayen 
seinen gesellen, martyrer, ruowendt zu S chaff hausen; 
S. Verena . . . ligt zu Zurzach . . ., S. Vindanus . . . 
zu Reynaw . . ., S. Wolfridus . . . erster äbbt des 
closters Twiel, ligt zu Stein im closter ..., Theodorus .. . 
ligt zu Bischoffzeil . . ., S. Ita . . . ligt zu Vischin- 
gen . . ., Bruder Claus ligt zu Saxlen." 

Orig. : Jakob ßeutlingers CoUectaneen Tom. XV. p. 435 — 444. 
Stadtbibliothek Ueberlingen. Druck : Freiburger Dioecesan- Archiv 
XXn. 1892 p. 321—326. Ueber die drei Schaffhauser Heiligen s. oben 
Eeg. 108. 

1581. Der h. Karl Borromseus erhält anlässlich seines Be- 520 
suchs zu Disentis auf seine Bitte Reliquien von SS. 
Placidus und Sigisbert. 

iHitg'. von Hw. H. P. Placidus Müllei-. 

1583. Balthasar Buchli, zurückgekehrt von einer Wallfahrt 521 
ins hl. Land, schenkt der Kirche von Malters bei 50 
Stück Heiltum. 

Orig'. : Urbar aller Pfründen, Ms. St. A. Luzeru p. 333. 

1585 Luzern. Statthalter und Rat von Luzern befehlen den 522 
Kirchgenossen von Malters, der Verpflichtung, die ihre 
Altvordern eingegangen sind, den Drittel des Samstags 
in Erinnerung an die Schenkung von Theodulsreli- 
quien vor 200 Jahren, zu feiern, nachzukommen; als 
Vergünstigung wird aber zugestanden, dass in Notfällen 
das Korn und Heu auch Samstags bis zur Vesper darf 
eingebracht werden, unter der Bedingung, dass man die 
Arbeit nicht auf diesen Tag spart und verschiebt. 

Orig. : . Pap. ürk. von 1585 St. A. Luzern ; Das Sekretsigel der 
dei- Stadt Luzern ist in Wachs aufgedrückt. 

1585 März 8. Ein Inventarium des Basler Kirchenschatzes 523 
wird durch die Ratsherrn Jakob Oberried, Jak. Hofmann, 
Remigius Fesch, Barth. Merian und Melch. Hornlocher 
aufgenommen ; es zählt 61 Nummern. Seit dieser Inven- 
tarisation verschwanden folgende Nummern : 7, 23, 36, 
37, 43, 47, 48, ein Teil von 49, 50, 52, 54, 56 — diese 
Nummer umfasste 98 Stücke — 57, 58 und 59. 



1585—1590 105 

Copie : Beitr. z. Kirchengesch. v. Basel Bd. 3. Bei diesen Inven- 
tarisationen liessen die Teilnehmer in der Eegel alles, was an Edel- 
metall und wertvollem Grestein nicht niet- und nagelfest war, mitgehen, 
daher der traurige Zustand einzelner Stücke, z. B. des oben abg. Pan- 
talushauptes, bei dem alle kleinern Zieraten Aveggerissen sind. 

1 585 Jun. 3. Balthasar III. Wurer, Bischof von Askalon 524 
(1574 — 1596), konstanzischer Suffragan weiht die Mi- 
chaelskapelle (Beinhaus) zu Eschenbach (St. Gallen) 
mit einem Altar in der Ehre des h. Michael, aller Hei- 
ligen und schliesst Reliquien ein von S. Lorenz M., S. 
Gall Cf-, S. Lucia V. M. und Andern, deren Namen 
nur Gott kennt. 

Notiz: Liber Annivers. antiq. Eschenbach (St. G.); mitg. von Hw. 
H. Pfr. Frfefel. 

1586. In Beinwyl wird eine Bruderschaft gegründet zu 525 
Ehren der Trinität, der h. Maria, der Apostel Peter und 
Paul und des sei. Burchard, „vor ziten priester und 
Pfarrherr" dieses Gotteshauses, durch dessen Reliquien 
und Leichnam, der in der Kirche ruht, Gott Wunder that. 

Copie: Copialbuch Muri. 

1587. Der Basler Kirchenschatz wird wieder inventarisiert; 526 
der Katalog umfasst 50 Kollektivnummern und einen 
Nachsatz von Stadtschreiber Gerold Escher über die 

'Auseinandersetzung mit dem Domkapitel am 4. Nov. 1587. 
Copie : Beitr. z. Kü-chengesch. v. Basel Bd. 3. 

1590. Als Priedensbedingung beansprucht der Herzog von 527 

Savoyen, Karl Emanuel, die Thebäerreliquien von 

S. Maurice, weil sie im Gebiet der Heterodoxen liegen. 

Die Bewohner von S. Maurice verweigern die Herausgabe. 

Druck: AA. SS. Sep. VI. p. 362— 364. 

1590 Dez. 16. Sitten. Hiltprand v. Riedmatten, Bischof 7on 523 
Sitten (1565—1904), Anton Mayenchet, Ballivus und der 
Rat der sieben Zehnten von Wallis ersuchen den Abt 
von Saint-Maurice um Teilung der Morizreliquien. 
Druck: AA. SS. Sep. VI. p.363; Aubert II. p. 241. 

1590 Dez. 26. Sitten. Hiltprand v. Riedmatten, Bischof von 529 
Sitten, bestätigt die Aechtheit der Morizreliquien, ins- 
besondere des Morizschwertes und schickt letzteres nebst 
Gebeinen durch Ballivus und Rat von Wallis dem Herzog 
Karl Emanuel von Savoyen ob seines Eifers für die 



106 1590—1591 

heiligen Dinge und bei Anlass erneuerten Bündnisses und 
in freundschaftlicher Nachbarschaft. 
Druck: Aubert II. p. -241— 242. 

1590 Dez. 29. S. Maurice. Adrian v. Riedmatten, erwählter 530 
Abt von Saint-Maurice bestätigt, dass er auf Befehl des 
Bischofs^ von Sitten und der Stände von Wallis das 
Schwert des Archidux und Martyr Moriz mitsamt dem 
ächten Futteral (capsa) dem Bischof von Aosta für den 
Herzog (Karl Emanuel) von Savoyen übergeben habe. 
Druck : Aubert n. p. 242; Abbildungen von Schwert, Scheide und 
Futteral im Catalogo della Armeria Eeale Torino 1890 p. 240. Das 
Schwert stammt aus dem XIIL, das Futteral aus dem Ende des XIV. 
oder Anfang des XV. Jahrhunderts. Vidi 1895. 

1590 Dez. 29. S. Maurice. Adrian von Riedmatten, er- 531 
wählter Abt von S. Maurice, protestiert in Gegenwart von 
Zeugen und namens des Klosters wegen der erfolgten 
Herausgabe der geforderten Moriz reliquien und des 
Schwertes. 

Druck: Aubert IL p. 24.3. 

1591 Jan. 16. Im Rathaus zu Sarnen beginnt der erste 532 
Bruder-Klausen -Prozess. Die Akten wurden nach Rom 
gesandt, blieben aber wegen Formfehlern ohne Erfolg. 

Notiz : Küchler, Chron. v. Sarnen p. 320. 

1591. Die Erben des Schultheissen Heinrich Fleckenstein 533 
vergaben den Jesuiten in Luzern einen Dorn aus der 
Krone Christi, mit der Verpflichtung, denselben wieder 
zurückzugeben, wenn Zürich wieder katholisch sei. 

Notiz : Historia Collegii S. J. Luzern L p. 91 ; mitg. von H. Dr. Tli. 
Y. Liebenau. 

1591. Johann Gottfried Ginodius (von Ginod), Bischof von 534 
Aosta (1586 — 1592) erzählt, wie er mit Gefolge nach S. 
Maurice kam, vor dem Abt und Klerus des Klosters und 
den Delegierten der Stände von Wallis die Morizreli- 
quien und das Schwert empfangen und über Aosta nach 
Turin transferiert habe. Am 3. Jan. 1591 legte er die 
Reliquien in letzterer Stadt nieder. 

Druck : Aubert IL p. 243 — 244. de Ginot oder Giüod war der 
Neife des Job. Gottfr. v. Ginod, Erzdiakons der Kirche von Tarantaise, 
dann Bischofs von Belley (Besson, Mömoires . . . p. 233). Notiz : Besson, 
Memoires . . . p. 262—268. 



1591—1594 107 

1591 Feb. 6. Aosta. J. G. Ginodius, Bischof von Aosta 535 
(1586 — 1592) schreibt dem Sakristan von S. Maurice, mit 
welcher Freude und Ehrfurcht der Herzog die Moriz- 
reliquien erhalten habe und mit welchen Ehrenbezeug- 
ungen sie vom Eintritt in seine Dioezese seien empfangen 
und begleitet worden; näheres werde der Ueberbringer 
des Briefes mitteilen. 

Druck : Aiibert 11. p. 245, wo fälschlich das Datum 1594 ange- 
gegeben ist. Grinod war seit 1592 Feb. 27. tot. 

1592. Wilhelm [V., der Fromme], Herzog in Ober- und 536. 
Nieder-Bayern (1579-1598, f 1626) und Pfalzgraf bei 
Rhein, schenkt zwei Gebeine der h. Ursula dem Jakob 
Christoph Blarer von Wartensee, Bischof von Basel 
(1575-1608). 

Orig. : Kirch weihung der neuen . . . Domkii'che in Ariesheim . . . 
1681 Ms. Pfarrarchiv Delsberg. Copie : Ms. im Pfarrarchiv Ariesheim. 
Druck : Zur Heimatkunde des Dorfes . . . Ariesheim p. 15. 

1593. Bischof Hiltprand von Riedmatten zu Sitten lässt ein 537 
(seit 1886 in Basel befindliches) -Reliquiar aus altern 
(romanischen) Bestandteilen verfertigen und mit seinem 
Wappen und seinen Initialen schmücken. 

Orig. : Basel, Historisches Museum. Abb. : Stückelberg Eeliquien 
p. 27 und Archives heraldiques 1897 p. 137. 

1593. P. Helias Heyman aus Sennheim, ehem. Rektor der 538 
Universität Trier, beginnt im Auftrag des Abts Ulrich III. 
(1585 — 1600) von Einsiedeln eine Reise mit dem Zweck, 
Reliquien für das 1577 abgebrannte Stift zu sammeln. 

Er besucht Rom und Loreto, und bringt zwei Häupter, 
u. a. Teile von den Gefährtinen der h. Ursula aus 
Haigerloch, als Geschenk der Grafen Joh. Christoph 
und Karl von Hohenzollern nach Einsiedeln. 

Notiz: Tractatus p. 14. P. Odilo Eingholz, Das Erlauchte Haus 
Hohenzollern und das fürstliche Benediktinerstift N. L. F. zu Einsiedeln . . . 
Sigmaringen 1899 p. 10. 

1594. Der Magistrat von Solothurn lässt die „History von 539 
den H. H. Märtyrern Mauritio, Urso, Victore und 
ihrer Gesellen" von P. Petrus Canisius deutsch drucken. 

Motiz: Hafiner, Der kleine Solothurner AUg. Schaw-Platz 11. p. 266. 

1594. Im gräflich Stadion'schen Heiltumschatz liegen Reli- 540 
quien von S. Magnus, Exuperius, S. Morizens Ge- 
sellschaft, Mauritii langer Spieiss,. Gallus, Hermann 



i08 

1595 

(Oontractus ?}, Othmar, Moriz (bis), Verena V., Eme- 
rita und Sigismund R. 

Orig". : Verzeichnis des Stadionischen Hailthumbs in welchen gefessen 
sie seindt 1593. Pap. Hdschr. in 8« 32 Bl. Germ. Mus. Nürnberg n. 2271 a. 
Verena ist zwar als Jungfrau notiert, könnte also die Patronin von 
Zui'zach sein, doch steht gerade über ihrem Namen derjenige von 
Pignosa V., was eher auf Köln weist. Emerita ist vielleicht eine 
Augsburger Märtyrerin und nicht die Schwester von S. Lucius. 

1595 Jul. 13. Notiz über die maxilla des h. Koloman M., 541 
dessen Leib im Kloster Melz 0. S. B, ruht. Die Reli- 
quie in Einsiedeln. 

Copie : Auth. SS. Kel. p. 174—175. 

1595. P. Hellas Heyraans besucht Chur, Disentis, Sitten 542 
und S. Maurice und erwirbt Reliquien von S. Florin, 
Patron von Ghur, S. Lucidus (so!), Bischof und Apostel 
von Chur, S. Placidus M. und Sigisbert Gf. von 
Disentis, von S. Theodul, vom Körper des h. Moriz, 
Schädel und Gebeine von Thebäern und aus anderer 
sicherer Quelle das Kinn des Hippolyt M. 

Notiz : Tractatus p. 14 — 15; im Text sollte natürlich Lucius und 
nicht der Name eines Katakombenheiligen stehen. 

1595. Für die Kirche Luzern wird eine silbervergoldete 548 
Monstranz für einen Teil vom Gebein (crus) des h. Moriz 
gefertigt. 

Orig.: Spiri Thesaurus p. 71. 

1595 — 1596. Um die (von P, Helias Heymans erworbenen) 544 
Reliquien zu ehren, lässt Abt Ulrich III. von Einsiedeln 
(1585 — 1600) eine silberne Statue des h. Petrus machen 
und schliesst Reliquien ein von S. Peter, S. Gebhard 
Ep. und 8. Sigisbert; er erneuert ferner einen bisher 
kupf er vergoldeten Schrein mit Silber und legt Reliquien 
ein von S. Florin, S. Lucidus (so!) Ep. u. Ap., Desi- 
derius Ep. M., Jakob Ap. Min., Marcus Ev., Pla- 
cidus M. Disert., Sigisbert Cf. Disert., Placidus disc, 
Benedict M. ; sodann lässt er eine silberne Monstranz 
machen, in die er ein Haupt von einer Gefährtin der 
h. Ursula und Reliquien von S. Candida und S. Plorina 
aus derselben Gesellschaft legt. 

N<»tiz : Tractatus p. 15. Auch hier steht fälschlieh an Stelle von 
Lucius der Name des Katakombenheiligen Lucidus. 



1596—1598 109 

1596, Der Herzog von Bayern (Wilhelm V. der Fromme 545 
1579-1598 t 1626) schenkt ein Gebein von S. Urs oder 
einem seiner Gefährten nach Preibiirg i./Ue. 

Notiz : Burgenei-, Die Heiligen des Walliser-Landes p. 35. 

1597. Kapitel und Rat zu Solothurn schenken ein Gebein 546 
von S. Urs oder einem seiner Gefährten nach Prei- 
burg i./Ue. 

Notiz : Bm-gener, Die Heiligen des Walliser-Landes p. 35. 

1597 Sitten. Hiltprand I. von, Riedmatten, Bischof von 547 
Sitten (1565—1604) schenkt Thebäer- und Theoduls- 
reliquien nach Luzern; die silberne Capsula wog 14 
Unzen. 

Orig-. : Pap. Urk. Staatsarchiv Luzern ; Spiri Thesaurus p. 69. 

1597 Mai 10. Luzern. Der Rat von Luzern erhält durch 548 
einen Canonicus von S. Maurice Morizrehquien für die 
Hofkirche und beschliesst Geschenke für den Ueber- 
bringer, den Bischof von Sitten und die Stiftsherrn von 

S, Maurice. 

Orig. : Eatsprotokoll Staatsarchiv Luzern. 

1597. Das grosse vier Puss hohe Reliquienkreuz zu Ein- 549 
siedeln wird erneuert; die meisten Heiligtümer ver- 
bleiben darin, einige aber werden ersetzt, daher die Ab- 
weichung des Verzeichnisses von 1598 von der Aufschrift 
des Kreuzes (vgl. z. J. 1642). 

Sotiz : Tractatus p. 8. Es handelt sich um das kostbare romanische 
Altarki-euz von 1180 — 1190. Solche silberne Eeliquienkreuze sind noch 
ei'halten in Chur und Engelberg. 

1597. Herzog Wilhelm V. von Bayern (1579—1598 f 1626) 550 
schenkt der Kirche Luzern ächte Reliquien von den 
11000 Jungfrauen in einer bemalten Holzkapsel. 
Orig : Spiri Thesaurus p. 69 — 70. 

1598 Jun. 7. Wiener Neustadt. Erzherzog Maximilian 551 
(f 1618) empfiehlt den P. Hellas von Einsiedeln dem 
Preiherrn Ruprecht v, Stötzing, Rat und Statthalter des 
Regiments der N. 0. Länder, damit ihm etwas von den 
Reliquien der h. Elisabeth (f 1231) [Gemahlin des Land- 
grafen Ludwig IV. von Thüringen; kanon. 1235.] zu 
Wien verabfolgt werde. 

Copie : Auth. SS. ßel. p. 7—8. Perg. Ms. in Einsiedeln. A. T^ D. 34. 



110 1598—1601 

1598 Jun. 30. Wien. Aebtissin Agnes von S. Clara in Wien 552 
schenkt dem P. Helias eine Partikel von S. Elisabeth 
von Ungarn (f 1231). 

Copie : Auth. SS. Eel.: p. 176—177. 

1598. Die Schreine der hh. Meinrad und Moriz zu Ein- 553 
siedeln werden unter Abt Ulrich III. Wittwyler (1586 
bis 1600) renoviert. 

Notiz : Tractatus p. 7. Es handelt sich um romanische Werlce 
des XII. Jahrhunderts. 

1599 Donn. n. Lätare. Trier. Priorin und Konvent von S. 554 
Katharina 0. S. Dom. verehren ein h. Haupt aus S. 
Ursula's Gesellschaft dem Priester Helias Heyraans 

für Einsiedeln. 

Copie: Auth. SS. Rel. p. 181. 

1600 Aug. 23. Rom. Papst Clemens VlII. gibt dem Abt 555 
von Einsiedeln, die Erlaubnis Heiltum von Köln nach 
Einsiedeln zu übertragen. 

Copie : Auth. SS. Rel. p. 183—184. 

1600 Sep. 8. Johann Jakob Mirgel, Bischof von Sebaste (Weih- 556 
bischof von Konstanz 1597 — 1619), schliesst im Hoch- 
altar der Maria Magdalenenkapelle zu Rhein au folgende 
Reliquien ein: von Hilaria, Digna, Eunomia, En- 
tropia und Gefährtinen, Afra M., Christoph, Pro- 
cesius und Martin ian. (Diesen Rehquien werden 1762 
neue beigefügt.) 

Copie: Custodia p. 527. Reg.: Eep. Ehen. I.C.I. n. 291c. 

1600. Der Leib des sei. Bonifacius, Bischof von Lausanne 557 
(1231 — 1239, f 1260) wird im Cisterzienserkloster van 
Cameren bei Brüssel eleviert; 1603 Peb. 5. gestattet 
der Erzbischof Matthias von Mecheln die Ehrung und 
Ausschmückung des Grabes, wie dessen Besuch, aber 
ohne mehreres zuzulassen. 

Druck : Eayss, Hierogaz. p. 138 — 134. 

um 1600. Abt Peter II. von Wettingen überträgt Reliquien, 558 
die einer Genossenschaft des Pranziskanerordens zu Kill- 
wangen gehört hatten, aus der Nikiauskapelle zu Wett- 
ingen in den Viktorsaltar der Vorhalle. 

Notiz : Die Chorstühle in Wettingen, ZMch 1900 p. 27. 

1601 Einsiedeln. AbtAugustinl. von Binsiedeln (1600— 1629) 559 
dankt dem Erzherzog Maximilian von Oesterreich für die 



m 



1602—1603 111 

dem P. Hellas übergebenen zwei h. Häupter aus S. 
Ursulas Gesellschaff und die Reliquien von S.Elisa- 
beth; er sendet zugleich ein „vornehm Stück" von 
Atticus, dem Vater der h. Ottilia, von dem die Habs- 
burger abstammen sollen, und eine ahnsehnliche Partikel 
von der Bruderstochter der h. Ottilia, S. Gun delinde Ab. 
Copie : Axith. SS. Eel. p. 236—239; vgl. die Eegesten 551 u. 552. 

1602 Jul. 12. Der Leib des sei. Bruders Konrad Scheu- 560 
bers (f 1559), Enkels des sei. Nikolaus von Plüe, wird 
im Kirchhof zu Wolfen schiessen erhoben und in die 
S. Annakapelle daselbst übertragen. 

Notiz : Burgener, Die Wahlfahrtsorte der kath. Schweiz ] 864 p. AM. 

1602 März 13. Joannes Ttirrianus, Bischof von Vegha (1589, 561 
f 1623) und Nuntius weiht den Petersaltar der Hofkirche 

in Luzern und schhesst Reliquien ein von S, Beat C, 
Clemens PP. M. und vielleicht die älteren von S. Peter, 
Desiderius M., Reginfrid M., Magnus C, von den 
Gewändern von Peter und Paul, von ihren Gräbern, 
• vom Zahn Severins, vom Stuhl Petri. 
Orig:. : Spiri Thesaur. p. 40, 41, 54. 

J602 Aug. P. Hehas Heymans bringt, im Namen des Abtes 562 
Augustin I. von Einsiedeln Gebein vom h. Meinrad 
nach Hechingen und erhält vom Grafen von Hohen- 
zollern Reliquien von 53 Heiligen aus dem Besitz der 
Grafen von Zimmern, inventarisiert durch Konrad Un- 
verdorben, Kaplan des Grafen. 

Notiz : P. Odilo Eingholz, Das Er]. Haus HohenzoUern ... p. 12. 

1 603 Jan. 7. P. Hellas Heymans von Sennheim unternimmt 568 
von Einsiedeln aus über Randeck, Inschoven, Sigma- 
ringen, Hechingen und Preiburg i./B. eine Reise zum 
Reliquiensammeln, durch die Dioezesen Strassburg, Speier, 
Worms, Mainz, Trier, Köln. 

Copie : Auth. SS. Rel. p. 13—17. 

1603 Rorgenwies. Joh. Meyer, Pfarrer zu Rorgenwies 564 
attestiert zwei Häupter und etliche Gebeine aus S. Ur- 
sulas Gesellschaft, die er nach Einsiedeln ver- 
sprochen hatte. 

Copie: Auth. SS. Kel. p. 253— 254. 
1603 März 31. P. Hellas Heymans erhält im Prauenkloster 565 
zur Engelspforte Ord. Praemonstratens. in Köln das Haupt 
einer Gefährtin der h. Ursula. 
Begr.: Auth. SS. Rel. p. 15. 



lliJ 1603 

1603 Mai 7. Der Edle von Rosenbach verehrt dem Stift 566 
Einsiedeln eine Partikel von S. Coluraban Ab. durch 
Helias Heymans. 

Copie: Auth. SS. Eel. p. 185. 

1603 Mai 10. P. Helias Heymans erhält im Deutschordens- 567 
haus zu Köln ein Haupt und Gebeine von den 11000 
Jungfrauen und von den Gefährten des h. Gereon. 
ßeg-. : Auth. SS. Eel. p. 15. 

1603 Mai 10. P. Helias Heymans erhält im Hause des h, 568 
Johannes Oordula zu Köln ein Haupt und vier Gebeine. 
Reg-, : Auth. SS. Rel. p. 15. 

1603 Mai 15. P. Hehas Heymans erhält zu Bonn Reliquien 569 
aus der Gesellschaft des h. Victor von der Thebäer- 
legion. 

Reg. : Auth. SS. Eel. p. 15. 

1603 Mai 15. P. Helias Heymans erhält zu Bonn im 57(> 
Augustinerinenkloster drei Partikeln von der h. Regina, 
Gefährtin der h. Ursula. 

Reg. : Auth. SS. Eel. p. 16. ; über die Heilige vgl. Zeitsohr. für 
für Christ. Kunst 1900 p. 334— .S38. 

1603 Mai 19. P. Helias Heymans erhält in Ramers dorf 571 
(bei Honnef) von den Prsemonstratensern das Haupt von 
einer Gefährtin der h. Ursula. 

Reg. : Auth. SS. Rel. p. 16. Im Text steht Eommersdorf. 

1603 Mai 19. — 26. P. Helias Heymans erhält von der Aeb- 57^ 
tissin von Marienberg zu Boppard Reliquien von S. 
Ropertus und S. Hildegard. 
Reg. : Auth. SS. Eel. p. 16. 

1603 Mai 26. P. Helias Heymans erhält zu Bingen im 573 
Frauenkloster Ropertsberg O. S. B. Reliquien von S. 
Ropert und S. Hildegard. 
Reg, : Auth. SS. Rel. p. 16. 

1603 Mai 28. P. Helias Heymans erhält im Oisterzienser- 574 
kloster Ebersbach ein h. Haupt mit zahlreichen andern 
Reliquien. 

Reg. : Auth. SS. Rel. p. 16. 

1603 Mai 29. P. Helias Heymans erhält im Cisterzienserinen- 575 
kloster unterhalb Mainz ein h. Haupt. 

Reg. : Auth. SS. Eel. p. 16. 



1603—1604 113 

1603 Jun. 1. P. Hellas Heymans erhält zu Worms im Cister- 576 
zienserinenkloster ein h. Haupt. 
Reg.: Auth. SS. Eel. p. 17. 

1603 Sep. 9. Der Dekan zu Kronweissenburg sendet dem 577 
P. Hellas Heymans ein Gebein von den hh. Sergius 
und Bachus sowie das Haupt eines unschuldigen Kind- 
leins. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 19—20. 

1603. Ritter Hugo von Landenberg kehrt aus dem h. Land 578 
heim und stiftet seiner Stiefschwester Beatrix Muntprat, 
Aebtissin von Othmarsheim drei Dornen von der Krone 
Christi (vgl. 1737 Jan. 6.). 
Notiz : Copialbuch Muri Q. 4. 

1604 Mai 21. Das Kloster Rh ein au erhält eine Reihe von 57» 
namentlich aufgezählten Reliquien. 

Copie: Custodia p. 81. Gr. — K. 

1604 Jun. 1. Die Aebtissin von SS. Machabsei in Köln 580> 
schlägt ein Gesuch des Abts von Einsiedeln um Häupter 
aus S. Ursulas Gesellschaft ab. . 
Copie: Auth. SS. Eel. p. 186— 187. 

1604 Sep. 8. Aufzählung der mainzischen, dem P. Hellas 581 
Heyrnans überlassenen Reliquien durch Bernh. Philipp 
Wolff von Rosenbach, erzbischöflichen und kurfürstlichen 
Rat: Das Haupt des h. De.siderius, Erzbischof v. Vienne, 
das Haupt der h. Rosa V. M., das Haupt des h. Bene- 
dikt, vom Cilicium, der Tunica und der Vestis der h. 
Elisabeth, von den Gefährten S. Albans ein Arm, 
zwei Gelenke, ein grosser Schädelteil, mitsamt der Ge- 
schichte der ersten Translation und der letzten Pindung. 
1602, vom Gewände der h. Jungfrau, von den Gefährten 
S. Gereons, von der mandibula der h. Apollonia, von 
den 11000 Jungfrauen. 

Copie: Auth. SS. Eel. p. 12— 18. 

1604. Abt Jakob VI. Bundi von Disentis versucht die 582 
Leinwand, in welche das Haupt des h. Placidus M. ge- 
hüllt war, aufzuschneiden, aber sein Arm erlahmt. 



]Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz I. p. 316, 
nach Ambr. Eichhorn. 



114 1605—1607 

1605 Mai 28. Mainz. Jakob von Wildberg verehrt dem 583 
Frauenkloster Einsiedeln ein silbervergoldetes Monstränz- 
lein mit Rupertusreliquien darin. 

Copie : Auth. SS. Kel. p. 187—188. 

1 606 Apr. 23. Joannes Comes Turrianus, Bischof von Vegha 584 
und Nuntius weiht die Kirche von Hermetschwyl der 
Trinität, Maria, Benedict Ab., Margaretha, Katharina, 
Scolastica, Hermes (wegen des Namens Hermetschwyl !) 
und Gallus ; er schliesst Reliquien ein von S. Marga- 
retha Y. M., den 10000 Märtyrern, de capillis Marise 
und S. Gallus. In den ersten Seitenaltar schliesst er 
Heiltum vom h. Kreuz, Tiburtius M., Margaretha V., 
Contantia V. und S. Beatus C, in den zweiten solches 
von S. Nikolaus, Anna, Möriz, Innocentius und 
Margaretha V. 

Copie: Cöpialbuch Muri Consecr. H. 1. Notiz: Murus et Ante- 
nnu-ale p. 104. 

1606 Jul. Der Leib des sei. Manfred zu Riva S. Vitale 585 
wird zum zweitenmal erhoben und unter dem Hochaltar 
beigesetzt. 

Notiz : Borrani Ticino sacro p. 196. 

1606 Sep. 30. Madrid." P. Richard Haller, Beichtvater der 586 
Königin zu Madrid, schreibt dem P. Joann. Paber, die 
Dillinger Religiösen hätten ihn um 12 Reliquien von den 
200 Märtyrermönchen von S. Peter von Caradegna 
für 12 Benediktinerklöster gebeten. Er besitze das Heil- 
tum und ersucht, mit Herrn Marx Fugger sich zu ver- 
ständigen, damit dessen Agenten die Sendung der Ge- 
beine besorgen. 

Copie : Cöpialbuch Muri C. 1 ; Caradegna ist ein Kloster bei 
. Burgos, dessen Mönche 824 von den Mauren getötet wurden. 

1606 Okt. 11. Rheinau. Ein ganzer Oberteil des Hauptes 587 
von S. Moriz mit Zedula wird zu Rheinau in einem 
vergoldeten Haupt gefunden; ferner der zweite Arm des 

h. Pin tan Cf., von der Krippe und vom Berg, in dem 
S. Blasius wohnte. 

Keg-. : Eep. Eh. I. C. I. n. 25. Copie: Custodia p. 34—41 

1607 März 22. Madrid. P. Richard Haller schickt durch die 588 
Agenten des Hauses Pugger die 12 Gebeine von den 
Märtyrern von Caradegna an P. Joann. Faber (nach 



1607—1608 115 

Augsburg); von hier kamen sie nach Dillingen und 
ein Gebein nach Muri. 

Copie: Cöpialbuch Muri C. 1. 

1607 Jun. 30. Rh ein au. Ein guter Teil des Hauptes des 589 
h. Blasius wird zu Rheinau im vergoldeten Caput ge- 
funden, dabei ein Zettel mit der Aufschrift : Anno 
M. OC. VI. sigillatum est hoc caput S. Blasii Episcopi et 
Martyris sub Domino Heinrico Abbate de Wartenbach. 
Reg. : Rep. ßh. I. C. I. n. 25. Copie : Custodia p. 44. 

1607 Jul. 24. Dillingen. P. Joannes Faber schickt ein 590 
femur integrum von einem der 200 Märtyrermönche 
von S. Peter in Garadegna mitsamt einer Copie der 
Bulle des Papsts Clemens VIIL (Rom 1603 Jan. IL) 
nach Muri; er rät, dem Abt des Klosters Garadegna und 
dem P. Richard Haller in Madrid zu danken und durch 
letztern auch der Königin von Spanien Dank sagen zu 
lassen. 

Copie : Cöpialbuch Miu-i C. 2. 

J607 Sep. 17. Das Femur eines Martyrermönchs von Cara- 591 
degna kommt, in Muri an; am 21. Sep. wird es durch 
den Abt feierlich ausgestellt. 
Copie : Oopialbucli Mmi C. 4. 

1607 Nov. 6. Solothurn. Testimoniales für die dem Abt 592 
Koch von Rheinau aus Solothurn geschenkten Reliquien 
von S. Urs US und Gefährten. (Koch war früher be- 
liebter Stadtpfarrer von Solothurn gewesen, daher das 
Geschenk.) 

Reg:. : Eep. Eh. I. C. I. n. 26. Copie : Custodia p. 45. 

1608 März 21. Tn Rheinau wird in einem vergoldeten, edel- 593 
steinbesetzten grossen Kreuz, die 1473 verschlossene 
grosse Partikel vom h. Kreuz, samt dem grossen Stock- 
zahn des h. Christophorus M., Zähne von Coronis V., 
von S. Carponius, von S. Emerentiana und S. Linus 
gefunden; dazu noch ein kleines Kreuz mit Kreuz- und 
Blutrehquie, ferner von S. Nicolaus, S. Maximus Ep., 

S. Andreas, S. Sylvester PP. „ac cujusdam s. ignoti 
nominis" und dem Zettelchen „1473 inclusa, sed revisa 
1608." 

Reg. : Rep. Rh. I. C. I. n. 25. Copie : Custodia p. 44—45. 



T16 1609—1610 

1609 Apr. 7. Madrid. P. Richard Haller schioKt demP. Joann. 594 
Paber in Dillingen nochmals die Bulle des Papstes Cle- 
mens yilL, weil der Abt von S. Gallen Zweifel ausge- 
sprochen, ob dieselbe die Verehrung der, 200 Märtyrer 
von Caradegna für die ganze Kirche oder nur für das 
Kloster Caradegna bewillige. 
Copie : Copialbuch Muri C. 5. 

1609 Jul. 17. St. Gallen. Abt, Dekan und Kapitel von St. 595 
Gallen und Neu St. Johann beschliessen und ver- 
ordnen, dass in Zukunft keiner weltlichen oder geist- 
lichen, noch so hervorragenden Person, irgendwelche 
Reliquien, auch nicht kleinsten Umfangs sollen gegeben 
werden. 

Copie : Hierogaz. 13.29- — 31. 

1609 Dez. 24. Der Leib des h. Victor v. Tomils Pb. M. 596 
(eleviert 1496), wird unter dem Hochaltar der Kloster- 
kirche zu Kazis beigesetzt. 

Notiz : Propr. Cimens. Stadler, Heiligen] exikon Bd. 5. 

1609. In der Krypta_zu Einsiedeln werden einige wenige 597 
Gebeine von B. Gregorius Ab., dem dritten Prälaten 
von Einsiedeln gefunden. 

Copie : Auth! SS. Eel. p. 189. 

1610. PriedrichBorromseus,ErzbischofvonMailand(1595— 1631) 598 
und Kardinal schenkt dem Stift S. Gallen Reliquien 
von den Thebäern derhh. Moriz und Gereon, S. Marcel- 
lina V. M., von den 174000 Märtyrern samt 4 Zähnen, 
von SS. Donat und Bonifaz MM., von der Gesellschaft 

S. Ursulas, weiteres von den 174000 Märtyrern, vom 
Kreuz des guten Schachers S. Dismas, von Thadseus 
M., Agnes V.M., von der thebäischen Legion, von 
Seraphia V. M., Agapit M., Julius M., Metius M., 
Sixtus M., Saturnin M., Cassianus M., Calepodius 
M. , Rufinus M. , Justus puer M., Sabina V. M., 
Quirin M., Vitalis M., weiteres von den 174000 Mär- 
tyrern, von S. Emerentiana V. M., Placidus M., 
Lucius M., ferner die Hülle eines Missales, vom Kleid 
und von der Bettdecke des h. Karl Borromsßus. 
Copie : Sacrar. II. p. 339—340. 



1611—1615 117 

1611 Jul. Die aus Mailand 1610 geschenkten Reliquien 599 
werden von Abt Bernhard IL feierlich aus Rorschach 
nach S. Gallen transferiert. 
Copie: Sacrar. E. p. 340— 349. 

1613 Jul. 30. Rheinau. J. J. Mirgel, Bischof von Sebaste, 600 
Weihbischof von Konstanz (1597 — 1619), weiht zu Rheinau 
eine Kapelle zur Ehre der h. Jungfrau und des Täufers. 
Eingeschlossen wurden Reliquien von SS. Christoph, 
S. Victor und aus der Gesellschaft S. Morizens 
und der h. Ursula V.M. 

Beg- : Custodia p. 46. Copie : ebenda p. 359. 

1613 Sep. 22. Einsiedeln. Der Notar Leonhard Zinkh be- 601 
stätigt die Schenkung einer Columbansreliquie durch 
einen v. Rosenbach an das Stift Einsiedeln im Jahr 
1603 Mai 7. 

Copie : Auth. SS. Rel. p. 185. 

1613 — 1638. Die Sigismundspartikel im Prozessionskreuz 602 
der Sigismundkirche zu S. Maurice wird durch Bischof 
Hiltprand IL Jost von Sitten visitiert und zeigt Aus- 
schwitzungen. 

Notiz : (Guillaume Berody) P. Sigismund, La Vie de S. Sigismond . . . 
Sion 1666 p. 341 ; Anz. f. Schweiz. Altertumskunde 1899 p. 167. 

1614 3. kal. Jun. Probst und Kapitel von Solothurn 603 
schenken dem P. Gregor, Suprior des Stifts Engel berg 
drei ansehnliche Partikeln von ihren Patronen SS. Urs, 
Victor und ihren thebäischen Genossen. Gezeichnet 
von Joa. Kerler, Kanonikus und Kantor, an Stelle des 
Sekretarius. 

Orig'. ; Perg. Urk. Engelberg; mit aufgedrücktem Wachssigel. 

1615 Dez. 30. Solothurn. Propst und Kapitel von Solo- 604 
thurn schenken Reliquien aus dem Grab des h. Ursus 
und von seinen Gefährten nach Muri. 

Reg. : Copialbuch Mmi E. 1. 

1615. Ein Kupferstich von D.L., mit den Wappenschilden von 605 
Abt und Abtei Muri erscheint mit dem Bild des sei. 
Burcard (er segnet einen Kelch, hinter ihm steht ein 
Reiher). Inschrift : Der Selig Priester Burckartt, Pfarrer 
zu Beywill lüchtet mitt Wunderzeichen 1615. 
Orig.; Kantonsbibl. Aarau Ms. Bibl. Zurl. 3 p. 111. 



118 1616—1620 

1616 Apr. 9. Rom. Enthebung von Gebeinen der hl. M. M. 606 
Constantinus, Desiderius, Pacificus. Franz Küster', 
Pfr. in Schmeriken schenkte sie seiner Pfarrkirche. 
1619 Nov. 24. gestattet der Generalvikar von Konstanz 
(Joseph von Arh) deren öffentliche Aussetzung und Ver- 
ehrung. - . 

Notiz: nach Auth. Pfarrarch. Schmerikon. Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. 
Frffifel. ' ■ 

1616 Mai 26. Joh. Jakob Mirgel, konstanzischer SuflFragan 607 
(1597 — 1619) weiht die S. Jakobskirche zu Emmetten 
(Nidwaiden) und schliesst im Hauptaltar Reliquien ein 
von S. Urs, im Seitenaltar der Evangelienseite von S. 
Ursula, im Seitenaltar der Epistelseite von S. Victor. 

Orig. : Eintrag- im Jahrzeitbuch des XV. p. ^27. Pfarrarchiv Em- 
metten; mitg. von Hw. Hrn. Ed. Wymann. 

1617 (?) Okt. 16. Rom. Alexander Victricius (Vittrici), Bischof 608 
von Alatri (1632— 1648, f 1650) schenkt dem Ritter Joh. 

J. Spies den Leib des h. Euprepes M. aus dem 
Coemeteriura Calepodii. 

Copiet Zu Werthenstein. St. A. Luzern. Die Jahrzahl scheint ver- 
schrieben und sollte wol eher 1637 oder 1647 lauten. 

1618. Gesandte verlangen von Nidwaiden Rückgabe 609 
der im Gotteshaus Engelberg gestohlenen Reliquien, 
die zurückbehalten wurden wegen Nichtbezahlung, ge- 
wisser Kosten. Engelberg wünscht Rückgabe des Heil- 
tums ohne weiteres; der bischöfliche Kommissar aber 
entscheidet auf Befehl des Nuntius, dass Engelberg die 
betr. Unkosten bezahle, wenn es seine Reliquien wieder 
haben wolle. 

Reg. : Die eidg. Abschiede V. 2 p. 2017. , 

1618. Der untere Teil des Magnusarms zu Kazis wird 610 
nach Disentis geflüchtet; er gelangt 1637 nach S. 
Johann und dann nach S. Gallen. 
Copie : Sacrar. H. p. 303—304. 

1620 Mai 26. Mailand. Aus Mailand erhält das Stift Ein- 611 
siedeln Blut des h. Karl Borromseus. 
Copie : Auth. SS. ßel. p. 189—190. 

1620 Jun. 4. Der Kapuzinerpater Nazarius de Camisani von 612 
Mailand erbittet vom Abt von Binsiedeln Reliquien. 
Copie : Auth. SS. Bei. p. 190. 



1620—1621 119 

1620 Jul. 20. Locarno. P. Nazarius von Mailand, Kapuziner, 613 
verspricht dem Abt Augustin von Einsiedeln Reliquien 

von S. Karl Borromsßus. 

Orig.: Brief T2D.1. Stiftsarch. Eins. Copie: Auth. SS. ßel. p. 19L 

{620 Aug. 20. Locarno. Der Kapuziner P. Nazarius von 5^4 
Mailand stellt dem Abt Augustin von Ein sie de In wei- 
tere Reliquien (spezifiziert) von S. Karl Borromaeus in 
Aussicht. 

Orig.: BriefT2D. 2. Stiftsarch. Eins. Copie: Auth. SS. Rel. p. 192. 

1620. Glaubwirdige Abschrifft was für Hailiger Reliquien q^^ 
oder Hailthümben der lieben Hailigen Grottes aüss vilen 
Hailigen Orthen in diss unser lieben Praüwen Lobwürdig 
Pürstl. Gottshaüs Einsidlen seider langen und kürtzeren 
Jahren her von hochen Pürstl. G-eistlich- und Weltlichen 
desgleichen andern vornemmen Standespersohnen verehrt 

1620 . . . von Leonard Zingg, Not. Apl. 

Orig. : Perg. Handsehr. im Stiftarchiv Einsiedehi. A. Authentica 
SS. ßeliqiiiarum T2D. p. 34. 



1620. Der Abt von S. Blasien schenkt eine Partikel von 
den Dornen, auf» denen S. Benedikt lag, nach Rheinau. 
Reg. : Custodia p. 48. 



616 



1621 Apr. 26. Joann Anton, Bischof von Tiberias, Suffragan 617 
von Konstanz (1619 — 1635) weiht die Kapelle von 
Aristau in der Ehre der beiden Johannes und schliesst 
Reliquien von diesen Patronen und Maria Magdalena 
ein. Die Reliquienschedula ersetzt das Heiltum des Joh. 
Evangelista durch Reliquien von S. Beatus. 
Copie : Copialbuch Muri Consecr. C. 1. u. C. 2. 

{621 Okt. 1. Joh. Bapt. Polperti, Pfarrer von Pessano 618 
(Dioec. Mailand) beglaubigt ein Stück vom Cilicium des 
h. Karl Borromseus. 

Copie: Auth. SS. Eel. p. 192— 194. 

I62{ Dez. 10. Joann Anton, Suffragan von Konstanz (1619 619 
bis 1635) weiht die Kapelle von Berikon und schliesst 
Reliquien ein von S. Christoph, Nikolaus und M. 
Magdalena. 

Copie: Copialbuch Mm-i Consecr. G. 1. Notiz: Mui-us et Ante- 
murale p. 67. 



120 1621—1623' 

1621. Für die Gebeine des sei, Karthäuserbruders Hans 620 
Wagner wird zu Hergottswald ein neues Grab er- 
richtet; der Kiefer gelangt nach Ittingen. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz p. 167. 

1622 Jun^ 27. Augustinus Yolpi schenkt dem Pompeo 621 
. Paleari-Fratina aus Morcote in Rora den Leib des h. 
Abundius M. R. aus der Katakombe bei der Via Fla- 
minia. 

Orig. : Archivio coinunale Morcote. Notiz : Borrani, Ticino sacro 
p. 190. 

.1622 Nov. 5. Translation des Leichnams des h. P. Pidelis 622 
von Sigmaringen nach Chur. 

Notiz : Schilderung bei Scherer Helden und Heldinen des christl. 
Glaubens etc. Schaffhausen 1857 p. 351 — 353. 

1622 Dez. 20. Solothurn. Propst und Kapitel von Solo- 623 
thurn verehren dem Abt Jodocus von Muri (1596—1644) 
auf sein Begehren eine Partikel aus dem Grabe des h. 
Ursus M. und eine grössere von einem Gefährten des- 
selben. 

Copie : Copialbuch Muri E. 2. 

1623 Jan. 27. Der Holzsarg von 1539 mit dem Leib des h. 624 
Othmar in der Othmarskirche wird exhumiert und er- 
hoben ; am folgenden Tag werden die Gebeine zum 
Othmarsaltar getragen und in reine Linnen gewickelt 
und in eine Steinkiste gelegt ; die Ueberreste des Sarges, 

der Staub und ähnliches wird gesondert aufbewahrt. 
Copie : Sacrar. 11. p. 50 — 57. 

1623 Apr. Porlezza. P, Nazarius schreibt dem Abt von 625 
Einsiedeln über sieben verschiedene Reliquien von S. 
Karl Borromseus, die er ihm schicke. 
Copie : Auth. SS. Rel. p. 195. 

1623 Mai 10. Rom. Octavius Bandinus, Kardinalbischof von 626 
Prseneste (1621 — 1624) schenkt dem Egid Fleckenstein 
von Luzern, dem Gaspar Lew von Nidwaiden und dem 
Jo. Gaspar Ceberg von Schwyz auf Befehl von Papst 
Urban VIIL Rehquien von S. Zeno und seinen Ge- 
fährten MM. aus der Kirche Scala Cseli ad tres fontes. 
Ein Teil der Reliquien kam nach Engelberg [1647], 
ein anderer nach Schwyz, ein weiterer nach Stans. 
Copie : Pap. Urk. beglaubigt durch Jod. Knab, Engelberg. 



M 



1623—1624 121 

i623 Mai 26. Der Leib des h. Othraar wird von zwei Patres 627 
auf den Schultern von der Othmarskirche nach der Stifts- 
kirche getragen und feierlich in der Rückseite des Hoch- 
altars beigesetzt, um da zu ruhen, bis der Neubau von 
S. Othmar beendet wird. 
Copie : Sacrar. p. 58 — 68. 

3623 Aug. 6. Michael Geiger, Propst zu Waldsee, öffnet das 628 
Grab der sei. Elisabeth Bona (f 1420) zu Reute, wo- 
' bei Reliquien der Seligen zur Verteilung gelangten. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahi-tsorfce der kath. Schweiz 1864 p. 245. 

3 623 "Aug. 9. Rom. Authentik über die Auffindung der Reli- 629 
quien des h. Eusebius und der h. Jungfrau Perpetua und 
deren Schenkung an die Pranziskanerkirche zu Luzern. 
Orig". : Jetzt in der Franziskänerkirche Luzern. Perg. Urk. St. A. 
Luzern Franzisk. IX. p. 26. 

1623 Aug. 24. Luzern. Beschreibung der Translationspro- 630 
Zession der hh. Eusebius und Perpetua zu Luzern. 

Origr. : Pap. Urk. Staatsarchiv Luzern. 

J1623. Der Leib des sei. Landölaus Ep. wird beim Altar 631 
auf der Epistelseite der Peterskapelle zu S. Gallen ge- 
funden; es wird untersucht, ob die Gebeine acht und 
unvermischt seien. 

Copie : Sacrar. H. p. 188—191; vgl. Eeg. 519 u. 673. 

J623. Pompeo Paleari-Pratina bringt den Leib des h. 632 
Abundius M. R. aus Rom nach Morcote und schenkt 
ihn der Kirche „daselbst. 

Notiz : -Borrani, Ticino sacro p. 191. 

1623? „Die Hauptschidlen" des h. P. Pidelis von Sigma- 633 
ringen „darinnen noch die grewliche Wundenstreich er- 
scheinen, ist in das Closter zu Peldkirch, sein Leich- 
namb aber, aussgenommen etlicher wenig Particul und 
übergeblieben Kleydern gen Cur mit grosser Solennitet 
geführt und in einer Capell der Thumbkirchen ehrlich 
begraben worden." 

Drück: M. Jak. Merk, Chronik des Bistums Konstanz 1627; da- 
nach Freiburger Dicecesanarchiv XXin. p. 363. 

1624 März 28. Vidimus der Elevations- und Translations- 634 
akten des h. Othmar von 1623. 

Copie : Sacrar. H. p. 69 — 73. 



122 1624 

1624 Mai 1. Die von Dissentis nach S. Gallen geschenkten 635 
Reliquien von SS. Placidus und Sigisbert werden 
feierlich empfangen. 

Copie: Sacrai-. II. p. 350— 352. 

1624 Mai 11, Rom. Octavius Bandinus, Kardinalbischof von 636 
Praeneste (1621 — 1624) vergabt dem Gilg Pleckenstein 
von Luzern, dem Joh. Kasp. Ceberg von Schwyz und 
dem Kasp. Lew von Nidwaiden, Gesandten der VIII alten 
Orte Reliquien von S. Zeno und seinen Gefährten aus 
der Kirche alle tre fontane bei Rom. Ein Teil der Re- 
liquien gelangte in das Reliquiar der Crispinusbruder- 
schaft zu Schwyz. 

Copie: Beglaubigt von Jod. Knab zu Luzern; Schwyz, Mitg. von 
Hw. Hi-n. Pfr. M. Waser. 

1624 Aug. 23. Abondance. Joh. Franz v. Sales, Bischot 637 
von Genf (1621 — 1622) stellt die Art der Uebernahme 
der von S. Maurice an die Mauritiuskirche von Abon- 
dance geschenkten Gebeine fest. 
Druck : Aubert II. p. 245—246. 

1624 In Solothurn wird des „heyligen Statt- und Landts- 638 

Patronen S. UrsiGrab under dem Ohoraltar von Steinwerk 

zierlich eingefasset, und die Gitter von Silber gemacht". 

Notiz : HaffueiyDer kleine Solotli. Allg. Schaw-Platz H. p. 280. 

1624 Dez. 26. Pfävers. Testiraoniales des Abts Michael von 639 
Pfävers (1660 — 1670) für die Reliquien (Rippe und 
Wirbel) des sei. Nicolaus v. Rusca zu Rhein au. (Der 
seiige N. v. R., Erzpriester von Sondrio war 1620 von 
den Reformierten ermordet worden und ruhte zu Pfävers. 
Scotti Helv. prof. e sacra II. p. 107 — 108.) 

Eeg-. : Kep. Eh. I. C. I. n. 33 und Custodia p. 48. Copie : Cus- 
todia p. 57. _ 

1624. Kaspar Leüw, Ritter und Landammann von Nidwaiden, 640 
erhält, als er mit den eidgen. Gesandten dem neuge- 
wählten Papst Urban VIII. zum Regierungsantritt gratuliert, 
Reliquien von S. Zeno und seinen Gefährten aus der 
Kirche alle tre fontane,- er vergabt sie dem Abt und 
Konvent von Engelberg und dem Gotteshaus S. Clara 
in Stans. 

Orig-. : Pap. Urk. Engelberg. 



1624—1625 123 

1624. Der Rat der Stadt Solothurn lässt für das Haupt 641 
des h. Ursus eine silberne Tumba erstellen. 
Notiz : Amiet, Das St. Ursus-Pfarrstift p. 440. 

1625 März 10. Rom. Jo. Dom. Spinola, apostolischer Pro to- 642 
notar beglaubigt Reliquien von S. Placidus M. 0. S. B. 
und seinen Gefährten; 1654 kamen sie nach Muri. 
Copie : Copialbuch Muri D. 2 und 3. 

1625 Jul. 8. Das Kloster Beinwyl schenkt der Kirche 643 
Pfaffnau Reliquien vom Arme des hl. Vinzenz, unter 
der Bedingung, dass 1) diese in feierlicher Prozession 
abgeholt und in Pfaffnau einbegleitet, auch 2) in Silber 
gefasst zur Verehrung ausgestellt, 3) ganz oder zum. 
Teil restituiert werden, wenn Beinwyl durch Feuer oder 
Krieg seine Reliquien dieser Heiligen verlieren sollte. 

Orig. : Archiv St. Urban, St. A. Luzern. Mitg. von H. Dr. Th. v. 
Liebenau. 

1625 Jul. 10. Die vom Administrator Ursus Buri von Bein- 644 
wyl an die Kirche von Pfaffnau vergabteVincen zen- 
partikel wird feierlich und unter grossem Zulauf ein- 
begleitet. 

Orig. ; Chronica Beinwilensis Tom. V. p. 988. Copie : im Eeh- 
quienarchiv des Verf.; mitg. von Hw. Hrn. P. Laurentius Eschle 0. S. B. 

1625 Jul. 20. S. Urban. Bruder Ulrich V., Abt von S. 645 
Urban (1588 — 1629) bekennt, dass seine KoUaturpfarrei 
Pfaffnau vom Administrator von Beinwyl, Ursus 
Buri, eine Partikel vom Arm des h. Vincentius M. er- 
halten habe. Er verspricht würdige Passung und Ver- 
ehrung des Heiltums und gelobt, dass die Partikel, falls 
Beinwyl durch Krieg, Brand oder leidigen Zufall um 
sehie Reliquie kommen sollte, ganz oder grössernteils 
wieder zurückgegeben werden solle. 

Copie : Chronica Beinwilensis Tom. V. p. 988 ; mitg. von Hw. Hrn. 
P. Laurentius Eschle. 

1625 Nov. 12. Muri. Fr. Hieronymus Wallter 0. S. B. zu 646 
Muri bestätigt, dass der Nuntius Alexander Scappi 
(1621 — 1628) am 9. Nov. d. J. nach dem Abendessen in 
Luzern dem Joh. Jodocus Abt von Muri (1596 — 1644) 
eine silberne Capsel, gefüllt mit Reliquien von S. Pla- 
cidus M. 0. S. B. und seinen Gefährten, geschenkt 
habe. 

Copie: Copialbuch Muri D.I. 



124 1625—1628 

J625. Heinrich y. Stein, zurückgekehrt von Rom, hinterlässt 647 
dem Kloster Rheinau- Reliquien vom Blut des h. Phi- 
lipp Neri mitsamt Indulgenzen; das Heiltum wurde in 
dem Schrein von 1444 eingeschlossen. 
IV otiz : V. d. Meer, Miscellanea T. XL 

1626. Reliquien von S. Heinrich Kaiser und Kunigunde 648 
gelangen aus Bamberg an den Bischof von Basel (Wil- 
helm Rink von Baldenstein 1608—1628) und werden 
1681 im Hochaltar des Doms zu Ariesheim geborgen. 

Orig. : Kirchweihung der neuen .... Domkirche in Arlesheim .... 
1681 Ms. Pfarrarehiv Delsberg. Copie : Ms. Pfarrarchiv Ariesheim. 
Druck : Zur Heimatkunde des Dorfes und der Pfarrei Ariesheim 1878 p. 9. 

1627. F. Benedict Amman schreibt, die Leiber der hh; Eu- 649 
sebius und Perpetaa MM. RR. ruhen bei den Franzis- 
kanern zu Luzern. 

Coi)ie : Auth. SS. Eel. p. 195—196. 

1627. In Solothurn wird „S. Ursi Mart. Haupt und Heyl- 650 
thumb in Silber gefasset und kostet 2811 Ib. 16/?." 

JVotiz: Haffner, Der kleine Solothurner Allg. Schaw-Platz IL p. 282. 
Eahn, die mittelalterlichen Eunstdenkmäler des Kantons Solothurn 1893 
p. 201. 

^628 Feb. 18. Chorherr Ludwig Helmlin verehrt namens 651 
seiner Base, Anna Helmlin, Wittwe des Junkers Ludwig 
Peyer, dem Stift Beroraünster den Kiefer des h.Vitus 
M., Reliquien von S. Victoria V. M. und von S. Anna 
ein Fingergelenk. 

IVotiiJ : Geschichtsfreund 31p. 342. 

1628 Okt. 6. Zehn Tage vor der Othmarstranslation zu S. 652 
Gallen werden die Reliquien des h. Patrons inspiziert, 
gezählt und in bleiernem Behälter eingeschlossen, nach- 
dem die zu verteilenden Partikeln abgesondert waren. 
Zur Feier eingeladen : der Nuntius, der Bischof von 
Konstanz, beide Suffragane, die Aebte von Fulda, Kemp- 
ten, Muri, Rheinau, Einsiedeln, Pfävers, Fischingen, 
Wettingen, Ochsenhausen, event. auch von Weingarten. 
Copie: Sacrar. H. p. 214— 215, 226— 243, 255 if. 

1628 Okt. 8. Acht Tage voraus wird die Translation des h. 653 
Othmar zu S. Gallen von den Kanzeln herab verkündigt. 
Copie : Sacrar. H. p. 216—218. 



1628—1629 125 

1628 Okt. 15. Uebertragung des h. Othmar und des sei. 654 
.Notker (Balbulus) aus S. Johann und Peter nach dem 
Münster in St. Gallen. 

Druck: AA. SS. April I. p. 578. Notiz: Haller Bibl. IE. p. 582 
bis 583. 

1628 Okt. 15. Detaillierte Schilderung der Prozessionsord- 655 
nung und der Zugsroute bei der Othmarstranslation 
zu S. Gallen. 

Copie : Sacrar. 11. p. 263—280. 

1628 Nov. 7. Abt Bernhard II. von S.Gallen (1594—1630) 656 
schenkt ^eine Partikel von B. Notker dem Wiborada- 
kloster 0. S. B. bei S. Georgen. 

Copie : Sacrar. n. p. 293—294. 

1628. Schwester Pebronia in Eichen, Nonne zu Luzern, 657 
schenkt ihrem Bruder Engelbert, Konventual zu Engel- 
berg ein Reliquiar mit zahllosen Partikeln. 

Orig". : „Idsea Eeliquiarii", Zeichnung von sechs sonnenförmigen 
Figuren, zwischen deren Strahlen die Partikeln eingeschrieben sind. 
Engelberg. 

1628. Chorherr Engel siftet der Ursenkirche zu Solothurn 658 
ein silbernes Armreliqiiiar für Heiltum der h. Verena. 
[Nicht mehr vorhanden.] 

Notiz : Amiet, Das St. Ursus-Pfarrstift p. 440 A. 

1629 Jan. 4. Beinwyl. Testiraoniales des Domherrn Konrad 659 
Buri für die Reliquien von S. Urs und Genossen zu 
Rheinau. 

Reg. : Rep. Rhenov. I. C. I. n. 35. Copie : Custodia p. 59. 

1629 Jan. 26. Abt Bernhard IL von S. Gallen (1594— 1630) 660 
schenkt dem Kloster Marienberg zu Rorschach Reliquien 
von S. Othmar und B. Notker. 
Copie : Sacrar. n. p. 287—288. 

1629 Peb. 25. St. Gallen. P. Joannes Geiger S. Galli Mo- 661 
nachus, Presbyter und Notarius bestätigt die 1628 Okt. 15. 
erfolgte Schenkung von Othmar s- und Notkerreliquien 
, aus S. Gallen nach Neu-S. Johann. 
Copie: Hierogaz. p. 321— 322. 

1629 Peb. 23." Abt Bernhard IL von S.Gallen (1594—1630) 662 
schenkt dem Kloster Neu-S. Johann Reliquien von 
S. Othmar und B. Notker. 
.Copie : Sacrar. 11. p. 289. 



126 1629—1630 

1629 Mai. 9. Abt Bernhard IL von S. Gallen (1594—1630) 663 
schenkt dem Stift Fulda Heiltum von S. Othmar als 
Gegengeschenk für erhaltene fuldaische Reliquien. 
Copie : Sacrar. IL. p. 290—291. 

1629 Sep. 22. Solothurn. Schultheiss und Rat von Solo- 664 
thurn bewiUigen auf Bitten des P. F. Martin Brunner, 
dem Abt Joh. Jodocus Singisen von Muri (1596—1644) 

ein „ansehnlich bein, sambt einem stuckhli cranii von 
dem Leib eines Martyrs uss der gesellschafft Unserer 
Hochheiligen Patronen SS. Ursi undt Victoris". Gez. 
Victor Haffner, Stattschreiber. 
Copie : Copialbuch Muri E. 3. 

.1630 Aug. 29. Solothurn. Propst und Kapitel von Solo- 665 
thurn vergaben abermals Reliquien von den Gefährten 
des h. Ursus nach Wettingen. 

Druck: Archiv dess Hochlobl. Gottshauses Wettingen p. 61 — 62. 

1630 Apr. 5. Solothurn. Testimoniales von Propst und Ka- 666 
pitel zu Solothurn für die nach Rheinau geschenkten 
Urs- und Victorreliquien. 

Keg-.: Eep. Ehen. I. C. I. n. 37. Copie: Custodia p. 60— 6i. 

J630 Apr. 8. Rheinau. Vorschriften und Bestimmungen des 667 
Abts Eberhard (1613—1642) für die Aufnahmsfeierlich- 
keit der von Solothurn nach Rheinau übersandten 
Reliquien. 

Reg-. : Eep. Ehen. I. C. I. n, 38. Copie : Custodia p. 61—67. 

1630 Apr. 15. Rheinau. Danksagung der Abtei Rheinau 668 
an das Kapitel' von Solothurn für Sendung von Re- 
liquien. 

Beg", : Eep. Ehen. I. C. I. u. 39. Copie : Custodia p. 68. 

1630 Mai 18. Abt Bernhard II. von S. Gallen (1594— 1630) 669 
schenkt dem Stift Hersfeld einen Finger des h. Othmar. 
Copie : Sacrar. IL p. 292. 

1630 Jul. 2. Zu Solothurn werden zwei ganze Häupter 670 
aus S. Ursi Gesellschaft den Kapuzinern vergabt und 
mit feierlicher Prozession und Losbrennen von Geschützen 
transferiert. 

Notiz : Halfner, Der kleine Soloth. Allg. Schaw-Platz 11. p. 284. 

1630 Sep. 30. Schilderung des grossen Reliquienfestes zu 671 
Beromünster. 

Orig'. : Bü'cher, Annalen z. J. 1630. Notiz : Auszug bei Estermann 
Sehenswüdü-g'keiten p. 38—41. 



1631—1634 127 

1631 Sep. 1. Die Kapuziner Archangelus und Matthias 672 
schenken Reliquien des sei. Herraannus Contractus, 
gefunden 1545 zu Altshausen, dem Abt Johann Jost 
von Muri. 

Copie : Copialbuch Muii L. 

1631 Okt. 12. Abt Pius von S. Gallen (1630—1654) trans- 673 
feriert die Gebeine des sei. Landalaus Ep. in die Mauer 
beim Benediktsaltar in der Turmapsis zu Gallen. 

Copie: Sacrar. 11. p. 191, 353; Landalaus wird hier Ep. Darvisi- 
ensis genannt; sein Bischofsitz und sein Zeitalter ist dunkel. Vgl. 
Stadler, Heil. Lex. IE. p. 670. Eeutlinger (Eeg-. 519) nennt ihn Erz- 
bischof von Trier. 

1631. Die Custorei der Stiftskirche von Solothurn lässt 674 
zwei grosse Heiligtumstafeln für Reliquien von Thebäern 
erstellen. 

Notiz: Amiet, Das St. Ursus-Pfarrstift p. 441. 

1631. Am Provinzialkapitel der Franziskaner zu Solothurn 675 
wird festgestellt, dass der Orden 27 kanonisierte Heilige, 
606 Beatifizierte, 900 Märtyrer und 1630 Beichtiger, 
welche in Heiligkeit des Lebens und durch Mirakel be- 
rühmt, aufweise. 

Notiz: Haffner, Der kleine Soloth. Allg. Schaw-Platz 11. p. 286. 

1633. Peb. 4. Das Stift Engelberg erhält von Bruder 676 
Maurus, Profess, eine Partikel von. S. Trutpert. 
Orig-. : Pap. Streifen St. A. Engelberg. 

1633. Die Ueberreste des sei. Bruders (ohne Namen, f um 677 
1312) auf S. Jost am Bürgenberg werden in einen 
Steinsarg daselbst übertragen. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 460; 
woselbst p. 458 — 459 weiteres über die frühern Schicksale dieses h. 
Leibes. 

1633 — 1642. Franciscus Kardinal Barberini schenkt der neu- 678 
erbauten Stiftskirche zu Luzern den Leib des h. Dio- 
n jsius M. R., Oheims des h. Pancratius. 
Notiz : Scotti, Helvetia profana e sacra' E. p. 140. 

1634. Der Magnusstab von Füssen wird zur Vertilgung 679 
des Ungeziefers nach Eschenbach und S. Gallen- 
kappel gebracht. [Er spielt somit dieselbe Rolle, welche 

bis zur Glaubensspaltung der Magnusarm von S. Gallen 
inne hatte, der 1528, wie es scheint, in Schwyz zum 



128 1634—1636 

letzten Mal erscheint; ein anderer Armteil ist in Reg. 610 
erwähnt. Vgl. 1685, 1711, 1726, 1727, 1732, 1747, 1770.] 
Abb. : Der Stab bei Baumann G-eseh. des Allgäu 11. p. 471. 

1634 St. Johann. R. P. Chrysostomus Stiplin erzählt die 680 
Schenkung eines heilkräftigen Zahns der h. Appollonia 
durcht Hptm. Jo. Ledergerw nach Neu-S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 86 — 87. 

1635 Apr. 29. Joh. Anton Tritt, Bischof von Tiberias, Dom- 681 
herr und Gustos zu Konstanz, Generalvikar, weiht die 
Capeila Infirmorum zu Rheinau in der Ehre der hh. 
Franz Cf., Sebastian M., Rochus Cf. und den Altar in 
der Ehre des h. Joseph Cf. Er schliesst Reliquien ein 
von den hh. Kunigund und Wibranda aus der Gesell- 
schaft S. Ursulas, sowie von hl. aus der Gesellschaft 

St. Morizens. 

Copie : Custodia p. 360. S. oben Eegv 480—435. 

1 635. Johann Anton Tritt, Bischof von Tiberias und Suffra- 682 
gari von Konstanz (1619—1635) weiht zwei Altäre im 
neuerbauten Langhaus der Kapelle am Rhein (bei Hoch- 
dorf) und schliesst Reliquien ein von S. Elisabeth Reg., 
Stephan Protom., der Gesellschaft S. Ursulas, Leo 
PP.;, Urs, Victor und ihren Gefährten. 

Notiz : Jahrzeitbuch von Hochdorf; Estermaun, Gesch. der alten 
Pfarrei Hochdorf p. 258. 

1635. Testimoniales für ein „beinlein eines fingers lang" 683 
vom h. Benedikt zu Rheinau, das nach der Glauben- 
spaltung von Zürich nach S. Niklausen in Unterwaiden 
gekommen war. . 

Reg. : Rep. ßhen. I. C. I. n. 45. Copie : Custodia p. 75. 

1635. Authentik für Reliquien der hh. Oswald, Verena 684 
und Csecilia in Zug. 
Reg". : Pfarrarchiv Zug. 

1636 5. kl. Peb. Solothurn. Propst und Kapitel zu Solo- 685 
thurn schenken dem Abt Joh. Jodocus von Muri zwei 
Häupter, zwei Gebeine und vier ansehnliche Partikeln 
von Thebäermartyrern. 
Copie : Copialbuch Muri E. 4. 

1636 Apr. 2. Rheinau. Joh. Anton (Tritt v. Wilderen), 686 
Bischof von Tiberias (1619 — 1636) weiht den Chor" 
von Mons S. Nicolai und drei Altäre in dem- 



1637 129 

selben. Den Hochaltar in der Ehre von SS. Nicolaus, 
Silvester, Gregor, Konrad, Ulrich* Eberhard und Karl 
. Borroraseus, mit Reliquien von S. Blasius, Antoninus 
M. und aus der Gesellschaft von S. Urs. Den Altar 
der Evangelienseite in der Ehre von Maria, Benedikt, 
Pintan, Dorainicus, Scholastica V., Elisabeth vid. Reg. 
Hung., Ursula und ihrer Gesellschaft, mit Reliquien von 
S. Elisabeth V. R. H. und aus der Gesellschaft 
Ursulas. Den Altar der Epistelseite weiht er in der 
Ehre von Felix und Regula, Moriz, Urs, Sebastian, Chri- 
stoph und Georg mit Reliquien von S. Urs und seiner 
Gesellschaft aus Solothurn. [Sämtliche Reliquien brachte 
der Bischof aus Rheinau.] 
Copie : Custodia p. 79. 

1637 Jun. 20. Abt und Konvent von S. Maurice verehren 687 
der Stiftskirche Solothurn eine „insignis pars reliqui- 
arum ex Societate D. Mauritii." 
Druck: AA. SS. Sep. VI. p. 357— 358. 

1637 Jul. 4. Luzern. Ranucius comes Scottus (Scoti), Bischof 688 
von Borge San Donnino (1626 — 1650, f 1666) und Nuntius 
beurkundet die Schenkung eines Teils von S. Franz 
Seraphicus von Kriens an die Pranziskanerkirche zu 
Luzern. (Scotti ist der Verfasser einer „Helvetia pro- 
fana e sacra", erschienen in Macerata 1642.) 

Orig. : Perg. Urk. St. A. Luzern ; vgl. dazu J. C. Lang, Hist. theol. 
Gri'undriss L p. 735. 

1637 Jul. 15. Visp (Vischbach). Sebastian Zuber, Alt-Landes- 68^ 
hauptmann im Wallis, verehrt dem Abt von Engelberg 
aufsein Gesuch drei Partikeln von der Theodulsglocke; 
die eine Reliquie wurde 1731 eingeschmolzen. 

Copie: Pap. Urk. Engelberg. Theodul \\äi'd im Text S. Joder 
genannt. 

1637 Dez. 5. Abt Pius von S. Gallen (1630—1654) befiehlt 690 
zu Lichtensteig dem Statthalter zu S. Johann abzureisen 
und den Magnusarm in Disentis abzuholen. 
Orig. : Diarium Abbatis Pii. Copie : Sacrar. II. p. 304. 

1637 Dez. 29. Der von Abt Augustin von Disentis 691 
(1634—1641) dem Abt Pius von S. Gallen geschenkte 
Magnusarm kommt in S. Gallen an. 
Copie s Sacrar. 11. p. 304. 



130 1637—1639 

1637. Propst Wolfgang Gibelin von Solothurn beglaubigt 692 
zwei Thebäerpartikeln, die am 2. März 1628 in Gegen- 
wart des Gustos Rud. Angelus, des Ritters .Johann v. 
Roll, des Job. Georg Wagner und des Arztes Ludwig 
Tscharand dem Ursengrab enthoben worden waren. Die 
Reliquien kamen nach Muri. 
Copie : Copialbuch Muri E. 5. 

1639 März 16. Einsiedeln. Der Abt von Einsiedeln schenkt 693 
dem Grafen Ranuccius Scottus ein Haupt aus der Gesell- 
schaft S. Ursulas. 

Copie: Auth. SS. Eel. p. 1Ö6— 197. 

1639 Dez. 4. Schennis. Folgende Reliquien liegen in Schennis: 694 

1. Adest reliquiarium in forma triangulari, cujus duo an- 
guli argentei; in suramitate 14 vitrula reliquiarum. 

2. Adest etiam crux inaurata satis magna, in qua asser- 
vatur particula de s. cruce, cujus a parte dextra s. 
Laurentii sinistra s. Magni in christallis. 3. Adest et 
Caput et Brust s. Sebastiani ex argento cum sagittis 
argenteis in ipso Brüst. Adsmit etiam cineres s, Se- 
bastiani. 

Orig". : Visitationsbericht Pfarrarchiv Schennis. No. 1 ist nicht mehr 
vorhanden, dagegen 2 u. 3; mitg. von Hw. Hi-n. Pfr. Frsefel. 

1639. In der Pfarrkirche Flums liegt ein Teil des Haupts 695 
von S. Justus (puer) M. (Sub tabernaculo cernitur in 
reliquiario quodam caput S. Justi pueri novennalis i. e. 
omnes partes capitis licet reparatse, cum quätuor magnis 

ossibus.) 

Orig'.: Fraefel, Notizen f. Gesch. des Kapitels U.-Lanquart. S. oben 
n. 83. Darüber sagt d. Proprium Sangalleuse: „Caput ipsius (S. Justi) 
sacrum cum plerisque ossibus temporis progre opera et industria 
Hartmanni de Planaterra, eppi Curiensis, ex Galliis (Ambianum oder 
von Autessiodurum) intra fines nostrse dicecesis allatum, hodie in paro- 
chia Flums honoritice asservatur, pioque vicinorum acciu'su rehgiose 
colitur". Die Bischöfe von Chur A\''aren Herren in Flums, besassen dort 
bekanntlich das Schloss und die Veste Gräplang. 

1639. Die Pfarrkirche Mels besitzt 2 Reliquarien mit den 696 
Reliquien von 64 Heiligen, darunter S. Leonardus, S. 
Erhardus, S. Oswaldus, S. Leodegar, S. Radegun dis, 
de morte Calvarise, de s. cruce u. s. w. 

Notiz : Frfefel, Gesch. des Kapitels U.-Lanquart. Mscr. 



1639—1641 131 

1639. Die Pfarrkirche Walle nstatt besitzt 2 silberne Brust- 697 
bilder der hh. Lucius und Florinus, deren Reliquien 
enthaltend, ferner einen vergoldeten Holzschrein mit den 
Reliquien vom hl. Grabe u. s. w. und von 42 ver- 
schiedenen Heiligen, wovon ein bischöfl. Mandat sagt: 
„Hse reliquise incertse (sie waren nicht authentisiert) 
nullo modo ad venerationem exponanturl" 
Notiz : Frsefel, Gesch. des Kapitels Ü.-Lanquart. Mscr. 

1639. Aus dem Schatz von Ein siedeln wird dem Nuntius 698 
Ranucius [Scottus] ein Haupt von. einer Gefährtin S. 
Ursulas geschenkt. 

Orig. : Notiz im Mscr. A. T^D. 31 Stiftsavch. Einsiedeln. 

j 639. Mauritius Wagner, Säckelschreiber stiftet eine Statuette 699 
des h. Victor auf silberner Säule, Reliquien von S. 
Moriz u. a. Thebäern enthaltend, der ürsenkirche zu 
Solothurn. 

Notiz : Amiet, Das St. Ürsus-Pfarrstift p. 440. 

1639. Die Custorei von Solothurn lässt für die Stiftskirche 700 
ein silbernes Reliquiar für eine Reliquie des h. Ursus 
M. machen. 

Notiz : Amiet, Das St. Ursus-Pfarrstift p. 440. 

i640 Okt. 6. Der Nuntius Hieronymus Parnese weiht die 701 
Kapelle „in aula Blurensi" zu Bremgarten und schliesst 
Reliquien ein von den Gefährten der hh. Victor und 
Urs, und vom Haupt der h. Euphrosyna V. M., einer 
Gefährtin der h. Ursula, 

Copie: Copialbuch Muri E. 1. 

1640 Rheinau. Verzeichnis von verschiedenen Reliquien- 702 
geschenken 1604, 1607, 1630, 1640 an Rheinau. 

Orig. : Pap. Urk. Pfarrarcliiv Kheinau. Copie : Custodia p. 81 — 82. 
Reg-. : Rep. Ehen. I. C. I. n. 50. 

1641 Nov. 6. Das Stift Einsiedeln erhält durch J. B. 703 
Altieri , Bischof von Oamerino , Partikeln von SS. 
Prosper, Valentin, Portunat, Theodor, , Man- 
suet, Largius, Desiderius, Pelicissimus, Relatus, 
Emerentiana V., Justa, Paluda und Claudia 
MM. RR. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 197—198. 



132 1641—1642 

1641 Nov. 10. Rom. Alexander Victriciiis authentisiert die 704 
Leiber der h. Theodor, Policarp und Jucundus MM. 
RR. aus dem Coemeterium des Calepodius und schenkt 

sie dem Job; Rudolf Pfyffer von Luzern. 
Copie: Schwyz, in der Urk. von 1650 Sep. 27. 

164-1. P. Hugo S. J. lässt das Leben des Bruders Klaus 705 
lateinisch drucken und widmet es den sieben katholischen 
Orten. 

Notiz: Haflfoer, Der kleine Soloth. AUg. Schaw-Platz H. p. 298. 

1642 Peb. 14. Rom. Joannes Baptista de Alteriis (Altieri), 706 
ehem. Bischof von Caraerino (1624 — 1627) authentisiert 
neben 66 andern h. Leibern denjenigen der h. Seraphia 

V. M. aus dem Coemeterium des Callistus und der Priscilla. 

Das Haupt der h. Seraphia in Engelberg. 

Copie: Pap. Urk. von 1685 mit Zusätzen von 1688 und ]689 
Engelberg. Altiei'i wurde Bischof von Todi und Kardinal 1643, er 
starb 1654. 

1642 März 26. Rom. Joannes Baptista Altieri, ehem. Bischof 707 
von Camerino, Statthalter des Vicarius Urbis u. s. w. 
schenkt dem Jodocus Pleckenstein (aus Luzern)^ Haupt- 
mann der Garde , Reliquien von den hh. Julian, 
Pelician, Largius, Emerentiana, Lucilla, Deside- 
rius, Mansuet, Concordius, Saturnin, Gentian, Su- 
peria , Rusticus, Simphorian , Marcellin, Claudia, 
Eufrasia, Blandina, Severin, Paulina und Simplician 
MM. aus dem Coemeterium des Callistus. [Die Gebeine 
der gesperrtgedruckten Heihgen kamen in einen silbernen 
Schrein zu Muri.] 

Copie : Copialbuch Muri I. 2. 

1642 Mai 19. Einsiedeln. Franz Johann von Prasberg, 708 
Bischof von Megara und konstanzischer Suffragan, schenkt 
dem Abt Placidus von Einsiedeln (1629—1670) Reli- 
quien, die er aus Rom mitgebracht. 
Orig.: BriefT^D. 3 Stiftsarchiv Ein siedeln. 

1642 Jun. 16. Unter Abt Placidus Reiman von Ein- 709 
siedeln werden die Reliquien des grossen Kreuzes da- 
selbst revidiert. 

Notiz : Tractatus p. 8. 

1642 Jun. 16. Einsiedeln. P. Konstantin und P. Joseph 710 
Reider, Kustos, bezeugen, dass die Reliquien im alten 



164:2 133 

Silberkreuz zu Einsiedeln nach der Renovation wieder 
ordnungsgemäss eingeschlossen wurden. 
• Copie : Auth. SS. Eel. p. 199— 200. 

1642 Okt. 25. In S. Gallen ruhen die Ueberreste von S. 711 
Gallus, Othmar Ab. C, Constantius M. Ep., Rema- 
elus Ep., Landalaus Ep., Theodor, Schüler des h. 
Gall und Gründer des Klosters Kempten, Notker, B. 
Hermannus, B. Eusebius Scotus M. aus S. Gallen, 
VergardeM., Wiborad, Fides M., B. Rachilde, Per- 
tharda, Kebiniana, Kerhilde, Kotelinde. 

Copie : Sacrar. II. p. 383—384. Im Text Eesilde statt Kerhilde. 

1642 Okt. 28. Bischof Adrian III. von Sitten (1640—1646) 712 
nimmt im Auftrag des Nuntius Hieronym. Parnese ein 
Inventar der Reliquien von Valeria auf. Er nennt zahl- 
reiche Reliquien des Herrn und Marise, von S. Moriz 
und den Thebäern, dann von S. Paul, Magdalena, 
Jacobe, Salome, Martin, Erasmus, Margaretha, Sa- 
turnin M., Theodul, Vinzenz, Georg, Martha, Wil- 
helm Ep., Valeria V., Constantia Reg. V., Philipp 
Ap., Lucilla V. M., Rufus und Candidus, Columban, 
Gall, Sigismund und Gratus, Sebastian, Othmar, 
den 11000 Jungfrauen, Necarius (?), Echarius Rex., 
Cordula Reg., Theodia Reg., Anth(iochus) Aep. 
Lugd. , Cyriacus PP., Kilian, Joannes Ab. soc. Ber- 
nardi Claravall., Benedikt, Petrus Ap., Jakob Ap., 
Cyriacus M., Cornelius, Eucharius Ep. Trev., Va- 
lerius Ep. Trev., Agritius Ep. Trev., Katharina, In- 
nocentes, Blasius, Thomas Ep. Canthuar., Andreas 
Ap., Bartholomseus Ap., 10000 Märtyrer, Valentius 
M., Agatha M., Apollonia Y., Alban M., Cosmas 
und Damian, Christina, Theodora, Sulpitius, Achil- 
leus, Nereus, Pancratius, Paulus, Joannes, Agri- 
cola, Theodosius MM. und Placentia Y. Diese und 
zahlreiche unbekannte Reliquien bildeten den Inhalt von 
mehrern Capsae, Cistae, Brachia und Imagines. 

Orig-.: Pap. ürk. Stockalperarchiv Brig. Copie: Reliquien archiv 
des Verf. 

1642. Ausführliche Schedula über die Herkunft des Sigis- 713 
mundshauptes zu Einsiedeln und die Teilung der 
Reliquie durch Kaiser Karl lY. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 1^9. 



134 1642—1643 

1642. Nuntius Scotti nennt folgende Heilige und Selige, 714 

welche in S. Gallen sollen begraben sein: S. Gallo, 

Otmaro Abbate e Cf., Gonstantino M. Vescovo di 

Perugia (= Constantius M.), Remacle Vescovo Tun- 

grcese, Lando Prelato Damiense, Theodore discepolo di 

S. Gallo, fondatore del Monastero Campidonense, S. Not- 

kero, B. Hermanne Contracto, B. Eusebio Scoto Mo- 

nacho di S. Gallo Martire, S. Vergarde, S. Wigbo- 

rada Profetessa, S. Pede, uccisa in Agen, B. Richilde, 

Pertherade, Kebiniana, Kesilde, Kotelinde e altre 

piu Sacre Vergini .... 

Druck: Scotti, Helvetiapi-ofanaesacra Ü. p.78. Kesilde = Kerhi](.ie. 

1642. Frau Anna v. Erlach, Gemahlin des Junkers Ludwig 715 
Wallier, stiftet eine Statuette des h. Urs auf silberner 
Säule, Thebäerreliquien enthaltend, der Ursenkirche 
zu Solothurn. 

Notiz : Amiet, Das St. Ursus-Pfarrstift p. 440. 

1642. Frau Ursula Wildenstein [?] stiftet der Ursenkirche zu 716 
Solothurn zwei mit Silber gefasste Glassäulen, Reli- 
liquien von den h. Thebäern enthaltend. 
Notiz : Amiet, Das St. Ursus-Pfarrstift p. 440. 

1643 Jan. 17. DieLeiberderhh. Vitalis, Innocentius und Hono- 717 
ratus MM. werden zu Rom in Gegenwart zahlreicher Geist- 
licher und Prälaten ausgegraben. Lieutenant J. R. Pfyffer 
wählt den Honoratusleib, berichtet darüber (Jan. 31.) 
nach S. Gallen, und verschickt (Feb. 1.) die Reliquie 
über Mailand und Lugano (März 8.) nach S. Gallen für 
das neuerbaute Kloster Neu-S. Johann. 
Copie : Sacrar. H. p. 368— 37 (J. 

1643 Feb. 23. S. Gallen. Abt Pius von S. Gallen (1630— 1654) 718 
verdankt dem Lieutenant J. R. Pfyffer zu Rom den 
ihm verehrten h. Leib des Honoratus M. 
Copie : Sacrar. H. p. 895—396. 

1643 Apr. 8. Lyon. F. Bernard und F. Adelrich schicken 719 
dem Abt von Einsiedeln ein Kreuz, das der h. Karl 
Borromseus auf sich getragen. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 239-240. 

1643 Apr. 27. Der fürstl. S. Galhsche Hofmeister und die 720 
Pfalzräte thun dem Landammann und Rat von Ausser- 



1643—1645 135 

Rhoden kund, dass am nächsten Freitag der Leib des 
h. HonoratMR. von Rorschach nach S. Gallen trans- 
feriert und von Musketieren und Reitern begleitet werde; 
sie bitten, das Salve-Schiessen nicht miszuverstehen. 
Copie: Sacrar. II. p. 399. 

1643 Jul. 23. Kardinal Giov. Batt. Altieri, ehem. Bischof 721 
von Camerino (1624— 1627) schenkt dem Priester Evan- 
gelista Bucci den grössern Teil des Leibes des h. Emilia- 
nus M.R, aus dem Coemeterium der Priscilla. (In Lu- 
gano.) 

Notiz: Borrani, Ticino sacro p. 180. 

1643. Johann VI. Flugi v. Aspermont, Bischof von Chur 722 
(1636—1661) schenkt dem Gabriel Bucelinus 0. S. B., 
Prior zu Peldkirch, der die Reliquien des h. Lucius, die 
in silbernem Schrein im Dom zu Chur ruhten, besucht 
hatte, eine Partikel von diesem Heiligen. 

Druck : Bucelin Gr., Ehsetia sacra et profana 16ü6 p. 58. 

1643. Beschreibung der Honoratstranslation zu S. 723 
Gallen; Zugordnung, Hymnen u. s. w. 

Copie : Sacrar. n. p. 400—440. 

1644. F. Dominions, Kapuzinerguardian in Stans, bestätigt, 724 
dass Reliquien, enthalten in einer schwarzen Kapsel 1644 
Apr. 3. von der Gemahlin des Marcus Jakob von Schönau 
dem Kloster Engelberg geschenkt worden seien. 

Orig-. : Pap. Urk. Engelberg. 

1644 März 21. Der Kapuzinerpater Dominicus schenkt dem 725 
Kloster Engelberg Fridolinsreliquien. 

Orig'. : Notiz auf einem Papierstreifen Engelberg. 

1 644. Schultheiss Johann Schwaller schenkt der Ursenkirche 726 
zu Solothurn ein silbernes Brustbild des h. Victor M. 
IVotiz : Amiet, Das St. Ursus-Pfarrstift p. 436. 

1645 Jan. 16. Disentis. Abt Adalbert und der Konvent 727 
von Disentis 0. S. B. schenken als Dank für erwiesene 
Dienste dem Abt und Kloster von Muri je ein Gebein 
von S. Placidus M. und S. Sigisbert C. 

Copie: Copialbtich MuriF.; nach Mitt. von Hw. H. P. Placidus 
in Disentis waren die Eeliquien „brachia niinora". Vgl. z. J. 1895 
Jul. 7. 

1645 Aug. 10. Ammann und Rat der Stadt Zug schenken 728 
auf die Bitten des Georg Mayer, Pfarrer in Sargans, der 



136 1645—1646 

dortigen Pfarrkirche eine Reliquie des h. Oswald („2" 
lang und einen Pinger dick, so anno 1481 mit grossen 
Costen von Engellant ab vnd mit gebührender solen- 
nitet eingeholet worden"). 

Kotiz : Die Authentik liegt in der Kirche S. Oswald in Zug-. 
Gesch. des Kapitels Ü.-Lanquavt; mitg. von Hw. H. Pfr. Frsefel. 

1645 Nov. 17. Die Nonnen von Notkersegg, welche zu 729 
Zeiten des Abtes Diethelra (1530—1564) dem Stift S. 
Gallen einen Arm S. Notkers geschenkt, erhalten auf 
ihre Bitte eine Partikel von S. Honorat M. R. 
Copie : Sacrar. 11. p. 448. 

1645 Dez. 11. Heinrich Meyer von Luzern, Pfarrer in Alp- 730 
nach, legt in den Knopf des Kirchturms folgendes Heil- 
tum: vom h. Kreuz, von S. Johann B., Petrus, 
Paulus, Andreas, Bartholomseus, Lorenz, Georg, 
Moriz, Sebastian, Christoph, von S. Morizens Ge- 
sellschaft, Nikolaus Ep., Bruder Klaus, Anna, M. 
Magdalena, Agatha, Katharina V. M., Ursula, Va- 
lentin, Felix M. nebst einigen geweihten Gegenständen. 

Orig. : Altes Jahrzeitbuch von Alpnach; mitg. von Hochw. Herrn 
Pfarrh. A. Küchler. 

um 1645, Der Abt von S. Urban schreibt nach Disentis(?) 731 
„Atque utinam occasio aliqua sese daret, grati aliquod 
saltem animi nostri inditium statuendi, Interim hie ex 
gloriosi Martyris Ursi craneo erutus dens obligationis 
nostrse erga R. et 111, Dom. V'" Thessera esto". 

Orig-.: St. A. Luzern Litterse variiB 512 H. 376. Mitg. von H. Dr. 
Th. V. Liebenau. 

1646 März 20. Die Aechtheit der Briefe Seiler und Krura 732 
vom Jahr 1529 betr. die geretteten Gallusreliquien 
wird von einem beeidigten Notar des Gotteshauses S. 
Gallen, Joh. Konr. Gasser bestätigt. 

Jfotiz : Good, Gesch. der Eeliquien ... p. 21. 

1646 Okt. 7. Laurentius Gavottus, Bischof von Yentimiglia 733 
und Nuntius (1643—1647) weiht die neuerbaute Pfarr- 
kirche S. Goar C. zu Muri und schliesst im Haupt- und 
den beiden Nebenaltären Reliquien von S. Urs M. und 
S. Euphrosyna V.M. ein. 

Copie ; Copialbuch Muri Consecr. B. 1 ; die Urkunde ist ausge- 
fertigt in Luzern 1646 Okt. 23. 



1646—1647 137 

1646 Nov. 15. Einsiedeln. F. Joseph Reider, Kustos zu 734 
Eiusiedeln, bestätigt, dass der Ring S. Josephs zu E. 
mit dem Original in Perugia auf Veranlassung des 
Markgrafen von Hessen in Berührung gebracht worden 
sei. Der Markgraf habe ihn dem P. Christoph Schorer, 
dieser dem Abt Placidus von E. geschenkt. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 200. 

1646 Nov. 21. Ferdinand Mayer, seine Ehefrau Kath. Zink, 735 
Sebastian und Ursula Mayer bezeugen, dass der im Re- 
liquienschrein in Einsiedeln aufbewahrte Teil der Tunicä 

des h. Meinrad, von dem Gewände im .Ketzerturm zu 
Zürich abgeschnitten sei. 

Notiz ; Eingholz, Das Erl. Haus HohenzoUern .... p. 1 5. ^ 

iiiach 1646. Ein Teil vom Gewand des h. Meinrad (aus 786 
Zürich) kommt von Einsiedeln nach Hechingen; 
daselbst wird er noch 1729 erwähnt. 

Ifotiz : Eing-holz, Das Er). Haus Ho&enzollera .... p. 14 — 15. 

i647 Apr. 30. Evangelista Bucci schenkt den grössern Teil 737 
des Leibs des h. Emilian M. R. dem P. Anton Maria, 
Kapuziner in Lugano; dieser lässt sie rekognoszieren 
durch Luigi Morosini u. s. w. 
IVotiz : Borrani, Ticiiio sacro p. 180. 

J647 Mai 15. Alex. Victricius (Bischof von Alatri 1632-1648), 738 
Kardinal bestätigt die Leiber der hh. Basilius^ Leon- 
tius und Lucina aus den Sixtinischen Katakomben. 
(Der Erste kam nach Rheinau, der Zweite nach Muri, Lucina 
nach Säckingen.) 

Oi'ig". ; Perg. Urk. in Muri-Gries. Copie : Copialbuch Muri A. 4. 
Notiz : P. lüem, Gesch. der Bened. -Abtei Muri-Gries H. p. 28. 

1647 Mai 18. Rom. Lieutenant Joh. Rudolf Pfyffer beant- 739 
wertet ein Schreiben des Abts von Muri vom 27. April 
und versichert, die Erwerbung eines h. Leibes sei wol 
vorbereitet, nur der weite Weg der Reise werde noch 
Schwierigkeiten und Kosten verursachen. 

Copie: Copialbuch Muri A. 1. 

1647 Mai 25. Vidimirte Schenkungsurkunde zu dem nach 740 
Rheinau gekommenen Basiliusleib. 
Copie : Custodia p. 102. 

1647 Jun. 4. Rom. Joh. Rud. Pfyffer übersendet dem Abt 741 
von Muri den Ijeib des h. Leontius M. durch Dr. 



138 1647 

Eiegger, Pfarrer zu Jestetten und gescHworenen Notar, 
mitsamt einem Brief und der Authentik des Vicegerens. 
Coi)ie : Copialbuch Muri A. 2. 

1647 Jun. 4. Rom. Schreiben des Job. Rud. Pfyffer an den 742 
Abt von Rheinau wegen der Basiliusreliquien, über- 
sandt durch Dr. Riegger. 

Eeg-. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 55. Copie : Custodia p. 88—90. 

1647 Jun. 5. — 27. Ausgaben vom 5. bis 27. Juni für den 743 

Transport und die Translation der hh. MM. Basilius, 

Leontius und Lucina nach Rheinau; der Weg führte 

über Bologna, Mailand, Lugano, Airolo, Altorf, Luzern. 

Kog-. : Eep. Eiieu. I. C. I. n. 54. Copie : Custodia p. 86—87. 

1647 Jun. 24. Luzern. Dr. Riegger zeigt dem Abt von 744 
Muri an, er sei mit dem Leib des h. Leontius M. R. in 
Luzern angekommen. 

Coi)ie: Copialbuch Muri A. 3. 

1647 Jun. 27. Dr. Job. Ulr. Riegger, apost. Notar, bezeugt 745 
die Uebertragung der Leiber der hh. Basilius, Leon- 
tius und Lucina nach Luzern. (Dieselben kamen nach 
Rheinau, Muri und Säckingen.) 

Orig'. : Perg-, Urk. 0.535 x 0.525 m. Muri-Grries. Copie; Copial- 
buch Muri A. 5. Notiz: bei Kieiu, Gesch. der Bened.-Abtei Muri-Gries 
II. p. 28. 

1647 Jul. 7. Luzern. Jakob Villani, Internuntius zu Luzern, 746 
überschickt dem Abt von Einsiedeln geweihte Agnus 
Dei und einige Kreuze aus Asche von Märtyrern ver- 
fertigt (compactse). 

Reg-.: Auth. SS. Eel. p. 201. 

1647 Jul. 10. Vidimirte Urkunde betr. die Schenkung des 747 
Basiliusleibes von Rud. Pfyffer. 

Reg'. : Eep. Ehen. I. C. I. u. 58. Copie : Custodia p. 104. 

1647 Aug. 1. Ein siedeln. Abt Placidus von Ein siedeln 748 
vergabt auf dringende Bitte zwei Gebeine aus S. Mo- 
riz'ens und S. Ursula's Gesellschaft, „wie sye zue 
Ennd diss Brieffs abgerissen zue sehen", an die Pfarr- 
kirche von Oberkirch. 

Orig-. : Pfarrarch. Kaltbrunn; niitg. v. Hw. H. Pfr. Frsefel. Copie; 
Auth. SS. Eel. p. 222—223. 

1647 Aug. 4. Rom. Alexander Victricius, Bischof von Alatri 749 
u. s. w., beschenkt den Jodocus Fieckenstein mit Ge- 



1647 J39 

beinen der hh. Märtyrer Abondius, Alexander, Anti- 
gonius, Bonifacius, Oalistus, Cassianus, Dionysius, 
Eleutherius, Felix, Marcian, Victorin und Jovin 
aus dem Coemeteriura des Oalistus. [Die Reliquien der 
gesperrt gedruckten Heiligen kamen nach Muri.] 
Copie : Copialbuch Muri I. 3. 

1647 Aug. 7. Muri. Job. Ulr. Riegger, Doctor Canonum 750 
und apostol. Notar, bestätigt die Schenkung der Leiber 
von S. Lucina, Basilius und Leontius nach 
Säckingen, Rheinau und Muri. 
Orig. : Perg. Urk. Muri-Gries. 

1647 Aug. 24. Rom. Job. Rud. Pfyffer dankt dem Abt Yon 751 
Muri für die Rückerstattung der wegen des Leontius- 
leibes gehabten Kosten. 

Copie : Copialbuch Muri A. 6. 

1647 Okt. 15. Kardinal Marzio Ginetti authentisiert den Leib 752 
und die Ampulle des h. Valentin M. R. aus dem Coeme- 
terium des Calepodius und schenkt ihn dem Kapuziner- 
pater Anton Maria von Lugano. 
Notiz: Borrani, Ticino sacro p. 182. 

1647 Okt. 15. Kardinal Marzio Ginetto schenkt die Reliquien des 753 
h. Antonius M. R. aus dem Ccemeterium der Cyriaca dem 
P. Anton Maria, Kapuziner von Lugano. (In Lugano.) 
Ifotiz : Borrani, Ticino sacro p. 1 79. 

1647 Okt. 15. Kardinal Marzio Ginetto, päpstl. Generalvikar, 754 
authentisiert den Leib des h. Lazarus M. R. aus dem 
Ccemeterium der Cyriaca und vergabt ihn dem Kapuziner- 
pater Anton Maria von Lugano. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 181. 

1647. Ein Gebein von der Länge eines Pingers von S. Zeno 755 
aus Rom wird von Gaspar Lew dem Stift Engelberg 
geschenkt. 

Orig. : Notiz von der Hand des Abts Placidus auf der Kopie der 
Urk. von 1623 Mai 10. 

1647. Geschichte der Translation und Prozession bei Ankunft 756 

der Basiliusreliquien in Rheinau. 

Eeg-, : Eep. Ehen. I. C. I. n. 59 und Custodia p. 105; vgl. Haller 
Bibl. HL p. 497. 

1647 Nov. 10. Rom. Alexander Victricius, Bischof von Alatri 757 
(1632—1648) und Kardinal, schenkt dem Joh. Rudolf 



140 164:7—1648 

Pfyffer den Leib des h. Theodor M., des h. Polycarp 
M., des h. Jucundus M., aus dem Ccemeterium Oale- 
podii für Neu-S. Joha;nn. 
Copie : Hierogaz p. 325—326. 

1647. Abt Dorainicus Tschudi von Muri (1644—1654) er- 758 
wirbt für sein Gotteshaus den Leib des h. Leontius 
M. R. aus Rom. 

Notiz: Murus et Antemurale Annot. p. 91. 

1647. Der in dem Leben Obsigende, Nach dem Tod Trium- 759 
phierende, Auf Erden Wunder würkende Leontius, Vor- 
gestellt jn einer andächtigen Prozession Bey feierlich- 
celebrierten hundertjährigen Gedächtnuss der in Anno 
1647 beschafener ersten Uebersetzung dessen heiliger 
Gebeiner jn das Fürstliche Gottshauss Mury. Gedruckt 
in dasigem Gottshaus, durch Johann Caspar Ulrich 
Hiltensperger 1747, 36 SS. 4°. 

Orig'. : 1. Expl. im Besitz von Hw. Hrn. Pfarrhelfer Küchler. 

1648 Feb. 1. Rom. Joh. Rud. Pfyffer dankt dem Abt von 760 
Muri für die ihm zugedachten Doppelbecher, zeigt aber 
an, dass er die angebotenen 50 Dukaten vorgezogen 
habe, da derartige Becher in Rom nicht üblich seien und 
er keine Aussicht zur Rückkehr ins Vaterland habe. 
Copie : Copialbueh Muri A. 7. 

1648 Feb. 1. Rom. J. Rud. Pfyffer zu Rom verwundert sich, 761 
dass aus Rh ein au noch keine Danksagung für sein 
Geschenk eingetroffen. 

Reg-.: Eep. Ehen. I. C. I. n. 60. Copie: Custodia p. 105— 106. 

1648 März 11. Mailand. Caesar Monti, Erzbischof von Mai- 762 
land (1635 — 1650) bestätigt eine Reliquie des h. Karl 
Borrom aus für Ulrich Dullicher, (Ulr. Dullicher, geb. 
1606 war 12 Jahre lang Schultheiss von Luzern, 

t 1658.) 

Orig". : Staatsarchiv Luzern. 

!6it8 März 26. Rom. Kardinal Joh. Bapt. de Alteriis (Altieri), 763 
ehem. Bischof von Camerino, schenkt dem Jodoc. Plecken- 
stein, Schultheiss von Luzern und Ritter Reliquien von 
2"^ Märtyrern, nämlich SS. Claudia, Benignus, Abon- 
dius, Alexander, Antonin, Bonifaz, Oassian, Cyrill, 
Candida, Euphrasia, Emilius, Felix, Gentian, Just, 



m^ 



1648 141 . 

Largius, Leontius, Mansuet, Martian, Paulina, 
Quirin, Saturnin, Simphorian, Sallust, Victorin, 
Valentinius, alle aus dem Coemeterium des Callistus. 
(Durch Fleckenstein kamen die RR. nach Wyl.) 
Orig. : Kap. Klosterarchiv Wyl. 

1648 März 26. Rom. Joannes Baptista Altieri schenkt und 764 
authentisiert dem Jodocus Fleckenstein Reliquien von den 
hh. Märtyrern Concordius, Blandina, Antonina, Ale- 
xander, Artemius, Calistus, Constantius, Christantius^ 
Emerentiana, Eleutherius, Foelician, Florus, Julian, 
Innocentius, Lucilla, Marcellin, Linus, Modest, Placid, 
Rusticus, Superia, Severin, Salustia und Venerius aus 
dem Coemeterium des Calistus. [Die Gebeine der gesperrt- 
gedruckten Heiligen kamen nach Muri.] 
Copie : Copialbuch Muri I. 4. 

1648 Apr. 28. Rom. R. Scotti, Bischof von S. Donnino er- 765 
bittet vom Abt von Einsiedeln eine Meinradsreliquie 
für Hieronymus Guarnieri aus Osirao, z. Z. in Rom; 
.dieser habe aus Scotti's Buch Helvetia profana et sacra 
Kenntnis von den Meinradsreliquien. Er wolle ein Re- 
liquiar aller Fundatores und Reformatores religionum an- 
legen und deren Leben im Druck herausgeben. Die 
Capsel und Authentik bittet Scotti dem Auditor der 
Nuntiatur in Luzern, Anton Bufa zur Weiterbeförderung 
zu übergeben. 

Copie: Auth. SS. Eel. p. 220— 2^1. 

1648 Mai L Rom. Pfyffer wünscht von Rh ein au Resti- 76& 
tution seiner Ausgaben für die Basiliusreliquien. 

Reg.: Rep. Ehen. I. C. I. n. 61. Copie: Custodia p. 106—107. 

1648 Mai 2. Einsiedeln. Abt Placidus von Einsiedeln 767 
(1629—1670) ersucht den Hauptmann Fleckenstein in 
Rom, ihm einen ächten h. Leib certi ac nominati alicuius 
(sancti) zu verschaffen und zählt acht besondere Gründe 
auf, warum Einsiedeln diese Gunst verdient. Der Jahres- 
zulauf nach E. wird auf 80,000 Menschen angegeben. 

Copie : Brief, beglaubigt von Fr. Columban Ochsner Not Apl.T^D. 4. 
Stiftsarchiv Einsiedeln ; Auth. SS. Rel. p. 218—220. 

1648 Mai 2. Ein sie dein. Abt, Dekan und Konvent von 768 
Einsiedeln bitten den Papst Innocenz X. um Gewähruug 
eines h. Leibes aus Rom. 



142 1648 

Copie : Brief, beglaubigt von Fr. Columban Ochsner T^D. 5. Stifts- 
archiv Einsiedehi ; Auth. SS. Eel: p. 235—236. 

1648 Jun. 4. Einsiedeln. Abt Placidus von Einsiedeln 769 
schenkt und . attestiert dem Johann Balthasar Kyd zu 
Wesen einen fast fingergrossen Rippenteil von einer 
Jungfrau aus S. Ursula' s Gesellschaft. 

Orig'. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie: 
Auth. SS. Bei. p. 224. 

1648 Aug. 28. An Pfyffer werden aus Rheinau 25 Dub- 770 
Ionen übersandt. 

Reg-. : Rep. Rhen. I. C. I. n. 62. Copie ; Custodia p. 108. 

1648 Sep. 12. u. Okt. 13. Rom. Notar Leonardus de Leo- 771 
nardis und Kardinal Martins Ginetti bestätigen die 
Schenkung des Leibes von S. Dionys M. R. durch Kardinal 
Alph. Sacrato an J. R. Pfyffer von Luzern. [Der Leib 
kam nach Ein sie dein.] 

Copie: Auth. SS. Rel. p. 202— 205. 

1648 Sep. 23. Einsiedeln. Abt Placidus von Einsiedeln 772 
antwortet dem Bischof R. Scotti, er bedaure ungemein, 
keine Meinradsreliquie an Hieron. Guarnieri abgeben 
zu können, denn er besitze nicht, wie gemeinhin ge- 
glaubt werde, den Leib, sondern nur das Haupt und 
zwei Gebeine, das übrige sei teils in Reichenau ge- 
blieben, teils in andern Kirchen zerstreut. 
Copie: Auth. SS. Rel. p. 221— 222. 

1648 Nov. 12. Die Konventualen und Scholaren von Bein- 773 
wyl siedeln mit ihren Reliquien, worunter ein Armge- 
bein des h. Vincentius nach Mariastein über und 
legen dieselben auf dem neuen marmornen Altar daselbst 
nieder. 

Orig". ; Acklin, Chronica Beinwilensis Tom. VI. p. 617. Copie : 
im Reliquienarchiv des Verf. ; mitg. v. Hw. Hrn. P. Laurentius Eschle 0. S.B. 

1648 Dez. 23. Auszug aus dem Tagebuch des P. Oederlin, 774 
die Illatio (Einführung) des h. Basilius M. R. .vom 
9. Juli bis zum 2. Sept. betreffend. 

Reg. : Rep. Rhen. I. C. I. n. 56. Copie : Custodia p. 90—94. 
Notiz: V. d. Meer p. 166. 

1648. Historischer und Gründlicher Bericht was gestalt der 775 
Leib des heyligen Und glorwürdigen Märtyrers Leontii 



1648—1649 143 

Auss dem Ooemeterio Callisti zu Rom erhebt, und in das 
Gottshauss Muri ... . transferiret und empfangen wor- 
den .... Gedruckt zu Oonstantz .... Anno M. D. C. 
XLVIII. 

Copie : Abschrift des XVII. Jh. Kantonsbibl. Aarau. Ms. Bibl. Zmi. 
3 p. 808. 

1648—1651. Aus Rom gelangen neun h. Leiber an ver- 776 
schiedene Kirchen des Reuss.- und Liramatthaies; der 
Volksmund nannte sie die neun heiligen Geschwister. 
Einer davon ist S. Castorius zu Rohrdorf. 
Notiz : Badener Volksblatt 1899. Sep. 21. n. 112. 

1649 Feb. 20. Einsiedeln. Abt Placidus ■ von Einsiedeln 777 
öffnet die hölzerne Capsula mit den Gebeinen des von 
J. R. Pfyffer übersandten h. Dionys M. R., nimmt ein 
Inventar der Gebeinteile auf und übergibt sie dem Gustos 
P. Jos. Reider zur Aufbewahrung in der Sakristei. 
Copie: Aiith. SS. Eel. p. 210— 211. 

1649 Apr. 17. Der Rat von Obwalden beschliesst, nach 778 
Turin soll geantwortet werden, dass man die Reliquien 
des sei. Bruder Klaus nicht weggebe, weil sie ver- 
schlossen seien; dagegen sähe man die Andacht zu dem 
Seligen gerne und werde ein Bild („abconterfeytum") 
desselben folgen lassen. 

Orig-. : St. XV. 52 ; mitg. von Hw. Hrn. Pfarrli. Küchler. 

1649 Jul. 31. Der Rat von Obwalden beschliesst, nach <79 
Turin zu berichten, das begehrte Heiltum [von Bruder 
Klaus] sei alles unter bischöflichem Sigel verwahrt, wes- 
halb man nichts davon hergeben könne. 

Orig- : St. XV. 74; mitg. von Ew. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

^649 Feb. 19. Urkunde über die Translation des h. Dionys 780 
M. R. zu Einsiedeln. 

Orig. : beglaubigt dui-ch Kasp. Specker von Wyl Not. Apl. T^D. 6. 
Stiftsarchiv Einsiedeln ; Doppel. 

^1649 Aug. 14. Rom. Ritter Jost Fleckenstein zeigt dem 781 
Abt Placidus von Einsiedeln an, er habe die Ueberreste 
der h. Bemba, einer benannten, nicht nachträglich 
getauften Heiligen erhalten und fragt,, ob er noch weitere 



144 1649—1650 

h. Leiber erwarten solle, bevor er das Heiltura im Herbst 
durch ein paar heimreisende Soldaten schicke. 
Ori^. : Brief T-^D. 10. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1649 Okt. 16. Rom. Ritter Jost Pleckenstein schreibt dem 782 
Abt Placidus von Ein siedeln wegen des Leibs der h. 
Bemba M. R. 

Orig.: Brief A. T2D. 10. Stiftsarchiv Ein siedeln. Copie:Auth. 
SS. Eel. p. 240—242. 

1649. Instrument über die Translation des h. Dionys M. R. 78a 
zu Einsiedeln, ausgestellt von Kasp. Specker von Wyl, 
Notar. 

Copie: Anth. SS. Eel. p. 205— 209. 

1650 Jan. 8. Rom. Ritter Pleckenstein kündigt dem Abt T84 
von Einsiedeln die Ankunft des Leibs der h. Bemba 

auf den Frühling an. 

Orig. : BriefA.T2D.il. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie: Auth. 
SS. Eel. p. 242—244. 

1650 Feb. 25. Rom. Martins Ginetti, Kardinal von S. Peter 785. 
ad Vincula und Generalvikar übergibt dem Ritter Jost 
Pleckenstein, Schultheiss von Luzern, den Leib der h. 
Bemba M. zu Händen des Abts von Einsiedeln. 
Copie: Auth. SS. Eel. p. 211— 213. 

1650 Feb. 28. Rom. Jost Pleckenstein schreibt an den Abt 786- 
von Einsiedeln, die Reliquien der h. Bemba M. seien 
vom Kardinal Ginetti versiegelt und mit Authentik ver- 
sehen. 

Orig. : Brief A. T2D. 12. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie: Auth. 
SS. Eel. p. 244— 245. 

1650 Feb. 28. Rom. Martins Ginetti bestätigt die Unter- 787 
Schriften der Urkunde vom 25. Feb. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 213—214. 

1650 März 1. Rom. Martins Ginetti bewilligt dem Abt 788- 
von Ein sied ein nach mündlichem Vortrag des Haupt- 
manns Fleckenstein den gewünschten Martyrerleib (der 
h. Bemba). 

Orig^. : Lat. Uebersetzung des ital. Orig. beglaubigt dm"ch Fr. 
Columban Ochsner A. T^D. 18. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1650 März 1. Rom. Martins Ginetti bestätigt, dass ihm 789' 
mündlich und schriftlich der Empfang der (Bemba-) 
Reliquien verdankt sei und bietet ^ seine guten Dienste an, 
Copie : Auth. SS. Bei. p. 214—215. 



1650 145 

1650 März 1. Rom. Kardinal Ginetti schenkt dem Garde- 790^ 
hanptmann die erbetenen Reliquien (der h. Bemba M. R. 
für Einsiedeln). 

Qrig.i Brief A. T2D. 18. StiftsarcMv Einsiedeln. 

1650 März 12. Neuenburg. Maria Apollonia v. Offenburg, 791 
Aebtissin von Othmarsheim, verehrt dem Kapuziner- 
guardian P. Dominicus eine Dorn- und eine Kreuz- 
partikel, die ihr Yetter Hugo von Landenberg aus 
Jerusalem mitgebracht hatte. [Die Dornreliquie kam 
1652 nach Muri.] 

Copie : Copialbuch Muri Q. ^. 

1650 März 28. Einsiedeln. P. Goluraban Ochsner, aposto- 792 
lischer Notar, beurkundet die Oeffnung der hölzernen 
Capsula mit den Reliquien und der Ampulle der h. 
Bemba M. R. 

Copie: Auth. SS. Rel. p. 215— 217. 

1650 Apr. 19. Rom. Jost Pleckenstein zeigt dem Abt von 793 
Einsiedeln die baldige Ankunft derBembareliquienan. 
Orig-. : Brief A. T^D. 13. Siftsarchiv Einsiedeln. Copie : Auth. 
SS. Rel. p. 245—246. 

1650 Apr. 27. Der Leib des h. Honorat M. R. wird unter 794 
dem Tabernakel des Kreuzaltars der Stiftskirche zu S. 
Gallen beigesetzt. 

Copie: Sacrar. II. p. 450—453. 

1650 Apr. 28. Einsiedeln. Der Abt von Einsiedeln dankt 795 
dem Kardinalvikar Ginetti für die Schenkung des Mar- 
tyrerleibs (der h. Bemba). 

Orig-. : Konzept A. T^D. 19. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1650 Apr. 28. Einsiedeln. Abt Placidus von Einsiedeln 79(> 
dankt dem Kardinal Martins Ginetti für die Bemba- 
reliquien. 

Copie : Auth. SS. Rel. p. 217—218, 

1650 Jul. 11. Alexander Victricius, Bischof von Alatri 797 
(1632---1648), schenkt dem Joh. Rudolf Pfyffer von Luzern, 
Lieutenant der päpstlichen Garde, den Leib des h. Ma- 
rin us M. R. mit andern Körpern aus dem Coemeterium 
des Calepodius. (Der Leib kam nach Lichtensteig.) 

Orig". : Pfarrarchiv Lichtensteig; mitg. von Hw. H. Pfr. Frsefel. 
Copie : Sacrar. ü. Rel. p. 521—522. 

10 



146 1650 

1650 Jul. 31. Rom. Jost Fleckenstein antwortet auf die 798 
Andeutung des Abtes von Einsiedeln, die Besorgung 
der Bembareliquien habe keine sonderlichen Kosten 
verursacht. 

Orig. : Brief A. T2D. 15. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie : Auth. 
SS. Eel. p. 246—247. 

1650 Aug. 20. Rom. Alexander Victricius, Bischof von 799 
Alatri, schenkt und attestiert dem Lieutenant J. R. 
Pfyffer von Luzern die Corpora seu Ossa der h. Magnus 
und Placidus MM. RR. aus dem Coemeterium des 
Calepodius. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 225—226. 

J650 Aug. 20. Einsiedeln. Abt Placidus von Einsiedeln 800 
lädt die Herrn von Schwyz zum Translationsfest der 

hh. Dionys und Bemba ein. 

Orig. : Konzept A; T-D. J 6. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie: Auth. 
SS. Eel. p. 249—250. 

J650 Aug. 21. Einsiedeln. Abt Placidus von Einsiedeln 801 
lädt den Propst Jodocus Knab von Luzern, den Propst 
von Beromünster, die Aebte von Pischingen und 
Wettingen zur Translation der hh. Dionys und Bemba 
MM. RR. ein. 

Orig-. ; Konzept A. T^D. 17. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie; Auth. 
SS. Eel. p. 250—251. 

1650 Aug. 22. Einsiedeln. Abt Placidus von Einsiedeln 802 
lädt den Kapuzinerguardian Gratian zu Luzern zum 
Translationsfest der hh. Dionys und Bemba MM. RR. ein. 
Orig-, : Konzept A. T^D. 17. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie : Auth. 
SS. Eel. p. 251. 

1650 Aug. 23. Rom. Alexander Victricius authentisiert und 803 
schenkt die Leiber der hh. Severin und Eraila MM. 
RR. aus dem CcEmeterium des Calepodius dem Jost 
von Pleckenstein (Ritter des goldenen Vliesses, Alt- 
Schultheis der Stadt und Republik Luzern und Haupt- 
mann der Schweizergarde S. Heiligkeit). Der Schrein 
des h. Severin wurde 1652 Peb. 18. im Hause des 
Ratsherrn Bernhard v. Pleckenstein und in Gegenwart 
dreier Zeugen durch P. Kaspar Bachmann S. J. ge- 
öffnet und gemäss dem Inhalte der begleitenden Authentik 
gefunden. Jost von Fleckenstein schenkte denselben 



1650 147 

durch Vermittlung des Ratsherrn Bernhard v. Flecken- 
stein, seines Bruders, der Pfarrgeraeinde Weesen für die 
Kirche der in Weesen wohnenden Klosterfrauen. 

Mitg. : von Hw. H. Pfr. Frsefel. 1653 Aug. 23. fand auf Befehl des 
Bischofs von Chur eine neue Eröffnung und visum repertum des hl. 
Leibes nach dessen Ankunft in Weesen statt durch Dr. Joann. 
Christopher. Niderist, Dekan, apost. Protonotar und Pfarrer zu Weesen ; 
ebenso wenige Wochen später durch den Bischof selbst. Die feier- 
liche Translation von der hl. Kreuzkü'che auf Bühl in die Klosterkirche 
wurde durch Domdekan Michael v. Hummelberg in Chur gehalten. Das 
Eeliquienfest soll ex mandato Eppi alljährüch am zweitletzten Sonntag 
August in Weesen sub ritu dupl. cum missa et octava, im Bistum 
sine octava gefeiert werden. An diesem Tage müssen heute noch 
die hl. Reliquien in die Pfarrkirche gebracht werden. Früher fand 
die Prozession mit Schiffen auf dem See statt. 

1650 Aug. 25. Die aus Rom durch J. R. Pfyffer nach S. -804 
Gallen gesandten Reliquien des h. Antoninus M. R. 
werden in Rorschach rekognosziert. 
Copie : Sacrar. II. p. 458—460. 

1650 Aug. 31. Rom. Alexander Victricius, Bischof von Alatri 805 
(1632—1648) vergabt dem Joh. Rudolf Pfyffer, Lieutenant 
der Schweizergarde, die Leiber der hh. MM. Amantius, 
Anastasius, Florianus, G-etulius, Leander und 
Marianus aus dem Ccemeterium des Calepodius. (Marianus 
und Getulius gelangen nach Wettingen, Leander nach 
Wattwyl.) 

Copie : Kl. Arch. Wattwyl, beglaubigt durch F. Joh. Breni, Apost. 
Notar von Wettingen. Sacrar. II. p. 510 — 511. Druck: Archiv dess 
Hochlobl. Gottshauses Wettingen p. 62. ■ 

1650 Aug. 31. Rom. Alexander Victricius schenkt der 806 
Csecilia v. Sonnenberg, Frau des Hauptmanns der 
Schweizergarde, die Leiber der hh. Fulgentius und 
Caecilia MM. RR. Der erstere gelangte in die Peters- 
und Stephanskirche zuBellinzona. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 252 — 253. Notiz : Borrani, Ticino sacro 
p. 161. 

1850 Sep. 10. Rom. Alexander Victricius, Bischof von Alatri, 807 
schenkt dem Joh. Honegger von Bremgarten, Oanonicus 
und Gustos von Zurzach, Gebeine von S. Fulgentius 
aus dem Ccemeterium des Calepodius. 
Copie : in der Kantonsbibl. Sarnen. 



148 1650 

1650 Sep. 25. Rom. Alexander Victricius, Bischof von Alatri, 808 
schenkt und authentisiert dem Georg Küster aus der 
Grafschaft Uznach den Leib des h. Anselm M. R., der 
mit andern hh. Leibern dem Coemeterium des Oalepodius 
auf Geheiss des Papsts Innozenz X. enthoben worden 
war; dazu die Blutampulle (vas sanguinis). (In Uznach.) 
Orig. : Pfarrarchiv Uznach; weitere Notizen, Festberichte, liegen 
nicht vor. Seit dem Bau der neuen Kü'che liegen die h. Eeliquien 
in der Sakristei und werden nur am Eeliquienfeste ausgestellt. Mitg. 
von Hw. H. Pfr. Frfefel. 

1650 Sep. 27. Rom. Die Authentik des Alexander Victricius 809 
von 1641 für die Leiber des h. Theodor, Policarp und 
Jucundus wird bestätigt und die Schenkung der Poli- 
carpusreste durch Joh, Rud. Pfyffer an die Kirche von 
Schwyz beurkundet. 

Orig". : Perg. Urk. Pfärrhof Schwyz. Copie : ffitg. von Hw. Hrn. 
Pfr. M. Waser. 

1650 Okt. 1. Rom. Leonardus de Leonardis, Kardinal, be- 810 
stätigt die Schenkung des Theodorsleibes ■ nach Neu- 
S. Johann im Thurthal. 

Copie : Hierogaz. p. 328. Kotiz : Hardegger, St. Johann im Thur- 
thal, St. Gallen 1896 p. 21 schreibt: Theodora. 

1560 Okt. 1. Der Leib des h. Theodor M. R. wird aus 811 
Rom nach S. Gallen gesandt zur Weiterübertragung 
nach Neu-S. Johann. 
Notiz : Sacrar. H. p. 466. 

1650 Okt. 5. Rom. Joh. Rud. Pfyffer verehrt der Pfarr- 812 
kirche von Schwyz auf Ersuchen vom 23. August hin 
den Leib des h. Policarpus M. R., obgleich er den- 
selben schon nach anderwärts versprochen hat. 

Orig". : Archiv Schwyz, Akten der Pfarrei. Copie : Mitg. von Hw. 
Hrn. Pfr. M. Waser. 

1650 Okt. 6. Luzern. Pranciscus Buccapadius (Boccapaduli), 813 
Bischof von Citta di Oastello (1647—1672) und Nuntius, 
bestätigt, dass Sigel und Verschluss der Euprepes- 
reliquien unversehrt und in Ordnung sind. 
Orig-. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1650 Okt. 6. Luzern. Attest für die Euprepesreliquien 814 
mit Aufzählung der Gebeine, dabei „30 part. ossium 
minorura, 35 part. minimas, pulverem in magna quantitate, 
ampullara fractam cum sanguine" Werthenstein. 
Copie : (nach der Notariatsurkunde) St. A. Luzern. 



1650—1651 149 

1650 Okt. 6. Verzeichnis der Euprepesreliquien, aufge- 815 
nomraen bei der Revision durch den Nuntius Buccapa- 
dulius, unterzeichnet von Br. Bonav. Simonis, Secretarius 
der Provinz Strassburg, Br. Seraph. Kaysersberger, Guar- 
dian und einem dritten Franziskaner (Wertenstein). 
Orig-. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1650 Dez. 20. Rom. Jost Fleckenstein schreibt an den 816 
Offizial von Einsiedeln betr. die Translation der hh. 
Dionys und Bemba. 

Copie: Auth. SS. Eel. p. 254— 255. 

1650. Im Kloster Rathausen liegen seit langem Reliquien 817 
von S. Moriz und den 11000 Jungfrauen; ein Haupt 
von einer der Letztern, mit Stirnwunde, wurde 1650 
gefasst. 

Orig.: Pap. Handschrift. St. A. Luzern. Copie: Reliquienarchiv 
des Verf. Druck : Freiburger Dioecesanarchiv N. F. I. 1900. 

1650. Der Leib des h. Venantius M. R. wird dem Coemete- 818 
rium des Oalepodius in Rom enthoben. 

JVotiz: Kloster- Chi'onilv von Eathausen; Ms. in Vezelise bei Nancy. 
Copie : Im Eeliquienarchiv des Verf Mitg. von Rw. P. Gregor Müller, 
0. Cist. 

1650. Der Leib des h. Damianus ,M. R. gelängt aus Rom 819 
nach Baden. 

IVotiz: Badener Volksblatt 1899 Sep. 21. n. 112. 

1650. Der Leib des h. Castorius M. R. gelangt aus Rom 820 
nach Rohrdorf. 

Orig. : Mathias Feurer, Chronik zu ßohrdorf Notiz : Badener 
Volksblatt 1899 Sep. 21. n. 112. 

1651 Jan. 11. Rom. Joh. Rud. Pfyffer empfiehlt sich den 821 
Herren von Schwyz zu einer „ricompensa" für die 
Besorgung des h. Leibs S. Policarps M. R. 

Orig. : Archiv Schwyz, Akten der Pfarrei. Copie ; mitg. von Hw. 
Hrn. Pfr. M. Waser. 

1651 Jan. 14. Rom. Jost Pleckenstein dankt dem Abt von 822 
Einsiedeln für das ihm für seine Mühe in der Reli- 
quienangelegenheit geschenkte Silbergeschirr. 

Orig.: Brief A. T2D. 14. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie: Auth. 
SS. Eel. p. 247— 248. 

1651 Jan. 23. Rom. Jost Fleckenstein schreibt dem Fr. 823 
Columban Ochsner, Konventual zu Einsiedeln, er habe 



150 1651 

erfahren, das Translationsfest der hh. Dionys und Bemba 

MM. RR. sei „lobwürdig" abgelaufen und dankt für die 

freundliche Aufnahme, die seinem Bruder Bernhard zu 

teil wurde. 

Orig.: Brief A. T2D. 20. Stiftsarchiv Einsiedelti. 

1651 März 17. Konstanz. Der Generalvikar von Konstanz, 824 
Martin Vogler, gestattet die Ausstellung der aus Rom 
nach Zurzach gelangten Pulgentiusreliquien. 
Copie : in der Kantonsbibl. Samen. 

1651 Apr. 20. Werthen stein.. P. Christoph Vogl lädt den 825 
P. Gabriel Meyer, Beichtiger zu S. Clara im Paradis zum 
Translationsfest des h. Euprepes ein. 
Orig. : Staatsarchiv Luzern. 

1651 Mai 25. Ein siedeln. Abt Placidus von Einsiedeln 826 
schenkt und authentisiert der Kirche Gip penhausen in 
seiner Herrschaft Ittendorf zwei Partikeln von den neu- 
lich erhaltenen Reliquien der hh. Dionys und Bemba 
aus den Coemeterien des Callistus und der Priscilla. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 3. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie : 
Auth. SS.Rel. p. 295. 

1651 Aug. 11. Erzpriester Capra von Lugano rekognosziert 827 
im Auftrag des Bischofs von Como den Leib der h. 
Lazarus M. R. und Valentin M. R. in der Trinitäts- 
oder Kapuzinerkirche zu Lugano. 

]!f(»tiz : Borrani, Ticino sacro p. 181 u. 182. 

vor 1651 Aug. 29. Rom. Alexander Victricius, Bischof von 828 
Alatri (1632—1648, f 1651)" schenkt auf Gesuch des Jo. 
Ulr. Meyer aus der Schweizergarde, Leiber und Gebeine 
von S. Fortunat M. und S. Secunda M. an P. Eusta- 
chi us zu Werthenstein (aus dem Calepodius-Goemet.). 
Copie : St. A. Luzern ; das Datum las der Verf. s. Z. 1665, indes 
muss das Original der Urkunde älter sein, da der Aussteller 1651 bei 
Ganis als gestorben genannt Avird. 

1651 Sep. 23. Ueberlingen. Testimoniales für die Sehen- 82» 
kung einer Zahnpartikel der h. Apollonia V. und M. 
an die Kirche zu Rheinau. 

Reg.: Kep.Ehen. IC. In. 70. Copie : Custodia p. 121. 

1651 Schennis. In dises Pürstl. Prey.Stifft hat dess Edlen 830 
Herrn pfeiffers päpstl. Guardi haubtmanss Praw Fr. Agnes 
Greut den ex coemeterio calepodii erhepten heil. Leib 



1651 151 

verehrt, So für eine 9jährige Jungfrow vnd Martyrin 
erkent vnd der namen Gaudentia gegeben vnd bey ihr 
ein gläslin mit bluet, ein mit golt gezierte hauben, 2 
güldine harnadeln vnd auss wunderlicher m'artery (raaterie) 
gemachter fingering gefunden. Dise wurde also von 
Rom den 10 tag Septembris anno 1651 alhero geführt, 
an welchem Tag jetzund dass Pest herrlich mit der Octav 
begangen vnd dass hohe Ambt „loquebar" neben andern 
Cereraonien gesungen. Die erste Translation ist den 
27. May, alss die hochwürdigste Fürstin Fraw Fr. M. 
Cseciha von Greüt, der obgesagten Fraw Agnes Schwester 
zur Abbtissin erweiht und benedicieret worden, in gegen- 
warth Illrai et R*^^ Joannis Epi Cur. gehalten. Diser hl. 
leib ist mit gold vnd Edelgestein schön gefast, leuchtet 
nit ohne grosse wunder, aus welchen ich nur einiges 
beysetze. (Hier wird eine wunderbare Heilung erzählt, 
welchem an dem 14jährigen Knaben Melcher Grüninger 
in ISfäfels geschehen ist.) 

Orig". : Bericht des (j. Leouhard Piirtscher, Pfarrer in Schennis 
(1662—1(578). Commiss. Epls. Protonot. apls. 

1651 Okt. 5. Der Leib der hl. Gaudentia gelangte 1651 831 
Sep. 16. nach Schennis; 1651 Okt. 5. wurde er 
durch Dr. Joh. Christoph. Niderist, Pfarrer in Weesen 
und Protonot apls ex mandato Eppi recognosziert 
und identifiziert. Die Transportkosten von Rom bis 
hieher betrugen 133 fls. 9 h. Die Reliquien wurden 
im Kloster Weesen gefasst (Stoff kostete 46 fis.), in der 
St. Galluskapelle aufbewahrt und am 25. Mai 1652 in 
die Stiftskirche auf den neuerstellten St. Gaudentiaaltar 
feierlich transferiert. Der Bischof bestimmte als Tag der 
hl. Gaudentia den 16. September als fest, ritus duplicis 
mit missa und officium für das Bistum für Schennis sogar 
mit Octave. 1722 Nov. 4. stiftete Pannerherr Ulrich 
Wilhelm in Schennis 500 Münzgulden für ein ewiges 
Licht vor dem Gaudentiaaltar. 1723 Aug. 15. „hat man 
St. Gaudentise heiligthumb, welchess zu Weesen von 
selbigen Closterfrawen wideruraben New gefasset, auch 
die sarch allhier wieder vollkhommen renoviert worden 
(Kosten 60 fls.) von S. Sebastiani Capell, al wohin ess 
von den monialibus deponiert worden, mit schöner pro- 
cession vnder begleith von 20 schützen, so mehr eine 



152 1651 

translation anziisächen, in die pfarkirch begleitet vnd 
Menighlich darbey einen ohngemeinen heiligen Eiffer 
vnd andacht bezeuget." 

Orig. : PßiiTai'cliiv Schennis ; mitg. von Rvr. H. Pfr. Freefel. 

J65I Okt. 18. Zur zach. Dialogus Tragicus, das Ist Ein 832 
Kurtze Aktion, Lebens unnd Marter des Heiligen Pul- 
gentii . . . so beschechen den 18. octobris Anno Salutis 
1651. (von) Udalricus Stritter aus ünterwalden. 
Copie : Pap. Handschr. in der Kaiatonsbibl. Sarnen. 

J65I Okt. 22. Wettingen. Der Abt von Wettingen sucht 833 
beim Bischof von Konstanz die Bewilligung für die Ver- 
ehrung und Ausstellung der hh. Getulius und Ma- 
rianus. 

Notiz : Archiv Dess Hochlobl. Gottshauses Wettingen p. 62. 

1651 Okt. 25. Konstanz. Der Generalvikar des Bischofs 834 
von Konstanz gestattet die Verehrung und Ausstellung 
der Leiber der hh. Getulius und Marianus zu Wet- 
tingen. 

Druck : Archiv Dess Hochlobl. Gottshanses Wettingen p. 63. 

1651 Nov. 2. Konstanz. Franz Johann I. (von Prassberg), 835 
Bischof von Konstanz (1645—1689), übersendet die Lizenz 
seines Generalvikars für die Verehrung der hh. Getulius 
und Marianus nach Wettingen. 

Druck: Archiv Dess Hochlobl. Gottshaus Wettingen p. 62 — 33. 

J65I Nov. 6. Luzern. Pulgenlius Martyr in Templum 836 
Oollegiatum illatus Zurzachi, in fastos relatus A Patre 
Jacobe Hörter Societatis Jesu. (Lateinischer Trans- 
lationsbericht.) 

Oopie : in der Kantonsbibl. Sarnen. 

1651 Dez. 4. Konstanz. Der Generalvikar von Konstanz, 837 
Martin Vogler, gestattet die Feier des h. Pulgentius 
in Zurzach am ersten Sonntag nach Purificatio. 
Copie : in der Kantonsbibl. Sarnen. 

1651. Die Gebeine der h. Aurelia M. R. werden von Rom §38 
nach Maria Lilienthal gebracht. 

Äotiz: Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz I. p. 253. 

1651. Jodocus Grebell schenkt dem Stift Engelberg eine 839 
Reliquie von S. Antoninus M. R., die er in Rom von 
Herrn v. Sonnenberg erhalten. 

Orig. : Notiz auf einem Papierstreifen in Engelberg, 



165J— 1652 153 

11651; Pfarrer Mathias Feurer schenkt der Stadt Meilingen 840 

den Leib der h. Hilaria M. R. 

Notiz: Badener Volksblatt 1899 Sep. 21. ■ n. 112. 

841 
J652 Apr. 17. P. Chrysost. Stipplin mon. S. Galli professus, 

not, ap. urkundet, dass Hauptmann J. Rudolf Pfyffer 
den Leib des hl. M. Leander den Schwestern in Watt- 
wyl auf deren inständige Bitten geschenkt und unter 
obigem Datum in Gegenwart der HH. Mathias Meher, 
mag. phil. und Beichtvater in S. Maria, Joh. Rudolf 
Buocher, mag. phil. Pfr. in Wattwyl, Joh. Rudolf 
Reding, Vogt zu Liohtensteig, Gallus Germann, Land- 
schreiber im Toggenburg die Eröffnung (Verification) 
durch Fürstabt Pius selbst vorgenommen worden sei. 
Es fand sich, dass die in 7 Abteilungen geordneten 
Reliquien infolge unruhigen Schrittes des Pferdes grössten- 
teils gebrochen und zerfallen waren. Sie mussten des- 
halb mit Leim wieder zusammengefügt werden. 

Orig. : Urk. v. P. Stipplin, not. ap. Kl. Arch. Wattwyl ; mitg. 
A'on Hw. Hrn. Pfr. Fraefel. 

1652 Apr. 17. Der Leib des h. Leander M. R. wird im 842 
Tertiarierinenkloster S. Maria der Engel bei Lichtensteig 
rekognosziert. 

Copie: Sacrar. IL p. ,508—511. 

J652 Apr. 17. S. Gallen. P. Chrysost. Stipphn v. Biberach, 843 
profess. monach. S. Galli 0. S. B., not. ap. bezeugt, dass 
der A. 1650 dem Coemet. Calepodii enthobene hl. Leib 
des M. Leander von Hauptmann Joh. Rudolf Pfyffer 
den ehrw. Schwestern in Wattwyl geschenkt und unter 
obigem Datum dessen Translation stattgefunden habe. 

Orig-, : Urk. kl. Arch. Wattwyl. Sigel des Abtes Pius hängt; 
mitg. von Rw. Hrn. Pfr. Frfefel. 

3 652 Mai 16. Sursee. Fr. Dominicus, Kapuzinerguardian, 844 
schenkt auf Befehl des P. Provinzials Sebastian von Uri, 
die Dornpartikel, die er eigenhändig von der Aebtissin 
von Othmarsheim empfangen, mitsamt einem Zeugnis, 
dem Kloster Muri. 

Copie : Copialbuch Muri Q. 1. 

1652 Jun. 5. Sursee. P. Dominicus, Kapuzinerguardian, 845 
versichert den P. Suprior von Muri der Aechtheit der Dorn- 
partikel von Othmarsheim; die Authentik sei wol 



154 1652 

während der Kriegsläufte, durch die das genannte Kloster 
fast alle Dokumente verlor, abhanden gekommen. 
Copie : Copialbuch Muri Q. 3. 

1652 Jun. 12. Neuenbürg. Maria Apollonia, Aebtissin von 846 
Offenburg, versichert den P. Guardian Dorainicus der 
Aechtheit der von Hugo von Landenberg aus Jerusalem 
gebrachten Dornen von der Krone Christi. 
Copie : Copialbuch Muri Q. 4. 

1652 Jul. 7. Othraarsheim. Die Aebtissin von Othmarsheim 84T 
beantwortet ein Schreiben des P. Dominicus vom 14. Juni; 
sie jammert, dass sie den Dorn weggegeben habe, dass 
man ihn nicht für acht halte, dass sie nichts davon habe, 
der Abt von Muri aber reich und sie arm sei. Schliess- 
lich betont sie noch, dass sie Vorwürfe annehmen müsse 
wegen des Wegschenkens der Reliquie. 
Copie : Copialbuch Muri Q. 5. 

1652 Aug. 2. An den Abt von S. Urban wird geschrieben: 848 
„Des wol Ehrwürdigen Hr. Jakobus, Pfarrherr zu Emmen 
affect und krankheit ist zwar gefahrlich, wir verhoffen 
nichts desto minder er solle durch die Gnaden Gottes . . . 
imd des heiligen Bischoffs Udalrici (durch welches 
heiliges Messgewandt er Sich mit grosser Andacht lassen 
durchziehen) . . . widerumb zu seiner gueten gesundheit 
gebracht werden." 

Orig'. : Litt, varise Cod. 512 S. p. 263. St. A. Luzern; mitg. von 
H. Dr. Th. V. Liebenau. 

1652 Dez. 29. P". Alberich Crafft, Prior von S. Urban 349 
schreibt nach Schönthal: „Quando porro a me rescire 
cupit quo potissima patrono sacras aliquas reliquias 
Solodori impetrare possit, nolo celare Revf P. Vf fuisse 
quondam D. D. Solodorenses valde liberales in disper- 
tiendis [quibus abundare videbantur] Sanctorum Martyrum 
Sacris reliquiis. At vero nunc, cum sacer iste Thesaurus 
quaraplurimura nimia liberalitate exhaustus sit, valde 
tenaces factos, ut adeo Rev? P. Vf necessarius sit bonus 
patronus qui tarn apud Magistratum Politicum, quam 
apud ecclesiasticum Canonicorum Collegium gratus, ac- 
ceptusque sit." 

Orig". : Archiv St. Urban Littenie Varias. Tom. 512 K.; mitg. von. 
IL Dr. Th. von Liebenau. 



1652—1653 155 

1652. Auf das Translationsfest zu Wettingen wird ein 850 
silberner Gedächtnisthaler geprägt, mit der Aufschrift : 
Avers: DVO . SIDBRA . MARIA NVS . ET . GETVLIVS . 
MARISTELLtE . IVKGVNTVR. (Bild: Madonnabüste in 
Wolken, darunter die beiden Heiligen.) Revers : F. BER- 
NARD VS . ABBAS . ET . CON VENTVS . MARISTELLtE. 
(Bild : Wappen des Abtes Bernh. Keller, darüber Inful 
und Stab.) Im Feld: SVIS . BENEVOLIS . 1652. 

Orig. : Silber, Wien. Copie: galvanoplastische Nachbildung bei 
H. Dr. Th. V. Liebenau. Notiz : Bulletin de la Soc. Suisse de Numis- 
matique 1889 p. 111. 

1652. Der Leib des h. Venantius M. R. wird von Chor- 851 
herr Joh. Caspar Pfyffer aus Rom nach Luzern ge- 
sandt, und für dessen Vetter, Pfarrer zu Büren, bestimmt. 
Kotiz: Kloster-Chronik von Eathausen. 

1652. Der Leib des h. Theodor M. R. wird feierlich in die 852 
neue Kapuzinerkirche zu Ölten transferiert. 

^^ot^z : Haffner, Der kleine Solothurner Allg. Schaw-Platz II. p. 394. 

1652. Der Leib des h. Synesius M. R. wird aus dem Coeme- 85a 
terium des Galepodius enthoben und durch Joh. Rudolf 
Pfyffer der Stadt Brem garten angeboten. 
Notiz: Badener Volksblatt 1899 Okt. 21. n. 125. 

1653 Apr. 27. Die Reliquien des h. Marinüs M. R. werden 854 
von Abt Pius zu Lichten steig rekognosziert. 
Copie : Sacrar. H. p. 519—523. 

1653 Apr. 27. F. Chrysostomus Stipplin von Biberach, apost. 85& 
Notar bestätigt, dass P. Augustin Reding bei der Re- 
kognition der Reliquien des h. Marinus M. R. zu 
Lichtensteig eine Partikel für Abt Placidus von Ein- 
siedeln erhalten habe. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 224—225. 

1653 Apr. 27. Translation und Deposition der Leanders- 856- 
reliquien zu S. Maria der Engel. 
Copie: Sacrar. II. p. 51ü — 513. 

IB53 Mai 20. Mainz. Testimoniales des Walter Heinrich, 85T 
Bischof von Askalon, für Reliquien der h. LTrsula und 
ihrer Gesellschaft zu Rheinau. 

Reg, : Eep. Ehen. I. C. I. n. 75. Copie : Custodia p. 127—128. 

1653 vor Jun. 18. Weil der Adressat des Leibes des h. 85S 
Venantius M. R. während der Reise diesör Reliquie ge- 



156 1653—1654 

sterben war, und die Verwandten sie nicht annahmen, 
wird sie von Joh. Kaspar Pfyffer der Eustachium Razen- 
hoffer Aebtissin von Rathausen (1636 — 1653, Juni 18.), 
angetragen. Der Leib wird am Dreikönigstag nach R. 
überbracht, trotz Reklamationen der Bauernsarae von 
Büren. Pfyffer erhält 70 Silberkronen. 
Orig". : Kloster-Chronik von Kathausen. 

1653 Aug. Stadtpfarrer Honegger und Christoph Bürgisser 859 
kommen mit dem Leib des h, Synesius M. R. aus Rom 
nach Bremgarten zurück. 

Notiz: Badener Volksblatt 1899 Okt. 21. n. 125. 

1653 Okt. 4. Rom. Joh. Rud. Pfyffer übergibt den der 860 
Pfarrkirche Schwyz geschenkten Policarpusleib wohl- 
verwahrt und versigelt den zum Jubiläum angekommenen 
Pilgern Joh. Pr. Radteller, Protonotar und Pfarrer zu 
Schwyz, Joh. Kasp. Zender, Prühmesser und Nik. Karl 
Oeberg, Hauptmann. 
. Orig-. : Aussen auf der Authentik n. 2 lit. A. Copie: mitg. von 

Ew. E. Ffr. M. Waser. 

1653. Zwei Gebeine von S. Urs in Solothurn gelangen 861 
nach Ober-Rüti. 

Notiz : Stückelberg, Eeliquien und Eeliquiare. 

1653. Die Gebeine des h. Leander M.R. werden in S. 862 
Maria der Engeln zu Wattwyl erhoben. 

Notiz : Cod. Einsidl. n. 510 p. 923. Mitg. von Hw. H. P. Gabriel 
Meier. 

1653. Translation der hh. Antoninus und Theodor MM. RR. 863 
zu St. Gallen. 

Notiz : Cod. Einsidl. n. 510 p. 929. Mitg. von Hw. H. P. Gabriel 
Meier. 

1654 März 24. Ein sie de In. Abt Placidus von Einsiedeln 864 
(1629 — 1670) bestätigt den Empfang des Leibes des h. 
Placidus M.R. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 228—230. 

J654 März. 26. P. Columban Ochsner, apostolischer Notar, 865 
beurkundet' die stattgehabte lUation des h. Placidus 
M.R. in die Kirche von Einsiedeln; der Leib stammte 
aus dem Coeraeterium des Calepodius und wurde als 
Geschenk des Joh. Rud. Pfyffer durch Georg Güster von 
Utznach aus Rom nach Einsiedeln gebracht. 

Orig.: Pap. Urk. A. T^D. 21. Stiftsarch. Eins. Copie: Auth. 
SS. Eel. p. 225—228. 



1654 ^ 157 

1654 Apr. 17. Im Conclave des Abts von S. Gallen findet 866. 
eine Beratung statt betr. Translation der Leiber von SS. 
Antoninus und S. Theodor MM. RR. statt. Es wird 
u. a. festgesetzt, dass die Feier nur einen Tag dauern, 
dass statt des Schauspiels nur eine actiuncula in der 
Prozession gegeben, und als Gäste nur die benachbarten 
Aebte von Ein siedeln, Muri, Rheinau, Pischingen und 
aus besondern Gründen der Abt \^on Wettingen, der 
Nuntius, der eine Uebergehung übel aufnehmen würde, 
und der Bischof von Konstanz, der bei Anwesenheit des 
Nuntius doch nicht erscheinen würde, eingeladen werden 
sollen. 

. Copie : Sacrar. n. p. 467— 471. 

1654 Mai. 8. Freiburg i./Ue. Job. Heinrich von Ligritz, 867 
Propst zu S. Nikolaus (1644—1683) in Preiburg i./Ue., 
schenkt und beglaubigt dem P. Gregor Pleischli, Subprior 
zu Engelberg, eine Partikel von S. Sebastian M. ; sie 
kam am 7. Juni am Bestimmungsort an. 

Orig". i Terg. Urk. iii Engelberg; Notiz auf einem Pap. Streifen 
ebenda. 

1654 Jun. Engelberg. Abt Placidus I. von Engelberg 86&- 
(1630—1658) spricht dem P. Gregor, Subprior und Oeko- 
nom des Klosters in Luzern, seine Freude über die dem- 
nächst ankommenden (Reliquien-)Schätze aus, sowie über 
die bevorstehenden Besuche ; er bestellt zugleich Wachs 
oder bereits gemachte Kerzen für die Feierlichkeit. 
Orig. ; Pap. Urk. Engelberg. 

1654 Jun. 7. Reliquien von „S." Pranciscus de Fulco, 869- 
einem belgischen Priester und apostohschen Missionar, 
der für den Glauben gestorben und von einigen fi'oramen 
Freiburgern ausgegraben wurde, kommen nach Engel- 
berg; sie wurden hier, obwol de Pulco noch nicht 
kanonisiert war, in Ehren gehalten. 

Orig.: Notiz auf Pap. Streifen St. A. Engelberg. 

1654 Jun. 7. Thebäerreliquien, geschenkt von den Kanonikern 870 
in Solothurn, kommen in Engelberg an. 
Orig. : Pap. Streifen in Engelberg. 

1654 Jun. 18. Muri. P. Joannes Wilfrid 0. S. B., Subprior 871 
des Gregoriushospizes in Rom, schenkt dem Abt Bona- 



158 1654 

Ventura I. von Muri (1654—1657) Reliquien von S. 
Placidus, dem Protomartyr der Benediktiner, oder von 
seinen Gefährten, und bestätigt deren Aechtheit. 
Copie : Copialbuch Muri D. 4. 

1654 Jul. 4, Einsiedeln. Testimoniales des Abts von Ein- 872 
siedeln für Reliquien des h. Januarius, Bischof von 
Benevent und M. zu Rheinau; dieselben waren 1096 
nach Allerspach, 1546 an den Grafen W. W. von Zim- 
mern, 1602 durch den Grafen Eitel Fritz v. Hohenzollern, 
an Einsiedeln gekommen. 

Reg". : Eep. Ehen. I. C. I. n. 78. Copie : Custodia p. 133— Ibö. 

;I654 Jul. 4. Einsiedeln. Abt, Dekan und Konvent von 873 
Einsiedeln bestätigen, dass sie eine ansehnliche Partikel 
vom Gebein des h. Januarius Ep. M., das sie vom 
Grafen Eitel Fritz von Hohenzollern 1602 erhalten haben, 
dem Fürsten Carafa, Bischof von Aversa, geschenkt 
haben. 

CopitJ : Auth. SS. Eel. p. 232—233. 

1654 Jul. 6. Einsiedeln. P. Joannes Wilfrid, Subprior des 874 
Hospizes S. Gregor in Rom, bestätigt, dem Abt von Ein- 
siedeln, wahre Reliquien von S. Placidus diso. S. ßene- 
dicti oder von dessen Gefährten geschenkt zu haben. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. '234—235. 

il 654 Jul. 10. Luzern. Carl Caraffa dankt dem Abt von 875 
Einsiedeln für die Januar iusreliquien. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 233—234. 

J654 Jul. Der Leib des h. Venantius M. R., gefasst und 876 
geziert durch Prancisca Keller, wird unter Assistenz des 
Legaten Carl Caraffa, feierlich in die Kirche von 
Rathausen transferiert. 117 Lot Silber wurden zur 
Passung aufgewendet. 

Orig. : Kloster-Chronik von Eathausen. 

1654 Aug. 6. Authentik für Reliquien des h. Victoria und 877 
aus der Gesellschaft der h. Ursula; in der Schutz- 
engelkapelle zu Zug. 

Orig". : Perg. Urk. iih Pfarrarchiv Zug. 

.1654 Aug. 26. Freiburg i./B. Fr. Ludwig von Luzern, 878 
Vikar des Provinzials der Kapuziner antwortet dem Abt 
von Muri auf seine Anfrage wegen des Stabes von Bruder 
Klaus V. Plüe, der zu Preiburg i./Ue. liege. 
Copie : Copialbuch Muri E. 2. 



1(54 159 

1654 Aug. 31. Au b. Einsiedeln. P. Colurabanus Ochsner, 879 
Official. EinsidL, bezeugt, dass die wohlehrw. Fr. Mutter 
Oaecilia Ochsner und Konvent des Schwesternhauses Aller- 
heiligen in der Au bei Einsiedeln der Pfarrkirche zu 
Oberkirch ein Stück von einem hl. Gebein des glorwürd. 
Märtyrers S. Georg geschenkt. 

Orig. : Pfarrarchiv Kaltbrunn ; mitg. von B.w. Hrn. Pfr. Frsefel. 

;i 654 Okt. 3. P. Priedr. Helmlin zu Einsiedeln schreibt an P. 880 
Bernh. Helmlin, Sekretarius zu S. Urban über Wolle, die 
mit den Gebeinen des h. Placidus M. R. in Berührung 
gewesen. „Lana, quibus involutse hse imagines sunt, 
cooperuit et proxime attigit sacrum corpus sive ossa Dni 
Martyris Placidi, prseterito mense Martio nostro monas- 
terio Roma dono transmissa. 

Orig.: StA. Luzera; St. ürbaner Archiv Cod. 612 W. p. 114; 
mitg. von H. Dr. Th. v. Liebenau. 

:I654 Okt. 4. Feierliche Translation der Leiber des h. An- 881 
toninus und Theodor MM. RR. von Rorschach nach 
S. Gallen. 

Copie : Sacrar. II. p. 472. 

^1654 Okt. 5. Der Leib des h. Theodor M. R. wird von S. 882 
Gallen feierlich nach Neu-S. Johann übertragen. 
Copie : Sacrar. H. p. 500—505. 

1654 Okt. 10. Rekondition und Deposition der Reliquien 883 
der hh. Honorat und Antonin MM. RR. unter dem 
Johannesaltar in der Stiftskirche S. Gallen. 
Copie : Sacrar. H. p. 497—499. 

ii654 Okt. 11. Carl Caraffa, Nuntius, weiht drei Altäre zu 884 
Muri; in den ersten, gewidmet dem h. Leontius, Pla- 
cidus, Protom. 0. S. B., der XV Nothelfer und der The- 
bäer, legt er Heiltura von S. Leontius M. R., Placidus 
Protom. 0. S. ß., von Gefährten S. Ursulas, von 
den Thebäern und andern, deren Namen untergegangen 
sind. In den zweiten Altar schliesst er Reliquien von 
S. Leontius M. R., von Gefährten der hh. Urs und 
Yictor, alte aus dem frühern Antoniusaltar und unbe- 
kannte; in den Michaelsaltar kommen Reliquien von S. 
Leontius M. R., Gefährten der h. Ursula, und alte, von 
der Weihung von 1522 stammende. Das Heiltum der 
drei Altäre wurde in eine Zinnkapsel geschlossen und 



160 1654 

jeweilen eine Lamina mit den Naraen sowie Pergäment- 

schedse beigegeben. 

Copie: Copialbiich Muri Consecr. A. 2; diesseits der Alpen zählt 
mmi sonst 14, jenseits 15 Nothelfer. Die Urkunde wurde aufgenornmen 
von Fr. Liutfrid Zay, Custos Sacrarii 1654 Nov. 15. 

1654 Okt. 23. Der Leib des h. Irenseus M, R., 1653 in 885 
Rom erhoben, wird feierlich in die Kirche von Sursee 
transferiert und auf dem Nikolausaltar beigesetzt, 
Notiz : Murus et Antemurale p. 53. Haller Bibl. in. p. 472. 

1654 vor Nov. Der Nuntius Carl Caraffa (1653—1654) be- 88& 
fürwortet die Bitte des Abtes von Muri um Reliquien 
von S. Pirminius Ep. Meldensis beim P. General und 
dem Colleg von Innsbruck. 
C<ii)ie : Copialbuch Muri G. 1. 

1654 Nov. 14. Rom. Christoph Schorrer schreibt dem Nuntius 88T 
Carl Caraffa, er werde nichts unterlassen, um dem Abt 
von Muri zu den Pirrainiusreliquien zu verhelfen. 
C(»i>ie : Copialbuch Muri G-. 2. 

1654 Nov. 28. Rom. Christoph Schorrer, P, Assistens Ger- 888 
manise, verdankt dem ehem. Nuntius Carl Caraffa seine 
beiden Briefe und teilt mit, die Erlaubnis für den Rektor 
von Innsbruck, dem Abt von Muri Pirminiusreliquiefi 
abzugeben, sei erwirkt. 

Copie : Copialbuch Muri G. 4. 

1654 Nov. 28. Rom. Christoph Schorrer schreibt dem Abt 889 
von Muri, er hoffe die Pirminiusreliquien zu erhalten 
und er werde, sobald An-twort eingetroffen sei, wieder 
berichten. 

Copie : Copialbuch Muri G. 3. 

1654. Pfävers. P. Bonaventura I. Honegger, erwählter Abt 890' 
von Muri, bittet die Kapuziner zu Preiburg i./Ue., ihm 
behilflich zu sein, wieder in den Besitz des Stabes von 
B. Nikolaus v. Plüe, den sein Vorfahr, Joannes IL Peyr- 
abend (Abt 1500 — 1508), beim Begräbnis des Seligen er- 
halten hatte und den die häretischen Berner geraubt 
hatten, zu gelangen. 

Copie : Copialbuch Muri ß. 1. 

1654. Aus dem Schatz zu Einsiedeln erhält der Nuntius 891- 
Carl Caraffa eine ansehnliche Partikel von S. Janu- 
arius Ep. M. 

Orig-.: Notiz in Ms. A. T'-D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 



1654—1655 161 

1654 Dez. 30. Venedig. Carl Caraffa, gewesener Nuntius, 892. 
schreibt dem Abt von Muri, er bewahre ihm in Venedig 
dieselben Gefühle, schickt ihm den Brief des P. Assis- 
tenten über die Pirminiusreliquien und versichert ihn 
fernerer Dienstwilligkeit. 

Copie ; Copialbuch Muri G. 4. 

1655 Jan. 16. Rom. Christoph Schorrer schreibt dem ehem. 893- 
Nuntius CarafiFa, die Pirminiusreliquien seien bereit, 

der Rektor von Innsbruck aber behalte sie in Händen, 
bis er benachrichtigt sei, wem er sie übergeben solle. 
-Copie: Copialbuch Muri Gr. 6. 

1655 Jan. 30. Venedig. Carl Caraffa, Bischof von Aversa, 894 
ehem. Nuntius, schreibt dem Abt von Muri, die Reli- 
quien des h. Pirminius Ep. lägen beim Rektor von 
Innsbruck bereit und schliesst einen Brief des P. Assi- 
stens Chr. Schorrer aus Rom (1655, Jan. 23.) bei. 
Copie : Copialbuch Muri G. 6. ■ >. 

1655 Peb. 13. Rom. Christoph Schorrer schreibt dem Abt 895 
von Muri, die Pirminsreliquien können in Inns- 
bruck abgeholt werden und bietet seine fernem 
Dienste an. 

Copie : Copialbuch Muri G-. 7, 

1655 März 13. Venedig. Carl Caraffa schreibt nach Muri, 896 
er möchte wissen, ob die Pirminsreliquien ange- 
kommen seien, oder sich ein Hindernis gezeigt habe. 
Copie : Copialbuch Muri G. 8. 

1 655 März 17. Muri. Abt Bonaventura! von Muri (1654— 1657), 897 
der 1620 im S. Ulrichs- u. Afrakloster zu Augsburg 
gewesen, erbittet sich von hier Reliquien von den Ge- 
fährten S. Afra's, von S. Simpert, seinem besondern 
Patron, und S. Ulrich. 

Copie : Copialbuch Muri H. 1 . 

1655 Apr. 3. Innsbruck. Jakob Michael S. J., Rektor des 89& 
Kollegs zu Innsbruck, schickt Reliquien vom Leib des 
h. Pirmin C, von dem schon Reichenau und Pfävers 
Teile erhalten hatten, dem Abt von Muri, und fügt 
noch eine Partikel zu dessen Privatandacht bei. 
Copie : Copialbuch Muri G. 9. 

11 



162 1655 

1655 Apr. 3. Innsbruck. Jakob Michael S. J., Rektor zu 899 
Innsbruck, beglaubigt die nach Muri geschenkte Reli- 
quie des h. Pirmin. 

Copie : Copialbuch Muri G. 10. 

1655 Apr. 25. Rom. Marcellus Anania, Bischof und Statt- 900 
halter des Generalvikars von Rom, schenkt und authenti- 
siert dem Ritter Thomas Candidus die Leiber der hh. 
Gervasius, Joannes, Urbanus, Eugenius, Cosmus, 
Ciriacus, Epiphanius, Gaudentius, der Restaurata, Justa, 
und Theodora MM. RR. aus dem Coemeterium der Ciriaca. 
Der Leib des h. Eugenius kam nach Engelberg an 
Abt Ignaz Paier 1660, Jun. 1.; derjenige der h. Theodora 
nach Maggenau. 

Copie : Pap. ürk. Engelberg. 

J655 Apr. 25. Rom. Marcellus Anania, Epps Sutrinus et 901 
Nepesinus schenkt dem Ritter Thonias Candidus in 
Venedig die Leiber folgender 11 hl. Märtyrer aus dem 
Coemeterium S. Cyracse : Gervasius, Joannes, Urbanus, 
Eugenius, Cosmus, Cyriacus, Epiphanius, Gaudentius, 
Reparata, Justa, Theodora. Auf das Bittgesuch des 
päpstl. Guardehauptmanns Ludwig Pfyffer schenkt obiger 
Ritter den Leib der hl. Theodora an das Kloster Mag- 
genau, wo damals eine Barbara Pfyffer als Chorfrau 

lebte. 

Copie : Copie der Autlient. Archiv Maggenau; mitg. v. Hw. Hrn. 
Pfr. Fr. Frsefel. 1662 Mai 14. fand die Eröffnung und Identification der 
h. Eeliquien statt durch Abt Edmund von S. Urban (als Vertreter des 
Visitators Abt Gerard in Wettingen) und Abt Placidus von Fischingen, 
in Gegenwart folgender Zeugen: P. Nivard Krellinger, Prior in S. 
Urban; P. .Joachim Sailer, Prior in Fischingen; P. Benedict Staub, 
Oekonom in Wettingen; P. Christoph Silbereysen, Konvent, von Wet- 
tingen, Pfarrer und Beichtiger in Maggenau; P. Bartholom. Tschudi, 
Konvent, von St. Gallen; Gallus Germann, Schultheiss von Lichten- 
steig; Franz Eaphael Tschudi, St. Gall. Eat und Gerichtspräsident in 
Wyl. Folgende Gebeine werden aufgezählt: Caput integrum cum 
mandibula, os sacrum, scapulse 2, coxendices 2, radii integri 8, medii 3, 
ossa pedum, brachiorum et aliarum corporis j)artium cii'citer 61. Archiv 
Maggenau. Orig.-Bericht. 

.1655 Apr. 29. Augsburg. Abt Bernard von Augsburg 902 
schickt dem Abt von Muri zwei Gebeine von Gefährten 
der h. Afra M. und eine Partikel von S. Ulrich; wegen 
Reliquien von S. Simpert entschuldigt er sich, da der 



1655—1656 . 163 

Leib in einem Steinsarkophag ruhe, der nicht geöffnet 
zu werden pflege. 

Copie : Copialbuch Muri H. 2. 

1655 um Apr. 29. Augsburg. Der Kustos und der Sub- 903 
kustos des Ulrichsklosters zu Augsburg beglaubigen die 
dem Abt von Muri geschenkten Reliquien von Gefährten 
der h. Afra. (Für die mitgeschenkten Ulrichsreliquien 
wird kein Zeugnis ausgestellt, da ihre Qualität schon im 
Schenkungsbrief des Abt gekennzeichnet ist.) 
Copie : Copialbuch Muri H. 3. 

1655 Mai 22. Venedig. Carl Caraffa drückt seine Freude 904 
aus, dass Muri von den Pirminsreliquien eine pars 
spectabilis erhalten habe. 

Copie: Copialbuch Muri G. 11. 

1655 Jul. 17. Nach dem Tode des Abtes Pius von S. Gallen 905 
werden die Reliquien des h. Marinus M. R. zu Lichten- 
steig zum zweiten Mal, durch Abt Gallus rekognosziert. 
Copie : Sacrar. ü. p. 524 — 525. 

1655 Jul. 24. Rom. Der P. Assistent Christoph Schorrer in 906 
Rom drückt dem Abt von Muri seine Freude über die 
Vergabung von Pirminsreliquien an diesen aus. 

Copie : Copialbuch Muri G. 12. 

1656 Jun. 6. Balthasar de Comitibus, apostolischer Notar, 907 
beglaubigt, dass Friedrich Borromseus, Patriarch von 
Alexandria und Nuntius, dem Abt Bonaventura von 
Muri Reliquien von S. Pontian, Apra, Vitus, Maxi- 
mus und Saturninus MM. RR. aus dem Coemeterium 

der Cyriaca geschenkt habe ; dieselben hatte er mit In- 
strument vom 1. Juli' 1655 erhalten. 
Copie : Copialbuch Miu'i I. 5. 

1656 Sept. 17. Gallus, Abt von S. Gallen (1654-1687), 908 
weiht in der Kapuzinerkirche von Wyl einen Altar in 
der Ehre des h. Franciscus Seraphicus, des h. Bonaven- 
tura E. D., des h. Ludwig Ep., Bernardin C, EHsabeth 
Vid. und Clara V.; eingeschlossen werden Reliquien der 
hh. MM. Bonifaz, Servulus, Basilius, Valentin, 
Victorin, Emilius, Josua und Marinus MM. RR. 
Orig.; Kap. Klosterarchiv Wyl; mitg. von B.w. H. Pfr. Frsefel. 

1656 Sep. 17. Gallus, Abt von S. Gallen, weiht in der 909 
Kapuzinerkirche zu Wyl den Altar der h. Jungfrau und 



164 1656—165? 

der Apostel; er schliesst Reliquien ein von den hh. 
Bonifaz, Servulus, Basilius, Valentin, Victorin, 
Emilius, Josua, Sophia V. und aus der Gesell- 
schaft der hh. Urs und Victor. 

Orig. : Kap. Klosterarchiv Wyl; mitg. von Hw. H. Pfr. Frsefel. 

1656 Dez. Erzbischof Phil. Friedrich von Wien ap- 910 
probiert die Verehrung von Reliquien des h. Thebäers 
Innocentius M., welche die Kaiserin Eleonora den Car- 
meliterinen in Wien geschenkt hatte. 

Druck: AA. SS. Sep.VI. p. 905. 

1657 Aug. 29. Konstanz. Georg Sigismund, Bischof von 9U 
Heliopolis und Suffragan von Konstanz weiht die Kapuziner- 
kirche von Wyl in der Ehre des h. Anton von Padua 
und den Altar in der Ehre der hh. Anton C, Gallus Abb., 
Benedict Abb. und Othraar Abb. Er schliesst Reliquien 

ein von S. Bonifacius, Servulus, Basilius, Valentin, 
Victorin, Emilius, Josua, Leander und von den 
Gefährten von S. Urs und Victor. 

Orig-. : Index ss. reliqmarum quse in eccl. monasterii S. Antonii 
Capucinorum in Wyla dioec. Const. asservantur. Kap. Klosterarch. Wyl. 

1657 Okt. Herraetsschwyl erhält den Leib des h. Dona- 912 

tus M. R. ; er wird feierlich, im vierten Altar beigesetzt. 

Notiz: Muriis et Antemurale p. 104; Haller Bibl. III. p. 472. 

1657 Okt. 5. Aegidius von Waldkirch, Abt von Muri 9is 
(1657 — 1667) weiht den Donatsaltar zu Hermetschwyl 
und schliesst Reliquien ein von den hh. Donat, Johann 
Bapt., Peter und Paul, Martin, Leontius, Sebastian, 
Christoph, Margaritha und aus der Gesellschaft der 
hh. Moriz und Urs. 

Copie : Copialbuch Muri Consecr. H. 4. Notiz : Murus et Ante- 
murale p. 104. 

1657 Okt. 14. Feierliche Translation des Leibs des h. Mari nus 914 
M. R. zuLichtenteig; die Reliquien waren gefasst worden 
durch die Schwestern des Klosters S. Maria in Wattwyl 
und durch einen Goldschmied - in Rapperswyl, der auf 
die Fürbitte des h. Marinus von einem Augenleiden 
geheilt worden war. Zum Schmuck der Reliquie waren 
260 Loth Silber, viele ächte und falsche Perlen verwendet 
worden. 

C(»pie: Saerar. II. p. 525—530. Orig.; Mitg. von Hw. H. Pfr 
Frajfel. 



1658—1659 165 

1658 Mai 12. Der von Jod. Knab, Bischof von Lausanne 9I5 
(1652—1658), geschenkte Leib des h. Vitus M. R. wird 

zu Preiburg i./Ue. feierlich transferiert und auf dem 
S. Josephsaltar beigesetzt. 

Notiz : Friburgum Helvet. Nuythonise ed. Esemy p. 272 u. 273. 

1658. F. Konrad Hunger, Konventual zu Einsiedeln und 916 
Notar, verfasst eine Geschichte der Translation der hh. 
Dionys und Bemba MM. RR. 

Ori^. : Ms. A. T2D. 22 (36 SS. in 4"). Stiftsarchiv Einsiedeln. 

(658 — 1681. In Steinerberg wird ein Heiltum von S. Anna, 917 
geschenkt von Abt Placidüs I. von Engelberg (1630 — 1658), 
feierlich empfangen. 

Orig. : Pap. Urk. Brief des Abtes Ignaz I. v. E. n,-ich Ingenbohl 
1665; Engelberg. 

1659 Apr. 29. Preiburg i./B. Maria Deckerin, Mutter der 918 
Dominikanersammlung zu Preiburg, bestätigt, dass nach 
alter Tradition ein Thebäerhaupt durch Albert Magnus 

in ihr Gotteshaus sei gebracht worden. 

Orig. : Konzept und Notariatsurkunde im Staatsarchiv Luzern. 
Copie : im Eeliquienarchiv des Verf Albertus M. hielt sich i. J. 1269 
im benachbarten Basel auf. Burckh. u. Eiggenbach, Die Dominikaner- 
Klosterkirche Basel 1855 p.4. Druck : Freib. Dioecesen-Arch. N.F.1. 1900. 

1659 Mai 10. Die Reliquien des h. Adalrich werden eleviert, 919 
rekognosziert und von der Ufenau na,ch Einsiedeln 
transferiert. 

Notiz: Eeutlingers Kollektaneen Ms. in üeberlingen Bd. XVI. 
Teil 2 Bl. 405—406. Eingholz, Kurze Uebersicht ... p. 71. 

1659 vor Sep. 14, Programm für die Translation des h. 920 
Placidüs M. R. zu Einsiedeln; der Zug zerfällt in 5 
Abteilungen zu 23, 13, 14, 14 und 16 Gruppen mit zahl- 
reichen Reliquien Schreinen. 

Orig. : Ms. A. T2D. 21. Stiftsarchiv Einsiedeln; Auszug (über- 
setzt) im Eel. Arch. des Verf 

1659. Dedicationem divinam sacratiss. sacelli Einsidl. et 921 
translationem S. Placidi . . . Eremus gratulabunda vene- 
ratur. Die Göttl. Weyhung d. d. Heyligst. Capell zu 
Einsidlen und Die Eröhbung (so) dess Heyl. Placidi . . . 
thut Einsidlen vorstellen. (Schauspiel.) 

Druck : Konstanz 1659. 4«. Kantonsbibl. Zürich. 



166 16t;0— 1661 

1660 Jun. 1. Jakob Hermann bittet den Abt von Engel- 922 
berg um 30 Silberkronen für Mühe und Kosten, die er 
wegen des Leibs des h. Eugenius M. R. gehabt. 
Orig. : Pap. Brief in Engelberg. 

1660 Nov. 19. Rom. Ambrosius Landucius, Bischof von 923 
Porphyreon, authentisiert die Gebeine der h. Oonstantia 

V. M. R. aus dem Coemeterium der Cyriaca und schenkt 
sie dem Joh. Heinr. Büntener (von Uri). (Dieser ver- 
gabt sie nach Seedorf.) 
Eeg'. : Formulare. 

1661 Jul. 6. Ambrosius Landucci, Bischof von Porphyreon, 924 
schenkt den Leib des h. Remigius M. R. aus dem 
Coemeterium der Cyriaca auf Befehl des Papstes 
Alexander VIL dem Nidwaldner Landammann Joh. Melch. 
Leuw, der als Mitglied der Gesandtschaft der katholischen 
Orte zur Beglückwünschung des neugewählten Papstes 
nach Rom gekommen war. 

Mitg. von H. Staatsarchivar Dr. R. Durrer. 

J66I. Joh. Melch. Leuw setzt die Reliquien des h. Remi- 925 
gius M. R. in der von ihm erbauten S. Josephskapelle 
bei seinem Wohnsitz in Ennetraoos aus. 
Mitg. von H. Staatsarchivar Dr. R. Dürrer. 

1661. Joh. Melch. Leuw schenkt der Pfarrkirche Stans die 926 
, Gebeine des h. Remigius M. R. 

Orig. : Wochenr. Prot. 17. Weinm. 1661 ; Geschichtsfr. Bd. 27 p. 33. 

1661 Aug. 30. Muri. Testimoniales für die von Landammann 927 
Beat Zurlauben dem P. Meinrad Honegger von Rheinau 
geschenkten Urs- und Victorreliquien. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 86. Copie : Custodia p. 146. 

1661 Okt. 17. Der Wochenrat (von Nidwaiden) bewilligt für 928 
die Uebertragungsfeier des h. Remigius M. R. 25 Pfund . 
Pulver. 

Orig. : ß. L. P. XIV. 131 ; mitg. von H. Staatsarchivar Dr. E. Durrer. 

1661 Okt. 23. Der Leib des h. Remigius M. R. wird feier- 
lich in die Pfarrkirche von Stans transferiert und in 
einem neuen Altar im Chor, den Landammann und 
Landeshauptmann Joh. Franz. Stulz bezahlte, beigesetzt. 
Mitg. von H. . Staatsarchivar Dr. R. Dürrer. 



929 



1661—1662 167 

1661. Die Kirche Ober-Rüti erhält vom Abt zu S. Peter 930 
in Salzburg Gebeine und Stücklein vom Grab des h. 
Rupert zu Salzburg. 

Notiz : Stückelberg Reliquien und Eeliquiave p. 20. 

(661. Die Reliquien des h. Peregrinus M. R. werden im 931 
Coemeterium des h. Cyriacus zu Rom erhoben ; sie ge- 
langen nach Eischingen. 

Notiz : Kuhn, Thurg. sacra I. p. 125. 

1661. P. Leodegar Holdermeier zu Muri stiftet Reliquien 932 
des h. Marcellus M. , Alexander M. , ^Marianus M., 
Prosper M., Victoria V.M. und Constantia V.M. 
nach Ober-Rüti. 

Notiz : Stückelberg Reliquien und Reliquiare p. 20. 

1662 Peb. 12. Wien. Bruder Archangelus bestätigt dem P. 933 
Gaudiosus, Kapuzinerguardian, die [nach Rheinau ge- 
kommenen und 1653 Mai 20. authentisierten kölnischen] 
Reliquien übergeben zu haben. 
Copie : Custodia p. 128. 

1662. P. Courtois S. J. schenkt den Ursulinerinen zu Frei- 934 
bürg i./Ue. den Leib des h. Portunat M. R., den er 
vom venetiani sehen Gesandten in Rom erhalten hatte. 

Notiz : Rsemy zu Fribiu-gum Helvet. Nuythonise p. 279 A. 4. 

1662 Mai 4. Der Leib des Portunat M. R. kommt bei den 935 
Ursulinerinen in Preiburg i./Ue. an. 

Notiz : Rsemy zu Friburgum Helvet. Nuythonise p. 279 A. 4. 

1662 Mai 14. Abt Edmund von S. Urban (1640—1677) re- 936 
kognosziert den Leib der h. Theodora M. R. zu Magge- 
nau Ord. eist. 

Copie : Sacrar. n. p. 533—539. 

1662—1684. J. B. von Strambin, Bischof von Lausanne 937 
(1662 — 1684), schenkt den Ursulinerinen zu Preiburg 
i./Ue. ein Armbein von S. Ursula V. M. 

Notiz : Rsemy zu Friburgum Helvet. Nuythonise p. 279 A. 4. 

1662 Okt. 1. (Rosenkranzsonntag.) Translation des Leibs' von 938 
S. Theodora M. durch Gallus, Abt von S. Gallen, auf 
den Rosenkranzaltar zu Mag gen au. „In tribus loculis 
seu loculamentis e ligno nitrato et argento affaberime 
factis e vitro tarnen lucido diaphanes oculariter inspi- 



ciens. " 



Orig-.: Arch. Maggenau; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 



168 1662—1663 

1 662 Okt. 4. F. Ohrysostoraus Stiplin von Biberach, Kon- 939 

ventual von S. Gallen . und Apostol. Notar, bestätigt 

eine Reliquie von der 1662 Mai 14. aus Rom nach 

Maggenau gekommenen h. Theodora M. für S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 329. 

1662 Okt. 12. Salzburg. Amandus, Abt von S. Peter in ^^^ 
Salzburg, beglaubigt eine Partikel vom h. Amandus (L), 
Bischof von Worms, dessen Leib durch S. Rupert, den 
achten Bischof von Worms nach Salzburg gebracht und 
1661 Okt. 26. gefunden, eleviert und transferiert wurde. 
Die Reliquie in Einsiedeln. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 260. 

1662 Nov. 5. Konstanz. Georg Sigismund [Müller], Bischof 941 
von Heliopolis (1655 — 1686) und Generalvikar des B. von 
Konstanz, weiht eine Kapelle und Altar zu Reiden in 
der Ehre der hh. Anna, Moriz und Gesellschaft. Ein- 
geschlossene Reliquien: Moriz, Theodor, Artemius. 

Orig. : Pap. ürk. in St. A. Luzern. Hohenrain und Eeiden n. 12 
0. 0.; J. N. 34. 

] 663 Jun. 10. Wolfgang von Staal beglaubigt die Schenkung 942 

einer Thebäerpartikel durch das Kapitel zu Solothurn 

an P. Jodocus Schneider von Muri. Die Länge der 

Reliquie wird durch einen Strich von 0,09 m. angegeben. 

Copie : Copialbuch Muri E. 6. 

1663 Jul. 1. Feierliche Translation des Leibes des h. For- 943 
tunat M. R. bei den Ursulinerinen zu Freiburg i./Ue. ; 
später, bei Anlass einer Erneuerung des Reliquienschreines, 
fand eine zweite Ueb ertragung statt. 

Jfotiz : Efemy zu Friburg-um Helvet. Nuythonise p. 279 A. 4. 

1663 vor Sep. 30, Programm für die Translation des h. Adel- 944 
rieh von Einsiedeln nach Ufenau. 
Orlg-. : Ms. T^D. p. 23. Stiftsarch. Eins. 

1663 nach Okt. 1. Beschreibung der Translation des h. 945 
Adelrich. 

Orig. : Ms. A. T^D. ' p. 24. Stiftsarch. Eins. 

1663 Nov. 1. Werthenstein. Gesuch von Guardian und 946 
Konvent zu Werthenstein (an den Nuntius F. Borro- 
mseus) um Bewilligung des Euprep es festes, gez. F. 
Seraphinus Kay sersb erger. 
Copie : St. A. Luzern. 

(663 Nov. 1. Werthenstein. Gesuch an den Nuntius betr- 947 
Feier des h. Euprepes (wie Ausfertigung ohne Datum)- 



1663—1664 169 

Auf demselben Blatt: Bewilligung der Feier in dem ge- 
wünschten Umfang. Luzern 1663 Nov. 5. 
Orig. : Pap. tJrk. St. A. Luzern. 

<o. D. . . . (wohl 1663 Nov. 1.) Werthenstein. Fr. Seraphin 948 
Kaysersberger, Guardian und der Konvent von Werthen- 
stein bitten den Fürsten Frid. Borromaeus, Patriarch von 
Alexandria und Nuntius, um Bewilligung der Feier des 
h. Euprepes am 30. Nov. (sub ritu dupl. secunda 
classis, cum octava). 

Orig : Pap. TJrk. St. A. Luzern. 

J663 Nov. 25. Der Leib des sei. Bruders Konrad Scheuber 949 
wird aus der S. Annakapelle zu Wolfenschiessen in 
die Lorettokapelle daselbst übertragen. 

Jfotiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 445. 

J663 Dez. 18. Abt Ignaz I. von Engelberg (1658—1681) 950 
lässt den Sarkophag des sei. Adelhelm Ab. öffnen und 
wieder verschliessen. Man fand den unversehrten Schädel 
mit 11 Zähnen im Ober- und 4 iin Unterkiefer, ferner 
94 . Gebeine, 9 Teile vom Stab und ein Bruchstück eines 
Schuhs. 

Orig : Notariatsurk. aufg. von F. Carolus Troger, Apost. Notar 
und Schreiber des Kapitels. Copie : a) Aufg. von P. Carolus Breni 
1744 Jul. 19.; b) vom Jahr 185« in Engelberg, Cista F. 

1663. Aus dem Schatz zu Einsiedeln erhält das Kloster 951 
S. Johann zu Peldkirch auf Bitten des P. Gabriel 
Bucelinus (geb. zu Diessenhofen 1599, f 1681), Prior zu 
Weingarten und Verfasser der Annales Benedictini (1656), 
des Menologium Benedictinum Sanctorum, Beatorum et 
Illustr. Ordinis Virorum (1655) und vieler anderer Werke, 
einige Reliquien von S. Adelrich C. 

Orig-. : Notiz im Ms. A. T^D. 3 1 . Stiftsarch. Einsid. Ueber Bucelin 
vgl. Bergmann, Der G-enealog Bucelin in Sitzungsber. der Wiener Akad. 
Bd. 38. 1861. 

1664 Jan. 24. Abt Placidus von Einsiedeln schenkt dem 952 
Abt von Kempten Reliquien von dem 1663 Okt. 1. 
transferierten h. Adelrich C. und stelJt eine Urkunde 
darüber aus. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 272—273. 

1664 Feb. 2. Abt Ignaz I. von Engelberg lässt das Grab 953 
des sei. Stifters Konrad. von Seldenbüren, der in der 



170 1664—1665 n 

Mitte des Chors ruhte, öffnen, und damit die li'euchtig- 
keit die Gebeine nicht verzehre, auf der Epistelseite des 
Altars der hh. Mönche beisetzen. 

Ori^. : Engrelbei-g. Copie : Aufg. 1858 in Engelberg, Cista F. 

1664 Nov. 3. Luzern. Priderich Borromseus, Patriarch von 954 
• Alexandria und Nuntius, bewilligt die Peier des Eu- 
prepesfestes in der gewünschten Weise für Werthen- 
stein. 

Copie : St. A. Luzern. 

1664. Die Rehquien der h. Flora M. R. werden dem Coeme- 955 
terium des h. Cyriacus in Rom enthoben und von Aeb- 
tissin M. Regina von Pflaumern (1646—1681) ihrem 
Kloster Peldbach geschenkt. (Nach der Aufhebung des 
Klosters gelangte der Leib nach Mariastern.) 

Copie : Perg. Ms. Fol. 18 SS. und Pap. Ms. Fol. 15 SS. in Kloster 
Mariastern im Vorarlberg; Necrologium Feltbacense p. 3. Ms. Eist. 26 
aus Eheinau in der Kantonsbibl. Zürich. Jfotiz: Kuhn, Thiirg. sacra 
III. p. 19. 

1664. Aus dem Schatz von Einsiedeln erhält das Kloster 956 
Kempten eine Rippe und ein Hand- oder Fingerglied 
von S. Adelrich 0. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarch. Einsid. = Eeg. 951. 

1664 Feb. 9. Landamraann und Rat von Uri danken dem 957 
Abt von Muri (Aegidius von Waldkirch, 1656-1667) für 
Reliquien des h. Martin Ep. 

Orig. : Staatsarchiv Aarau. 

1665 Feb. 23. Die Aebtissin Maria Prancisca von Rat- 958 
hausen schenkt Reliquien von S. Venantius M. R. dem 
Stift Einsiedeln; der apostol. Notar Kaspar Kauffmann, . 
Kanonikus zu Luzern bestätigt dies. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 258— 2(i0. 

1665 Feb. 27. Ein sie dein dankt der Aebtissin Maria Pran- 959 
cisca von Rathausen für die Sendung einer Partikel 
von S. Venantius M. R. samt Unions-Instrument. 
Orig. : Ms. A. T^D.. 25. Stiftsarch. Einsidl. 

1665 Aug. 12. Rom. Fr. Ambrosius Landuccius, Bischof von 960 
Porphyreon, Sacrarii Ap. Prsefectus, bestätigt Reliquien 
der hh. Antoninus, Emilianus, Fortunatus, Vitus 
und Crespinus MM, aus dem" Goeraeterium der Priscilla. 
Die Reliquien kamen nach Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 342 — 345. 



1665—1666 171 

1665 Sep. 17. Engelberg. Abt Ignaz I. von Engelberg teilt 961 
dem Bruder Statthalter (zu Ingenbohl) mit, dass der 
Konvent beschlossen habe, eine Reliquientafel zu öffnen 
und von dem Leonhardsgebein eine Partikel abzubrechen 

für die erneuerte Leonhardskirche zu Ingenbohl. Der 
Abt bittet um ein „Recepisse" und um Angabe des 
Tags, falls eine öffentliche, feierliche Einbegleitung der 
Reliquie vorgesehen wird. 
Orig, : Pap. Urk. Engelberg. 

1665. Im Hauptreliquiar des h. Biasius zu Engelberg wer- 962 
den Reliquien gefunden von S. Abundius M., Bono- 
sus Ep., Basilides und Nicomedes MM., Theodor M., 
Epiphanius M., Blandina, Joh. Baptista, x\lexander 
PP. M., Emmeramus M., Vitalis M., Agnes V.M., 
Eunomia M., Bartholomseus Ap., Othmar Ab., Leon- 
hard Ab., M. Magdalena, Ulrich Ep., Digna M., 
Chunegard (?) E., Stephan PP. M., Stephan Protom., 
Nicodemus, Gamaliel und Abibo, Fabian PP. M., 
Clemens M., Agatha M., Sebastian M., Afra M., 
Benedikt Ab., Biasius, Pelagia, G-allus, Johann und 
Paul, Columban, Pelicissimus und Agapit MM., 
Cecilia V., von der Krippe, Eulalia V.M., aus der 
Gesellschaft von Ursulse, Genesius M. , vom Haupt S. 
Victors Theb.M., Natalia M., Maxirain E. Cf., Juli- 
ana V.M., Desiderius und Regenfrid, Ciriacus M., 
Anastasia V. M., Adelheid, Aegid Cf., Cosmas und 
Damian MM., Narciss E., Hilarion Mon. , Maximus 
Ep., vom Haupt des h. Mathseus Ap., von S. Vitus M., 
Cyprian P.M., Columba V., Paulus Ap., Exupe- 
rius M., Poillan Ep. M., von den Gewändern Mariae, 
vom Nagel S. Peters und vom Bart S. Johanns. 
Orig. : Pap. Eodel, Engelberg. 

1666 Feb. 6. Einsiedeln. Abt, Dekan und Konvent zu 963 
Ein sied ein schenken dem Prior J. Buzlin zu Peld- 
kirch Partikeln vom Gewand (Toga) des h. Meinrad, 
von der Gesellschaft des h. Moriz, der Gesellschaft 
der h. Ursula, vom Haupt S.Gerolds, von S. Dionys 
und S. Bemba. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 255—257. 

1666 Mai 9. Bei Anlass der Kanonisation des h. Franz von 964 
Sales werden dessen Reliquien mit grossem Pomp in 



172 1666—1668 

Annecy transferiert. Die Prinzessin Christine von 
Frankreich Hess für das Skelett einen kostbaren Schrein 
machen. Das zu Pulver zerfallene Fleisch wurde ver- 
teilt. 

Notiz: Besson, Memoires pour THistoü-e eccl. des Dioceses de 
Geneve etc. Nancy 1759 p. 77, 125—126. 

1666 Jun. 16. Einsiedeln. Abt, Dekan und Konvent von 965 
Einsiedeln schenken dem Pfarrer von Schübelbach auf 
seine Bitten fünf Partikeln: von Adelrich C, Dionys, 
Bemba, aus der Gesellschaft von S- Moriz und der 
Gesellschaft von S. Ursula. 

Copie : Auth. SS. Rel. p. ii57. 

1667 Apr. 18. Frid. Ubaldus, Erzbischof von Caesarea, Nun- 966 
tius u. s. w., schliesst in die Altäre von Boswyl neben 
den alten Reliquien noch solche von S. Leontius M. R,, 
Afra und Maximus ein. 

Notiz : Miirus et Antemurale p. 79. 

1667 Okt. 2, Translation der h. Aurelia M.R. in Tänikon. 967 
Notiz : J. Nater, Gesch. von Aadorf und Umgebung p. 496 u. 606; 
Lang, Grundriss p. 1077; hienach ist der L-rtum in meinen „Trans- 
lationen" p. 16 zu verbessern. 

1667 Dez. 22. Einsiedeln. Die Stadt Wyl erhält auf Bitten 968 
von Seb. und Lud. Müller aus Einsiedeln drei Reli- 
quien von S. Dionys, Bemba MM. RR. und S. Adel- 
rich C. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarch. Einsiedeln. Copie: 
Auth. SS. Rel. p. 257. 

1667. Rehquien des h. Adrian M.R. kommen von Rom 969 
nach Münsterlingen in die Klosterkirche. 
Notiz : Kuhn, Tlnu-g. sacra I. 2 p. 100; III. p. 282. 

1667. Der h. Remigius M.R. wird zum Landespatron (von 970 
Nidwaiden) erhoben; am 11. Mai wird beschlossen, sein 
Gedächtnis am 1. Okt. als Feiertag zu begehen. 1682 
wird dieses Pest auf den 12. Okt. verlegt. 
Mitg. von H. Staatsarchivar Dr. B. Diu-rer. 

1668 Jul. 23. Rom. Fr. Ambrosius Landucius schenkt dem 971 
Abt von Ein siedeln Reliquien von SS. Theodul, 
Donat, Vincenz, Theodor, Vital, Erasmus, Benig- 
nus, Victoria, Euphemia, Sabina und Bonifaz 
MM. RR. aus dem Coemeterium der Cyriaca. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 28U— 281. 



1668—1669 173 

1668 Jul. 29. Rom. Vidimierte Urkunde von Rom für die 972 
Reliquien der hh. MM. Simplicius, Faustina, Acapa, 
Tranquillinus, Justus, Liberatus und Lucius (zu 
Rheinau). 

Reg". •• Eep. Ehen. I. C. I. n. 96. Copie : Custodia p. 161— 162. 

1668 Sep. 29-30. Zweite feierlichere Translation des h. 9^3 
Theodor M. R. aus dem Kloster S. Maria der Engel 
nach Neu-S. Johann. 
Copie : Sacrar. IL p. 505 ff. 

1668 Okt. 4. Einsiedeln. P. Anselm Bisling vidimiert eine ^'74 
Urkunde des Claudius de Leugier, Prior auf der lle- 
Barbe bei Lyon betr. die Reliquien von S. Anna von 
1493 Apr. 29. Eine Partikel in Einsiedeln. 
Copie: Auth. SS. Eel. p. 264— 26". 

1668 Okt. 29. Breragarten. Testimoniales für Synesius- 975 
reliquien in Rheinau, ausgestellt durch J. Heinrich 
Honegger, Kämmerer und Pfarrer. Das Gebein war „fast 
einer halben Ellen lang". 

Reg-.: Eep. Ehen. I. C. I. -n. 97. Copie: Custodia. 

1668. Das Haupt des h. Blasius zu Rheinau wird neu ge- 976 
fasst. (Diese Passung ist erhalten, in Zürich.) 

Orig. : Inschrift. Druck : Anz. f. Schweiz. Altertumsk. 1897 p. 56. 

1668. Der Oberteil des Morizhauptes zu Rheinau wird neu 977 
gefasst. (Diese Fassung ist erhalten in Zürich.) 

Orig. : Inschrift. Dmclc : Anz. f. Schweiz. Altertumsk. 1897 p. 56. 

vor 1669. P. Bonaventura legt ein Verzeichnis der Reli- 978 
quien von Engelberg an; es scheint das Register zu 
einem alphabetisch angelegten Hierogazophylaciura zu sein. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1669 Jan. 3. Der Altar im innern Chor der Klosterkirche 979 
Hermetschwyl wird vom Abt von Muri geweiht und 
mit Reliquien von S. Leontius, Donatus, Vitus, 
Maximus, Apra und den bisherigen von S. Marga- 
retha V.M., der 10000 Märtyrer, de capillis Marise, 
und von S. Gallus versehen. 

Copit' ; Copialbuch Muri Consecr. H. 5. 

1669 Feb. 12. Schwester Maria Francisca Philippina Büel- 980 
lerin, Muetter [von S. Maria der Englen in Appenzell ?], 
bestätigt, die Schenkung einer Partikel von S. Leander 



174 1669 

M., der in Monasterio S. Marise Angelorum ruht, seitens 
der Frau Mutter Kath. Bäurin an den durchreisenden H. 
Gallus, Alt-Dekan, z. Z. Abt von St. Gallen, und dass 
die Partikel ins Gotteshaus Neu-St. Johann sei weiter 
vergabt worden. 

Copie : Hierogaz. p. 330. 

1669 März 13. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 981 
und authentisiert dem Joh. Franz Reding-Biberegg den 
Leib des h. Nazarius M. R. samt dem Blutgefäss, aus 
dem Ooemeterium der Cyriaca. Die Reliquien kamen 
nach Schwyz; die reichverzierte Kiste, in der sie reisten, 
ist noch auf dem Kirchengewölbe erhalten und zeigt 
zahlreiche Inschriften mit Chronostichen. Der Leib ruht 
auf dem Xaver- Altar. 

Orig*. : Schwyz. Nr. 3 lit. C. B. 2. Copie : niitg. von Hw. Hrn. 
Pfr. M. Waser. ■ 

1669 Apr. 20. Rom. Martius Ginettus schenkt und authen- 982 
tisiert dem Jakob Mutsch Reliquien von SS. Valentin, 
Felix, Fortunat, Benignus und Felicissimus MM. RR. 
Orig. : Archiv Maggenau; mitg. von B.w. Hrn. Pfr. Fraefel. 

1669 Jun. 10. Georg Sigismund, Bischof von Heliopolis und 983 
SufFragan von Konstanz (1655 — 1686) weiht die Kapelle 
zu Buttwyl und schliesst Reliquien ein von SS. Gregor, 
Marinus, Leontius MM. [RR.] und Martinus Ep. 

Copie : Copiälbuch Muri Consecr. D. 4; die Urkunde ist ausge- 
fertigt zu Konstanz 1670 Aug. 24. 

1669 Okt. 21. Fridolin I. Sommerer, Abt von Muri (1667—1674), 984 
weiht die Kapelle von Geuensee und schliesst Reli- 
quien ein von SS. Leontius, Maximus, Vitus, Apra 
MM. [RR.]. 

Copie : Copiälbuch Muii Consecr. I. 3. 

1669 Nov. 18. Abt und Konvent von S. Gallen schenken 985 
dem Kloster Petershausen eine Armreliquie von S. 
Gebhard Ep. 0. aus Neu-S. Johann; sie erhalten als 
Gegengeschenk eine Scapula von S. Magnus. 
Copie : Sacrar. E. p. 805—312. 

1669 Nov. 25. Illatio und Exceptio der Scapula des h. Mag- 986 
nus Ab., welche von Petershausen nach S. Gallen 
geschenkt worden war. 

Copie : Sacrar. H. p. 316—318. 



1669—1670 175 

1669 Dez. 5. Rom. Martins Ginettus, Kardinalbischof von 987 
Porto (1666—1671), schenkt und authentisiert dem Abt 
von Einsiedeln Reliquien von SS. Vincenz, Fortunat, 
Felix und Firma t MM. RR. aus dem Ccemeterium 
der Priscilla. 

Copie : Auth. SS. ßel. p.^283— 284. 

1669 Dez. 6. Rom. Martius Ginettus authentisiert Reliquien 988 
von SS. Fortunat, Valentin, Vincenz, Faustus und 
Constantia MM. RR. aus dem Ccemeterium der Pris- 
cilla und schenkt sie dem P. Augustin Reding .0. S. B. 
In Binsiedeln. 

Copie : Auth. SS. ßel. p. 268—269. 

1669 Dez. 7. Rom. Martius Ginettus schenkt und authen- 989 
tisiert dem Abt von Ein siedeln Reliquien von SS. Man- 
suetus, Benedict, Vincenz und Victor MM. RR. aus 
dem Ccemeterium der Priscilla. 
Copie : Auth. SS. Rel. p. 281—282. 

■1669 Dez. 10. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus authen- 990 
tisiert Reliquien und Blutgefäss von S. Vitalis M. R. 
aus dem Ccemeterium der h. Oyriaca und schenkt sie 
dem Bernard Waibel, Generalprokurator der schweizer- 
ischen Benediktiner-Kongregation. Die Reliquien kamen 
nach Einsiedeln. 

Copie : Auth. SS. Rel. p. 265—266. 

1669 Muri. Testimoniales für Ursusreliquien, die P. 991 
Martin Brunner von Rudolf Engel aus Kaiserstuhl (Forum 
Tiberii), Domherrn zu Solothurn erhalten hatte und dem 
Bernhard I. von Rheinau schenkt. 

Eeg". : Rep. ßhen. I. C. I. n. 107. Copie : Custodia p. 170. 
Brunner stammte aus Solothurn und war Konventual zu Mui-i. 

1669. Aus dem Schatz von Einsiedeln erhält das Kloster 992 
Gengenbach Reliquien von S. Victorina, Vitalis, 
Theodul, Benignus, Adrian und Brasmus MM. RR. 
Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarch. Einsid. 

1670 Jan. 11. Einsiedeln. P. Augustin Kelin schenkt der 993 
Maria Katharina von Sonnenberg (1658 — 1679), Priorin 
von Fahr, Dornen von S. Benedikt. 

Orig-. : Pap. ürk. Fahr-. 

;I670 März 5. Der Bischof von Basel [Johann Konrad I. von 994 
Roggenbach 1656 — 1693], begehrt durch ein Schreiben, 



176 1670—1671 

den Kirchenschatz des Basler Münsters zu besichtigen 
und ersucht um Bezeichnung eines Tages hiefür. Das 
Gesuch wird abgeschlagen und dem bischöflichen und 
dem Dom-Schaffner bei ihrem Eid geboten, nicht von 
dieser Sache zu reden. 

Notiz : Beitr. zur Kirchengeseh. v. Basel Bd. 3. Ms. in der Univ. 
Bibl. Basel. 

!670 Sep. 20. Die Kirchhören Bschenbach und S. Gallen- 995 
kappel geloben, alljährhch das Pest des h. Magnus feier- 
. täglich zu begehen, in Anbetracht, „weil, da man zahlte 
1634 Jahr, der liebe Gott nach erheischung unserer 
Sünden unss undankhbare zimralich, doch gnädig heim- 
gesuocht hat mit dem abschewlichen Ohnzyffer der Wur- 
men, Ingern genannt, welche unsere liebe Feldäckher 
jämerlich verderbt und zun nichten gemacht". 
Orig. : Urk. im Arch. Esehenbach und St. Gallenkappel. 

1 670 Sep. 29. Abt Pridolin I. Sommerer von Muri weiht den 996 
mittleren Altar zu Vilmergen neu und schliesst die 
bisherigen Rehquien ein, nebst solchen von S. Leon- 
tius M. R. 

Copie : Copialbuch Muri Consecr. K. 2. 

1670. Aus dem Schatz von Einsiedeln erhält das Kloster 997 
Petershausen Reliquien von SS. Vitalis, Justinus, 
Pirmatus, Vincentius, Theodor MM. RR. und andere 
Partikeln. 

Orjg-.: Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

um 1670. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt und 99& 
authentisiert dem Ludwig Maler, einem Deutschen aus 
dem Konstanzer Sprengel, Rehquien von SS. Candida, 
Venturia, Columbus und Liberatus MM. RR. aus 
dem Coemeterium des Calepodius. In Einsiedeln. 

Copie : Autli. SS. Kel. p. 291. Das Datum hat der Abschreiber 
vergessen zu kopierei]. Als Sekretär zeichnet Antonius Mitius. 

1671 Apr. 13. Joseph Eusanius, Aquilanus Ord. eremit. S. 999 
Aug., Bischof von Helenopolis und Präfekt des päpst- 
lichen Sakrarimus authentisiert den Leib des h. Pan- 
cratius M. R. aus der Katakoffibe der h. Cyriaca. (Der 
Leib kam durch den apost. Protonotar P. Fr. Mayrbauser 

0. S. B. an Fürstabt Gallus von S. Gallen und durch 
diesen nach Wyl.) 

Notiz : Das zweite Centenarium ... p. 3 — 4. Copie : Saci'ar. ü. 
p. 541—542. 



1671 177 

1671 Mai 1. Rom. Pr. Eusanius Aquilarms schenkt dem loüO 
Abt von Einsiedeln den Leib des h. Amethist M. R. 
aus dem Coemeterium der Cyriaca und authentisiert ihn. 
Copie : Auth. SS. Bei. p. 274— 27ö. 

167! Mai l. Rom. Pr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt und looi 
authentisiert dem Abt von Einsiedeln den Leib der h. 
Charitosa V. M. R. mitsamt Blutgefäss und Grabstein 
aus dem Coemeterium der Cyriaca. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 276—277. 

1671 Mai 1. Rom. Pr. Joseph Eusanius Aqulanus authen- ioo2 
tisiert das Haupt des h. Valentin M. R. Miles aus dem 
Coemeterium der h. Cyriaca und schenkt sie dem Proto- 
notar Franz Mayrhauser 0. S. B. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 267-268. 

1671 Jul. 1. Adalbert II. von Medels, Abt von Disentis loos 
(1655 — 1696), lässt den Leib des h. Adalgott, Bischof 
von Chur und Abt von Disentis, suchen und findet ihn 
beim Aufbruch der Mauer der vordem Kirche in einem 
hölzernen Sarg. 

Druck : Propr. Curiense. 

1671 Aug. 31. Der -Abt von S. Gallen attestiert in Notkers- ioo4 
eck die Authentik für die Reliquien der hb. Sergius^ 
Bacchus, Hyacinthus („Hiachyntus") und Erasmus 
MM. RR., ausgestellt von Pr. Eusanius Aquilanus. 

Copie: Sacrar. 11. p. 687 — 689; die beiden silbernen Büsten- 
reljqniare von Erasmus und Hyacinthus auf schwarzen Gestellen, in 
denen je ein Haupt und zwei Gebeine ruhen, sind in ganzseitigen 
Aquarellen abgebildet. 

1671 Aug. 31. Untersuchung der Pancratiusreliquien durch ioo5 
Pürstabt Gallus vor dem Official P. Maurus Heidel- 
berger, dem Kanzler Kasp. Ludw. Schnorf und Lehen- 
vogt Pr. Ludw. Reding von Biberegg zu Notkerseck. 
Copie: Sacrar. H: p. Ö69 — 571. Notiz: Das zweite ente- 
narium . . . p. 4. 

1671 Sep. 14. Die Leiber der hh. Sergius und Bacchus lOOS 
MM. RR. werden den Klosterfrauen von Ror seh ach zur 
Passung übergeben; 1674 März 29. kommen die Reli- 
quien zurück, werden revidiert und gezählt. 
Copie : Sacrar. H. p. 690—691. 

12 



178 1671—1672 

1671 Okt. 11. Fulda. Testimoniales für Siraplicius- und 1007 
Acapareliquien, die vom Fürstabt Bernh. Gustav von 
Fulda dem P. M. Göldlin von Tieffenau zu Rhein au 
geschenkt waren. 

Beg. : ßep. Ehen. I. C. I. n. 101 Copie : Custodia p. 173. 

1671 Nov. 11. Beratung im Conclave zu S. Gallen betr. 1008 
die Reliquien von SS. Sergius, Bacchus, Hyacinthus 
und Erasmus MM. RR. 

Copie : Sacrar. U. p. 695—699. 

1671 Nov. 17. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1009 
und authentisiert dem P. Anselm Bislin 0. S. B. Reli- 
quien von SS. Innocenz, Maximus imd Pacificus 
MM. RR. aus dem Coemeterium der Cyriaca. Sie kamen 
nach Binsiedeln. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 284—285. 

1671. Rom. P. Desiderius schreibt nach S. Gallen über die loio 
Reliquien der vier Heiligen Sergius, Bacchus, Hya- 
cinthus und Erasmus MM. RR. ; er berichtet u. a., 
dass die erstem zwei als Martyriumsgenossen nicht von 
einander getrennt werden sollen. 
Copie: Sacrar. II. p. 743— 744. 

1671. Aus dem Schatz von Ein sie dein erhält Jakob Mechler, lOli 
Pfarrer zu Schübelbach, zwei Gebeine von SS. Ooeles- 
tin und Lucidus MM. RR. 

Orig-. : Notiz in Ms. A. T^D. Stiftsarchiv Eiusiedeln. 

J67I. Programm für die Translation der hh. Amethistus 1012 
und Charitosa MM. RR. zu Einsiedeln; es werden 
drei Prozessionen mit zahlreichen Standarten und Reli- 
quien vorgesehen. 

Orig-. : Ms. A. T^D. 26. Stiftsarchiv Einsiedeln. ~ 

1671. Kardinal Friedrich Borromseus schenkt der Kirche von 1013 
Arth den Leib der h. Flora V. M. R. aus seiner Haüs- 
kapelle. 

Notiz : Dettling M., Schwyz. ChronU?: 1860 p. 107. 

AB72 März 15. Daniel Bussi von Glarus, Landvogt im Thur- 1014 
gau, erhält vom Abt von Einsiedeln Partikeln von 
S. Hilaria M., Sabina V.M., Romanus M. R., Maxi- 
minus M., einem Gefährten S. Gereons, einem Ge- 
fährten S. Albans, von S. Pinnosa V.M., Florina 



1672 179 

V.M., einer andern Gefährtin der h. Ursula und 
sichere Rehquien von unbekannten HeiHgen. 
Reg. : Auth. SS. Rel. p. 258. 

1672 Apr. 19. Uebertragung des Pankratiusleibes aus der 1015 
Klosterkirche S. Gallen nach Schloss Schwarzenbach. 
Notiz : Das zweite Centenarium , . . p. 6. 

1672 Apr. 25. Der Leib des h. Pancratius M. R. wird zu 1016 
Wyl feierlich transferiert; die Prozession besteht aus 
36 Gruppen. 

Copie : Sacrar. n. p. 543 — 568; Inschrift des Kupferstichs von 
Matt. Küsel. 

1672 "Apr. 25. Pestliche Uebertragung des h. Pancratius 1017 
von Schloss Schwarzenbach nach Wyl. 
Notiz : Das zweite Centenarium ... p. 7. 

1672 Jul. 16. Caspar von Carpineo, Kardinalpresbyter, lois 
schenkt und authentisiert dem Abt Gallus von S. Gallen 
(1654—1687) den Leib des h. Constantius M. R. aus 
dem Coeraeterium des Prsetextat. 
Cople : Sacrar. IL p. 573. 

1672 Jul. Der Leib des h. Adalgott Ep. Ab. zuDisentis wird 1019 
in Gegenwart des Bischofs Ulrich von Ohur, seiner Kanoniker 
und zahlreicher Geistlicher und Weltlicher aus Italien 
und der Schweiz, unter grossem Zulauf des Volks in 
kostbarem Sarkophag wieder beigesetzt. 

Druck: Propr. Curiense; vgl. Burgener, Die Wallfahrtsorte der 
kath. Schweiz I. p. 317. 

1672 Jul. 25. Ludwig Pfyffer zeigt dem Abt Gallus 1020 
von S. Gallen an, dass er den vom Papst erlangten Leib 
des h. Constantius M. R. den Soldaten Georg Küng und 
Heinrich Büellmann mitgegeben habe. 
Copie : Sacrar. 11. p. 575. 

1672 Nov. 13. Abt Gallus von S. Gallen rekognosziert die 1021 
Gebeine des h. Constantius M. R. -h 

Copie : Sacrar. II. p. 576 — 577. 

1672. Aus dem Schatz von Einsiedeln erhält die Gemeinde 1022 
Arth einen Kinnteil einer Gefährtin S. Ursulas. Bald 
darauf wird ihr auf Bitten P. Anselm Bisling's der Leib 
der h. Flora M. R. durch Kardinal Fried. Borromseus 
geschenkt. 

Oriff. : Notiz in Ms. A. T^D. St. Stiftsarchiv Einsiedeln. 



180 1672—1675 

1672. Der Leib des h. Felix (M. R.) wird aus dem Qoeme- 1023 
terium der h. Priscilla nach Petershausen gebracht; 

von hier gelangt er 1821 nach Lommis. 
Mitg'. von Hw. H. P. Gabriel Meier. 

1673. P. Maurus Göldlin von Tieffenau lässt mit 100 Thalern, 1024 
die er geschenkt erhielt, die Fuldaer Reliquien zu 
Rheinau würdig fassen. 

Notiz : Custodia p. 173. 

1674 März 13. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1025 
und authentisiert dem Abt von Ein siedeln den Leib 

des h. Gregor M. R. aus dem Goemeterium der Cyriaca. 
Copie : Auth. wSS. ßel. p. 275—276. 

1674 März 13. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1026 
und authentisiert dem Abt von Einsiedeln den Leib der 
h. Charitosa V. M. R. aus dem Goemeterium der Gyriaca. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 277—278. Die Urkunde n. 1002 meldet 
dasselbe schon zum Jahr 1671. 

1674 März 19, Rom. Fr. Joseph Eusanius Aquilanus be- 1027 
stätigt dem Abt Poccobello Reliquien der hh. Desi- 
derius, Magnus, Speciosus und Mansuetus MM. 
aus dem Goemeterium der Gyriaca. Das os des h. Desi- 
derius kam nach Neu-S, Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 346 — 348. 

1674 Apr. 22. Feierliche Translation und Illation des Gon- 1028 
stantiusleibes in die Pfarrkirche von Rorschach; die 

Prozession besteht aus 42 Gruppen. 
Copie : Sacrar. H. p. 578—644. 

um 1674. P. Eugenius Speth verfertigt einen Kupferstich 1029 
mit dem liegenden Bild des h. Gonstantius M. R., der 
Ansicht von Rorschach und der Inschrift: S. Gonstan- 
tius M. Roma translatus Rorschachium ibidem que in 
Ecclesise Parochialis Altari S. Crucis hoc situ locatus. 
22. April 1674. 

Orlg-. : S. Gallen, Stiftsbibliothek, im Sacrar. 11. p» 572 eingeklebt. 

1675 Feb. 10. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus bestätigt 1030 
Reliquien der hh. Prosper, lUuminat, Redempta und 
vom Haupt des Lucidus aus dem Goemeterium der 
Gyriaca für Ludwig Pfyffer. Die Prosper- und Redempta- 
reliquien kamen nach Neu-S. Johann. 

Copie: Hierogaz. p. 349— 350. 



1675 181 

1675 Feb. 25. Rom. Pr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt i03l 
und authentisiert; dem P. Anselm Bisling 0. S. B. Reli- 
quien von S8. Prosper, Lucidus, Bonifaz und Bene- 
dicta MM. RR. aus dem Coemeterium der Cyriaca. Sie 
kamen nach Einsiedeln. 

Copie •• Auth. SS. Eel. p. 285—286. 

1675 Apr. 15. Rom. Pr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1032 
und authentisiert dem P. Anselm Bisling 0. S. B. Reli- 
quien von SS. Pacificus, Bonifacius und Faustus 
MM. RR. aus dem Coemeterium der Cyriaca. In Ein- 
- siedeln. 

Copie : Auth. SS. ßel. p. 286. 

1675 Apr. 16. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus authenti- 1033 
siert den Leib des h. Laureatus M. R. aus dem Coeme- 
terium der Cyriaca und schenkt ihn dem Heinrich 
Michael Schwarz aus Glarus, Pfarrer zu Wildhaus. 
Copie : Sacrar. II. p. 647 — 648. 

1675 Apr. 18. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus, Sacrarii i034 
Apostolici Prsefectus und Thronassistent, bestätigt dem 
H. Heinrich Michael Schwarz Reliquien von S. Paci- 
ficus, Benedictus und Clemens MM. aus dem Coeme- 
terium der Cyriaca. In Neu-S. Johann. 
Copie: Hierogaz p. 334 — "335. 

1675 Aug. 8. Der Abt von S. Grallen rekognosziert in der i035 
Kirche Alt-S. Johann den Leib des h. Laureatus M. R. 
und die andern Rehquien des H. M. Schwarz von Glarus. 
Pfarrer zu Wildhaus. 

Copie: Sacrar. IL p. 649 — 651. 

1675 Aug. 8. Fr. Remaclus Curer; Notarius Apostolicus, be- 1036 
stätigt Rehquien von dem h. Laureatus M., Patron von 
Wildhaus und von Pacificus, Benedictus und Cle- 
mens MM. für Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 331 — 333. 

1675 Aug. 29. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt i037 
und authentisiert dem P. Anselm Bisling 0. S. B. Reli- 
quien von SS. Felix, Portunat, Columbus und Ju- 
cunda MM. RR. aus dem Coemeterium der Cyriaca. In 
Einsiedeln. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 278. 

1675 Aug. 29. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt i038 
und authentisiert dem P. Anselm. Bisling 0. S. B. Reli- 



382 1675 

quien von SS. Felix, Peregrin, Jucundus und Se- 
vera MM. RR. aus dem Ccemeterium der Cyriaca. In 
Einsiedeln. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 288. 

1675 Aug. 29. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1039 
und authentisiert dem Jakob Küster von Uznach den 
Leib des h. Vincentius M. R. aus dem Ccemeterium der 
h. Cyriaca. Die Reliquie in Eschenbach. 

Orig-. : Pap. ürk. Pfarrarchiv Eschenbach (St. Gr.); mitg-. von Hw. 
Hrn. Pfr. Fra^efel. 

1675 Sep. 19. Michael Friedrich Wassexlieb, Dekan und 1040 
geistlicher Rat zu Hallein beglaubigt die Kinnlade des 
h. Pancratius M. R. (dessen Leib in Wyl ruhte). 
Notiz : Das zweite Centenarinm . . . p. 5. 

1675 Sep. 21. Der Leib des h. Erasmus M. R. wird in S. i04i 
Gallen durch den Abt rekognosziert, authentisiert (ge- 
mäss der Authentik von Kardinal Gaspar Carpineo), ver- 
schenkt und versiegelt. 

Copie : Sacrar. H. p. 692—694. 

1675 Okt. 10. In feierlicher Prozession werden die Reliquien 1042 
der hh. MM. Victoria, Antimus, Antoninus, Vene- 
randa, Valentinus, Aurelius, Donatus und Vene- 
randus in die Pfarrkirche Vilmergen eingeführt und 
auf dem Michaelsaltar beigesetzt. 
Notiz: Miinis et Antemurale p. 69. 

1675 Okt. 28. Rom. Fr. Jos Eusanius Aquilanus schenkt io43 
und authentisiert dem P. Anselm Bisling 0. S. B. Reli- 
quien von SS. Maximus, Severus, Clara und Victoria 
MM. RR. aus dem Ccemeterium der Cyriaca. In Ein- 
siedeln. 

Copie : Anth. SS. Bei. p. 290. , 

1675. Abt Hieronymus II. von Muri nimmt an der Trans- io44 
lationsfeier des h. Pius M. R. im Prauenkloster Marise 
Opferung in Zug teil. 

Druck : Kiem, P. Martin. Gesch. der Benecl. Abtei Muri 11 Stans 
1891 p. 60. 

1675. Heinrich Michael Schwarz von Glarus schenkt ein io45 
Gebein von S. Clemens M. R. der Kirche von Alt-S. 
Johann, eines von S. Benedikt M. R. dem Kloster 
Neu-S. Johann und behält die Reliquie von S. Paci- 
ficus M. R. 

Copie : Sacrar. IL p. 649—650. 



1675—1676 183 

1 675, Johann Kaspar Ackermann und Johann Kaspar Christen, 1046 
beide des Rats, bringen den Leib des h. Prosper M. R. 
aus dem Coemeterium der Cyriaca nach Unterwaiden und 
verehren ihn dem Frauenkloster zu Stans. 
Notiz : Lang, Histor. theol. Grundr. I. p. 875. 

1676 Jan. 1. Beratung zu S. Gallen unter Vorsitz des Abts 1047 
betr. Fest und Translation der Reliquien der hh. Ser- 
gius, Bacchus, Hyacinthus und Erasmus MM. RR. 
Copie : Sacrar. H. p. 700—705. 

1676 März 20. Rom. Fr. Jos. Busanius Aquilanus schenkt 1048 
und authentisiert dem Abt von Ein sie dein den Leib 
des h. Alexander M. R. aus dem Coemeterium der h. 

Cyriaca. 

Copie : Auth. SS. ßel. p. 278—279, 

1676 Mai 29. Rom. Fr. Jos. Eusanius. Aquilanus schenkt 1049 
und authentisiert dem P. Anselm Bisling 0. S. B. Reli- 
quien von SS. Fortunat, Coelestina und Magnus MM. 
RR. aus dem Coemeterium der Cyriaca. In Einsiedeln. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 289. 

1676 Jun. 13. P. Anselra Bisling 0. S. B. von Einsiedeln 1050 
schenkt der Benediktinerkirche von Bellinzona den aus 
Rom gebrachten Leib der h. Victoria M. R. 
Copie ; Formulare. 

1676 Jun. 20. In Gegenwart des Archipresbyters Carl Rus- 1051 
coni, Stellvertreters des Nuntius in Luzern und anderer 
Zeugen werden zu Bellinzona die Gebeine der h. 
Victoria M. R rekognosziert und von P. Aegidius 
Effinger beurkundet. 
Copie: Formulare. 

1676 Jul. 3. Fulda. P. Fintan Rüssi, seit 1672 zu Fulda, 1052 
schreibt nach Rheinau, wer ihm Reliquien des h. 
Sturmi, des ersten Abts von Fulda, gegeben habe. 
Reg.: Eep. Ehen. I. C. I. n. 110. Copie: Custodia p. 192. 

1676 Sep. 3. Ein sie dein. Odoardus Cybo, aus dem fürstl. 1053 
Hause Massa,, Erzbischof von Seleucia und Nuntius, be- 
stätigt das die Gebeine der h. Victoria M. R. attestierende 
Instrument von 1616 Jun. 20. des P. Aegidius Effinger 
und gestattet die Verehrung der h. V in Bellinzona. 
Copie : Forraulare. 



184 1676—1677 

1676 Sep. 13. Der Leib des h. Laureatus M. R. wird feier- 1054 
lieh nach Wildhaus transferiert; die Prozessionsordnung 
umfasst : Zwei Trompeter, -ein Heerführer mit S. Laureati 
Panner, S. Laureat zwischen zwei Epheben zu Pferd, 
eine halbe Compagnie Musketiere, Kreuze und Fahnen, 
die Knaben, die Priesterschaft, vier Mann mit Schlacht- 
schwertern, die Laureatusrehquien, die S. Gallischen 
OfRzialen zu Pferd, eine halbe Compagnie Musketiere, 
die Männer, drei kleine Fähnlein, die Weiber. Die zweite 
Prozession umfasste 21 Gruppen, darauf folgte ein Drama 
Salutatorium. 

Copie: Sacrar. II. p. 653 — 682. Abbildung der Eeliquientafel mit 
dem HauiDt und Pju-tikehi p. 652. 

1676 Sep. 13. Der Leib der h. Victoria M. R. zu Beilin- 1055 
zona wird, prächtig geschmückt, durch P. Athanas 
Beutler, feierlieh in die Benediktinerkirche überführt und 
unter der Mensa des Benediktineraltars beigesetzt. 
Oopfe : Formulare. 

1676 Okt. 13. Georg Sigismund [Müller], Bischof von Hello- 1056 
pohs und Weihbischof von Konstanz (1655 — 1686), schliesst 
in den Altar der Martinskapelle zu Boswyl Reliquien 
von S. Martin Ep., ferner von SS. Leontius, Saturnin, 
Vitus, Rogatus und Dionysius (MM. RR.). 
jN^otiz : Mm-us et Antemurale p. 81. 

1676 Okt. 23. Georg Sigismund, Suffragan von Konstanz, 1057 
weiht die Martinskapelle zu Boswyl und schliesst Reli- 
quien von S. Martin Ep., Leontius, Saturnin, Vitus, 
Rogatus und Dionysius MM. (RR.). 
Copie : Copialbuch Muri Consecr. D. 5. 

1676. F. Thomas Niderist bezeugt die Schenkung von Blut 1058 
des h. Laureatus M. von Wildhaus nach Neu-S. 
Johann. 

Copie : Hierogaz p. 353. 

1676. Wyl erhält aus Hall ein die Kinnlade des h. Pan- 1059 
cratius M. R., die an dem h. Leib bisher gefehlt hatte. 
Sotiz : Das ZM^eite Centeiaarium . . . p. 5. 

1677 Peb. 8. Fulda. Testimoniales für die Sturmireliquien 1060 
zu Rheinau. 

Reg-, : Eep. Ehen. I. C. I. n. HO, 111. Copie: Custodia p. 194-. 



1677—1678 185 

H677 Feb. 18. Maria Francisca, Pröbstin von Zuzikofen, 1061 
hatte dem Papst Gallus von S. Gallen drei Original- 
Grana der h. Joanna geschenkt; der Abt vergabt eines 
davon nach Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 354 — 355. 

J677 Jun. 15. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aqiiilanus schenkt 1062 
und authentisiert der Anna Maria Clara von Sonnenberg 
Partikeln von den Gebeinen der hh. Magnus, Pius, 
Maximus, vom Bein und vom Haupt des h. Candidus 
M. R. Die Reliquien gelangten an P. Franciscus von 
Sonnenberg, Pfarrer zu Sins und Konventual in Engel- 
berg. Die Reliquien sind an letzterm Ort. 
Orig'. : Pap. Urk. Engelberg. 

1677. Abt Hieronymus IL von Muri nimmt an der Trans- 1063 
lationsfeier des h. Maximus M. R. zu Altdorf, seinem 
Heiraatsort, teil. 

' Druck: Kiein," P. Martin, Gesch. der Bened. Abtei Muri 11. Stans 
1^91 p. 5U. 

1678 März 26. Rom. Anna Maria Clara von Sonnenbergin Rom 1064 
schickt durch Junker Kaspar Meier v. Baldegg ihrem Bruder 
P. Franz v. Sonnenberg, Konventual zu Engelberg, Pfarrer 
zu Sins, eine grosse „Scatola mit Reliquiis" und gedrucktem 
„Patent" (= Authentik). Das Heiltum in Engelberg. 
Orig:. : Pap. Urk. Engelberg. 

1678 Mai 15. Bei der Weihung . der Kapelle von Wagen 1065 
bei Jona wird in der Prozession „die erste kleine Area 
von Heilthumb angefüllt", dann „die erste Heilthumb 
Tafel", dann „das Heilthumb S. Vincentii von Eschen- 
bach, eine zweite Heilthumb Tafel, die zweite Area mit 
Heilthumb" und endlich „das Heilthumb de S. Basilio" 
einhergetragen. 

Druck : J. Schubiger in Liutli-Blätter 1897/98 p. 867— '368. 

1678 Sep. 16. Luzern. Adam Schiess S. J. in Luzern, im 1066 
Besitz eines Dornensplitters, der von dem Pfyfferschen, an 
P. Adam Weikh und Engelberg abgegebenen Dorn 
stammt, bittet den Subprior P. Gabriel Bircher zu 
Engelberg um ein Zeugnis darüber, ob der Dorn von der 
Jungfrau Pfyifer geschenkt sei, ob er öffentliche Ver- 
ehrung geniesse und ob er gnadenbringend sei; er 
wünscht, dass das Attest vom Abt unterzeichnet werde, 
Orig-. : Pap. Urk. Engelberg. 



186 1678—1679 

1678 Sep. 23. Im Beisein von P. Adam Schiess S. J. und 1067 
Melchior Blettler S. J. examiniert D. Jak. Schwendimann 
SS. Theol. Dr., Apostel. Protonotar und bischöflicher 
Kommissar zu Luzern, die Jungfrau Maria Wegmann 
über 8 Punkte betr. den von dem Pfyfferschen Dorn ab- 
gelösten Splitter, den sie dem P. Gabriel Bircher, Kon- 
ventual von Engelberg, verehrt hatte. 

Copie : Pap. ürk. mit Beglaubigung dui"ch Abfc Ignaz von Engel- 
berg 1679 März 25. 

1678. Aus dem Schatz von Einsiedeln erhält das Kloster 1068 
Petershausen Reliquien von S. Ooelestin M. R. ; der 
Abt von P. sendet dafür einen Teil der ihm 1670 über- 
lassenen Reliquie des h. Vitalis M. R. zurück. 
Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiecleln. 

1678. „Gut Ding muss Wyl haben, Das ist Gründtliche Re- 1069 
lation welcher Gestalten die Reliquien dess Heiligen .... 
Märtyrers Pancratii Auss dem Coemeterio Gyriacse zu 
Rom erhebt, und in das Fürstliche Gottshauss S. Gallen 
transferirt, Hernach .... zu Wyl ... . empfangen wor- 
den S. Gallen; in 8", 92 Seiten. Als Titelblatt ein 

Stich, darstellend den h. Pancraz als Krieger, drunter 
die Stadt Wyl, von Matt. Küsel (f.) und W. S. P. (inven.). 
Druck : Ein Expl. Zürich, Kantonsbibl. Notiz : Haller Bibl. 
in. p. 584. 

1679 Apr. 2. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus bestätigt 1070 
dem Hauptmann der Schweizergarde Lud. Pfyffer von 
Altishofen Reliquien der hh. Placidus, Felicissimus 
und Victor aus dem Coemeterium des Callistus. Pfyffer 
schenkte sie am 3. April dem Lieutenant Meinrad Hässi 
von Glarus und dieser nach Neu-S. Johann. 
Copie: Hierogaz. p. 351 — 352. 

1679 Jul. 6. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1Q71 
und authentisiert dem Abt von Einsiedeln den Leib 
des h. Aegidius M. R. aus dem Coemeterium der Cyriaca. 
Copie: Auth. SS. Eel. p. 279— 280. 

1679 Aug. 28. Die Gebeine des „vielseligen Landesvaters" 1072 
Bruder Klaus werden erhoben und unter den Altar 
der neuen Kirche von Sachsein gelegt. 
Notiz : Küchler, Chron. von Sarnen p. 420 — 421. 



1679—1680 ;87 

1679 Sep..8. Abt Gallus vön S. Gallen (1654—1687), io73 
weiht den Aussenaltar der Loretokapelle bei Lichten- 
steig in der Ehre der hh. Joachim und Anna und schliesst 
■Reliquien ein von hh. Thebäer-Martyrern, von S. 
Agapit M. und Martha V. 

Copie : Sacrarimn S. Galli, tora. ÜI. p. 433. Cod. 1720. Stiftsbibl. 
St. Gallen. 

1679 Dez. 28. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus authentisiert den ^074 
Leib des h. Bonifacius M. R. aus dem Ccemeterium des 
Callistus und schenkt ihn dem Marc' Antonio de Carretto, 
Cisterzienserabt zu S. Maria di Mondovi (Monte reale). 

(Der Leib in Cerentino.) 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 1 70. 

1679. Mathäus Rickenraann, Pfarrer des Spitals von Rappers- io75 
Mj\ und Bollingen, bringt die Gebeine des h. Felix 
M. R. aus Rom nach Rapperswyl. Zur würdigen Ein- 
fassung derselben werden gegen 400 Loth von den Mit- 
bürgern des Pfarrers gespendet; Goldschmied Heinrich 
Domeisen übernimmt die Arbeit, Johannes Büeller, 
bischöfl. Koramissar und Dekan zu Rapperswyl, liess den 
Felixaltar auf eigene Kosten um 300 fl. erstellen. 

Notiz : J. Schubiger, Die Geschichte der Gemeinde Jona in „Linth- 
Blätter" 1897/98 p. 840.i 

1679. Michael Fuchs, Pfeifer bei der päpstlichen Garde, ver- io76 
ehrt der Pfarrkirche von Feusisberg den Leib des h. 

Theodor M.R. 

Notiz: Dettling, Schwyz. Chronik 1860 p. 119. 

1680 März 21. Beratung zu S. Gallen betr. der Translation 1077 
der hh. Sergius,^ Bacchus, Hyacinthus und Eras- 
mus MM. RR. 

Copie : Sacrar. U. p. 706—710 (vgl. Eeg. 1008 u. 1047). 

IÖ60 Mai 16. Georg Sigismund, Bischof von Heliopolis 1078 
(1655 — 1686), constanzischer Generalvikar, weiht die 
Loretokapelle bei Lichtensteig und den Innern Altar 
in der Ehre der Verkündigung und schliesst Reliquien 
ein von S. Theodor, Leander und Marinus MM. 

Copie : Sacrarium S. Galli, tom. III. p. 433. Cod. 1720. Stiftsbibl. 
S. Gallen. 

1680 Aug. 3. Fr, Jos. Eusanius Aquilanus schenkt dem P. 1079 
Santo von Locarno den Leib des h. Gerraanus M. R. 
aus dem Ccemeterium der Cyriaca. 
Notiz : Borrani Ticino sacro p. 176. 



188 1680—1681 ,- 

1680 Sep. 15. Translation der hh. Sergius, Bacchus, loso 
Hyacinthus und Erasmus MM. RR. zu S. Gallen; 
die Prozession umfasste 21 Gruppen, dann folgte die 
Perioche oder Ehrenbegrüssung der vier Heiligen- in 5 
Szenen, darauf eine zweite Prozession wieder in 21 
Gruppen. Acht Tage später, am Morizfest, wurde eine 
weitere Prozession mit 20 Gruppen veranstaltet. 
Copie : Sacrar. 11. p. 711 — 742. 

1680 Sep. 22. Der Leib des h. Felix M. R. zu Rappers- losi 
wyl wird unter Assistenz der Prälaten von Einsiedeln 
und Muri feierlich transferiert. 

Druck: Sclmbiger, iu Linth-Blätter p. 34:0 — 341. 

1680 Dez. 80. Abt Hieronymus IL von Muri (1674—1684), io82 
weiht nach der Renovation des Chors zu Berikon den 
Altar und schliesst Heiltum ein von den Gefährten 
des h. Moriz, von S. Martin Ep. undLeontius M. R. ; 
bei der Rekonziliation von 1731 blieben die Reliquien 
unverändert. 

Copie : Copialbuch Muri Conseer. Gr. 2. JVotiz : Murus et Ante- 
murale p. 76 — 77. 

1680 Dez. 9. Muri. Hieronymus IT., Abt von Muri (1674— 1684), io83 
schickt dem Abt Carl von Engelberg Reliquien von S. 

Leontius M. R. 

Orig. : Pap. Urk. Eiigelberg. 

1680. Das Pest der h. Victoria M. R. wird zu Bellinzona 1084 
gefeiert bis 1855, d. h. bis zur Vei'treibung der Bene- 
diktiner. 

Copie : Formulare. 

vor 1681. Abtignaz I. Betschart von Engelberg (1658—1681), i085 
schreibt dem Landammann Joh. Ludwig Lussi, Landes- 
hauptmann ob und nid dem Kernwald, er wolle die 
Maria Theresia Pündtener, Mutter im Gotteshaus zum 
englischen Kreuz bei S. Carli in Altdorf mit einer 
Original-Granen von der gottseligen Jo. Maria de 
Cruce, gewesenen Aebtissin von Rouere, beschenken. 
Orig". : Pap. Urk., Konzept im Stiftsarch. Engelberg. 

1681 Mai 21. Chur. Ulrich VI. von Monte- Villa, Bischof 1086 
von Chur (1661 — 1692), weiht in Uetliburg (Pfarrei 
Goraraiswald) eine Kapelle und einen Altar in der Ehre 



1681 189 

der hh. Felix, Regula und Exuperantius und schliesst 1087 
Reliquien ein von S. Florin C, S. Antonius M. (R.), 
Basilius -M. (R.) und Gaudentia M. (R.)- (Die Kapelle 
wurde errichtet, nachdem der Bischof die Feier der h. 
Messe in derjenigen von Regulastein 1663 verboten hatte 
und diese zerfiel.) 

Orig". : Pfarrachiv Gommiswald ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frasfel. 

1681 Jul. 20. Rom. Fr. Jos, Eusanius Aquilanus authenti- 108& 
siert den Leib des h. Benedict M. R. aus dem Ooeme- 
terium des Calistus und schenkt ihn dem Benedict 
Effinger, Goldschmied in Ein siedeln. 
Copie : Copialbuch Muri B. 4. 

1681 Aug. 14. Ludwig Herman und Joh. Kaspar Leüw be- 108^ 
stätigen, dass sie dabei gewesen, als Lorenzo Santolini 
aus guter Freundschaft dem erstgenannten einen Schuh 
des h. Anacletus I. PP. M., der lange Zeit von Fürst 
Colonna war aufbehalten worden, geschenkt. Die Reli- 
quie in Engelberg. 

Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1681 Okt. 6. Der Leib des h. Vitalis M. R. wird in der 1090 
Ursulakirche zu Pruntrut feierlich ausgestellt, nach 
stattgehabter Prozession mit vielen Reliquien. 

Orig". : Kirchweihung der neuen . . . Domldrche in Arlesheim . . . 
1681 Ms. Pfarrarchiv Delsberg. Copie: Ms. v. Pfr. Businger, Pfarr- 
archiv Ariesheim. Druck : Zur Heimatlmnde des Dorfes und der Pfarrei 
Ariesheim- 1878 p. 12. 

1681 Okt. 16. u. 17. Der Leib des h. Vitalis M. R. wird 1091 
von Pruntrut aus der Jesuitenkirche bis Rädersdorf, 
am folgenden Tag von hier über Oltingen und Leimen 
nach Therwyl überführt, wo er bis zum 23. blieb. 
Orig., Copie : wie oben. Druck : Avie oben p. 14. 

1681 Okt. 23. Der Leib des h. Vitalis M. R. wird aus 1092 
Therwyl in aller Stille nach Arlesheim überführt. 
Orig., Copie: wie oben. Druck: wie oben p. 14. 

1681 Okt. 26. Johann Konrad I. von Roggenbach, Bischof 109a 
von Basel (1656 — 1693), weiht die Domkirche zu Arles- 
heim in der Ehre der hh. Jungfrau, K. Heinrich, Pan- 
talus Ep. M., K. Kunigunde, Ursicinus C, Germanus Abb., 
Randvald M., Morand C, Ursula und Himerius Ep. Er 
schliesst im Hochaltar Reliquien ein von K. Heinrich 



190 1681 

und K. Kunigunde (aus Bamberg 1626 erworben), 1094 
Pantalus Ep. M. (aus Basel), Ursicinus C, Urs.ula 
V. M. und andern h. Märtyrern. 

Orig. : Kii'chweihung der neuen . . . Domkü'che in Ariesheim ... 
1681. Ms. Pfarrarchiv Delsberg. Copie : Ms. von Pfr, Businger im 
Pfarrarcbiv Ariesheim. Druck : Zur Heimatkunde des Dorfes und der 
Pfarrei Ariesheim 1878 p. 8—9. 

1681 Okt. 26. Die erste Kapelle im Chor des Doms zu 1095 
Ariesheim wird geweiht dem Gekreuzigten und den 
zwölf Aposteln, im Altar werden Reliquien des h. 
Bonifacius PuerM. , Theodor M. , Quintina und 
Emiliana M. eingeschlossen. 

Orig., Copie : wie oben. Druck : wie oben p. 9. 

1681 Okt. 26. Die zweite Kapelle im Chor des Doms zu 1096 
Arlesheira wird geweiht zu Ehren der h. Dreikönige, 
Pantalus Ep. M., Patron. Im Altar werden Reliquien ein- 
geschlossen von dem h. Märtyrer von Trier, Adrian 
M. und VictoriaTM. 

Orig., Copie : wie oben. Druck : wie oben p. 9. 

1681 Okt. 26. Die erste Kapelle im Schiff des Doms von 1097 
Ariesheim sollte geweiht werden in der Ehre der h. 
Vitalis M. R., Sebastian M. und aller hl. MM. Im Altar 
sollten verschlossen werden Reliquien von Vitalis M. 
(aus Rom), Sebastian M. und Pacificus M. R. (aus 
Pruntrut). (Die Weihung wurde verschoben wegen Un- 
pässlichkeit des Weihbischofs.) 

Orig., Copie : wie oben. Druck : wie oben p. 10. 

1681 Okt. 26. Die zweite Kapelle im Schiff des Doms von io98 
Ariesheim wurde geweiht in der Ehre des h. Joseph 
und der h. Freundschaft Jesu. Reliquien im Altar von 
von S. Agapit M., Justinus M. und Lucius M. 
Orig., Copie : wie oben. Druck : wie oben p. 10. 

1681 Okt. 26. Die dritte Kapelle im Schiff des Doms zu 1099 
Ariesheim sollte geweiht werden, in der Ehre der h. 
Schutzengel. Einschliessende Reliquien: vom h. Mär- 
tyrer von Trier, h. Deicola, Abt von Luders, h. 
Aemilia M. „u. a." 

Orig., Copie : wie oben. Druck : wie oben p. 10. 

1681 Okt. 26. Die vierte Kapelle im Schiff des Doms von ilOü 
Ariesheim sollte geweiht werden in der Ehre der hh. 



1681—1682 191 

Heinrich und Kunigunde. Einzuschliessende Reliquien: 
von S. Marcellin M., S. Caius aus der Gesellschaft 
Ursulas „u. a." 

Orig., Copie: wie oben. Druck; wie oben p. 10. 

1681 Okt. 28. Der Leib des h. Vitalis M. R. wird aus der iloi 
Pfarrkirche in die Domkirche zu Ariesheim feierlich 
transferiert. Der Leib sass auf einem vergoldeten Sessel, 

der auf einer mit rotem Damast verkleideten Tragbahre 
von vier Priestern in roten damastenen Levitenröcken 
getragen wurde. 

Orig.f Copie : wie oben. Druck ; wie oben p. 12. 

;168l Dez. 20. Die Kirche von Reichenburg erhält aus 1102 
dem Schatz von Einsiedeln Reliquien von SS. Bonifaz 
(2 Stück), Theodor, Maximus, Clemens und Tnno- 
cenz MM. RR. 

Orig-.: Notiz in Ms. A. T^D. 3. Stiftsarehiv Ein siedeln. Reg.: 
Aiith. SS. Eel. p. 296. 

1681. Abt Maurus von Wiblingen lädt den Abt Augustin 1103 
von Einsiedeln zur Translation des h. Pelician M. R. 
ein, dessen. Leib ihm der Einsiedler Konventuale P. 
Anselm Bisling aus Rom verschafft hatte. 

Orig.: Notiz im Ms. A. T^D. 31. Stiftsarch. Einsiedeln. 

J68I. Abt Gregor von Engelberg (1681—1686), revidiert die 1104 
Reliquien des grossen silbernen Kreuzes und legt an 
Stelle der Partikeln 27, 75 und 76, deren Zettel ver- 
modert und unlesbar waren, Reliquien von S. Benedikt 
Ab., S. Scholastica, dessen Schwester und von S. 
Monica Vid. ; ferner fügt er eine Partikel von S. Eu- 
genius M. R. als n. 87 bei. 

Copie : Catalog-us ßeliqiüai-um in S. Cruce inclusarum. 5. SS. in 4" 
XIX. Jh. Stiftsarcliiv Engelberg. 

1682 Aug. 9. Rom. Er. Jos. Eusanius Aquilanus authenti- 1105 
siert die Reliquien der h. Theodora M. für Rh ein au. 

Reg.: Eep. Ehen. I C. I. n. 123. Copie: Custodia p. 211— 212- 

il682 Sep. 20. Feierliche Translation des h. Prosper M. R. 1106 
zu Wurmsbach unter Asistenz der Prälaten von Ein- 
siedeln, Pfävers und Wettingen. 

Orig. : P. Jos. Dietrich Tagebuch Ms. in Einsiedeln. Copie : Ms. 
im Klosterarchiv Wurmsbach. Druck : Cistercienser-Chronik 6 Jahrg. 
n. 59. 1894 p. 1—10. 



192 1683 

1683 Apr. 9. Der Kirche von Schübelbach wird aus dem hot 
Schatz von Einsiedeln der Leib des h. Pius M. R. mit- 
samt der Bhitampulle geschenkt. 

Orig-. : Notiz in Ms. A. T2 D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. Reg. : 
Auth. SS. Eel. p. 296. 

1683 Apr. 10. Luzern. Der Rat von Luzern beschliesst, dem nog. 
Schultheiss Gottrau von Freiburg i./Ue. auf sein Ge- 
such hin durch das Stift eine Beatusreliquie mit samt 
Attestation zu verabfolgen. 

Orig-. : Pap. Urk. St. A. Luzern; EatsprotokoU n. LXXIX, folio 270* 

1683 Apr. 17. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilaniis schenkt ii09> 
und authentisiert dem Johann Mancini Reliquien von S. 
Pius M. R., Honestus M. R., Illuminata M. R. und 
Liberatus M. R. aus dem Coemeteriura des Callistus. 
Die Reliquien in Engelberg. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1683 Apr. 21. Rom. Kardinal Gaspar (Carpegna, Bischof iiio 
von Sabina 1698, f 1714), Generalvikar, schenkt dem 
Pfarrer Franz Heidiner Reliquien der hh. Claudius, 
Csesarius, Florius, Julius, Vitus und Pelicitas 
MM. aus dem Coemeterium des Pontianus. (Heidiner 
schenkte die R. dem Kardinal Sfondrati, der sie 1684 
Okt. 19. an Neu-S. Johann vergabte.) 
Copie: Hierogaz. p. 336— 337. 

1683 Apr. 23. Einsiedeln, Abt Augustin IL von Ein- mi 
siedeln (1670-1692) rekognosziert den Leib der h. 
Clara V, M.R. aus dem Coemeterium der Cyriaca, authen- 
tisiert durch Fr. Jos. Eusanius Aquilanus 1680 Feb. 17. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 269—272. 

1683 Apr. 23. Der Abt von Belleley erhält aus dem Schatz mg: 
von Einsiedeln den Leib der h. Clara M. R. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln; als Datum 
las der Verf. hier 1680. Reg.: Auth. SS. Eel. p. 296. 

1683 Jul. 11. Rom Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1113- 
und authentisiert dem Michael Costa den Leib der h. 
Placida M. R. aus dem Coemeterium des Calepodius für 
das ßernhardskloster der Stadt S. Blasien oder für den 
Abt von Engelberg. Die Reliquie kam in letzteres 
Stift. 

Orig.: Engelberg Cista F. Copie: Ebenda. 



1683—1684: 193 

1683 Sep. 11. Benedikt Effinger in Einsiedeln schenkt den 1114; 
Leib des h. Benedict M. R. dem. Kloster Muri. 

Copie : Copialbuch Muri B. 2. Notiz : Kiem, P. Martin, Gesch. der 
Bened. Abtei Muri H. Stans 1891 p. 50. 

1683 Okt. 30. Sitten. Adrian V. von Riedmatten, Bischof 1115. 
von Sitten (1672 — 1701), gestattet nach erfolgter Rekog- 
nition durch den apostol. Notar Christian Schröter und 
den Kanoniker Christian Ebener die Verehrung der Re- 
liquien von S. Benignus, Illuminat, Honestus und 
P au sta, welche die Pfarrgemeinde Underbechen mit- 
samt Authentik von Fr. Jos. Eusanius Aquilanus in Rom. 
erhalten hatte. 

Copie: Copialbuch Bischof Adrians v. Riedmatten; Pap. Hdsch. 
Stockalperarchiv. Brig. p. 53 — 54. 

1683 Sep. 23. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus authentisiert 1116- 
Reliquien von SS. Felix, Theodor, Candidus, Hones- 
tus und Illuminatus MM. RR. Die Reliquien kamen 
nach Wettingen und im XIX. Jh. nach Mehrerau bei 
Bregenz. 

Orig'. : Mehrerau. 

1683 Nov. 15. Einsiedeln. P. Aegidius Effinger, apostolischer lllT 
Notar, corroboriert die Schenkung des Benedictusleibes 
durch B. Effinger aus Kloster Muri. 
Copie : Copialbuch Muri B. 2. 

1683 Dez. 11. Marc' Antonio de Carretto schenkt den Leib 1118 
des h. Bonifacius M. R. auf Bitten des Battista Cometti 

in dessen Heimat Cerentino. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 1 70. 

1684 Jan. 16. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus authenti- 1119 
siert Reliquien der hh. Clemens, Benignus, Vincentia 
und Victoria MM. Das Heiltum kam nach Rheinau. 

Reg.: Eep. Rhen. I. C. I. n. 126. Copie: Custodia p. 215. 

J684 Jan. 24. Einsiedeln. Abt Augustin IL von Einsie- 1120 
dein schenkt dem Kloster Hermets wyl Reliquien von 
SS. Dionys, Placidus, Aegidius, Glregor, Alexander, 
Amethist, Vital, Bemba, Charitosa, Candida-, von 
Gefährtinen der h. Ursula, sowie vom Leichentuch 
(sindon) und Haupt des h. Adelrich C. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. Stiftsarch. Einsiedeln. Copie : Auth. 
SS. Kel. p. 273 — 274. Sindon kanij auch nur Gewebe bezeichnen, in 
in welche die Reliquien zeitweise eingehüllt waren. 

13 



194 1684 

1684 Feb. 3. Der Bischof von Corao lässt den Leib des h. H2i 
BonifaciusM.R. zuCerentinorekognoszieren. (Weiteres 
über diesen h. Leib siehe in der unten angegebenen 
Quelle p. 170—172.) 

If otiz : Borrani, Ticino sacro p. 170. 

1684(?) März 23. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus- be- 1122 
stätigt Gebeine der hh. Valentin, Benedict, Modest 
und Deodat aus dem Coemeterium der Cyriaca für 
Franziscus, Mönch zu Mte Cassino. Das Os Benedict! 
wurde 1684 Okt. 19. nach Neu-S. Johann geschenkt. 
Copie : Hierogaz. p. 339 — 341 ; Eusanius stellt seit mindestens 1669 
Authentiken aus; obiges Dokument kann also weit älter als 1684 sein. 

1684 Apr. 9. Luzern. Joh. Kaspar Pfyffer, apostolischer 1123 
Protonotar, beglaubigt die unter 1648 März 26. dem 
Jodocus Fleckenstein verehrten Reliquien. 
Copie : Copialbuch Muri I. 4. 

1684 Mai 22. Luzern. Jak. Schwendiman, Protonot., Kanon. 1124 
u. bischöfi. Kommissar, bewilligt nach gehobenen Zweifeln 
Verehrung, Ausstellung und Fest (12. Feb.) des h. For- 
tunat zu Wertenstein. (Auf dem Rücken des Origi- 
nals der Konstanzer Commissio.) 

Orig. : Pap. Urk. und Abschr. St. A. Luzern. 

i684 Mai 15. Konstanz. Der Generalvikar des Bischofs von 1125 
Konstanz, Franz Johann, beauftragt den Kanonikus und 
bischöfi. Kommissar, J. J. Schwendiman, die Besiegelung 
und Bedeutung der Fortunatsreliquien zu Wertenstein 
zu untersuchen. Sind letztere „insignes" und kein Grund 
zu Verdacht vorhanden, so gestattet er die Exposition 
und Verehrung. 

Orig'. : Pap. Urk. St. A. Luzern. Copie : St. A. Luzern. 

J684 Mai 22. Luzern. Jakob Schwendiman, bischöfi. Kom- 1126 
missar, schreibt an den P.Guardian von Werten stein betr. 
Erledigung seines Auftrags in Sachen der Euprepes- 
feier. 

Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1 884 Mai 30. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt und authen- 1127 
tisiert dem Abt Augustin IL von Einsiedeln den Leib 
der h. Aurelia aus dem Coemeterium des Callistus. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 292 u. 297. Der Abschreiber hat p. 292 
vergessen das Datum beizufügen ; als Sekretär zeichnet Antonius Juvenis. 



1684^1685 195 

1684 Sep. 25. Abt Placidus Zurlauben von Muri weiht den 1128 
rechten und linken Seitenaltar im Frauenkloster von Zug 
und schliesst Reliquien ein von SS. Pius, Leontiusj 
Benedictus, Fortunatus, Natalia, Innocentius, 
Alexander und Cornelius MM. RR. ; ferner von SS. 
Pius, Leontius, Benedictus, Victor, Candida, Mau- 
rus und Felix. 

Copie : Copialbuch Muri Consecr. M. 1. 

1684 Nov. 25. Die Reliquien des h. Desiderius M. R. werden 1129 
zu Altorf feierlich auf dem Altar im Frauenkloster zum . 
h. Kreuz ausgesetzt. 

Notiz : Greschichtsfreund 31 p. 60 — 61. 

1684. Die von Luzern erhaltene Beatusreliquie wird 1130 
feierlich von der Nikolauskirche nach der neuen Beatus- 
kapelle zu Freiburg i./Ue. transferiert. Der Rat be- 
willigte zu diesem Fest 10 Pfund Pulver. 

Notiz: Fribiu-gum Helvet. Nuythonise et Etemy p. 280, 281 und 
281 Ä. 3. 

1684. Der Kirche von Freienbach wird aus dem Schatz 1131 
von Einsiedeln der Leib der h. Aurelia abgegeben. 
Orig. : NotizinMs. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1684. Abt Placidus Zurlauben von Muri (1684-1723), führt 1132 
den Leib des h. Benedictus M. R. feierlich in sein 
Gotteshaus ein. 

Notiz : Murus et Antemurale Annot. p. 109. 

1684 od. 1685 Apr. 26. Feierliche Eröffnung der Capsa mit 1133 
den Reliquien der h. Theodora M. durch Abt Basilius 
von Rheinau, der dieselben durch P. Eberhard Suter 

aus Einsiedeln hatte kommen lassen. Die Reliquien 
waren von Fr. Jos. Eusanius versiegelt worden und kamen 
als Geschenk an Michael Suiz, von diesem an Benedikt 
Effinger zu Einsiedeln. 

Copie : Custodia p. 219—220. 

1685 Jan. 17. Der Leib des h. Gregorius M. R., Geschenk 1134 
des Barons Gio. Antonio Marcacci an die Stadt Locarno, 
wird vom Erzpriester Baddi rekognosziert. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 178. 

1 685 Feb. 25. Eine Copie der Authentik für den Leib der 1135 
h. Seraphia V. R. wird von Claudius Stephanus Perroux, 
Notar von Besangen, beglaubigt. Das Haupt der Hei- 



196 1685 

ligen gelangt durch Robert Platner an den Schweizer Joannes 
Albinus, und von diesem 1689 März 12. an Engelberg. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1685 Apr. 28. Rom. Joh. Konrad Pfyffer von Altishofen iise 
schreibt an Doktor Mahler in Einsiedeln wegen eines h. 
Leibes zu Rom für Rheinau. 

Reg-.: Eep. Rhen. I C. I. n. 131. Copie : Custodia p. 220— 221. 

1685 Jun. 3. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus, Bischof 1137 
von Porphyreon u. s. w. schenkt und authentisiert dem 
Fr, Meinrad Azziger 0. S. B., Professor zu Einsiedeln, 
das Haupt und Blutgefäss des h. Columban M. R. aus 
dem CcBmeterium des Calistus. Die Reliquien kamen 
nach Engelberg. 

Orig. : Pap. Urk. in Engelberg; Die letzte Ziffer der Jahrzahl ist 
korrigiert, es scheint aus einer 7 eine 5 entstanden zu sein, vielleicht 
aber auch eine andere Zahl. 

1685 Jun. 14. Doktor Mahler übersendet das Schreiben mit 1138 
den Spezifizierungen der Kosten wegen des h. Leibs zu 

Rom. 

Reg.: Rep. Rhen. I. C. I, n. 132. Copie: Custodia p. 221— 222. 

1685 Jun. 23. Der Leib des h. Gregorius ]\J. R. zu Lo- 1139 
carno wird feierlich transferiert. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 178. 

1685 Sep. 24. Stans. Fr. P. Grob meldet dem P. Athanasius 1140 
a Castanea, Pfarrer von Engelberg, die Ankunft des 
P. Coelestin Stadler, Kustos von Füssen [der mit dem 
Magnusstab komme. Der Pater besuchte im selben 
Jahr mit dieser Rehquie auch Luzern, Zug und Schwyz]. 
Orig-.: Pap. Urk. Engelberg. Notiz: Tobler G-., Tierprozesse p. 2ö. 

1685 Okt. 19. Abt Basilius [Iten] von Rheinau (1682—1697), U41 
wünscht bezüglich des Markusleibes in Rom 1) dass 
der ganze Körper mitsamt Authentik gesandt werde, 
2) dass der Grabstein mit dem Namen des Martyrs, so- 
weit möglich, beigefügt werde, 3) dass die Blutampulle 
unversehrt beigegeben werde, 4) dass die eventuell ge- 
fundene Lampe der Begrabenden mitgeschickt werde, 5) dass 
alles auf die Verehrung des h. Marcus bezügliche in Rom 
in Erfahrung gebracht werde. Zugleich erhalten die 
Nonnen für die Sendung des Leibes ein Geldgeschenk. 
Copie: Custodia p. 232. 



, 1685—1686 197 

1685 Okt. 22. Jost. Dietrich Balthasar, Spitalherr zu Luzern, 1142 
quittiert 20 ital. Dublonen, zahlbar an die Nonnen, die 
den Leib des h. Marcus M. gestiftet haben. 

Reg. : Eep. ßhen. I. C. I. n. 135. Copie : Custodia p. 232. 

1685 Nov. 16. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1143 
dem Abt Andr. Pilaseri das Haupt des h. Prosper M. 
Orig. ; Pap. ürk. Pfarrarch. Hospenthal. Ev. Uebertragung durch 

Apl. Not. 

1685 Nov. 19. Der Rat von Schwyz beschliesst, dass jede 1144 
Kirchgemeinde, welche den Besuch des P. Coelestin und 
der Magnusreliquien gehabt, den Pater selbst zu ent- 
schädigen habe, die Landeskassa aber die aus den An- 
ordnungen der Obrigkeit entstandenen Kosten zu tragen 
habe. 

Orig-. : Eatsprotokoll Schwyz. Notiz : Tobler G., Tierprozesse 
p. 28—29. 

1685 Nov. 25. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt ii45 
und authentisiert dem Hieronymus Trispoldi den Leib 

des h. Ploridus M. R. aus dem Coemeterium des Oal- 
listus für Joannes Albinus von Einsiedeln. Die Reliquie 
kam nach Engelberg. 

Orig. : Pap. ürk. Cista F. Eugelberg. Copie : Ebenda. 

um 1685. Flavius Chisius (Chigi), Kardinalbresbyter von S. ii46 
Maria de Populo, schenkt und authentisiert dem Abt 
Augustin II. von Einsiedeln den Leib des h. Placidus 
M. R. aus dem Coemeterium des h. Marcellus. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 293. 

1686 Jan. 8. Einsiedeln. Doktor Mahler fragt in Rheinau 1147 
an, ob man statt des Marcusleibs einen von drei andern 
Leibern annehmen wolle. 

Re§r. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 140. Copie : Custodia p. 243—244. 

1686 Jan. 15. Rheinau. Forderungen des Abtes Basilius 1143 
von Rheinau betr. die von Rom herzubringenden Leiber 
und deren Qualität, Namen u. s. w. 

Keg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 141. Copie : Custodia p. 244—245. 

1686 Apr. 19. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus, Bischof ii49 
von Porphyreon u. s. w. schenkt der Anna Maria Arn- 
hery (?) Reliquien von den h. Desiderius, Magnus, 
Jucundus und Victoria MM. aus dem Coemeterium 
des Calepodius. Die Reliquien in Engelberg. 
Orig. : Pap. ürk. Eugelberg, 



198 1686 

1686 Apr. 28. Fr. Eusanius Aquilanus authentisiert Reli- iiso 
quien des h. Deodätus M. (zu Rheinau). 

Reg. : Eep. Rhen. I. C. I. n. 142. Copie : Custodia p. 246. 

1686 Mai 12. Die Gebeine des h. Justus M. R. werden in 1151 
feierlicher Prozession in die Kirche des Prauenklosters 
Sarnen übertragen. 

Notiz : Küchler, Chronik v. Sarnen p. 356. 

1686 Mai 30. Ludwig Mahler, Medicus des Stifts Einsiedeln, 1152 
schreibt an Abt Gerold ZurlauT^en betr. die Deodatus- 
reliquien. 

Beg-. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 148. Copie : Custodia p. 247. 

1686 Jun. 9. Rheinau. Forderungen des Abts von Rheinau 1153 
gegenüber Doktor Mahler wegen Uebertragung der Deo- 
datusreliquien und der Zubehörden. 

■ Reg-. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 144. Copie : Custodia . p. 248. 

1686 Jun. 25. Abt Placidus von Muri (1684—1723), weiht 1154 
zwei Altäre von Eggenweil und schliesst Reliquien ein 
von: vSS. Laurentius, Vincentius, Leontius, Satur- 
ninus; von: Leontius, Benedictus, Peregrinus. 
Ifotiz: Murus et Autemurale p. 101. 

1686 Jul 2. Adrian V. v. Riedmatten, Bischof von Sitten 1155 
(1672—1701), weiht die Theodulskirche von Visp-Ter- 
minen und schliesst in den Hochaltar Reliquien „de 
panno in quo Dens natus est", vom Stock des h. Chri- 
stoph und unbekanntes Heiltum, das Bischof Wilhelm 
(IV. ?, V. ? oder VI.) von Raron einst reponiert hatte, 
nebst Thebäerreliquien ein. In diese beiden Seitenaltäre 
legt er Thebäerreliquien. In allen dreien werden 
Weihrauchkörner und Partikeln von der Osterkefze (Agnus 
Dei) beigefügt. 

Copie : Copialbuch des Bischofs Adrian von Eiedmatten. Pap. 
Hdschr. im Stockalperarchiv, Brig. p. 126—127. 

f686 Jul. 7. Adrian V. v. Riedmatten, Bischof von Sitten ii56 
(1672—1701), weiht die Theodulskirche zu Törbelnund 
schliesst in alle drei Altäre Reliquien von den h. The- 
bäern nebst Partikeln von der Osterkerze und Weih- 
rauchkörnern. 

Copie: Copialbuch Bischofs Adrian v. Eiedmatten. Pap. Hdschv. 
im Stückalperarchiv, Brig. p. 128. 

1686 Jul. 7. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt den 1157 
Leib des h. Theodor M.R. aus dem Coemeterium des 



1686 199 

Calepodius dem Berenger Propstatt von Luzern. Dieser 
vergabt ihn am 15. Okt. an Joh. Albino, im nächsten 
Jahr kommt er nach Bosco im Vallemaggia. 
Jfotiz : BoiTfini, Tieino sacro p. 163. 

1686 Sep. 12. Prauenfeld. Dekan Caspar Lang in Frauen- nss 
feld schickt „mit grossem herzleid" das Haupt des h. 
Columban M. R, an den Laienbruder Meinrad in Ein- 
siedeln zurück. Er selbst setzt zwar keinen Zweifel in 
die Reliquie, erklärt aber, dass der bischöfliche Greneral- 
vikar dasselbe wegen der Verletzung der Umhüllung die- 
selbe nicht approbieren wolle. Er schreibt, der P. 
Küchenmeister von Einsiedeln habe ihm mitgeteilt, Ma- 
gister Albin sei bereit, die Reliquie zurückzunehmen und 
V die Unkosten zurückzuzahlen. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1686 Okt. 3. Ein sie dein. Doktor Mahler zeigt dem Abt 1159 
von Rheinau die Ankunft der Deodatüsreliquien von 
Rom an und fragt, wer die Ueberführung nach Rheinau 
besorgen solle. 

Eeg. : Eep. Ehen. I C. I. n. 145. Copie: Custodia p. 248— 249. 

1686 Okt. 15. Einsiedeln. Doktor Mahler schreibt über die 116O 
„Discretion", welche der Ueberbringer der Deodatreli- 
quien, ein Sekretär des gewesenen Nuntius Cybo, zu er- 
warten habe. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 146. Copie : Custodia p. 249—250. 

1686 Okt. 24. Elheinau. Urkunde über die Eröffnung der ii6l 
Capsa, welche die Deodatsreliquien enthielt. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I, n. 147. Copie: Custodia p. 250— 251. 

1686 Nov. 11. Einsiedeln. Die fürstliche Kanzlei von Ein- ii62 
siedeln bestätigt, dass Johann Albyn vor ungefähr einem 
Jahr, auf der Rückkehr aus Rom, ein h. Haupt in Ein- 
siedeln deponiert, dann über Sonnenberg nach Prauen- 
feld überführt habe. Unterwegs kam die Scatula zu 
, Schaden und wurde von Dekan Lang völhg eröffnet. 
Dies bekräftigen die verhörten Zeugen. Die Reliquie 
wurde wieder eingehüllt und von Dekan Lang versiegelt. 
Die Reliquie, das Haupt des h. Columban M. R., kam 
nach Engelberg. 

Orig : Pap. ürk. Engelberg. 



200 1686—1687 

11686 Rheinau. Schediasma des P. Bernard Gallatin, Kustos iißg 
de Incognitis sanctorum reliquiis. 

Reg.: Rep. Ehen. I. C. I. n. 150. Copie : Custodia p. 255. 

:J686. Das Kapitel von Mattsee dankt dem Abt Augustin 1164 
von Einsiedeln für die Verschaffung des Leibs von 
S. Coelestin M. R. und lädt den Prälaten zur Trans- 
lation ein. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T2D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

um 1686. Aebtissin Eva Schenk v, Oastel zu Schennis li65 
(1677 — 1701), erhält eine bedeutende Reliquie des h. 
Fridolin C. aus dem Stift Seckingen (Glied des Rück- 
grates). Dieselbe wurde in den Altar der fürstl. Haus- 
kapelle eingeschlossen und kam bei der Auflösung des 
Stiftes A. 1811 in den Besitz der Familie Gmür und 1890 
von dort in den Besitz von Pfr. A. Frsefel. Eine Partikel 
davon schenkte er an die Pfarrkirche von Oberurnen, 
eine andere grössere dem hochw. H. Dr. Otto Zardetti, 
Bischof von S. Cloud in Dakota U. St. für seine Kathe- 
drale. Den grössern Teil behielt er. 

Notiz : Schobinger, G-esehichte des Stiftes Seckingen. Der Sarg des 
h. Fridolin war 1357 Dez. 14. zum ersten Mal geöffnet worden und 
zAv^ar durch Herzog Rudolf IV. von Oesterreich. Urk. . , . des fürstl. 
Stiffts Seckingen 1790 n. XLIH. Ms. Kantonsbibl. Zürich. 

1687 Peb. 4. Giacomo Cantelmo, Erzbischof von Caesarea 1166 
und Nuntius, rekognosziert den Leib des h. Theodor 
M. R. Er gelangte dann nach Bosco. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 163. 

1687 Apr. 6. Rom. P. Santo von Locarno schreibt, er habe 1167 
den Leib des h, Germanus M. R. mit gegebener Er- 
mächtigung des Donators der Kirche der B. V. Assunta 
zu Locarno vergabt. Er lässt die Gebeine durch den 
Propst von S. Benedetto in Como, Auditor des Kardinals 
Giceri, Bischof von Como, rekognoszieren. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 176. . 

J687 Jul. ]. Der rekognoszierte Leib des h. Theodor M.R. 1168 
wird dem Joh. Jos. Fautina, Pfarrer von Bosco, über- 
geben. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 163. 

1687 Aug. 20. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus, General der 1169 
Augustiner-Eremiten, schenkt dem Abt Carl Dulliker in 



1687—1688 201 

S. Urban den Leib des h. Pius aus der Katakombe 

des Calepodius. 

Orig. : St. A. Luzern. Mitg-. von Dr. Th. v. Liebenau. 

1687 Sep. 1. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus authentisiert den 1170 
Leib und die Grabschrift des h. L. Vetius Macarius 

aus dem Ooemeterium des Callistus und schenkt ihn dem 
Karl Konrad von Beroldingen. (In Magliaso.) 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 183. 

1687. Adrian V. von Riedmatten, Bischof von Sitten Uli 
(1672 — 1701), bestätigt, dass zu Ulrichen in der Niko- 
lauskapelle Reliquien mit Zetteln (schedse) ruhen: vom 
Tisch, vom Grab des Herrn, von S. Gelasius, Marga- 
retha, Oswald, den Innocentes, von der theb. Legion, 
. von den 1 1000 Jungfrauen, S. Pahtaleon und S.Ge- 
reon. Das Heiltum ohne Zettel wurde an besonderem 
Ort wolverschlossen aufbewahrt. 

Orig'. : Visitationsurkunde im Pfarrarcliir Münster. Notiz : P. Am 
Herd, Denkwürdigkeiten von Ulrichen; Bern 1879 p. 25. 

1688 März 8. Die Aebtissin von Olsberg schreibt an Abt ii72 
Ulrich VI. von S. Urban (1687—1701): habe E. Gn. zu 
hinderbringen nit underlassen wollen, wie dass Ihro 
Päpstl. Heyligkeit mich undt gedacht mein Gottshaus 

mit Einem hl. Leib, des Nahraens Victor Märtyrers ganz 
vätterlich begnadet undt begabt haben, welcher von 
Rom auff Unser L. Frauen Einsidlen geschickt worden, 
dannen ich den 25. Febr. nechsthin alhero abholen lassen, 
dessen Apertur morgen den 9. dieses alhier in gegenwart 
Eines JSTotary Apostolici und erforderlich Gezeugen vor- 
genommen werden solle. 

Orig. : Cod. 512 T.- p. 138. St. A. Luzern; mitg. v. H. Dr. Th. v. 
Liebenau. 

1688 Jul. 3. Bei der Neuweihung von vier Altären zu Vil- 1173 
raergen durch den Abt Placidus von Muri (1684—1723), 
wird je eine Partikel von S. Leontius, (M. R.) und S. 
Benedikt neben den alten Reliquien eingeschlossen. 
Notiz : JVIurus et Antemurale p. 69. 

1688 Jul. ,17. Rheinau. Einschliessung von Pintansreli- 1174 
quien in ein von Maria Salome von Stuben (f 1675 
Aug. 6.), geb. von Schwarzach, gestiftetes Armreli- 
quiar zu Rheinau. 

Heg, : Bep. Bhen. I. C. I. n. 155. Copie : Custodia p. 263. 



202 1689 

1688 Okt. 22. Der Leib des h. L. Vetius Macarius zu 1175 
Magliaso wird von Andrea de Oarli im Auftrag des 
Bischofs von Como rekognosziert. 

Notiz : Borrani, Tieino saero p. 184. 

1689 Feb. 19. Rom. Fr. Jos. Eusanius Aquilanus schenkt 1176 
und authentisiert dem Nuntius B. Menatti, Bischof von 
Lodi Reliquien von SS. Felicissimus, Donat, Desi- 
derius, Columbus, Clemens, Honestus, Candidus, 
Justus, Pacificus, Lucida, Jucun da, Liberata, 
Venturina, Vincentia und Victoria aus dem Coeme- 
terium des Calepodius. Der Nuntius schenkt sie Apr. 25. 
dem Abt von Einsiedeln. Dieser übergab sie dem Gl. 
Jacquet zur Fassung und Verehrung; sie ruhen in der 
Hauskapelle des hh. Claudius Aep. Bisunt. • und der 
Victoria M. R. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 294—299. Vgl. unten Eeg n. . . . 

1689 Jul. 31. Adrian V. von Riedmatten, Bischof von Sitten 1177 
(1672 — 1701), weiht die neuerbaute Propsteikirche auf 
dem grossen S. Bernhard und schliesst in den Hochaltar 
Reliquien vom Haupt des h. Bernhard von Menthon 
C, von S. Vincentia M. (R.), S. Lucida M. (R.) und 
den Thebäern ein. In den rechten Seitenaltar legt er 
Heiltum von S. Columbus M. (R.), Innocentius M. (R.) 
und Marianus M. (R.); in den linken vom Haupt S- 
Bernhards von Menthon, von S. Lucida M. (R.), S- 
Paustinus M. (R.) und einen Zahn von S. Jucundus 
M, (R.). Ueberall fügt er Weihrauchkörner und Partikeln 
von der Osterkerze bei. 

Copie : Copialbuch Bischofs Adrian von Eiedmatten. Pap. Hdschr. 
Stockalperarchiv, Brig. p. 143. 

1689 Aug. 2. Adrian V. v. Riedmatten, Bischof von Sitten 1178 
(1672 — 1701), weiht den Kreuz- und Michaelsaltar der 
Propsteikirche auf dem S. Bernhard und schliesst Reh- 
quien ein von der thebäischen Legion, von SS. Ma- 
rianus und Clemens MM. (RR.); in den Leonhards- 
altar legt er Reste von den Thebäern, SS. Arsi^tus und 
Victorinus MM. (RR.). Ferner weiht der Bischof elf 
Tragaltäre; jeder enthielt einen Pergamentzettel mit der 
Aufschrift: „Ego Adrianus 5 de Riedmatten 6 Epüs 
Sedunens. consecravi altare hoc portatile anno 1689 2 da 



" 1690 203 

augusti impositis in eo reliquiis de N. N. cum tribus 
granis thuris." 

Copie: Copialbialbuch Bischofs Adrian v. Riedmatten. Pap. Hdsch. 
im Stockalperarchiv, Brig. p. 143 — 144. 

1689 Aug. 13. Ins Haupt der Michaelstatue am Turm zu 1179 
Rheinau werden Heiltümer von S. Basilius, Deodat 
und Theodora eingelassen. („Inclusa Capiti Angeli in 
Turri".) 

Copie: Rep. Ehen. I. C. I. n. 157. Copie : Custodia p. 265— 267. 

1689 Okt. 22. Wettingen. Ulrich IlL [Meyer], Abt von 1180 
Wettingen, weiht in der Liebfrauenkapelle seines 
Klosters einen Altar in der Ehre der hh. Jungfrau, des 
Erzengels Michael, des Sebastian, Nicolaus, Joseph, Anton, 
Wendelin, Rochus, Liborius, der Magdalena, Agatha, 

'Barbara, Catharina, Csecilia und aller Cisterzienserheiligen. 

Reliquien schliesst er ein von den hh. Marianus, Ge- 

tulius, Desiderius, Abundius und Antoninus. 
Druck : Archiv Dess Hochlobl. Grottshauses "Wettingen p. 60. 

1690 Jul. 2. Muri. Bartholomseus Menattus, Bischof von Lodi 1181 
und Nuntius weiht die Abteikapelle zu Muri und schliesst 
Heiltum ein von SS. Leontius, Benedikt, Severus 
MM. RR. 

Copie : Copialbuch Mixri Consecr, A. 7. 

1690 Sep. 24. S. Urban. Bartholomseus Menattus, Bischof 1182 
von Lodi (1673 — 1702), Nuntius, weiht die Pfarrkirche 
und a) den Hochaltar von S. Urban in der Ehre der hh. 
Kreuz, Maria, Udalr. Ep., Joseph, Christoph M., Catha- 
rina V. M., Barbara V. M., Agatha Y. M. Eingeschlossene 
Rehquien: Desiderius M., Constantius M., de Vestib. 
Christi et B. V. Marise. b) Den Altar an der Evan- 
gelienseite in der Ehre der hh. B. V. Maria de Rosa, S- 
Maria Magdalena, SS. Cff. Bernard und Anton von Padua. 
Eingeschlossene Reliquien :.DesideriusM., Constantius 
M., Calistus M. c) Den Altar an der Epistelseite in 
der Ehre der hh. Maria, Joachim, Anna und . Joseph. 
Eingeschlossene Reliquien: Bartholomseus, Desiderius, 
Constantius M., Grab Christi. 

Orig. : Pap. Urk. im St. A. Luzern F. 60 N. 47. 

1690 Okt. 22. Uebersetzung der MM. RR. Deodatus und 1183 
Theodora, deren Leiber 1686 und 1684 mit Blut, Larapen 
und Grabsteinen von Rom gebracht worden waren. 
Notiz: V. d. Meer p. 176. 



204 1690—1692 

1690 Okt. 22. Rheinau. Geschichte der Translation der hh. US4 
Deodat und Theodora. 

Reg,: Eep. Rhen. I. C. I. n. 159. Copie: Custodia p. 277— 294. 

1690. Die Gebeine des h, Gregorius M. R. werden auf einen nss 
Altar der Jagdmattkapelle (Uri) übertragen. 

N otiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864. I. p. 470. 

1691. Die Reliquien des h. Benedictus M. R. werden im use 
Coemeteriura des Pontianus in Rom erhoben; 1770 ge- 
langen sie nach Hagen wyl (Thurgau). 

Orig-. : Stiftsarchiv S. G-allen. Rub. 144. Notiz: Kuhn, Thurg. 
Sacra II. p. 69. 

1691. Joh. Caspar Lang, Dekan und apostol. Notar in iis? 
Frauen feld, widmet den katholischen Kantonen sein 
Werk: , „Historisch-theologischer Grundriss" , der 1692 
erschien und zahlreiche Reliquienrodel enthält. 

Druck : Vorrede in Bd. I. des Hist. theol. Grundriss. Einsiedeln 
1692. Notiz: Kuhn, Thurg. sacra Lp. 153. 

1691. Zunftmeister Rupprecht in Basel wird verklagt, Re- U88 
liquien des h. Theodor an den Korathur von Beuggen 
verhandelt zu haben. 

Notiz : Hist. Festbericht zur Basler Vereinigungsfeier 1892 p. 280. 

1692 Peb. 27. Rom. Fr. Joseph Eusanius Aquilanus, Bi- ii89 
schof von Porphyreon, schenkt dem Marcellus von Aste, 
Erzbischof von Athen und Nuntius in der Schweiz, 
eine Reliquie vom h. Bonifaz M. aus dem Ooemeterium des 
Calepodius. (Die Reliquie kommt nach Neu-S. Jo- 
hann.) 

Copie : Hierogaz. p. 356 — 357. 

1692 Mai 1. Einsiedeln. Raphael Gottrau, erwählter Abt. 1190 
von Einsiedeln (1692 — 1698), schenkt und authentisiert 
auf Bitten von Leonard Dettling, Pfarrer in Wangen, der 
Pfarrkirche Lowerz Partikeln von SS. Lucidus und 
Severus MM. RR. 

Orig. : Notiz in A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie : Auth. 
SS. Rel. p. 298. 

1692 Sep. 17. Abt Coelestin [Sfondrati] von S. Gallen 1191 
(1687 — 1696), visitiert und rekognosziert die Othraars- 
reliquien; am folgenden Tag wurden sie gewaschen. 

Copie: Sacrar. 11. p. 74—79. Notiz : Good, Gesch. der Reli- 
quien ... p. 27. Hierogaz. p. 193. 



1692—1693 '^05 

1692 Okt. 3. Abt Coelestin von S. Gallen (1687—1696), n92 
visitiert und rekognosziert die Notkersreliquien. 
Copie : Sacrar. II. p. 163 u. 79. 

(692 Nov. 10. Die Reliquien der h. Othmar und Notker 1193 
werden in Capseln eingeschlossen und versigelt auf den 
Kapitelsaltar getragen. 

Notiz : Sacrar. II. p. 75 u. 79. 

1692 Nov. 15. Die Reliquien von S. Othmar werden aus 1194 
der Stiftskirche in die Othmarskirche zu S. Gallen feier- 
lich zurück transferiert; am 16. Nov. findet die Prozes- 
sion und am 17. die Exposition statt, bis die Rehquien 
am 3. Dez. wieder eingeschlossen werden. 
Copie : Sacrar. II. p. 74—83. 

1692 Dez. 3. Authentisches Instrument des apost. Notars 1195 
über Inquisition, Visitation und Reposition der Othmars- 
und Notkersreliquien 1692 Sep. 17. und Okt. 3. [zu 

S. Gallen]. 

Copie ; Sacrar. II. p. 88—99. 

1692. Die Karthäuser zu Ittingen erhalten aus dem Schatz 1196 
von Einsiedeln Reliquien von S. Victoria M. R. 
Orig.: Notiz in A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1693 März 12. Die Othmars- und Notkersreliquien wer- 1197 
den in der Othmarskirche von S. Gallen wieder definitiv 
beigesetzt. 

Copie : Sacrar. II. p. 83 — 84. 

1693 März 15. Luzern. Marcellus v. Aste, Erzbischof von 1198 
Athen und Nuntius in der Schweiz, schenkt dem Abt 
Coelestin von S. Gallen die von Bischof Joseph Eusanius 
erhaltenen Bonifazreliquien. (1693 März 21. von 
mehreren Geistlichen rekognosziert, gelangen sie nach 
Neu-S. Johann.) 

Copie : Hierogaz. p. 357—359. 

1693 März 24. S. Gallen. Abt Coelestin I. von S. Gallen 1199- 
schenkt die Bonifazreliquien an den Konvent von Neu- 
S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 360 — 361. 

1693 März 25. S. Gallen. P. Gregorius Schnyder bestätigt 1200 
die Rückgabe der 1629 geschenkten Notkersreliquie 



206 1693—1694 

von Neu-S. Johann nach S. Gallen und die Ueber- 
lassung von andern Reliquien desselben Seligen seitens 
S. Gallen. 

Copie : Hierogaz. p. 322. 

1693 März 25. P. Gallus Schindler, apostohscher Notar, be- 1201 
zeugt die Ankunft und Beisetzung der Reliquien des sei. 
Notker Balbulus und des h. Bonifaz M. R. 
Copie : Hierog-az. p. 363 — 364. 

1693 Apr. 1. Verordnung, wonach kein Kustos mehr Reli- 1202 
quien von ihrem Orte bewegen oder anders ordnen dürfe, 
ohne besondere Erlaubnis des Abtes. Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 32. 

1693 Apr. 2. Rom. P. Petrus Lambertus Ledronhuyensis Ord. 1203 
Er. S. Aug. Eps. Porphyr, u. s. w., schenkt dem David 
Ederlin Gebeine aus dem Coemeterium des Oalepodius, 
nämlich von S. Felix, Placid, Illuminata und Can- 
dida MM. [Die Reliquien kamen durch Eberh. Suter 
nach Rheinau und von hier nach Sohännis.] 
Orig. : Privatbesitz. Copie: Custodia p. 317 — 318. 

1693 Apr. 2. Testimoniales für die Reliquien der h. Pelix, 1204 
Placidus, Illuminata, Candida. [Rheinau.] 
Keg.: Eep. ßhen. I.C. I. n. 163. Copie: Custodia p, 305. 

1693 Aug. 20. Abt Raphael von Einsiedeln schenkt und 1205 
authentisiert der Gemeinde Baden auf Bitten hin eine 
Partikel von S. Cordula, deren Tag hier seit der denk- 
würdigen Hilfe von 1444 gefeiert wird, ausserdem Par- 
tikeln aus den Gesellschaften des h. Moriz und der 

h. Ursula. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T2D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. Copie : 
Auth. SS. Eel. p. 299. 

J 694 März 24. Ein siedeln. Claudius Jacquet von Pontarlier, 12O6 
Decr. Dr. ehem. Kanonikus zu Besangon, nunmehr Sa- 
cellan zu Einsiedeln, schenkt dem Abte daselbst die 
Hälfte eines Schleiers, der zwei Nächte auf dem Leib 
des h. Claudius Aep. Bisunt. geruht hatte, und zu S. 
Claude (1690 Mai 27.) wie zu Besangon (Jul. 31.) authen- 
tisiert war. 

Copie : Auth. SS. Eel. p. 300— 3Ü1. 

1694 Apr. 23. Rom. Testimoniales des Generalvikars und 1207 
Kardinalpresbyters Gaspar für die Rel. der MM. Donat, 



1694 207 

Jucundina, Desiderius, Honestus, Coelestina, Felix, 
Illuminata, Honestus und Constantia. 

Reg.: Eep. Rhen. I. C. I. n. 170. Copie : Custodia p. 311— 313. 

J694 Apr. 23. Gaspar y. Carpineo, Kardinal und General- 1208 
vikar (Bischof von Sabina 1698, Erzbischof von Nicaea, 
f 1T14), schenkt dem Nuntius Marcellus de Aste Reli- 
quien von SS. Donat, Jucundina, Desiderius, Hones- 
tus, Ooelestin, Felix, Illuminata, Honestus und 
Oonstantius aus dem Coemeterium des Castulus. Der 
Nuntius schenkt sie dem P. Franz Roll S. J., Rektor 
des Kollegs zu Luzern 1694 Jul. 5., dieser dem Land- 
grafen Carl von Fürstenberg 1694 Okt. 19. Von diesem 
erhielt P. Eberhard Suter, Prior in Rheinau Partikeln 
von SS. Honestus, Oonstantius, Jucundina, Ooelestin und 
Illuminata. Zwei Partikeln kamen nach Friedingen, 
eine nach Ittingen. 

Notiz : Mitg. v. Hw. H. Pfr. Fr^fel. 

1694 Jun. 12. Rheinau. Abt Basilius und Konvent über- 1209 
senden der Fürstin Schwarzenberg eine Partikel von S. 
Mauritius M. und bitten solche nicht nach der „Quantität" 
sondern nach der „Qualität" schätzen zu wollen. 
Reg.: Rep. Rhen. I. C. I. n. 171. Copie: Custodia p. 314. 

1694 Jul. 3. Wien. Die Fürstin Schwarzenberg verdankt 1210 
die Partikel und zeigt an, dass sie dieselben der Kaiserin, 
welche Verlangen danach geäussert, auf ihren Namenstag 
schenken wolle. 

Reg. : Rep. Rhen. I. C. I. n. 172. Copie : Custodia p. 315. 

1694 Jul. 5. Luzern. Marcellus de Aste, Erzbischof von 1211 
Athen und Nuntius, bestätigt die Reliquien und Authentik 
des Kardinals Gaspar (vom 23. Apr. 1694) und gestattet 
Ausstellung und Weiterverschenkung der genannten Re- 
liquien. 

Copie: Custodia p.312. 

1694 Aug. 4. Rom. F. Petrus Lambert Ledronhuyensis, Bi- 1212 
schof von Porphyreon, schenkt dem Fr. Dionys de As- 
somptione, Generaldefinitor des Carmeliterordens Gebeine 
von SS. Ooelestin (partem brachii), Olarus (partem 
ossis) und Justa (partem cruris) MM. RR. Dionys schenkt 
sie 1694 Aug. 5. der Maria Anna de ßinon, Gemahlin 
des Obersten de Clement; diese Frau vergabte sie an 



208 1695—1697 

Joh. Franz Hermann, Verwalter im Kloster Paradies, 
von hier kamen sie 1698 Jul. 26. nach Rheinau. 
Notiz: Mitg. v. Hw. H. Pfr. FrjBfel. 

1695. Die Pfarrkirche von Ingenbohl erhält aus Rom den I2ia 
Leib des h. Justus M. R. 

Notiz : Dettling, M. Schwyz. Chronik 1860 p. 133- 

1696 Dez. 21. S. Gallen. P. Rapertus Zarlin erstellt anstatt 1214 
der auf der Reise schwer beschädigten Authentik 

ein neues Beglaubigungsschreiben für Rehquien des h. 
Gimignanus M. , Vincentius M., Hyacinthus M.; 
Columbus M. und Alexander M., die Joh. Ignaz Egger 
von Rorschach zu Rom erhalten hatte. In Neu-S. Jo- 
hann. 

Copie : Hierogaz. p. 365 — 866. 

1697 Mai 5. Michael Angelus, Erzbischof von Tarsus und 1215 
Nuntius, weiht den Leontiusaltar zu Muri und schliesst 
Heiltum ein von S. Benedict, Martin, S, Benedict 

(M. R.), Lorenz und Basilius (M. R.) und die bisherigen 
Reliquien. 

Copie : Copialbuch Muri Conseer. A. 3. 

1679 Mai 27, Michael Angelus,' Nuntius, weiht zu Muri den 12I6 
Kreuzaltar und schliesst Reliquien von S. Pirminius Ep., 
Leontius und Benedictus MM. R,R. mit den bis- 
herigen ein. 

Copie : Copialbuch Muri Conseer. A. 5. 

1697 Mai 27. Michael Angelus, Nuntius, weiht zu Muri den 1217 
Michaelsaltar und schhesst Rehquien ein von S. Johann 
B., Benedict M. R. mitsamt den bisherigen. 
Copie : Copialbuch Muri Conseer. A. 6. 

1697 Mai 27. Michael Angelus, Nuntius, weiht zu Muri den 1218 
Altar des h. Benedictus und schliesst Reliquien ein 
von S. Benedict M. R., Leontius M. R., Benedict Ab., 
mitsamt dem Heiltum aus den zerstörten Krypten. 
Copie : Copialbuch Muri Conseer. A. 4. 

1697 Jul. 16. Rheinau. Eröffnung der Capsula mit den Re- 1219 
liquien der hh. MM. Felix, Placidus, Illuminata und 
Candida, die dem Prior Eberhard Suter geschenkt 
worden waren. Gezeichnet von Maurus Göldhn von 

Tieffenau. 

Heg. ßep. Ehen. I. C. I. n. 174. 



1697^1698 209 

1697 Aug. 11. Die von Barth. Menatti, Bischofs von Lodi 1220 
(1673 — 17Ö2), authentisierten Gebeine des h. Silvan 
M. R. werden zu Baar kostbar gefasst in feierlicher Pro- 
zession in die Kirche einbegleitet. 
jVotiz : Geschichtsfr. Bd. 24 p. 175. 

1697 Sep. 24. Frau Maria Katharina Bircher schenkt dem 1221 
Kloster Hermetschwyl „das schwartz Beitzte Heiltunib 
Crütz". 

Orig. : Jahrzeitbuch v. Hermetschwyl. Ms. im St. A. Aarau. 

1697. Im Braunschweig-Lüneburg'schen Schatz liegen; 1222 
folgende Rehquien: Brachium S. Sigismundi [R.] M.. 
(n. VIIL), Brachium S. Innocentii M. Ducis Thebseorumi 
(n. IX.) von S. Sigismund R. M., S. Alexander M.,. 
S. Innocentius M., S. Mauritius M., S. Otmar G. (im. 
Text Olraar C.) (n. X.), S. Sigismund, Constantius 
M. Theb. (n. XL), S. Mauritius (n. XXI. u. XXXIIL), 
von einem S. Victor M. Theb., von den Thebäern 
(n. LVIL), Pirminius C, Ep. Meld., Mauritius und 
Gangolf [MM. Theb.] (n. CVIIL), Gallus C. (n. CIX.). 
Druck : Lipsanographia . . . ss. Eeliquiarum . . . Brunsvico-Lüneburg. 
16] 7 p. 5 — 49; p. 36 u. 48 werden Reliquien der 10000 Eitter ange- 
führt und fälschlich mit den Thebäern identifiziert. 

1698 7. — 9. Jan. Einsiedeln, Schwyz u. Glarus. Es wird 122a 
gLitgefunden, dass beide Orte Schwyz und Glarus sich 
beim König von Prankreich (Ludwig XIV.), um eine 
authentisierte Reliquie des hl. Antonius zu Arles im 
Delphinat bewerben, sowie dass die Nachbarschaft um 
eine beliebige Beisteuer angegangen werde. 

Druck : Die Eidgen. Absch. 

1698 Mai 19. Abt Placidus von Muri (1684—1723), weiht 1224 
in der h. Grabkapelle und in der Loretokapelle je einen 
Altar und schliesst Reliquien ein a) von der Dornkrone, 
S. Leontius M. R., Benedict M.R. und Maria Magda- 
lena; b) von Leontius und Benedict MM. RR., Chri- 
stoph und Magdalena. 

Copie : Copialbüeh Muri Conseer. A. 4. 

1698 Mai 25. Wegen Mangel an Heu, steten Regen- und 1225 
Schneewetters, Ueberschwemmung und Hungersnot unter 
dem Vieh wird in Muri eine Translation der Dorn- 
partikel und des lauretanischfen Marienbildes veranstaltet; 

14= 



210 1698—1699 

am Bittgang nahmen Teil die Pfarreien von Sins, Meri- 
schwand, Boswyl, Beinwyl und Sarmenstorf. Musik und 
Kanonendonner erschallte. 

Orig-. i Muri Gries Q. 6 nach dem Jahrzeitbuch von Boswyl. 
Copie : Copialbuch Muri Q. 6 nach dem Jahrzeitbuch von Boswyl. 

1698 Jun. 11. Der Bischof von Basel, Wilhelm Jakob Rink 1226 
von Baldenstein (1693 — 1705), gestattet, die Kreuz- und 
Dornreliquien zu Othmarsheim auszustellen, und er- 
wirkt in Rom eine Indulgenz für den 3. Mai und den 
14. Sep. ; für letzteres Datum dauerte sie an, rausste aber 
alle 7 Jahre erneuert werden. [Einer von den drei 
Dornen war 1652 nach Muri gekommen.] 
Notiz : Copialbuch Miui Q. 9. 

1698 Jul. 26. F. Petrus Lambertus Ledrovhuyensis gibt 1227 
Testimoniales für die Reliquien der hh. Ooelestin, Cla- 
rus und Justa MM. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 175. Copie : Custodia p. 319. 
Orig. : Privatbesitz. 

1698 Jul. 26. Urkunde über diese selben Reliquien n. 176 1228 
(coincidiert mit der ersteren und ist in den Custodia, 
dem Copialbuch, nicht abgeschrieben). 

J 699 Mai 30. P. Petrus Lambertus Ledrovhuyensis (Ledrui); 1229 
Bischof von Porphyreon, schenkt dem P. Emanuel von 
Como den Leib und die Ampulle des h. Cosmas M. R. 
(Cosimo) aus dem Coemeterium -der Cyriaca. Der Em- 
pfänger vergabt dies Heiltum an P. Santo von Locarno; 
durch diesen gelangt es an Gian Pietro Gavirati, der es 
der Sakramentsbrüderschaft von Vira Gambarogno 
schenkt. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 203 — 204. 

1699 Sep. 29. Rheinau. Der Abt von Rheinau dankt dem 1230 
Fürsten von Schwarzenberg für das von dessen Gemahhn 
selig vermachte Goldstück und für den Ornat. 

Keg, : Eep. Ehen. I. C. I. n. 177. Copie : .Custodia p. 320—321. 

1699. Abt Leodegar von St. Gallen (1696—1717), lässt ein 1231 
grosses silbernes Brustbild für die Gallusreliquien um 
fl. 1040 R. W. herstellen. Darin eingeschlossen werden 
Teile von der Hirnschale, einem Bein, einem Arm, dem 
Hüftbein, nebst kleinern Partikeln. Teile von seinem 



1700—1701 211 

Habit und seinem Oilicium werden in einem besondern 
Behälter aufbewahrt. 

Notiz : Good, Gesch. der Keliquien ... p. 22. 

1700 März 15. Der Leib des h. Cosraas M. R. wird zu 1232 
Como rekognosziert und 'die Ausstellung und Verehrung 
desselben in Vira Grambarogno gestattet. 
'Sotiz : Bovrani, Ticino sacro p. 204. 

1700 März 16. Rom. Franciscus Maildalchinus, Kardinalpres- 1233 
byter von S. Prassede, schenkt dem Jo. Gaspar Eustach 
Meyer v. Baldegg eine Partikel vom h. Kreuz, die er 
mit Bewilligung des Papstes von der Reliquie zu S. Croce 
in Gerusalemme losgetrennt; sie kam nach Muri. 
Copie : Copialbuch Muri M. 1. 

1700 x\pr. 3. Rom. Gaspar v. Carpineo, Kardinal, schenkt 1234 
und authentisiert der Pfarrkirche von S. Georgen ein 
Gebein (s. crus) von S. Bonifaz M. R. aus dem Coenie- 
terium der Cyriaca. Die Reliquie kam nach Rhein au. 

Orig-. : Privatbesitz. Mitg. von B.w. Hin. Pfr. Frsefel. 

um 1700. In Andechs liegen Reliquien von S. Verena, 1235 
Felix und Regula (21 G.), Moriz (48 E., 55 E., 82 D., 
91G., 104D., 123 L, 127 E., 139 D., 195 E.), von Magnus' 
Kutte und Stab (51 E.), Gallus (54 E. V., 104 D.> 
Beatus (710.), Sigismund (92 D., 111 H.) und den 
Thebäern (91 G., 109 0., 196 F.). 

Druck : Monasteiium S. M. Andex ; auf zwei grossen Kupfertafeln 
sind 198 Schreine, Büsten, Monstranzen, Kreuze, Agnus Dei u. s. w. 
dargestellt. 

1701 Sep. 22. Der vom Pfarrer Gabriel Kümin (f 1722), er- 1236 
betene Leib der h. Columba V.R. zu Wollerau wird 

von Kommissar und Kapiteldekan Kasp. Rotenflüe re- 
kognosziert. 

Notiz : Geschichtsfr. Bd. 29 p. 80. 

1701 Dez. 2. Rom. Gaspar v. Carpineo, Kardinal, schenkt 1237 
dem Vincentius Obrolzer (i. e. Oberholzer) ex comitate 
Uznach sacrum crus desumptum excorpore S. Vin- 
centii M. R. 

Orig. : Pap. Urk. im Pfarrarch. Eschenbach, St. G. 

um 1701. In den Eckstein der Kirche von Schongau wurden 1238 
Reliquien von S. Vitalis, die man aus Beromünster 
erhalten hatte, gelegt. 

Notiz : Estermann, Gesch. des löbl. Kuralkapitels Hochdorf, Luzern 
1892 p. 63. 



212 1702—1705 

1702 März 20. Kardinal Odoardo Cibo, Patriarch von Con- 1239 
stantinopel u. s. w. schenkt den Leib des h. Crescen- 
tius M. R. dem Kloster San Bernardino auf Monte- 
Carasso. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 188. 

1 702 Dez. 29. Gaspar v. Carpineo (Carpegna), Kardinalbischof 1240 
von Sabina (1698 — 1714), schenkt dem Bernardo Pasini 
von Ascona den Leib mit der Ampulle der h. Sabina 
V. M. aus dem Coemeterium der Cyriaca. Pasini ver- 
gabt den h. Leib an die Pfarrkirche von Ascona. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 158. 

1702. Die Reliquien zu Steinen werden durch J. Fr. Stocklin 1241 
revidiert. 

Notiz : Pfarrarchiv Steinen. 

1 703. Unter der Aebtissin Maria Csecilia Basihssa (1702 — 1723), i242 
wird der Leib des h. Venantius M. R. zu Rathausen 
durch die aus Olsberg berufene Maria Scholastica An der 
Ahmend, eine „vortreffliche Arbeiterin von Gold", neu 
gefasst. Die Arbeit dauerte vom Mai bis zum Dezember. 

Es folgt ein Verzeichnis der Kosten und der Vergabungen 
an den h. Leib (bis 1712). 

Orig : Kloster- Chronik von Eathansen. 

1703 Mai 17. Rekognition des Leibs des h. Crescentius li;43 
M. R. zu Monte-Carasso. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. Ib9. 

1703 od. 1704. Nikolaus Reymann, Korporal der päpstlichen 1244 
Garde, bringt, zurückgekehrt von einer Reise ins h. Land, 
Partikeln vom h. Kreuz und von der Geisselsäule 
(mit Blutspuren) nach Einsiedeln. 

Orig. : Einsiedler Eatsprotokoll 1704 Okt. 1. Druck: P. Gabriel 
3Ieier in Mitt. des histor. Vereins des Kant. Schwyz Heft 9 p. 61. 

1704 Aug. 31. Der Nuntius Vincenz Bichius (1708—1710), 1245 
bewilligt, den Leib des h. Pius in der Kirche S. Urban 
auszustellen. 

Orig. : St. A. Luzern. Mitg. von Dr. Th. v. Liebenau. 

1705 Jun. 4. Rheinau. Verzeichnis der beim Abbruch der 1246 
alten Kirche im Mausoleum des h. Pindan gefundenen 
Reliquien. 

Reg.: ßep. Ehen. 1. C. I. n. 18J. Copie : Custodia p. 333— 324. 



1705—1708 213 

1705 Jul. 22. Protokoll über die in den Eckstein der neuen 1247 
Kirche deponierten „res sacrse", worunter Erde aus dem 
F'intansgrab. 

Ori^. : Pap. Ui-k. Pfarrarchiv ßheinau. Copie : Custodia p. 335 — 336. 
Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 182. 

1706 Aug. 20. Der Generalv^ikar des Bischofs Fr. Bonesana i248 
von Como (1695—1709), rekognosziert die Gebeine der 

h. Sabina V.M. zu Ascona. 
Notiz: Borrani, Ticino sacro p. 159. 

1706 Okt. 29. Augsburg. Abt Willibald zu Augsburg i249 
schreibt an den Abt von S. Urban in Beantwortung 
einer Anfrage vom 26. Juli d. J., er könne über den 
untersten Teil eines Pusses, der als Reliquie von einer 
Gefährtin S. Afras in Augsburg verwahrt gewesen wäre, 
keine Auskunft geben. S. Afra selbst ruhe ganz und 
unzerteilt (bis auf etliche gar kleine und geringe Par- 
tikeln) unter ihrem Altar in seinem .Gotteshaus und sonst 
seien seines Wissens in keiner andern Kirche zu Augs- 
burg Heiltümer ex societate S. Afrse. Der Abt könne 
daher für die Reliquie zu S. Urban keine Authentik aus- 
stellen. 

Orig-. : Litt, varise Cod. 512 V. St. A. Luzern. Copie : mitg. von 
H. Dr, Th. V. Liebenau, in des Verf. Eeliquienai-chiv. 

1 706. Der Notar Christian Gertschen nimmt ein Inventar der 1250 
Reliquien von Ulrichen auf. Ausser den 1687 genannten 
Stücken wird Heiltum aufgeführt von der Krippe, vom 
Grabtuch, vom Schweisstuch Christi, vom Grab 
Marias, S. Nikolaus, Ulrich, Diodor M. R., Petrus, 
Marcus, Verena, den Kölner Märtyrern und S. 
Mari an a. 

Orig-. : In Gemeindearchiv zu Ulrichen. Notiz ; P. Am Herd, Denk- 
würdigkeiten von Uhichen, Bern 1879 p. 25 — 26. 

1708 März. 3. Der Nuntius Vinzenz Bichius gibt Ablass -1^251 
für diejenigen, welche der Translation der Reliquien zu 
S. Urban beiwohnen. 

Orig : St. A. Luzern. Mitg. von Dr. Th. v. Liebenau. 

1708 Okt. 16. Abbate Giuseppe Santi verehrt dem Eustach 1252 
Meyer v. Baldegg eine Mozetta, getragen von Papst 
Innocenz XL sanctse memorise ; der Gegenstand kam 
nach Muri. 

Copie : Copialbuch Muri N. 



214 1709—1710 

1709 Jun. 10. Rom. Raynutius Pallavicinus, Kardinal, vergabt 1253 
an Jos. Ludw. v. Meyer von Baldegg: Haar Marias, Par- 
tikeln der Gebeine von S. Anton v. Padua, Petrus v. 
Alcantara, S. Liberius Ep. u. Cf., S. Pasqualis Bay- 
lon, S. Appollonia V. M., S. Barbara V.M., S. Franz 
und Paula, S. Lucia V. u. M. Jetzt in der Franziskaner- 
kirche Luzern. 

Orig. : Pap. ürk. St. A. Luzern. Franzisk. IX. 28. 

1709 Sep. 20. Rheinau. Zeugnis Abt Gerolds IL von Rheinau 1254 
(1697^1735), über die Armpartikel S. Silvesters PP., 
die dem Maler Fr. Anton Giogioli in Lugano zediert 
worden war. 

ßeg-. : Eep. Ehen. I. C. In. 185. Copie : Custodia p. 339— 340 

1709 Dez. 5. Baden. Der Graf von Trauttmansdorff zu i255 
Baden in der Schweiz bittet um eine Partikel von Fin- 
dans- und Blasiusreliquien. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 186. Copie: Custodia p. 841. 

1709 Dez. 11. In Rheinau wird untersucht, ob entgegen 1256 
der Ausgrabungsurkunde von 1446, Findansreliquien 
an Auswärtige, abgegeben werden können. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 187. Copie : Custodia p. 342. 

1709 Dez. 23. Mammern. Gutachten des P. Beda, Oekonom 1257 
in Mammern, über die Frage der Findansreliquien. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 188. Copie : Custodia p. 843—344. 

1709. Das Stift Zurzach beschenkt die Verenakapelle bei 1258 
Zug mit einem Arm der h. Verena V.; sie kam am 29. 
Mai an und wurde von den Schwestern in Maria Opferung 
neu gefasst. Am 15. Herbstmonat erfolgte die Ueber- 
tragung des Heiltums von S. Oswald nach S. Verena 
unter Glockengeläute und Mörserschiessen. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz I. p. 259. 

1710 Jan. 27. Rheinau. Antwort des Abts von Rheinau 1259 
an den kaiserl. Botschafter v. Trauttmansdorff. 

Reg: Eep. Ehen. I. C. I. n. 189. Copie: Custodia p. 345. 

1710 Jan. 27. Rheinau. Zessionsurkunde des Abts von 1260 
Rheinau für die Findansreliquien für Graf Trautt- 
mansdorff. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 190. Copie : Custodia p. 346—347. 



1710—1711 215 

(710 Jan. 28. Baden. Dankschreiben des Grafen Trautt- 1261 
mansdorff an Rheinau. 

Reg. : ßep. Ehen. I. C. I. n. 191. Copie : Custodia p. 347—348. 

1710 Apr. 3. Rom. Caspar Carpineo, Kardinalbischof von 1262 
Sabina (1698—1714) und päpstlicher Generalvikar (f 1714), 
authentisiert eine Reliquie (crus) von S. Bonifaz M. aus 
dem Coemeterium der Cyriaca für die Pfarrkirche S. 
Georgen. (Die Reliquie gelangte nach Rheinau.) 

Reg. : ßep. ßhen. I. C. I. n. 195. Copie : Custodia p. 370—371. 

1710 Okt. 5. Konrad Ferdinand, Bischof von Tricala und 1263 
konstanzischer Generalvikar, weiht die Klosterkirche 
von Rheinau mit eilf Altären; Verzeichnis der einge- 
schlossenen Reliquien. 

Reg. : Rep. ßhen. I. C. I. n. 193. Copie ; Custodia p. 350—351 ; 
Tricala ist die früher Trike genannte Stadt in Thessalien. 

1710 Okt. 18. Der Vikar von Oberkirch schenkt römische 1264 
Bonifaciusreliquien an Rheinau samt Authentik. 

Reg.: ßep. ßhen. I. C. In. 194. (Authentik dazu n. 195.) Copie: 
Custodia p. 370. 

1710. Authentik für Reliquien der hh. MM. Urbanus und 1265 
Vincentius und aus der Gesellschaft der h. Ursula; 
ehem. im Mariahilfaltar der Oswalskirche von Zug. 
Orig. : Perg. Urk. im Pfarrarchiv Zug. 

1711 Apr. 1. Rom. Fr. Silvester Merani Januen. Ord. Erem. 1266 
S. Augustini, päpstl. Thronassistent und Bischof von Por- 
phyreon, verschenkt eine aus authentischer Quelle stam- 
mende Knochenpartikel des h. Protomartyrs Stephan. 
Dieselbe gelangt 1773 nach Neu-S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 401. 

171) Apr. 13. S. Gerold. Der Propst von S. Gerold, P. 1267 
Adelrich Suter, übersendet eine hervorragende Gerolds- 
reliquie an Abt Arnold 11. von Rheinau. 

Reg.: Rep. ßhen. I. C. I. n. 200. Copie: Custodia p. 377— 378. 

1711 Apr. 13. S. Gerold. Authentik des P. Adelrich Suter 1268 
zu diesem Arm oder Beinknochen des h. Gerold. 
Reg. : ßep. ßhen. I. C. I. n. 201. Copie : Custodia p. 379. 

1711 Apr. 16. Urkunde der Eröffnung der Cistula mit der 1269 
Geroldsreliquie zu Rheinau. 

Reg.: ßep. ßhen. I. C. I. n. 202. Copie: Custodia p. 380— 381. 



216 1711—1714 

171 1 Mai 19. Rheinau. Dankschreiben des Abts von Rheinau 1270 
an den Fürstabt von Ein siedeln für die Geröldsreliquie. 

Reg, : Eep. Ehen. I. C. I. n. 203. Copie : Custodia p. 381—382. 

1712 Peb.-l. Maramern. F. Beda Lindau schreibt, der Kon- i27i 
sens zur Herausgabe von Findansreliquien entgegen 
dem Wortlaut des Instruments von 1446 beziehe sich 

nur auf den Fall Trautmansdorff und sei kein General- 
konsens. Ein solcher wäre bei der Nuntiatur einzuholen. 
Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 206. Copie : Custodia p. 386—387. 

1712 Jun. 23. Abt Joachirh von Engelberg (1694—1724), 1272 
flüchtet wegen des drohenden Einfalls der Berner die 
Reliquien des sei. Adelhelm Ab. und des sei. Conrad 

von Seldenbüren, indem er sie im Grab eines Verstorbenen 
verbergen lässt. 

Orig". : Engelberg, reif, von P. Carolus Breni. Copie : Engelberg, 
verf. 1858 Cista F. 

1712 Sep. 15. Abt Joachim von Engelberg (1694—1714), 1273 
lässt die verborgenen Reliquien der sei. Adelhelm Ab. 
und Conrad von Seldenbüren wieder ausgraben und an 
ihren frühern Depositionsort zurückbringen. 

Orig. : Engelberg, verf. von P. Carolus Breni. Copie : Engelberg, 
verf. 1858 Cista F. 

1713 Sep. 5- Rheinheim. Joh. Hinna, Dekan und Vikar zu 1274 
Rheinheim, sendet dem Abt von Rheinau ein Kreuz, 
gemacht aus Erde vom Grab des h. Franz Xaver, 
Apostel von Indien und Japan, sowie von Erde, auf der 

er schlief. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 209. Copie : Custodia p. 389. 

1714. Zur würdigeren Feier des Venantiusleibes zu Rat- 1275 
hausen begehrt die Aebtissin Bewilligung des Sermo 
major und Zelebration einer Oktav; auf Zuschrift des 
Prälaten von S. Urban, Malachius Gluz, hin, bewilligt 
der Cisterziensergeneral Edmond Perrot solche. 
Orig. : Klosterchronik von Eathausen, 

J7I4 März 1. Rathausen. Anfrage der Aebtissin Csecilia 1276 
Basilissa von Rathausen (1702 — 1723), an den Pater 
Generalis betr. der Verehrung des h. Venantiusleibs zu 
R., dessen Fest bisher am 18. Juli gefeiert wurde. 
Orig : Pap. Urk. des St. A. Liizern. 



1715—1719 217 

1715 Sep. 28. Konrad Ferdinand, Bischof von Tricala und i277 
konstanzischer Generalvikar, weiht die Kirche von Alten- 
burg in der Ehre des h. Jakob Maj. als Patronus Pri- 
marius und der h. Apostel Philipp und Jakob als Patroni 
secundarii; den Hochaltar in der Ehre der hh. Jakob 

d. Ae., Philipp und Jakob, Christoph, Ambros, Thomas 
' V. Aquin und Katharina von Siena. Reliquien: Jakob 
d. Ae., Christoph, Lorenz, Basilius M. R. und Catha- 
rina V. M. Den nördlichen Altar weiht er in der Ehre: 
der h. Jungfrau, Joachim und Anna, Bonifaz (Ep. M.), 
Kaiser Heinrich, Kaiserin Kunigunde und Agatha V. M. 
Reliquien: von Paustinus M., Plorentius M, Augus- 
tin und Marcella M. Den Südaltar weiht er in der 
Ehre von S. Joseph, Benedikt, Fintan, Sebastian, Rochus 
und Anton von Padua. Rehquien : von S. Candidus 
M., Rufus M., Servatius Ep. und Jucunda M. 

Orig. : Perg. Urk. PfaiTavchivEheinau. Copie : Custodia p.364: — 365. 

1716 Feb. 13. Rom. Bischof Carl Maigrot authentisiert eine 1278 
Reliquie (particula ossis) von S. Catharina von Siena; 
Nicolaus de Rubels schenkt sie dem Joh. Bapt. von 
Rottenberg und dieser vergabt sie 1716 Aug. 21. seiner 
Schwester Domin. v. Rottenberg, Priorin zu S. Catha- 
rinenthal. 

MItg. ; V. Hw. H. Fh: FvseM; Maigrot heisst Ep. Cenonus. 

1717 Dez. 16. Joseph Firrao, Erzbischof von Nicaea, weiht 1279 
den Altar der h. Jungfrau und des h. Urban zu S. Urban 

und schliesst Reliquien der hh. Pius und Cassianus 
MM. und des h. Bischofs Ulrich darin ein. 
Orig". : Staatsarchiv Luzern. 

1718 Sep. 25. Abt Placidus zur Lauben von Muri (1684—1723), 1280 
schliesst in den Altar des Beinhauses zu Boswyl Reli- 
quien ein von den hh. Leontius, Vitalis, Faustinus, 
Lucilla (MM. RR.). 

Notiz : Murus et Antemurale p. 79. 

1719 Jun. 3. Der Pfarrer Botta von Ascona stellt den von 1281 
dem Kapuzinerpater Carlo da Oleggio reichgefassten und 
gekleideten Leib der h. Sabina V. M. in der Kirche aus. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 159. 

1719 Aug. 20. Rom. Fr. Augustin Nicol. de Abbatibus Oli- 1282 
verius 0. Erem. S. Aug., Bischof von Targe, schenkt 



218 1720—1721 

dem Stift Rheinau Gebeine von SS. Valentin, Mo- 
dest, Fausta und Severa MM. RR. aus dem Coerae- 
terium der Cyriaca. Die Reliquien in Schännis. 

Orig-. : Privatbesitz. Copie: Custodia p. 399. Reg.: Eep Ehen. 
I. C. I. n. 216. 

1720 Aug. 2. Rom. Fr. Nicolaus Angelus Maria Landinus 1283 
authentisiert eine Partikel (de linteolo adhibito ad ab- 
stergendum cruris illius) von S. Camill de Lellis C. 
In Schwyz. Der Heilige (f 1614) ist der Stifter der 
sog, Väter des guten Sterbens. 

Orig.: Schwyz. Be§r.: Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1720 Sep. 3, Rheinau. Abt Gerold II. zur Lauben von 1284 
Rheinau (1697 — 1735), schenkt dem Fürstabt Bonifaz 
von Ffävers eine Partikel von S. Findan „ad promo- 
vendum cultum eiusdem Sancti". 

Reg.: Bep. Ehen. I. C. I. n. 217. Copie: Custodia p. 400. 

1720. Okt. 14. Pfävers. Der Konvent von Pfävers dankt i285 
für die Uebersendung der Reliquie von S. Findan aus- 
Rheinau und verspricht, den Heiligen als „perpetuum 
Incolara et Patronum" zu verehren. 

Reg.: Eep. Ehen. I. C. I. n. 218. Copie: Custodia p. 402— 403 

1720 Okt. 29. Rheinau. Antwort des Abts Gerold von 1286 
Rheinau auf das Dankschreiben von Pfävers. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 218. Copie: Custodia p. 403. 

vor 1721. Propst Job. Leonz Gugger (f 1721), stiftet der 1287 
Ursenkirche zu Solothurn einen gläsernen Reliquien- 
schrein mit dem Haupt des h. Felicissiraus [M. R.]. 
S^otiz: Amiet, Das S. Ursus Pfarrstift p. 441. 

1721 Sep. 10. In den Guss der grossen Glocke in Pfävers 1288 
werden folgende Reliquien gebracht: S, Bonifacii M. R. 
(liegt in der Klosterkirche), de capite S. Justi M. R., de 

S. Eraerita V.M. sorore S. Lucii Epi Cur., de S. Can- 
dido M., cujus pars cruris cum bulla pontificia in 
Valens asser vatur. 

Orig. : Arch. Pfävers, St. Gallen; mitg. v. Ew. Hrn. Pfr. Frjefel. 

1721 Sep. 19. Rom. Fabritius I. Paulutius (Paolucci), Kardinal- 1289 
bischof von Albano (1719—1724) und Generalvikar, schenkt 
dem Job. Jos. Hedlinger Teile von den Beinen (crures) 



1722 219 

der h. Gaudentius' und AuracaM.R. aus dem Coeme- 
erium der Priscilla. Sie kamen 1722 nach Schwyz. 

Orig.^; Schwyz N. 4 lit. D. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. 
1. Waser. 

1722 März. 10. Rom. Fr. Augustin Nicolaus de Abbatibus 1290 
Oiiverius, Bischof von Porphyreon u. s. w., schenkt und 
authentisiert dem Lorenz Kaufman aus der Dioezese 
Konstanz Rehquien von SS. Fidel is und Fructuosus 
aus dem Coemeterium der hh. Felix und Adauctus. Die 
Reliquien in Engelberg. 
Orig'. : Pap. Urk. Engelberg. 

1722 Apr. 29. Luzern. Dominicus Passioneus, Erzbischof 1291 
von Bphesus und Nuntius (1721 — 1731), beglaubigt die 
Schenkung von Gaudentius- und Auracareliquien durch 
Joh. Jos. Hedlinger an die Kirche von Schwyz. 

Orig. : Aussen auf der Authentik von 1721. Copie : mitg. von 
Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. Domenico Graf Passionei, geb. 1682, wurde 
1714—1716 Legat in der Schweiz, 1719 Sekretär der Propaganda, 1721 
Nuntius in Luzern, 17.31 in Wien, dann Sekretär der Breven, Kardinal 
von S. Bernhard ad Thermas und f 1761 in Eom. 

1722 Mai 12. Rom. Jul. Franc. Balletta, Abt von S. Bonifaz 1292 
und Alexius in Rom, schenkt dem Alb. Friedr. Gutt eine 
Partikel von der Treppe des h. Alexius. Sie kam nach 
Kloster Fahr. 

Orig. : Pap. Urk. Fahr. 

1722 Jun. 28. Ein sie dein. Thomas Angeheus (Schenklin), 1293 
Abt von Einsiedeln (1714—1734), schenkt und be- 
glaubigt dem Abt Placidus von S. Peter in Salzburg 
0. S. B. auf seine Bitten hin Reliquien von S. Placidus 
M. disc. S. Bened., von S. Meinrad M., Wolfgang Ep. 
Ratisb., Adelrich, Coluraban und Othmar. Zeugen 
sind P. Bern. v. Sonnenberg und P. Bened. Zeiger, Kustos. 
Copie: Auth. SS. Eel. p. 303— 305. Noiiz: Ms. A. T2D. 31. 
Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1722 Sep. 3. Abt Placidus von S. Peter in Salzburg dankt 1294 
dem Abt von Einsiedeln für die Scatula mit den kost- 
baren Reliquien und verspricht, denselben in das Ver- 
zeichnis der Hauptwohlthäter seines Stifts einzuzeichnen. 
Copie : Auth. SS. Rel. p. 805—306. 



220 1723 

1723 Jun. 6. Translation des h. Martialis M. R. zu Kreuz- 1295 
lingen; die Prozession bestand aus 21 Gruppen. 

Druck : Eigentliche Beschreibung der Translation . . . dess Grlor- 
würdigen Märtyrers Martialis in: Trost und Lehr . . . von P. Henrico 
Meyer . . . Costantz 1723. 

1723 Jun. 10. Rom. Fr. Augustin Nicolaus de AbbatibusOliverius i296 
Pisaurensis Ord. Erem. S. Aug., Bischof von Porphyreon, 
päpstl. Tronassistent, authentisiert Reliquien der hh. Paci- 
ficus und lUuminatus (je eine pars bracchii) aus dem 
Coeraeterium von S. Felix und Adauctus für Jakob Rieder. 
(Die Reliquien kamen nach Rheinau.) 

Orig. : Privatbesitz. Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 221 b. Copie : 
Custodia p. 410—411. 

1 723 Jun. 26. Franz Johann Anton v. Sirgenstein, konstanzischer 1297 
Suffragan (1722 — 1738), weiht den Sakramentsaltar der 
Kirche zu Alpnach neu und schliesst Heiltum ein von 
DeodatusM., Tranquillina V, M. und Candida V.M. 
Copie : Mitg. von Hochw. Hrn. Pfarrh. A. Kücbler. 

1723 Jul. 24. Dominicus Passionei, Erzbischof von Ephesus 1298 
und Nuntius, weiht die Abtkapelle zu Rheinau in der 
Ehre der h. Maria V, Eremitana, Joseph, Meinrad, Gerold, 
Konrad und schliesst Reliquien ein von Januarius Ep.> 
Simplicius, Antonius, Dionysius, ßenedicta und aus 
der Gesellschaft der h. Ursula. 

Orig. : Perg. Urk. Pfarrarchiv Eheinau. Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. 
, n. 222. Copie : Custodia p. 411. 

1723. Kustos Schorno schenkt der Kirche von Bischofs- 1299 
zell eine in Kristall gefasste Kreuzpartikel samt Au- 
thentik dazu. 

Notiz : Kuhn, Thurg. sacra II. p. 41. 

1723. Den Jesuiten in Luzern wird ein zweiter Dorn aus 1300 
der Krone Christi aus Zürich vergabt. 

Notiz: Historia CoUegii S. J., Lucern. U. 212; mitg. von H. Dr. 
Th. V. Liebenau. 

1723. Bei Job. Ignati Neyer in Konstanz erscheint: Trost 1301 
und Lehr, Geschöpfft aus der Glück- und Ehren-Feyrlichen 
Uebersetzung der Gebeinen Dess Heil. Märtyrers und 
Blut-Zeugens Christi Martialis in die Pfarr- und Stiffts- 
Kirch dess Hoch-Löblichen Reichs-Gotts-Hauss Creutz- 



1724—1725 221 

lingen .... von P. Henrico Meyer, der Sog. Jesu, Or- 
dinari Dorab-Predigern zu Costantz". 

Druck : Ein Exemplar aus Eheinau in der Kantonsbibliothek 
Zürich. E. w. 266 (49 Seiten in 4«). 

1724 Jul. 21. Die Erben des Chorherrn Peter Joseph Fischer 1302- 

schenken der Ursenkirche zu Solothurn ReHquiarien 

mit Heiltum von S. Carl Borromseus und S. Franz v. 

Sales. 

Jfotiz: Amiet, Das St. Ursits-Pfarrstift p. 441. 

1724 Aug. 13, Rom. Fr. Augustin Nicol. de Abbatibus Oli- 130& 
verius, Bischof von Porphyreon, schenkt dem Coelestin 

V. Beroldingen Rehquien von S. Victorin M. R. (magnam 
partem maxillse cum 4 dentibus) aus dem Coemeterium 
der hh. Abdon und Sennen. Die Rehquien z. Z. in 

Schennis. 

Orig. : Privatbesitz. Copie : Datiert 1726 Aug. 23 Custodia 
p. 417— 418. Reg.: Eep. Ehen. I. C. I. n, 229 und Custodia p. 461- 

1724. Die Kirche von Intragna erhält durch Vermittlung 1304 
von Pierpaolo Spolitti von Verdasio, dazumal in Preising, 

vier Partikeln von S. Gotthard Ep. vom Abt von 
Nieder-Altaich in Bayern. 

Jfotiz : Borraiii, Ticino sacro p. 251. 

1725 Peb. 5. Reliquien des h. Ursus werden feierlich zu 1305- 
Sarnen einbegleitet. 

Notiz : Küchler, Chronik von Saruen p. 476. 

1725 Peb. 9. Der Leib des hl. Flavianus M., exprsefecti 1306. 
romani, kommt nach Pfävers. 

Orig.': Achiv Pfävers, St. Gallen. Mitg. von Hw. H. Pfi-. Frafel. 

1725. Nidwaldner Pilger, welche anlässlich des von Papst 130T 
Benedikt XIII. ausgeschriebenen Jubiläums nach Rom 
gezogen waren, schenken der Kirche von Buochs den 
Leib des h. Clemens M. R. 

Mitgr. : von H. Staatsarchivar Dr. E. Durrer. 

1725 März od. Apr. Der Leib des h. Clemens M.R. wird 1308- 
nach Nidwaiden gebracht und in Stans von Kloster- 
kaplan Ludwig Anton Maria Zeiger und den Kloster- 
frauen gefasst. 

jMitg:. : von H. Staatsarchivar Dr. E: Durrer. 

1725 Jun. 7. Rheinau. Abt Gerold vonRheinau (1697—1735), 1309- 
schenkt der Theodora v. Vogel, Pröpstin zu Riederen, 



222 1725—1726 

eine Partikel vom Leib der h. Theodora M. R., der 1685 
nach Rheinau gekommen war. 

Reff. : ßep. Ehen. I. C. I. n. 224. Copie : Custodia p. 413. 

1725 Jun. 8. Riederen. Die Pröpstin von Riederen ver- 1310 
dankt dem Abt von Rheinau die Theodorapartikel; sie 
fügt bei, sie sei die Erste, die unter dieser Heiligen Schutz 

zu Rheinau getauft worden sei und erhofft besondere 
Gnaden von ihr. 

Reg. : ßep. Ehen. I. C. I. n. 225. Copie : Custodia p. 414, 

:I725 Sep. 23. Authentik für Rehquien der h. Theodora 1311 
V.M. in Frauenthal. 

Oriff. : rrauentlial. Regr. : Eellquienarchiv des Verf. 

1726 Jan. 28. Konstanz. Das Generalvikariat von Konstanz 1312 
gestattet die öffentl. Aussetzung der Reliquen des h. röm. 
Mart. Vincentius zu Eschenbach. 

Orig-. : Urk. im Pfarrarchiv Esclienbach, St. G. Der Patron der 
Kirche zu Escheiibach von S. Vincentius Diaconus M, 

J726 Peb. 3. Der Leib des h. Clemens M.R. wird feierlich 1313 
in der Pfarrkirche von St ans ausgesetzt und nachmit- 
tags unter (jrlockengeläute, Kanonen- und Musketensalven 
nach Buochs transferiert. Viele hundert Andächtige 
begleiteten die Reliquien bis zur Wyler Brücke, wo die 
Buochser warteten. 

Orig. : Bunti Chronik, Histor. Museum Stans. Mitg. : von H. 
Staatsarchivar Dr. Durrer. 

;1726 Feb. 9. Authentik für Reliquien der hh. Maximus M. 1314 
(3 Partikeln), Theodor M. (2 Part.) und Revocata M. 
zu Prauenthal. 

Orig-. : Frauenthal. Reg". : Eehquienarchiv des Verf. 

1726 Feb. 18. Der Landrat (von Nidwaiden) steuert an die 1315 
Kosten, welche wegen der Uebertretung des h. Clemens 
M.R. (Buochs) aufgelaufen, 22 Gl. 20 /5. 

Orig. : L. G. P. VI. 217. Mitg. : von H. Staatsarchivär Dr. Durrer. 

1726 März 16. Rom. Fr. Franciscus de Nicolais, Erzbischof 1316 

von Myra, apostohscher Vikar in China, schenkt eine 

Partikel von den Gebeinen der hh. Peter und Paul 

dem Ritter Heinrich Zurlauben. Sie kam nach Rheinau. 

Copie: Custodia p. 415. Reg.: Rep. Ehen. I. C. I. n. 226. 

•1726 Aug. 17. Einsiedeln. In den Knopf des rechten Turms 1317 
der Stiftskirche Einsiedeln werden folgende Rehquien 



1626—1627 223 

eingeschlossen: vom h. Kreuz, vom Kleid S. Meinrads, 
von S. Moriz, S. Adelheid, Justus M., Sigismund 
M.Rex, Ursula, Placid M. R., Dionys M. R., Beraba 
M.R., AdelrichC, Gerold C, Wolfgang Ep., Lucas 
Ev,, Catharina V. M., Romanus M., Vitalis M. R., . 
Jakob Ap., vom Grab des h. Paul Ap., von S. Urs 
und Gefährten, Nikolaus Ep., von Felix, Portunat, 
Victoria und Pulcheria MM. RR., von den Gefährten 
des h. Moriz, der h. Ursula und von S. Christoph; 
von S. Georg, Bruder Klaus v. Flüe, dem sei. Ulrich 
von Unterwaiden, Placidus M. von Disentis, Ohris- 
tina V.M.,. von S. Sebastian, vom Grab des Herrn, 
von der goldenen Pforte in Jerusalem, vom Ort da der 
Täufer enthauptet wurde und vom Ort, wo Petrus weinte, 
von der Stola des h. Magnoald, vom superpeliceum S. 
Carls [Borr.], von S. Csecilian M., und vom Ort da 
Christus über Jerusalem weinte. Dazu noch verschie- 
dene Devotionalien. Die Reliquien waren 1722 Okt. 24. 
aus dem Knopf des alten Turms genommen worden. 
Orig". : Pap. Urk. A. LB. H. St. A. Einsiedeln. 

3726 Okt. 24. Authentik für Reliquien der hh. Urs und 1318 
Victor in Sarnen. 

Orig'. : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrhelfer Küchler 

1726. Der Leib des h. Benignus M.R. gelangt nach Ober- 1319 
Aegeri. 

Mitg. von Frl. A. Ithen, Ober-Aegeri. 

1727 Jun. 26. Grundsteinlegung der Kirche in Mels durch 1320 
Abt Ambrosius. Eingeschlossen wurden in das Funda- 
ment Reliquien der hh. MM. Bonifacius und Plavianus. 
Orig.: Archiv Pfävers; mitg. von Hw. H. Pfr. Frsefel. 

1727 Okt. 9. Hat man den ehrw. P. Augustinerordens mit 1321 
S. Mangenstab [nach Benken] begehrt, dass er wolle 
auch zu uns kommen und ist begünstiget worden und 
ist dieser Pater von Richenburg herkommen und hat 
man diesen Pater mit S. Mangenstab an dem Fahr mit 
Kreuz und Fahnen, wie auch mit Beisein des Pfarr- 
herrn und Vorgesetzten imd vielem Volk prozessions- 
weise abgeholet; darnach ist man mit ihm auch prozes- 
sionsweise um den Buchberg gegangen. 
Notiz: Archiv Benken. 



224 . 1727—1728 

1727 Okt. 25. Rom. Franciscus de Vico, Kanonikus am 1322 
Lateran, Bischof von Elusa und Thron assistent, rekognos- 
ziert Partikeln vom h. Kreuz, bereits beglaubigt durch 
Kardinal Pabritius Paulutius, und schenkt sie dem Michael 
Angelus von Venedig, Kapuziner. Dieser vergabt sie 
17B0 nach Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Copie : Mitg. von Hw. Hrn, Pfr. M. Waser. 

1727. Authentik für Reliquien des h. Nicolaus Ep. und S. 1,32s 
Antonius in Zug. 
Rej?. : Pfarrarchiv Zug. 

1728 Peb. 4. Rom. Eusebius de Ciani, Bischof von Massa 1324 
und Populonia (1719— 1770), authentisiert Reliquien aus 

der Kapelle des Ritters Anton Pellegrini in Villa Reale;, 
nämlich von S. Thecla, Ursula, Lucretia, Portia? 
Apollonia, Fides, Spes, Gharitas, Asella, Balbina 
VV. MM., Birgitta Vid. und Francisca Romana Vid., 
ferner in einer andern Kapsel Heiltum von S. Jakob 
'Ap., Mathaeus Ap., Lukas Ev., Stephan PP. M., Sil- 
vester PP. M., AnastasiusM., Cosraas M., Sabbas Ab., 
Anselm Ep. C, Albertus Carm. C. Die Rehquien 
kamen nach Katharinenthal. 

Orig". : Pap. Urk., ehemals in S. Katharinenthal, jetzt im Privat- 
archiv Fr^efel. 

1 728 Mai 20. Eine Kreuzpartikel wird feierlich in die Kirche 1325 
von S. Wolfgang einbegleitet. Kaplan J. M. Schell hatte 
sie Feb. 14. dem Rat von Zug in einem neuen Schau- 
gefäss vorgewiesen. 

]^otiz : Burgen er, Die Wallfahrtsorte der Kath. Schweiz I. p. 275 

1728 Dez. 29. Altorf. Der Nuntius Dominicus vergabt an 1326- 
P. Dominicus Rütimann S. J. folgende Reliquien, teils 
zum Behalten, teils zum Verschenken an Kirchen oder 
Kapellen: Kreuzesholz, v. d. Gebeinen des h. Janu- 
arius Ep. M., des h. Bonaventura Ep. u. Doct., S. 
Ludovici Reg. Gallise, S. Agnes V. M., S. Csecilia V. M., 
B. Joann. Columbin Cf. Jetzt in der Pranziskaner- 
kirche Luzern. 

Oi-ig. : Pap. Urk. d. St. A. Luzern Franziskaner IX. 29. 

1728 Dez. 29. Altorf. Der Nuntius Dominicus schenkt dem 132T 
Jesuitenpater Dominicus Rütimann Reliquien von S. Cse- 
cilia und S. Bernard. 

Orig. : St. A. Luzern. Mitg. von Dr. Th. v. Liebenau 



1729 225 

1729 Jan. 15. Rom. Simon Gritti, Bischof von Ferentino 1328 
(1718—1729), schenkt der Pfarrkirche S. Nikolaus in 
Goldingen Partikeln vom h. Kreuzesholz- am 20. Sep. 
verifiziert Dominicus Passionei, Erzbischof von Ephesus 
und Nuntius zu Altorf in Uri, diese Urkunde. 

. Orig. : Pfarrarch. Goldingen; mitg. von Hw. H. Pfr. Frsefel. 

1729 Feb. 24. Rom. Seligsprechung des P. Pidelis von 1329 
Sigmaringen durch Papst Benedikt XIII. (1724—1730) 
in Lateran. 

Druck: Stadler: Heiligenlex. Scherer: Helden und Heldinnen 
p. 353. Küchler: Chron. p. 411 gibt als Datum 25. — 27. Novem- 
ber an. 

1729 März 14. Altorf. Der Nuntius Dominicus authentisiert 1330 
dem P. Dominicus Rüttimann S. J. Rel. von der Geissel- 
säule Chr. und Gebeine des h. Ludwig R. von Frank- 
reich, die er behalten oder in einer Kirche oder Kapelle 
ausstellen möge. 

Orig. : Pap. ürk. St. A. Luzern. 

1729 März 14. Altorf. Der Nuntius Dominicus bestätigt ff. 1331 
Reliquien für P. Dominicus Rüttimann S. J., die er be- 
halten oder an Kirchen und Kapellen weitergeben darf: 
Kreuzesholz, Haar Marise, Gebeine von S. Thomas 
V. Aq., des h. Bernhard Abt, Vinzenz Ferrer, Agnes 
V.M., Theresa V., Carmelit. 
Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1729 Mai 25. Sarsina. Petrus Jacobus Pichius, Bischof von 1332 
Citta Ducale (1713 — 1733) und Generaladministrator der 
Dioecese Sarsina authentisiert Reliquien von den Gebeinen 
des h. Cosmas M.; sie kamen nach Engelberg und 
wurden 1825 Mai 8. mit andern im grossen Kreuz ein- 
geschlossen. . 

Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1729 Aug. 29. Beim Brand des Klosters Engelberg gehen 1333 
zahlreiche Reliquien zu Grunde; viele verloren ihre Zettel 
(schedae), sodass sie zu den Anonymen kamen. 

Orig. : P. Ildephons Straumeyer (f 1743) zum Eeliquienverzeichnis 
von 1615. Hdschr. Notiz in Engelberg. 

1729 Okt. 28. Chur. Joseph Benedikt v. Rost, Bischof von 1334 
Chur (1728 — 1754), schenkt dem P. Nazarius, Kapuziner- 

15 



226 1729—1730 

provinzial Reliquien des sei. Fidelis von Sigmaringen; 

dieser schenkt sie an das Kloster Wyl. 

Orig^. : Klosterarchiv Wyl; mitg. von Hw. H. Pfr. Frsefel. 

1729 — 1754 Chur. Jos. Benedict, Bischof von Chur, authen- 1335 
tisiert und vergabt eine Partikel vom Gebein des 
sei. Fidelis von Sigmaringen dem P. Fidelis 
von Schwyz, Kapuzinerordens. Die Reliquie zu Kalt- 
brunn. 

Orig : Pfarrarch. Kaltbrunn ; mitg. von Hw. H. Pfr. Fraefel. 

1729. Der Bischof von Forli schenkt dem Kloster Muri 1336 
eine Kreuzpartikel. 

Notiz : Copialbuch Muri M. 2. 

1730 Jan. 20. Authentik für Reliquien des h. Bernhard ib37 
Ab. Cf. in Frauenthal, 

Orig. : Frauenthal. Eeg. : Eeliquienarchiv des Verf. 

1730 Feb. 15. Rimini. Renatus Massa, Bischof von Rimini 1338 
(1726 — 1744), päpstlicher Hausprälat und Thronassistent, 
verschenkt eine Partikel von S. Benedikt aus authen- 
tischer Quelle. (Sie kam nach Rheinau durch den 
Kapuzinerpater Michael Wickart von Zug 1732 Apr. 24.) 
Orig. : Privatbesitz. Eeg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 321. Copie : 
Custodia p. 421. 

1730 März 22. Rom. Henricus Lasso de la Vega, Bischof 1339 
von Thaumaci, schenkt dem P. Paul Franciscus von 
Chiavenna Ord. Cap. eine authentische Partikel von den 
Gebeinen des h. Antonius von Padua C; durch Kapu- 
ziner kam sie nach Wattwyl. 

Orig. ; Kl. Arch. Wattwyl; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. Thau- 
maci, heute Domokos, ist eine Stadt in Thessalien. 

1730 Mai 16. Rom. Jean Louis Franc, de Mornay, Bischof 1340 
von Quebec, verifiziert eine von Enrico Lasso de la Vega 
authentisierte Partikel des hl. Kreuzes, 

Orig. ; Archiv Maggenau; mitg. von Hw. Hrn. Pfi.-. Frasfel. 

.1730 Mai 28. Der Leib des h. Julianus M. R. wird dem I34l 
Coemeterium des Callistus enthoben ; durch Placidus, 
Abt von Attel 0. S. B. (Oberbayern) wird er dem Antonio 
Mattei von Cevio geschenkt. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 172. 



1730 227 

1730 Mai 29. Rom. Joannes Ottobonus, Bischof von Padua 1342 
(1730—1742), authentisiert „particulam pretiosissimi ligni 
sanctse Crucis ex locis auth. desumptam". 

Orig. : Pfarrarch; Kältbrunn ; mitg. von Hw. Bin. Pfr, Praefel. 

1730 Jul. 19. P. Michael Angelas von Venedig, Kapuziner, 1343 
verehrt seine 1727 rekognoszierte Kreuzpartikeln dem 
Kapuziner Franz Anton von Schwyz. 

Orig. : Schwyz N. 1 lit. A. Copie : Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. 
M. Waser. 

1730 Jul. 30. Schwyz. F. M. v. Sirgenstein, Suffragan von 1344 
Konstanz und Generalvikar, gestattet die Verehrung der 
1727 rekognoszierten Kreuzpartikel des Kapuziners 
Franz Anton. 

Orig. : Schwyz. Copie : Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

I73C Aug. 10. Rom. Henricus Lasso de la Vega, Bischof 1345 
von Thaumaci, bestätigt eine h. Kreuzpartikel. (Wer- 
tenstein.) 

Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1730 Aug. 22. Authentik für eine Reliquie des h. Petrus 1346 
von Alcantara in Frauenthal. 
Orlg, : Frauenthal. 

1730 Sep. 10. Abt Gerold I. von Muri (1722—1751) weiht 1347 
die Kapelle von Horben und schliesst Reliquien ein von 
S. Sebastian, Leontius, Agnes und Catharina. 
Copie : Copialbuch Muri F. 1. 

1730. Josef Leu von Ünterebersol, der erste Pfleger der 1348 
Herz-Jesu-Bruderschaft und seine Frau vergaben der 
Kirche Wangen eine vom Nuntius authentisierte Kreuz- 
partikel. 

Notiz : Estermann, Gesch. der alten Pfarrei Hochdorf 1891 p. 188. 

1730. Der Freiherr von Calry in Rheinfelden erhält Reli- 1349 
quien von den Gebeinen S. Meinrads aus deiji Schatz 
von Einsiedeln. 

Orig. r Notiz in Ms. A. T^D. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1730. Die Kirche S. Wolf gang erhält eine Reliquie von 1350 
S. Lucidanus (M. R.). 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der Kath. Schweiz I. p. 275. 

1730. Authentik für Reliquien des h, Thomas in Zug. 1351 

Reg. : Pfarrarchiv Zug. 



228 1731—1732 

1731 Jun. 2. Der Rat von Obwalden beschliesst, dem Sekretär 1352 
der Kongregation des Riten N. Tedeschi, Erzbischof von 
Apamea eine Partikel des sei. Bruders Klaus zu geben, 
sobald die Erhebung . zu gewünschtem Ende gebracht ist. 
Orig. : St. XXH. 867; mitg. von Hw. Hrn. Parrh. Küchler. 

1731 Jun. 17.; Sep. 7.; Okt. 11. u. 24. Eine Partikel der Theo- 1353 
dulsglocke wird zum Guss von zahlreichen Glocken in 
Engelberg verwendet. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1731 Jul. 31. Rheinau. P. Augustin Zurlauben, apostol. 1354 
Notar in Rheinau, beglaubigt die Reliquien im grossen 
silbervergoldeten Kreuz. Es sind: Holzpartikeln (wie 
man glaubt, vom h. Kreuz) und Zähne von S. 
Christoph (1473 eingeschlossen und 1608 revidiert), 
Zähne von SS. Leontiana, Coronida, Emeren- 
tiana, Carponius und Linus, vom h. Blut Christi, 
von SS. Andreas, Maximus, Sylvester, Maxiraus 
■ Ep., Nicolaus Ep. und dem Leib von S. Andreas. 
Am 1. Aug. werden diese Reliquien wieder einge- 
schlossen. 

Orig. : Privatbesitz. Copie ; Custodia p. 424 — 426. Reg. : Rep. 
Ehen. I. C. I. n. 233. 

1731. Der Leib des h. Maximus M. R. wird aus dem Coeme- 1355 
terium des h. Cyriacus in Rom erhoben; er gelangt nach 
der Nikolaikirche von Präuenfeld durch Vergabung 
des reichenauischen Obervogts Bruno v. Rüpplin. 
Notiz : Kuhn, Thurg. sacra I. p. 152. 

1732 Mai 31. Rom. Fr. Thomas Cervioni, Erzbischof von 1356 
Porphyreon, schenkt dem Joannes Giandotto Reliquien 
vom Gebein der hh. Candidus und Prosper MM. RR. 
aus dem Coemeteriura des Callistus (absque off. et raissa) ; 
Giandotto vergabt sie dem J. B. Müller und dieser dem 
Abt Gerold IL von Rheinau. 

Orig. : Privatbesitz. Copie : Custodia p. 426 — 427. Reg. : Rep. 
Rhen. I. C. I. n. 234. 

1732 Sep. 5. J, B. Castorio, Kanzler der Nunciatur, erhält 1357 
eine Reliquie (spina dorsi ?) von Bruder Klaus mit 
obrigkeitlichem Attest und Sigel. 

Orig. : St. XXHI. 28; mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 



1732—1733 229 

1732 Sep. 20. Der Gardehauptmann zu Rom dankt dem Rat 1358 
von Obwalden für die ihm übersandte Partikel des sei. 
Landesvaters Bruder Klaus; auch Erzbischof Tedeschi 
dankt für eine empfangene h. Rippe. 

Orlg. : St. XXin. 29 ; mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1732 Okt. 20. Ravenna. MafFaeus Nicolaus Farsetti, Erz- 1359 
bischof von Ravenna (1727—1741), verschenkt authen- 
tische Partikeln vom h. Kreuzesholz, von den Gebeinen 
der hh. Paulus Ap., Stephan Protom., Andreas Avel- 
linus C. und M. Magdalena. Sie gelangen nach 
Wattwyl. 

Orig, : Kl. Arch. Wattwyl; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1732 Okt. 30. Der Rat von Obwalden ratifiziert das Projekt 1360 
des Ehrenauschusses, denjenigen kathol. Kantonen, die 
jüngst Ehrenprediger abgeordnet, Partikeln von Bruder 
Klaus mitzuteilen und solche für Wallis, kath. Glarus 
und Appenzell zu reservieren; ferner den Prälaten 

0. S. B., den Provinzialen der Jesuiten, Kapuziner und 
Barfüsser kleinere Partikeln zu verehren. Diese Reliquien 
mögen zugleich mit dem Dankschreiben abgefertigt 
werden ; der Rest soll aufbewahrt und weiter nichts da- 
von abgegeben werden. 

Orig. : St. XXIH. 37; mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1732. Der Magnusstab von Füssen wird von einem P. 1361 
Augustinerordens unter Glockengeläute nach Sursee ge- 
bracht, worauf damit die Felder gesegnet werden. In 
Luzern wird der Pater bei Leutpriester Raufft auf Kosten 
der Obrigkeit freigehalten. 

Orig. : Seckelamtsbuch Fol. 27 z. J. 1732. St. A. Luzern. Notiz : 
Tobler G., Tierprozesse p. 29. 

1733 März 10. Luzern. Joh. Baptista de Barnis, Erzbischof 1362 
' von Ephesus, Nuntius (1731—1740), authentisiert einen 

Teil von einer Rippe des sei. Nicolaus de Flüe, von 
dessen Leib in Sachsein, welchen Landammann und 
Rat von Obwalden den Behörden von Schwyz für ihre 
Kirche verehren. 

Orig. : Schwyz N. 6 lit. E. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. 
M. Waser. 

1733 Apr. 12. Luzern. J. B. de Barnis, Erzbischof von 1363 
Edessa und Nuntius, schenkt und beglaubigt auf Ansuchen 



230 1733 

des Standes Obwalden dem Abt von Rh ein au Reliquien 
vom Gebein des sei. Nicolaus v. Flüe aus der Kirche 
von Sachsein. 

Orig. : Privatbesitz. Copie: Custodia p. 428. Reg.: Rep. Ehen. 
I. C. I. n. 235. 

1733 Apr. 12. Luzern. Joannes Baptista de Barnis, Erz- 1364= 
bischof von Edessa, Nuntius u. s. w., authentisiert eine 
Partikel des sei. Nicolaus v.Plüe für den Abt von 
Muri. 

Copie : Copialbuch Muri 0. 2. 

1733 Mai 11. Authentik für Reliquien vom Gebein des sei. 1365 
Nicolaus V. Flüe in Prauenthal. 
Orig. : Frauenthal. 

1733 Mai 27. Rom. Henr. Lasso de la Vega, Bischof von 1366 
Thaumaci, schenkt dem Heinr. Damian Zurlauben und 
dem Abt Gerold II. von Rheinau vom Purpur des h. 
Karl Borromseus, rekognosziert durch Erzbischof Dio- 
nysius Modinus (aep. Milensis). Am 14. Nov. authenti- 
siert J. B. de Barnis, Nuntius in Luzern, auf der Rück- 
seite der Urkunde die Reliquie. 

Orig. : Privatbesitiz. Copie: Custodia p. 430 — 431. Beg. : Eep. 
Ehen. I. C. I. n. 237. 

1733 Jun. 13. Landammann und Rat von Obwalden senden 1367 
dem Abt von Muri eine Partikel des sei. Nicolaus v. 
Flüe samt Authentik und einer Lebens- und Wunder- 
beschreibung durch den Seckelmeister Joh. Peter v. Flüe. 
Copie : Copialbuch Muri 0. 1, 

1733 Aug. 25. Montalcino. Bernardinus Cinani, Abbas s. 1368 
Antimi, Eps. montis Ucini (1727---1767 ?), verifiziert eine 
aus dem Reliquienschatze der Kapelle des Ritters Antonio 
Pellegrini, ord. milit. S. Jacobi in Villa reale entnommene 
und s. Z. von Kardinal Luigi Gotti ad titul. S. Pancratii 
authentisierte Partikel de s. cruce D. N. J. Chr. 

Orig. : Archiv Maggenau ; mitg. von B.w. Hrn. Pfr. Frsefel. Grams 
p. 744 schreibt statt Cinani den Namen Ciani. 

1733 Sep. 14. Authentik für Reliquien der h. Agatha V. M. 1369 
in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Reg. : Eeliquienarchiv des Yerf. 

1733 Nov. 25. Authentik für Reliquien des h. Bernhard 1370 
Ab. Of. in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Reg. : Eeliquienarchiv des Verf. 



1733—1734 231 

1733 Dez. 29. Urseren. Amraann und Rat von Urseren 1371 
schenken dem Abt von Rhein au „weiss eingefasste, 
zwar kleine, aber vertitable heihge Gebeyn SS. Felicis 

und Regulse" und wünschen, dass ein „allergeliebtes 
Vatterland in der Von disen Heiligen eingeführten 
Wahren Catholischen Heiligen Religion beschützt und 
beschirmet möge werden". 

Copie: Custodia p.'432. Copie: Eep. Ehen. I. C. I. n. 238. 

1733. Authentik für Rehquien des sei. Nicolaus v. Flüe 1372 
in Zug. 

Heg. : Pfarrarchiv Zug. 

1734 Jan. 6. Urseren. Fr. Bonaventura attestiert die nach 1373 
Rheinau geschenkten Felix- und Regulareliquien. 

Copie : Custodia p. 434—435. Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 240. 

1734 Jan. 6. Urseren. Fr. Bonaventura aus Schwyz, Kapu- 1374 
zinersuperior und Pfarrer zu Urseren, schreibt dem Abt 
Gerold IL von Rheinau über die geschenkten Felix- 
und Regulareliquien und bittet, der Abt möge, gleich 
dem Abt von Muri, der armen Kirche von Urseren ein 
Geschenk machen. 

Copie : Custodia p. 433. Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 239. 

1734 Jan. 29. Rheinau. Abt Gerold IL von Rheinau 1375 
(1697—1735), eröffnet die durch Fr. Thaddseus Hueber 
von Zug überbrachten Felix- und Regulareliquien aus 
Urseren und lässt dieselben durch Augustin Zurlauben 
V. Thurn und Gestelen bürg, Apostoh sehen Notar, be- 
glaubigen. 

Copie: Custodia p. 435— 489. Reg.: Eep. Ehen. I. C. I. n. 241. 

1734 Jan. 30. Rheinau. Dankschreiben von Rheinau an 1376 
den Kapuzinersuperior Bonaventura für die bei Sendung 
der Felix- und Regulareliquien gehabte Mühewaltung. 
Copie : Custodia p. 440. Reg. : Eep. Ehen. -I. C. I. n. 242. 

1734 Jan. 31. Rheinau. Dankschreiben von Rheinau an 1377 
Ammann und Rat von Urseren für die Schenkung der 
Felix- und Regulareliquien. 

Copie : Custodia p. 441. Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 243. 

1734 Jul. 6. Zug. Fr. Franz Anton, Kapuziner von Schwyz 1378 
und Vikar in Zug, schenkt seine Kreuzpartikel der 
h. Kreuzkapelle der Pfarrei Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Copie : mitg. von B.w. Hrn. Pfr. M. Waser. 



232 1734—1735 

1734 Jul. 7. Rheinau. Abt Gerold IL von Rheinau 1379 
(1697 — 1735), schenkt dem Kapuzinersuperior Bonaven- 
tura einen Kelch für die Kirche von Urseren, zum Dank 
für den Empfang der Reliquien. 

Copie : Custodia p. 442. Heg. : Bep. Ehen. I. C. I. n. 244, 

1734. Die Regierung von Solothurn schenkt der S. Ursen- 138O 
kirche daselbst ein silbernes Brustbild des sei. Nicolaus 
von der Plüe, 

Notiz : Amiet, Das St. Ursus Pfarrstift p. 436. 

1734 Dez. 2. Rom. Pranciscus VI. Pignatelli, Kardinalbischof 1381 
von Porto (1725 — 1734), authentisiert Partikeln vom 
Kreuzesholz, vom Schleier Marise, vom Mantel Jo- 
sephs, von den Gebeinen des Täufers, Joachim, 
Anna, den Eltern Marias und von S. Elisabeth, der 
Mutter des Täufers. Die Reliquien in Engelberg; 1791 

in eine silberne Monstranz eingeschlossen. 
Orig-. : Pap. Urk. Engelberg. 

1735 Mai 12. Der Basler Kirchenschatz wird besichtigt i382 
und ein Protokoll darüber aufgenommen. 

Copie : Beitr. z. Kirchengesch. v, Basel Bd. 3. 

1735 Mai 14, Rhain. Ferd. Jos. Ignat. Carl, s, Theol. Licent., 1383 
Pfarrer in Rhain, schenkt der Aebtissin Caecilia von 
Maggenau eine particula s." Crucis. 

Origr. : Arch. Maggenau. Mutmasslich ist diese eine Partikel von 
den in den Auth. 1730 od. 1733 authentisierten — welche ? Obiger Pfarrer 
hat wahi-scheinHch im Coli. Germ. Eom seine Studien gemacht und 
dort genannte ßeliquie erhalten. — Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1735 Mai 15. Basilius Matranga, Erzbischof von Achridani, 1384 
authentisiert Partikeln vom Kreuzesholz, vom Kleid 
Marise, vom Mantel Josephs, von den Gebeinen der h. 
Anna und Andreas, rekognosziert durch den General- 
vikar Kardinal Fabritius Paulutius. Die Reliquien zu 
Engelberg. 

Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1735 Jul. 24. Abt Gerold I. von Muri (1723—1751), weiht den 1385 
Altar der Kapelle zu Ar ist au und schliesst die [bis- 
herigen] Reliquien von S. Johann B. , Beatus 0., 
Maria Magdaleria, denen er Heiltura von S. Leontius 
M. R. beifügt, ein. 

Copie : Copialbuch Muri Consecr. C. 5. 



1735—1736 233 

1735 Aug. 11. od. 12. Rom. Basilius Matranga, ehem. Ba- 1386 
silianerabt, Erzbischof von Achridani, rekognosziert eine 
Partikel von der Gleisselsäule des Herrn, die von 
Kardinal Franz Pignatelli, Erzbischof von Neapel, authen- 
tisiert war. (Die Reliquie in Rheinau.) 

Copie: Custodia p. 443— 444. Beg-.: Eep. Ehen. I. C. I. n. 245. 
Die Copie gibt als Datum den 11., Hw. H. Pfr. Frsefel den 12. Aug. 

1 735 Aug. 29. Basilius Matranga rekognosziert eine Reliquie 1387 
aus dem Mantel des h. Joseph. ' 

Orig. : Stockalper Archiv p. 114; mitg. v. Hw. Hrn. Prof. Imesch. 

1736 Feb. 12. Konstanz. Franz Johann Anton von und zu 1388 
Sirgenstein, Bps. Uthinensis Suffragan und Generalvikar 

von Konstanz, beglaubigt Reliquien vom Gebein und 

Gewand des sei. Märtyrers Fidelis von Sigmarigen. 

Copie : Custodia p. 442—443. Reg-. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 245. 

1736 März 27. Einsiedeln. Nicolaus IL, Abt von Ein- 1389 
siedeln, schenkt und beglaubigt dem Franz Johann 
Anton [v. Sirgenstein], Weihbischof von Konstanz, Re- 
liquien von SS. Meinrad M., Moriz, Vital und Eustach. 
Copie : Auth. SS. Eel. p. 306—308. 

1736 März 28. Qhur. Joseph Benedikt (von Rost), Bischof 1390 
von Chur (1728 — 1754), schenkt eine authentische Reli- 
quie des sei. Fidelis von Sigraaringen M. an P. Felix, 
Kapuzinerprediger und Beichtvater aus Schwyz. Dieser 
gibt sie dem Fr. Anton Maria Kapuziner aus Luzern, 
durch welchen sie nach Kloster Katharinenthal gelangt. 
Mitg. von B.w. H. Pfr. Frjefel. 

1736 Jun. 8. P. Processus Schnoffenberger , Kapuziner, 1391 
schenkt seinem ehemaligen Hauslehrer P. Blasius Hart- 
mann in Rheinau eine Partikel von der Geisseisäule 
des Herrn. 

Copie : Custodia p. 443. 

1736 Sep. 2. Authentik für Reliquien der hh. Clemens M., 1392 
Benedictus M., Dilectus M. und Urbanus M. zu 
Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Reg. : Eeliquienarchiv des Verf. 

1 736. Franz Johann Anton [v. Sirgenstein], Weihbischof von 1393 
Konstanz [1722 — 1738], erhält Reliquien von S. Meinrad, 
Moriz, Vitalis M. und Eustachius M. dem Nothelfer 



234 1736—1737 

aus dem Schatz von Einsiedeln. Die Moriz- und 
Vitalispartikeln stammten aus einem Hörn, die des h. 
Bustach aus einem Schrein (sarcophagus E.). 
Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1 736. P. Gregor Scheytter, Konventual zu Ebersheimmünster, 1394 
stellt sechs Fragen, die Aechtheit der Dornen zu Oth~ 
marsheim und Muri betreffend, an das Stift Othmars- 
heim ; das Schema wird übersandt durch P. Gregor Müller, 
. Gustos Sacrarii. 

Copie : Copialbuch Muri Q. 4. 

1737 Jan. 6. Othmarsheim. Die Aebtissiu de la Touche 1395 
von Othmarsheim schreibt dem Herrn v. Landenberg" 
wegen der von seinem Vorfahren gestifteten h. Dornen; 
die sonnenförraige Monstranz zeigte die Emailinschrift : 
die . drey dör , v . Chri . Crön auch , das brots . da . 
Chri . mit . seine jung- as . auch . v . heyligen Grits sey . 
dis . got . zu lob . ehr und Preis, daneben die Wappen 
Hohenlandenberg und Breitenlandenberg mit den Initialen 
EF V H und V . B . L und der Zahl 1603. Sie berichtet 
über die bischöflich basel'sche Approbation und die päpst- 
liche Indulgenz. 

Copie : Copialbuch Miiri Q. 9 ; deutsehe und französische Aus- 
fertigung. . - 

1737 Mai 3. Gussenheim. P. Gregor Scheytter 0. S. B. von 1396 
Ebersheimmünster, Pfarrer in Gussenheim, schickt dem 
P. Leodegar zu Muri die verlangte „Elucidation" wegen 
des h. Dorns, die vier Monate bei Herrn v. Landenberg 
hegen geblieben war (vgl. 1787 Jan. 6.). 
Copie : Copialbuch Mm*i Q. 8. 

1737 Sep. 20. F. Vincentius Bragadenus, Bischof von Scar- 1397 
dona (1733 — 1753), authentisiert Partikeln vom Gebein 
des sei. Joseph von Leonissa C. Sie kamen au Kaplan 
Sebastian Joachim Weber in See wen und dann nach 
Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Coi>ie : Mitg. von Ew. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1737. Ein Luzerner Ratsherr erhält eine Kreuzpartikel; sie 1398 
gelangte nach Muri, 

JVotiz : Copialbuch Muri M. 8. 

1737. Die Ursulinerinen zu Luzern erhalten aus dem Schatz zu 1399 

EinsiedelnzweiGebeine vonGefährtinen der h. Ursula. 
Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 



1738—1739 235 

1738 Jan. 6. F. Vincentius Bragadenus ord. Cap., Erzbischof 1400 
von Scardona (1733—1753), authentisiert eine Partikel 
von S. Alexius 0. Sie liegt in Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Reg". : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1738 Aprils. S. Gerold. P. Maurus v. Roll, Propst zu S. 1401 
Gerold, beglaubigt ein os sacrum von S. Gerold und 
schickt es dem Abt von Einsiedeln. 
Copie : Copialbuch Muri P. 2. 

1738 Apr. 14. Einsiedeln. Abt Nikolaus IL von Ein- 1402 
siedeln (1734—1773) schenkt dem Abt Benedikt Studer 
von Muri auf seinen Wunsch eine Partikel von S. 
Gerold samt einem Zeugnis des Propstes Maurus zu S. 
Gerold vom 8. Apr. 1738. 
Copie: Copialbuch Muri P. 1. 

1738 Mai 24. Giuseppe Maria Mattei, Sohn und Erbe des 1403 
Antonio Mattei, schenkt den Leib des h. Julian M. R. 
der Pfarrkirche Cevio. 

Notiz : Borrani Ticino sacro p. 172. 

1738 Dez. 2. F. Vincentius Bragadenus ord. Cap., Bischof 1404 
von Scardona (1733—1753), authentisiert Partikeln von 
den Gebeinen der h. Anna. Sie kamen nach Schwyz. 
Ori?r. : Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hi-n. Pfr. M. Waser. 

1738. Der Nuntius Georg Spinola erhält aus dem Schatz von 1405 
Einsiedeln Reliquien von S. Meinrad, von S. Georg 
M. (aus der Area des h. Valentin), von S. Benedictus 
Patriarcha und S. Placidus M., dem Schüler Benedikts 
(beide aus der Area der Meinradsstatue). 

Orig.: Notiz in Ms. A. T2D. 31. Stiftsarch. Einsiedeln. 

1738. Venantius Philippus Pier, Ceremoniarius des Nuntius 1*06 
Spinola, erhält aus der Area der Meinradsstatue zu Ein- 
siedeln Partikeln von S. Meinrad und S. Benedikt. 
Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1738. Aus dem Schatz von Einsiedeln erhält das Kloster 1407 
Muri eine Partikel von S. Gerold, deren andern Teil 
Abt Gerold von Rhein au bekommen hatte. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1739 Jul. 8. Stans. L. Anton Maria Zeiger, Beichtiger zu 3408 
S. Clara in Stans, schreibt dem Prior von Engelberg 



236 1739—1740 

wegen der Gebeine des h. Dominicus und der betr. 
Kosten. 

Oriff. : Pap. Urk. Engelberg. 

1739 Aug. 31. Authentik für Reliquien der hh. Probus M., 1409 
Auster M., Lucida M. und Pacifica M. in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. B.eg'. : Keliquienarchiv des Verf. 

1739. Als „Einsidlischer Heiligen-Kalender" erscheint ein 1410 
nach dem Kalender geordnetes Verzeichnis der Reliquien 
des Stifts Einsiedeln. Der Verfasser erwähnt je weilen 
an ihren ordentlichen kirchlichen Festtagen die Heiligen, 
deren Heiltum vorhanden ist ; unbekannte und getaufte 
Reliquien schiebt er nach Belieben an den vakanten 
Monatstagen oder als zweite Patrozinien ein. Bei be- 
deutenden Reliquien folgen Notizen wie „ganzer h. Leib"; 
„h. Haupt" u. s. w. Das Verzeichnis umfasst u. a. alle 
Heiligen und Seligen, die mit dem Stift in Verbindung 
stehen. 

Druck : Dreyfacher Ehrenkrantz St. Meinradi Dass ist Einsidlische 
In da-ey Theil verfaste Cronik. Einsidlen, Meinr. Eberlin 1739. 17 
unpagnierte Seiten, nach dem Vorwort. 

1740 Jan. 1. Authentik für eine Reliquie vom Pallium des 1411 
h. Joseph in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Reg. : Eeliquienarchiv des Verf 

1740 Jan. 6. Vincentius Bragadenus ord. Cap., Bischof von 1412 
Scardona " (1733 — 1753) , bestätigt Partikeln vom h. 
Kreuzesholz. Auf der Rückseite : Luzern 1741 Mai 24. 
Carl Franz Durinus, Bischof v. Rhodus und Nuntius, 
gestattet Verehrung und Ausstellung dieser Reliquien. 
(Wertenstein.) 

Orig.-: Pap. ürk. St. A. Luzern. 

1740 Jan. 25. Rom. Phihpp Spada, Erzbischof von Theo- 1413 
dosia u. s. w., beglaubigt eine Partikel vom Gebein des 
h. Maurus Abbas aus authentischer Quelle. (In Rheinau.) 
Copie : Custodia p. 448. Reg. ; ßep. Ehen. T. C. I. n. 251. 

1740 Peb. 1. Authentik für Rehquien des h. Augustin und 1414 
der h. Ruf in a in Sarnen. 

Orig.: Pfarrarchiv Sarnen, Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrhelfer Küchler. 

1740 Sep. 4. Authentik für Reliquien des sei. Bruders Klaus 1415 
in Sarnen. 

Orig. : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarhelfer Küchler. 



1741 237 

1741 Feb. 12. Velletri. Cajetanus de Paulis Eps. Cäradensis, 1416 
Suffragan des Kardinalbischofs Petrus Ottoboni rekognos- 
ziert Partikeln vom Grebein der h. Monica Vid. Die- 
selben kamen nach Schwyz. 

Orig, ; Schwyz. Copie : Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1741 März 4. Landvogt Wagner und seine Frau Maria Magda- 1417 
lena, geb. v. Roll, stiften der Ursen kirche zu Solothurn 
ein silbernes Brustbild der h. M. Magdalena. 
Notiz : Amiet, Das S. Ursüs Pfarrstift p. 437. 

1741 Apr. 15. Sezze. Fr. Joachim Maria Oldus, Bischof von 1418 
Terracina (1726 — 1749) u. s. w., authentisiert Partikeln 
von S. Bartholora-aeus Ap. Die Rehquien in Engel- 
berg. 

Oi'ig'. : Pap. Urk. Engelberg. 

1741 Dez. 16. Rom. Philipp Spada, Erzbischof von Theo- 1419 
dosia u. s. w., beglaubigt eine Kreuzpartikel aus 
authentischer Quelle. (In Rh ein au.) 

Copie : Custodia p. 449—450. Reg. : Eep'. Ehen. I. C. I. n. 252. 

1741. Die Bürger von Magliaso ersuchen den Bischof von 1420 
Como um Erlaubnis zur feierlichen Translation des h. 
L. Vetius Macarius M. R. ; diese wird am 20. Dez. 
bewilligt. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 1 84. 

1 74 1 . Die vom Hauptmann Pfyffer von Altishofen geschenkten 1421 
Leiber der h. Benedictus M. R. und Columba M. R. 
aus dem Coemeterium des CaUistus werden in Kath- 
ririenthal ausgestellt, 

Notiz: lüihn, Thurg. Sacra lü. p. 188. 

1741. Notar Christian Gertschen lässt die grosse Reliquie 1422 
des h. Diodor M. R. zu Ulrichen neu fassen und auf 
dem von ihm gestifteten Ulrichsaltar aufstellen; derselbe 
schenkt eine „Heiltem-Hand", die bei den Prozessionen 
herumgetragen wird. 

Orig. : Bericht des Kapellbaues von 1720 im Gemeindearchiv 
Ulrichen. Notiz : P. Am Herd, Denkwürdigkeiten p. 27. 

1741. Die Reliquien des Hochaltars zu S. Urban werden 1423 
auf einen Nebenaltar zu Rickenbach versetzt. 
Mitg. von H. Dr. Th. v. Liebenau. 



238 1742 

1742 Jan. 22. Authentik für Reliquien der hh. Bernhard 1424 
Ab. und des Philipp Neri Cf. in Frauenthal. 
Orig. : Frauenthal. Regr. : ßeliquienarchiv des Yerf. 

1742 Jan. 29. Viterbo. (N. N.) Patritius Romanus, Bischof 1425 
von Viterbo, päpstl. Hausprälat und Thronassistent, be- 
stätigt ein petium veli nigri aus dem Grab der h. Rosa 
von Viterbo. (Neu-S. Johann.) 

Copie : Hierogaz. p. 156. Ein Bischof dieses Namens findet sich 
nicht in Grams Series Epp. p. 738. — Dagegen regiert von 1731 — 1748 
Alexander Abbati, der wahrscheinlich römischer Patricier war, vgl. die 
Urk. von 1743 Jul. 15. 

1742 Feb. 17. Rom. Fr. Thomas Oervioni a Monte Ilcino, 1426 
Erzbischof, päpstl. Thronassistent u. s. w., schenkt dem 
Joan. Daniel von den Gebeinen der hh. MM. Amatus 
und Beata aus dem Coemet. Calisti. (Wertenstein.) 
Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1742 Feb. 17. Rom. Fr. Thomas Oervioni a Monte Ilcino, 1427 
Erzbischof, päpstl. Thronassistent u. s. w., schenkt der 
Frau Mar. Magd. Penish (?) von den Gebeinen der hh. 
Amantius und Deodata. (Wertenstein.) 
Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1742 Mai 25. Rom. Fr. Silvester Merani, Bischof von Por- 1428 
phyreon u. s. w., schenkt und authentisiert dem Heinrich 
Huwiller Reliquien von den Gebeinen der hh. Placidus 
und Benedikt MM. RR. aus dem Coemeterium des Oal- 
listus. Die Reliquien in Engelb^rg. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1742 Jun. 11. Rom. Ferdinand Maria, Erzbischof von Tarsus. 1429 
u. s. w. rekognosziert Kreuzpartiken, ferner Reliquien 
von Gebeinen der hh. Johannes Bapt., Barbara V.M., 
Didacus, Laurentius Levita, Paschalis, Franz v, 
Paula, Elisabeth, Franz Solanus, Catharina V.M., 
Petrus V. Alcantara, Clara V. und vom Cilicium des 
h. Franz v. Assisi. (In Altenburg und Rheinau.) 
Copie: Custodia p. 253— 254. Reg.: Rep. ßhen. I. C. I. n. 25t. 

1742 Jul. 18. Reate. Thomas Severinus Patritius, Archi- 1430 
diacon von Reate und Eps. Trycomiensis, bestätigt eine 
schon von Dionisius Pseraqustinus Eps. Septempe- 
tanus rekognoszierte Reliquie von S. Johann Baptista. 
In Neu-S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 367—368. 



1742—1743 239 

1742 Jul. 23. Die von Brzbischof Perd. v. Tarsus rekognos- 1431 
zierten Reliquien gelangen durch den Kapuzinerguardian 
P. Perfectus an P. Hieronymus Natter und in die Sa- 
kristei von Rheinau. 
Copie: Custodia p. 451. 

1742 Okt. 19. Rom. F. Silvester Merani Januen (sis) Eps. 1432 
Porphyriensis, Sacrarii Apostolioi Prsefectus und Thron- 
assistent, schenkt dem Bernard Franck von Franckenberg 
1. V. D., Generalvikar zu S. Gallen, einen Teil vom 
Schädel der hh. Benedict Placid und Victor MM. 
aus dem Coemeteriiim des Callistus. 1755 Apr. 10. 
schenkt Coelestin die Benedictusreliquie nach Neu-S. 
Johann. 

Copie : Hierogaz p. 371—373. 

1742 Sep. 16. Eine Kreuzpartikel, geschenkt durch Anton 1433 
Obmeyer, wird feierlich von Rheinau nach Altenburg 
übertragen und vom Gustos P. Basilius v. Greuth dem 
Pfarrer Dom. Buechmann eingehändigt. 

Copie : Custodia p. 452. Re^. : Rep. Rhen. I. C. I. n. 255. 

1742. Authentik für Reliquien der hh. Franz und Chri- 1434 
stoph in Zug. 

Reg. : Pfarrarehiv Zug. 

1743 Jan. 3. Rom. Fr. Thomas Cervioni Archiep. Porphyr., 1435 
schenkt dem Ritter J. Aloisi Pfiffer v. Altishofen 
sacrum corpus S. ßenedicti M. cum vase sanguinis 

e coemet. S. Callisti. Dieser schenkte den h, Leib seiner 
Schwester M. Ottilia Pfiffer in Altishofen, Klosterfrau in 
S. Oatharinenthal, dat. Rom 1743 Apr. 28. 

1743 Apr. 3. Rom. Fr. Thomas Cervioni a monte Ilcino, 1436 
Patrit. Sen. Archiep. Porphyr, sacr. apli. prsef., schenkt 
der S. Maria Ottilia Pfiff er v. Altishofen, Nonne zu 
Catharinathal S. corpus Columbse mart. cum ejus 
vase sanguinis e coemet, S. Callisti. (absque officio et 
missa). 1741 (?) Jun. 27. authent, durch den General- 
vikar von Konstanz d. h. visiert. 
jffotiz : F. Kuhn, Thurgovia sacra. 

1743 Jul. 15. Alexander de Abbatibus, Bischof von Viterbo 1437 
(1731 — 1748) u. s. w., authentisiert eine Partikel von S. 
Paschalis de Baylon C. Sie kam nach Schwyz. 
Orig. : Schwyz. Reg. : Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 



240 3 743— 1744 

1743 Okt. 31. Rheinau. Der Abt Benedict von Rheinau uss 
(1735 — 1744), der apostolische Notar Prior Bern. Rusconi, 
der Custos Basilius v. Geuth und Joh. Ulr. Kuonz, 
Sekretär des Klosters, rekognoszieren drei Capsse mit 
Reliquien von S. Victorin , Candidus , Prosper, 
Valentin, Modestus, Fausta und SeveraMM. RR. 

Copie: Custodia p. 461. Beg.: Rep. Ehen. I. C. I. n. 259 ; 
Rusconi wurde als Bernhard II. Abt von Rheinau (1744 — 1763). 

1743 Dez. 4. Authentik für Reliquien des h. Felix M. 1439 
(M. R.) in Sarnen. 

Orig. : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler 

1743. P. Bernhard Rusconi verfasst einen Thesaurus sacra- 1440 
rum Reliquiarum quse Rhenovii asservantur; er umfasst 
das Heiltum von S. Agape M, R. , Aurelia, Basilius 
M.R., Benedict, Benignus, Blasius, Bonifaz, Coelestin 
M.R., Candida, Clemens M., Clemens M.R., Clarus, der 
Geisselsäule, Constantia M. R., dem h. Kreuz, Deo- 
dat M. R., Felix und Regula, Findan C, Call, Ge- 
rold, Honestus M., Januarius Ep. M. , Illuminata 
M. R., den Innocentes, Jucundina M. R., Justa M. R., 
Moriz, Nicol. Rusca, Placid M. R., Polycarp M. R.> 
Sebastian, Simplex, Sturmi, SulpitiusM., Synesius 
M.R., Theodora M.R., Victoria M. R., Vincentia 
M. R., Ursus und Gefährten, Ursula und Gefährtinen/ 
nebst einem Verzeichnis der 1143 im grossen Schrein 
eingeschlossenen Reliquien. 

Orig-. : P. Bern. Rusconi in Bullae, Diplomata Dotationes aliseque 
litter« etc. Pars III. 1743 p. 656—676. Stiftsbibl. Eins. Ms. n. 502. 

1743. Der Prior der Abtei Saint-Benoit(-sur-Löire}, ord. 1441 
canonic. Regul. S. Aug., erhält aus dem Schatz von Ein- 
siedeln Reliquien (deren Namen nicht angegeben wird). 
Orig. : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1744 Jan. 22. Rom. P. Hieronymus Maria de Allegris (AUegri) 1442' 
Florentinus, Patritius Romanus, Exgeneral der Serviten, 
Bischof von Cagli (1726 — 1744), päpstlicher Hausprälat und 
Thronassistent, verschenkt und bestätigt Reliquien des h. 
Nicolaus Ep., die aus authentischer Quelle stammen. 

Sie gelangen 1773 Dez. 4. nach Neu-S. Johann. 
Copie: Hierogaz. p. 451. 



1744—1745 241 

1744 Mai 14. Prseneste. Vincentius Petra, Kardinalbischof 1443 
von Prseneste (1740 — 1747), authentisiert Reliquien vom 
Pallium des h. Joseph. 
Orig. : Pfarrarchiv Uznach. 

1744 Jul. 21. Abt Emanuel von Engelberg (1731—1749) 1444 
überträgt die Gebeine der sei. Adelhelm Ab. und 
Conrad von Seldenbüren, die am Tag nach dem Brand 
der Kirche vom 30. Aug. 1729 ausgegraben worden 
waren, in ein neues Mausoleum. Unter den zahlreichen 
Zeugen des feierlichen Aktes figuriert auch der Architekt 
Jakob Bär, der das Monument verfertigt hatte. 

Orig. : Ui-k. von P. Carolus Breni. Gopie : aufg. 1858 Cista F. 
Engelberg. 

1744 Aug. 3. Der Arm- oder Beinknochen des h. Gerold 1445 
zu Rheinau wird in einen silbernen Arm, der bisher 
Pintansreliquien enthielt, eingeschlossen. 
Copie : Custodia p. 379. 

1744 Aug. 18. Authentik für Reliquien der hh. Apostel 1446 
Peter und Paul in Sarnen. 

Orig". : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1744 Dez. 23. Authentik für Reliquien des h. Donatus M. 1447 
(R.) in Sarnen. 

Orig. : Pfarrarchiv Sarnen. Mifcg. von B.w. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1744. Joh. Anton. Stephan Graf v. Mohr in Letsch (Tirol) 1448 
erhält aus dem Schatz von Einsiedeln Reliquien von 
S. Alban M. und S. Vincenz M. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T2D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1744. Der Leib des h. Julianus M. R. wird von Rom nach 1449 
Sarnen übertragen. 

Notiz : Küchler, Chron. von Sarnen p. 429. 

1744. Ein silbernes Bild mit Reliquien des h. Helias, Bi- I4ö0 
schof von Sitten, die von den Kanonikern von S. Julius 
in Orta gestiftet waren, pflegt an den höhern Kirchen- 
festen zu Sitten ausgestellt zu werden. 

Notiz : Seb. Briguet, Vallesia Christiania 1744 p. 60. 

1745 März 8. General Wolfg. Ign. Wirz erhält Leib und 1451 
Blut des h. Deodat M. R. samt Authentik; er schenkt 
diesen Leib später der Kirche von Sarnen. 

Notiz : Küchler, Chron. von Sarnen p. 476. 

16 



242 ^ 1745—1747 

1 745. Bischof Ferdinand Maria de Rossi schenkt dem Gio. Batt. 1452 
Maderni von Capolago den Leib und die Ampulle des 
h. Pelicianus M. E,. ; Maderni vergabt das Heiltum an 
die Propsteikirche von Mendrisio. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 185. 

1746 März 20. Der Leib des h. Julianus M. R., prächtig 1453 
gefasst durch den Kaplan bei den Klosterfrauen zu Stans, 
wird aus der Kapelle im Dorf nach der Pfarrkirche 
Sarnen übertragen. Die Passung kostete, alles inbegriffen, 
628 Gl. 24 Seh. 

Notiz : Küchler, Chron. von Sarnen p. 476. 

1746 Apr. 13. Authentik für eine Kreuzpartikel in Sarnen. 1454 
Orig, : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1746 Apr. 29. Gaspare Ruggia erhält in Rom den Leib des 1455 
h. Victorius M. R. aus dem Coemeterium des Callistus; 
er schenkt ihn dem Carlo Pranzoni von Carapo, dieser 
der Kirche seiner Heimatsgemeinde 1751. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 167. 

1746 Jul. 31. Abt Gerold von Muri weiht einen Altar 1456 
zu Waltenschwyl und schliesst Reliquien von SS. 
Leontius, Benedict, Pius, Hippolyt, Julian, Pam- 
philus, Marcellus, Pelix, Constantius, Bandida, 
Anastasia [MM. RR.] und unbekannten Heiligen ein. 
Copie : Copialbuch Muri Consecr. B. 2. 

1746 Okt. 9. Authentik für eine Partikel des Schleiers der 1457 
h. Jungfrau und des Gewandes (pallium) des h. Joseph 

in Prauenthal. 
Orig". : Trauenthal. 

1747 Jan. 18. Abt Coelestin IL von S. Gallen (1740—1767) 1458 
rekognosziert den Leib des h. Julianus M., davon nahm 

er ein Gebein, das er nach Neu-S. Johann 1755 Apr. 10. 
schenkte. 

Copie : Hierogaz. p. 377—378. 

1747 Dez. 17. Landammann und Rat von Schwyz beschliessen, 1459 

dass der Kirchenvogt an die Kosten von Passung und 

Transferierung des Nazariusleibes 60 Gulden zuschiessen . 

solle. Der Leib lag damals auf dem Jakobsaltar der 

Pfarrkirche Schwyz. 

Orig-.: Eecess in Schwyz, Kirchenlade. Copie: Mitg. von Hw. 
Hrn. M. Waser. 



1747—1748 243 

1747. Authentik für Reliquien des h. Pidelis M, (von Sig- 1460 
maringen) in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Heg. ; Reliquienarchiv des Verf. 

1747. Centenarfeier der Leontiustranslation zu Muri. i46l 
Vgl. oben Reg. 759. 

1747. Lob-Red zu Ehren des heil. Märtyrers Leontius 1462 
(M. R.), da die erste Uebersetzung seines hl. Leibs nach 
100 Jahren begangen wurde, gehalten. Von A. Pfyffer, 
Luzern; in 4^ 57 Seiten. 
Druck. 

1748 Jan. 27. Rom. Fr. Michael aus Zug schreibt dem Abt 1463 
von Ein siedeln, ausser einem schon erwähnten h. Leib 
habe er noch den des h. Tuscus M. R. gefunden, der 
wie ersterer gegen eine Gebühr von 120 Scudi zu haben 
sei. Wenn der Abt einverstanden sei, möge er es be- 
richten und dann zwei Männer zur Abholung der Reli- 
quien nach Rom senden. 

Orig.: Ms. A. T2D. 27. Stiftsarchiv Einsiedeln 

1748 Jun. 9. Nicolaus IL, Abt von Einsiedeln (1734—1773), 1464 
schenkt der Sennenbruderschaft zu Schwyz Reliquien 
von S. Ursula, von der Gesellschaft S. Morizens, 
S. Lucidus M., Emeritus M., Modestus M., Illumi- 
natus M., Reparatus M., Venustus M., Amatus M., 
Christina M. 

Orig. : Schwyz C. N. 3. Copie: Mitg. v. Rw. Hx-n. Pfr. M. Waser. 

1748 Jul. 8. Abt Gerold von Muri weiht einen Altar zu 1465 
Anglikon und schliesst Heiltum ein von S. Saturnin, 
Felix, Marcellus, Secundilla und Gefährten der h. 
Ursula V.M. 

Copie : Copialbuch Muri Consecr. L. 1. 

1748 Aug. 19. Altdorf. Friedr. Alfons Fessler schreibt an 1466 
P. Adelrich Petritsch zu Einsiedeln und ersucht um 
110 Louis-Thaler als Kosten der Beschaffung und des 
Transports der Juslus- und Tuscusreliquien. 
Orig. : Ms. A. T^D. 28. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1748 Sep. 29. Der Körper des h. Julianus M. wird ins 1467 
Frauenkloster Notkersegg transferiert. 
Jfotiz : Hierogaz p. 377. 



244 1749 

1749 Mai 5. Rom. Fr. Jo. Anton Guadagni, Kardinal ues 
und Generalvikar, schenkt dem Abt von S. Gallen Re- 
liquien von Felicissimus, Justa, Gaudiosus, Bono- 
sus, Clemens, Rogatus, Serenus und Victoria aus 
dem Coemeteriura der Priscilla. (Abt Coelestin IL re- 
kognosziert sie 1749 Jul. 2.) Kamen teilweise nach Neu- 
S. Johann. 

Orig. : St. Gallen, Copie : Hierogaz p. 374—375. Joann. Anton. 
Guadagni , Bischof von Arezzo 1724 — 1732 , Bischof von Frascati 
1750—1756, Bischof von Porto 1756—1759, Kardinal 1731. 

1749 Peb. 6. Authentik für Reliquien der hh. Prosper, 1469 
Gonstantin und Placidus in Sarnen. 

Orig.: Pfarrai'chiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1749 März 4. S. Severino. Joseph Vignoli, Bischof von S. 1470 
Severino (1746 -1757), authentisiert Partikeln von den 
Gebeinen des h. Johannes NepomucenusM. Sie kamen 
nach Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Copie : Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrer M. Waser. 

1749 März 31. Rom, Fr. Jo. Ant. Guadagni, Kardinalpres- 1471 
byter von S. Martino in Montibus, schenkt dem Hieronym. 
Ruggia einen Beinknochen (crus) von S. Justin M. R., 
ferner Reliquien von S. Blandus M. R., Redemptus 
M. R., Bona und Desideria MM. RR. aus dem Coeme- 
terium der Priscilla. Die Reliquien kamen nach Schwyz. 
Orig. : Schwyz K. N. 15. Copie : Mitg. v. Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1749 Mai 23. Gio. Batt. Maderni, Verwandter des Bischofs 1472 
Neuroni von Como, rekognosziert den Leib des h. Peli- 
cianus M. R. als Donator desselben zu Mendrisio. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 1 85. 

1749 Jun. 23. Franz Carl Joseph Pugger, Graf von Kirch- 1473 
berg und Weissenhorn, Freiherr u. s. w-, Bischof von 
Domitiopolis und Domherr zu Konstanz, weiht zu 
Rh ein au einen Altar in der Ehre der h. Jungfrau von 
Loretto, des h. Franz Seraph., des h. Antonius v. Padua, 
des h. Heinrich C. (König), der h. Kunigund V. und 
schliesst Reliquien ein von. den hh. Januarius, Sim- 
plicius. Marianus, Dionysius, Martialis MM. (RR.) 
und von Margaritha V. M. 

Orig.: Pap. Urk. Pfarrarchiv Rheinau. Copie: Custodia p. 470 
u. 482. Beg, : Rep. ßhen. I. C. I. n. 263 u. 273. 



1749—1750 245 

1749 Jun. 23. Pr. Carl Jos. Pugger, Bischof von Domitio- i474 
pplis u. s. w., weiht zu Rhein au einen Altar in der 
Krankenkapelle in der Ehre der h. Schmerzensmutter, 
des h. Alexander P. M., der hh. Thebäer MM. und des 
h. Benedict Abb., und schliesst Reliquien der hh. Ba- 
silius, Georg, Pelagius, Marianus, der HH. aus der 
Gesellschaft von S. Urs, der hh. Mönche von Oara- 
digna darin ein. 

Copie : Custodia p. 471 u. 484. Reg. : Rep. Rhen. I. C. I. n. 264 
n. 274. 

1749 Dez. 17. Rom. Pr. Silvester Merani authentisiert dem 1475 
Joseph ad hem Wasser (so I) Reliquien von den Gebeinen 

der hh. Bonifaz, Victorin, Crescentius und Ireneus 
MM. RR. aus dem Coemeterium des Calistus. 
Orig-. : Pap. Urk. Engelberg. 

1750 Peb. 6. Rom. Joannes Antohius Guadagni, Kardinal- 1476 
presbyter von S. Martin ad montes, authentisiert eine 
Partikel von den Gebeinen der h. Barbara V.M. Die 
Reliquie kam nach Kaltbrunn. 

Orig. : Pfarrarchiv Kaltbrunn ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1750 März 17. Rom. Pr. Silvester Merani schenkt und 1477 
authentisiert dem Kaspar Smuchi (Schmucki) Reliquien 
von den Gebeinen der hh. Optatus und der Amata 
MM. aus dem Coemeterium des Calistus. Sie gelangten 
nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarchiv Goldingen; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1750 März 18. Rom. Pr. Silvester Merani schenkt und 1478 
authentisiert dem Nikolaus Hieronymus Hoffmann Reli- 
quien von den Gebeinen der hh. Purpuratus und 
Emerita MM. aus dem Coemeterium der Calistus. vSie 
kamen nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarchiv Goldingen ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1750 März 20. Authentik für Reliquien des h. Ludovicus 1479 
Rex Conf. zu Prauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Reg. ; Reliquienarchiv des Verf. 

1750 März. 20. Authentik für Reliquien der hh. Germ an us 1480 
und Illurainatus in Sarnen. 

Orig. : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1750 März 28. Authentik für Reliquien der hh. Desiderius, 1481 
Germanus und Paustus in Sarnen. 

Orig. : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 



246 1750 

1750 März 30. Authentik für Reliquien der hh. Laudatus 1482 
und Martialis (MM. RR.) zu Sarnen. 

Orig-. : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler- 

1750 März 30. Authentik für Reliqiuen der hh. Donatus " U83 
und Coronatus (MM. RR.) in Sarnen. 

Orig : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Ew. Hrn. Pfarrh. Küehler. 

1750 März 30. Authentik für Reliqiuen der hh. Celsus und 1484 
Defendens (MM. RR.) in Sarnen. 

Orig. : Pfjirrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1750 März 30. Authentik für Reliquien der hh. Vitalis und i485 

Reparatus in Sarnen. 

Orig. : Pfarrarchiv Sarnen. Mitg. von Hw. Hrn. Pfarrh. Küchler. 

1750 Mai 4. »Authentik für Reliquien des h. Thomas Ap., i486 
des h. Matthseus Ap. Ev. und des h. Bernhard Ab. zu 
Prauenthal. 

Orig. : Frauenthal. 

1750 Mai 29. Rom. Franz Jos. Fuchs, Pfarrer in Schmeri- 1487 
kon, erhält aus den Katakomben des h. Cahstus Gebeine 
der hh. MM. Maximus, Defendens, Adauctus. 1750 
Jun. 1. Gebeine der hh. MM. Placidus, Liberatus, 

Lucidus. 

Notiz : nach einer nicht mehr vorhandenen Authentik. Pfarrarchiv 
Schmerikon; mitg. von Hw. Hi'ri. Pfr. Frsefel. 

1750 Jun. 12. Bologna. Franciscus Abbas Cotogni, Nob. 1488 
Neapolit., J. U. D. Protonot. Apl. und Generalvikar, 
authentisiert Reliquien de cilicio des h. Franz von 
Assisi und de carne resoluta von S. Joseph v. Leonissa. 
In Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 459. 

1750 Okt. 27. (?) Rom. Fr. Silvester Merani authentisiert 1489 
Reliquien von den Gebeinen der hh. Bonus und Repa- 
ratus MM. RR. aus dem Ccemeteriura des Calistus. Die 
Gebeine in Engelberg. 

Orig.: Pap. Urk. Engelberg; das Tagesdatum besteht aus einem 
Zeichen, das wie ein kleines kursives N aussieht, und einer 7. 

1750 Okt. ? Rom. Fr. Silvester Merani, Bischof von Por- 1490 
phyreon u. s. w. authentisiert Reliquien von den Gebeinen 
der hh. Peregrinus und Amandus MM. RR. aus dem 
Ccemeterium des Calistus, Die Reliquien in Engelberg. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg ; das Tagesdatum der Urk. vermag 
ich nicht mit Sicherheit zu lesen. 



1750—1751 247 

1750 Nov. 14. Rhein au. Abt Bernhard IL von Rh ein au 1491 
weiht einen Altar auf der Evangelienseite, ausserhalb 
des Chors in der Ehre der hh. Fintan und Benedict, 
Blasius, Alexander P., Theodul, Johann v. Nepomuk, 
Patricius, Eucharius und Carl Borromseus und schliesst 
ReUquien ein von den h. Cornelius M,, Margarita 

V.M. und Fintan C. 

Orig. ; Pap; Urk. PfaiTarchiv Kheinau. CopLe ; Custodia p. 487. 
Meg. : Eep. Khen. I. C. I. n. 277. 

l750Nov.21.Chur. Jos. Bened.Eps. Cur. (1728— 1754), schenkt 1492 
und authentisiert Reliquien des sei. Pidelis v. Sigma- 
ringen M. der wohlehrw. Schwester M. EHsabeth Jauch, 
Oberin b. obern hl. Kreuz in Altorf. Kam nach S. 
Katharinathal. 

1750 Dez. 1. Authentik für Reliquien des h. Prosper M. R. 1493 
(6 Partikeln) und des h. Pirmus M. R. in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Reg. : Reliquienarchiv des Verf. 

1750. Authentik für Reliquien der h. Barbara in Zug. 1494 

Reg". : PfarrarcMv Zug. 

1750. Unter Pfarrer Baidinger wird das hunderj ährige Jubi- 1495 
iäum der Uebertragung des h. Castorius M. R. zu Rohr- 
dorf gefeiert. 

Ifotiz: Badener Volksblatt 1899 Sep. 21. n. 112. 

um 1750. Die Gebeine der h. Clara M.R. werden aus Rom i496 
nach Bellelay gebracht. [Jetzt in Genevez.] 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 103. 

um 1750. Reliquien der h. Anna zu Au (Thurgau) werden 1497 
authentisiert. 

Notiz : Kuhn, Thurg. sacra I. p. 20. 

1751 Feb. 26. u. 27. Abt Bernhard IL Rusconi von Rheinau 1498 
(1744 — 1753) nimmt in Gegenwart von Zeugen die Reli- 
quien aus den Lipsanotheken und rekognosziert sie einzeln. 

Es folgt das Verzeichnis aller in 4 Silberstatuen, 2 Tafeln 
und 4^ Pyramiden eingeschlossenen Heiligtümer, unter- 
zeichnet vom Kustos Fr. Gerold Müller, Apostolischem 
Notar. 

Copie : Custodia p. 490—495. Reg. : Rep. Ehen. I. n. 280. 

1751 Feb. 27. Bei der Revision der Reliquien von Rheinau 1499 
finden sich Authentiken für 1) eine Partikel des Schleiers 



248 1751—1752 

Marise, verehrt durch Carl PhiHpp Eraanuel Trivulzio, 
Vetter des Cardinais Trivulzio, an Oswald Lätter, Priester. 
2) Drei Partikeln von S. Donat M. R, geschenkt von 
der Aebtissin Benedicta in Hermetschwyl an J. Bernard, 
Abt von Rheinau 1657 Okt. 22. 3) Von S. Marga- 
re tha V.M. aus Köln, geschenkt von einem Kapuziner 
zu Baden an F. Basilius Iten. Diese Reliquien werden 
in zwei von den s. d. 1751 genannten Statuen einge- 
schlossen. 

Copie : Custodia p. 495—496. Kegr. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 281. 

1751 Sep. 12. Der Leib des h. Victorius M, R. wird zu 1500 
Campo feierlich ausgestellt. 

üTotiz : Borrani, Ticino sacro p. 167. 

1751 Dez. 4. Rom. Fr. Silvester Merani, 0. Erem. S. Aug. 1501 
Eps Porphyr, sacr. aph prsef., rekognosziert Reliquien 
Anton ii M. (propr. nom.) e coemet. S. Callisti S. Catha- 
rinathal. 

Mit^. : von B.w. Hi-n. Pfr. Frasfel. 

1751. In die Nepomukstatue auf der untern Rheinbrücke 1502 
von Rheinau werden Teile eingeschlossen vom Wachs 
und der Erde seines Grabs, von seinen Gebeinen, von 
seinem Grabtuch und seinem Leichentuch, sowie andere 
geweihte Sachen. 

Copie : Custodia p. 498. Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 284. 

1752 Jan. 23. Rom. Fr. Jo. Anton Guadagni, Kardinalbischof 1503 
von Tusculum, Generalvikar u. s. w., schenkt und authen- 
tisiert dem Abt Fridolin von Muri Reliquien von SS. 
Severian, Castus, Innocentius, Aurelia, Liberatus, 
Urbanus, Ethereus und Jucundina MM. RR. aus dem 
Coemeterium der Helena. 

Origr. : Muri-Grles. 

1752 März 15. Rom. Fr. Jo. Anton Guadagni, Kardinal- i504 
bischof von Tusculum (1750 — 1756), schenkt und authen- 
tisiert Gebeine von den hh. Charus, Constantius, 
Felician, Innocentius, Columba, Vincentia und 
Coronata MM. RR. aus dem Coemeterium der Priscilla. 
Sie kamen durch Geschenk des P. Antonin Ord. Cap. in 
Wyl 1756 an das Kloster S. Maria in Wattwyl, wo sie 
in vier vergoldete Monstranzen gefasst wurden. 
Jfotiz : Klosterchronik n. p. 145 u. 146. 



1752 249 

1752 Apr. 18. Authentik für Partikeln vom Körper des h. 1505 
Franz v. Sales und der sei. Johanna Prancisca Premiot 
von Chantal in Prauenthal. 
Orig. : Frauenthal. 

1752 Jul. 6. In den Eckstein der neuen Pelix- und Regula- 1506 
kirche zu Rheinau wird mit andern geweihten Sachen 
ein Ring, der mit dem h. Blut von Weingarten in 
Berührung gebracht worden war, eingeschlossen. 

Orig. ; Pap. Urk. Pfarrarchiv Eheinau. Copie : Custodia p. 512. 
Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 286. 

1752. „dorten (in Muri) die in einer silbernen Sarch ver- 1507 
setzte Gebeiner dess glorwürdigen und wunderwürkenden 
Blut-Zeugen Leontij, dessen Jubilseum Translationis Er 
(Abt Gerold von Muri) mit ungemeinen Kosten und eben 
so ausser-ordentlichem Geprseng der Cseremonien hat 
Kurtz-vorhin begehen lassen." 

Druck : F. C. Sidler, Der Gerechte .... Fürst, d. i. Ehr- und Lob- 
Eed bey Erster Jahr-Gedächtnuss .... Geroldi. Zug 1752 p. 21. 

1752 Jul. 9. Wettingen. Gloriosus Deus in Sanclis suis. 1508 
Das ist : Hochfeyrliche hundert-j ährige Uebersetzungs 
Gedächtnuss der H.H. Märtyrer Mariani und Getulii 
in das Gotts-Haus Wettingen des H. Eximirten Cister- 
cienser-Ordens eingestellet auf den 9. Tag Juhi 1752. 
Druck : Zürich, Stadt-Bibl. sub voce „Deus". 

1752 Jul. 9. Wettingen. Corpora sanctorum .... Grund- 1509 
lieber Bericht Hoch-feyrlicher hundert-j ähriger Ueber- 
setzungs-Pestivitet Beyder heiligen Leiber der glorwür- 
digen Blutzeugen Christi Mariani und Getulij .... 

Gedruckt zu Baden, Bey Joseph Ludwig Baidinger. 
Druck : 9 Seiten Fol. Kantonsbibl. Zürich. 

1752 Jul. 9. Wettingen. Marianus und Getulius .... 1510 
Ein Singspiel Auf das hundert-j ährige Uebersetzungs- 
Pest Deren in dem Gotts-Hauss Wettingen. 

Druck: (Gedruckt zu Baden) 16 Seiten Fol. Kantonsbibl. Zürich. 

1752 Jul. 9. Wettingen. Glaubens-Triumph Der zwei H. H. 1511 
Märtyrer Mariani Und Getulij .... Ehren-Predig .... 
vorgetragen Von .... P. F. Synesio Ursariense Ord. Min. 
Capucinorum p. t. Seraphischer Pamilien zu Baden wür- 
digen Vicario, und Ordinari-Prediger. 
Druck : 8 Seiten Fol. Kantonsbibl. Zürich. 



250 1752 



CORPORA SANCTORUM 

IN PAGE SEPULTA SUNT 

ET VIVENT NOMINA 

EORUM IN iETERNUM 

FESTIVITET 

$(i)bec (»eiligen 2eikt txt diocfDÜcDigen S^lutjeugett 

Pcifii 

MARIANI 
GETULIJ, 

28ie fel5e gedaften tüocfcen in t)em (oblicben Confiftorial- 

®ott« ^ -Pau^ Marix IKeetflern Vulgo ^ettmgen Dc5 ^, 

Eximirtm Ciftercienfec » Ocbcnö 

3m 3al)r 17^2. öen 9. 3ttlij mit bcygcfeßtcr Jg.ob # mi> iStjvctw 

Dretig, 



©cDtncft an ^aDm/ 

Wettinger Centenarfeier 1T52. Titelblatt zur Prozessionsordnuug. 



1752 251 




MARIANUS 
GETULIUS 

in^fpitl 

m 

Seten in l»em ® ott^ -. |)aug aßettingen 

Des |)ciK Eximirtcn SiOercIcnfer ^ OtDenö lu^enDen |). ö«^ 

©cbcinen auffgcffiö«. 

X)en 9. -Deumonat 17^2, 

Wettinger Centenarfeier 1752. Titelblatt des Translationsspieles. 




252 1752 




©er mP t>- 1>* ^artprec 

MARIANI 




:^ 



GETULIJ 

fegung in Daö £o6trfirDlfle ConfWlonal ®okj5 » ©auP 

Maria SKcCt = @tcrn , 

Se^ $. Eximirten Ciilercienfec ^ Ocfcenö in iatitr) 

9Ct)altenet Sfcren * ^reDig einem äa()lceic6en Auditorio 

üocgcrragen. 

X>on 

Adm Rcvdo. P. F. Synefio Urfarienfe Ord. Min. Capucinorum 
p. t, Seraphif(tcc Familien JU ^aöcn ttlicötgcn Vicario, unÖ 

Ordinari » <PrcDigcc 

Wettinger Centenarfeler 1752. Titelblatt zur Translationspredigt. 



1752—1754: 253 

1752 Sep. 29. Luzern, Philippus Acciaiuoli, Erzbischof von 1512 
Petra und Nuntius, bestätigt die Authentik des Ranucius 
Scottus von 1637 für Blut des h. Franz. 

Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1753 Jan. 3. Luzern. Philipp Acciaiuoli, Erzbischof von 1513 
Petra, päpstl. Thronassistent und Nuntius, bestätigt eine 
Reliquie vom Gürtel (ex Fune vel Chorda) des h. Franz 
Seraph. (Wertenstein.) 

Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1753 Sep. 15. Rheinau. Philipp Acciaiuoli, Erzbischof von 1514 
Petra u. s. w., weiht die Felix- und Regulakirche zu 
Rheinau und schliesst in die drei Altäre folgende Reliquien 
ein: 1) von Dionys, Apollonius und Speciosus MM., 

2) von Mauritius (Theb.), Basilius und Donatus MM., 

3) von Vitalis, Paustinus und Germanus MM. 
Orig.: Perg. Urk. Pfan-archivEheinau. Copie; Custodia p, 513 — 514. 

Reg. : ßep. Ehen. I. C. I. n. 287. 

1753 Sep. 27. San Severino. Joseph Vignoli, Bischof von 1515 
San Severino (1746— 1757), authentisiert Reliquien von 
den Gebeinen der h. Benedikt Ab. und Scholastica V., 
dessen Schwester. Die Reliquien in Engelberg. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1753 Okt. 24. Die hundertjährige Jubelfeier der Uebertragung 1516 
des h. Synesius M. R. wird zu Breragarten gefeiert. 

Notiz : Badener Volksblatt 1899 Okt. 21 n. 125. 

!753 (?) Die Pfarrkirche Tobel (Thurgau) erhält aus Rom 1517 
den Leib des h. Innocentius M. R. 

Äotiz: Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 239. 

1754 Dez. ... Rom. Fr. Silvester Merani Januen (sis) Eps. 1518 
Porphyrensis etc. beglaubigt das Haupt des h. Crescen- 
tius aus dem Coemeterium des Callistus. (In Neu-S. 
Johann.) 

Copie : Hierogaz. p. 383—384. 

1754 Dez. 4. Rom. Fr. Joseph Anton, Kardinal und General- 1519 
vikar, beglaubigt das Haupt des h. Portunatus M. R. 
aus dem Coemeterium des Pontianus für den Advocatus 
Dominicus Calsamiglia. In Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 379—380. 

1754 Dez. . . . Rom. Fr. Silvester Merani Januen (sis) Eps. 1520 
Porphyrensis etc. beglaubigt das Haupt der h. Goeles- 



254 1754—1755 

tinaM. R. aus dem Coemeterium des Callistus. In Neu- 
S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 387—388. 

J754. Der Leib des h. Donatus M. R. wird feierlich in die 1521 
Kapuzinerkirche von Romont transferiert. 

Notiz : Esemy zu Friburgum Helret. Nuythonise p. 322. 

J754. Die Pfarrkirche Mels erhält durch Vermittlung von 1522 
P. Michael Wikart von Zug, Verwandten der Good- 
Tschudi auf Gräplang, die Reliquien der h. Amantia 
M. R. ; das Haupt blieb in Rom. 

Notiz : Burgener, Die Wahlfahrtsorte . . . p. 37. 

1754. In Zug erscheint, verfasst von P. Michael Wikart 0. 1523 
Cap. „Dreifache Grlorie des Namens, der Tugend und der 
Ruhestatt der h. Martyrin Amantia bei Gelegenheit 
ihrer Beisetzung in Mels. 
Druck : Ex. in Zug 4". 

1754 Wattwyl. Von den Schwestern in Wattwyl wird der 1524 
Leib des h. Basilius M. und das Haupt des h. Felix M. 
aus der Pfarrkirche Rapperswyl neugefasst und durch 
Kommissar Breny, Pfarrer in Rapperswyl wieder abge- 
geholt. Die Herren von Rapperswyl haben selbe auf das 
köstlichste „in Berlin (Perlen) und gutten Golt" fassen 
lassen. Ebenso wurde der Leib des h. Theodor M. und 
das Haupt des h. Constantius M. aus dem Kloster 
Neu-S. Johann ebendaselbst neugefasst. 

Orig. : Klosterchronik II. p. 118. L. cit. U., 119. Mitg. von Hw^ 
Hrn. Pfr. Fr^efel. 

vor 1755. Joseph Vignoli, Bischof von San Severino 1525 
(1746—1757), Bischof von Carpentras (1757—1776), 
schenkt dem P. Iso Walser 0. S. B. eine Partikel von 
S. Csecilia V. M. Walser vergabt sie 1755 Apr. 9. nach 

Neu-S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 369—370. 

11755 Apr. 10. Abt Coelestin IL von S. Gallen (1740-1767) 1526 
vergabt die Reliquien von Felicissimus, Justa und 
Victoria (MM. RR.) nach Neu-S. Johann; dies bezeugt 
F. Victor Rothenhäusler , Presbyter und Kustos von 

Neu-S. Johann. 

Copie: Hierogaz. p. 375— 376. 



1755 255 

1755 Apr. 10. S. Gallen. P. Iso Walser beglaubigt eine 1527 
zweite vom Leib des h. Julian M. R. zu Notkersegg 
entnommene Reliquie für Neu-S. Johann. 

Copie: Hierogaz. p. 378; über P. Iso vgl. Dr. Ad. Fäh, P. Iso 
Walser, Biographische Skizze. Lindau i. B., Feldkirch, Buchs 1897. 

1 755 Apr. 22. Der Nuntius Job. Octavius Buffalini (1754—1760) 1528 
schenkt der Wendelinskapelle in Lieli (Luzern) eine 
Reliquie von. S. Wendelin; Pfarrer Bern. Schmid stiftet 
eine solche von S. Bartholomseus Ap. 

Notiz : Estermano, Gesch. der alten Pfarrei Hochdorf 1891 p. 200. 

1755 Apr. 22. Authentik für eine particula SSae Crucis 1529 
D. N. J. Chr. 

Notiz : im Pfarrarchiv Schmerikon. Authentik nicht mehr vorhanden 

1755 Mai 18. Authentik für Reliquien des h. Antonius Ab. 1530 
in Prauenthal. 

Orig". : Frauenthal. Beg. : Eeliquienarchiv des Verf. 

1755 Jun. 29. Paris. Frangois Trouve, Abt v. Citeaux, 1531 
General der Cistercienser, bewilligt dem Abt von S. 
ürban die Feier des h. Victorinus M. R. mit einer 
Oktav. 

Orig. : Pap. Urk. St. A. Luzern. 

1755 Jul. 6. S. Gallen. Abt Ccelestin IL (17,40—1767) re- 1532 
kognosziert das Haupt des h. Portunatus M. R. in 
Gegenwart von P. Iso Walser, Prof. I. V. und des Beda 
Angehrn, Prof. V. S. Theol. In Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 381—382. 

1755 Jul. 20. S. Gallen. Abt Ccelestin IL (1740—1767) re- 1533 
kognosziert das Haupt des h. Crescentius M. R. In 
Neu-S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 384—386. 

1755 Jul. 26. S. Gallen. Abt Ccelestin IL rekognosziert das 1534 
Haupt der h. Coelestina M. R. in Gegenwart von PP. 
Iso Walser und Beda Angehrn. In Neu-S. Johann. 
Copie^: Hierogaz. p. 388—390. 

1755 Aug. 17. Der Leib des h. Pelicianus M. R. wird zu 1535 
Mendrisio feierlich transferiert. 

Orig. : Archivio prepositurale Mendrisio. Notiz : Ticino sacro 
p. 186. 



256 1755—1757 

1755 Aug. 18. A. E. Vicecomes, Sekretär der Congregatio 1536 
S. Indulgent., gibt Ablass für die Translation der Reli- 
quien von S. Victorin nach S. Urban. 

Mitg. von Dr. Th. v. Liebenau. 

1756 S. Severino. Joseph Vignoli, Bischof von S. Severino 1537 
(1746 — 1757), authentisiert eine Partikel von S. Osecilia 

V. M. Sie kam nach Schwyz; Venantius Mossinus 
Ferretti gestattet in Konstanz 1763 Jul. 23. ihre offen tl. 
Verehrung. 

Orig. : Schwyz. Copie : Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1756 Mai 21. Wegen des Umbaus der Kollegiatskirche von 153S 
Riva S. Vitale wird der Leib des sei. Manfred unter 
dem Hochaltar weggenommen und in die benachbarte 
Marienkapelle übertragen, wo er bis 1761 bheb. 
Notiz: Borrani, Ticino sacro p. 196. 

1756 Mai 22. Chur. Johann Anton, Bischof von Chur 1539^ 
(1755 — 1777), authentisiert Partikeln von den Gebeinen 

des h. Fidelis v. Sigmaringen. Sie kamen an Kaplan 
Seb. Joach. Weber in Seewen und dann nach Schwyz. 
Orig, : SchAvyz. Reg. : Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1756. Authentik für Reliquien des h. Kreuzes in Zug. 1540' 

Reg, : Pfarrarchiv Zug. 

1757 Jan. 16. Rom. Fr. Silvester Merani verschenkt und 1541 
authentisiert Reliquien von den Gebeinen der hh. 
Claras, Magnus, Mansuetus, Gaudentius MM. aus 
dem Coemeterium der h. Agnes. Sie liegen in Gol- 
dingen. 

Orig. : Pfarrarchiv Goldingen ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1757 Jan. 16. Rom. Fr. Silvester Merani verschenkt und 1542: 
authentisiert Reliquien von den hh. Venerandus, Fi- 
delis, Ireneus und Päcificus MM. aus dem Coeme- 
terium der h. Agnes; sie kamen nach Goldingen. 
Orig. : Pfarrarchiv Goldingen; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1757 Feb. 13. Bologna. Vincentius Malvezzi, Kardinalpres- 1543^ 
byter von SS. Marcellin ü. Petrus und Erzbischof von 
Bologna, authentisiert eine von Octavius Piccinardi re- 
kognoszierte Partikel des h. Bernhard Ab. In Engel- 
berg, 

Orig. : Pap, Urk. Engelberg. 



1757—1759 257 

1757 Jul. 16. Nicol. Marchio Sermattei, Bischof von Assisi, 1544 
rekognosziert eine Partikel de cilicio S. Fräncisci. 

Orig, : Stockalperarchiv p. 118; mitg. von Hw. Hrn. Prof. Imesch. 

1757 Dez. 3. Bologna. Vincentius Malvezzi , Kardinal- i545 
presbyter von S. Marcellin und Petrus, Erzbischof von 
Bologna, rekognosziert Reliquien von S. Maurus und 
Saturninus MM., Marcus M., AnselmM. und Urban 
M. und gestattet deren öffentliche Verehrung. Die Reli- 
quien kamen nach Schwyz. 

Orig-, : Schwyz. Copie : mitg. von Ew. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1757. Centenarfeier der Translation des h. Marinus M. R. 1546 
zu Lichten steig. Ein Hymnus erscheint auf diesen 
Anlass. 

Mitg, von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1759 Jan. 20. Luzern. Jo. Octavius Bufalini, Erzbischof 1547 
von Chalcedon, Nuntius u. s. w., rekognosziert Reliquien 
von S. Martina M. R. und gestattet die Verehrung. Die 
Reliquien kamen nach Schwyz. 

Orig, : Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1759 Feb. 5. Root. Joseph Kaspar Ritter, Leutpriester (in 1548 
Root), übersendet auf Wunsch dem Kommissar zu Schwyz 
Reliquien von S. Martina M. R. samt Authentik der 
Nuntiatur. Der Leib der Heiligen ruht auf dem rechten 
Seitenaltar der Pfarrkirche Root und ist an gewöhnlichen 
Tagen durch ein Oelgemälde des XVIH. Jh., das ihre 
Figur in liegender Stellung wiedergibt, verdeckt. (Vidi 
1899.) 

Orig. : Schwyz. 

1759 März 17. Rom. Fr. Silvester Merani schenkt und 1549^ 
authentisiert dem Franz Ignaz Hoffmann (aus Goldingen, 
vielleicht Offizier der Schweizergarde) Reliquien von den 
Gebeinen der hh. Theophilus und Concors MM. aus 
dem Coemeterium des Callistus. Sie kamen nach Gol- 
dingen. 

Orig. : Pfarrarchiv Goldingen ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. FrgefeL 

1759 Sep. 24. Luzern. Jo. Octavius Bufalini, Erzbischof 1550 
von Chalcedon, rekognosziert die Nepomuksreliquien, 
die 1749 authentisiert worden und gestattet ihre öffent- 
liche Verehrung. Sie kamen nach Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser, 

17 



258 1759—1762 

1759 Sep. 24. Luzern. Jo. Octavius Bufalini, Erzbischof 1551 
von Chalcedon und Nuntius, gestattet die öffentliche 
Verehrung der 1741 rekognoszierten S. Monicapartikeln 

in Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Copie: mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1760 Mai 9. Der Kardinalvikar Anton Maria Erba Odescalchi 1552 
authentisert den Leib und die Ampulle des h. Faus- 
tinus M. R. aus dem Coemeterium des Pontianus. (In 
Cavergno.) 

Notiz : Borrani, Ticino saero p. 168. 

1760. Eine Reliquie des h. Wendelin gelangt nach Greppen 1553 
in die Wendelinskapelle. 

Notiz: Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 183. 

J76I Jan. 25. Der Leib des sei. Manfred zu Riva S. Vitale 1554 
wird aus der Marienkapelle wieder in die Kollegiats- 
kirche übertragen und am folgenden Tag auf dem Rosen- 
kranzaltar ausgestellt. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 196. 

:I76I März 12. Pr. Silvester Merani, Bischof von Porphyreon, 1555 
schenkt dem Gio. Giul. Gerol. Berna von Prato, Pfarrer 
von Menzonio, Protonotar u. s. w., den Leib und die 
Ampulle des h. Theophilus M. R. aus dem Coemeterium 
des Gallistus. (Der Leib in Prato.) 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 192. 

1761 Mai. Luzern. Georg Ludwig Ignaz Rüttimann, Propst 1556 
zu Luzern , schenkt auf Bitte des Joseph Augustin 
Reding von Biberegg Partikeln vom Schädel S. Mar- 
tins an die Martinskirche zu Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1762 Jan. 2. Rom. Gregorius Quimani verehrt einem Pater 1557 
zu Einsiedeln eine Kreuzpartikel mitsamt Authentik 

des General vikars, Erzbischof von Nikomedien. 

Orig.: Ms. A. T^D. 29. .Stiftsarchiv Einsiedeln; der Anfangsbuch- 
stabe des Familiennamens Quimani ist undeutlich. 

062 Apr. 24. Den Reliquien der Maria Magdalenenkapelle 1558 
zu Rhein au werden folgende neue beigefügt durch den 
Abt Januarius: von Januarius Ep. M. und aus der 
Gesellschaft des h. Moriz. 

Copie: Custodia p. 527. Reg: Eep. Ehen. L- C. I. n. 291 c. 



1762—1763 259 

1762 Jun. 3. Nikolaus Oddi, Erzbischof von Traianopel und i559 
Nuntius, rekognosziert die 1761 von Luzern nach 
Schwyz geschenkten Martinsreliquien und gestattet 

deren Verehrung. 

Orig. : Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hm. Pfr. M. Waser. 

1762 Jun. 5. Der Leib des h. Paustinus M. R. wird feier- i560 
lieh zu Cavergno ausgestellt. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 168. 

1762. Abt Coelestin II. von S. Gallen (1740—1767) verehrt i56l 
eine ansehnliche Othmarsreliquie nach Andwyl. 

Druck : Der hl. Othmarus, der beste Schutz- und Kirchenpatron .... 
St. Gallen 1782. 

1763 Feb. 22. Nikolaus _ Oddi, Erzbischof von Traianopel 1562 
und Nuntius, bewilhgt die Ausstellung und Verehrung 

des h. Theophilus M. R. zu Prato. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 192. 

1763. Die Pfarrkirche Waldkirch erhält durch Verwendung 1563 
von Abt Coelestin IL zu S. Gallen vom Papst den Leib 
eines Katakombenheiligen, welchem (wol zu Ehren Abt 
Coelestins) der Name Coelestinus gegeben wurde. 

mtg. von Hw. Hrn. Pfr. Fr^fel. 

1763 Aug. 24. Der Leib des h. Coelestin M. R. wird aus i564 
S. Gallen nach Waldkirch abgeholt. 
Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1763 Okt. 2. Joann. Anton (von Pederspiel), Bischof von 1565 
Chur (1755—1777), weiht die Kirche in Murg nebst 3 
Altären: 1) S. Joan. Bapt. 2) Trium Regum. 3) S. Ro- 
sarii B. M. V., und schliesst Reliquien ein von SS. 
Innocentius und Modestina MM. RR. 
Notiz : Pfarrarchiv Murg Orig. Urk. 

1763 Nov. 1. Luzern. Nicolaus Oddi, Erzbischof von Traia- 1566 
nopel und Nuntius, rekognosziert Reliquien von S. Prü- 
de ntia M. R. und gestattet deren Verehrung. Sie kamen 
nach Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1763 Nov. 13. Der von Schultheiss U. Segesser vergabte 1567 
Leib des h. Tlieodor M. R. wird von Urswyl, wohin 
er am Vorabend gebracht worden war, feierlich unter 



260 1764—1766 

Musik und Geschützesdonner in die Pfarrkirche von 
Hochdorf einbegleitet. 

Orig. : Bauprotokoll von Grerichtsschreiber Fridol. Wyss. Notiz : 
Estermann, Gesch. der alten Pfarrei Hoehdorf 1891 p. 44. 

1764 Herbst. Feierliche Translation des h. Coelestin M. R. 1568 
zu Waldkirch. 

Mitg. von Hw. Hi-n. Pfr. Frasfel. 

1764. Die Kirche S. Wolfgang erhält eine Partikel vom 1569 
Gebein ihres Schutzpatrons. 

Jfotiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz I. p. 275. 

1765. Ruhm Des Heil. Creutzes Durch die Jungfraun Mar- i570 
tyrer u. Beichtiger Vorzustellen Durch ein ansehnliche 
Procession zu Bernang im Rheinthal Den 12. Wein- 
monath (oder im fahl einfallender schlimmer Witterung, 

am nächst folgend günstigen Tag) In Der feIrLIChen 
VebersätzVng Dess helLIgen Leibs TheoDor. Mit Er- 
laubniss der Obern Gedruckt im Pürstl. Gotteshauss St. 
Gallen. 

Orig. : Ein Exemplar im Besitz von Hw. Hi-n. Pfarrhelfer Küchler. 

1766 Feb. 27. Rom. Dominicus Jordanus, Erzbischof von 1571 
Nicomedien, authentisiert eine Partikel von den Gebeinen 
der h. Anna. (Pfarrer Dr. Dom. Brentano in Schennis 
schenkte sie samt Authentik dem Untervogt Anselm 
Vettiger in Uznach und dieser vergabte sie der Michaels- 
kirche (jetzt Stadtpfarrkirche) für , den St. Annaaltar 
1775; die Partikel ruht in einer Reliquienmonstranz.) 
Orig. : Pfarrarchiv Uznach. Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1766 Jun. 21. S. Gallen. Aloys Valenti Gonzaga, Erzbischof 1572 
von Caesarea, päpstl. Hausprälat, Thronassistent und Nun- 
tius in der Schweiz, bestätigt, dass er eine Partikel vom 
Schleier der h. Jungfrau aus authentischer Quelle dem 
Jos. Anselm Bochsler, Pfarrer zu S. Fiden, geschenkt. 
In Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 160. 

1766. Authentik für Reliquien des h. Nicolaus [Ep.] von 1573 
Bari in Zug. 

Beg". : Pfarrarchiv Zug. 

1766 Okt. 12. Der kostbar gefasste Leib des h. Theodor 1574 
M. R. wird in die Kreuzkirche zu Bern eck transferiert, 
wobei P. Iso Walser die Pestrede hält. 
Notiz ; Fäh, Dr. Ad. P. Iso Walser p. 60. ^ 



1767—1769 261 

1767. Feyerliche Uebersetzung des hl. Leibes St. Thedors 1575 
Römischen Märtyrers In sein Ehr und Trostreich Ruhe- 
statt In der Heil Oreutz Capell der Löbl. Pfarrei Ber- 
nang im Rheinthal Vorgestellet in einer Streitt- und 
Sitten-Rede auf ofnem Platz den 12. Weinmonath, am 
Sonntag vor St. Gallen-Tag 1766 Von Iso Walser, Oa- 
pitularn und Offizialn zu St. Gallen Mit Erlaubniss der 
Obern . . . Gedruckt und zu finden im Fürstl. Stifft St. 

Gallen 1767. 

Druck : Ein Exemplar im Besitz von Hw. Hi-n. Pfarrhelfer Küchler. 
Haller Bibl. HI. p. 594; ein Exemplar in St. Grallen, Stiftsbibl. 

1768 Apr. 29. Rom. Dominicus Jordanus, Patriarch von 1576 
Antiochia, authentisiert Reliquien des h. Oamillus de 
Lellis C. (Sie liegen im Kapuzinerkloster von Wyl.) 
Ori^. : Kap. Klösterarchiv Wyl; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

i768 Okt. 29. S. Gallen. Abt Beda von S. Gallen (1767—1796) 1577 
bestätigt, dass er von den von Abt Nikolaus III. von 
Pischingen (1747—1778) geschenkten Reliquien der h. 
Idda eine Partikel losgetrennt und nach Neu-S. Johann 
gestiftet; unterzeichnet von P. Iso Walser. 

Copie : Hierogaz. p. 393 — 394; im Text steht irrtümlich Nikolaus V. 

1768. Die Ursulinerinen zu Pruntrut fassen und kleiden 1578 
den Leib der h. Clara M. R. [jetzt in Genevez]. 

Notiz: Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 103. 

J769 März 4. Reuthe. P. Joseph Kaur, Oan. Reg. protonot. 1579 
apl. Lateran, p. t. paroch. in Waldsee, attestiert, dass 
ihm von Joan. Labhart, Offizial in Konstanz, bei der 
Translation eine authentisierte Reliquie der sei. Elisa- 
beth der Guten von Reuthe übergeben worden sei. 
Origr. : St. Katharinathal. 

1769. Im Gebiet des Abts von S. Gallen (intra districtum 1580 
jurisdictionis ecclesiasticse) befinden sich 28 heihge Körper. 

Notiz : Haller Bibl. EI. p. 440. 

1769. Frage: Ob die Catholische Eidgenossschaft wegen 1581 
Verehrung der Heil. Reliquien zu tadeln seyn Beant- 
wortet in einer Streit-Rede An hoher Peyer der Ueber- 
setzung oder Translation des Heil. Leibs der Römischen 
Martyrin St. dementia jn die Filial- und Kloster-Kirche 
zu St. Wiborada bei St. Georgen nächst dem Fürstl. 



262 1770—1772 

Stift St. Gallen den 27. Angst am Sonntag nach St. Bar- 
tholomseus-Fest Anno 1769 von Iso Walser, Capitularn 
und der Zeit Offizialn zu St. Grallen. Mit Erl. . . Gedr. . . 

im f. Stift St. Gallen. 

Orig. : Ein Exemplar im Besitz von Hw. Hrn. Pfarrhelfer Küchler. 

1770 Okt. 16. S. Gallen. Abt Beda (1767—1796) bestätigt, i582 
dass er von den aus Wettingen erhaltenen Verenareli- 
quien eine Partikel losgetrennt und dem Kloster Neu- 
S. Johann vergabt habe. Gezeichnet von P. Iso Walser. 
Copie : Hierogaz. p. 395—396. 

1770. P. Ignaz segnet in S. Gallen Felder und Weinberge i58S 
mit dem Stab des h. Magnus aus Füssen. 

Notiz : Weidmann, Gesch. des ehem. Stiftes und der Landsch. S. 
Gallen unter den zween letzten Ftirstäbten p. 240. Tobler G., Tierpro- 
zesse p. 29. 

(771 März 6. Rom. Fr. Nikolaus Angelus Maria Landinus 1584 
authentisiert Partikeln vom Pluviale des h, Cajetan 
von Thiene; sie liegen zu Schwyz. Die Gebeine dieses 
Heiligen (y 1547) ruhen zu S. Paul in Neapel. 

Orig". : Schwyz. Beg. : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1771 März 12. Fr. Nikolaus Angelus Maria Landinus Ord. i585 
Erem. S. Aug., Bischof von Porphyreon, authentisiert 
eine Partikel vom Gewand des h. Pius V. PP. In 
Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Reg. : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1771 Jun. 19. Visitation des Basler Kirchenschatzes durch i586 
eine Ratskommission. 

Ifotiz : Beitr. z. Kii-chengesch. v. Basel Bd. 3. 

1771 Okt. 2. P. Constantius Pyrpichler, Gustos sacrorum in 1587 
Neu-S. Johann, erhält von P. Ildefons Jacob, Gustos 

zu Pischingen, Reliquien von S. Peregrinus M. 
(Martyrol. Rom. 25. Aug.), Verecunda M., Simplicius 
M. (aus dem Ccemet. der Priscilla), Justus M., Remi- 
gius Comes Conf. (de coxendice), Walfredus Abb.O.S.B., 
des sei. Hermannus Contractus, des h. Justinus M., 
Placidus M., Tuscus M., Lucilla M., Desiderius M. 
(aus Kloster Ochsenhausen), vom sei. Nicolaus Rusca. 
Copie : Hierogaz. . p. 183 u. 185; 

1772 März 1. Disentis. Abt Columban von Disentis schenkt i588 
Reliquien von S. Placidus M., Sigisbert Ab., Adal- 



1772—1773 26a 

gott Ep., Theophil,' Purpurinus, Liberatus, deren 
ganze Leiber in Disentis ruhen, ferner von S. Victorj 
Amandus, Donatus, Germanus, Benedictus, Ama- 
tus, Felicissimus, Pacundus MM. RR. und von S. 
Emerita V.M. nach Pischingen. 
Orig, : Pap. Urk. Fahr. 

1772 Sep. 3. S. Gallen. P. Iso Walser, GeneralofRzial, be- 158& 
glaubigt eine Partikel von S. Othmar für Neu-S. 
Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 397—398. 

1772 Nov. 10. S. Gallen. P. Iso Walser, Generaloffizial, be- 159Q 
stätigt Reliquien der hh. Verecunda, Plorentia, Bo- 
nosa, Generosa, Benedictus, Crescentius, des Bene- 
dictus, dessen Leib zu Hagenwyl ruht, des Justinus, 
dessen Leib zu Gossau liegt, der dementia, deren 
Leib im Nonnenkloster S. Georgen und des h. Valentin, 
dessen Körper zu Bernang ruht. In Neu-S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 400. 

1772 Nov. 10. S.Gallen. P. Iso Walser, GeneralofRzial, be- 1591 
stätigt Reliquien von den hh. Pirmus, Ccelestinus, 
Ghristinus, Diodorus, Portunatus, Clemens, Au- 
relius, Urbanus, Simplicius MM., sowie des h. Ro- 
manus M., dessen Leib zu Gossau ruht, für Neu-S. 
Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 899. 

1772. Neue Traur- u. Trostvolle Erhöchung Des heiligen 1592 
Creutzes unsers Herrn Jesu Christi Das ist : Hochfyrliche 
Uebersetzung Dess Gnadenreichen Heil. Creutzes In die 
neu-erbaute Kirch, Zum heiligen Creutz Auf dem Calvari- 
Berg In der Gemeinde Rotmonten, unweit Dess 
Hochfürstl. Gotteshauss St. Gallen. Abzuhalten den 18. 
Weinm. 1772. Mit Erlaubnis der Oberen, Gedruckt im 
Fürstl. Stift St. Gallen. 

Orig. : Ein Exemplar im Besitz von Hw. Hrn. Pfarrhelfer Küchler. 

1773 Okt. 14. Neue Erhebung der Othmarsgebeine zu 1593 
S. Gallen durch Pürstabt Beda (1767—1796). 

Notiz : Good, Gesch. der Reliquien ... p. 27. 

1773 Nov. 16. Beisetzung des h. Othmar zu S. Gallen. 1594 
Notiz : Good, Gesch. der Reliquien . . . p. 27 — 28. 



264 1773—1775 

J773 Nov. 31. P. Bonifacius Weyerraann, Pfarrer von 1595 
Nesslau, erhält vom Abt von S. Gallen folgende Reli- 
quien: Von S. Stephan P.M., Clemens M,, Bonifacius 
M., Urban M., Orescentius M., Victor M., Valentin 
M. (aus Goldach), Coelestin M. (aus Waldkirch), Bene- 
dikt M., vom Grab des sei. Nicolaus v. Flüe. Er 
schenkt dieselben nach Neu-S. Johann unter der Be- 
dingung, dass sie jährlich dreimal der Pfarrkirche Ness- 
lau geliehen werden sollen, und zwar am Pest des h. 
Nicolaus Ep., der h. Verena M. und an der Kirchweihe. 
Copie : Hierogaz. p. 402. 

1773 Dez. 4. P. Bonifacius Weyermann, Pfarrer zu S. Jo- 1596 
hann, bestätigt eine Reliquie des h. Stephan P. M. aus 
dem Geschenk des Abts Beda, sowie eine solche des h. 
Nicolaus Ep., revidiert durch P. Iso Walser. In Neu- 
S. Johann. 

Copie: Hiei-ogaz. p. 452. 

1773. Joseph Schwend, Pfarrer in Visp und dessen Kirche 1597 
erhält ein Thebäerhaupt von einem Gefährten des h. 
Moriz, eine Partikel von S. Placidus Rhotus, von 
einem Gefährten -des h. Thyrsus und von S. Pro- 
tasius aus dem Schatz von Einsiedeln. 

Orig. : Kotiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1773 Watt wyl. Matthseus Eisenring von Wyl, ein geschickter 1593 
Goldarbeiter, der früher verheiratet war und nach dem 
Tode seiner Gattin Priester geworden und am 29. Sep. 
1773im Kloster S. Maria, wo er eine Schwester als Nonne 
hatte, seine hl. Priraiz gehalten, renoviert die zwei kleinen 
Monstranzen, worin die Hirnschale des hl. M. Exupe- 
rantius eingeschlossen war. 

Orig, : Klosterchronik II. p. 335; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1774. Eine Partikel vom Purpur des h. Carl Borromseus 1599 
gelangt nach Ober-Rüti. 

Notiz : Stückelberg, Eeliquien und. Eeliquiare p. 20. 

1774. Authentik für Reliquien des h. Zacharias, Vater des 1600 
h. Johannes, in Zug. 
Reg. : Pfarrarchiv Zug. 

1775 Jun. 2. od. 12. Rom. Fr.. Nikolaus Angelus Maria Lan- 1601 
dini, Bischof von Porphyreon u. s. w., authentisiert Par- 
tikeln von den hh. Gaudentius und Vitalis MM. aus 



1775—1776 265 

dem Coemeterium des h. Laurentius. Die Reliquien in 
Engelberg. 

Orig. : Pap. Urk. Engelberg; das Tagesdatum nicht mit Sicher- 
heit bestimmbar. 

1775. Reliquien der hh. Optat, Clemens, Plus und Justin 1602 
MM. aus dem Coemeterium des Pontian in Rom gelangen 
nach Ober-Rüti. 

Notiz : Stückelberg, Reliquien und Eeliquiare p. 20. 

J775 Sep. 12. Fr. Nicolaus Landini, Bischof von Porphyreon, 1603 
authentisiert den Leib des h. Pelicissimus M. R. aus 
dem Coemeterium des h. Laurentius in Rom und schenkt 
ihn dem apostol. Notar P. Benedetto Sartori. Letzterer 
vergabt ihn an die Kirche Paido. 
Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 174. 

1775 Okt. 2. Rom. Nicol. Angelus Maria Landini rekognos- 1604 
ziert Reliquien der Märtyrer Celsius und Humiliatus 

aus dem Coemeterium des Laurentus. 

Orig, : Stockalperarchiv p. Iil3; mitg. von Hw. Hrn. Prof. Imesch. 

1775. Die Kirche von Bichelsee in Thurgau erhält aus dem 1605 
Schatz von Einsiedeln eine Partikel. 

Orig, : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1775. Beschreibung der Jubel-Peyer, welche zur Ehre des 1606 
hl, Märtyrers Pancratius (M. R.) von der löbl. Stadt 
Wyl wird abgehalten werden. S. Gallen. 
Druck. 

1776 Jun. 28. Der Visitator Alessandro Olivazzi autorisiert 1607 
den Pfarrer von Faido zur Rekognition des von Bened. 
Sartori geschenkten Felicissimusleibes. Am 7. Juli 
findet die Rekognition statt. 

Notiz ; Borrani, Ticino sacro p. 174. 

1776 Sep. 10. Como. Joannes Bapt. Mugiasca, Bischof von 1608 
Como (1764 — 1789), authentisiert Reliquien des h. Ca- 
millus de Lellis und „de capsa B. Nicolai de Plue.^^ 
Im Kapuzinerkloster Wyl. 

Orig. : C. Kl. Archiv Wyl; Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Fr^fel. 

1776 Okt. 13, Der Leib des h. Pius M. R. wird in die Kirche 1609 
auf dem Espen bei Romonten übertragen. 

Notiz : Burgen er, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 
n. p. 20. 



266 



1776—1777 



1776 — 1785 Apr. 12, Wien. Joseph Graf Garampi, Erzbischof 
von Montefiascone und Corneto (1776 — 1792) und Nun- 
tius in Wien, verschenkt eine authentische Partikel vom 
h. Kreuzesholz; sie gelangte nach Wattwyl. 

Orig'. : Kl. Arcliiv Wattwj'l; niitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. Da 
Garampi seit 1785 Kardinal ist, dürfte diese Urkunde früher fallen. 



iDWoFanCratTb sVo aSa?CVLolliaV]Ma6i-^. 




DeVInGtlfitlMa ClVItas- YVILensIs cso 



Der h. PANGRATIUS M. 11. 
Kupferstich von Iga. Verhelst zum Centciiar 1777. 

1777 Jan. 11. Wattwyl. Der Leib des hl. Vincentius M. R. 
(eines, aus der Grösse der Gebeine zu schliessen, 17 — 18 
jährigen Mannes) wird aus der Pfarrkirche Eschenbach 
ins Kloster Wattwyl gebracht, um neu gefasst zu wer- 



1777—1779 267 

den. Bruder Gabriel aus dem Kloster S. Gallen brachte 
die Gebeine in die rechte Ordnung, ersetzte das Mangelnde 
durch Holz. Den 16. Juni desselben Jahres wurde er 
wieder nach Eschenbach abgeholt. Das Material kostete 

161 fl., Arbeit 100 fl. = 261 fl. 

Orig. ; Kl. Chronik p. 348; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Fr^efel. 

1777 Jul. 27. Die 1775 beim Kirchenabbruch von Wolfen- 1612 
schiessen erhobenen Gebeine des sei. Bruders Konrad 
Scheuber werden feierlich in ein marmornes Grab an 
der Chorstiege der Pfarrkirche beigesetzt. 

Jfotiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 446. 

1777 Aug. 31. Das erste Centenar der Uebertragting des 1613 
h. Pancratius M. R. wird zu Wyl feierlich begangen. 
Notiz : Das zweite Centenarium ... zu Wyl, St. Gallen 1877 p. 10. 

1777. Authentik für Reliquien von der Alba des h. Vin- 1614 
centius Perrerius in Zug. 
Heg, : Pfarrarehiv Zug-. 

1777. Die unüberwindliche ßesiegerin der Welt Durch die 1615 
Klugheit u. Stärke des Kreuzes das ist Ehr- u. Sitten- 
Red auf die heilige Jungfrau u. Martyrin Fides in der 
neuen heiligen Kreuz-Kirche auf dem Calvari-Berge, 
nächst St. Gallen, Wohn Ihr feierlicher Pest-Tag wegen 
des neuen Kirchen-Baues zu St. Piden übersetzt war, 
Vorgetragen von dem Wohl-Ehrwürdigen Herrn Johann 
Michael Aichmüller, Pfarrer zu Oberglatt. Im Jahre 
1777, 6. Weinm. Mit Erlaubniss der Obern, Gedruckt im 
Fürstlichen Gotteshause St. Gallen. 

Orig, : Ein Exemplar im Besitz von Hw. Hrn. Pfarrhelfer Küchler. 

1779 März 29. Rom. Fr. Nicolaus ^ Angelus Maria Landini 1616 
verschenkt und authentisiert eine Partikel vom Biret des 
h. Nikolaus von Tolentino. Sie kam nach Goldingen. 
Orig. : Pfarrarchiv Goldingen ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frfefel. 

1779 Jul. 7. Rom. Authentik für die dem Coemet. S. Pris- 1617 
cillse enthobenen Gebeine der hh. MM. Crescentius, 
Benignus, Vincentius, Constantia; in Schmerikon. 
Notiz: Pfjirrarchiv Schmerikon; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. FrjBtel. 

1779 Jul. 12. Rom. Fr. Nikolaus Angelus Maria Landinus 1618 
authentisiert Reliquien von S. Colurabus und S. Justus 
MM. RR. aus dem Gcenieterium der Cyriaca. Sie kamen 
nach Schwyz. 

Orig. : Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 



268 1779—1782 

1779 Jul. 25. Rom. M. Anton. Colonna, Kardinalpresbyter 1619 
von S. Maria de Pace u. s. w., schenkt und authentisiert 
dem Rompilger Joseph Himperger Reliquien der hh. 
Gaudentius, Ohristianus, Portunatus und Cceles- 
tina MM. RR. aus dem Coemeterium der Gyriaca. Das 
Originalkästchen mit dem Sigel und den Reliquien in 
Schwyz erhalten. 

Orig'. : Schwyz. Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pjfr. M. Waser. 

1779. Die Kirche von Niziders bei S. Gerold erhält eine 1620 
Partikel von einem Gefährten von SS. Urs und Victor 
MM. aus dem Schatz von Einsiedeln. 

Origr. : Notiz in Ms. A. TW. 31. Stiftsarch. Einsiedeln. 

1780 Jun. 26. Wattwyl. Im Kloster Wattwyl wird neu ge- 1621 
fasst der hl. Leib des hl, M. Prosper aus dem Kloster 
Wurmsbach und am 26. Juni feierlich nach Wurmsbach 
abgeholt. „Sammet, Golt, Spitz, Ring und anderer kost- 
barer Geschmuckh" lieferte das Kloster Wurmsbach, das 
fehlende Wattwyl um 123 fl. ohne die Schreinerarbeit. 
Arbeitslohn 99 fi. Ebenfalls für Wurmsbach sind 2 
Brustbilder und ein Kissen mit Reliquien neu gefasst 
worden. Im nämlichen Jahre fassten die Schwestern 

von Wattwyl noch viele andere Reliquien für Sirnach, 
S. Margrethen, zu der neuen Wallfahrt bei der sei. Elisa- 
betha Bona, Kaltbrunnen, und die Capeila B. M. V. dolo- 
rosse in Lachen. 

Orig-, : Klosterarchiv Wattwyl IL p. 360; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. 
Fr^fel. 

1780. Die Kirchen von Sulgau und von Schwarzach er- 1622 
halten je eine Partikel von S. Meinrad aus dem Schatz 

von Einsiedeln. 

Orig, ; Notiz in Ms. A. T2D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1781. Das Kloster S. Blasien erhält eine Partikel von S. 1623 
Meinrad aus dem Schatz von Einsiedeln. 

Origr. •• Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1782 Jun. 16. Rom, In den Katakomben der hl. Gyriaca 1624 
werden Gebeine der hl. MM. Valerius, Clemens, Pros- 
pera, Christina, Benedictus, Emeritus, Liberatus, 
Theodorus enthoben, welche Pfarrer Anton Sutter in 
Schmerikon seiner Pfarrkirche schenkte. 

Notiz ; aus Auth. Pfarrarchiv Schmerikon; mitg.' von Hw. Hi-n. 
Pfr. Fr^fel. 



1782—1784 269 

1782 Jun. 19. Authentik für eine Partikel vom Pluviale des 1625 
h. Cajetanus Thien. Ep. in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. 

1782. Der hl. Othmarus der beste Schutz- u. Kirchen- 1626 
Patron der Löblichen Pfarrey Andwil in einer Ehr- u. 
Sittenrede, vorgestellet nach 50 Jahren von Errichtung 
der Pfarrey, von Iso Walser, Capitular zu St. Gallen 
Den W^"" Tag Wintermonats im Jahr 1781 Mit Er- 
laubniss etc., Gotteshauss St. Gallen 1782. 

Orig". : Druck. Ein Exemplar im Besitz von Hw. Herrn Pfarr- 
helfer Küchler. 

1782. Die Pfarrkirche von Repp (Elsass) erhält eine Partikel 1627 
von einer Gefährtin S. Ursulas. 

Orig, : Notiz in Ms. A. T^D. 31. Stiftsbibl. Einsiedeln. 

1783 Aug. 7. Rom. M. Antonius Colonna, Kardinalpresbyter i628 
von S. Maria de Pace, Generalvikar u. s. w., authenti- 
siert eine Reliquie von S. Monica Vid.; dieselbe gelangt 
nach Engelberg, wo sie 1825 mit 3 andern Reliquien 

in das grosse Kreuz eingeschlossen wird. 
Orig. : Pap. Urk. Engelberg. 

1783. Die Gebeine des h. Bischofs ohne Namen (Ano- 162» 
nymus) werden zu Cham in den erhöhten steinernen 
Sarg gelegt. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 269. 

1 783. Jo. Nepomucenus Müller, Verwandter des Abts Marian 1630 
von Einsiedeln, Beneficiat im Spital zu Freiburg i./B-j 
erhält zwei Partikeln von S. Romanus M. und S. Vic- 
tor M. aus dem Schatz von Ein siedeln. 

Orig. : Notiz in Ms. A. T2D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1784 März 4. Franc. Anton. Marcucci rekognosziert eine 1631 
Partikel vom h. Kreuz des Herrn. Die Reliquie mit- 
samt solchen von S. Paul, Lucia M., Faustius, Afra, 
Marcus, Vitus M., Petrus Ap. und Ulrich war 1900 

im Besitz von Frau Zimmermann in Visp. 
Orig, : Visp; mitg. von Hw. Hrn. Prof. D. Imesch. 

1784 Jun. 4. Visitation des Bas 1er Kirchenschatzes durch 1632' 
eine Ratskommission. 

Notiz : Beitr. z. Kirchengeseh v. Basel Bd. 3. 

1784 Sep. 15. Mailand. Hercules Maria Bonanomi I. V. D., 163a 
Apostol. Protonotar und Generalvikar von Mailand, attes- 



270 1784—1785 ' 

tiert Reliquien vom Gebein des h. Hieronymus, die von 
der erzbischöfl. Kurie rekognosziert und approbiert sind 
und gestattet ihre öffentliche Verehrung. Sie kamen 
nach Schwyz. 

Orig. : SchwyZi Copie : mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1784 Okt. 2. Franc. Anton; Marcucci, Patriarch von Kon- 1634 
stantinopel (seit 1781), Bischof von Montalto . (Piceno) 
(1770—1799), Abt von Montesanto (Abruzzen) u. s. w., 
authentisiert den Leib und die Ampulle des h. Yincen- 
tius M. R. aus dem Ooemeterium der Ciriaca und schenkt 
ihn in Rom dem Giac. Anton. Garbani von Russo. Dieser 
schickt ihn seiner Mutter Rosalia geb. Moschini zu 
Russo. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 200. 

1784 Sep. 6. In Gegenwart des Abts von Muri, Gerold IL, 1635 
werden die Gebeine des sei. Burkard zu Beinwyl 
(Aargau) erhoben. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der Schweiz 1864 p. 75. 

1784. Die Pfarrkirche von Preienbach erhält zwei Partikeln 1636 
von Gefährtinen S. Ursulas aus dem Schatz von 
Einsiedeln. 

Orig-, : Notiz in Ms. A. T2D. 31. Stiftsarchiv Einsiedeln. 

1785 Jun. 7. S. Gallen. Abt Beda von S. Gallen (1767—1796) 1637 
bestätigt Reliquien von S. Severian M. und S. Diodor 

M. aus authentischer Quelle stammend, laut Authentik 
von B. Marcus Antonius, Kardinal von S. Maria de pace 
und General vikar von 1783 Apr. 24. aus dem Ooeme- 
terium der Priscilla, und schenkt sie nach Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 454. 

1785 Jun. 7. S. Gallen. Abt Beda bestätigt Reliquien der hh. 1638 
LaureatM., Lu cid US, Benignus, Pretiosus, Pacundus, 
Adauctus und kleinere von Portunat, Perpetuus, 
Exuperans, Candidus, Valentin, Concordius, Pur- 
pur at, alle aus dem Ccemeterium' des Callistus laut 
Authentik des P. Pr. Xav. Christian Ep. Porphyriens., 
von 1785 Jan. 13. hi Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 453. 

1785 Jul. 1. S. Gallen. Abt Beda von S. Gallen bestätigt 1639 
den aus authentischer Quelle stammenden Inhalt von 



1785—1788 271 

sechs Reliquienpyramiden. Die Partikeln, alle aus den 
Katakomben, sind namentlich aufgezählt. Gezeichnet 
von P. Iso Waser. Neu-S. Johann. 
Copie : Hierogaz. p. 454 — 456. 

1785 Dez. 8. Der Leib des h. Vincentius M. R. wird aus 1640 
dem Haus Moschini in die Pfarrkirche von Russo feier- 
lich übertragen. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 201. 

1786 Peb. 15. Die Reliquien des h. Eusebius M., bisher 1641 
aufbewahrt bei den Franziskanern auf S. Viktorsberg 
werden feierlich ins Münster von S. Gallen übertragen. 

Druck : Proprium Curiense. 

1787 Aug. 22. Hydrumi. Ant. Melorio Canon. Thesaur., 1642 
Erzbischof von Hydrunt, verschenkt Reliquien von S. 
Anton et Soc. eius; Kaplan Fr. Renner schenkt sie 

der Kirche Hospenthal. 

Orig'. : Pap. Urk. Hospenthal. 

1787. Reliquien von Bruder Klaus werden feierlich aus 1643 
der Dorfkapelle in die Pfarrkirche von Sarnen übertragen. 
Notiz : Küchler, Chronik v. Sarnen p. 476. 

1788 Apr. 3. Marcus Antonius (E.) Colonna, Kardinalbischof 1644 
von Prseneste (1784 — 1793) u. s. w., schenkt dem Joh. 
Kuropatniki Reliquien der hh. Aurelius, Faustus, 
Candidus und der Bonosa aus dem Coemeteriüm der 
Cyriaca. In Neu-S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 457! 

1788 Apr. 3. Rom. Marcus Antonius (IL), Kardinalbischof 1645 
von Prseneste u. s. w., bestätigt dem Pilger Joh. Kuro- 
patniki Reliquien von S. Justin, Bonus, Diodor und 
Clara MM. aus dem Coemeteriüm der Cyriaca. Neu- 
S. Johann. 

Copie : Hierogaz. p. 461. 

!788 Jul. 5. P. Leodegar Krauer, Convent. S. Galli 0. S. B., i646 
verehrt dem Kloster S. Maria Angel, in Wattwyl zwei 
schöne Partikel der hl. Apostel Simon und Judas 
Thadd., die s. Z. in der aufgehobenen Karthause zu 
Freiburg i./Br. über 300 Jahre aufbewahrt und verehrt 
worden sind. Für dieselben wurden zwei kostbare kleine 
Monstranzen gefertigt. 



272 1788—1789 

Orig, : Klosterchronik Wattwyl II. p. 673. Schreiben von Leodeg. 
KJrauer Juli 1788. Kl. Arch. Wattwyl. Krauer hat diese Reliquien 
nebst andern aus aufgehobenen Gotteshäusern anno 1788 von der 
kaiserl. königl. Regierung erworben; mitg. von B.w. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1788 Jul. 5. Ebringen. P. Leodegar Krauer bezeugt, Par- 1647 
tikeln von SS. Judas Thad. und Simon von der kgl. 
u. kaiserl. Regierung zu Preiburg i./B. aus dem auf- 
gehobenen Karthäuserkloster, wo sie 300 Jahre verehrt 
worden waren, erworben zu haben. Bezahlt wurde nur 
die Passung, nicht das Heiltum. Die Authentiken und 
grössern Teile dieser Reliquien blieben in S. Gallen. 
Neu-S. Johann. 

Cople : Hierogaz. p. 460. 

1788 Okt. 19. Der Leib des h. Deodat M. R. wird aus 1648 
Sarnen nach der Kapelle in der Schwendi transferiert. 
Notiz: Küchler, Chronik v. Sarnen. p. 476. 

1788 Dez. 17. Authentik für Reliquien der hh. Amandus 1649 



Placidus, Portunat und Vinzenz MM. RR. zu Sitten 



Orig«: Bischöfl. Arch. Sitten Tir. 209 n. 4; mitg. von B.w. Hrn 
Prof. Imesch. 

1788. Der Leib des h. Pius M. von Schübelbach (Kant. 1650 
Schwyz) wird zu Au neu gefasst. 
Notiz : Verzeichnis ... 

1789 Jan. 80. Authentik für Reliquien der h. Modestinus, 1651 
JSTominandus, Simplician und Pelicitas MM, RR. in 
Sitten. 

Orig. : Bischöfl. Arch. Sitten Tir. 209 n. 5; mitg. von Hw. Hrn. 
Prof. Imesch. 

1789 Apr. 24. Inventar der Reliquien von Wollerau; ihre 1652 
Verehrung wird gestattet durch den Bischof (Joseph v. 
Spaur 1779—1791) von Brixen. 

Druck : Geschichtsfreund Bd. 29 p. 132. 

1789 Jul. 24. Luzern. Joseph Vinci, Erzbischof von Berytus 165a 
und Nuntius, attestiert eine bereits von Pranz Xaver 
PassBBUs, Erzbischof von Larissa, rekognoszierte Partikel 
von S. Nazarius M. R. Sie kam nach Schwyz. 
Orig. : Schwyz. .Copie ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1789 Wattwyl. Die Aebtissin des (nunmehr aufgehobenen) 1654 
Klosters Valduna schenkt den Schwestern zu Wattwyl 
eine Reliquie der hl. Maria Magdalena, welche daselbst 
schon seit uralter Zeit verehrt worden. 

Orisr. : Kl. Chronik U. 674; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 



1790—1792 273 

1790 Sep. 26. Erste Centenarfeier der Translation des h. 1655 
Grregor M. R. zu Erstfeld; die Reliquien wurden von 

den Klosterfrauen beim obern h. Kreuz neugefasst. Die 
Lobpredigt von Fr. Jos. Zwyssig erschien 1791 bei Jos. 
AI. Salzmann mit Vorrede und Anhang von Pfr. Joh. 
Georg Aschwanden. 

Mitg-. von Hw. Hrn. Pfr. Furrer, Erstfeld. 

1790. Bei der Translation des h. Gregor M. R. in die Jagd- 1656 
mattkapelle bei Erstfeld hält J. G. Deschwanden, 
Pfarrer von Erstfeld die Pestrede, die 1791 zu Luzern 
im Druck erschien. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 470. 

1791 Jan. 12. S. Gallen. ? Abt Beda von S. Gallen 1657 
(1767 — 1796) u. s. w. bestätigt, dass er aus einigen Klös- 
tern, die auf Befehl Kaiser Josephs II. aufgelöst worden 
waren, durch P. Leodeg. Grauer Reliquien gesammelt 

und nach Neu-S. Johann geschenkt habe. Es sind 
das Haupt eines Trierer Märtyrers, andere Reliquien 
von Trierer Märtyrern und aus der Gesellschaft 
von S. Ursula. 

Coi)ie : Hierogaz. p. 458. 

1791 Jul. 16. Authentik für eine Gewandpartikel von S. 1-658 
Prancisca Romana in Prauenthal. 
Orig. i Frauenthal. 

1791 Neu-S. Johann. P. Leodegar Grauer, Subprior von 1659 
Neu-S. Johann, bestätigt, eine Partikel 1788 von S. Ju- 
cundina M. von der Mutter N. N. Gäsin zu S. Ursula 

in Preiburg i./B. erhalten und nach Neu-S. Johann 
geschenkt zu haben. 

Copie : Hierogaz. p. 456. 

1792 März 22. Authentik für Reliquien der hh. Gloriosus, 1660 
Mansuetus, Plorus, Dilectus und Paustina MM. zu 
Sitten, 

Orig. ; Bischöfl. Arch. Sitten Tu-. 209 n. 8; mitg. von Hw. Hrn. 
Prof. Imesch. 

1792 Jun. 27. Rom. Fr. Xaver Cristiani, ord. Eremit. S. 1661 
Aug., Bischof von Porphyreon, verschenkt und authenti- 

18 



274 1792—1795 

siert eine Partikel (de tela aspersa cineribus) yon S. 
Stanislaus Kostka C; sie kam nach Muri. 
Orig. : Muri-Gries. 

1792 Aug. 8. Rom. Fr. Xaver Oristiani, ord. Eremit. S. i662 
Aug., Bischof von Porphyreon u. s. w., verschenkt und 
authentisiert Rehquien von S. Constantius, Abun- 
dantius, Perpetuus und Portunatus MM. RR. aus 
dem CcBmeterium der Cyriaca. Sie kamen nach Schwyz. 
Orig. : Schwyz. Copie: mitg. von Hw. Hi-n. Pfr. M. Waser. 

1792 Sep. 3. Aathentik für Reliquien des h. Franz Borgia 1663 
0. in Sitten. 

Orig-. : Bischöfl. Arch. Sitten Tir. 209 n. 11 ; mitg. von Hw. Hrn. 
Prof. Imesch. ' 

1792. P. Leodegar Grauer, Subprior und Gustos, bezeugt die 1664: 
Schenkung von Placid- und Sigisbertreliquien aus 
Disentis nach Neu-S. Johann durch den Prior Joach. 
Endras, desgleichen die Schenkung von Eusebreliquien 
aus S. Gallen nach Neu-S. Johann. 
Copie ; Hierogaz. p. 91. 

1794 Jun. 18. Rom. Fr. Xaver Gristiani, ord. Eremit. S. i665 
Aug., Bischof von Porphyreon, verschenkt und authenti- 
siert Reliquien von den Gebeinen der hh. Regina, Mode- 
ratus, Innocentius, Gaudentius MM. aus dem Goeme- 
terium der h. Gyriaca. Sie gelangen durch Vermittlung 

von Jos. Ant. Hoffmann, Sohn des Nikol. Hieronymus 
H., nach Goldingen. 

Origr. : Pfarrarchiv Goldingen; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1795 Jan. 12. Authentik für Reliquien der hh. Aurelia, Gon- 1666 

cordia,Urbana,Glementiaund Jus taMM. RR. in Sitten. 
Orig, : Bischöfl. Arcli. Sitten Tir. 209 n. 14 ; mitg. von Hw. Hm. 
Prof. Imescli. 

1795 Apr. 5. Konstanz. Guillaume de la Lucerne, Bischof 1667 
von Langres, schenkt und beglaubigt dem Kloster Kalch- 
rain Reliquien von S. Bernhard von Glairvaux. 
Orig. : Mehrerau. 

1795 Okt. 14. Petrus Gravina, Nuntius (1794— 1803), weiht den 1668 
Hochaltar zu Bmmetten und schhesst Reliquien ein von 
SS. Thomas Ap., VenantiusM. und Pranciscus Borgia. 

Orig, : Eintrag im Jahrzeitb. des XV. Jahrh. p. 34. Pfarrai-chiv ' 
Emmetten; mitg. von Hw. Hrn. Ed. Wymann. 



179Ö— 1798 275 

1795 Okt. 15. Petrus Gravina, Nuntius (1794—1803), weiht i669 
die Kreuzkapelle zu Emmetten und schliesst Reliquien 

ein von S. Lukas Ap. et Ev., Victor M., Ursula V.M. 
und Pranciscus de Paula. 

Orig". : Eintrag im Jahi-zeitb. des XV. Jahrh. p. 34. Pfarrarchiv 
Emmetten ; mitg. von Hw. Hrn. Ed. Wymann. 

1796 Mai 31. Rheinau. Verzeichnis der zu Rheinau in 4 ißjo 
Statuen, 2 Tafeln, 4 Pyramiden, 2 weiteren Statuen und 
einer Cista aufbewahrten Reliquien. 

Orig. : Privatbesitz. Copie : Custodia p. 622 — 634. Reg. : Eep. 
Rhen. I. C. I. n. 346. Auszug : in m. Eeliqiiienarchiv. 

1796 Jul. 21. Die Aebtissin von Günthersthal deponiert i67i 
auf der Flucht „micae" vom h. Blut des Herrn zu 
Rheinau. 

Copie: Custodia p. 599. 

1796 Aug. 22. Das Kloster Rheinau restituiert der Aeb- 1672 
tissin von Günthersthal das zur Aufbewahrung über- 
gebene h. Blut. 

Copie : Custodia p. 599. 

1796 Okt. 13. Der Leib der h. Sabina V.M. zu Ascona 1673 
wird herausgenommen und für die Prozession des 16. Okt. 
hergerichtet. 

Notiz: Borrani, Ticin sacro p. 159. 

J797 März 22. Den Nonnen von Günthersthal wird eine 1974 
kleinere Gebeinpartikel vom h. Pintan mit Zustimmung 
von Abt und Kapitel von Rheinau geschenkt. 
Copie : Custodia p. 599. 

.1797. Der Altar des h. Remigius M. R. unter dem Chor- i675 
bogen zu Stans wird entfernt und an der Evangelien- 
seite neu errichtet. Der h. Leib wird von den Kloster- 
frauen zu Schwyz neu gefasst und blieb hier bis 1804. 
Mitg. von Hrn. Staatsarchivar Dr. ß. Durrer. 

il798 Anfg. Der Schatz (mit den Reliquien) von Rheinau ^676 
wird wegen der Revolutionierung der Schweiz und des 
Einfalls der Franzosen in Sicherheit gebracht. 
Copie : Custodia p. 599. 

J798 Jun. 9. Die Nikolauskirche von Preiburg i./Ue. muss 1677 
als Kriegskontribution 25 Nummern aus ihrem Schatz 
abliefern; sie wanderten nach Neüchätel, wo sie ein- 
geschmolzen wurden. In dem Verzeichnis des Empfang- 



276 1798—1800 

Scheins figurieren mehrere Statuen (die wol Heiltum ent- 
hielten), die Häupter von SS. Johann und Paul, und 
ein Reliquiar in E'orm einer gotischen Kirche. 

Notiz : Efemy zu Friburgum Helvet. Nuythonise p. 342 — 343 A. 

1798. Unter den zerstörten Kirchengeräten des Schatzes von 1678 
Beromünster figurieren folgen de Stücke, die wahrscheinlich 

alle Reliquien enthielten: eine grosseMuttergottesstatue, 
ein grosser S. Michael, Brustbilder von S. Joseph von 
1760, S. Bartholomseus Ap., S. Vitus, S. Leodegar 
Bp. M., S. Karl Borromseus Ep., Pancratius M., Pla- 
cidus M., Cornelius P.M., Vitalis M., Joh. v. Nepo- 
muck M. von 1755, Franz Xaver und Nicolaus v. 
Plüe; endlich ein h. Michael auf einem Elfenbeinzahn 
und die Dreikönigen-Monstranz, welche wol die schon 
1557 genannten Weihrauchkörner der drei Könige ent- 
hielt. 

Druck : Kathol. Schweiz. Blätter 1898 p. 411. 

1799 Sep. 25. Französische Soldaten rauben aus der S. Leon- 1679 
hardskapelle in Rufi bei Schennis eine Reliquienmon- 
strahz mit der Reliquie des h. Leonhard v. Limoges. 

Orig", : Notiz im Pfarrarchiv Schennis ; mitg. von B.w. Hrn. Pfr. 
Fr^fel. 

1799. Die Gallusreliquien werden aus S. Gallen ins 1680 
Kloster Weissenau bei Weingarten geflüchtet. 

Notiz : Good, Gesch. der Eeliquien p. 23. 

vor 1800. Der Leib der h. Clara M.R. wird nach Genevez 1681 
im Münsterthal geflüchtet. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 10b 

vor 1800. Die Leiber der hh. Faustina, Generosa und 1682 
Pacificus MM. RR. werden aus der Kapuziner-, bezw. 
Ursulinerinen-, bezw. der Jesuitenkirche zu Pruntrut 
in die Pfarrkirche daselbst übertragen. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der kath. Schweiz 1864 p. 100. 

XVIII. Jh. Die Pfarrkirche Eschenbach (S. Gallen) besitzt 1683 
folgende Reliquien, wovon die Authentiken nicht mehr 
vorhanden: Florus M., Faustin M., Justus M., Lu- 
cius M., Generosus M., Theodor M., Gaudentius 
M., VictoriaM., Primus M., Justina M., Liberata 
M., Basilius M., Clemens M., Faustus M., Gon- 
stans M., Gaudentia M., Pacificus M., Columbus 



1802—1804 277 

M., Philipp. Ap., Jucundinus M., Modestinus M., 
üeodatusM., ProsperM., JucundaM., Liberatus 
M., Florianus M., Urbanus M., VincentiaM., Olym- 
pius M., Bonifa cius M., Desiderius M., Maximus 
M., Fidelis M. 

Copie : Mitg. von Hw. Hrn. Pfr. A. Fraefel. 

1802. Der Leib der h. Columba V.R. (v. s. d. 1701) zu i684 
Wollerau erhält eine neue kostbare Fassung, deren 
Gesamtkosten 238 G-1. 23 ß und 3 Hl. betrugen. 

Notiz : Geschichtsfr. Bd. 29 p. 115. 

1803 Jul. 4. Der Abt von Rheinau [Bernhard III. 1789—1805] i685 
kehrt mit den (1798) geflüchteten Reliquien ins Kloster 
zurück. 

Copie : Custodia p. 601. 

1803. Die geflüchteten Reliquien des h. Gallus werden von 1686 
Weissenau nach S. Gallen zurückgebracht. 

Notiz : Good, Gesch. der Eeliquien ... p. 23. 

1803. Thomas Fassbind, Pfarrer zu Schwyz, entfernt aus 1687 
einer Oista zweifelhafte Reliquien und verfasst einen 
„Scheda et Elenchus" betitelten Rodel mit folgendem 
Heiltum : vom Kalvarienberg, vom Oelberg, vom 
Ort von Christi Geburt, vom Grab des Herrn, vom 
Grab Marine, vom Haupt des Täufers, vom Gewand 
des Johann Ev., von den 10000 Märtyrern, von 
den 11000 Jungfrauen, von S. Gall, S. Martialis 
M., S. Moriz, vom Gewand Catharinse (?) V.M., von 
S. Lorenz, S. Stephan, S. Oswald, S. Paul Eremita, 
welche Reliquien alle schon lange in Schwyz*aufbewahrt 
waren. Von vier Märtyrern [Constans, Abundan- 
tius, Perpetuus und Portunat], von S. Augustin, 
Hieronymus, Anna, Csecilia, Joh. Nepomuck 
M n i c a ; die Authentiken der letztern 4 Reliquien liegen 
im Pfarrhaus. 

Orig- ; Pap. Eolle Pfarrkirche Schwyz. Copie: Mitg. von Hw 
a-n. Pfr. M. Waser. 

1804 Mai 17. Der Leib des h. Remigius M. R. wird von 1688 
Schwyz nach St ans zurückgebracht. 
Mitg:. : von Hrn. Staatsarchivar Dr. E. Durrer. 

1804 Sep. 25. Das ins Prauenkloster S. Peter in Bludenz 1689 
geflüchtete Haupt des h. Meinrad wird zurückgebracht 



278 1805—1814 

und bleibt zwei Tage Und zwei Nächte im Frauenkloster 
zu Wesen. Am 27. wird es abgeholt und nach Ein- 
siedeln überführt. 

Orig. : Ms. im Frauenkloster Wesen. Druck : Linth-Blätter, Bei- 
lage zum St. Galler Volksblatt Uznach 1899 Dez, 16 nr. 50 p. 397. 

1805 März 8. ff. Die silbernen (Reliquien-) Statuen von 1690 
Rh ein au, die (1798) geflüchtet worden waren, werden 
nach und nach zurückgebracht. 
Copie: Custodia p. 602. 

1805. Die letzten Kanoniker des ehem. Stifts von Moutier- 1691 
Grandval schenken die Leiber der hh. Germanus und 
Randoaldus der Pfarrkirche von Delsberg. 

Druck : Proprium Basiliense. Biu-geuer, Die Wallfahrtsorte der 
Kath. Schweiz 1864 p. 97. 

1805—1831. Unter Abt Januarius IL von Rheinau gelangten 1692 
aus Konstanz zwei kleine Monstranzen in Form eines 
gotischen Turms, kupfervergoldet, ins Kloster; sie ent- 
hielten eine Reliquie (insignis) von S. Gebhard Ep. 
und eine von S. Gallus x4.b. 

Notiz: P. Fridoliu Waltenspül, Excerpta 1860. Stiftsarchiv Ein- 
siedeln p. 179; mitg-. von Hrn. E. Bothenhäusler. 

1806. Franz Jos. Scherer, Konventual von S. Victorsberg, 1693 
beglaubigt die Aechtheit einer K r e u z partikel. [Meh- 
rerau.] 

Orig". : Mehrerau. 

1813 Sep. 19. In Waldkirch wird das fünfzigjährige Ge- 1694 
dächtnisfest der Coelestinstranslation gefeiert. Im 
Festzug waren zehn Gruppen : 1) der Triumph des 
Christentums,- 2) das Martyrium des h. Coelestin ; 3) die 
Freiheitsakte Constantins des Grossen; 4) das Bild der 
Gottesmutter, Engel, Jünglinge, Jungfrauen ; 5) Ein- 
führung des Christentums in Alemannien; 6) Das Christen- 
tum in Waldkirch, Schutzpatrone S. Blasius und S. Martin; 
7) u. 8) Militär und Musik ; 9) der Leib des h. Coelestin, 
Chorsänger, Klerus, Vorgesetzte, Ehrengäste, Dragoner ; 
10) S. Blasius, S. Martin, 4 Reliquienschreine, S. Coelestin, 
S. Justus, Dragoner. 

Mitj?. ; V. Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1814. P. Johann Sabelli, C. SS. R. (aus der Congregation 1695 
des alierhlst. Erlösers), d. i. Redemptorist oder Liguorianer, 



1814—1819 , 279 

welcher sich mit seinen Mitbrüdern aus Warschau in die 
Schweiz (Chur) flüchtete, schenkt das Haupt der h. J. 
und M. Angelika de soc. S. Ursulse, welches er an- 
fänglich dem Kloster Weesen zur Aufbewahrung für 
die Zeit der Rückkehr übergeben hatte, dem bischöfl. 
Kommissar Leonhard Gmür, Pfarrer in Amden, dessen 
Gastfreundschaft er ein Jahr lang genossen hatte, mit 
Bewilligung und Authentik seines Obern, P. Clemens 
Hofbauer [ — dem nun in den letzten Jahren die Ehre 
der Beatification zu teil geworden ist. — ] Das hl. Haupt 
ruht, mit weisser Seide überzogen, mit Steinen besetzt 
und einem Lorbeerkranz umwunden, in einem vergoldeten 
Holzschreine auf dem Gottesmutter-Altar. 
Mitg. von Hw. H. Pfr. Frc^fel. 

1814. Der Leib des h. Vitus M. R. wird vom S. Josephs- 1696 
altar zu Preiburg i./Ue. entfernt und gelangt später 
auf einen Altar des Chors. 

Notiz : Rsemy zu Fribm-gum Helvet. ISTuiythonias p. 272 A. 

1816 Jan. 24. Rom. Julius Maria de Somalia, Kardinal- 1697 
bischof von Tusculum (1814 — 1818), rekognosziert Reh- 
quien vom Gebein der hh. Gregor Magnus PP. und 
Leo Magnus PP. , der hh. Ambrosius, Basilius, 
Johann Chrysostomus und Hieronymus. Sie 
kamen nach Muri. 
Orig. : Muri-G-ries. 

1816 Mai 7. Authentik für eine Kreuzpartikel in Frauen- i698 
thal. 

Orig'. : Frauen thal. 

l8l7Jun.25. Authentikfür eine Kreuzpartikel in Frauen- 1699 
thal. 

Orig'. : Frauenthal. 

1818 Mai 2. Attestat für Marien- und Josephsreliquien, i700 
die in silbernen Statuen zu Rh ein au eingeschlossen 
wurden. 

Reg. : Eep. Ehen. I. C. I. n. 369. 

1819 Okt. 10. Der Leib des h. Basilius M. R. [der 1899 1701 
in Beckenried transferiert wurde] wird agnosziert und 
authentisiert. 

IVotiz : Authentik des Kard. R. Monaco La Valleta in Beckenried. 



280 1819—1822 

1819 Okt. 20. Authentik für eine Reliquie des h. Moriz in 1702 
Frauenthal. 

Ori^. : Fraueuthal. 

1821 Mai 13. Der Leib des h. Felix (M. R.) von Peters- 1703 
hausen wird aus der Schlosskapelle in die Kirche von 
Lommis feierlich transferiert. Er war 1672 aus dem 
Ooemeterium der Priscilla erhoben worden. 

Druck: Litaney vom h. Märtyrer Felix . . .; mitg. vou Hw. Hrn. 
P. Gabriel Meier. 

1821 'Aug. 17. Authentik für Partikeln von den Gebeinen 1704 
der hh. Peter und Paul zu Frauenthal. 
Orig-, : Frauenthal. 

1821 (?) Lobgesang auf den heiligen Leib des Märtyrers 1705 
Felix in der Kath. Pfarrgemeinde Lommis. 

Druck : Ein Exemplar in Einsiedeln. 

1821. Reliquien des h. Vincenz [M. R. ?] gelangen von 1706 
Petershausen nach Münsterlingen. 
Notiz : Kuhn, Thurg. sacra II. p. lUO. 

1822 Mai 30. Einsiedeln. P. Marianus Herzog, apostol. 1707 
Notar, schenkt auf Befehl von Abt Konrad aus dem 
Sacrarium von Einsiedeln Reliquien von S. Adelrich C, 

S. Victor M., S. Incognitus, S. Justus M. R. und S- 
Pidelis M. dem Kommissar und Kämmerer Thoraas 
Passbind, Pfarrer von Schwyz. Die Reliquien blieben 
der Kirche Schwyz. 

Orig-. : Schwyz. Copie : Mitg, von B.w. Hrn. Pfr. M. Waser. 

1822 Jun. 7. Authentik für eine Reliquie der h. Crescentia 1708 
M. in Prauenthal. 
Orig'. : Frauenthal. 

1822-1851. Eugen von Büren, Abt von Engelberg 1709 
(1822—1851), fügt den Reliquien des grossen silbernen 
Kreuzes folgendes Heiltum bei: von der Dornkrone, 
von S. Cosmas, S. Floridus M. R., vom G-rab und vom 
Körper des sei. Nikolaus von Flüe, vom sei. Adel- 
helm, dem ersten Abt von Engelberg, vom sei. Conrad, 
dem Stifter der Abtei, von S. Maurus, Franz von 
Assisi, Bonaventura Ep. und S. Agatha V.M. 

Ori^. : Engelberg-. Copie: Engelberg, verf. 1854 von Abt Placid 
Tanner; 1895 von P. Ignaz Hess; 19Ü0 im Eeliquienarchiv des Verf. 



1823—1827 281 

1823 Jul. 23. Parma. Fr. Carol. Francisc. 0. Serv. B. M. V., tit. 1710 
S. Marcelli S. R. E. Presb. Card. (1802), Caselli Ep. Parm. 
(1804 — 1828) visiert eine Partikel des hl. Kreuzes und 
vom Kleide der allerh. Jungfrau Maria, authent. v. 
Franc. Pettorelli LoUatta s. Yorgänger. Kam nach Rh e i n a u. 

Orig. : In Privatbesitz. 

J824 März 17. Rom. P. Erasmus von S. Gallen erhält den 1711 
Leib und die Blutphiole der h. Victoria M. R. aus 
dem Coemeterium des h. Cyriacus. [Er kam nach Büttis- 
holz.] 

Notiz : Kathol. Volksbote 1900 Apr. 28 n. 17. 

1824 Sep. 7. Authentik für eine Partikel von den Gebeinen 1712 
des sei. Nicolaus von Flüe in Frauenthal. 

Orig. : Frauen thal. 

1825 Mai 1. Der Leib der h. Victoria M. R. wird, nach- 1713 
dem er von den Klosterfrauen zu S. Clara in Luzern 
gefasst worden war, feierlich zu Büttisholz übertragen. 

Notiz : Kathol. Volksbote 1900 Apr. 28 n. 17. 

1825. Der h. NemesiusM. R. wird nach Genf gebracht. 1714 

Notiz: Schweiz. Wochenblatt 1825 p. 122; mitg. von H\v. Hrn. 
P. Gabriel Meier. 

ZW. 1825 u. 1842. Der Leib des h. Faustinus M. aus den 1715 
Katakomben gelangt nach Lachen. 
Notiz: Geschichtsfr. XXXI. p. 104. 

1826. Der Leib der h. Victoria M. wird zu Büttisholz 1716 
ausgesetzt; eine Partikel wird 1828 zu Frauenthal 
genannt. 

Notiz : Frauenthal. 

1827 Apr. 29. Feierliche hundertfünfzigjährige Uebersetzung 1717 
des h. Pancratius M. R. zu Wyl. 

Orig-. : EatsprotokoU Wyl 1827 ; Beschreibung in : Das zweite Cente- 
narium ... p. 11. 

1827 Jun. 6. Authentik für eine Reliquie der h. Puden- 1718 
tiana V. in Frauenthal. 
Ori^. : Frauen thal. 

1827. Der Leib des h. Justus zu Au b. Eins, wird gefasst, 1719 
1886 zertrennt und neu geschmückt. 

Notiz : Verzeichnis. 



282 1828—1830 

1828 Jan 9. Authentik für den Leib des h. Liberatus, 1720 
M. R. ; er ist über der Mensa des rechten Seitenaltars in 
der Klosterkirche von Prauenthal ausgesetzt. 
Orig". : Frauenthal. Reg". : Reliquienarchiv des Verf. 

1828 Mai 31. Joseph Anton Salzmann, Propst von Luzern 1721 
authentisiert Reliquien von den hh. Severus M., den 
hh. Trierer MM., die unter Diocletian gelitten, Fidelis 
M., vom Grab des sei. Bruders Klaus, Ooluniban M., 
Goelestin PP., von der scapula der h. Modesta M., 
Claudius, Vitalis, Prudentius M. aus dem Coeme- 
terium des Callistus, Placidus M., Pius M. aus derselben 
Katakombe, Felix M., Victoria von Büttisholz, aus der 
Gesellschaft der h. Ursula, Pirraus M., Donat M., 
Magnus M. , Vincentia M. , Honorat M. , Csecilia 
V.M. und aus der Gesellschaft des h. Moriz M. Die 
Partikeln hegen zu Prauenthal. 

- Orig".: Frauenthal. Reg.: Eeliquienarchiv des Verf.; Salzmann 
warBischof von Basel 1828— 1854. 

1828 Mai 31. Jos. Ant. Salzmann, Propst, authentisiert Par- 1722 
tikeln von S. Peter Ap., S. Martin Ep., S. Clemens 
M., S. Gregor PP., S. Goelestin PP., S. Bernard Ab., 
S. Ulrich Ep., S. Lorenz Lev. M., Desiderius Ep. M. 
und vom Gürtel des h. Anibrosius Ep. in Prauenthal. 
Orig. ; Frauenthal. 

1828 Jul. 17. Authentik en für Rehquien von S. Benignus 1723 
M. aus der Gesellschaft S. Gereons, vom Grab des sei. 
Bruders Klaus, S. Theodor M., Eutichius M. und 
Clemens M. in Prauenthal 
Orig'. : Frauenthal. 

1830 Jun. 14. Card. Fr. Joh. Crugustoni rekognosziert „par- 1724 
ticulas ex Veste B. Mariae Virgin is, ex arca sepulchrali 
S. Prancisci Xaverii, Conf." 

Orig". : Ktrcheuarchiv v. Glis; mitg. von Hw. Hrn. Prof Imesch. 

1830—1840. Der Leib des h. Auxilius M. R., kostbar ge- 1725 
fasst von der Erzherzogin Maria Anna in Rom, wird 
auf dem Altar des h. Franz Xaver zu Brig beigesetzt. 
Auf dem Altar des h. Ignaz ruhen (seit wann ?) Reli- 
quien der Thebäer, ferner von S. Maximus, Simpli- 
cianus, Placidus, Pulgentius, Simplicius und Vin- 
centia MM. RR. 

Notiz : Mitg. von Hw. Hrn. Prof Imesch. 



1831—1838 283 

1831 Feb. 25., Rom. Placidus Zurla 0. S. B., Kardinalpres- 1726 
byter von S. Groce in Gerusalemme, authentisiert Par- 
tikeln vom Sarg (arca sepulcralis) des h. Aloys Gon- . 
zaga; sie kamen nach Muri. 
Orig'. : Muri-Gries. 

1831 Okt. 22. Fr. Giov. Fraschina, Erzbischof von Korinth, i727 
päpstl. Hausprälat und Thronassistent, schenkt den Leib 
und die Ampulle des h. Gaudentius (M. R.) nach 

Bignasco. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 162. 
1832. Der Kirchenschatz des Basler Münsters wird verteilt 1728 
zwischen Baselstadt und Baselland ; die Reliquien ge- 
langen 1835 nach Mariastein. 

Notiz: Vautrey, Eist, des Eveques de Bäle I. p. 350. 

1834 Apr. 21. Rom. Placidus Zurla, Kardinalpresbyter, 1729 
authentisiert eine Partikel vom h. Kreuz. [Meh- 

rerau.] 

Orig". ! Mehrerau. 

r835 März 5. Mariastein. Abt Placidus von Beinwyl-Maria- 1730 
stein (1804 — 1841) authentisiert die seit der Reformation 
eingeschlossenen Reliquien des ehemaligen Basler Kirchen- 
schatzes, die er mit Ausnahme der Fridolinsreliquie, 
welche Dekan Georg Flad von Säckingen schenkte, vom 
Archivar Joh. Krug erhalten. Er reponiert die Häupter 
von S. Pantalus Ep. M. und S. Ursula mit 66 bezw. 64 
andern Reliquien auf und in den Altären von Mariastein. 
Copie : Mitg. von Hw. Hrn. P. Laui-entius Eschle 0. S. B. 

1835 Okt. 11. Rom. Fr. Candidus Mariotti von Gamerino, .1731 
ord, min. de Observantia, authentisiert eine Partikel vom 
Kleid des h. Franz v. Assisi. 

Orig. : Chm- (bisch öfl. ArcMvar). 

1835. Die Gebeine der sei. Angelsachsen zu Sarmen- 1732 
storf werden aus ihrem Grab in den Kreuzaltar versetzt. 
Ifotiz : Burgener, die Wallfahrtsorte der Kath. Schweiz 1864 p. 46. 

1836 März 25. Authentik für Reliquien vom Gebein des 1733 
Täufers und der h. Brigitta Vidua in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. 
1838 Jan. 21. Schwyz. Philipp de Angelis, Erzbischof von 1734 
Carthago, bestätigt Partikeln von Gebeinen der h. Joh. 
B. , S. Peter Ap. , S. Paul Ap. , S. Glara V. für 
Wurmsbach. 

Orig.: Wurmsbach. 



284 1838—1840 

1838 Apr. 4. Carol. Odescalchi rekognosziert „sacras par- 1735 

ticulas ex ossibus S. Basilii Episc. Coiif. et Ecc. Doctoris." 
Orig". : Kirchenarchiv V. Glis; mitg. von Hw. Hrn. Prof. Imesch. 

1838 Apr. 4. Garol. Odescalchi rekognosziert „sacras par- 1736 
ticulas ex Velo B. Virginis Marise." 

Orig-, : Kirchenarchiv v. Glis; mitg. von Hw. Hrn. Prof. Imesch. 

1838 Apr. 10. Carol. Odescalchi rekognosziert „sacras par- 1787 
ticulas ex Colurana DecoUationis S. Pauli Apl. et Doc- 
toris Gentium." 

Orig. : Kirchenarchiv v. Glis; mitg. von Hw. Hi"n. Prof. Imesch. 

1838 Jun. 4. Authentik für Partikeln von der Geis sei- 1738 
Säule Christi, vom Grab Mariae, vom Gewand (pallium) 
Josephs, von den Gebeinen des Täufers, des Petrus, 
Paulus, Jacobus Maj., Jacobus Min., Clemens PP., 
Lucius PP. , Caius PP. , PabianusPP. , Johannes 
PP., Callistus PP., Marcellus PP. , Pontianus PP., 
Silverius PP., Urbanus PP., Xystus PP., Zephyri- 
nus PP., und vom Hauptschleier der M. Magdalena. 
[Die Päpste sind nicht in chronologischer Eeihenfolge.] 

Die Reliquien liegen in Frauen thal. 

Oi'ig. : Frauenthal. B-eg. : Eeliquienarchiv des Verf. 

1839 Mai 12. Authentik für Partikeln vom seidenen Gewand 1739 
der h. Philoraena V.M. zu Prauenthal. 

Orig. : Frauenthal. 

1839 Juri. 3. Wettingen. P. Bernh. Huser, Prof. zu Wet- 1740 
tingen, apostol. Notar, bestätigt die Aechtheit einer Re- 
liquie von S. Martin Ep. Tur. zu Mehrerau. 

Orig. : Mehrerau.' 

1840 Apr. 2. Maggenau, P. Bernh. Huser, 0. Cist., 1741 
authentisiert Reliquien von Liberatse M., Maximi M., 
Magni M., Ccelestini M., Laurenti M., Pelicis M., 
Alexandri M., Theodor! M., Honorati M., Modesti 

M., Lucidi M., Vincentii M., Victorisß M. 
Orig-.: Arch. Maggenau; mitg. von liw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1840 Apr. 6. Joseph Presb. v. S. Susanna, Card, della Porta 1742 
Rodiani, bestätigt Partikeln von Gebeinen des h. Bern- 
hard, Abt, für Wurmsbach. 
Orig. : Wurmsbach. 



1840—1842 . 285 ' 

1840 Mai 30. Rom. Joseph, Presb. v. S. Susanna, cardinal. I74a 
della Porta Rodiani, authentisiert eine minutissima par- 
ticula ex ossibus S. Csecilise V.M. R. D. Alois Rüd- 
liger von Schraerikon, welcher im Oolleg. Germ, zu 
Rom seine Studien gemacht und anno 1840 daselbst 
geweiht worden war, schenkte diese Reliquien seiner 
Pfarrgemeinde. 

Orig-. : Auth. Pfarrarch. Schmerikon; mitg. von B.w. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1840 Mai 30. Rom. Joseph, Cardinalpresbyter von S. Susanna, 1744 
bestätigt eine Partikel von den Gebeinen des h. 
Jacobus Maj. 

Orig. : Hw. Hrn. Domdekan Tuor. 

1840 Jun. Die von Coelestin Müller, Bürger von Schmeri- 1745 
kon, Abt zu Einsiedeln, seiner Vatergemeinde geschenkten 
Reliquien der hl. MM. Jucundinus, Aurelius, Seve- 
rinus, Simplicianus, Pelicianus, Gaudiosus, Peli- 
cissimus, welche nebst den der Kirche Schmerikon 
eigentüml. von früher her noch erhaltenen Reliquien 
(Adauctus, Urbanus, Placidus, Defendens, Vin- 
centius, Constantinus, Maximus, Benignus, Desi- 
derius) in 4 sehr schön (auf Kosten des Abtes) ausge- 
statteten Pyramiden Schreinen gefasst worden waren, wer- 
den von Einsiedeln feierlich abgeholt und den 29. 
Juni auf dem Hochaltar zu Schmerikon ausgesetzt. 

Notiz: Pfarrarchiv Schmerikon; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frgefel. 

1841 Jul. 26. Der Leib des h. Victor M. R. wird feierlich 1746. 
in die Pfarrkirche von Steinerberg transferiert. 

Druck : Predigt gehalten .... Einsiedeln 1842. Jfotiz : Stückel- 
berg Archiv f. Volksk. HI. 1. Abb. : Zwei Aquarelle im Pfarrhans 
Steinerberg; reproduziert a. a. 0. 

1841. Neuntägige Andacht zum h. Blutzeugen Viktor nebst 1747' 
Mess-, Beicht- und Kommuniongebeten. 
Druck : Einsiedeln 1841 in 8". 

1841. Ach ermann J. Der Sieg des Glaubens über die Welt. 1748 
Predigt, gehalten bei der feierlichen Einbegleitung der 
Reliquien der hl, Pacifikus und Felix in die Pfarr- 
kirche zu Hildisrieden den 31. Mai 1841, Luzern. 
Druck : Räber, 1841 16 S. 8«. 

1842 Jan. 25. Authentik für Partikeln von dem Schleier, 1749- 
womit die h. Jungfrau das Jesuskind in der Krippe 



286 1842 

bedeckte, vom Pallium des h. Joseph, von den Gebeinen 
der h. Anna, der hh. Peter und Paul, Agatha, Lucia, 
Apollonia, Antonius Ab., Cajetanus Thien. Cf., Felix 
V. Cantalicio, Franz de Hieronymo Cf., Aloys 
Gonzaga Of. und Franz von Paula; vom Sindon des 
h. Alphons Maria v. Liguori Ep. Of., von den Ueber- 
resten des h. Franz v. Assisi, den Gebeinen des h. 
Andreas Avellinus Cf-, des h, Maurus Ab., des h. 
Maximian Ep. (v. Ravenna) und Of., von S. Veronica 
Juliana V., S. Franz Xaver, S. Apollinaris Ep. (v. 
Ravenna) und M. zu Frauenthal. 

Orig". ; rrauenthal. Heg. : Eeliquienarchiv des Verf. 

1842. Predigt gehalten bei der feierlichen Einführung der 1750 
Reliquien des heiligen Viktor auf dem Stein erb erg im 
Kanton Schwyz den 26. Heumonat 1841. Von P. Martin 
Inderbitzi, Kapitular von Einsiedeln. Nach dem Tod 
des Verfassers auf Verlangen einiger seiner Freunde 
herausgegeben. Einsiedeln. 

Druck : Ein Exemijlar Stiftsbibl. Einsiedeln; ein Exemplar im Re- 
liquienarchiv des Verf. 

1842 März 23. Rom. Oonstantin Patrizi, Kardinalpresbyter 1751 
von S. Silvester, Generalvikar u. s. w. authentisiert Par- 
tikeln vom Mantel des h. Joseph. Sie kamen nach 
Muri. 

Orig-.: Muri-Gries. 

1842 Apr. 2. Rom. Stephan Misir, Erzbischof von Irenopolis, 1752 
bestätigt eine Partikel von den Gebeinen der h. Barbara 
V.M. (für Wurmsbach). 
Orig". : Wurmsbach. 

1842 Mai 11. Rom. Oonstantin Patrizi B. v. Porto (1860—1871, 1753 
geb. 1798, B. v. Ostia 1871), bestätigt Partikeln von 
der Area sepulcralis des h. Franz Xaver und vom 
superpellicium des sei. Archangelus Oanetolus Conf. 
(für Wurmsbach.) 
Orig. : Wurmsbach. 

1842 Main. Rom. Oonstantin Patrizi bestätigt eine Partikel 1754 
von der Area sepulcralis des h. Alois Gonzaga und vom 
superpellicium des sei. Archangelus Oanetolus Cf. 
(für Wurmsbach). 
Orig. : Wurmsbach. 



1842—1845 287 

1 842 Mai 11. E o m. Constantin Patrizi bestätigt Partikeln, vom 1755 
Schleier (velum) der h. Jungfrau Lauretana und vom 
Rocchett des sei. Archangelus Canetolus Cf. (für 
Wurmsbach. 

Orig. : Wurmsbach. 

1842. Die Leiber der hh. Felix und Pacificus MM. RR. 1756 
werden in die Kirche Hiltisrieden verbracht. 

Notiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der Kath. Schweiz 1864 p. 158. 

1843 JuL 23. Unter grosser Feierlichkeit und Zudrang des 1757 
Volkes wird auf dem St. Antoniusaltare der Spitalkirche 

von Brig das Bild der hl. Martyrin Philo man a mit 
Ueberbleibseln ihres Leibes zur Verehrung der Gläubigen 
aufgestellt. 

Notiz : „Blätter aus der Walliser Geschichte" I. 118. 

1844 März 18. Authentik für Partikeln von der Krippe, 1758 
der Geisseisäule und dem Grab des Herrn, dem Grab 
Marise, dem Pallium Josephs, dem Marterholz S. Petri 
Ap., der Säule, auf der S. Paul enthauptet wurde, von 

den Gebeinen der hh. Bartholomssus, Mathias, Lucas 
Ev., Marcus Ev., Alexander, Calistus und Clemens 
PP. MM. in Prauenthal. 

Orig". : Frauenthal; eine zweite Authentik für dieselben Eeliquien 
1866 Sep. 4. 

1844 Apr. 24. Der Leib des h. Publius M. R. wird mitsamt 1759 
Ampulle und Grabschrift aus der Katakombe bei S. 
Ciriaca an der Via Tiburtina erhoben und 1846 Mai 16. 
dem Luigi Grati, Bischof von S. Oallinico übergeben. 
Alessandro Torriani brachte das Heiltum nach Men- 

drisio. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 187. 

1844 Jun. 12. Rom. Fr. Joseph Bartholomäus Menochio, 1760 
ord. Eremit. S. Augustini, Bischof von Porphyreon, 
authentisiert Reliquien vom Gewand Marise, vom Pallium 

S. Josephs, von der Umhüllung der Häupter von Peter 
und Paul. 

Orig.: Chui-; Hw. Hrn. Domdekan Tuor.. 

1845 Aug. 13. Authentik für Gebeinpartikeln von S. Ignaz 1761 
Loyola, Franz Xaver, Franz v. Hyro, Franz Borgia, 
Alphons Rodriguez und Gewandreste von S. Franz 
Regis in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Eeg. : Eeliquien archiv des Verf. 



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288 1842—1847 

1845, Authentik für eine Kreuzpartikel in Frauenthal. 1762 

Orig. : Fraußiithal. 

1846 Mai 30. Rom. Stephan Misir, Erzbischof von Irenopolis, 1763 
authentisiert eine Partikel vom h. Kreuz. [Mehrerau.] 

Orig'. : Mehrerau. 

1846, Die Hospize auf dem S. Bernhard und dem Simplon 1764 
erhalten aus Novara Reliquien vom h. Bernhard von 
Menthon. 

Notiz : Biirgener, Der h. Bernhard v. Menthon, Luzern 1870 p. 119. 

1846, Papst Gregor XVI. schenkt der Kirche von Frei- 1765 
bürg i./Ue. den Leib der h Clementiana M. R. 
Notiz : Esemy zu Friburgum Helvet. Nuythonise p. 273 A. 

1846. Schreiben des Kardinals Patrizi wegen der Uebergabe 1766 
des Leibs der h. Justin a M. R. an den Kanoniker Stock- 
alper von Sitten. 

Orig-. : Bischöfl. Arch. Sitten Tir. 204 n. 75. 

1847 Jan. Der Pilger Mangerich aus der Gegend von Trier 1767 
bringt die Gebeine der hh. Theophilus M. R. und der 
Clementina V. M. R., die er in Rom durch den apostoh 
Poenitentiar P. Felix Victor Hubert vom Kardinal Patrizi 
erlangt hatte, nach Willerzeil. 

Copie : Formulare. 

1847 Apr. 13. Rom. Stephan Misir, Erzbischof von Ireno- 1768 
polis, authentisiert Partikeln vom Schleier der h. Jung- 
frau, von den Gebeinen der hh. Augustin Ep., Bene- 
dikt Ab. und Ludovicus R ; sie kamen nach Muri, 
Orig. : Muri-Gries. 

1847 Apr. 13. BVancesco Gius. Castellani, ord. Erem. S. Aug. 176& 
sacrarii apli praßfectus, schenkt dem Bischof Petrus Misir 
in St, Gallen für die Pfarrkirche Araden, auf Verwenden 
des Hrn. Administr. Präsident Leonhard Gmür in St. Gallen, 
Bürgers v. Amden (der wegen Errichtung des Bistums 
als Geschäftsträger des kath. Gr. Rates in Rom fungierte), 
den hl. Stab des hl. Märtyrers Theodor, welcher den 
2. Jan. 1824 den Katakomben des hl. Callistus enthoben 
worden war. Diese hl. Reliquie befand sich bis 1873 im 
Hause des Präsidenten Leonhard Gmür, dann wurde sie im 
Kloster Riedenburg bei Bregenz kostbar gefasst und den 
22. Juni 1873 feierlich in die Pfarrkirche Amden übertragen, 
wo sie unter der mensa des neuen grossen Hochaltars ruht. 
Mitg-. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 



1847—1848 ' 289 

1847 Aug. 22. Authentik für eine Partikel vom Gürtel der 1770 
h. Jungfrau Maria in Frauenthal. 
Orig". : Frauenthal. 

1847 Dez. 21. Gardinal Constantin Patrizi schenkt den ijeib 1771 
des h. Victor, Puer, M. R., gefunden 1845 Mai 22. im 
Coemeterium des Callixtus an der Via Appia, dem Pres- 
byter Adam Fuchs, der sie den Franziskanerinen zu 
Zug vergabt. 

Copie : Formulare. 

1847. Papst Gregor XVI. schenkt der Kirche von Frei- 1772 
bürg i./U. den Leib der h. Attica M. R. 

Jfotiz : Rsemy zu Friburgum Helvet. Nuythonife p. 273 A. 

1847. Joseph Melchior Ehrler, Kaplan, bringt den Leib des i773 
h. Julianus M. R. aus Rom und schenkt ihn der Pfarr- 
kirche von Morschach. 

IVotiz : Dettling M., Schwyz. Chronik 1860 p. 145. 

1847. Authentik für Reliquien vom h. Kreuz in Zug. 1774 

Heg. : Pfarrarchiv Zug. 

1848 März 29. Wurmsbach. P. Alberich Zwyssig beglau- 1775 
bigt Reliquien vom h. Getulius M. R. von Wettingen 
für Wurmsbach. 

Orig". : Wurmsbach. (Porträt und Biographie P. Alberichs s. im 
Neujahrsblatt der Musikgesellschaft Zürich 1876.) 

1848 März 29. Wurmsbach. P. Alberich Zwyssig authen- 1776 
tisiert eine Partikel vom h. Martianus M. (lies Mari- 
anus) aus Wettingen für Wurmsbach. 
Orig. : Wurmsbach. 

1848 Okt. 15. Der Leib der h. Justina M. R. wird vom 1777 
Bischof von Sitten rekognosziert. 

Orig.: Bischöfl. Arch. Sitten Tir. 204 n. 74; mitg. Hw. Hrn. Prof 
Imesch. 

r 

1848 Okt. 16. Gallentag. Die Gallusreliquien zu S. Gallen 1778 
werden auf einer Tafel zusammengestellt und am Gallus- 
tag zum ersten mal auf dem Gallusaltar der Verehrung 
geboten. 

Notiz : Grood, Gesch. der Reliquien .... p. 24. 

1848 Nov. 6. Freiburg i./Ue. Stephan Marilley, Bischof von 1779 
Lausanne und Genf, rekognosziert Reliquien von S. Ci- 
rina, Defendens, Prosper, Theodora, Cirna, der 

19 



29ü 1848—1853 

Thebäer, Amantia,Pelix, Fortunat, Justa, Theodora, 
Felix, Theophilus, Severus, Beatus, Lucidianus, 
Placidus und Auxilius MM. Sie kamen nach Muri. 
Orig". : Muri-Gries. 

1848. Aebtissin Augustina Fröhlich (1841 — f 1871) von 1780 
Feldbach erwirbt nach Aufhebung ihres Klosters die 
Reliquien der h. Flora M. R. um 262 fl. 6 kr. 
Notiz : Kuhn, Thui-g. saera III. p. 27. 

184-9 Nov. 16. Othmarsreliquien werden, auf einer Tafel 1781 
gefasst, auf dem Othmarsaltar in der Stiftskirche S. 
Gallen ausgestellt. 

Notiz : Good, G-esch. der Keliquien .... p. 28. 

1851 Feb. 15. Authentik für eine Reliquie der h. Agatha 1782 
V. M. in Frauenthal. 
Orig'. : Frauenthal. 

1851 Nov. 22. Einsiedeln. P. Benedict Müller beglaubigt 1783 
die Gebeine der hh, Theophilus M. R, und Clementina 

V, M. R. zu Willerzeil; sie waren durch Cardinal 
Patrizi authentisiert und 1847 geschenkt, und endlich zu 
Au b. Eins, gefasst worden. 
Copie : Formulare. 

1852 Aug. 2. Carlo Romano, Bischof von Oomo (1834 — 1855), 1784 
feiert die Translation der Gebeine des sei. Nicolaus 
Rusca M. zu Sondrio. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 113. 

1852. Joh. Petrus Mirer, Bischof von S. Gallen (1846—1862), 1785 
schenkt an Pfr. Jac. Bonifac. Klaus in Amden (spätem 
Gründer der Waisenanstalten S. Iddazell und Iddaheim) 
Reliquien der hh. Gallus, Othmar und Notker. Sie 
befinden sich im Fusse eines Altarkreuzes. 

Mitg-. von Hw. Hrn. Pfr. FrEefel. 

1853 Okt. 23. u. 24. Zweite Centenarfeier der Uebertragung 1786 
der Gebeine des h. Synesius M. R. zu Bremgarten. 

Druck: Fr. Jos. Weissenbach, Die Verehrung- der Heiüg-en .... 
Dargestellt bei der Translations-Jubelfeier der G-ebeine des hl. Synesius, 
Patron von Bremgarten . . . ., Solothurn 1854, Scherer. Notiz : Badener 
Volksblatt 1899 Okt. 21. n. 125. 

1853. Jubelfeier der Translation der Reliquien des h. Sy- 1787 
nesius, Stadt- und Landpatron von Bremgarten. Von 

K. Jul. Meyer, Pfarrer, Solothurn. 

Druck : Ein Exemplar im Pfarrarchiv Bremgarten. 



1853—1856 291 

1853. Fünfzigjährige Jubelfeier der Translation des h. In- i788 
nocentius M. R. zu Tobel (Thurgau). 

iVotiz : Burgener, Die Wallfahrtsorte der Kath. Schweiz 1864 p. 239. 

1854 (od. 1814?) Sep. 5. Rom. Fr. Jos. M. Oastellani, 1789 
ord. Erem. S. Aug., Bischof von Porphyreon, authen- 
tisisiert eine Partikel von S. Victor M. Sie kam nach 
Fahr. 

Orig.: Pap. Urk. Fahr. 

1855 Jan. 21. Einsiedeln. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1790 
die zu Au b. Eins, gefassten Reliquien des h. Victor, 
Puer, M. R. für die Pranziskanerinen in Zug. 

Copie : Formulare. 

1855 Apr. 19. Rom. Fr. Joseph Palermo, ord. Erem. S. Aug., 1791 
Bischof von Porphyreon u- s. w., authentisiert Partikeln 
vom.Velum (Hülle), worin die Gebeine der h. Philo- 
mena V.M. geruht; sie kamen nach Muri. 

Orig-. : Miiri-Gries. 

J855 Dez. 14. Rom. Constantin Patrizi, Kardinalbischof von 1792 
Albano, rekognosziert eine Reliquie von den Gebeinen 
der h. Anna; sie kam nach Muri. 
Orig'. ; Muri-Gries. 

J855. Der Leib der h. Victoria M. R. zu Bellinzona wird 1793 
von den vertriebenen Benediktinern verschlossen und 
bald darauf durch P. Aemilian Strubel nach Chur zu 
dem Domherrn Jac. Riesch gebracht. 
Copie : Formulare. 

1856 Jun. 20. Rom. Fr. Anton Ligi Bussi, Erzbischof von 1794 
Iconium, authentisiert Reliquien vom Altarholz S. Peters, 

von der Säule der Enthauptung des h. Paul, von An- 
dreas, Jacob Maj., Thomas, Jacob Min., Philipp, 
Bartholomaßus, Thaddssus, Matthias, Barnabas und 
vom Velamen des h. Simon Ap. 
Orig-. : Pap. Urk. Fahr. 

J856 Jan. 20. Rom. Fr. Anton Ligi Bussi, Erzbischof von 1795 
Iconium, authentisiert Reliquien von der Krippe, vom 
h. Haus von Loreto, vom Mantel S. Josephs, von S. 
Johann B., Joachim, Anna, Zacharias, Lucas, Mar- 
cus, Elisabeth, Johannes Ev. und Matthseus. 
Orig. : Pap. Urk. Fahr. 



292 1856—1858 

1856 Sep. 10. Ohur. Caspar v. Carl, Bischof von Chur 1796 
(1844 — 1859), weiht den mittleren Altar beim Eingang 

zur Crypta der Cathedrale in Chur in der Ehre des h. 
Kreuzes und des h. Joh. v. Nepomuck ; er schliesst Re- 
liquien ein von SS. Theodor und Aurea MM. 
Orig'. : Chur, bischöfl. Archiv. 

1857 Jul. 11. Orleans. Felix Anton Philibert Dupanloup, 1797 
Bischof von Orleans (1849 — 1878), rekognosziert die Ke- 
liquien des h, Benedict zu S. Benoit-sur-Loire, lässt 

sie durch Aerzte untersuchen und bestimmen und schenkt 
eine Rippe den RR. PP. von Einsiedeln. 

Ori«'. : Stiftsarchiv Einsiedehi A. T^P. Druck s P. Karl Brandes, 
Leben des h. Benedikt. Einsiedeln 1858 p. 421—426. 

1857 Sep. 27. Authentik für den Leib des h. Liberatus i798 
M. R. zu Prauenthal. 

Ori^. : Frauenthal. Beg*. : Eeliquienarchiv des Verf. 

1857 Okt. 12. Au b. Eins. Der Leib der h. Victoria M. R. 179» 
(von Bellinzona) wird aus Chur zur Passung ins Prauen- 
kloster Au b. Eins, gesandt und von hier nach Schnifis 
gebracht. 

Copie: Formulare. Verzeichnis, n. 5. 

1857 Okt. 21. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp authentisiert 1800 
die Victoriagebeine, die aus Bellinzona, Chur, Au 
nach Schnifis gelangen. Der Brief ist adressiert an den 
Pfarrer von S., P. Dominions An der Rütti. 
Copie : Formulare. 

1857 Okt. 21. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt ^goi 
Reliquien von den hh. MM. Benedict, Bonus, Goeles- 
tin, Pelician, Felix, Julian, Liberat, Magnus, Pri- 
mus, Probus, Reparat, Theodor, Verecund, Victor, 
Christina, Paustina, Victoria, Aegid Cf. und Elisa- 
beth Bona; der Brief ist adressiert an Fr. de Paula 
Kienle, Kaplan in Kempten. 
Copie: Formulare. 

1857 Nov. 17. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt igoa 
Reliquien von der h. Victoria M. (in Schnifis) und von 
dem h. Aemilian M.; die Urkunde ist adressiert an P. 
Aemilian Strubel, Kapitular zu Einsiedeln. 

Copie : Formulare. 

1858 Jan. 1. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1803 
Reliquien von S. Meinrad M., S. Benedict Abb. und 



1858—1860 293 

Victoria M. R., deren Leib in Schnifis ruht. Der Brief 

ist adressiert an P. Aemilian Strubel, künftigen Oekonomen 

in Freudenfels. 
Copie : Formulare. 

1858 Feb. 24. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1804 
von neuem einen Zahn des h. Petrus Ap., den der 
1624 Mai 28. nach Rom gesandte P. Franciscus mit 
andern Reliquien vom Papst Urban VIII. erhalten hatte. 
Der Brief ist gerichtet an den Laienbruder Petrus Wiss 
in Einsiedeln. 

Copie : Formulare. 

1858 Okt. 6. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1805 
Reliquien von S. Simplicia M., Clara, dementia, 
Clemens, Ccelestin, Columba, Constantius, Diodor, 
Honorat, Innocenz, Just, Justin, Placid, Theophil, 
Valentin, Verecund , Victoria, Victor MM. RR., 
authentisiert von Cardinal Carl Odescalchi 1838 Apr. 22. 
Gerichtet ist die Urkunde an P. Andreas 0. S. ¥., Guar- 
dian zu Rapperswyl. 

Copie : Formulare. 

1859 Jan. 20. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1806 
eine Reliquie von der tunica talaris des h. Meinrad M. 

Die Urkunde ist gerichtet an Abt Heinrich VI. von Ein- 
siedeln (1846—1874). 
Copie : Formulare. 

1859 Jun. 1. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1807 
ein von der Einsiedler Kreuzpartikel abgelöstes Teilchen 

für die ehrw. Frau Mutter vom Kloster Au b. Eins. 
Copie : Formulare. 

J859 Jun. 28. Rom. Constantin Patrizi authentisiert Reli- 1808 
quien von den hh. Aposteln Thomas und Jacob us 
Minor. 

Orig. : Chur, Domsehatz. 

1860 März. 8. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1809 
Reliquien von den Gebeinen des sei. Nicolaus v. Flüe 

und den Haaren der h. Rosa V. für P. Caspar Willi, 
Pfarrer in Einsiedeln. 
Copie : Formulai-e. 

1860 Apr. 2 — 3. Die schön gefassten Reliquien der h. Vic- 1810 
toria M. R. zu Warth (Thurgau) werden geraubt. 
Notiz : Kuhn, Thurg. sacra I. p. 368. 



294 3860—1862 

1860 Aug. 25. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt isil 
die Gebeine der h. Constantia V. M. R. zu Seedorf, 

die aus dem Coemeterium der Cyriaca stammen und 
1660 Nov. 19. von Ambrosius Landucius, Bischof von 
Porphyreon für Joh. Heinr. Büntener authentisiert wor- 
den waren. 

Copje : Formulare. 

1860. Der Leib der h. Constantia M. von Seedorf (Kant. 1812 
Uri) wird in Au b. Eins, neu gefasst. 

1861 Jan. 10. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1813. 
Reliquien vom h. Meinrad M. und von dessen und des 

sei. Nicolaus v. Flüe tunica. Die Urkunde ist adres- 
siert an Frau Meinrada Benziger, Gattin des Nicolaus B. 
Copie : Formulare. 

1861 Feb. 17. Au bei Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1814 
Reliquien der h. Victoria M. (von Schnifis), des h. 
Meinrad M. und der h. Agnes V. M. für die ehrw. 
Mutter M. H. B. . . . bezw. deren Nichte Victoria. 
Copie : Formulare. 

1861 Frühjahr. Das Haupt des h. Meinrad M. wird im 1815. 
Prauenkloster Au für die Gnadenkapelle in Einsiedeln 
neu gefasst. 

JVotiz : Verzeichnis. 

1861 Apr. 23. Au. b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1816^^ 
eine Partikel vom Haupt des h. Meinrad M. für P. 
Raphael Kuhn. 

€opie : Formulare. 

1861 Aug. 21. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 18IT 
eine Partikel von S. Meinrad M. in Doppel für P, 
Hieron. Bachmann und die Superiorin von M. Meinrada 
Schönbächler. 

Copie: Formulare. 

1862 Jan. 21. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt xglS 
Partikeln von den Gebeinen des h. Meinrad M. 

Copie : Formulare. 

1862 Mai 11. Rom. Constantin B. v. Porto bestätigt Par- 1819 
tikeln vom hölzernen Altar des h. Ap. Petrus und von 
der Säule der Enthauptung des h. Paul Ap. (für Wurms- 
b ach). 

Orig. : Wurmsbach. 



1862—1863 295 

1862 Mai 15. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1820 
die von Cardinal Constantin 1859 Jun. 25. authentisierten 
und in Au gefassten Partikeln der hh. Marellinus, 
Maura, Donat, Pelicissima, Generosa, Columba, 
Sabinus, Honestus, Pacifica, Benedicta, Inno- 
centia, Maxima, Liberata, Desiderius, Coelestina, 
Constantia, Clara und Victoria MM. (RR.) für Stephan 
Gmür, Pfarrer zu Düns im Vorarlberg. 
Copie : Formulare. 

1862 Dez. 13. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp beglaubigt 1821 
Reliquien von den unschuldigen Kindlein, die seit 
langem zu Seedorf verehrt wurden und von denen Par- 
tikeln nach Au b. Eins, vergabt wurden. 

Copie : Formulare. 

1863, Oentenarfeier der Ccelestinstranslation zu Wald- 1822 
kirch. 

Orig-. : Festschrift von Pfarrer PI. Federer 1863. Pfairarchiv Wald- 
kirch. 

1863 Peb. 14. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp bestätigt 1823 
Partikeln von Gebeinen des h. Joh. B., S. Peter Ap., 

S. Paul Ap., S. Clara V. für Wurmsbach aufs neue. 
Orig. : Wurmsbach. 

1863 Peb. 14. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp bestätigt 1824 
eine Partikel der h. Constantia V.M. aus Seedorf 
für Wurmsbach. 
Orig. : Wurmsbach. 

1863 Peb. 14. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp bestätigt 1825 
eine Partikel der h. Victoria M. von Schnifis für 
Wurmsbach. 

Orig. : Wurmsbach. 

1863 Peb. 14. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp, Not. apL, i826 
bestätigt eine Partikel von dem h. Meinrad für Wurras- 
bach. 

Orig. : Wurmsbach. 

1863 Peb. 14. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp bestätigt i827 
eine Partikel von Johann dem Täufer für Wurmsbach. 
Orig. : Wurmsbach. 

1863 Peb. 20. Au b. Eins. P. Athanas Tschopp gibt ein 1828 
Verzeichnis der von der Aebtissin AI. Müller nach Au 
gesandten und hier gefassten Reliquien. 
Orig. : Wurmsbach. 



296 1863—1867 

1863 Nov. 22. Au b. Eins. P. Athanasius Tschopp, apostol. 1829 
Notar, beglaubigt eine Partikel vom Gebein des h 
Meinrad M. ; sie kam nach Muri. 

Oi'ig. : Muri-Gries. 

1864 Jul. 17. Predigt auf die feierliche Beisetzung ' der 1830 
h. Gebeine des heiligen Märtyrers Liberatus gehalten 

im hochlöblichen Kloster Frauenthal den 17. Jul. 1864 
vom hochw. Pater Athanasius Tschopp, Konventual der 
hochlöblichen Benediktinerabtei Maria Einsiedeln, Beich- 
tiger des ehrwürdigen Prauenklosters in der Au. Zug. 
Druck : Ein Exemplar in Einsiedeln ; ein Exemplar im Eeliquien- 
archiv des Verf. 

1864 Aug. 24. Authentik für den Leib des h. Liberatus 183L 
M. R. zu PrauenthaL 

Orig. : Frauentbal. Reg. : ßeliquienarchiv des Verf. 

1864 Aug. 24. Au b. Eins. P. Athanasius Tschopp authenti- 1832 
siert Partikeln von S. Liberatus M. R. von Frauen- 
tbal; sie kam nach Fahr. 
Orig. : Pap. Urk. Fahr. 

1864. Der Leib des h.fLiberatus M. vom Kloster Frauen- 1833 
thal wird zu Au neu gefasst. 

Notiz : Verzeichnis. 

1864 Aug. 24. Au b. Eins. P. Athanasius Tschopp bestätigt 1834 
Reliquien vom h. Liberatus M., dessen Leib im Kloster 
Prauenthal 0. Cist. ruht. In Disentis. 
Oris:. : Chur. 

1865. Sieben h. Leiber werden für die Stiftskirche Ein- 1835 
siedeln zu Au neu gefasst. 

Notiz : Verzeichnis. 

1866. Zu Au b. Eins, werden acht Reliquien pyramiden für 1836 
das Pfarramt LTtznach erneuert. 

Notiz : Vex'zeichnis. 

1866. Zu Au b. Eins, werden vier Reliquienpyramiden für 1837 
Bohlingen erneuert. 

Notiz : Verzeichnis. 

1867. Vier Reliquienpyramiden von Kloster Fahr werden i838 
in Au b. Eins, erneuert. 

Notiz : Verzeichnis. 

J867 Mai. Verzeichnis der Reliquien, welche in die vier 1839 
neuen Reliquiarien für . . . Fahr in der Au gefasst wor- 
den sind. 

Oriff.: Fahr. 



1«67— 1870 297 

1867. Vier Reliquiensärge im Kapuzinerkloster Rappers- 1840 
wyl werden zu Au b. Eins, erneuert. 

Ifotiz : Verzeichnis. 

1868 Jan. 9. Authentik für eine Reliquie von Petrus Ca- 1841 
nisius Cf. in Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. 

1868. Zwei Pyramiden von Willer zell (Kant. Schwyz) 1842 
werden zu Au b. Eins, erneuert. 

Notiz : Verzeichnis. 

1868. Hundertfünfundzwanzigj ährige Jubelfeier der Jus- 1843 
tinustranslatipn zu Gossau; die ISTeufassung des h. Leibs 
war zu Au bei Einsiedeln besorgt worden. 
Notiz : Kuggle G. cT. Pfarrg. Grossau p. 306. 

1869 Apr. 17. Authentik für Partikeln vom Gewand des h. 1844 
Ignaz Loyola, von den Gebeinen der h. Lucia V.M., 
vom Fleisch der h. Scholastica V., vom Grab der h. 
Maria, vom Haus der h. Anna und des h. Johannes 

Ap. und Ev., vom Gewand des h. Franz von Assisi, 
der h. Clara von Assisi und der Theresia V., vom 
Schrein (arca sep.) des h. Alois Gonzaga, vom Schleier 
der h. M. Magdalena de Pazzis, in Frauenthal. 
Orig. : Frauenthal. 

1869 Apr. 17. Authentik für Reliquien vom Hause des h. 1845 
Joseph, und von Tüchern, in denen Gebeine der hh. 
Antonius Ab., Benedictus Ab., Dominicus Cf und 
Agnes V.M. eingewickelt waren. 
Orig. : Frauenthal. 

1869. In Au werden wiederhergestellt zwei Reliquiarien für 1846 
den P. Guardian zu'Nsefels und zwei Pyramiden für 
Studen. 

Notiz: Verzeichnis. 

1869 Nov. 11. Authentik für Reliquien des sei. Benedict 1847 
Josepf Labre CG. in Prauenthal. 

Orig. : Frauenthal. Reg. : Reliquienarchiv des Verf. 

1869 Dez. 31. P. Athanasius Tschopp, apostol. Notar, be- 1848 
glaubigt Reliquien vom Sarkophag des h. Canisius. In 
Frauenthal. 

Orig. : Frauenthal. 

1870 Nov. 4. Mailand. Alois Nazari aus Calabiana, Erz- 1849 
bischof von Mailand (seit 1867), authentisiert Reliquien 



298 1870—1871 

von einer Rippe des h. Ambrosius B. und vom Blut 
des h. Karl Borromseus. 
Orig'. : Chur, Domschatz. 

1870 Dez. 10. Rom. Constantin Kardinal Patrizi verschenkt 1850 
und authentisiert eine Partikel von der Hülle (velum), in 
welcher die Gebeine des h. Albertus Carmelitanus 
gelegen. [Der Leib dieses Heiligen ruht in der Chiesa 
di S. Maria Traspontina in Burgo nuovo Rom.] Die 
Partikel kam noch Goldingen. 

Orig'.: Pfarrarch. Goldingen (Cap. B. M. V. in Gibel); mitg. von 
Hw. Hrn. Pfr. Fi-fefel. 

1870 Dez. 10. Rom. Constantin Kardinal Patrizi schenkt 1851 
und authentisiert dem deutschen Kolleg in Rom eine 
Reliquie vom Gewand des sei. Joseph Labre C. ; sie 
gelangt durch Alb. Oberholzer nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarcli. Goldingen (Cap. B. M. V. in Gibel) ; mitg. von 
Hw. Hrn. Pfr. Frajfel. 

1870—1880. Im Frauenkloster Au b. Eins, werden neu ge- 1852 
fasst die Leiber von folgenden Heiligen: Justinus M. 
für Gossau, Vincentius M. für Eschenbach (Kant. 
S. Gallen), Maximinus M. für Ettiswyl, Innocentius 
M. für Goldau, Theodorius M. für Peusisberg, Aeli- 
anus M. und Pia M. für Sursee, Kapuzinerkloster. 
Notiz : Verzeiclinis. 

187! März 17. Nizza. Joanes Petrus Sola, Bischof von 185S 
Nizza (seit 1857), päpstl. Thronassistent, Comthur des 
SS. Moriz- und Lazarusordens u. s. w., authentisiert eine 
Partikel von den Gebeinen des h. Moriz M. (er schenkt 
sie nach S. Moritz in Graubünden). 
Orig. : Chur, bischöfl. Archiv. 

1871 Mai 24. Rom. Constantin Kardinal Patrizi schenkt und 1854 
authentisiert dem deutschen Kolleg in Rom eine Kreuz- 
partikel; sie wurde durch einen Bürger von Goldingen, 
Albertin Oberholzer, einst Student am deutschen Kolleg, 

z. Z. Pfarrer in Mels, der Kapelle seines Heimatortes 
Oberholz (Pfarrei Goldingen) verehrt. 

Orig. : Pfarrarch. Goldingen ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1871 Aug. 8. Chur. Caspar [Willi, 0. S. B.], Weihbischof von 1855 
Chur weiht die Kirche von Riemen stalden und schliesst 
Reliquien ein: im Hauptaltar von SS. Irene und Prosper, 



1771—1772 299 

im rechten Seitenaltar von C latus, Agatha und Ana- 
cletus, im linken Seitenaltar von S..Laurentius. 
Orig". : Perg. Urk. im Pfarrarchiv; vidi 3 VI. 1900. 

1871 Sep. 29. Caspar, Bischof von Antipatris, Weihbischof 185(> 
von Chur, weiht die Kirche von Amsteg und schliesst 
Reliquien ein; im Hauptaltar von SS. Aurelius und 
Theodor, auf der Evangelienseite von SS. Pretiosus 
und Benigna MM., auf der Epistelseite von SS. Theo- 
dor, Crescentia und Liberatus MM. 
Copie : Jahrzeitbuch Pfarrarchiv Amsteg. 

1871 Dez. 29. Rom. P. A. Steinhuber, S. J. Rektor des 1857 
deutschen Kollegs in Rom, verschenkt und authentisiert 
eine Partikel von den Gebeinen von Kaiser Heinrich II. C. 

Sie kam nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarch. Goldingen; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1872 März 13. Rom. Constantin Kardinal Patrizi verschenkt 1858 
und authentisiert eine Partikel vom h. Grab des Herrn; 

sie kam nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarch. Goldingen ; mitg. von Hw. Hi-n. Pfr. Frsefel. 

1872 März 15. Rom. Constantin Kardinal Patrizi vergabt 1859 
und authentisiert eine Partikel vom Stoff (velum), in 
welchen die Gebeine des h. Nico laus Ep. C. gewickelt 
waren. Sie kam nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarch. Goldingen; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1872 März 15. Rom. Constantin Kardinal Patrizi verschenkt 1860 
und authentisiert eine Partikel von S. Gallus Ab. C. ; 
sie kam nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarch. Goldingen; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1872 Jun. 7. Rom. Fr. Pranciscus a Roma, Custos Minor. 1861 
S. Franc. Reform, strict. observ., authentisiert eine Par- 
tikel (ex prsßcordiis) des h. Leonhard von Porto 
Mauritio. Die Reliquie kam nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarch. Goldingen; Eel. u. Authentik vierfach. (Gap. B. 
M. V. ad nives in Gibel) ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1872 Jul. 10. Rom. Camillus Guardi, Prsef. general. CO. RR. 1862 
ministrantium infirmis, authentisiert eine Partikel vom 
Gewand des h. Camillus de Lellis C. dem CoUegium 
Germanicum. Von da kam sie nach Goldingen. 

Orig. : Doppel, Pfarrarch. Goldingeu (Gap. B. M. V. a. n. Gibel) ; 
mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 



30Ü 1874—1876 

1874 Sep. 22. Das Reliquiar der h. Sabina V.M. zu As- 1863 
cona wird wegen Feuchtigkeit geöffnet und am 13. Okt. 
wieder geschlossen. 

Notiz : Borrani, Ticino sacro p. 159. 

1875 März 5. Rom. Constantin Kardinal Patrizi verschenkt 1864 
und authentisiert Reliquien von der Krippe, vom hölzernen 
Altar S. Petri, von der Enthauptungssäule des Apostels 
Paul, von den Gebeinen der hh. Apostel Thoraas, Phi- 
lipp, Bartholomaeus, Simon, Matthseus, ThaddsBus, 
Andreas, Jacobus Maj., Jacob Min., Matthias, Bar- 
nabas. Die Reliquien kamen nach Goldingen. 

Orig. : Pfarrarch. Groldingen; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1875 Jul. 16. Rom. Constantin Kardinal Patrizi verschenkt i865 
und authentisiert Reliquien von der Geisseisäule, vom 
h. Grab, von den Gebeinen der h. Anna und des h. 
Felicianus M. Sie kamen nach Goldingen. 

Oriff. : Pferrarch. Goldingen ; mitg. von Hat. Hrn. Pfr. raefel. 

1875. In die drei Altäre der Pilialkapelle von Schoried bei 1866 
Alpnach werden Reliquien eingeschlossen : a) von S. 
Urban und Lactanz, b) von S. Severus und Jucunda, 
c) von S. Modestinus und Redempta [MM. RR.]. 
Copie : mitg. von Hochw. Hrn. Pfarrh. A. Küchler. 

1875 Dez. 3. P. Frid. Willam 0. S. B. in Glattburg bestätigt 1867 
die Aechtheit von Reliquien der hh. Clemens, Victor 
und Benedicta aus dem aufgehobenen Kloster Rotten- 
raünster bei Rottweil. [Zu Mehrerau.] 

Orig. : Mehrerau. 

1876 Jul. 30. In Menzingen wird die 200jährige Feier der 1868 
Translation des h. Clemens M. R., dessen Leib von den 
Klosterfrauen im Gubel neu gefasst worden war, be- 
gangen. 

Notiz : Vaterland 1876 Aug. 5. n. 181. 

1876 Dez. 4. Glattburg. P. Friedrich Willam, 0. S. B. Kon- i869 
ventual von Einsiedeln, Beichtiger im Kloster Glattburg 
und apostoHscher Notar, authentisiert den Leib (Haupt 
und Gebeine) des h. Erasmus M. R. Derselbe war aus 
Rom nach S. Gallen gebracht und hier öffentlich ver- 
ehrt worden, gelangte z. 2. der französischen Revolution 
nach Reichenau, von hier nach Wegnahme der kost- 



1877—1881 301 

baren Fassung wieder nach S. Gallen, wo er bis 1875 
. in der Sq,kristei verborgen lag, bis P. Friedrich ihn er- 
hielt und 1876 der Kirche Kaltbrunn verehrte. 

Orig. : Pfarrarchiv Kaltbi-unn ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1877 Jun. 24. Das zweite Oentenarium der Translation der 1870 
Reliquien des h. Märtyrers Pancratius zu Wyl am 24. 
Juni 1877. 

Druck: St. Gallen, G. Moosberger, 1877 38 Seiten kl. 8«. 

vor 1879. P. Friedrich Willam, Kapitular des Stift Ein- i87l 
siedeln und apostolischer Notar (f 1879 Jun. 6.), legt 
eine grosse Sammlung von Partikeln, die vielfach aus 
aufgehobenen Klöstern stammten, sowie ein Verzeichnis 
desselben an. Sie wurden in einer grossen Tafel, die 
sich in der Abteikapelle befindet, sorgfältig gefasst. 

Orig. : „Verzeichnis der heil. Reliquien, welche in dieser Tafel ent- 
halten sind." Heft in 4"; mitg. von Hw. Hrn. P. Odilo Ringholz 0. S. B. 
Die Eeliquientafel sah der Verf. 1899. 

1879 Mai 11. Rom. Raphael Monaco La Valetta, Kardinal- 1872: 
priester von S. Croce in Gerusalemme, authentisiert den 
Leib des h. Vincentius M. R. ; derselbe kam 1897 nach 
Luzern und Jun. 26. nach Menzingen, wo er 1900 
transferiert wurde. 

Orig. : Beschreibung der S. Vincentius- Translation von P. Wilh. 
Sidler 0. S. B. Professor; Ms. im Rel.- Archiv des Verf. 

1879 Mai 11. Rom. Raphael Kardinal Monaco La Valetta i873 
authentisiert den Leib des h. Basilius M. R., der 1899 
zu Beckenried transferiert wurde. 

Orig". : Beckenried, mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Ed. Wymann. 

1880. Abt Leodegar Ineichen von Rheinau beglaubigt Reli- 1874 
quien des h. Constantin [zu Mehrerau]. 
Orig. : Mehrerau. 

1881 Mai 10. A üb. Eins. P. Athanas Tschopp bezeugt die 187& 
Unversehrtheit der Reliquien vom h. Kreuz, S. Theo- 
dora M., Placid M., Eutichius M., Generosus M., 
Victor M. ; Faustus M. und Contantia M., deren 
Authentik verloren gegangen war, und die zur Neu- 
fassung durch Frau Gemeindeammann Hegi nach Au 
b. Eins, gesandt worden waren. 
Copie : Formulare. 



302 1881—1885 

1881 Jul. 26. S. G-allen. Dr. 0. Zardetti, Bischof von Naissus, 1876 
verschenkt und bestätigt Reliquien der h. Placida 
[M. R.] zu Mehrerau. 
Orig'. : Mehrerau. 

1 88 1 Dez. 3. A u b. Eins. P. Athanas Tschopp bestätigt das 1877 
von Maur. Kälkum, Abt von Wettingen der Aebtissin 

AI. Müller geschenkte Haupt einer Gefährtin S. Ursulas; 
ferner Reliquien von S. Willibald E., S. Jüstus M. 
(bis), S. Benignus M., S. Vitalis M., S. Anselm Abb. 
für Wurmsbach. 
Orig'. : Wurmsbacli. 

1882 Sep. 22. Einsiedeln. P. Georg Ulber, Not. ApL, be- 1878 
stätigt das Haupt der h. KilianaM. aus der Gesellschaft 

S. Ursulse, Geschenk von Abt M. K. von Wettingen, 
ferner Reliquien vorn h. Kreuz, Justus M., Benignus 
M., Sebastian M., Liberatus M-, S. Innomina (Inno- 
minabilis), S. Pia, Elianus M., S. Incognitus M. 
Orig'. : Wurmsbach. 

J883 Okt. 8. S. Gallen. Augustin, Bischof von S. Gallen 1879 
weiht in der Georgskirche zu Kaltbrunn am 5. Okt. 
1883 den Altar auf der Evangelienseite in der Ehre des 
Rosenkranzes und der hh. Elisabeth und Idda Vidd. und 
denjenigen der Epistelseite in der Ehre von S. Johannes 
B., Johannes Ev., Jodocus und Gallus. In erstem schliesst 
er Reliquien von S. Lactantius und S. Margaritha, 
in letzteren solche von S. Ludidianus und Hon or ata 
MM. (RR.). 

Orig. : Pfarrarchiv Kaltbrunn; mitg. von B.w. Hrn. Pfr. Frfefel. 

1884. In Au werden wieder hergestellt vier Pyramiden für 1880 
Waltenschwyl (Kant. Aargau), vier Pyramiden und 
drei Reliquienkissen für Altendorf (Kant. Schwyz), 
vier Pyramiden für Eschenz (Kant. Thurgau) und eben- 
soviel für Au selbst. 
Notiz : Verzeichnis. 

J885 Okt. 28. Mehrerau. Abt Maurus Kalkura, 0. Cist. 1881 
Mehrerau, schenkt an die Pfarrkirche Schennis durch 
Pfarrer Prsefel eine hl. Reliquie von S. Sebastian, die 
1766 von Nuntius Kardinal Gonzaga an das Gotteshaus 
Wettingen geschenkt worden war. 

Orig. : Pfarrarchiv Schennis; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Fraefel. Va- 
lenti Gonzaga war 1764 — 1775 Nuntius bei den Eidgenossen. 



1885—1889 303 

1885. In Au wird neu gefasst der Leib des h. Urban M. 1882 
für Schmerikon und ein h. Haupt für Mastrill. 
Notiz; Verzeichnis. 

1886 Mai 23. Mehr er au. Abt Maurus Kalkura, apost. Notar, 1883 
bestätigt die Aechtheit von Reliquien der hh. Maria- 
nus und Getulius MM. RR. von Wettingen zu 
Mehrerau. 

Orig. ; Mehrerau. 
1888 Aug. 9. Der Bischof von S. Gallen weiht drei Altäre 1884 
in der Pfarrkirche Lichtensteig in der Ehre der Trinität, 
der h. Jungfrau und des h. Marianus M. ; er schliesst 
Reliquien ein ■ von S. Eusebius M., Prudentius M. 
und Victor V.M. 

Orig:. : Pfarrarchiv Lichtensteig; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Fr^efel. 

1887 Jan. 7. P. Maurus Kalkum, Abt und apostolischer 1885 
Notar im Kloster Wettingen-Mehrerau authentisiert Reli- 
quien der hh. Gallus und Othraar, welche aus der 
Kustorei S. Gallen an das Kapuzinerkloster Wyl ge- 
langten. 

Orig. : Kap. Klosterarchiv Wyl ; mitg. von Rw. Hrn. Pfr. Frfefel. 

1887. In Au werden hergestellt zwei Pyramiden für Frei- 1886 
bürg und ein Reliquiar für Oberweil (Kant. Aargau). 

Notiz : Verzeichnis. 

,1888 Okt. 2L Abt Basilius von Einsiedeln (1876—1895) 1887 
weiht mit Erlaubnis des Bischofs Augustin von S. Gallen 
in der Kreüzkirche von Uz nach den Hochaltar 
in der Ehre des h. Kreuzes und der schmerzhaften 
Mutter Gottes, und schliesst Reliquien ein von den hh. 
Pisistratus, Caius und Olympius MM. Ferner weiht 
er die Altäre der h. Jungfrau vom Rosenkranz und des 
h. Joseph und schliesst Reliquien ein von den hh. Illu- 
minata M., Gregorius M., Ursula und Gefährtinen. 
Orig. : Pfarrarchiv Uznach; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1888. In Au werden neu gefasst: zwei hl. Häupter für das i888 
h. Kreuz-Institut zu Cham, vier Reliquientafeln für 
Lachen, und vier Pyramiden für den P. Guardian in 
Appenzell. 

Notiz : Verzeichnis. In h. Kreuz sah der Verf. (1. VH. 1900) ein 
Haupt S. Inoogniti M. und eines SS. Inuocentium M. 

1889. In Au b. Eins, wird ein Reliquiar für Rheinfelden, 1889 
die Gebeine des h. Basilius M. R. und des h. Felix 



304 1890—1893 

M. R. für Rapperswyl und zwei Pyramiden für Pias- 
sein neu hergestellt. 
Jfotiz : Verzeichnis. 

um 1890. Eine Pridolinspartikel wird aus Schennis 1890 
nach S. Cloud in Dakota (U. S. A.) geschenkt. 
Mündl. Mitteilung von Ew. Hrn. Pfr. Frsefel. 

(890. In Au b. Eins, werden vier Pyramiden für Nezlingen 1891 
(Kant. Bern) wieder hergestellt. 
ISotiz : Verzeichnis. 

1891 Peb. 1. Rom. Lucidus Maria, Bischof von Albano, 1892 
Kardinal Parocchi, authentisiert den Leib und die Blut- 
ampulle des h. Justinus Puer M. R. aus dem Coeme- 
terium der Priscilla, der einst dem Chrispin Staffa ge- " 
schenkt und in dessen Familie aufbewahrt worden war. 
Er kam in einen Seitenaltar der Pfarrkirche zu Ennet- 
bürgen (Nidwalden). 

Orig". : Ennetbürgen; mitg. von Ew. Hrn. Pfr. Ed. Wymann. 

1891 Okt. 15. Abt Basilius Oberholzer von Einsiedeln 1893 
(1875 — 1895) weiht die Lyceumskirche zu Sarnen und 
schliesst Reliquien ein : im Hochaltar von dem h. Thebäer 
Victor M. und S. Urban; im Herz-Jesu- Altar und im 
S. Josephsaltar von S. Desiderius Ep. M. und S. 
Pelician. 

Copie: Mitg. von Hochw. Hrn. Pfarrh. A. Küchler. 

1891 — 1893, In Au werden zahlreiche Reliquientafeln für 1894 
verschiedene Gotteshäuser wiederhergestellt. 
Notiz : Verzeichnis. 

1893 Okt. 26. Maggenau. Abt Laurentius von Mehrerau, 1895 
Visitator, verifiziert die authentischen Reliquien (inspectis 
litteris authenticis, quse adhuc asservantur in archivis 
dicti monasterii) von den hh. Pidelis M., Clemens M., 
Digna M., Leontius M., Maximia M., Demetrius M., 
Lucella M., Columba M., Benignus M., Venerandus 
M. , Simplicius M. , Innocentia M. , Aurelius M., 
Wolfgangus, Amandus, Victoria, Crescentina. 
Orig. : Archiv Maggenau; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Freefel. 

1893 Okt. 29. Maggenau. Laurentius, Abt von Mehrereau, 1896 
verifiziert „inspectis litteris authent. sacras reliquas SS. 
Hilarii M., Clementinae M., Theodorse M., Justini 



1893—1896 305 

M., qusB olim in ecclesia paroch. Appenzell expositse 
fuerant necnon SS. Verenas V.M., Lucidae M., Victo- 
rini M., Modestini M., Candidse M." 

Orig. : Archiv Maggenau; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frscfel. 

1893. In Au b. Eins, werden vier Pyramiden für die Kirche 1897 
von Gross (Kant. Schwyzj wiederhergestellt. 

Sotiz: Verzeichnis. 

1894 Jul. 17. Vincenzo Molo, Bischof von Callipolis, apostol- 1898 
Administrator des Tessin u. s. w., rekognosziert den Leib 

des h. Publius M. R. in Mendrisio. 
Jfotiz : Borrani, Tieino sacro p. 187. 

1894. In Au wird der Leib der h. Columba nebst vier 1899 
Pyramiden für Wollerau neu gefasst, ferner ein Reli- 
quiar für Egg und zwei Reliquiensärge für Arth. 

Notiz : Verzeichnis. 

1895 März 8. Constantin Cardinal Patrizi (Bischof von Ostia 190a 
seit 1871), authentisiert eine Partikel vom Abendmahls- 
tisch des Herrn. 

Orig. : Kap. Klosterarchiv Wyl; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frjcfel. 

1895 Apr. 8. Constantin Cardinal Patrizi (Bischof von Ostia 1901 
seit 1871), authentisiert eine Partikel von der Geissel- 
säule des Herrn. (Im Kapuzinerkloster Wyl.) 

Orig. : Kap. Klosterarchiv Wyl; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Fra^fel 

1895 Jul. 7. Die 1645 Jan. 16. nach Muri verschenkten 1902 
Reliquien von SS. Placidus und Sigisbert gelangen, 

■( von den Benediktinerinen zu Samen kostbar gefasst^ 
zurück nach Disentis, wo sie auf dem Hochaltar der 
Martinskirche aufgestellt wurden. 

Notiz : Mitg. von Hw. Hrn. P. Placidus Müller. 

1896 Peb. 27. Rom. Pr. Maurus a Leonissa, Postulator gene- i903 
ralis Ord. Min. S. Prancisci, authentisiert Reliquien der 
folgenden Pranziskanerheiligen : Franz Seraph. C, 
Felix V. Cantalicia C, Fidelis v. Sigmaringen M., 
Joseph V. Leonissa C, Seraphin v. Asculo C, Lau- 
renz V. Brindisi C, Veronica de Julianis V. und 
schenkt sie dem Kapuzinerkloster Wyl. 

Orig-. : Kap. Klosterarchiv Wyl ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel 

1896 Fab. 27. Rom. Pr. Maurus a Leonissa authentisiert 1904 
Reliquien von: B. Bernhard v. Corleone, B. Bern- 

20 



306 1896 

hard v. Ophida, B. Crispin v. Viterbo, B. Angelus 
V. Acri, B. Benedict v. Urbino, B. Felix v. Nicosia, 
B. Didacus Joseph v. Gades und schenkt sie dem 
Kapuzinerkloster Wyl. 

Orig. : Kap. Klosterarchiv Wyl; raitg.' von Hw. Hvn. Pfr. Frsefel. 

1896 März 23. Padua. Fr. Victor Mar. Sattari schenkt dem 1905 
Kapuzinerkloster zu Wyl eine von Bischof Joseph Calle- 
gari von Padua authentisierte Reliquie des h. Anto- 
nius von Padua. 

Orig. : Kap. Klosterarchiv WjM ; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frasfel. 

1896 Apr. 27. Authentik für Partikeln vom Schleier der h. 1906 
Jungfrau und vom Gebein des h. Ludwig [IX., König 
von Frankreich] inPrauenthal. 
Orig. : Fraueiithal. 

1896 Mai 22. P. Odilo Ringholz, 0. S. B. apost. Notar, 1907 
authentisiert folgende alte Reliquien: von S. Job. Bapt., 
vom Ort der Erscheinung S. Michaels (Mte. Gargano)^ 
S. Paul Ap., S. Euseb M. 0. S. B., B. Nicolaus y. 
Flüe, S. Franz Xaver, S. Peter Ap,, S. Oatharina 
Bon. V., Franz V. Sal. E.D., S. NotkerO. S. B. C. Die 
Reliquien liegen in Wyl. 

Orig". : Kap. Klosterarchiv Wyl. 

1896 Mai 24. Authentik für den Leib des h. Vincentius 1908 
M. R. ; er ruht über der Mensa des linken Seitenaltars 
zu Frauenthal. 

Orig. ; Frauenthal. Reg. : ßeliquienarchiv des Verf. 

1896 Jun. 29. Der Leib des h. Justinus M. R. aus dem i909 
Coemeterium der Priscilla, erworben durch Vermittlung 
von Mgr. Marty, Kaplan der päpstlichen Schweizergarde, 
wird feierlich in die Kirche von Bnnetbürgen über- 
tragen. 

Sotiz: Nidwaldn er Volksblatt 1896 Jun. 27. n. 26 und .Tul. 24. 
n. 27. 

1896. P. Odilo Ringholz 0. S. B., apostohscher Notar stellt i9io 
die nach dem Tod des letzten Abts von Rheinau 
nach Ein sie dein gekommenen Authentiken an Mgr. 
Burtscher, Pfarrer zu Rheinau zurück. 
Mitg. von P. Odilo Eingholz. 

1896. Die Reliquien der h. Justa M. R. werden wieder in i9ll 
die Klosterkirche von Gnadenthal, die in Privatbesitz 



1896—1899 307 

gewesen und nun zur katholischen Pflegeanstalt gehört, 
zurückgebracht. 

Notiz : Badener Volksblatt 1896 Okt. 23. 

1896. In Au werden vier Pyramiden und zwei h. Häupter 1912 
für Einsiedeln wiederhergestellt. 

Notiz : Verzeichnis. 

1897. In Au werden zwei Pyramiden für Trachslau, zwei 1913 
Pyramiden und vier Reliquientafeln für die Kapuziner 

zu Dornach neu gefasst. 
Notiz : Verzeichnis. 

1898 Aug. Der Reliquienschrein des h. JustusM. R. in der 1914 
Pfarrkirche zu Wäggis wrd von Diebeshand erbrochen 
ein Arm der Reliquien zerbrochen, das seidene Gewand 
zerrissen und einige Zierraten geraubt. 
Notiz : Badener Volksblatt 1898 Aug. 14. 

1898 Nov. 6. Der Leib des h. Anastasius M. R,, kostbar 1915 
gefasst und bekleidet von den Klosterfrauen zu S. Clara 
wird in der Kapuzinerkirche zu St ans transferiert und 

im Altartisch beigesetzt, 

Notiz : Nidwaldner Volksblatt 1898 Nov. 5. n. 45. 

1899 Jun. 5. Bischof Johann Pidelis von Chur weiht den 1916 
Hochaltar in der Kapelle des Theodosianum in Zürich 

und schliesst. Reliquien ein von S. Pidelis von Sigma- 
ringen, von den Gefährtinen S. Ursulas, von S. 
Paternus und S. Gaudentia. 

Orig. ! Theodosianum Zürich; mitg. von Hw. Hrn. P. Odilo Eing- 
holz 0. S. B. 

1899 Okt. 17. Bin sie dein. P. Odilo Ringholz, apostolischer 1917 

Notar authentisiert eine Partikel des sei. Hermannus 

Oontractus (die aus Reichenau nach Einsiedeln gelangt 

war) und schenkt sie einem Reliquienfreund in Zürich. 

Orig. : Pap. Urk. im Reliquienarchiv des Verf. 

1899. In Au werden zwölf Reliquienpyramiden für das Stift 1918 
Binsiedeln wiederhergestellt. 
Notiz : Verzeichnis. 

1899 Dez. 26. Der Leib des h. Basilius M. R. wird zu 1919 
Beckenried feierlich übertragen und auf dem Choraltar 
zur Verehrung ausgesetzt. 

Notiz : Nidwaldner Volksblatt 1899 Dez. 30. n.- 52. 



308 1899-1901 ' 

1899. In die Kapelle des Theodosianums in Zürich gelangen 1920i 
zwei Reliquarien, deren eines Heiltum von S. Meinrad, 
Adelrich, Lazarus Ep. M. und Blasius Ep. M., das 
andere Partikeln de Icone B. V. M. Einsidlense, S. Franz 
C, Afra M. und Sebastian M. enthält. 
Mitg-. von Hw. Hrn. P. Odilo Ringholz 0. S. B. 

1900 Mai 18. Der Leib des h. Vincentius M. E,. wird feier- 192t 
lieh zu Menzingen transferiert. 

Orig. : Beschreibung der S. Vincentius-Translation von P. Wilh. 
Sidler 0. S. B. Professor; Ms. im Rel. -Archiv des Verf. 

1900 Jul. 2. Augustin Egger, Bischof von S. Gallen, weiht 192^ 
im Chor der Leonhardskapelle von Rufi (bei Schennis) 
einen Altar und schliesst Rehquien ein von S. Fortunat 

M., S. Innocentius M. und S. Notker C. 

Orig-. : Pfarrarch. Schennis; mitg. von Hw. Hrn. Pfr. Frsefel. 

1901 März 25./26. Die Reliquienkästchen der Pfarrkirche 1928. 
von Vitznau werden nachts von Dieben erbrochen. 

Notiz : Vaterland 1901 n. 70. 




S. KOCHÜS 
Holzstatue des XVI. Jh. in Valeria. 



Nachtrag. 



IV. Jh. Ende. Der mailändische Priester Cario bringt Phiolen 1924= 
mit Märtyrerblut von Agaunum dem h. Victricius, Bischof 
von Jßouen und dem h. Martin von Tours. 

Origr, : Victricius De laiidlb. inartynim (390). Litt. : Herzog, 
Kirchenlexikon IX. p. 199. 

VII. — VIII. Jh. In Sens liegen Reliquien von S. Moriz, ferner i925 
von S. Moriz, Exuperius, Candidus, Victor und In- 

nocentius. 

Orig'. : Cedulge mit: Sancto Mauritio und mit: (Christusmonogramm) 
Hü sunt reliquias sanctorum thebeormn id est Maurici, Exsuperi, Can- 
didi, Victuris, Innocenti cum socüs eorum et pulvera de sepulcra 
ipsorum. Druck : Bull, et M^m. de la Soc. Nat. des Antiquaires 
Gfeme Serie T. IX. Mem. 1898. p. 156—157. Abb. : Ebenda PI. VII 

■809. Karl der Grosse schenkt dem Erzbischof Magno von. 1926 
Sens Reliquien von SS. Moriz, Candidus, Exuperius 
und Victor aus S. Maurice. 

Orig, : Cedula von 809 in Sens. Druck : Bull, et Mem. de la 
Soc. Nationale des Antiquaires ßcme Serie T. IX. Mem. 1898. Abb.: 
Ebenda PI. IX. 

IX. Jh. In Sens ruhen Reliquien von S. Felix und Regula. 1927 
Orig. : Cedula mit : j Dß sancto Feiice martire et sorore ipsius 
sancta Kegola raartiris. Druck : Bull, et Mem. de la Soc. Nat. des 
Antiquaires 6feme Serie T. IX. p. 150. Abb. : Ebenda PI. X. 

JX. Jh. In Sens liegt Heiltum von S. Sigismund R. aus 1928 
S. Maurice. 

Orig.: Cedula mit: Sancto Mauricio et de sancto Sesmundo. Druck: 
Bull, et M6m. de la Soc. Nat. des Antiquaires 6eme Serie T. IX. Mem. 
1898. p. 156—157. Abb. : Ebenda PI. VIII. 

3(. Jh. In Sens ruhen Reliquien (corpus) von S. Victor ^929 
von S. Maurice, gebracht von Bischof Willichar 
(Vuiliarius) 769. 

Orig. : Cedula des X. Jh. Druck : Bull, et Mem. de la Soc. Nat. 
des Antiquaires 6«'ne Serie T. IX. Mem. 1898. p. 163. 



310 1099—1401 

1099 Nov. Gebhard III., Bischof von Konstanz (1084— 1110), 1930 
weiht die Kirche von Uster in der Ehre Marias, Andreas 
und der Heiligen, deren Rehquien hier liegen, nämlich 
Johannes B. , Judas Ap. , Sixtus, Felicissimus, 
Agapit, Clemens, Sebastian, Pancraz, Trophimus, 
Epiphorus M. , Blasius, Leodegar, Cosmas und 
Damian, Nikolaus, Ulrich, Placidus und Sigisbert, 
M. Magdalena, Emerita, Verena, Margareta, vom 
h. Grrab Christi, vom h. Kreuzesholz, und vom Ge- 
wand und dem Bart des h. Euphemius Erem. 

Ori^. : Jahrzeitbuch Ustor. Perg. Ms. von 1469. C. 1. p. 1. Stadt- 
bibliothek Zürich. 

1 099 Nov. Im Peters- und Margarethenaltar der Kirche zu 1931 
Uster sind Reliquien eingeschlossen von S. Placidus 
und Sigisbert, Cosmas und Damian, Nicolaus und 
Ulrich [Im Sarkophag (Rel.-Schrein) desselben Altars 
ruht Heiltum von S. Patricius Ep. , Marcellus M., 
eine Spina dorsi von S. Pelagius M., Geschenke von 
Otto V. Rinegg, Vikar der Konstanzer Kirche, an Herr- 
mann V. Landenberg von Greifensee 1353. Ferner Heil- 
tum von S. Gall, Othmar C, Cirin, Johann und 
Paul, Afra (Auffia) M. , Csecilia V., Walpurga, 
Portunata V.] 

Orig: : Jahrzoitbuch Uster. Perg. Ms. Yon 1469. C. 1. p. 1. Stadt- 
bibliothek Zürich. Im Text des .lahrzeitbiichs kommt zum VII. Jd. 
Aug. die Form „Aiifra" vor. 

I 192 Aug. 16. Sens. Im Protokoll der Translation zu Sens 1932 
figuriert Heiltum von SS. Moriz, Candidus, Exuperius, 
Victor, von den Kleidern der Thebäer ; den grössten 
Teil dieser Reliquien hatte Karl der Grosse dem Erz- 
bischof Magnus von Sens geschenkt (809). 

Orig". : Cedula A^on 8Ü9 erhalten in Seus, Druck : Bull, et Mem. 
de la Soc. Nationale des Antiquaires 6eme Serie I. IX. Mein. 1898. p. 137. 
Abb. : Ebenda PI. IX. 

1401 Jul. Heinrich, Bischof von Ternepolis (1387— 1408), I93a 
schliesst im Sigismundaltar zu Uster Reliquien ein von 
S. Blasius, und Cirill Epp. MM., Medard und Patri- 
cius Epp., Gall und Othmar Abb., Afra (Auffra) M., 
Cfecilia, Portunata und Walpurga. 

Orig.: -Jahrzeitbuch Uster. Perg. Ms. von 1469. p. 2. 



1448-1662 311 

1448 Nov. 18. Fr. Johannes 0. Min., Generalvikar des Bi- 1934 
schofs Ortlieb von Chur, weiht die Kapelle S. Peter und 
Plorin an der Matt im Thal Urseren, wo Reliquien des 
h. Florin eingeschlossen sind. 

Orig". : Perg-. Urk. Pfanvirchiv Anderinatt. 

1523 Peb. 7. Im Inventar der Kirche S. Mainboeuf zu Mont- 1935 
beliard ist Heiltura aufgeführt von der thebäischen 
Legion und S. Sigismund R. (aus S. Maurice). 

Copie TOii 1791 Bibliothek vou Besaiicou. Sammlung- Duvernoy. 
Druck: Mem. de la Soc. d'Emulation de Montbeliard XXVIII. 1900. 
p. 5 u. 8. 

1570 Sep. 10. Karl Borromseus erhält in Einsiedeln und 1936 
andern Kirchen der Schweiz zahlreiche Reliquien (molte 
reliquie insigni) ; er rühmt, dass die Schweizer das Heil- 
tum mit grösserer Ehrfurcht als die Italiener behandeln 
und demselben viel Verehrung zollen. 

Copie : Brief iu F. 53 inf. Ambrosiana Mailand. Druck : Eing- 
liolz, Wallfalu-t.?g-eseliiclite ü. L. F. von Einsiedeln ]). 88. 

1581. Karl Borromseus wird von der Bevölkerung von 1937 
Disentis mit Kreuz und Fahnen, sowie mit den Reli- 
quien von SS. Placidus und Sigisbert, die durch Rats- 
glieder getragen werden, empfangen. In der folgenden 
Nacht geisselte er sich vor diesen Reliquien. 

Litt.: Cameniscli Carlo Borroineo und die Gregenreformation im 
Veltlin. Chur 1901. p. 128. 

1582. Im Inventar des Doms von Augsburg liegt „ein 1938 
grosses stück von der hierenschale des heilig martyrers 
Maurity in silber gefast und vergult. Kombt auch ä 

R'"° cardinale Ottone zue der Kirchen. NB. ist zuvor zue 
Dillingen mit sonder reverenz von bischofen aufbehalten 
worden und zu vermutten das solche der h. bischof 
Udalricus neben anderen hailtumb von der Thebäischen 
gesellschaft nach Augsburg gebracht habe." 

Druck : A. Weiss, Das Handwerk der Goldschmiede in Augsburg. 
(^I^otha 1897. p. 272—273. 

1682 März 20. Das Ritterhaus Hohenrain schenkt dem Abt 1939 
von S. Gallen ein beinahe fingergrosses Gebein des h. 
Antonius Ab., ferner Reliquien von S. Beat, S. Eu- 
phrosine V., S. Conrad Ep., S. Gebhard Ep. Als 
Gegengeschenk errichtet der Abt in Hohenrain einen 
Seitenaltar. 

Copie: 6ra7A>phyl. S. Galli I. p. 142. 



312 1663—1742 

1663 Okt. 26. Granval. Propst Franz v. Röraerstal und 1940 
das Kapitel von Moutier-Granval schenken auf An- 
suchen dem Stift S. Gallen zwei Partikeln von SS. 
German und Randoald MM. 
Copie: Gazopliyl.S.. Galli I. 

1688 Apr. 11. Urseren. Im goldenen Sarg zu Andermatt, 1941 

den der ürsner Hans Benet beim Abfall aus Zürich 

gebracht, finden sich die Häupter von SS Felix und 

Regula, vom Haar und vom Mantel der h. Maria, von 

der Geissei, vom Kreuz, vom Grab und vom Grabtuch 

Christi, vom Ort, wo Christus gefastet hat, von Geissei 

und Schuh S. Bonifazens, vom Haar und Gebein S. 

Catharinse, S. Candidus M., Scolastica, Franz, von 

den 11000 Jungfrauen, S. Verena, Agatha, vom 

Bart Simons, vom Tuch, das S. Philipp, Jacob und 

Simon der h. Barbara gaben, von M. Magdalena, 

Elisabeth, Pelagius, Calixt PP., Valentin, Marga- 

rita, vom Haupt S. Oswalds, von Zeno, Brigida, 

Gräfin Ita, Bartholomseus, Mathias und vom Bart des 

Bruders Claus; ferner von der Geisselsäule und dem 

Schweisstuch Christi, vom Rock und vom Grab Marise, 

vom Ort der Geburt Marise, von der Säule ob ihrem 

Grab, vom Calvarienberg, vom Thal Josaphat, von der 

Krippe, vom Oelberg, vom Weihrauch und lac B. V. M. 

(letzteres durchstrichen). 

Orig". : Koiizei)t und Ausfertigung- Pfarrarclu'v Andprniatt. 

1735 Apr. 11. Bobbio. Abt Michael Pius de Magistris von 1942 
Bobbio schenkt dem P. Bonaventura für die Kirche von 
Urseren einen Zahn von S. Columban. 
Orig"..: Pfai-rarehiv Andern! att 

1742 Apr. 6. Authentik für Reliquien der hh. Paustus und 1943 
Concordius MM. RR. aus dem Coemeterium des Calistus, 
zu Gossau. 

Orig'. : Pfarrarcliiv Gossau. Notiz : linggle, Cr. d. Pfarrg. Gossau 
p. 3U3. 

1742 Nov. 3. Rom. Kardinal Guadagni, Generalvikar des 1944 
Papstes, authentisiert den Leib des h. Justinus M. R. 
aus dem Coemeterium der Cyriaca; er kam an P. Bernh. 
Franck v. Franckenberg und 1743 nach Gossau. 

Orig'. : Pfarrarcliiv Gossau. Notiz : Ruggle, G. d. Pfiirrg. Gossau 
Gossau 1878. p. 303. 



1743—1760 313 

1743 März 14. Authentik für Reliquien der hh. Veneran- i945 
dus, Placidus, Defendens und Constantia aus dem 
Ooemeterium des Callistus in Gossau. 

Orig. : Pfarrarchiv Grossaii. IVotiz : Euggle, G. d. Pfavrg. Gossaii 194.(5 
1>. 308. 

1743 Sep. 17. Authentik für eine Reliquie des h. Andreas 1947 
x4p., Kirchenpatron zu Gossau. 

Orig. : Pfarrarchiv Grossau. Notiz '• Kuggle, G. <1. Pfarrg. Gossau 
, p. 303. 

1743 Sep. 22. Der Leib des h. Justin M. R. wird zu Gossau 1948 
im Beisein des Pürstabtes Coelestin IL von S. Gallen 
feierlich transferiert und reponiert. 

Orig. : Tagebuch Abt Coelestins 11. II. 1743—45 Tom. 274. Stifts- 
bibliothek S. Gallen. Druck : Ruggle, G. der Pfarrg. Gossau p. 303—304. 

1750 Mai 21. Authentik für eine Rehquie des h. Jakobus 1949 
Maj., Kirchenpatrons zu Gossau. 

Orig. : Pfarrarchiv Gossau. Notiz : Euggle, G. d. Pfarrg. Gossau 
p. 303. 

1752 Feb. 10. Rom. Jo. Anton Guadagni authentisiert den 1950 
Leib des h. Julius M. R., das Blutgefäss und den In- 
schriftstein mit der Schrift „Julio qui vixit annis XXI 
bene merenti in pace parentes filio dulcissimo posuerunt. 
Defunctus IUI idus augusti, dabei Christusmonogramm 
und Taube, aus dem Ooemeterium der Priscilla. Der 
Leib ruht reichgefasst in einem Seitenaltar der Pfarr- 
kirche Andermatt; er trägt am rechten Arm eine ver- 
rostete Fessel. (Vidi 1901). 
Orig". : Pfarrarchiv Anderuiatt. 

1757 Aug. 10. Der Leib des h. Julius M. R. wird zu 1951 
Andermatt feierlich transferiert ; die Prozession bestand 
aus 48 Gruppen, unter denen das Brustbild des h. Co- 
lumban, das ferculum von S. Columban und Sigisbert, das 
Brustbild von S. Sigisbert, ein zweites Särglein, Brvist- 
bilder, ferculum und Särge von SS. Felix und Regula 
und ein goldener Sarg genannt werden. 
Orig, : Pfarrarchiv Andermatt. 

1760 Aug. 10. Authentik für eine Reliquie der h. Anna zu 1952 
Gossau. 

Orig. : Pfarrarchiv Gossau. Notiz : liuggle, G. d. Pfarrg. Gossau 
p. 808. 



314 



1768—1818 



f768. Fünfundzwaiizigj ährige Jubelfeier der Justin ustrans- 1953 
lation zu Gossau. 

Notiz : Kuggle, G. d. Pfarrg. Gossau p. 305. 

1818 Aug. 3. Fünfzigjährige Jubelfeier der Justinustrans- 1954 
lation zu Gossau. 

Notiz : Ruggle, G. d. PfaiTg. Gossau p. 305. 




Das Gotteslamm. 
Frühmittelalterliche Patene aus Moutier-Granval. 



Ortsregister. 

(Uie römiselien Ziffern bezeichnen Seiten, die arabischen die Eesestennummcrn,) 



A. 

Aaclien XXXVIII, LXXXI, CVI, 187 

Aai"iu XI. VII 

Aargau CIX 

Aarwaiigen . . 442 

Aboiidance 637 

Adelbodeii 31Ö 

Aeschi 316 

Agauinnu (vgl. Saint-Maurice) 7, 9, 59 

LXXXI, 98 

41 

730, 1297, 1866 
... .:. ... 115, 133 
LXXXI, 194 



Agen 

Albzeil 

Alpnacli 

Alpirsbacli 

Altaicli 

Altdorf LXXI, 503, 505, 1063, 1085, 

1129, 1492 

Altldi-ch LXXXI 

Alteiiburg 380, 1277, 1429, 1433 

Altshausen 497, 672 

Alt- Sankt Johann 487 bis, 1035, 1045 

Altzellen 413 

Amden 1695, 1769, 1785 

Auiiens ... LXXXI 

Amsteg ... ... 1856 

Andeciis XXXVI, 1235 

Andermatt (vgl. Uvseren) 1941, 1950, 

1951 

Andlau LXXXI, 230 

Andwyl 1561, 1626 

Angers LXXXI 

Anglikon 1485 

Anjou LXXXI, 89 

Annecy ... LXXXI, 488^8, 964 

Antwerpen ... 215 

Appenzell 980, 1360, 1888, 1896 

Aristau 617 

Arles 1223 

Ariesheim LXXI, 648, 1092—1101 
Arth XXII, 391, 1013, 1022, 1899 
Ascona 1240, 1248, 1281, 1673, 1863 



Assisi LXXX 

Augsburg XXin, XXXVII, XLMII, 
LXXXI, 50, 59, 62, 63, 65, 69, 
397, 897, 902, 903, 1249, 1938 

Autun LXXXI, 80 

Auxerre LXXXI, 2, 40 

Au (Thurgau) 1497 

Au (bei Einsiedeln) XCVII, CIV, 
1719, 1783, 1790, 1802—1807, 1809, 
1811—1818,1820, 1821, 1823-1829, 
1832—1840, 1842—1843, 1852, 
1875, 1877, 1880, 1883, 1886, 1888, 
1889, 1891, 1894, 1897, 1899, 1912, 
1913, 1918 



Baar ... . 
Baden 
Baldegg . 



B. 

313, 1220 

819, 1205 

286, 433 

Bamberg LXXXI, LXXXVIII, 76, 77, 
78, 112, 114, 117, 251, 252, 648, 
1094 
Basel XXI, XXVn, XLV, LXXX, 
LXXXI, LXXXIK, CIV, CVII, 79, 
138, 207, 225, 251, 252, 257, 264, 
269, 270, 282, 293, 297, 301-304, 
314, 316, 321, 322, 336, 338, 351, 
354, 357, 359, 386, 398, 417, 419, 
484 bis, 493, 523, 526, 994, 1094, 
1188, 1382, 1586, 1632, 1728, 1730 

Baulmes 12 

Baume-les-Messieurs ... XIV, 171 
Beatenberg ... XXXVI, 401, 519 
Beckenried ... 1701, 1873, 1919 
BeiuAvyl, verschiedene CIV, 525, 605, 
643-645, 773, 1635 

Beirut 138 

Beltaux 311 

Belgien LXXXII 

Bellelay 443, 1112, 1496 



ms 



Ortsreffistor 



Bellinzoiia 806, 1050, 1051, 1053, 

1055, 1084, 1793 

Benediktbeuren 70 

Beuken 1321 

Berikon 619, 1082 

Berjieck, Beraaiig 1570, 1574, 1575 
Beroiiiüustei- XXI, 256, 258, 285, 439, 

651, 171, 801, 1238, 1678 
Bern CV, CX, 228—249, 276, 

323—335, 337-340, 373, 447, 460, 

466, 477, 481, 482 

Bernbach 244 

BesaiH-on XXXVIII, LXXXI, 1206 

Betlelieiii CIX 

Biniggen 1188 

Biclielsee 1605 

Bigiiasoo 1727 

Biol 317, .386 

Bingen 573 

Birgelau LXXXI, 274 

Bischofszeil LXXXIX, 53, 225, 519, 

1299 

BliKhniz 1689 

Bobbio LXXX 

Böblingen 31, 1837, 1942 

Bologna ... LXXX, 420, 1488, 1543 

Bongarten 245 

Bonn LXXXI, 569, 570 

Bojipard ... 572 

Boseo 1157, 1165, 1167 

Boswyl ... 966, 1056, 1057, 1280 

Buiirges LXXXI 

Braiinscliweig 132, 1222 

Bregenz 484 

Breuigarten XXXVI, 314, 701, 853, 

859, 975, 1516, 1786, 1787 

Brig 1725, 1757 

Brii.'^ssl 557 

Bülacli 401 

Büren ... XXXIV, XXXV, 414 
677 



Bürgenberg 
Büttomberg 
Büttisliolz ... 
Buchberg ... 
Buoelis 
Bürge if? 
Buttwvl ... 



316 

1711, 1713, 1716 

1321 

1307, 1313 

267 

983 



Campo 1455 

Candia 315 

Canterbury LXXXII 

Caradegna LXXXII, 586, 588, 590, 
591, 594 

Catania LXXX 

Cavergno 1552, 1560 

Centula?, Saint-Eiquier LXXXVIII, 
28, 29 

Cerentino 1074, 1118, 1121 

Cevio 1341, 1403 

Cham LXXX, CIX, 1629, 1888 

Chambery 412, 450 

Charlieu 200 

Chärtres XIV 

Cluu- XVI, XVU, XXIX, XXXVI, L, 
LXXIX, LXXX, XC, 33, 111, 113, 
193, 208, 288, 299, 320, 409, 418, 
420, 496, 542, 622, 633, 722, 1334, 
1335, 1492, 1539, 1731, 1744, 1760, 
1793, 1796. 1808, 1849 

Compiegiie CVI 

Constantinopel XCI 



D. 



Dali eil wyl 
Damaskus 



Daiizig 



426 

... 156 

LXXXIX 

Därstetten 316 

Delsberg ... XCVIII, 484 bis, iö9i 

Deutschland LXXXI- LXXXII, CIX 

Disentis XXXVI, LXXX, CIV, CIX, 

17, 19, 20, 64, 439, 520, 542, 582, 

610, 635, 690, 691, 727, 731, 1003, 

1019, 1588, 1664, 1902, 1937 

Dol LXXXI 

Dornach 1913 

Doroltzheini, Dorlisheiui ... 242 

Down ... LI 

Dullikon 483 



Ebersbach 
Eo'2- . . . 
Eggenweil 
Elchsel 
Eichstädt . 



E. 

574 

1899 

, ... 486 bis, 1154 
. LXXXII, 430-435 
LXXXII 



Ortsregister 



317 



Einsiedeln XVII, XXEI, XXVII, 
XXXVI, XXXVII, L, LI, LXVII, 
LXXII, LXXIII, I.XXVII, LXXIX, 

Lxxxvi, Lxxxviii, cm, CV, 

OIX, ex, CXI, 58, 63, 65, 69, 82, 
115, 133, 168, 169, 255, 260, 261, 
292, 298, 308, 310, 341, 344, 373, 
383, 385, 491, 493 bis, 501, 506-509, 
517, 518, 538, 541, 542, 544, 549, 
551, 553, 554, 559, 562-577, 580, 
581, 583, 597, 601, 611~bl5, 625, 
693, 698, 703, 708—710, 713, 719, 
734—736, 746, 765, 767—769, 771, 
772, 777, 780—787, 792, 793, 795, 
796, 798, 800-802, 816, 822, 823, 
326, 855, 864, 865, 872, 873—875, 
891, 916, 919—921, 940, 944, 951, 
952, 956, 958, 959, 963, 968, 971, 
974, 988—990, 992, 993, 997, 998, 
1000, 1001, 1009, 1011, 1012, 1014, 
1022, 1031, 1032, 1034, 1037, 
1048-1051, 1053, 1068, 1070, 1088, 
1102, 1103, 1107, IUI, 1112, 1114, 
1117, 1120, 1127, 1131. 1133, 1146, 
1158—1160, 1162, 1164, 1172, 1176, 
1190, 1196, 1205, 1206, 1244, 1270, 
1293, 1294, 1317,1349,1389,1393, 
1399, 1401, 1402, 1405, 1406, 1407, 
1410, 1441, 1448, 1463, 1466, 1557, 
1597, 1605, 1620, 1622, 1623, 1627, 
1630, 1636, 1689, 1707, 1797, 1802, 
1804, 1806, 1809, 1815, 1835, 1878, 
1910, 1912, 1917, 1918, 1920, 1936 

Elex 238 

Elnou LXXXI 

Einbrach 167 

Emmetteu 513, 607, 1668, 1669 

Engelberg- XIX, XXXVI, XXXIX ff., 

L, LVI, LXXIII, LXXVII, LXXX, 

Lxxxix, CV, cvni, cix, 107, 

172, 173, 181, 184, 220, 413, 476, 
603, 609, 626, 640, 657, 676, 689, 
706, 724, 725, 755, 839, 867—870, 
900, 922, 950, 953, 961, 962, 978, 
1062, 1064, 1083, 1085, 1089, 1104, 
1109, 1113, 1135, 1137, 1140, 1145, 
1149, 1162, 1272, 1273, 1290, 1332, 
1333, 1353, 1381, 1384, 1408, 1418, 



1428, 1444, 1475, 1489, 1490, 1515, 

1543, 1601, 1628, 1709 

England LXXXII, 728 

Eimetbürgen 1892,1909 

Ennetmoos 925 

Erlach 440 

Erstfeld 1655, 1656 

Erstheün LXXXII, 232 

Eschenbach (verschiedene) LXXXII, 

524, 679, 995, 1039, 1065, 1312, 

1611, 1683, 1852 
Etteuheiinmünster ... LXXXII, 249 
Ettiswyl 1852 



Engubio, Gubbio ... 



LXXX 



Faenza LXXX, 191 

Eahr 993, 1292, 1789, 1794, 1795, 
1832, 1838, 1839 

Faido 1603, 1607 

Eeldbach 1780 

.Feldkirch LXXXII, 487 bis, 633, 951, 
963 

Eeusisberg 1076,1852 

Findeisberg LXXXII, 236 

Fischingen LXXX, 290, 404, 519, 
801, 931, 1587, 1588 

Fliims 695 

Forli 1336 

Frankreich LXXXI, CVIII 

Frauenfeld ... 1158, 1187, 1355 

Frauenthal 1311, 1313—1314, 1337, 

1346, 1365, 1369, 1370, 1392, 1409, 

1411, 1424, 1457, 1460, 1486, 1493, 

1505, 1530, 1625, 1658, 1698, 1699. 

1702, 1704, 1708, 1712, 1716, 1718,. 

1720—1723, 1733, 1738, 1739, 1749, 

1758, 1761, 1762, 1770, 1782, 1798, 

1830—1834,1841, 1844, 1845, 1847. 

1848, 1906, 1908 

Freiburg i./Ue. LVII, LXI, LXXXIX, 

60, 387, 410, 545, 867, 878, 890, 

915, 934, 935, 937, 943, 1108, 1130, 

1677, 1696, 1765, 1772, 1779, 1886 

Freiburg i./B. ... 918, 1647, 1659 

Freieubach 1131, 1636 

Friedlingen 1208 

Frutigen 31<> 



318 



Ortsregister 



Fulda LXXXn, 663, 1007, 1053, 1060 
Füssen LXXXH, CIX, 50, 679, 1140, 
1861, 1583 

G. 

Galgeiien 380 

Geinbloux 61 

Genevez 1578, 1681 

Genf LXXXIX, CVI, CXII, 4, 13, 
72, 73, 48« bis, 1714 

992 

... 984 



826 

435, 1223, 1360 

510 

... 1724, 1735—1737 

129 

1911 

1595 

1852 

1328, 1477, 1478, 1541, 



Geug-enbach 
Geiiensee ... 
Gippenhausen 
Glarus 
Glattbiirg ... 

Glis 

Gimincleii ... 
(Tiiadenthal 
Goldacli ... 
Goldau 
Goldingen 

1542, 1549, 1616, 1665, 1850, 1851, 

1857—1862, 1864, 1865 

Gorze 24 

Gossau 1591, 1843, 1852, 1944—1949, 

1952—1954 

Gosslar 91 

Grafenort 476 

Granval, s. Moutier-Granval 

Greppen . . . 

(iirrindelwald 

Gross 

Grünenberg 



Grüningen 

Gubel 

Güutersthal 



Hagenwjd 
Haigerloch 

Hall 

Halle 

Hallein 

Halberstadt 

Haslach . . . 

Hauterive 

Hautvilliers 

Hechingen 

Heiligenberg 



1553 

316 

1897 

442 

279, 280 

XCVn, 1868 

1671—1674 

H. 

1136 

538 

LXXXH 

xxxvn 

1040, 1059 

LXXXVffl, CVI, 71 

. LXXXII, 80, 237 

295, 410, 432, 436 

39 

562, 736 

218, 416 



Heiligenkreuz 
Helmgersberg 
Hempur ... 
Hermance 
Hermetschwyl 
1120, 1221 
Hergottswald 
Hersfeld . . . 
Hirschau . . . 
Hildisi'ieden 
Hitzkirch .. 
Hochdorf ... 
Hohenburg 
Hohenrain 

Holland 

Hospenthal 

Hiittwyl 

H^ydrunt (Otranto) 



... LXXXII, 231 

201 

120 

349 

584, 912, 913, 979, 

620 

669 

... LXXXIX, 100 

1748, 1756 

274 

346, 406, 682, 1567 
... LXXXII, 233 

1939 

LXXXII 

1642 

cm, 485 

1642 



Jagduiatt ... 
Jerusalem 
Ingenbohl 
Innsbruck 

893—895, 898 
Intragna ... . . . 

Irland 

Isny 

Italien 

Ittingen 

Jura 



I. 

1185, 1656 

14, 122, 462, 468 

. 961, 1213 

LXXXII, 368, 421. 

1304 

LXXXH 

.. LXXXH, 367 

LXXXI 

620, 1196, 1208 
CV 



K. 



1667 

1335, 1476, 1621, 1869, 

405, 596. 610 

150 

xxxvn 

... ... ... ... 48 

952, 956, 1801 

558 



472 



Kalchrain 
Kaltbrunn 

1879 

Kazis 

Keferlohe 

Kerns 

Kempraten ... ... 

Kempten 

Killwangen 

Kilchgass, s. Schwyz 

Klingnau 

Köln XXXVIII, LXXXII, 80, 140, 

195, 207, 324—325, 328—330, 337, 

339, 453, 456, 502, 503, 518, 555, 

565, 567, 568, 580 



Ortsregister 



3iy 



König-sfeldeu 227, 262, 263, 265, 266 

Köniz 316 

Konstanz XLVIII, LXXXII, 69, 259, 
344, 441, 1389, 1692 

Kornelimünster XXXVIII 

Kreuzungen 1295,1301 

Kriens 108, 185, 688 

Krouweissenburg ... 577 

Küssnacht 381 



Kyburg . . . 


li. 


... 217, 258 


Lachen 


• . • . . • 


... 1621, 1715 


La Lance ... 


... ... 


XLVm 


Langnau . . . 





... ... 440 


Laufenburg 





209 



Lausanne XLVIII, LXXX, LXXXI, 
CIX, CXI, 38, 49, 72, 136, 212, 284 

Leimen 1091 

Leissigen 316 

Letsch 1448 

Lichtensteig 797, 854, 855, 903, 914, 
1073, 1546, 1884 

Lieh 1528 

Ligerz 379 

Liminatthal 776 

Limoges LI 

Locarno 1079, 1134, 1139, 1167, 1229 

Loramis 1023, 1703, 1706 

Lowerz 1190 

Lüttich ... LXXXn 

Lützel 461 

Lugano 117, 721, 737, 752-754, 
827, 1254 

Lunkhofen 455 

Luzern XXIV, XXV, XXLEI, XLVIE, 
LVII, LIX, LXI, CIV, CIX, 319, 363, 
365, 366, 371, 378, 382, 387, 394, 
395, 492, 503, 505, 512, 533, 543, 
548, 561, 629, 631, 649, 678,. 688, 
744, 745, 762, 763, 801, 802, 813, 
814, 851, 1066, 1108, 1130, 1140, 
1142, 1208, 1211, 1253, 1291, 1300, 
1326, 1361, 1399, 1512, 1513, 1547, 
1559, 1872 
Lyon ... LXXX, 69, 216, 657, 719 



M. 

Mailand XXIV, XXXVIL LXV, 
LXXX, 510, 511, 611-614, 717, 
762, 1849 
Maggenau 900, 901, 936, 938, 939, 

1383, 1730, 1741, 1895, 1896 
Magdeburg XXXVIH, LXXXVIII. 
LXXXIX, 57, 441 

Maghaso 1170, 1175, 1420 

Mainz XVI, LXXXI, LXXXII, 69, 
504, 575 

Mannenbach 312 

Malters XLVI, XLVn, LXIII, 277, 
318, 492 bis, 521, 522 

Marbach 287 

Maria Lilienthal 838 

Mariastein 773,1728,1730 

Mariastern 955 

Mariathal 147, 157, 158 

Marienberg 143, 151, 174 

Martigny 35 

Mastricht ... XXXVIII, LXXXH, 36 

Mastrils ... 1882 

Mattsee 1164 

Maubeuge LXXXI 

Meersburg 486 ■ 

Melchthal 486 

Mellingen , 840 

Mels 1320, 1522, 1523 

Melz 541, 696 

Memmingen LXXXH, 312 

Meudrisio 1452, 1572, 1535, 1759. 1898 
Mehrerau 1116, 1693, 1729, 1740. 

1867, 1874, 1876, 1881, 1883 
Menzingen LXXII, 407, 1868, 1872, 
1921 

Merten 446 

Metz 69 

Molsheim LXXXII, 241 

Monbeliard 1935 

Monte Carasso 1239,1243 

Monte Cassino LXXX, 69 

Monte Gargano LXXX, 69 

Morcote 621, 632 

Morschach 391, 1773 

Moutier-Granval XLVIII, LXXX, 
CIX, 18, 142, 411, 438, 440, 1691, 
1940 



)20 



Ortsres-ister 



Münster in Graubünden XXVII, 214 

Müiister in Wallis 422 

Planster in Graufelden, s. Montier, 
3Iüiister in Luzei"]!, s. Beromünster. 

]\Iünsterliugen ... 969 

Mnottahal 391 

:\Im-bach LXXXII, 135, 180 

Murg... ... 1575 

.Muri XXIV, XXVII, LXXin;CV, 104, 
105, 124, 170, 213, 314, 342, 479, 588, 
590, 591, 604, 623, 642, 646, 664, 
672, 685, 692, 707, 727, 733, 738, 
739, 741, 744, 749—751, 758- 7C0, 
764, 791, 844, 847, 871, . 884, 
886—890, 892, 894-899, 902—904, 
906, 907, 932, 957, 1044, 1063, 
1083, 1114, 1117, 1132, 1181, 
1215-1218, 1224—1226, 1232, 1252, 
1336, 1364, 1367, 1385, 1394, 1398, 
1402, 1407, 1461, 1462, 1503, 1507, 
1661, 1697, 1726, 1751, 1768, 1779, 
1792, 1829, 1902 



N. 



1846 
1583 
1595 



Xätels 

Neapel 

Nesslaii 

Neuehätel, s. Neuenbürg-. 

Nenenbiirg LXXX 

Neuenstadt 316 

Neu-Sankt Johann LXXIII, CHI, 
CIV, 595, 610, 661, 662, 680, 717, 
757, 810, 811, 882, 960, 973, 980, 
985, 1027, 1030, 1034, 1036, 1045, 
1058, 1061, 1070, 1110, 1122, 1189, 
1198—1202, 1214, 1266, 1425, 1430, 
1432, 1442, 1458, 1488, 1518, 1519, 
1524—1527, 1532—1534, 1572, 
1577, 1582, 1587, 1589—1591, 1595, 
1596, 1637—1639, 1644, 1645, 1647, 
1657, 1659, 1664 

NezJingen 1891 

Nidwaiden ... 924, 928, 970, 1315 

Nieder- Altaich 1304 

Nivelles LXXXü 

Niziders 1620 

Nizza 1853 

Notkersegg 729, 1004, 1005, 1467, 1527 



Novara 

Noyon 
Nürnberg- 



... 1764 
... CXIl 
250, 252 



O. 



Ober-Aegeri 

Ober-Bai m 

Ober-Bayern 

Oberglatt 

Oberliolz ... 



... 1319 
... 323 
. . CVIII 

... 401 
... 1854 

Oberkirch 748, 879, 1264 

Ober-Rüti 861, 930, 1599, 1602 

Ober-Scheftlar 176 

Oberurnen 1165 

Oberwil (Aargau) 1886 

Obwalden 1352, 1357, 1358, 1360, 
1362, 1363, 1367 

Ochsenhausen ... 1587 

ölten ... 852 

Olsberg XCVII, 1172 

Oltiugen ., ... 1091 

Orbe 38, 40 

Orta 1450 

Ostschweiz CVHI 

Othniarsheim 578, 791, 844, 845, 347, 

1226, 1394, 1395 
Otranto ... 1642 



Padua 
Paeris 

Palästina .. 
Paradies . . 

Paris 

Passau 
Pavia 



P. 

1905 

LXXX, 229 
LIV, LXXIX, CX 

1212 

1531 

LXXXII 

LXXX, 36 



Payerne ... 60, 331—332, 490 Ms 

Perugia 519, 734 

Petershausen LXXXH, LXXXVIH, 

CIV, 101, 103, 125, 126, 128, 175, 

256, 985, 986, 997, 1023, 1068, 

1703, 1706 

Pessano 618 

Pfiivers XXV, LI, LXXIX, LXXXVIH, 

46, 51, 80, 81. 83, 689, 898, 

1284—1286, 1288, 1306 

Pfaffnau CIV, 643—645 

Piassein 1889 



Örtsregister 



321 



, Poitiers ... LXXXT, 69 

Pontarliei- ... 40 

Prieneste ... 1443 

Prag- 260 

Prato 1555, 1562 

Prüfening ... ... 116,118,121,153 

Pruntrut XXXVI, LXXI, 1090, 1091, 
1097, 1578, 1682 

R. 

Ramersdoif 571 

Rapperswyl 1075, 1081, 1524, 1805, 
1840, 1889 
; Rathausen 197, 817, 858, 876, 958, 
959, 1275, 1276 

Ravenna 1359 

i Regensburg XXXVIII, LXXXIT, 93, 
' 407, 1102, 1242 

Reichenau LXXXII, 54, 399, 772, 
898, 1869, 1917 

Reiden , ... 941 

Remüs XXXVI, LXXX, 55, 421 

Repp... 1627 

Reussthal 776 

Reute ... 628, 750, 1579 

Rhain 1383 

Rheinau XXI, XXIV, XXVH, XL VIII, 
L, LXXIII, LXXVII, LXXX, CHI, 
eyi, CIX, 41, 92, 177, 178, 191, 
306, 307, 345, 392, 486, 519, 556, 
579, 587, 589, 593, 600, 616, 647, 
659, 666—668, 681, 683, 686, 702, 
738, 740, 742, 743, 750, 756, 761, 
766, 774, 829, 857, 872, 927, 972, 
975—977, 991, 1007, 1024, 1052, 
1105, 1119, 1133, 1136, 1141, 1147, 
1148, 1150, 1152, 1153, 1159, 1161, 
1163, 1174, 1179, 1184, 1203, 1204, 
1208, 1209, 1212, 1219, 1227, 1228, 
1230, 1234, 1246, 1247, 1254—1257, 
1259—1264, 1267, 1269, 1270, 1274, 
1284—1286, 1296, 1298, 1309, 1310, 
1316, 1338, 1354, 1356, 1363, 1366, 
1371, 1374-1377, 1379, 1386, 1387, 
1391, 1413, 1419, 1429; 1431, 1433, 
1438, 1439, 1445, 1473, 1474, 1491, 
1498, 1499, 1502, 1506, 1514, 1558, 



1670—1672, 1674, 1676, 1685, 1690, 
1692, 1700, 1710, 1910 

Rheinfelden 1889 

Rheinheini 1274 

Richenberg 1321 

Riclienbach 1423 

Riedeubm-g XCVII 

Riederen 1310 

Riemenstalden XVIII, 1855 

Riva S. Vitale 278, 585, 1060, 1538, 1554 

Rohrdorf 776, 820, 1495 

Rom XXXVIII, LT, LIV, LXXV. 
LXXVII, LXXIX, LXXX, LXXXIII, 
LXXXIV, LXXXVI, XCVII, CX, 
5, 32, 35, 38, 40, 52, 53, 63, 69, 
80, 269, 331—333, 379, 393, 398, 
415, 476, 515, 608, 621, 632, 647, 
704, 706—708, 717, 718, 749, 755. 
757, 758, 760, 763, 764, 765, 767, 
768, 771, 776, 781—782, 784-789, 
799, 803-812, 818-tj824, 828, 830, 
831, 838* 839, 85f,' 859, 865, 871, 
874, 880, 885, 900, 901, 924, 955, 
960, 969, 971, 972, 982, 990, 
1000—1002, 1009, 1025, 1027, 
1029—1034, 1037, 1038, 1039, 1049, 
1069, 1097, 1103, 1109, 1110, 1113, 
1115, 1119, 1122, 1138, 1141, 1143, 
1145, 1157, 1159, 1162, 1167, 1172, 
1176, 1183, 1186, 1189, 1203, 
1212—1214, 1233, 1234, 1237, 1253, 
1262, 1266, 1289, 1296. 1307, 1216, 
1322, 1329, 1340, 1342, 1355, 1366. 
1381, 1435, 1436, 1442, 1463,: 1487, 
1489, 1490, 1496, 1503, 1504, 1518, 
1520, 1522, 1541, 1542, 1549, 1571, 
1602; 1604, 1618, 1619, 1624, 1661, 
1662, 1711, 1725, 1731, 1743, 1744, 
1751—1755, 1760, 1765, 1772, 1789, 
1791, 1792, 1794, 1795, 1804, 1808, 
1819, 1850, 1851, 1854, 1857—1862, 
1864, 1865, 1869, 1873, 1872, 1903, 
1904, 1950 

Romont ... 1521 

Eoot ... 1548 

Rorgeiiwies 564 

Rorsehach LX\1, 599, 660, 720, 
1006,1028,1029 



322 



Ortsregister 



Rotmonten 
liottenmünster 
Rouen 
Rüggeringen 



1592, 1609 

... 1867 

.. 1924 

... 319 



Rüti cm, 304, 452, 475, 498 

Rufi 1679, 1922 

Russo ... 1534, 1640 

Sächseln XCVm, 457, 519, 1072, 

. 1362, 1363 

Säckingen XXIV, LXXXII, CTA^ 209, 

264, 738, 750, 1165 
Saint-Benoit-sur-Loire ... 1441, 1797 

Saint-Blaise 448 

Saint-Cloud U. S. A. ... 1165, 1890 

Saint-Denys ... LXXXI, CVI, 69 

Saint-Imier XXXVI, LXXX, 484^8 

Saint-Riquier, s. Centute. 

Saint-ürsanne ... .'.. LXXX, 437 

Saint-Marcel-cle-Careyret ... XXI 

Saint-Maiulce XXXVI, XLVIII, LI, 

LV, LVI, LXI, LXXIX, CI, CIIL 

CIX, 1, 3, 5, 8, 9, 10, 11, 21, 22, 

36, 40, 61. 62, 66, 69, 72, 74, 80, 

89, 145, 167, 182—184, 192, 

198—200, 203, 205, 223, 224, 271, 

272, 291, 527—531, 535, 542, 602, 

637, 687, 1926, 1928, 1929, 1935 

Saint-Saphorjn CXII 

Salmannsweiler 139, 152, 154, 155, 159 

Salzburg 940, 1294 

Sankt Bernhard 35, 39, 1175, 1178, 

1764 
Sankt Blasien. .><. Albzell 472, 616, 

1623 
Sankt Eiden LXXX, 99, 1572, 1615 
S. Gallen XXXVI, L, LXV, LXXIX, 
LXXX, LXXXV, CHI, LXXXVIII, 
CIV, CIX, ex, 26, 31, 34, 37, 42, 43, 
45, 47, 50, 56, 75, 85, 86, 87, 98, 
99, 156, 380, 387, 892, 447, 449, 
451, 454, 464, 480, 484, 485 bis, 
487—491, 491 bis, 493 bis, 494, 995, 
498, 499, 516, 519, 534, 595, 598, 
599, 610, 624, 627, 631, 634, 635, 
652—656, 660—663, 669, 673, 691, 
711, 714, 717, 718, 720, 723, 732, 



794, 811, 863, 866, 882, 883, 986. 

995, 1008, 1010, 1015. 1018, 1020, 

1021, 1041, 1047, 1069, 1191—1195, 

1197—1200, 1231, 1468, 1533, 1561, 

1563, 1564, 1572, 1577, 1580, 1582, 

1588, 1589—1591, 1593—1595, 

1641, 1647, 1657, 1664, 1680, 1686, 

1778, 1781, 1869, 1876, 1879, 1885, 

1939, 1940 

Sankt Gallenkappel 679 

Sankt Georgen LXXIII, 510, 656, 

690, 1581 

Sankt Gerold ... 1267,1268,1401 

^ , _, , ( s. Alt-S. Johann. 

Sankt Johann > ,.. ^ t i, 

I s. Neu-S. Johann. 

Sankt Katharinenthal 1278, 1324, 

1390, 1421, 1492, 1501, 1579 

Sankt Margarethen .... 1621 

Sankt Maria der Engel 842, 856, 862 

Sankt Martin im Passeyerthal 268 

Sankt Moriz ' 1853 

Sankt Niklausen ... XXXV II, 683 

Sankt Peter 102 

Sankt ürban XXIII, XXVII, XXVIII. 

LXXXIX, 731, 848, 849, 1169, 

1182, 1245, 1251, 1279. 1531, 1536 

Sankt Victorsberg 519,1641 

Sankt Woltgang- 1325, 1350, 1569 

Sankt Zeno 123 

San Severino 1470, 1515 

Santiago LXXIX, LXXXII 

Sarmenstorf ... 350, IT 32 

Sargans 728 

Sarnen XCVII, 462, 532, 1151, 1305, 

1318, 1414, 1415, 1439, 1446, 1447, 

1449, 1451, 1453, 1454, 1480—1485, 

1643, 1893, 1902 

Sarsina 1332 

Schaffhausen XXVII, LVIIl, 94, 95, 

97, 102, 109, 110, 122, 127, 296, 

427, 486, 519 
Schennis CXI, 30, 137, 694, - 830, 

831, 1165, 1103, 1282, 1303, 1881 
Schmerikon 606, 1487, 1617, 1624, 

1743, 1745, 1882 
Schnifis LXXXVT. 1800, 1802, 1803. 

1814, 1825 
Sehönau 144 



Ortsregiste/ 



323 



Schongau ... 1288 

Schönthal XXVll, 160, 161. 162, 
163, 289, 849 

Schoried 1866 

Schübelbach 965, 1011, 1107, 1650 

Schulpforta ... 219 

Schuis ... xxvn 

Schlittern ... 247 

Schwarzach 1622 

Schwarzenbach (S. Gallen) 1015, 1017 

Schwendi ... ..•. ... 1648 

Sclnverzenbaeh (Zürich) 164, 165, 

166, 444 

Schwerzenbacli (Luzeru) ... 356 

Schwyz XXI, LXXXVl, 391, 408, 

428j 434, 445, 480, 494, 626, 636, 

679, 800, 809, 812, 821, 860, 981, 

1140, 1144, 1223, 1283, 1289, 1291, 

1322, 1343, 1344, 1362, 1378, 1390, 

1397, 1400, 1404, 1416, 1437, 1459, 

1464, 1470, 1471, 1537, 1539, 1545, 

1547, 1548, 1550, 1551, 1556, 1559, 

1566, 1584. 1618, 1619, 1633, 1653, 

1662, 1675, 1687, 1688, 1707 

Seedorf 923, 1811, 1812, 1821, 1824 

Seewen 1397,1539 

Senlis 198, 275 

Sens XIV, XV, XIX, LXXXT, 25, 
1925—1929, 1932 

Siebeneich 314 

Siegburg 96 

Simplen 1764 

Sirnach 1621 

Sitten XV, XXIX, XL VIII, LV, LIX, 
LXIII, LXXIX, 27, 220, 273, 277, 
319, 350 b, 381, 394—396, 4.23, 
424, 537, 542, 547, 1450, 1649, 
1651, 1660, 1663. 1666. 1766, 
1777 

Sins XXXV 

Soissons LXXXI, 35 

Solothurn XXXVI, LV, L VII, LXXIX. 
LXXXIX, cm, 4, 36, 44. 88, 
352-353, 355—360, 367, 368, 374, 
376, 387, 400, 401, 441, 443, 
458—460, 500, 539, 546, 592, 603, 
604, 623, 638, 641, 650, 658, 664, 
668, 670, 674, 675, 685, 686, 687, 



692, 699, 700, 715, 716, 726, 861, 

870, 942, 991, 1287, 1302, 1417 

Sondrio 1784 

Stans XCVII, 626, 640, 926, 929, 

1046, 1308, 1313, 1408, 1453, 1675. 

1688, 1914 

Stavelot ... LXXXII 

Stein 519 

Steinen ... XIII, XIX, 391, 1241 
Steinerberg 917, 1746, 1747, 1750 

Studen 1846 

Strassbiirg LI, LXXIX, LXXXII. 

69, 80, 234, 240, 243, 246, 248 

Siilgau 1622 

Sursee 885, 1361, 1852 



T. 



Tänikon. 


967 


Tarantalse 


LXXXI 


Therwyl 


1091 


Tobel" 


1517, 1788 


Törbehi 


1156 


Toulouse ... ... 


.. ... LXXXI 



Tours LXXX, LXXXVIII. 10,. 38, 

69, 1924 

Trachsku 1913 

Trient LXXXII 

Trier XXXVIII, LI, LXXX, 68, 

80, 109, 110, 519, 1096, 1657 

Tuggen 380 

Turin 534, 778, 779 

Twanti 316 



U. 



Uethburg ... 
Ufenau 
Ulrichen . . . 
ünderbechen 
Unterseen 



1086 

.\XXVI, 919, 944 
1171, 1250, 1422 

1115 

519 



Unterwahlen 503, 505 

Uri 403, 467, 957 

Urschweiz CV 

Urseren CVII, 474, 1371, 1373, 1374. 

1377, 1380, 1931. 1941, 1942 

ürswyl ... 1567 

Uster XXVIl, XXXIV. 164, 259. 

1930, 1931, 1933 
Utznach 808, 1571. 1887 



S24 



Ortsi'egister 



Valduna , 

Valeria 

Valens 

Venedig ...,,. . 

Vercelli 

Vergy ... 

Vienne 

Villen euvo 
Villraergen 514, 

Vira-G-ambarogno .. 
Visp-Temiinen 

Visp .. , 

Vitznau 

Vogelberg 



. ... ... 1654 

XXIX, 712 
. .., ... 1288 
. ... LXXX 

LXXX 

XIV 

LXXXI, 22 
. ... ... 36 

996, 1040, 1173 
. ... 1229, 1232 

. ... ... 1155 

... 1597, 1631 

1923 

519 



Wiiggis 
Wäggithal 
Wagen , ... 
Wartli 
Waldkircli 

1694, 1822 
Waldshut ... 
Wallenstatt 
Wallis 
Waltenswyl 
Wangen . . . 
Wassen 
Wasserburg 
Wassov ... 



1914 

380 

1065 

... 1810 

1563, 1564, 1568, 1595, 

472 

XXIX, 697 

LV, 1360 

1456, 1880 

380, 1348 

XVII, xvm 

56 

134 

Wattwyl XOVII, 805, 842, 843, 862, 

1339, 1359, 1504, 1524, 1598, 1610, 

1611, 1621, 1646, 1654 
Weesen XOVIT, 769, 803, 881, 

1689, 1695 

Weiblingen 1103 

Weingarten ... LXXXII, 389, 1506 
Weissenau 148, 149, 179, 186, 190, 

1680, 1686 
Wertlienstein 814, 815, 825, 828, 

946-948, 95i, 1124—1126, 1345, 

1412, 1426, 1427, 1513 
Wettingen 300, 500, 665, 801, 

805, 833—835, 850, 1116, 1180, 

1508-1511, 1775, 1776. 1877, 

1878- 1883 



Wien LXXXn, 551, 552, 910, 1209, 

1210, 1610 
Wildhaus 1033, 1035, 1054, 1058 
Willerzell... ... 1767, 1783, 1842 

Willisau ein, CIX, 347, 465, 485 
WindbergLXXXVin,106, 1 30, 131, 141 

Winterthur ... 188, 415 

Wittenberg XXXVll, LXXXVIII 
Wolfenschiessen ... 560,' 949. 1612 
Wollerau .. 1236, 1652, 1684 1899 
Worms ... LXXXII, 505, 507, 576 

Würzburg LXXX, 69 

Wurmsbach LXXl, 261, 1106, 1621, 
1734, 1742, 1752—1755, 1775, 1776, 
1819, 1823—1827 
Wyl 475, 763, 908, 909, 911, 968, 
999, 1016, 1040, 1069, 1334, 1576, 
1598. 1606, 1608, 1613, 1717, 1870, 
1885, 1900, 1901, 1903—1905, 1S07 



Yberg 
York... 



.. CXIII 
LXXXVIII 



X. 



Zabern ' 235, 239 

Zeningen 316 

Zofingen 224, 281, 283, 463 

Zürich XV, XXVm, XXXIII, XXXVI, 
XL VIII, LV, LXXX, LXXXIX. 
cm, CIV, 58, 67, 68, 146, 187, 
189, 196, 202, 204, 210, 211, 226, 
255, 309, 310, 343, 375, 400, 401, 
426, 429, 468-471, 473—474, 478, 
479, 516, 519, 533, 683, 735, 1300, 
1916, 1917, 1920, 1941 
Zug XX, LVm, LXXVII, 296, 372, 
377, 389, 427, 684, 877, 1044, 1128, 
1140, 1258, 1265, 1323, 1351, 1378, 
1434, 1494, 1523, 1540, 1573, 1600, 
1614, 1771, 1790, 1830 
Zurzach XXXVI, XL VII, LXXII. 
LXXX, 54, 253, 254, 294, 298, 343, 
360—361, 492, 519, 807, 824, 832, 
836, 837, 1258 

Zwiefiilteii ... 127 

Zuzikofen ... ... 1061 



Berichtigungen . 



p. 139 Reg. 749 sollten nur die Namen „Alexander, Bonifacius, Cassianns, 
Dionysius, Eleutherius und Felix" gesperrt gedruckt sein. 

p. 153 Reg. 153 lies „Subprior" statt „Suprior". 

p. 199 Reg. 1158. In Zeile 10 hat das Wort „dasselbe" auszufallen, 

p. 222 Reg. 1312. Statt „von" ist zu lesen „war S. Vincentius Diaconus M." 

p. 294 Reg. 1817 ist zu lesen „die Superiorin M. Meinrada". 

p. 301 Reg. 1875 lies „Constantia" statt „Contantia". 






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Das Oresellschaftsorgan, die Viertoljahrssclirift : 




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tritt mit Januar 19Ü2 in den 6. Jahrgang ein. 

Es ist dies die erste und (ünzige Zeitschrift 
der Schweiz, die sich die Aufgabe gestellt hat, die 
alten Sitten, Bräuche^ Aberglauben., Volkslieder, Sagen 
u. s. w., kurz die Anschauungen und Lebensäussei'- 
ungen des Volkes, zu sammeln und dem Publikum ' .sf 

zugänglich zu macheu. 

In Bezug auf Inhalt uud Ausstattung ist das 
„Archiv" von Kennern des Volkslebens ohne Aus- 
nahme günstig beurteilt worden. 

Der Preis ist in Anbetracht des ümfauges (20 
Bogen jährlich) und der Illustrationen ein sehr nied- 
riger; er stellt sich für Mitglieder der Gesellschaft 
auf 4 Fr., für Nicht-Mitglieder auf 8 Fr. jährlich. 

Der Jahresbeitrag der MitgHeder beträgt 3 Fr. 

BeitrittserJdärungen iiiunnt der Schnftführer. 
Dr. E. A. Stückelberg, Zürich I, entgegeii. 



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